Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (39). Quellenbelege zum Gebet der Ruhe (ii)

Wozu das alles?

Bei der Lektüre der heutigen Quellenbelege zum Gebet der Ruhe stellt sich natürlich die Frage, wozu ein „normaler Mensch“ dieses detailliertes Wissen braucht? Die Antwort ist recht einfach:

  1. Um falsche Privatoffenbarungen von richtigen Privatoffenbarungen unterscheiden zu können.
  2. Um feststellen zu können, ob eine Person dermaßen im geistlichen Leben fortgeschritten ist, dass ihr Wirken und reden tatsächlich von Gott kommen kann.

Aufhebung des Index

ad 1. Durch die offizielle Aufhebung des Index nach dem Zweiten vatikanischen Konzil wurden die unvorbereiteten Katholiken nicht nur einer Flut von häretischen und semi-häretischen theologischen Schriften ausgesetzt, sondern auch einer Fülle von Privatoffenbarungen, die selten von einer kirchlichen Behörde zensuriert wurden. Eine Privatoffenbarung kann aber nur dann von Gott kommen, wenn der Seher bestimmte objektiv gegebene Stufen des geistlichen Lebens durchschritten hat. Ebendiese Schritte und Etappen zeigt uns Pater Poulain SJ in seinem hier vorgestellten Werk. Würde es sich um Medizin handeln, so könnte man sagen dass das Buch von Pater Poulain SJ ein Standardwerk der Differenzialdiagnostik mit Angabe der konkret behandelten Einzelfälle darstellt. Diese Einzelfälle werden in den heute vorgestellten Quellentexten der Theologen und geistlicher Schnittstellen präsentiert. Die Kirche hat durchaus diagnostische Mittel und zwar seit mehreren Jahrhunderten, um richtige Mystik von der falschen Mystik unterscheiden zu können. Wir sprechen an dieser Stelle von dem äußeren Kriterien des Lebens des einzelnen Sehers, nicht von dem inneren Kriterium der Übereinstimmung der Inhalte der Visionen oder der Prophetien mit der Lehre der Kirche, was wir woanders behandeln werden. 

Falschmystische Ordensgründungen und Bewegungen

ad 2. Noch niemals hat in der Kirchengeschichte es solch eine Anzahl an Skandalen gegeben, die von den Ordensgründern oder von den Gründern bestimmter Gemeinschaften selbst verursacht worden. Der ganze Baum war wirklich von vorn herein verrottet und verdorben, wie die Beispiele des Gründers der Arche oder der Gemeinschaft der Seligpreisungen zeigen. So wurde vor kurzem bekannt, dass der Gründer der Arche Jean Vanier schon am Anfang seiner Tätigkeit Frauen in einem pseudo-mystischen Kontext sexuell missbraucht hatte, eine Tätigkeit, dies die er beinah bis zu seinem Lebensende fortführte. Diesen Weg gingen auch der Gründer der Legionäre Christi Marcial Maciel, die Gründer der Gemeinschaft der Seligpreisungen Bruder Philippe Madre und  Bruder Ephraim alias Gérard Croissant wie andere auch. Interessanterweise werden auch traditionalistische Gemeinschaften von diesen Skandalen nicht verschont, siehe der von uns bereits beschriebene ehemalige FSSPX-Priester Pater Urrutigoity, der in der US-Diözese Scranton die Johannes-Gesellschaft und in Paraguay im Bistum San Rafael das Institut des Fleischgewordenen Wortes gegründet hat. Unter Bergoglio werden viele konservative oder traditionalistische Orden wegen angeblicher sexueller Missbräuche aufgehoben. Während Don Retro, der seit Jahren suspendierte Gründer von Gloria TV, immer in solchen Fällen von “Märtyrer-Priestern” spricht, so halten wir es für möglich, dass die Vorwürfe schlichtweg wahr sind. Man hatte diese Gründungen oder Institute entstehen lassen, die Skandale geduldet, um sie jetzt aufzuheben und den Gläubigen klarzumachen, dass auf der konservativen Seite es auch keine Rettung gibt. Die Skandale der liberalen Gründungen werden vorerst wohl geheim gehalten. Gestrauchelt und gestrandet sind sie aber alle. Sowohl die Liberalen als auch die Konservativen.

Warum?

Weil sie den falsch-mystischen Weg eingeschlagen haben, da es den Teufel doch tatsächlich gibt. Die Verbindung zwischen Falschmystik und Sex hat es schon immer gegeben. Die frühe Gnosis zeugt davon, später gab es die aufgehobenen der Begarden und Beginen,  Gesellschaften von der christlichen Liebe, die Quietisten und wie sie noch alle hießen. Die Falschmystik verursacht nicht nur Falschoffenbarungen, sondern entzündet die Begierden und führt zum Sex. 

Ist man also nicht in der Lage anhand einer soliden Differentialdiagnostik festzustellen, ob man selbst oder andere sich auf dem richtigen oder auf dem falschen mystischen Weg befinden, so ist man in einer großen Gefahr. Der Fall kommt bald und wird auch andere nach sich ziehen.

Wie lesen wir doch bei Alvarez de Paz:

” […] Die Seele wird hier experimentell inne, was sie früher nur durch den Glauben erkannte, dass sie von Gott gesehen und zärtlich geliebt wird; ganz nahe dem, der bereit ist, ihr wohlzutun und sie zu erhören.”

So sieht also das richtige Gebet der Ruhe, ein Zustand, den beispielsweise Faustyna Kowalska niemals erreicht hat. Lesen wir also das Kleingedruckte und lernen wir daraus.

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