Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (32) 4. Kapitel: Die mystischen Stufen.

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) stellt sich in diesen Abschnitten wirklich die Frage, ob er den Kommentar zu Pater Poulain SJ noch fortsetzen sollte, da leider die Beiträge zum inneren Leben kaum gelesen werden, so dann man davon ausgehen kann, dass die Leser diese Probleme nicht haben. Dennoch wird DSDZ dies tun, da die praktische Anwendung dieser u.a. Lehren bei den Beiträgen zu Privatoffenbarungen uns zu Gute kommen wird. Wie wir öfters schon schrieben. Privatoffenbarungen kommen entweder bei völligen Anfängern und jungen Menschen, wie den Kindern von Fatima vor oder bei Heiligen auf der Stufe der Extase, welche, siehe unten, die vorletzte Stufe auf dem Wege zu der vergöttlichenden Vereinigung ist. Da sich heute kaum ein Katholik auf dieser dritten Stufe der Ekstase befindet, wird Gott niemandem eine Privatoffenbarung geben. Ferner sind unsere lieben Geistlichen, die bloß auf die Aufhebung des Zölibats warten, da 95% von ihnen es ohnehin nicht hält, absolut nicht in der Lage so fortgeschrittene Zustände des inneren Lebens zu erkennen und die Seelen zu leiten. Das sind auch die Folgen des Zölibatsbruchs. Daher wollen wir diese Reihe für diejenigen fortsetzen, welche diese Zustände erfahren oder erfahren werden, aber niemanden und nichts um sich haben, woran sie sich orientieren könnten.

Was macht aber den Unterschied zwischen den Zuständen 1 bis 4 aus?

Das Maß der Gotterfülltheit und der Eigenleere. Von 1 bis 4 wird man selbst immer weniger und Gott wird immer mehr, sodass Gott auf der Stufe 4 durch die Vereinigung den Menschen gleichsam völlig ausfüllt. Der Mensch wird aber nicht “besessen” oder “fremdbestimmt”. Er verliert auch nicht den freien Willen, denn diese Vereinigung ist erstens nur wenigen vorbehalten und zweitens dauert es mehrere Jahrzehnte der Reinigung, über die wir noch sprechen werden, soweit überhaupt zu kommen. Die passive Läuterung nämlich setzt die eigene, aktive Läuterung voraus. Und man muss immer täglich wollen. Es ist wie beim Iron Man. Um an diesem Triathlon teilnehmen zu können, müssen Sie sich mehrere Jahre oder Jahrzehnte lang täglich neu überwinden und sich weiter pushen. Beim Gebet und geistigem Leben übernimmt vieles die Gnade, aber sie müssen selbst auch wollen und etwas dafür tun. Und zwar eher mehr als weniger.

Der große Vorteil des Werkes von Pater Poulain SJ ist seine mathematische Systematik, denn, seien wir ehrlich, die hl. Theresia von Avila, ist keine sehr systematische Denkerin und diese Präzision der jeweiligen Stufen ist in ihren Werken nicht ersichtlich. Da wir in unserem geistlichen Leben selten ein Band durchlaufen, welches uns sagt: “Sie sind jetzt auf der Stufe 2”, so seien wir Pater Poulain SJ dankbar, damit wir wissen, was uns eventuell erwartet.

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