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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden (51) Geistiges Berühren und Schmecken

Wenn wir das Problem haben sollten, geistiges Berühren und Schmecken oder Riechen nicht metaphorisch, sondern körperlich zu akzeptieren, so liegt das daran, dass wir weiterhin frühaufklärerisch und karthesianisch denken. Seele hier, Leib dort, keine gegenseitige Durchdringung. Der absolute Gegensatz von Geist und Materie. Dies ist die materialistische Weltanschauung der Naturwissenschaften, die verkürzt und falsch ist. Die richtige metaphysische Sicht ist die des Platonismus, dass das Geistige sich im Materiellen spiegelt. Dies bedeutet nicht, dass Gott ständig die natürliche Ordnung, die er gesetzt hat, überschreitet. Dies tut er höchst selten, aber die Mystiker berichten Berührungen, Schmerz, Gerüche und andere sinnliche Erfahrungen. Die Stigmatisierung ist ja ein körperlicher Vorgang, die Transverberation (Durchstechen der Seite, wie bei der hl. Theresa von Avila) auch. Wenn wir in diesem Leben körperlich sind, warum sollten wir die geistigen Zustände nicht körperlich erfahren?

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