Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Zehnter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des zehnten Sonntags nach Pfingsten

Lk 18, 9 – 14 Zu einigen, die sich für gerecht hielten und die andern verachteten, sprach Jesus folgendes Gleichnis: „Zwei Menschen gingen in den Tempel um zu beten. Der eine war ein Parisäer, der andere ein Zöllner. Der Parisäer stellte sich hin und betete bei sich: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, wie die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder wie der Zöllner da. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, was ich besitze. Der Zöllner aber blieb von ferne stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an sene Brust und betete: Gott sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch, dieser ging gerechtfertigt nach Hause, jener nicht. Denn wer sich erhöht, wird erniedrigt, wer sich erniedrigt, wird erhöht werden.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin:

Wenn doch der Pharisäer wenigstens sagen wollte: Ich bin nicht wie viele Menschen. Was heißt das: „Die übrigen Menschen“ anders als alle mit der Ausnahme von ihm selbst? Ich, sagt er, bin ein Rechtschaffener, die übrigen sind Sünder. „Ich bin nicht wie die übrigen Menschen, die Ungerechten, die Räuber, die Eheschänder.“ Und man kann’s sehen: von dem in der Nähe anwesenden Zöllner kommt die Veranlassung zu noch weiterer Überhebung. „So wie“, sagt er, „dieser Zöllner dort.“ Ich, sagt er, bin allein; er ist von den übrigen. Ich bin nicht so, sagt er, wie dieser, auf Grund meines gerechten Handelns, demgemäß ich kein Sünder bin.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott! der Du deine Allmacht am herrlichsten dadurch offenbarst, daß Du der Sünder schonest, und gegen sie barmherzig bist: laß uns deine Barmherzigkeit immer mehr zufließen, damit wir dem, was Du uns versprochen hast, stets eifrig nachstreben und der himmlischen Güter durch Deine Hilfe theilhaftig werden! Amen.

Werbeanzeigen

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Neunter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des neunten Sonntags nach Pfingsten

Lk 19, 41 – 47 a Als Jesus näherkam und die Stadt erblickte, weinte er über sie und sprach: „Möchtest du es doch erkennen und zwar an diesem deinen Tage, was dir zum Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, da deine Feinde einen Wall um dich aufwerfen, dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen werden. Sie werden dich und deine Kinder, die in dir sind, zu Boden schmettern und keinen Stein in dir auf dem andern lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.“ Dann ging er in den Tempel und trieb die [Käufer und] Verkäufer hinaus. Er rief ihnen zu: „Es steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.“ Täglich lehrte er im Tempel.

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papste Gregor:

Daß von dem weinenden Herr jene Zerstörung Jerusalems geschildert wird, die unter den römischen Fürsten Vespasian und Titus geschehen ist, ist keinem, der die Geschichte der genannten Zerstörung liest, unbekannt. Die römischen Fürsten werden nämlich bezeichnet, wenn es heißt: „Ach, es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich mit einem Walle einschließen.“ Auch das, was angefügt wird: „Man wird keinen Stein auf dem anderen lassen“, bezeugt schon die Verlegung der genannten Stadt selbst; denn da sie nun an dem Orte aufgebaut ist, wo der Herr „außerhalb des Tores“ ans Kreuz geschlagen wurde, ist jenes frühere Jerusalem sozusagen von Grund auf zerstört.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Barmherziger Gott, erhöre unser Flehen! Damit Du uns aber verleihest, um was wir Dich bitten, so laß uns nur um das bitten, was Dir wohlgefällig ist! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Achter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des achten Sonntags nach Pfingsten

Lk 16, 1 – 9 Jesus sprach zu seinen Jüngern: „Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter. Dieser wurde bei ihm angeschuldigt, er verschleudere sein Vermögen. Er rief ihn zu sich und sprach zu ihm: Was muss ich von dir hören? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; du kannst nicht länger mein Verwalter bleiben. Da dachte der Verwalter bei sich: Was soll ich anfangen, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tue, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich der Verwaltung enthoben bin. Er ließ nun die Schuldner seines Herrn einzeln zu sich kommen. Den ersten fragte er: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Der antwortete: Hundert Krüge Öl. Er sprach zu ihm: Nimm deinen Schein und schreibe schnell: fünfzig. Einen anderen fragte er: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Malter Weizen. Zu dem sprach er: Nimm deinen Schein und schreibe: Achtzig. Der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil der klug gehandelt habe. – Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes. Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon. Sie werden euch dann, wenn er zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufnehmen.

Predigttext des Kirchenvaters

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Auslegung vom heiligen Priester Hieronymus:

Wenn der Verwalter des ihm nicht recht gehörenden Mammons in den Worten des Herrn Anerkennung findet, daß er durch jenes unrechte Tun sich ein rechtes Dasein verschafft hat, und wenn der geschädigte Herr den Zukunftsblick des Verwalters hervorhebt, daß er wohl gegen den Herrn in trügerischer Weise, aber für sich vorsorgend gehandelt habe, um wieviel mehr wird Christus, der keinen Schaden erleiden kann und zur Güte geneigt ist, seine Jünger loben, wenn sie denen gegenüber, die an ihn glauben, barmherzig sind?

Kirchengebet

Wir bitten Dich, o Herr! gib uns deinen Geist, damit wir allezeit nur das denken und thun, was recht ist, damit wir, die wir ohne Dich nicht seyn können, nach deinem Wohlgefallen leben mögen! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Siebter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des siebten Sonntags nach Pfingsten

Mt 7, 15 – 21 Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch, innen aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten könnt ihr sie erkennen. Sammelt man von Dornbüschen Trauben oder von Disteln Feigen? So trägt jeder gute Baum gute Früchte; ein schlechter Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte tragen und ein schlechter Baum nicht gute Früchte. Jeder Baum, der nicht gute Frucht trägt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also könnt ihr sie erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! Wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist (wird in das Himmelreich eingehen).

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Hilarius:

Die lockenden Worte und die geheuchelte Sanftmut muß seiner Mahnung gemäß nach den Früchten ihrer Tätigkeit abgewogen werden, so daß wir nicht drauf achten, wie sich einer in den Worten darstellt, sondern wie er sich in den Werken gibt; denn bei vielen wird durch die Schafskleidung die Raubgier eines Wolfes verdeckt. Also wie die Dornen keine Trauben, wie die Disteln keine Feigen hervorbringen, und wie schlechte Bäume keine nützlichen Früchte tragen, so lehrt er, kann in solchen nicht einmal die Möglichkeit eines guten Werkes bestehen, und deshalb sind alle nach ihren Früchten zu beurteilen. Das Himmelreich erreicht nämlich nicht der Dienst mit bloßen Worten; und es wird auch nicht derjenige, der da sagt: Herr, Herr, dessen Besitzer.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Gott! dessen Vorsehung, ohne je zu irren, in allem, was sie ordnet, zum Ziele kömmt; wir bitten Dich demüthig, wende alles von uns ab. was uns schädlich ist, und verleih, was zu unserm wahren Nutzen gereicht! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Sechster Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des sechsten Sonntags nach Pfingsten

Mk 8, 1 – 9 In jenen Tagen war wieder eine große Volksschar zusammen und hatte nichts zu essen. Da rief er seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen. „Mich erbarmt des Volkes; schon drei Tage harren sei bei mir aus und haben nichts zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, so brechen sie unterwegs zusammen; denn manche von ihnen sind weit hergekommen.“ Seine Jünger erwiderten ihm: „Woher soll jemand hier in der Wüste Brot nehmen, um sie zu sättigen?“ Er fragte sie: „Wieviel Brote habt ihr?“ Sie antworteten: „Sieben.“ Nun hieß er das Volk sich auf dem Boden lagern. Dannn nahm er die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, sie sollten sie dem Volke vorsetzen. Und sie setzten sie vor. Sie hatten auch einige Fischlein. Er segnete sie und ließ sie vorsetzen. Und sie aßen und wurden satt. Von den Stücklein, die übriggeblieben waren, hoben sie noch sieben Körbe auf. Es waren gegen viertausend (die gegessen hatten). Und er entließ sie.

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius:

Nachdem die Frau, die das Bild der Kirche in sich trägt, von dem Blutfluss gereinigt worden war, und nachdem die Apostel zur Verkündigung der Botschaft vom Gottesreich bestimmt worden waren, wird Versorgung mit Brot, das himmlische Gnade bezeichnet, gewährt. Aber man beachte, wem sie gewährt wird. Nicht den Müßigen, nicht den in den Städten wie in einer Volksversammlung oder wie in der Ausübung eines weltlichen Amtes Sitzenden, sondern denen, die Christus außerhalb der Städte suchen. Die nämlich vor ihm keine Abneigung haben, die werden von Christus aufgenommen, und mit ihnen redet er, der Gottes Wort ist, nicht von weltlichen Dingen, sondern vom Reiche Gottes. Und die am Leibe Leidenswunden tragen, diesen gewährt er gerne seine Arznei.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott! von dem alle Kraft und alles Gute herkommt, flöße unsern Herzen die Liebe deines Namens ein; laß alles Gute an deiner Gnade Nahrung und an unserm Eifer Haltung finden! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Vierter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des vierten Sonntags nach Pfingsten

Lk 5, 1 – 11 Jesus stand am See Genezareth, und das Volk umdrängte ihn, um das Wort Gottes zu hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer waren ausgestiegen und reinigten ihre Netze. Er stieg in eines der beiden Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande abzustoßen. Und er setzte sich und lehrte das Volk vom Boote aus. Als er seine Rede beendet hatte, sprach er zu Simon: „Fahr hinaus auf die hohe See und werft eure Netze zum Fange aus.“ „Meister,“ entgegnete Simon, „die ganze Nacht haben wir uns abgemüht und nichts gefangen! Aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.“ Sie taten es und fingen eine so große Menge Fische, daß ihre Netze zu reißen drohten. Darum winkten sie ihren Gefährten in dem anderen Boote, sie möchten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und man füllte beide Boote, so daß sie beinahe versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er vor Jesus auf die Knie und sprach: „Herr, geh hinweg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch!“ Denn Staunen hatte ihn und alle seine Gefährten ergriffen wegen des Fischfanges, den sie gemacht hatten; ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Doch Jesus sprach zu Simon: „Fürchte dich nicht, von nun an sollst du Menschenfischer sein.“ Dann zogen sie die Boote ans Land, verließen alles und folgten ihm nach.

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius:

Nachdem der Herr vielen verschiedenartige Heilung gewährt hatte, ließ sich die Volksmenge weder durch den Ort, noch durch die Zeit von dem Verlangen nach Heilung abbringen. Es stand der Abend bevor, sie folgten; es stelle sich der See in den Weg, sie drängten, und deshalb stieg er in das Schiff des Petrus. Das ist jenes Schiff, das nach Matthäus immer noch auf den Wogen treibt, nach Lukas sich mit Fischen füllt, so dass man daraus sowohl den Anfang der auf den Wogen treibenden Kirche, als auch die späteren Ereignisse derselben in ihrem üppigen Wachsen erkennen kann. Die Fische sind nämlich jene, die in diesem Leben umherschwimmen. Dort tritt auch für die Jünger Christus als Schlafender auf, hier als Lehrer; er zeigt sich schlafend den Lauen, wachend den Vollkommenen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Verleihe, o Herr! daß unter deiner Leitung in der Welt Alles einen friedlichen Fortgang habe, und deine Kirche sich ungestörter Andacht freue! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Dritter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des dritten Sonntags nach Pfingsten

Lk 15, 1 – 10 Allerlei Zöllner und Sünder nahten sich ihm, um ihn zu hören. Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten und sagten: „Dieser nimmt die Sünder auf und ißt mit ihnen.“ Da trug er ihnen folgendes Gleichnis vor: „Wer von euch, der hundert Schafe besitzt und eins davon verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Hat er es gefunden, so nimmt er es voll Freude auf seine Schultern. Und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch, ebenso wird im Himmel größere Freude sein über einen einzigen Sünder, der sich bekehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die der Bekehrung nicht bedürfen. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen besitzt und eine davon verliert, zündet sie dann nicht ein Licht an, kehrt das Haus aus und sucht sorgfältig, bis die die Drachme findet? Und hat sie die Drachme gefunden, so ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, ich habe die Drache gefunden, die ich verloren hatte. Ebenso, sage ich euch, ist bei den Engeln Gottes Freude über einen Sünder, der sich bekehrt.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papste Gregor:

Ihr habt es in der Lesung vom Evangelium gehört, meine Brüder, daß verrufene Menschen und Zöllner zu unserem Erlöser kamen, und daß sie nicht bloß zur Unterredung, sondern sogar zum gemeinsamen Mahle mit ihm zugelassen wurden. Als das die Pharisäer sahen, wurden sie unwillig. Daraus müsst ihr entnehmen, daß die wahre Rechtschaffenheit Mitleid in sich hat, wie die falsche Rechtschaffenheit Unwillen. Wenn auch die Rechtschaffenen mit Recht über die Sünder unwillig zu sein pflegen, so ist es doch etwas anderes, was mit dem Ausdruck des Hochmuts, etwas anderes, was im Eifer für die rechte Ordnung geschieht.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott! Du Beschützer aller derer, die auf Dich hoffen, ohne welchen nichts fest, nichts heilig ist; laß uns deine Barmherzigkeit immer mehr erfahren, damit wir unter deinem Schutze und deiner Anleitung uns der zeitlichen Güter so bedienen, daß wir der ewigen nicht verlustig werden! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Zweiter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des zweiten Sonntags nach Pfingsten

Lk 14, 16 – 24 Jesus erzählte folgendes Gleichnis: „Ein Mann veranstaltete ein großes Gastmahl und lud viele dazu ein. Als die Stunde des Mahles gekommen war, sandte er seinen Knecht aus, um den Geladenen zu sagen: Kommt! Alles ist schon bereit. Da fingen alle einmütig an sich zu entschuldigen. Der erste sagte zu ihm: Ich habe ein Landgut gekauft und muß hingehen, es zu besichtigen. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein anderer sagte: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu erproben. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Ein dritter sagte: Ich habe mir eine Frau genommen und kann deshalb nicht kommen. Der Knecht kam zurück und berichtete dies seinem Herrn. Da ward der Hausherr zornig und befahl seinem Knechte: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hole die Bettler und Krüppel, die Blinden und Lahmen herein! Der Knecht meldete: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast. Aber es ist noch Platz da. Da sprach der Herr zum Knecht: Geh hinaus an die Landwege und an die Gartenzäune und dränge alle hereinzukommen, dammit mein Haus voll wird. Ich sage euch aber, von jenen Männern, die geladen waren, soll keiner mein Mahl verkosten.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papstes Gregor: Zwischen den Genüssen des Körpers und denen des Herzens pflegt der Unterschied zu sein, daß die körperlichen Genüsse, wenn man sie nicht hat, eine starke Sehnsucht im Menschen anfachen, daß sie aber, wenn sie gierig aufgenommen werden, den, der sie genießt, alsbald zum Überdruß an ihnen auf Grund der Sättigung bringen. Im Gegensatz dazu erregen die geistigen Genüsse, wenn man sie nicht hat, Abneigung, wenn man sie hat, Sehnsucht; und sie werden von dem, der sie aufnimmt, um so mehr ersehnt, jemehr sie vom Verlangenden aufgenommen werden. Bei jenen macht das Verlangen Freude, das Verkosten Mißbehagen; bei diesen ist das Verlangen gering und das Verkosten steigert das Gefallen daran. In jenen bewirkt das Verlangen Sättigung und die Sättigung Überdruß; in diesen aber schafft das Verlangen Sättigung und die Sättigung Verlangen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Herr, verleih, daß wir deinen heiligen Namen allezeit fürchten und lieben, weil Du jenen niemals deinen Schutz versagst, denen Du eine feste Liebe zu Dir eingeflößt hast. Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage 1 – Fronleichnam

Evangelium des Heil. Fronleichnansfestes

Joh 6, 56 – 59 Jesus sprach: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der Vater gesandt hat und ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der mich ißt, durch micht leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, nicht wie das (Manna), das eure Väter gegessen haben, die gestorben sind. Wer dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin: Da die Menschen beim Essen und Trinken die Absicht haben, daß sie weder Hunger noch Durst leiden, so hat diesen Erfolg im wahren Sinne einzig jene Speise und jener Trank, die diejenigen, von denen er genossen wird, unsterblich und unverweslich macht. Und das ist die Gemeinschaft der Heiligen selbst, in der ein voller und einseitiger Friede und Eintracht herrschen wird. Daher hat, wie es auch schon vor uns die Gottesmänner beachtet haben, Jesus Christus, unser Herr, seinen Leib und sein Blut unter solchen Dingen angeboten, die aus vielen Bestandteilen zu einer Einheit zusammengebracht werden; denn das eine wird aus vielen Körnern zu einer Einheit hergestellt, das andere fließt aus vielen Beeren zu einer Einheit zusammen. Alsdann erklärt er, wie das geschehen soll, wovon er spricht, und was das heißt, seinen Leib zur Speise und sein Blut zum Tranke zu haben.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott! der Du unter dem wunderbaren Geheimnisse das Gedächtniß deines Leidens hinterlassen hast; wir bitten Dich, verleihe, daß wir die hochheiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes also verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung in uns jederzeit erfahren mögen! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Dreifaltigkeit

Evangelium des Festes der Hl. Dreifaltigkeit (zugleich 2. Sonntags nach Pfingsten)

Mt 28, 18 – 20 Jesus trat auf seine Jünger zu und sprach zu ihnen: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und lehret alle Völker: Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Gregor von Nazianz: Wer von den Katholiken ist in Unkenntnis, daß der Vater in Wahrheit Vater, der Sohn in Wahrheit Sohn und der Heilige Geist in Wahrheit Heiliger Geist ist, wie der Herr selbst zu seinen Aposteln sagt: „Geht hin und taufet alle Völker im Namen des Vater des Sohnes und des Heiligen Geistes?“ Das ist die vollkommene Dreifaltigkeit, die in der Einheit besteht, die wir als eine Wesenheit bekennen. Denn wir nehmen nicht entsprechend dem Verhältnis bei den Körpern eine Teilung in Gott vor, sondern wir glauben, daß gemäß der Macht der göttlichen Natur, die keinen Stoff an sich hat, auch die verschiedene Namen tragenden Personen ein Dasei haben und bezeugen, daß in der göttlichen Wesenheit eine Einheit ist.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Allmächtiger, ewiger Gott! Der Du uns, deinen Dienern, die Gnade verliehen hast, die Herrlichkeit der heiligen Dreieinigkeit im Bekenntniße des wahren Glaubens zu erkennen und in der Macht der Herrlichkeit die Einigkeit anzubeten: wir bitten Dich, daß wir Kraft dieses Glaubens von allen Widerwärtigkeiten allzeit geschützt werden, durch Christus unsern Herrn. Amen.

Predigttext des Kirchenvaters

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

(für den 1ten Sonntag nach Pfingsten.)

Gott, du Stärke derer, die auf Dich hoffen, sey gnädig unsern Bitten! und weil ohne Dich die sterbliche Schwäche nichts vermag, sende die Hilfe deiner Gnade, daß wir in Ausübung deiner Gebote Dir durch Gesinnung und Handlung gefallen! Amen.