Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (12 von 21)

XII. Kapitel
Wisse, daß das, was der Mensch in sich für Vollkommenheit hält, vor Gott ein Mangel (Defekt) ist. Mit all dem, was der Mensch unter dem Schein der Vollkommenheit tut, wie immer er es sieht, hört, versteht, will oder im Gedächtnis hat, in all dem befleckt er sich. Denn wenn eine Tätigkeit vollkommen sein soll, muß sie gewirkt werden in uns ohne uns, was den innersten Beweggrund betrifft; und die Tätigkeit Gottes muß in Gott ohne den Menschen sein.
Das ist jene Tätigkeit, die Gott in jenem letzten Stadium der Einwirkung auf die Seele durch die rei-ne, lautere Liebe aus sich allein wirkt. Diese Einwirkung Gottes auf die Seele ist so durchdringend und glü-hend, daß der Leib, der die Seele umschließt, zu vergehen scheint; es ist, wie wenn die Seele in einem ge-waltigen Feuer stünde und bis zum Tod nie mehr Ruhe bekäme. Die Liebe Gottes, die in die Seele über-strömt, gibt ihr aber (nach dem, wie ich es sehe) eine solche Zufriedenheit ein, wie man dies gar nicht schil-dern kann. Diese Zufriedenheit aber nimmt den Seelen, die im Fegfeuer sind, nicht einen Funken der schmerzlichen Pein. Gerade dadurch, daß die Liebe in ihnen noch behindert ist, entsteht ja in ihnen die schmerzliche Pein. Und diese Pein ist um so schmerzlicher, je vollkommener die Liebe ist, zu der Gott die Seele fähig macht. So haben die Seelen in der Läuterung des Fegfeuers zugleich allergrößte Zufriedenheit (und Freude) und allergrößte Pein, und das eine hebt das andere nicht auf.

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Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (6 von 7)

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Mißstände beim Gottesdienst

Eine Frage der Schicklichkeit

In der Gegenwart Gottes einen Schleier zu tragen ist Lehre der Heiligen Schrift, der Heiligen Tradition, des kirchlichen Lehramtes. Es steht tatsächlich in der Heiligen Schrift, dass Frauen einen Schleier zu tragen haben, es ist das unfehlbare Wort Gottes. In 1 Korinther 11, 1 – 15 lesen Sie, dass Frauen einen Schleier zu tragen haben. Das ist die Eingebung des Heiligen Geistes:

1 Folgt meinem Beispiele, wie ich Christi Beispiel folge!

2 Ich finde es lobenswert von euch, dass ihr in allem meiner gedenkt und die Vorschriften einhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.

3 Ich möchte euch aber wissen lassen: Das Haupt für einen jeden Mann ist Christus, das Haupt für die Frau ist der Mann, das Haupt für Christus ist Gott.Das ist die Ordnung: Gott ist das Haupt – sogar das Haupt Christi. Es geht hier also nicht um Gleichberechtigung, es geht um eine echte Hierarchie, die Ordnung bringt. Der Sohn ist dem Vater gleich, doch er gehorcht dem Vater.

4 Jeder Mann, der mit verhülltem Haupte betet oder prophetisch redet, entehrt sein Haupt. 5 Jede Frau, die mit unverhülltem Haupte betet oder prophetisch redet, entehrt ihr Haupt. Sie gleicht einer, die geschoren ist. 6 Wenn eine Frau sich nicht verhüllt, dann mag sie sich auch die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau schimpfllich, sich die Haare abschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen.

7 Der Mann braucht sein Haupt nicht zu verhüllen. Er ist das Ebenbild und der Abglanz Gottes; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. 8 Denn der Mann stammt nicht von der Frau, wohl aber die Frau vom Manne. 9 Auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen. 10 Darum soll die Frau auf ihrem Haupt ein Zeichen dafür tragen, dass sie unter der Herrschaft steht – um der Engel willen. 11 Indes ist im Herrn die Frau nicht unabhängig vom Manne und der Mann nicht unabhängig von der Frau. 12 Denn wie die Frau vom Manne stammt, so ist der Mann wieder durch die Frau; alles aber kommt von Gott.

13 Urteilt selbst! Schickt es sich für eine Frau, mit unverhülltem Haupte zu Gott zu beten? 14 Lehrt euch nicht schon die Natur, daß langes Haar dem Manne zur Unehre gereicht, 15 für die Frau dagegen langes Haar eine Zierde ist? Das Haar ist ihr doch als Schleier gegeben.

Über diese Passage könnte man sehr viel sagen, doch das Fazit ist, dass es eine Ordnung gibt: Gott, Christus, Mann, Frau, und jeder hat seine eigene Art und Weise, dem anderen Respekt und Ehre zu erweisen. Und für die Frau ist es dies: ihren Schleier zu tragen, für den Mann: sein Haupt nicht zu bedecken. Und dies ist göttliche Offenbarung, denn es spricht von der unveränderlichen Rolle der Frau. Und so lehrt der Heilige Paulus ganz klar, dies ist ein Gebot, das von Gott kommt. Der Heilige Paulus schreibt den Frauen vor, einen Schleier zu tragen. Er sagt, dies sollte uns sogar schon die Natur lehren. Dies hat nichts mit bestimmten Eigenschaften zu tun, dass der Mann höher steht als die Frau, denn der Vater steht nicht höher als der Sohn, denn sie sind gleich. Dies erinnert uns daran, dass die Frau vom Manne kommt, aber der Mann auch von der Frau, und alle kommen von Gott.

Das sollten die Frauen sehr ernst nehmen, denn wenn sie keinen Schleier tragen, missachten sie das heilige Gesetz Gottes, wie es unfehlbar vom Heiligen Geist geoffenbart wurde. Der heilige Paulus sagt, wegen der Engel hat sie dieses Zeichen der Macht auf ihrem Haupt zu tragen. Ein Aspekt dessen ist schlicht, dass die Engel während der Göttlichen Liturgie anwesend sind. Und die Frauen wegen der Macht, und die Frauen müssen der Gegenwart der Allerheiligsten Eucharistie Gott Respekt erzeigen, indem sie ihr Haupt mit der Mantilla verhüllen. Wenn schon die Engel vor der Allerheiligsten Eucharistie in Anbetung fallen, so sind sie außerordentlich verärgert, wenn andere Gott nicht die Ihm gebührende Verehrung zeigen. Die Engel sind es, die Gottes Gesetz schützen und ihm sogar Nachdruck verleihen. Ihr starker und gerechter Zorn gegenüber jedweder Art der Respektlosigkeit gegen Gott, ganz besonders bei liturgischem Missbrauch.

Ein Grund, warum sie Gottes Werkzeug für Gottes Zorn sind, lesen wir in der Offenbarung des Johannes (Apokalypse), wie sie auf all die Flaggen regneten und der Zorn Gottes. Und wie sie das Weihrauchgefäß halten und die Gebet zu Gott tragen, aber sie sind auch dazu da, Strafe zu bringen, und so könnte man sagen, dass die Engel, die während der Liturgie anwesend sind, sehr missbilligend auf jede Frau sehen, die ihren Kopf nicht verhüllt – und Missbilligung durch die Engel ist nicht mal eben ein Stirnrunzeln oder ein missbilligender Blick, die Missbilligung der Engel offenbart sich immer physisch in der Form göttlicher Züchtigung nach der geistlichen Ordnung und der physischen Ordnung. Was meinen Sie, passiert z. B. in unseren Novus-Ordo-Kirchen, wo die Frauen ihr Haupt nicht verhüllen? Den Engeln gefällt das überhaupt nicht. Dies steht auch in der Heiligen Schrift und ist unfehlbar. Da kommt man nicht drum herum.

Es gibt da viele Argumente, aber das Hauptargument ist, dass Paulus uns da nur einen Rat gibt, und das hängt alles von der Kultur und der Zeit ab, in der man lebt. Heute macht man das nicht mehr, weil wir heute freier sind und gleichwertig. Wir wissen es besser und wir brauchen das nicht mehr zu tun. Das Problem ist: Wenn Sie so über diese Bibelstelle sprechen, wie sprechen Sie dann über die anderen Bibelstellen? Sie bagatellisieren das heilige Wort Gottes und sagen, das gilt nicht für Sie, wegen der Umstände, der geschichtlichen, kulturellen und sozialen Veränderungen. … Dann gilt für Sie also möglicherweise keine Bibelstelle … denn der „Hintergrund‟ jeder Bibelstelle kann geschichtlichen, kulturellen oder sozialen Veränderungen unterliegen. Das tun viele Menschen: Sie nehmen die Bibelstellen, die sie nicht mögen und streichen sie: das ist auf mich nicht anwendbar … Wenn wir also die Heilige Schrift ernst nehmen, geben Sie diesen Gedanken über Geschichte, Kultur etc. keine Beachtung. Das ist das heilige Wort Gottes. Niemand kann die Bibel lesen und behaupten, dass Gott nicht sagt, Frauen sollen ihr Haupt verhüllen. Das ist ganz einfach, denn von Anfang an war es in der heiligen Liturgie brauch, dass die Frauen ihren Kopf verhüllen, denn dies ist apostolisch. Es geht zurück bis auf Papst Linus, welcher der zweite Papst nach dem Heiligen Petrus war. Er sagt uns tatsächlich, dass dies die Lehre des Heiligen Paulus ist, dass von Frauen erwartet wird, dass sie ihr Haupt verhüllen. Wir wissen also, dass dies apostolische heilige Tradition ist. Dies ist sogar im Liber Pontificalis niedergeschrieben.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (5 von 7)

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Es gibt also eine Hierarchie, die Gott schuf. Nun weiter mit der Beziehung zwischen Mann und Frau, wie es in Ephesser 5 steht.

Dies zeigt aber auch die Mantilla. Sie zeigt, dass die Frau ihren gerechten Platz vor Gott und dem Mann anerkennt. Sie zeigt Demut, Gehorsam und Bescheidenheit. Das Tragen einer Mantilla zeigt zutiefst Bescheidenheit und Demut. Lesen Sie das 5. Kapitel des Epheserbriefes, und hier besonders die Verse 21 – 33!

Der Schleier hat auch eine sakrale Dimension. Der Schleier ist das physische Zeichen dafür, dass die Frau selbst ein Tabernakel ist. Ebenso, wie wir unsere Tabernakel verhüllen, um zu zeigen, dass dort die Heiligkeit wohnt, so ist auch die Frau ein Tabernakel, ein Tabernakel, der neues Leben hervorbringen kann. Sie sollte also als Tabernakel angesehen werden und als solcher sollte ihr Verehrung und Respekt entgegengebracht werden. Sie hat eine sakrale Rolle in der Zusammenarbeit mit Gott, um Leben hervorzubringen und zu nähren. Und wie bereits gesagt, stehen ihr Keuschheit, Reinheit und Bescheidenheit sind für sie wesentlich um ein angemessen heiliger Tempel des Lebens zu sein.

Und hier genau sieht man das Problem in unserer Welt, das damit begann, dass man den Schleier wegließ und sagte, dass das [Verhüllte] nun nicht mehr heilig sei. Wenn die Frau also ihren Schleier loswird, sei es nun die Mantilla auf ihrem Kopf oder auch ihr Kleid oder ihren Rock, so sagt sie damit der Welt im Grunde: Ich bin nicht heilig. Ich bin nicht mehr jemand, dem man Verehrung und Respekt zollen muss. Vielmehr kann ich jetzt wie irgendein Ding behandelt werden.

Und das in dieser Welt, die nicht einmal die Heiligkeit des Lebens anerkennt! Wenn wir die Heiligkeit des Lebens nicht anerkennen, kommt es zu Euthanasie und all den Auswüchsen, die den Tod von Menschen verursachen: In Vitro-Befruchtung, Klonen, Sterilisation, Verhütung, Abtreibung und all diese Dinge. Wir haben keinen Respekt vor dem Leben! Und da wir keinen Respekt vor dem Leben haben, warum sollten wir dann diesen Tabernakel des Lebens respektieren, der die Frau ist?

Diese Kultur ist in unser Leben getreten und fördert all diese Dinge, angefangen  bei der Abtreibung bis hin zur Euthanasie und alles dazwischen, was das Leben attackiert, so wendet sich die Kultur auch gegen die Identität der Frau als Frau. Denn das ist es, was Gott ihr gegeben hat. Deshalb ist es auch so selbstzerstörerisch, wenn Frauen diese Denkweise annehmen, wenn sie nun gegen das Leben sind und für Euthanasie, Sterilisation und Abtreibung. Wenn sie selbst gegen den Grund ist, für den sie geschaffen wurde. Und die Frau macht da mit, wenn sie keine Mantilla und keinen Rock mehr trägt. Sie sagt: Ich bin kein Tabernakel mehr, ich bin nicht mehr sakral. Ich brauche keinen Respekt und keine Verehrung mehr. Ich handle wie ein Mann, ziehe mich an und sehe aus wie ein Mann. Das bringt Chaos in die Person, in die Familie, in die Gesellschaft. Denn es ist angemessen, dass das, was Gott geschaffen hat als solches hingenommen wird, wenn man alles wegnimmt, was in dieser Welt weiblich, schön und lebenspendend ist, das, was eine Frau als Frau auszeichnet.

Die Kehrseite davon ist, dass, wenn Frauen dies alles aufgeben, die Männer diese Haltung ebenfalls annehmen. Wenn die Frau also die Moral der Gesellschaft nicht mehr hütet, und den Männern erlaubt, mit ihr zu spielen, werden die Männer dies natürlich vorantreiben. Wenn die Frau sich offiziell nicht mehr nicht mehr respektieren und (nicht mehr) als Tabernakel ordentlich und korrekt verhüllen, um die Heiligkeit zu zeigen, und dass Gott uns für Sich geschaffen hat, werden die Männer sie auch nicht mehr respektieren. Wenn kein Respekt gegenüber der Frau mehr da ist, wird der Mann der Frau nicht mehr dienen, sondern wird versuchen, sie zu unterdrücken. Und er wird versuchen, tyrannisch zu werden.

Das sehen wir in allen heidnischen Kulturen. Und die christliche Kultur ist die erste Kultur, die dies ändert, da sie sagt, der Mann muss die Frau wegen der Würde, die Gott ihr gegeben hat, respektieren. Heute ist es damit noch schlechter bestellt als in den heidnischen Kulturen. Und mit der Gleichheit, um welche die Frauen kämpfen: darum sollten die Frauen nicht kämpfen, sondern darum, dass die Männer sehen, dass sie etwas sehr Heiliges [an sich] haben, das die Männer nicht haben. Es gibt hier keine Gleichheit!

Frauen sollten gleichsam den Männern ins Gesicht schlagen und ihnen klarmachen, dass Frauen etwas Sakrales und Besonderes sind. Dann muss der Mann die Frau dementsprechend behandeln. Die Frau hat einen Anspruch darauf, dass die Männer sie so behandeln. Das ist aber keine Frage der Political Correctness, sondern das betrifft alle Frauen, ja, jede Frau, im Allgemeinen und im Besonderen. Die Frau verdient sich dieses Verhalten von Männern durch ihr bescheidenes Verhalten, ihre bescheidene Rede und bescheidene Kleidung. Wenn sie die Keuschheit als größtes von Gott gegebenes Gut hegt, wenn sie selbst anerkennt, dass sie ein heiliger Tabernakel des Lebens ist. Dann werden alle, Männer, Frauen und Kinder, sie ebenfalls respektieren. Dann wird der Mann sie respektieren und korrekt führen, statt sie zu unterdrücken. Beide Rollen sind äußerst wichtig. Wir können keine der beiden Rollen aufgeben.

Teil der Theologie der Mantilla ist also, dass die Frau diese in Gegenwart Gottes trägt, wegen der sakralen weiblichen Dimension. Und da die Frau immer ein sakraler Tabernakel ist, der Respekt und wahre Ehrerbietung verdient, sollte sich immer anständig durch ein langes Kleid oder einen langen Rock verhüllt sein.

Es gibt auch die Dimension der Reinheit. Die Mantilla versinnbildlicht die Frau auch als den versiegelten Garten. Den Garten Eden, den Gott zuerst schuf, das Paradies. Den Garten Eden, von dem ein Psalm spricht. Dieser Garten für Gott reserviert, im Falle der geweihten Jungfrau, im Falle der Ehefrau für Gott und ihren Ehemann. Sie ist reserviert für Gott und für ihren Mann, und wenn sie (als der bildliche Garten) gut kultiviert wurde, wird sie viel Frucht für Gott und ihren Mann bringen.

Sie können dies auch im Hohelied der der Liebe nachlesen. In einem Artikel mit dem Titel „The Chapel Veil‟ [Die Mantilla] ist dies recht gut dargestellt, wenn da auch Aspekte einfließen, die dem katholischen Glauben fremd sind. Lesen Sie auch im Hohelied der Liebe im 4. Kapitel Vers 12. Hier wird diese Analogie benutzt, als der Autor über die Beziehung Christi zur Seele spricht.

Man kann das Hohelied auf vielerlei Weise lesen, doch der Hl. Bernhard lehrt uns ganz klar, dass sich dies nicht in Bezug auf Mann und Frau in einer Liebesbeziehung zu lesen ist, sondern das Weibliche (die Frau) repräsentiert die Seele eines jeden Menschen, das Männliche (der Mann) Gott oder Christus. Wenn Sie also etwas aus diesem Buch lesen, denken Sie an Ihren göttlichen Geliebten, Gott, Der von Seiner geliebten sagt, dass sie im bewachten Garten eingeschlossen ist, der eine Augenweide ist und voller Früchte. Dann antwortet die Geliebte und ruft ihren Geliebten, dass er in seinen Garten geht, um die Früchte seiner Auserwählten zu kosten. Die Seele der Frau ist also ein Garten, der reiche Früchte trägt, wenn sie gut kultiviert wird, jedoch ist sie auch ein versiegelter Garten, weil sie diese nur für Gott öffnet, insbesondere in der Vereinigung während der Heiligen Kommunion. Das ist ihr besonderes Geschenk für ihren Gott.

Die Mantilla ist ein physisches Zeichen, das auf den versiegelten Garten hindeutet, der dem Göttlichen Liebhaber vorbehalten und für Ihn bestellt ist. Sie ist ein physisches Zeichen, dass Gott ausdrücklich gesucht wird; dass Gott verehrt wird, symbolisiert die Bewahrung der Frau, so dass sie sich Gott schenken und ihrem Mann schenken kann. Im Falle des geweihten Lebens schenkt sie sich Gott ganz ausschließlich. All dies zeigt die Mantilla.

Dies ist sehr schön und sehr tiefsinnig. Und schließlich, nachdem schon erwähnt wurde, dass die Mantilla eine zutiefst marianische Dimension hat. Alles, was über die Mantilla gesagt wird, wird von der Seligen Jungfrau selbst vervollkommnet. Niemand ist mehr vereint mit Christus in der Eucharistie und sie trug unseren Herrn in ihrem Schoß, neun Monate lang. Wenn Sie daran denken, wie oft Sie schon die Heilige Kommunion empfangen haben, und all diese kostbaren Minuten zusammenzählen, in denen Gott physisch durch Seine göttliche Gegenwart in Ihnen gegenwärtig ist, so reicht dies dennoch nicht an diese neuen Monate heran, in denen die Selige Jungfrau Ihn trug. Aber nicht nur das, Er war ja auch immer in ihrem Hause gegenwärtig. Und nun, wo sie in vollkommener Einheit mit Ihm im Himmel ist. Dies ist also die eucharistisch Dimension, auch die hierarchische Dimension.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, lesen Sie das Buch The Life of Mary as seen by the Mystics (vermutlich im Deutschen: Das Bild Mariens in der Deutschen Mystik), denn was Sie sehen werden ist, dass unsere Heilige Mutter heiliger, vollkommener und weiser ist, sie hat einen stärkeren Willen als der Heilige Joseph, sie tut mehr Buße, sie hat insgesamt mehr Tugenden – sie ist vollkommener! Sie weiß, welche Ordnung Gott geschaffen hat und sie akzeptiert, den [ihr durch diese Ordnung auferlegte] Gehorsam gegenüber Joseph [zu üben]. Obwohl sie größer und vollkommener ist, akzeptiert sie die von Gott geschaffene Ordnung, auch das ist ein Teil ihrer Vollkommenheit. Sie ordnet sich der Hierarchie unter. Sie zeigt immer Ehrfurcht, sogar ihrem Sohn gegenüber. Dies können Sie auch in dem eben empfohlenen Buch nachlesen. An so etwas hätten Sie selbst vermutlich nicht gedacht … Es hilft wirklich, die Schilderungen der Mystiker zu lesen. Maria trägt immer einen Schleier. Welches Bild von ihr Sie auch immer ansehen, selbst auf der kleinen wundertätigen Medaille trägt Maria einen Schleier.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (4 von 7)

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Und was die Frau betrifft, so sehen Sie ihre charakteristische, einzigartige Charakteristik, dass sie tatsächlich Leben hervorbringen kann. SIE ist es, die Leben hervorbringen kann, nur Frauen können dies tun. Nur Frauen können neues Leben hervorbringen. Offensichtlich kommt dies daher, wie sie das Wirken Gottes widerspiegelt, aber vor allem ist es ihre Mitarbeit mit Gott. Und alles, was im Geistlichen mit der Eucharistie geschieht – sie bringt nämlich geistliches Leben hervor -, lässt Gott uns auch physisch sehen, indem ein Baby aus dem Leib der Mutter hervortritt. Die Frau ist es also, die das Leben in die Welt bringt. SIE nährt das Leben und lässt es wachsen. Sie ist das Herz und die Freude der Familie. Durch ihre nährende Sorge, ihre Weiblichkeit vereinigt sie die Familie in den Banden der Liebe. Und dies ist eine Ausdehnung für ihre erweiterte Familie, für ihre Gemeinde und die Nachbarschaft, dies ist … groß! Die Frau, wie jede Seele, sucht die intime Vereinigung mit Christus. Und all dies stellt die Mantilla dar.

Deshalb tragen die Frauen die Mantilla, um ihre einzigartige Identität als Frau zu zeigen, ihre Weiblichkeit, ihre Fähigkeit, mit Christus vereint zu werden und Leben hervorzubringen. Oder ihre Fähigkeit, mit einem Mann vereint zu werden und Leben hervorzubringen. In der Vereinigung mit Christus bringen sie geistliches Leben hervor, in der Vereinigung mit einem Mann bringen sie physisches Leben hervor.

Das ist es, was die Mantilla zeigt, die große Sakralität, ja die Heiligkeit, Leben hervorzubringen. Dies ist unsere größte Macht, Gott ähnlich zu sein. Und davon sprechen wir. Die Bescheidenheit, die Reinheit, die Keuschheit schützt diese größte Macht Leben hervorzubringen!

Wenn wir uns nun diese große Macht ansehen, wo hat Gott diese größte Macht eingepflanzt, die  Er dem Menschen gab? Er pflanzte sie der Frau ein. Und all das zeigt die Mantilla. Die Gnade der eucharistischen Theologie, aber auch die Identität der Frau und ihr Verhältnis zu Christus. Das ist auch der Grund, warum Ordensfrauen, die immer in diesem Verhältnis leben, die sich Ihm ganz geschenkt haben, die nicht mit einem Mann leben, sondern sich ganz Christus gegeben haben, immer einen Schleier tragen. Selbst wenn sie ihren täglichen Geschäften nachgehen, bleiben tragen sie den Schleier. Das ist die Konsequenz des Lebens als Frau.

Wenn wir dies zusammenfassen, so muss die Frau die Moral der Gesellschaft aufrechterhalten, sie bringen das Leben in die Gesellschaft und haben die große  Verantwortung, mit Christus vereint zu sein und geistliches Leben in die Welt zu bringen, es zu nähren und zu pflegen. Dies ist eine großartige, ehrfurchtgebietende Verantwortung. Große Macht beinhaltet große Verantwortung und große Würde.

Das mag etwas erschreckend sein. Aber wenn Gott Sie herausfordert und Sie zur Größe, zur Heiligkeit erhebt, so beten Sie darum, dass Sie Furcht ergreift, eine heilige Furcht, eine kindliche Furcht Gottes. Vertrauen Sie immer darauf,  dass Gott Ihnen ausreichend Gnade gibt, alles zu vollbringen, zu dem Er uns ruft.

Es gibt auch eine hierarchische Dimension der Mantilla. Wir haben davon bereits ein wenig gesprochen. Gott hat im Universum eine Ordnung geschaffen. Das ist der Hauptgrund, warum es eine Hierarchie gibt. Wenn Sie denken, dass Hierarchie dasselbe ist wie Unterdrückung oder Macht, dann missverstehen Sie vollkommen, warum Gott die weltliche Hierarchie geschaffen hat, und dann werden Sie auch nicht die Lehre der Kirche zur Hierarchie verstehen. Der Grund, warum es eine Hierarchie gibt ist, heißt: damit es Ordnung gibt. In der Welt muss es eine Ordnung geben. Gott erschafft, er wählt aus, er wird das Chaos los! Er gibt allem einen Platz: Hell und Dunkel, Wasser und Land. Die gesamte Schöpfung ist ein Prozess, Ordnung in das Chaos zu bringen. Gott möchte Ordnung. Und der Teufel ist ganz Chaos und Unordnung. Anarchie und Revolution sind vom Teufel. Das bringt keine Ordnung hervor. Und Gott selbst ist das Haupt der Ordnung. Und alles ist unter Ihm, alles ist Ihm gehorsam. So wurde die Ordnung geschaffen. So muss es sein.

Wenn wir alle versuchen, Gott zu sein, gibt es Chaos und große Sünde. Wenn wir Gott sein möchten, sagen wir, ICH sage, was falsch und richtig ist. Und wenn jeder Mensch das bestimmt, dann tut er das so, wie er es gerade möchte, und das ergibt Chaos.

Tod, Zerstörung, Gewalt und so weiter.

Es muss Ordnung geben, und Gott als Haupt der Hierarchie. Daher hat auch die Kirche eine Hierarchie. Es ist sehr wichtig sich daran zu erinnern, dass diese Ordnung eine des Dienens ist.

Erinnern Sie sich: Der Herr wäscht den Aposteln die Füße. Damit zeigte Er, dass Er, obwohl Er ihr Herr und Meister war, ihnen diente. Wir denken daran, wie Gott die Welt erschuf. Er tat dies, weil Er es liebte, und weil Er uns glücklich machen wollte. Das tat Er aus Liebe, und um uns zu dienen.

Deshalb gab Er uns auch die Gebote. Sie sind keine Methode der Unterdrückung, sondern sie schaffen Ordnung, und Gott liebt die Ordnung. Er möchte uns gut dienen, damit wir in diesem Leben und in der künftigen Welt ewig glücklich sein können. So ist also die Hierarchie da, um Ordnung zu schaffen und uns zu dienen. Und als Gott die Hierarchie schuf, setzte Er den Mann über die Frau. Aber noch einmal: dies ist nicht als Unterdrückung, Macht oder Tyrannei gedacht.

Vom Mann erwartet Gott, dass er Ordnung in sein Heim bringt, und dies soll er tun, indem er seine Familie lehrt, regiert und heiligt. Er soll die Familie führen, indem er ihr dient. Er soll seiner Frau und seinen Kindern dienen. Er soll ihre Bedürfnisse über seine Bedürfnisse setzen. DESHALB hat der Mann Autorität. Im 5. Kapitel des Epheserbriefes lesen wir, der Mann stellt Christus dar, die Frau die Kirche. Und ebenso, wie Christus die Kirche so sehr liebte, dass Er bereit war, für sie zu sterben und Sein Leben für sie zu geben, so ist jeder Mann aufgerufen, seine Frau so sehr zu lieben, dass er bereit ist, für sie zu sterben. Aber nicht auf diese romantische Art und Weise, nach dem Motto: Ja, wenn eines Tages die Kerle auftauchen mit ihren Gewehren, dann bin ich bereit, für sie zu sterben, sondern in den kleinen, alltäglichen Dingen, in denen Sie eher nicht sterben möchten: den Müll rauszutragen, aus dem Sessel aufzustehen, wenn sie etwas braucht, ihr in den täglichen Kleinigkeiten im Alltag zu helfen, ihr bei der Kindererziehung zu helfen, ihr zuzuhören, wenn sie etwas zu sagen hat, für sie da zu sein, wenn sie Begleitung oder Gesellschaft braucht, und all diese zahllosen Kleinigkeiten, in denen der Mann wirklich ihre Bedürfnisse über seine Wünsche oder Freuden stellt. Und das ist es, wo der Mann wirklich versagt.

Der Mann versagt hier, aber auch die Frau versagt. Denn die Frau hat seine Rolle zu akzeptieren, dass sie unter dem Befehl des Mannes steht, und dass sie diejenige ist, die das Leben hervorbringt. Sie hat da eine sehr unterschiedliche Rolle als der Mann: sie nährt, sorgt für das Leben, bringt es hervor! Der Mann muss die Ordnung dazu schaffen.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (3 von 7)

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Was ist also die Theologie der Mantilla?

Vor allem ist sie verwurzelt in der einzigartigen Identität der Frau als Frau. Wir können sogar sagen, es ist ihre Weiblichkeit, das, was sie zur Frau macht. Doch zu allererst gehört dies zum Übernatürlichen, zuerst und vor allem handelt die Theologie der Mantilla von der einzigartigen Beziehung der Frau zu Christus auf der übernatürlichen Ebene. Und diese Rolle der Frau ist unveränderlich, denn so hat Gott sie gemacht. Gott ruft die Frau, so zu sein. Das ändert sich nicht mit der Zeit. Und da diese Rolle sich nicht ändert und tiefste Wahrheit ist, sollte die Mantilla dies auch nicht tun, da sie dies ausdrückt.

Diese Theologie hat verschiedene Dimensionen:

Die erste und wichtigste ist die eucharistische Dimension. Was bedeutet das?

Wir wissen, dass Gott zu Anfang Adam erschaffen und Eva aus seiner Seite genommen hat. Auf ähnliche Weise fließt am Kreuz, als Jesus stirbt, Blut und Wasser aus Seiner Seite, was die Sakramente bedeutet, und gibt der Kirche das Leben.

Gott ließ Adam in einen tiefen Schlaf fallen, was für Adam zu einer großen Freude wurde als er erwachte, weil aus seiner Seite Eva zu seiner Hilfe entstand.

Jesus starb am Kreuz und erstand am dritten Tag von den Toten. Durch Seine Auferstehung ist große Freude in der Welt. Gott hat sich eine unbefleckte und schöne Braut geschaffen, denn die Kirche ist die Braut Christi, Seine Gemahlin.

Und so sehen wir die Mantilla. Wie Eva aus der Seite Adams hervorkam und seine Braut, seine Gemahlin war, so kommt die Kirche aus der Seite Christi hervor und ist die Braut Christi. Und das ist es, was die Mantilla abbildet.

Die Frau kam aus der Seite des Mannes hervor, und deshalb sucht die Frau wieder Intimität, Einheit und Liebe mit dem Mann. Daher kam sie, das ist eine tiefe Wahrheit. Das steht nicht einfach so in der Bibel, sondern es gibt einen Grund, warum Gott dies so tat.

Die Rippe war für die Hebräer gleichbedeutend mit dem Herz. Das Herz als Sitz der Emotionen und Gefühle, der liebevolle und liebende Aspekt, Leidenschaft, Freude und Leben. Daher möchte die Frau dahin zurückkehren, und daher sucht  die Frau den Mann und sucht die intime Einheit mit ihm.

Und so wird jeder Mensch die intime Einheit mit Gott suchen. Wir kommen von Gott und sind dazu bestimmt, zu Ihm zurückzukehren. Unsere Seele sucht also immer Gott. Unsere Seele sucht die Wahrheit, Güte und Schönheit. Und das ist Gott. Und was die christlichen Kirchen immer gesagt haben, egal ob es die Seele eines Mannes oder einer Frau ist, über die Seele wird immer in der weiblichen Form gesprochen [dies sagt jemand mit Englisch als Muttersprache! Anm. d. Übs.]. Unsere Seele kam aus der Seite Gottes, von Gott und sie verlangt nach der Einheit mit Gott. Sie nimmt das Weibliche an, weil sie von Gott kommt.

Die Seele ist heilig! Sie sie völlig empfänglich. Sie nimmt die Gnade von Gott völlig in sich selbst auf. Nur so kann sie Leben geben, indem sie es rezeptiv von Gott empfängt. Gott ist der Initiator, der gibt, vorsorgt und schützt, die Seele muss diese Gnade empfangen, nähren und sorgt sich um diese Gnade sorgen, die Leben wird, Leben in Fülle, Leben in Ewigkeit. Deshalb wird Gott immer im Masculinum erwähnt, „Er‟, und die Seele ist „Sie‟, und die menschliche Seele sucht die Einheit mit Gott, ebenso wie wir Adam und Eva sehen, und jeder Mann und jede Frau, sie suchen diese Intimität.

Wo finden wir diese Intimität in vollkommener Weise? Wo werden wir mit unserem Herrn vereinigt? In der Heiligen Kommunion. Die Heilige Kommunion ist hier auf der Erde der intimste Moment, den wir mit unserem Herrn haben, er kommt physisch in uns hinein. So ist dies sowohl eine spirituelle, als auch eine physische Einheit. Dies ist eine sehr intime Vereinigung mit unserem Gott, und deshalb tragen wir hierzu die Mantilla. Wegen der Heiligkeit dessen. Weil wir in der Gegenwart Gottes sind. Und weil wir in der bräutlichen Dimension dessen sehen, dass die Seele zurückkehrt zu Gott.

Und es gibt ein wunderschönes Gebet, das Anima Christiwo es heißt: „Birg in Deinen Wunden mich‟ oder „beschütze mich‟. Dies ist ein Bild unserer Seele das besagt, dass wir  durch die Wunden unseres Herrn beschützt werden. Wenn ein Mann seine Frau beschützen möchte, legt er seine Arme um sie, so dass sie gewissermaßen „unter seinen Armen‟, unter seinem Schutz ist. In der Eucharistie sind wir unter dem Schutz unseres Herrn. Und die Mantilla symbolisiert dies und stellt diese Realität dar, dass die Seele nun die Einheit mit Christus gefunden hat und von ihrem Herrn beschützt wird; sie ist nicht nur beschützt, sondern in Einheit mit Ihm. Wenn unser Herr dies tut, gibt Er uns die Fülle Seiner Liebe und die Fülle Seines Lebens.

So bringen wir durch unsere Einheit mit Christus jede Art spirituellen Lebens hervor. Wenn wir nicht mit Christus vereint sind, können wir nicht geistlich leben. In der Eucharistie gibt sich der Sohn Gottes uns ganz und gar, [zwar] verhüllt, aber deshalb nicht „weniger‟. Und sein nährendes Leben gibt uns Leben, spirituelles, ewiges Leben. Seine Gnade lässt uns aufblühen in einem Leben in Fülle, unser persönliches Leben, unser Familienleben, …Unser Herr sagte, Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel kam. Und wer von diesem Brote isst, wird leben in Ewigkeit. Und das Brot das Ich gebe, ist Mein Fleisch für das Leben der Welt (Joh 6, 51 – 52, Übs. Vom Übersetzer). Und Er führt dies weiter  in Joh 10, 10, wo er sagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (2 von 7)

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Sogar die Heilige Hostie, die wir bei der Heiligen Kommunion empfangen ist eine Verhüllung. Im Tantum ergo lehrt uns der Heilige Thomas von Aquin, dass die Gegenwart Gottes in der Erscheinungsform von Brot und Wein verhüllt ist. Unsere Sinne versagen, wenn sie diese Wahrheit, auch nur im Geringsten zu erfassen. Wir sprechen davon, wie unser Herr Jesus Christus sich auf diese Weise verbirgt, verhüllt. Es erscheint den meisten Menschen, als sei das wirklich Brot und Wein. So ist also auch die Heilige Hostie eine „Hülle‟. Eine Hülle der heiligen Gegenwart Gottes. Man kann dem nicht entfliehen, es ist Gottes Anordnung: „Meine heilige Gegenwart wird verhüllt sein.‟ Und es ist schön, dass auch die heilige Hostie uns daran erinnert. Auch die heilige Hostie ist eine Verhüllung. Und deshalb können wir sagen: „Mein Herr und mein Gott!‟, wie der heilige Thomas von Aquin erklärt: Dies ist wirklich Gott, verborgen in den Gestalten von Brot und Wein.

Die Anerkennung der Inkarnation [Fleischwerdung des Sohnes Gottes] ist ein Geheimnis, das auf der Verhüllung basiert, und bezüglich der heiligen Eucharistie, gewissermaßen einer Ausdehnung der Fleischwerdung Christi über Raum und Zeit hinaus, ist auch eine Verhüllung. Aber warum sind diese Dinge hier verhüllt? Solange wir hier auf  Erden leben und eine Anhänglichkeit an die Sünde haben, und wir noch immer nicht vollkommen sind, KÖNNEN wir Gott in seiner vollen himmlischen Herrlichkeit nicht sehen. Sollte Gott irgendjemandem von uns in seiner vollen himmlischen Herrlichkeit erscheinen, … könnten wir das nicht ertragen, das wäre zu viel. Wir bekommen über die Heiligen eine kleine Ahnung der Herrlichkeit Gottes. Selbst Mose konnte die Herrlichkeit Gottes nicht ertragen, sondern er musste sein Gesicht verhüllen, als Gott vorüberzog. Die Anschauung Gottes bedeutet, dass man all seine Schätze im Himmel hat. Sie müssen in den Himmel kommen, wenn Sie Gott von Angesicht zu Angesicht sehen möchten. Gott MUSS auf dieser Erde verhüllt bleiben, weil Er so furchterregend, unglaublich heilig ist, dass wir Ihn einfach nicht sehen können. Gott MUSS verhüllt sein. Er verhüllt sich aus Liebe zu uns, und um uns zu schützen. WEIL Er uns liebt, daher sind diese Dinge verhüllt. Aber noch einmal: DARUM geht es hier, wie ehrwürdig und heilig Gott ist.

Jeder, der also denkt, dass Verhüllung eine Art der Unterdrückung ist, hat möglicherweise nicht die geringste Ahnung, wozu das Verhüllen dient.

Die Bundeslade war am nähesten an der heiligen Gegenwart Gottes. Sie hatte eine Reihe von Vorhängen, die seine Heiligkeit unterstrichen und es vom Profanen entfernten.

Seit der Zeit des Neuen Testamentes haben wir nun die wahre Gegenwart Gottes. Er „tabernakelte‟ sich unter uns. Und in der heiligen Liturgie sehen wir eine Folge von Verhüllungen, die Seine Heiligkeit enthüllen. Die Ikonostase, der Leib des Priesters, seine Kleider, verhüllen alle die heilige Handlung. Die Stille, der Gebrauch der lateinischen Sprache, das Velum über Kelch und Tabernakel, sogar die zeichenhafte Gegenwart von Brot und Wein [tun dies].

Was bedeutete es nun in Bezug auf die Liturgie, als wir begannen, das Verhüllen zunehmend zu unterlassen? Als man sagte: nimm den Schleier vom Tabernakel! Nimm das Velum vom Kelch! Nimm das Velum vom Ziborium [Speisekelch]! Selbst der Priester mag heute die Heilige Messe nicht mehr in liturgischer Kleidung feiern. „Ach‟, sagt er, „ich trage meine Hose und meinen Pullover.‟ Was bedeutet das? Wir denken, wir seien Gott gleich! Wir denken, wir brauchen keinen Schleier mehr, um uns von Gott abzusondern. Wir seien genauso ehrwürdig und heilig wie Gott. Hier kommt die große anthropozentrische Lüge, welche der gesamten modernistischen Bewegung in der Liturgie zugrundeliegt, wenn man sich selbst an die Stelle Gottes setzt. „Ich bin genauso heilig wie Gott, also brauche ich keinen Schleier, um mich von Ihm abzusondern. Ich bin genauso heilig, warum sollte ich also nicht in Seiner vollen Gegenwart sein?“

Die tiefste Wurzel des Problems ist, dass wir denken, wir seien genauso heilig wie Gott. DAS ist es, was Adam und Eva dachten. Daher sündigten sie, denn sie kannten keine Scham. Und um sie für die Zukunft vor dieser Sünde zu schützen, gab Gott ihnen eine Verhüllung. WEIL sie dachten, sie seien wie Gott, gab Gott ihnen diese Hülle – heute unsere Kleidung -, um sie vor dieser Sünde zu schützen.

Weiterhin nehmen wir mit dem Schleier – dem Velum, die Heiligkeit weg. Wenn wir etwas verhüllen zeigen wir damit, dass es heilig ist. Wir zeigen, dass die göttliche Gegenwart anwesend ist. Nimmt man also den Schleier weg sagt  man damit, dass nichts Heiliges anwesend ist, Gott ist nicht hier. Ich nehme das Heilige weg.

Was um alles in der Welt ist geschehen? Ich gehe doch nicht zur Messe, wenn da nichts Heiliges ist wenn Gott nicht anwesend ist! Und das ist unsere einzige Möglichkeit zu versuchen, uns Gott gleich zu machen: Da wir nicht so heilig sind, können wir nicht nach dort oben gelangen, also packen wir Gott und ziehen in herunter zu uns. Wir sagen, hier sei nichts Heiliges. Und auf diese Weise können wir versuchen Gott gleich zu werden, indem wir alle (Zeichen der) Heiligkeit zerstören.

Wir wollen also gar nicht mehr in der Gegenwart des Heiligen sein. Wir wollen nicht mehr vor der Gegenwart Gottes stehen. Das ist es was geschieht, wenn wir unsere Verhüllungen abnehmen. Wir sagen, wir seien nicht in Gottes Gegenwart. Hier geschieht nichts Heiliges. Und dann sehen unsere Gottesdienste aus wie ein protestantischer Gebetsgottesdienst. So nennen sie das wohl, denn da gibt es nichts Heiliges in all diesen falschen Gottesdienstformen dieser falschen Religion. Sie haben nicht die Gegenwart Gottes. Sie brauchen keine Verhüllungen.

Wir aber haben die Gegenwart Gottes, daher betrügen wir uns selbst, wenn wir die Schleier loswerden; das ist eine SEHR traurige Sache, wenn sogar Kirchenmänner die Verhüllungen wegnehmen. Das verkündigen sogar Bischöfe und Priester: Es gibt nichts Heiliges in unserer Liturgie, Gott ist nicht gegenwärtig, dieses gemeinsame heilkräftige Mahl ist doch nichts weiter als das, was die Protestanten tun. Also nehmen wir die Hüllen weg. Das ist eine Negierung des katholischen Glaubens, des wahren Glaubens.

Während des II. Vatikanums wurden die Fenster so weit geöffnet, dass alles Profane eindringen und den heiligen Tempel Gottes entweihen konnte. Es ist schlimm genug, dass dies in der säkularen, profanen, Welt existiert, was wirklich traurig ist und nun ist das in unsere heilige Kirche eingedrungen; wenigstens hier sollte doch die Heiligkeit Gottes bewahrt bleiben. So ist das mit dem Schleier.

Wenn wir also die Theologie des Verhüllens in der Kirche verstehen, das im Alten Testament wurzelt, und auch, wie wir in der Kirche und der Liturgie leben, können wir nun beginnen, über die Mantilla zu sprechen.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (1 von 7)

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Anbei ein sehr tiefgründiger Text von Father Ripperger, welchen Eugenie Roth mit benediktinischen Fleiß abgehört, zusammengetragen und übersetzt hat, wofür ihr Lob und Dank gebührt. Dieser Text führt in die theologischen Tiefen der Schleier-Symbolik ein und wird hoffentlich die Anzahl der Mantilla-Trägerinnen verdoppeln. Aber es geht hier nicht um Mode, es geht um Theologie und daher ist dieser Text auf für Männer geeignet, da der per Umkehrschluss erklärt, warum nach dem Konzil alle Schleier als Zeichen der unzugänglichen göttlichen Heiligkeit entfernt wurden.

Anm. des Übersetzers: Das englische Wort veil kann „Schleier, Hülle, Velum, Mantilla“ bedeuten und wird hier auch für das Anlegen der priesterlichen Kleidung verwendet. Daher wird es jeweils verschieden übersetzt, kann aber auch im selben Zusammenhang möglicherweise mehrere Bedeutungen haben. Dies ist eine leicht zusammenfassende Übersetzung eines etwa einstündigen Films

Verhüllen spielt eine bedeutende Rolle in der Göttlichen Liturgie des traditionellen Ritus‘, so wie es sein sollte. Im neuen Ritus ist das Verhüllen jedoch weitgehend verschwunden. Was bedeutet das für die Heilige Liturgie? Lex orandi, lex credendi (vgl.  kathpedia) wovon wir bereits gesprochen haben.

Bevor wir uns mit den liturgischen Regeln befassen, dem Gregorianischen  Gesang, dem Gebrauch des Weihwassers und all diese Dinge, schauen wir zurück ins Alte Testament, da sich dort die Wurzeln unserer Liturgie befinden.

Wenn man im Alten Testament vom „Verhüllen“ spricht, denkt man zunächst an das Allerheiligste, wo sich der Thron Gottes befand. Dies war vom übrigen Tempel durch einen riesigen Vorhang abgetrennt und nur der Hohepriester betrat es einmal im Jahr, um nach den vorgeschriebenen Ritualen Opfer darzubringen. Im Allerheiligsten war die Bundeslade wiederum in einem Zelt (= Tabernakel). Es gab noch verschiedene Bereiche mit limitiertem Zugang, so gab es einen Hof für die Priester, einen für die Israeliten, einen für die Frauen und einen für die Heiden. Wozu dient also das Verhüllen? Um das Weltliche vom Göttlichen zu trennen, um das Profane vom Heiligen zu trennen, um das Heilige zu kennzeichnen. Jedes Mal also, wenn man einen Schleier sieht, sollte man denken: da ist etwas Heiliges. Das gehört fundamental zur Theologie des Verhüllens. Die Bundeslade stellte für die Israeliten die heilige Gegenwart Gottes dar. Gott hat schon ganz von Beginn, als er den Israeliten die liturgischen Vorschriften gab, gesagt, dass sie in Gottes Gegenwart verhüllen sollten, um dies als etwas Heiliges zu kennzeichnen.

Ein Schleier ist ein sehr konkretes physisches Symbol wie ein Sakramentale, das heilig ist wegen der heiligen Gegenwart Gottes. Dies sollte man immer bedenken, denn man kommt nicht vorwärts im Verständnis der Theologie des Verhüllens oder gar im Verstehen des Schleiers der Frauen, der Mantilla, die sie während des Gottesdienstes tragen, wenn man nicht zunächst diesen sehr wichtigen Schritt versteht: Dies hat Gott es bestimmt, so sollen wir vor Gott leben, so sollen wir vor Gott handeln.

Viele Menschen verstehen das Verhüllen nicht. Denn wir verhüllen uns nicht, weil das ein Brauch oder Tradition ist, oder weil andere dies tun. Wir wollen sicher sein, dass wir das verstehen, warum wir dies tun. Sonst wird unsere Seele davon nie erschüttert, und nur wenn wir dies in unserer Seele verstehen, können wir dies anderen wirklich erklären.

Zunächst müssen wir sicher sein, dass die Menschen die Theologie des Verhüllens verstehen und die tiefe Bedeutung des Enthüllens/Zeigens der heiligen Gegenwart Gottes. Es gibt einen erleuchteten Satz von C. G. Chesterton:

„Was das Reformieren von etwas belangt, unterschieden davon, es zu deformieren, gibt es ein schlichtes und einfaches Prinzip; ein Prinzip, das man wohl ein Paradoxon nennen kann. In einem solchen Fall gibt es eine bestimmte Institution oder ein Gesetz; lassen Sie uns um der Einfachheit willen sagen, ein Zaun oder ein Gatter sei quer über eine Straße hinweg aufgerichtet worden. Der moderne Reformer geht unbekümmert hin und sagt: ‚Ich sehe darin keinen Nutzen; lasst es uns wegnehmen.‘ Der intelligentere Reformer wird gut tun, diesem zu antworten: ‚Wenn du den Nutzen dessen nicht siehst, werde ich es dich sicher nicht wegräumen lassen. Geh und denke nach. Dann, wenn du wiederkommen und mir sagen kannst, dass du den Sinn dessen siehst, erlaube ich dir vielleicht, es zu zerstören.’“

Das ist ein wirklich wichtiges Prinzip. Wenn man etwas reformiert, sollte man genau wissen, für was es ist und was es bewirkt; insbesondere dann, wenn es sich um unseren Glauben und um unsere Traditionen handelt. Erst dann, wenn man wirklich ein Verständnis, ein authentisch katholisches Verständnis, für etwas hat, kann man es reformieren. Wer aber nichts davon versteht, sollte es bleiben lassen. Wer zum Beispiel nicht weiß, für was ein Kühlschrank ist, sollte ihn nicht wegwerfen. Denn er hält unsere Lebensmittel kühl.

Doch so viele Menschen, welche die Mantilla ablehnen, haben nicht die geringste Ahnung zu was diese dient. Sie sollten also nicht Hand an sie legen, bevor sie wissen, für zu was sie dient.  Dann können sie entscheiden, ob sie diese los werden möchten oder nicht. Wenn Sie also mit jemandem über die Mantilla sprechen müssen Sie sicher sein, dass der andere weiß, über was Sie sprechen.

Im Neuen Testament gibt es ein Schlüsselereignis, das verhüllt ist: Die Auferstehung Christi. Wer hat die Auferstehung gesehen? Niemand. Sie ist und bleibt verhüllt. Und Christi Auferstehung ist mit dem Kreuzestod Christi die Ursache unseres Glaubens. Was ist noch verhüllt? Die Gottheit des Sohnes Gottes wird durch Seine menschliche Natur verhüllt. Die Menschheit Christ ist eine besondere Art des Verhüllens. Gott wohnt unter uns, aber Seine Gottheit ist durch Seine menschliche Natur verhüllt. Christus wohnt im Tabernakel, aber Seine Gottheit und Menschheit ist in der Gestalt des Brotes verhüllt.

Jeder erinnert sich sicherlich an das Schlussevangelium, denn das hören wir ja täglich bei der Heiligen Messe. Der kennt auch Joh 1, 14: „et verbum caro factum est et habitavit in nobis. – und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Wenn man das im griechischen Original liest, liest man: „und das Wort wohnte in (griechisches Wort) Wenn man dieses (griechische Wort) Wort übersetzt, so bedeutet dies auch Tabernakel. Man könnte also übersetzen: „Und das Wort ist Fleisch geworden und tabernakelte unter uns.“ Tabernakel, die Bundeslade. „Tabernakel“ kommt von „verschleiern“. Daher macht es Sinn, zu sagen: Das Wort ist Fleisch geworden, und Gott ist unter uns tabernakelt. Er wohnt unter uns, aber er tut dies auf eine verhüllte Art und Weise.

Wenn man auf die [frühe] Kirchengeschichte sieht, findet man die Hauptgründe, warum wir verhüllen. Wir verhüllen immer den Kelch, in dem sich das Kostbare Blut befindet. Wir verhüllen immer das Ziborium, in dem sich die Kostbaren Hostien befinden. Und wir verhüllen den Tabernakel. Diese drei enthalten den Kostbaren Leib unseres Herrn, die Realpräsenz. Wenn der Tabernakel verhüllt ist und Sie in die Kirche hineingehen, bedeutet die Verhüllung nicht, dass es Ihnen verboten ist zu wissen, was sich hinter der Verhüllung befindet. Wir wissen alle, dass sich dahinter der Tabernakel [und darin] die Realpräsenz unseres Herrn verbirgt. Der Schleier „vernebelt“ also nicht unsere Augen, so dass wir nicht wissen, was sich dahinter verbirgt, sondern der Schleier möchte es offenbaren, wie in Heiligenbildern, auf denen  man die Heiligen sieht; damit man erkennt, dass dies ein Heiliger ist, malt man einen kleinen Halo; dieser Heiligenschein ist eine bildliche Art und Weise, die Heiligkeit dieser Person darzustellen, die Heiligkeit, die in ihrer Seele gegenwärtig ist.

Aus demselben Grund verhüllen wir den Kelch, damit wir die heilige Gegenwart Gottes erkennen. Wenn Sie das verhüllte Ziborium sehen, denken Sie an die heilige Gegenwart Gottes. Wenn Sie den verhüllten Tabernakel sehen, denken Sie an die heilige Gegenwart Gottes.

In der Ostkirche ist sogar eine Wand [Ikonostase] vor dem Heiligtum [dem Altarraum, Anm. d. Übs.].  Wenn der Priester im römischen Ritus ad orientem betet, dient sein Rücken als eine Art Schleier für die allerheiligsten Geheimnisse, die auf dem Altar geschehen.

Wir alle wissen, was auf dem Altar geschieht. Wie alle kennen die Worte der Transsubstantiation, die bei der Wandlung des Brotes in den Leib Christi und der Wandlung des Weines in das Blut Christi geflüstert werden. Aber es gibt dabei eine gewisse Verhüllung. In der östlichen Liturgie wird selbst der Leib des Priesters durch die Ikonostase [die Wand zwischen Volk und Altarraum] verhüllt. Auch die priesterliche Kleidung ist eine Art Verhüllung, heilige Stille ist eine Art der Verhüllung. Die Tatsache, dass der Kanon in der römischen Kirche geflüstert wird, dass er auf Lateinisch gesprochen wird, ist eine Art der Verhüllung des heiligsten Gebetes, das unsere Kirche hat. Denken Sie an den Karfreitag, an dem das Kreuz verhüllt wird, wenn es hereinkommt, in der Passionszeit sind die Statuen und Kreuze in der Kirche verhüllt, oft auch andere Objekte der Verehrung. In der frühen Kirche wurden viele Dinge verhüllt … aber heißt das, dass sie nichts wert sind, dass sie nichts bedeuten? Natürlich nicht! Solch ein Gedanke ist einfach lächerlich, ohne jeden Realitätsbezug. Der Schleier sagt immer: Dies ist etwas Heiliges, etwas Besonderes und etwas Sakrales, dem wir Verehrung zeigen müssen. Das ist die Quintessenz unserer Antwort.

Warum verhüllen wir also? Um zu zeigen, dass dies etwas Heiliges ist, das wir vom Profanen unterscheiden und absondern. Um unsere Verehrung auszudrücken. Verhüllen ist ein Zeichen der Gegenwart Gottes. Verhüllung ist ein Zeichen dieses Halos [Heiligenscheins], der Gnade. Denn das ist unsichtbar für die menschlichen Augen und wir müssen das [den Menschen] zeigen. Deshalb legen wir einen Schleier darüber. Die Norm ist in der Kirche also die, dass, indem wir etwas verhüllen, wir es enthüllen. Wir enthüllen seine wahre Natur, was es wirklich ist. Wenn man in der Kirche etwas verhüllt, enthüllt man  die wahre Natur, dessen, was da ist [an dieser Stelle sind im Video zahlreiche Frauen abgebildet, die alle eine Mantilla tragen Anm. d. Übs.], wir lenken die Aufmerksamkeit auf die Realpräsenz Gottes, Der da ist.

Heute, am 25. Mai, beten wir die Bußpsalmen für die Lösung des Bergoglio-Problems und das Wiederaufleben der Kirche in DE, AT und CH

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Es ist soweit: Die Bußpsalmen beten!

Praktische Anweisung

Man bete wie folgt:

  1. Man knie sich hin.
  2. Man mache das Kreuzzeichen.
  3. Man bete: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
  4. Man lese einfach all das laut vor, was auf den Seiten 179 bis 188 geschrieben steht.
  5. Man beende das Gebet mit einem Kreuzzeichen und Punkt (3)

Ad 4.

Unter „lautem Beten“ verstehen die frühen Rubriken des Offiziums, dass man die Lippen bewegen soll und sich selbst wenigstens hören sollte. Man braucht also nicht zu schreien. Sollte man zusammen mit jemanden beten, so kann man sich bei den Versen, Anrufungen der Litanei und anderen Gebeten abwechseln und während der eine laut betet, betet der andere im Geiste mit bis er an die Reihe kommt. So bestimmen es die Rubriken der alten Ablassgebete und so wird es richtig sein. Man kann sich die Texte ausdrucken oder am Handy beten.

Wenn wirklich nicht knien kann?

Sollte jemand alt und gebrechlich sein oder im Rollstuhl sitzen und wirklich nicht knien können, dann kann er dies halt nicht tun. Er kann sich eine andere machbare Abtötung für die Dauer des Gebets einfallen lassen. Die Rubriken sagen: flexis genibus – „mit gebeugten Knien“, dies bedeutet, dass, wenn jemand nicht kann, er auch mit gebeugten Knien teilweise sitzen kann, wie es in jeder Kirchenbank der Fall ist. Man kann sich auch auf ein Kissen knien, um es sich ein wenig einfacher zu machen. Aber je mehr Busse, desto größer unser Verdienst, siehe unsere Reihe.

Was ist, wenn man kein Latein kann?

Dann lernt man es eben dadurch, dass man es betet: learning by doing. Die Aussprache des Kirchenlateins ist wie folgt:

  • C wird meistens wie K ausgesprochen (corpus – „korpusss“), außer
  • Vor e, i, y, ae, oe, eu dann wir C wie z, c ausgesprochen (caeli – „zeli“)
  • Q wird wie kw ausgesprochen (quoniam – „kwoniam“)
  • Ngu, su wir wie ngw, sw (sanguis – „ssangwis“), aber das „w“ ist sehr leicht.
  • X wie ks (capax – „kapaks“)
  • Z wie s, stimmhaft (zizania – „sisania“)
  • Ch wie ch (charta – „charta“)
  • Ph wie f (philosophia – „filozofia“)
  • Rh wie r (rhombus – „rombus“)
  • Th wie t (thalamus – „talamus“)
  • I am Wortanfang und vor einem Vokal wie j (iam – „jam“)
  • Y wie y (thymiana – „tymiana“)
  • V wie w (valde – „walde“)
  • S am Wortanfang und Wortende wie ss (super – „ssuper“)
  • S in Wortmitte wie das deutsche stimmhafte s (censebant – „zensebant“)

Man kann die lateinische Aussprache bspw. bei den Mönchen von Le Barroux hören[3] oder in anderen Klöstern, die das vorkonziliare Offizium auf Lateinisch beten. Die Akzentuierung ist im Text angegeben. Bei Gloria Patri et Filio am Ende eines Psalms mache man eine leichte Verbeugung zur Ehre der Heiligen Dreifaltigkeit.

Es geht hier um ein fürbittendes Gebet in einem wichtigen Anliegen und um keine Radioaufnahme. Auch wenn man Fehler macht, wird es Gott genehm sein und wenigstens wir – die Beter – werden dadurch geheiligt werden und vielleicht manch einer Bischof auch.

Man kann seine Erfahrungen auf unserem Forum oder anderswo mitteilen. Man solle sich auch auf irgendwelche unerwartet auftretende Probleme und Schwierigkeiten, wie z.B. plötzlicher Familienstreit oder Streit am Arbeitsplatz gerade an diesem Tag einstellen. Dies wird ein gutes Zeichen sein, dass die Mächte der Finsternis diese Initiative bekämpfen. Man solle sich auch auf alle möglichen Zweifel am Sinn dieses Gebetsaufrufs und der eigenen Mitarbeit vorbereiten. Aber von nichts kommt nichts und der Verfall der Kirche in den deutschsprachigen Ländern scheint kaum noch steigerungsfähig. Jemand muss es herausreißen. Packen wir es an!

[1] Und zwar mit diesen Beiträgen https://traditionundglauben.wordpress.com/category/gebetsaktion-bischofskonferenz/

[2] Beispielsweise hier: http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/09/deutschlandchurch-of-rich-or-church-of_16.html http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/04/the-german-catholic-collapse-priests.html http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/09/achtung-as-in-vatican-ii-germans-seem.html http://www.katholisches.info/2015/11/24/paepstliche-standpauke-fuer-deutsche-bischoefe-deutsche-kirche-nicht-die-fortschrittlichste-sondern-die-zerruettetste/

[3] http://www.barroux.org/fr/liturgie/ecoutez-nos-offices.html

Ant.: Ne reminiscaris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.
Psalmus 6 Psalm 6

Dómine, ne in furore tuo árguas me, * neque in ira tua corípias me.

Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, * Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Miserére mei, Dómine, quóniam infírmus sum: * sana me, Dómine, quóniam conturbáta sunt ossa mea.

Erbarm Dich meiner, Herr, den ich bin krank; * Mach mich gesund, o Herr, den morsch ist mein Gebein.

Et ánima mea turbáta est valde: * sed tu, Dómine, úsquequo?

Gar sehr bestürzt ist meine Seele. * Du aber, Herr, wie lange säumst du noch?
Convértere, Dómine, et éripe ánimam meam: * salvum me fac propter misericórdiam tuam. Herr, wende Dich zu mir, errette mich, *Hilf mir in Deiner Güte!

Quóniam non est in morte qui memor sit tui: * in inférno autem quis confitébitur tibi?

Im Tode denkt ja keiner mehr an Dich, * Und in der Unterwelt, wer möchte dort Dich preisen?
Laborávi in gémitu meo, lavábo per síngulas noctes lectum meum: * lácrimis meis stratum meum rigábo. Wie matt bin ich von meinem Seufzen, + mit Weinen netz ich jede Nacht mein Bett, * Mit Tränen bad ich meine Lagerstätte.

Turbátus est a furóre óculus meus: * inveterávi inter omnes inimícos meos.

Mein Auge ist vor Kummer trüb geworden, * Ich bin gealtert unter lauter Feinden.

Discédite a me, omnes, qui operámini iniquitátem: * quoniam exaudívit Dóminus vocem fletus mei.

Hinweg von mir, ihr Übeltäter alle, * Mein lautes Weinen hat der Herr erhört!

Exaudívit Dóminus deprecatiónem meam, * Dóminus oratiónem meam suscépit.

Mein Flehen hat der Herr vernommen, * Der Herr hat angenommen mein Gebet.

Erubéscant, et conturbéntur veheménter omnes inimíci mei: * convertántur et erubéscant valde velóciter.

Sich schämen sollen alle meine Feinde; * Sie sollen schamrot werden und in Hast entfliehen.
Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto * sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Psalmus 31 Psalm 31
Beáti quorum remíssae sunt iniquitátes: * et quorum tecta sunt peccáta. Wohl dem, dem seine Missetat vergeben, * Und dem verziehen seine Sünden.

Beátus vir, qui non imputávit Dóminus peccátum, * nec est in spíritu ejus dolus.

Wohl dem, den keiner Schuld der Herr mehr zeiht, * In dessen Geist kein Falsch mehr ist.

Quóniam tácui, inveteravérunt ossa mea, * dum clamárem tota die.

Ich schwieg, da schwand mein Lebensmark dahin * Vor Seufzen Tag für Tag.

Quóniam die ac nocte graváta est super me manus tua: * convérsus sum in aerúmna mea, dum confígitur spina.

Denn Deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und Nacht;* Ich wand mich hin und her in meinem Gram, doch tiefer drang der Stachel.

Delíctum meum cógnitum tibi feci: * et injustítiam meam non abscóndi.

Da hab ich endlich mein Vergehen dir bekannt, * Verbarg nicht länger meine Missetat.

Dixi: Confitébor advérsum me injustítiam meam Dómino: * et tu remisísti impietátem peccáti mei.

Ich sprach: “Bekennen will dem Herrn ich meine Bosheit”,* Und du vergabst mir meine Sündenschuld.

Pro hac orábit ad te omnis sanctus, * in témpore opportúno.

Drum soll sich jeder Fromme flehend zu Dir wenden, * Solang die Zeit der Gnade währt.

Verúmtamen in dilúvio aquárum multárum, * ad eum non approximábunt.

Bricht dann herein die mächt’ge Wasserflut, * ihn wird sie nicht erreichen.

Tu es refúgium meum a tribulatióne, quae circúmdedit me: * exsultátio mea, érue me a circumdántibus me.

Ja, Zuflucht bist du mir in meiner Not, die dräuend mich umgibt. * Du meine Wonne, rette mich von meinen Drängern.
Inelléctum tibi dabo, et ínstruam te in via hac, qua gradiéris: * firmábo super te òculos meos. Ich will dir Einsicht geben und den Weg dir weisen, auf dem du gehen sollst, * Will stets auf dich mein Auge richten:

Nolíte fíeri sicut equus et mulus, * quibus non est intelléctus.

Seid nicht wie Roß und Maultier, * Wie unvernünft’ge Tiere.

In camo et fraeno maxíllas eórum constringe, * qui non appróximant ad te.

In Zaum und Zügel mußt du ihre Backen zwängen, * Sonst folgen sie dir nicht.

Multa flagélla peccatóris, * sperántem autem in Dómino misericórdia circúmdabit.

Den Frevler treffen viele Plagen; * Doch wer auf Gott vertraut, den wird umfangen Seine Gnade.

Laetámini in Dómino et exsultáte, justi, * et gloriámini, omnes recti corde.

So freuet euch im Herrn und jubelt, ihr Gerechten; * Frohlocket all, die ihr geraden Herzens seid!
Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto * sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Psalmus 37 Psalm 37
Dómine, ne in furóre tuo árguas me, * neque in ira tua corrípias me. Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, * Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Quóniam sagíttae tuae infíxae sunt mihi: * et confirmásti super me manum tuam.

Denn Deine Pfeile drangen tief in mich hinein, * Und Deine Hand liegt schwer auf mir.

Non est sánitas in carne mea a fácie irae tuae: * non est pax óssibus meis a fácie peccatórum meórum.

Nichts Heiles ist an meinem Leib vor Deinem Zorn, * Und mein Gebein ist ruhelos ob meiner Sünden.
Quóniam iniquitátes meae supergréssae sunt caput meum: * et sicut onus grave gravátae sunt super me. Denn meine Schuld hat sich gehäuft ob meinem Haupte,* Gleich einer überschweren Last drückt sie mich nieder.

Putruérunt et corrúptae sunt cicatríces meae, * a fácie insipiéntiae meae.

Den Pesthauch der Verwesung atmen meine Wunden * Ob all der Torheit meiner Sünde.

Miser factus sum, et curvátus sum usque in finem: * tota die contristátus ingrediébar.

Wie bin ich elend, tief gebeugt, * Den ganzen Tag geh traurig ich einher.

Quoniam lumbi mei impléti sunt illusiónibus: * et non est sánitas in carne mea.

Von Brand verzehrt sind meine Lenden, * Nichts Heiles ist an meinem Leib.

Afflíctus sum, et humiliátus sum nimis: * rugiébam a gémitu cordis mei.

Zermalmt bin ich und ganz zerschlagen, * Ich schreie auf in meiner Seelenqual.

Dómine, ante te omne desidérium meum: * et gémitus meus a te non est abscónditus.

Vor Dir, o Herr, liegt offen mein Verlangen, * Dir ist das Seufzen meines Herzens wohlbekannt.

Cor meum conturbátum est, derelíquit me virtus mea: * et lumen oculórum meórum, et ipsum non est mecum.

Mein Herz ist ganz verzagt, verlassen hat mich meine ganze Kraft;* Geschwunden ist mir selbst das Licht der Augen.

Amíci mei, et próximi mei * advérsum me appropinquavérunt, et stetérunt.

Die Freunde, meine Lieben, * Sie weichen scheu zurück vor meinem Unglück.

Et qui juxta me erant, de longe stetérunt: * et vim faciébant qui quaerébant ánimam meam.

Und die mir nahestanden, rücken von mir ab. * Doch die mir nach dem Leben trachten, legen Schlingen.

Et qui inquirébant mala mihi, locúti sunt vanitátes: * et dolos tota die meditabántur.

Und die mir übel wollen, reden Lügen * Und sinnen Ränke Tag für Tag.

Ego autem tamquam surdus non audiébam: * et sicut mutus non apériens os suum.

Ich aber bin wie einer, der nicht hört; * Tu meinen Mund nicht auf gleich einem Stummen.
Et factus sum sicut homo non áudiens: * et non habens in ore suo redargutiónes. Ich bin geworden wie ein Tauber, * Der keine Widerrede hat in seinem Munde.
Quóniam in te, Dómine, sperávi: * tu exáudies me, Dómine, Deus meus. Auf Dich allein, o Herr, vertraue ich; * Du Herr, mein Gott wirst mich erhören.

Quia dixi: Nequándo supergáudeant mihi inimíci mei: * et dum commovéntur pedes mei, super me magna locúti sunt.

Ich sprach bei mir: „Nicht sollen über mich frohlocken meine Feinde, * Noch sollen sie sich stolz gebärden wider mich, wenn meine Füße straucheln.“

Quóniam ego in flagélla parátus sum: * et dolor meus in conspéctu meo semper.

Ich bin wahrhaftig Geiselhieben ausgesetzt, * Mein Schmerz verläßt mich nie.

Quóniam iniquitátem meam annuntiábo: * et cogitábo pro peccáto meo.

Ja, meine Schuld muß ich bekennen, * Mit Schmerz gedenken meiner Sünden.

Inimíci autem mei vivunt, et confirmáti sunt super me. * et multiplicáti sunt qui odérunt me iníque.

Doch meine Feinde sind voll Kraft und Leben, * Und zahlreich sind, die mich mit Unrecht hassen.

Qui retríbuunt mala pro bonis, detrahébant mihi: * quóniam sequébar bonitátem.

Das Gute lohnen sie mir mit Bösem, * Und lästern mich, weil ich das Rechte suche.

Ne derelínquas me, Dómine, Deus meus: * ne discésseris a me.

O Herr, verlaß mich nicht, * Weich nicht von mir, mein Gott.

Inténde in adjutórium meum, * Dómine, Deus salútis meae.

Herr, eile mir zu helfen, * Du, meines Heiles Gott!
Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto * sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 50

Psalm 50
Miserére mei, Deus, * secúndum magnam misericórdiam tuam. Erbarm Dich meiner, Gott, * Nach Deiner großen Milde.
Et secúndum multitúdinem miseratiónum tuárum, * dele iniquitátem meam. In Deiner übergroßen Güte * Vergib mir meine Sündenschuld.

Amplius lava me ab iniquitáte mea: * et a peccáto meo munda me.

Wasch meinen Frevel gänzlich von mir ab, * Von meiner Sünde mach mich rein.

Quóniam iniquitátem meam ego cognósco: * et peccátum meum contra me est sémper.

Denn meine Missetat erkenn ich wohl, * Und bin mir meiner Schuld allzeit bewußt.
Tibi soli peccávi, et malum coram te feci: * ut justificéris in sermónibus tuis, et vincas cum judicáris. An Dir allein hab ich gesündigt und freventlich vor Dir gehandelt; * In Deinem Urteilsspruch sollt Du gerecht erscheinen, und recht behalten, wenn Du richtest.

Ecce enim in iniquitátibus concéptus sum: * et in peccátis concépit me mater mea.

Indes Du weißt, in Schuld bin ich geboren, * In Sünden schon hat meine Mutter mich empfangen.

Ecce enim veritátem dilexísti: * incérta et occúlta sapiéntiae tuae manifestásti mihi.

Die Wahrheit eines Herzens hat Du lieb, * Und Einsicht gabst du mir in meinem Innern.

Aspérges me hysóppo et mundábor: * lavábis me, et super nivem dealbábor.

Besprenge mich mit Ysop und ich werd‘ rein, * Ja, wasche mich, dann werd‘ ich weißer als der Schnee.

Audítui meo dabis gáudium et laetítiam: * et exsultábunt ossa humiliáta.

Laß‘ Freud‘ und Wonne wieder mich vernehmen, * auf daß frohlocke mein zerschlagenes Gebein.

Avérte fáciem tuam a peccátis meis: * et omnes iniquitátes meas dele.

Wend ab dein Angesicht von meinen Sünden, * Und tilge huldvoll alle meine Missetaten.
Cor mundum crea in me, Deus: * et spíritum rectum ínnova in viscéribus meis. Ein reines Herz erschaff in mir, o Gott, * Den rechten Geist erneu in meinem Innern.

Ne projícias me a fácie tua: * et spíritum sanctum tum ne áuferas a me.

Verwirf mich nicht vor Deinem Angesicht * Und Deinen heil’gen Geist nimm nicht von mir.

Redde mhi laetítiam salutáris tui: * et spíritu principáli confírma me.

Die Wonnen Deines Heiles gib mir wieder, * Und mach mich stark in hochgesinntem Geiste.

Docébo iníquos vias tuas: * et ímpii ad te converténtur.

Die Frevler will ich lehren Deine Wege, * Und Sünder werden sich zu Dir bekehren.

Líbera me de sanguínibus, Deus, Deus salútis meae: * et exsultábit lingua mea justítiam tuam.

Befrei mich von Befleckung, Herr, Gott meines Heiles, * Und laut wird meine Zunge Dein gerechtes Walten preisen.

Dómine, lábia mea apéries: * et os meum annuntiábit laudem tuam.

Herr, öffne meine Lippen * Auf daß mein Mund Dein Lob verkünde.

Quóniam si voluísses sacrifícium, dedíssem útique: * holcáustis non delectáberis.

Schlachtopfer, wenn Du sie begehrst, hätt ich gebracht, * Indes, Brandopfer finden Dein Gefallen nicht.

Sacrifícium Deo spíritus contribulátus: * cor contrítum, et humiliátum, Deus, non despícies.

Als Opfer gilt vor Gott ein tiefzerknirschter Geist, * Ein reuig demutvolles Herz, o Gott, verschmähst Du nicht.

Benigne fac, Dómine, in bona voluntáte tua Sion: * ut aedificéntur muri Jerúsalem.

Sei Sion gnädig, Herr, in Deiner Huld, * Laß neu erstehn die Mauern von Jerusalem.

Tunc acceptábis sacrifícium justítiae, oblatiónes, et holocáusta: * tunc impónent super altáre tuum vítulos.

Dann wirst in Gnaden Du entgegennehmen rechte Opfer, Gaben und Brandopfer, * Dann wird man wieder Opfertiere bringen Dir auf den Altar.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 101

Psalm 101

Dómine, exáudi oratiónem meam: * et clamor meus ad te véniat.

Erhöre, Herr, mein Flehen, * Und laß mein Rufen zu Dir kommen.

Non avértas fáciem tuam a me: * in quaecumque die tríbulor, inclína ad me aurem tuam.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir * Zur Zeit der Trübsal neig Dein Ohr mir zu.

In quaecúmque die invocávero te, * velóciter exáudi me.

Erhör mich schnell am Tage, * An dem ich zu Dir rufe.

Quia defecérunt sicut fumus dies mei: * et ossa mea sicut crémium aruerunt.

Wie Rauch zerrinnen meine Tage, * Wie Reisig dürr ist mein Gebein.

Percússus sum ut foenum, et áruit cor meum. * quia oblítus sum comédere panem meum.

Ich bin versengt wie Gras, verdorrt ist mir das Herz * Und selbst mein Brot vergesse ich zu essen.

A voce gémitus mei * adhaesit os meum carni meae.

Ob meines grimmen Stöhnens * Bin ich nur Haut und Bein.

Símilis factus sum pellicáno solitúdinis: * factus sum sicut nyctícorax in domicílio.

Ich gleiche schier dem Pelikan der Wüste * Bin wie die Eule im Gemäuer.

Vigilávi, * et factus sum sicut passer solitárius in tecto.

Ich wach die ganze Nacht * Und sitze einsam wie ein Vöglein auf dem Dach.

Tota die exprobrábant mihi inimíci mei: * et qui laudábant me, advérsum me jurábant.

Den ganzen Tag verhöhnen mich die Feinde * Und die mich hassen, brauchen mich als Fluch.

Quia cínerem tamquam panem manducábam, * et potum meum cum fletu miscébam.

Ich esse Asche gleichwie Brot, * Und mische meinen Trunk mit Tränen.

A fácie irae et indignatiónis tuae: * quia élevans allisísti me.

Ob Deines Zornes Grimm * In dem Du mich erfaßt und hingeschleudert.

Dies mei sicut umbra declinavérunt: * et ego sicut foenum árui.

Gleich Schatten schwinden meine Tage, * Wie Gras verdorre ich.

Tu autem, Dómine, in aetérnum pérmanes: * et memoriále tuum in generatiónem et generatiónem.

Du aber, Her, bleibst ewig, * Und Dein Gedenken währt durch alle Zeiten.

Tu exsúrgens miseréberis Sion: * quia tempus miseréndi ejus, quia venit tempus.

Erheben wirst du Dich und Sions Dich erbarmen, * Denn angebrochen ist die Zeit des Heils, die Gnadenzeit.

Quóniam placuérunt servis tuis lápides ejus: * et terrae ejus miserebúntur.

Ja, Deine Knechte lieben seine Mauern, * Und trauern über seinen Schutt.

Et timébunt Gentes nomen tuum, Dómine, * et omnes reges terrae glóriam tuam.

Dann werden Heiden Deinen Namen fürchten, * Die Könige der Erde Deine Herrlichkeit.

Quia aedificávit Dóminus Sion: * et vidébitur in glória sua.

Weil Du den Sion wieder hast erstehen lassen, * Und dort erschienst in Deiner alten Herrlichkeit.

Respéxit in oratiónem humílium: * et non sprevit precem eórum.

Du hast erhört der Armen Flehen * Und ihre Bitten nicht verschmäht.

Scribántur haec in generatióne áltera: * et pópulus, qui creábitur, laudábit Dóminum:

Aufzeichnen wird man dies dem späteren Geschlecht, * Und preisen wird den Herrn das Volk, das kommt,

Quia prospéxit de excélso sancto suo: * Dóminus de caelo in terram aspéxit:

Weil Er herabgeschaut von Seiner Höhe, * Weil Er vom Himmel hinsah auf die Erde,

Ut audíret gémitus compeditórum: * ut sólveret fílios interemptórum:

Zu hören auf das Seufzen der Gefangenen, * Und zu befreien die dem Tod Geweihten,
Ut annúntient in Sion nomen Dómini: * et laudem ejus in Jerúsalem. Damit sie Seinen Namen künden auf Sion, * Und Seine Ruhmestaten in Jerusalem,

In conveniéndo pópulos in unum, * et reges ut sérviant Dómino.

Wenn dort die Völker einstens sich versammeln, * Die Könige, dem Herrn zu dienen.

Respóndit ei in via virtútis suae: * Paucitátem diérum meórum núntia mihi.

Er brach mir auf dem Wege meine Kraft, * Verkürzte meine Tage.
Ne révoces me in dimídio diérum meórum: * in generatiónem et generatiónem anni tui. Ich sprach: „Nicht raff mich weg in meiner Tage Mitte, * Du, dessen Jahre von Geschlechte zu Geschlecht.“

Inítio tu, Dómine, terram fundásti: * et ópera mánuum tuárum sunt caeli.

Du bist es, der gegründet einst die Erde, * Und Deiner Hände Werke sind die Himmel.

Ipsi períbunt, tu autem, pérmanes: * et omnes sicut vestiméntum veteráscent.

Vergehen werden sie, doch Du bleibst ewig, * Zerfallen allzumal wie ein Gewand.

Et sicut opertórium mutábis eos, et mutabúntur: *

tu autem idem ipse es, et anni tui non defícient.

Du wechselst sie gleich einem Kleid, sie ändern sich; *

Du aber bleibst derselbe, Deine Jahre enden nicht.

Fílii servórum tuórum habitábunt: *

et semen eórum in saeculum dirigétur.

Die Kinder deiner Knechte werden friedlich wohnen, *

Ihr Same bleibt vor Dir für immer.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 129

Psalm 129

De profúndis clamávi ad te, Dómine: * Dómine, exáudi vocem meam:

Aus Abgrundstiefen schrei ich, Herr, zu Dir, * O Herr, erhör mein Rufen.

Fiant aures tuae intendéntes, * in vocem deprecatiónis meae.

O neig dein Ohr in Gnaden * Meinem lauten Flehen.

Si iniquitátes observáveris, Dómine: * Dómine, quis sustinébit?

Wenn du nachtrügest, Herr, die Sünden, * O Herr, wer könnte da bestehn?

Quia apud te propitiátio est: * et propter legem tuam sustínui te, Dómine.

Doch Dein, ich weiß, ist die Vergebung, * Und Dein Gesetz gibt mir Vertrauen.

Sustínuit ánima mea in verbo ejus: * sperávit ánima mea in Dómino.

So baue, meine Seele, auf Sein Wort * Und hoffe auf den Herrn.

A custódia matutína usque ad noctem: *

speret Israël in Domino,

Früh von der Morgenwache bis zur Nacht *

Harr Israel des Herrn.

Quia apud Deum misericordia * et copiosa apud eum redemptio.

Denn bei dem Herrn ist gnädiges Erbarmen, * Bei Ihm ist Heil in Fülle.

Et ipse redimet Israel * ex ómnibus iniquitátibus ejus.

Er selbst wird Israel erlösen * Aus allen seinen Sünden.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 142

Psalm 142

Dómine, exáudi oratiónem meam: áuribus pércipe obsecratiónem meam in veritáte tua: * exáudi me in tua justítia.

Herr, höre mein Gebet, + Vernimm mein Flehen in Deiner Treue, * Erhöre mich, gerechter Gott.

Et non intres in judícium cum servo tuo: *

quia non justificábitur in conspéctu tuo omnis vivens.

Geh nicht mit Deinem Knechte ins Gericht, * Den kein Lebendiger vermag vor Dir bestehen.

Quia persecútus est inimícus ánimam meam: *

Humiliávit in terra vitam meam.

Der Feind bedrängt schon lange meine Seele, *

Er tritt mein Leben in den Staub.

Collocávit me in obscúris sicut mórtuos saeculi: *

et anxiátus est super me spíritus meus,*

in me turbátum est cor meum.

In Finsternis verstößt er mich wie einen längst Verstorbenen. +

Mir bangt mein Geist *

Mein Herz ist ganz verzagt.

Memor fui diérum antiquórum, meditátus sum in ómnibus opéribus tuis: *

in factis mánuum tuárum meditábar.

Ich denke der vergangenen Tage, + Ich sinne über alle Deine Werke nach, *

Betrachte Deiner Hände tun.

Expándi manus meas ad te: * ánima mea sicut terra sine aqua tibi.

Ich strecke meine Hände aus nach Dir; * Wie lechzend Land, so harr ich Deiner.

Velóciter exáudi me, Dómine: * defécit spíritus meus.

Erhör mich rasch, o Herr, * Der Geist entschwindet mir.

Non avértas fáciem tuam a me: * et símilis ero descendéntibus in lacum.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, * Sonst gleich ich denen, die ins Grab gesunken.

Audítam fac mihi mane misericordiam tuam: * quia in te sperávi.

O laß mich bald erfahren deine Huld, * Denn ich vertraue fest auf Dich.

Notam fac mihi viam, in qua ámbulem: * quia ad te levávi ánimam meam.

Zeig mir den Weg, auf dem ich wandeln soll, * Nach Dir geht all mein Sehnen.

Eripe me de inimícis meis, Dómine, ad te confúgi: * doce me fácere voluntátem tuam, quia Deus meus es tu.

O Gott, errette mich von meinen Feinden, ich flüchte mich zu dir. * Lehr Du mich Deinen Willen tun, den Du bist ja mein Gott.

Spiritus tuus bonus dedúcet me in terram rectam: * propter nomen tuum, Dómine, vivificábis me, in aequitáte tua.

Dein guter Geist geleite mich auf rechter Bahn. * Bei deinem Namen, Herr, erhalte mich am Leben.

Edúces de tribulatióne ánimam meam: *

et in misericórdia tua dipérdes inimícos meos.

In Deiner Treue hilf mir aus der Not. *

In Deiner Huld vernichte meine Feinde.

Et perdes omnes, qui tríbulant ánimam meam: *

quóniam ego servus tuus sum.

Vertilge alle, die mich hart bedrängen, *

Denn ich bin ja Dein Knecht.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.: Ne reminiscáris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.
Psalmen entnommen aus: Das Tagzeitenbuch des monastischen Breviers (Diurnale monasticum) 3. Auflage 1955 Litanei entnommen einem Gebet- und Gesangbuch aus dem 19. Jahrhundert.

Litania omnium sanctorum

Litanei von allen Heiligen Gottes

Kýrie eléison.

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, eléison.

Christe, erbarme Dich unser!

Kýrie eléison.

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, audi nos.

Christe, höre uns!

Christe, exáudi nos.

Christe, erhöre uns!

Pater de caelis, Deus, miserére nobis.

Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser!

Fili, Redémptor mundi, Deus, miserére nobis.

Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!

Spíritus Sancte, Deus, miserére nobis.

Gott, Heiliger Geist, erbarme Dich unser!

Sancta Trínitas, unus Deus, miserére nobis.

Heiligste Dreifaltigkeit, ein Gott, erbarme Dich unser.

Sancta María, ora pro nobis.

Heilige Maria, bitt für uns!

Sancta Dei Génitrix, ora pro nobis.

Heilige Gottesgebärerin, bitt für uns!

Sancte Michaël, ora.

Heiliger Michael, bitt …

Sancte Gábriël, ora.

Heiliger Gabriel, bitt …

Sancte Raphaël, ora.

Heiliger Raphael, …

Omnes sancti Angeli et Archángeli, oráte pro nobis.

Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns!

Omnes sancti beatórum Spirítuum órdines, orate.

Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet …

Sancte Joánnes Baptísta, ora.

Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns!

Sancte Joseph, ora.

Heiliger Josef, bitt …

Omnes sancti Patriárchae et Prophétae, orate.

Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet …!

Sancte Petre, ora.

Heiliger Petrus, …

Sancte Paule, ora.

Heiliger Paulus, …

Sancte Andréa, ora.

Heiliger Andreas, …

Sancte Jacóbe, ora.

Heiliger Jakobus, …

Sancte Joánnes, ora.

Heiliger Johannes, …

Sancte Thoma, ora.

Heiliger Thomas, …

Sancte Jacóbe, ora.

Heiliger Jakobus, …

Sancte Philíppe, ora.

Heiliger Philippus, …

Sancte Bartholomaee, ora.

Heiliger Bartolomäus, …

Sancte Matthaee, ora.

Heiliger Matthäus, …

Sancte Simon, ora.

Heiliger Simon, …

Sancte Thaddaee, ora.

Heiliger Thaddäus, …
Sancte Matthia, ora. Heiliger Matthias, …

Sancte Bárnaba, ora.

Heiliger Barnabas, …

Sancte Luca, ora.

Heiliger Lukas, …

Sancte Marce, ora.

Heiliger Markus, …

Omnes sancti Apóstoli et Evangelístae, orate.

Alle heiligen Apostel und Evangelisten, …

Omnes sancti Discípuli Dómini, orate.

Alle heiligen Jünger des Herrn, …

Omnes sancti Innocéntes, orate.

Alle unschuldigen Kindlein, …

Sancte Stéphane, ora.

Heiliger Stephanus, …

Sancte Laurénti, ora.

Heiliger Laurentius, …

Sancte Vicénti, ora.

Heiliger Vincentinus, …

Sancti Fabiáne et Sebastiáne, orate.

Heilige Fabianus und Sebastianus, …

Sancti Joánnes et Paule, orate.

Heilige Johannes und Paulus, …

Sancti Cosma et Damiáne, orate.

Heilige Kosmas und Damianus, …

Sancti Gervási et Protási, orate.

Heilige Gervasius und Protasius, …

Omnes sancti Mártyres, orate.

Alle heiligen Martyrer, …

Sancte Silvester, ora.

Heiliger Sylvester, …

Sancte Gregóri, ora.

Heiliger Gregorius, …

Sancte Ambrósi, ora.

Heiliger Ambrosius, …

Sancte Augustíne, ora.

Heiliger Augustinus, …

Sancte Hierónyme, ora.

Heiliger Hieronymus, …

Sancte Martíne, ora.

Heiliger Martinus, …

Sancte Nicoláë, ora.

Heiliger Nikolaus, …

Omnes sancti Pontífices et Confessóres, orate.

Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, …

Omnes sancti Doctóres, orate.

Alle heiligen Kirchenlehrer, …

Sancte Antóni, ora.

Heiliger Antonius, …

Sancte Benedícte, ora.

Heiliger Benedictus, …

Sancte Bernarde, ora.

Heiliger Bernardus, …

Sancte Domínice, ora.

Heiliger Dominikus, …

Sancte Francísce, ora.

Heiliger Franziskus, …

Omnes sancti Sacerdótes et Levítae, orate.

Alle heiligen Priester und Leviten, …

Omnes sancti Mónaci et Eremítae, orate.

Alle heiligen Mönche und Einsiedler, …

Sancta Maria Magdaléna, ora.

Heilige Maria Magdalena, …

Sancta Agatha, ora.

Heilige Agatha, …

Sancta Lúcia, ora.

Heilige Lucia, …

Sancta Agnes, ora.

Heilige Agnes, …

Sancta Caecília, ora.

Heilige Cäcilia, …

Sancta Catharína, ora.

Heilige Katharina, …

Sancta Anastásia, ora.

Heilige Anasthasia, …
Omnes sanctae Vírgines et Víduae, orate. Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, …

Omnes Sancti et Sanctae Dei, intercédite pro nobis.

Alle liebe Auserwählte Gottes, …

Propítius esto, párce nobis, Dómine.

Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr!

Propítius esto, exáudi nos, Dómine.

Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr!
Ab omni malo, líbera nos, Dómine. Von allem Übel erlöse uns, o Herr!
Ab omni peccáto, líbera. Von aller Sünde erlöse uns …

Ab ira tua, líbera.

Von Deinem Zorne …
A subitánea et improvísa morte, líbera. Von dem jähen und unversehenen Tode …

Ab insídiis diáboli, líbera.

Von den Nachstellungen des Teufels …
Ab ira, et ódia, et omni mala voluntáte, líbera. Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, erlöse uns …
A spíritu fornicatiónis, líbera. Vom Geiste der Unlauterkeit, …
A fúlgure et tempestáte, líbera. Von Blitz und Ungewitter, …

A flagéllo terraemótus, líbera.

Von der Geißel des Erdbebens, …
A peste, fame et bello, líbera. Von Pest, Hunger und Krieg, …

A morte perpétua, líbera.

Von dem ewigen Tode, …
Per mystérium sanctae Incarnatiónis tuae, líbera. Durch das Geheimnis deiner heiligen Menschwerdung, …

Per advéntum tuum, líbera.

Durch deine Ankunft, …

Per nativitatem tuam, líbera.

Durch deine Geburt, …
Per baptísmum, et sanctum jejúnium tuum, líbera. Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten, …
Per crucem et passiónem tuam, líbera. Durch dein Kreuz und Leiden, …

Per mortem et sepultúram tuam, líbera.

Durch deinen Tod und dein Begräbnis, …

Per sanctam resurrectiónem tuam, líbera.

Durch deine heilige Auferstehung, …
Per admirábilem ascensiónem tuam, líbera. Durch deine wunderbare Himmelfahrt, …
Per advéntum Spíritus Sancti Parácliti, líbera. Durch die Ankunft des Heiligen Geistes, des Trösters, …
In die judícii, líbera. Am Tage des Gerichtes, …
Peccatores, te rogámus, audi nos. Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns!

Ut nobis parcas, te rogámus, audi nos.

Dass Du unser verschonest, …

Ut nobis indúlgeas, te rogámus, audi nos.

Dass Du uns die Sünden verzeihest, …
Ut ad veram poeniténtiam nos perdúcere dignéris, te rogamus … Dass Du uns zur wahren Buße führest, …

Ut Ecclésiam tuam sanctam régere et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, …

Ut domum Apostólicum et omnes ecclesiásticos órdines in sancta religióne conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du den apostolischen obersten Hirten und alle geistlichen Stände in der heiligen Religion erhalten wollest, …

Ut inimícos sanctae Ecclésiae humiláre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du die Feinde der heiligen Kirche demütigen wollest, …

Ut régibus et princípibus christiánis pacem et veram concórdiam donáre dignéris, te rogamus, audi nos.

Dass Du den christlichen Königen und Fürsten Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Ut cuncto pópulo christiáno pacem et unitátem largíri dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du Deinem ganzen christlichen Volke Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Ut omnes errántes ad unitátem Ecclesiae revocáre, et infidéles univérsos ad Evangélii lumen perdúcere dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du alle, die von der Einheit der Kirche abirren zurückrufest und alle Ungläubigen an das Licht des Evangeliums führest …
Ut nosmetipsos in tuo sancto servítio confortáre et conserváre dignéris, te … Dass Du uns in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, …

Ut mentes nostras ad caeléstia desidéria érigas, te rogámus, audi nos.

Dass Du unsere Gemüter zu himmlischen Begierden erhebest, …

Ut ómnibus benefactóribus nostris sempitérna bona retríbuas, te rogámus, audi nos.

Dass Du all’ unsere Guttäter mit den ewigen Gütern belohnest, …

Ut ánimas nostras, fratrum, propinquórum et benefactóroum nostrórum ab aetérna damnatióne erípias, te rogámus, audi nos.

Dass Du unsere Seelen, die Seelen unserer Brüder, Freunde und Guttäter Seelen von der ewigen Verdammnis erretten wollest, …

Ut fructus terrae dare et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, …

Ut ómnibus fidélibus defúnctis réquiem aetérnam donáre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewig’ Ruhe verleihen wollest, …

Ut nos exaudíre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du uns erhören wollest, …

Fili Dei, te rogámus, audi nos.

Du Sohn Gottes, …

Agnus Dei, qui tolis peccáta mundi, parce nobis, Dómine.

O Du Lamm Gottes, das hinnimmt die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!
Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, exáudi nos, Dómine. O Du Lamm Gottes, …, erhöre uns, o Herr!
Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, miserére nobis. O Du Lamm Gottes, …, erbarme Dich unser, o Herr!

Christe, audi nos.

Christe, höre uns!

Christe, exaudi nos.

Christe, erhöre uns!

Kyrie eleison.

Herr, erbarme dich.

Christe eleison.

Christus, erbarme dich.

Kyrie eleison.

Herr, erbarme dich.

(Priester) Pater noster qui es in caelis,

sanctificetur nomen tuum.

Adveniat regnum tuum.

Fiat voluntas tua sicut in caelo et in terra.

Panem nostrum quoditianum da nobis hodie

et dimitte nobis debita nostra sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.

Et ne nos inducas in tentationem

(R.) sed libera nos a malo.

(Priester) Vater unser …

… und führe uns nicht in Versuchung

(A.) Sondern erlöse uns von dem Übel.

Psalmus 69

Psalm 69
Deus in adjutórim meum inténde: * Dómine, ad adjuvándum me festína. O Gott, merk’ auf meine Hilfe! * Herr, eile mir zu helfen!
Confundántur et revereántur, * qui quaerunt ánimam meam. Die meinem Leben nachstellen, * sollen schamrot und zuschanden werden.

Avertántur retrórsum, et erubéscant, * qui volunt mihi mala.

Die mir Böses gönnen, * sollen zurückweichen und sich schämen.

Avertántur statim erubescéntes, * qui dicunt mihi: Euge, euge.

Eilends sollen sie mit Schande zurückweichen, * die mir höhnisch zureden.

Exsúltent et laeténtur in te omnes qui quaerunt te, * et dicant semper: Magnificétur Dóminus: qui díligunt salutáre tuum.

Alle aber, die Dich suchen, sollen sich in Dir erfreuen und frohlocken, * und die Dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Der Herr sei hoch gepriesen.

Ego vero egénus, et pauper sum: * Deus, ádjuva me.

Ich bin elend und arm: * o Gott, hilf mir!

Adjútor meus, et liberátor meus es tu: * Dómine, ne moréris.

Du bist, Der mir hilft und mich erlöset. * Herr, verweile nicht!

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, als es war im Anfange, jetzt und allweg und zu ewigen Zeiten. Amen.

V. Salvos fac servos tuos.

V.: Hilf Deinen Dienern, mein Gott!

R. Deus meus, sperántes in te.

A.: Die auf Dich trauen.

V. Esto nobis, Dómine, turris fortitúdinis.

V.: Sei uns, o Herr, ein starker Turm

R. A fácie inimíci.

A.: Vor dem Angesichte des Feindes.

V. Nihil profíciat inimícus in nobis.

V.: Lass den Feind nichts an uns gewinnen,

R. Et fílius iniquitátis non appónat nocére nobis.

A.: Und der Boshafte schade uns nicht.

V. Domine, non secúndum peccáta nostra fácias nobis.

V.: Herr, verfahre nicht mit uns nach unsern Sünden,

R. Neque secúndum iniquitates nostras retríbuas nobis.

A.: Und vergilt uns nicht nach unsern Missetaten.

V. Orémus pro Pontífice nostro N.

R. Dóminus consérvet eum, et vivícet eum, et beátum fáciat eum in terra, et non tradat eum in ánimam inimicórum ejus.

V.: Lasst uns beten für unsern obersten Hirten N. N.:

A.: Der Herr bewahre und erhalte ihn beim Leben. Er beglücke ihn auf Erden und übergebe ihn nicht dem Willen seiner Feinde.

V. Orémus pro benefactóribus nostris.

R. Retribuére dignárie, Dómine, ómnibus, nobis bona faciéntibus propter nomen tuum, vitam aetérnam. Amen.

V.: Lasst uns beten für unsere Guttäter:

A.: Herr, schenke allen, die uns Gutes tun, wegen Deines Namens das ewige Leben. Amen.

V. Orémus pro fidélibus defúnctis.

R. Réquiem aetérnam dona eis, Dómine, et lux perpétua lúceat eis.

V.: Lasst uns beten für die abgestorbenen Christ­gläu­bi­gen:

A.: Herr, schenke ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen.

V. Requiéscant in pace.

R. Amen.

V.: Sie ruhen in Frieden.

A.: Amen.

V. Pro frátribus nostris abséntibus.

R. Salvos fac servos tuos, Deus meus, sperántes in te.

V.: Lasst uns beten für unsere abwesenden Brüder:

A.: Errette Deine Diener, o Gott, die auf Dich hoffen.

V. Mitte eis, Dómine, auxílium de sancto.

R. Et de Sion tuére eos.

V.: Schicke ihnen Hilfe von Deinem Heiligtum,

A.: Und beschütze sie auf Sion.

V. Dómine exáudi oratiónem meam.

R. Et clamor meus ad te véniat.

V.: Herr, erhöre mein Gebet,

A.: Und lass mein Geschrei zu Dir kommen.

(Priester) Dóminus vobíscum.

R. Et cum spíritu tuo.

P: Der Herr sei mit euch.

A: Und mit deinem Geiste.

Orémus:

Deus, cui próprium est miseréri semper et párcere: Súscipe deprecatiónem nostram; ut nos, et omnes fámulos tuos, quos delictórum caténa constríngit, miserátio tuae pietátis cleménter absólvat.

Gebet:

O Gott, Dem allezeit das Erbarmen und Verschonen eigen ist, nimm unser Gebet auf, damit uns und alle Deine Diener, die mit den Sündenketten gebunden sind, Deine Erbarmnis gnädig auflöse.

Exáudi, quaesumus, Dómine, súpplicum preces, et confiténtium tibi parce peccátis: ut páriter nobis indulgéntiam tríbuas benígnus et pacem.

Wir bitten Dich, o Herr, erhöre das Gebet der Demütigen und schone derer, die ihre Sünden reumütig bekennen, auf dass Du uns die Verzeihung und zugleich den Frieden gnädigst erteilest.

Ineffábilem nobis, Dómine, misericórdiam tuam eleménter osténde: Ut simul nos et a peccátis ómnibus éxuas, et a poenis, quas pro his merémur, erípias.

Erzeige uns, Herr, Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf dass Du uns von allen Sünden erledigst, und die Strafe, die wir dafür verdienen, schenkest.

Deus, qui culpa offénderis, poeniténtia placáris: preces pópuli tui supplicántis propítius, réspice; et flagélla tuae iracúndiae, quae pro peccátis nostris merémur, avérte.

O Gott, der Du durch die Sünde erzürnet und durch die Buße versöhnet wirst, sieh an das Gebet Deines demütigen Volkes und wende ab die Geißel Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen.
Omnípotens sempitérne Deus, miserére famulo tuo Pontífici nostro N., et dírige eum secúndum tuam cleméntiam in viam salútis aetérnae: ut, te donánte, tibi plácita cúpiat, et tota virtúte perfíciat. Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme Dich Deines Die­ners, unsers obersten Hirten N. und leite ihn nach Deiner Güte auf dem Weg des ewigen Heils, damit er durch Deine Gnade nach dem, was Dir gefällt, trach­te, und es mit aller Kraft ins Werk richte.
Deus, a quo sancta desidéria, recta consília et justa sunt ópera: da servis tuis illam, quam mundus dare non potest, pacem; ut et corda nostra mandátis tuis dédita, et hóstium subláta formídine, témpora sint, tua protectióne, tranquílla. O Gott, von Dem die heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen, gib Deinen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen sich Deinen Geboten er­geben und unsere Zeiten von der Furcht der Feinde befreiet und durch Deinen Schutz ruhig sein mögen.

Ure digne Sancti Spíritus renes nostros et cor nostrum, Dómine: ut tibi casto córpore serviámus, et mundo corde placeámus.

O Herr, entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer des Heiligen Geistes, auf dass wir Dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen gefallen mögen.

Fidélum, Deus, ómnium cónditor et redémptor, animábus famulórum famularúmque tuárum remissiónem cunctórum tríbue peccatórum: ut indulgéntiam, quam semper optavérunt, piis supplicatiónibus consequántur.

O Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, erteile den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen die Nachlassung aller Sünden, auf dass sie die Verzeihung, die sie allzeit gewünscht haben, durch das andächtige Gebet erhalten mögen.

Actiónes nostras, quaesumus, Dómine, aspirándo praeveni et adjuvando proséquere: ut cuncta nostra orátio et operátio a te semper incípiat, et per te coepta finiátur.

Omnípotens sempitérne Deus, qui vivórum domináris simul et mortuórum, omniúmque miseréris quos tuos fide et ópere futúros esse praenóscis: te súpplices exorámus:

ut, pro quibus effúndere preces decrévimus, quosque vel praesens saeculum adhuc in carne rétinet vel futúrum jam exútos córpore suscépit, intercedéntibus ómnibus Sanctis tuis, pietátis tuae cleméntia, ómnium delictórum suórum véniam consequántur. Per Dóminum nostrum, Jesum Christum.

O Herr, wir bitten Dich, Du wollest unserm Tun und Lassen mit Deiner Gnade zuvorkommen und dasselbe durch Deine Hilfe fortsetzen, damit all unser Gebet und unsere Werke von Dir jederzeit anfangen und durch Dich geendiget werden.

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du über die Lebendigen und Toten herrschest und Dich all jener erbarmest, von denen Du voraus weißt, dass sie durch den Glauben und durch die Werke Dir zugehören wer­den, wir bitten Dich demütig, dass diejenigen, für wel­che zu beten wir uns vorgenommen haben und die entweder noch auf dieser Welt sich befinden, auf die Fürbitte aller Deiner Heiligen, durch Deine gütigs­te Barmherzigkeit die Nachlassung aller ihrer Sün­den erlangen mögen. Durch Jesum Christum unsern Herrn, Deinen Sohn, Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und herrschet in Ewigkeit.

Amen.

(Priester:) Dóminus vobíscum.

P. Der Herr sei mit euch.

R. Et cum spíritu tuo.

A. Und mit deinem Geiste.

V. Exáudiat nos omnípotens et miséricors Dóminus.

R. Amen.

V. Der allmächtige und barmherzige Gott erhöre uns.

A. Amen.

V. Et fidelium ánimae per misericórdiam Dei requiéscant in pace.

R. Amen.

V.: Und die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden.

A.: Amen.

 

Kardinal Siri, Männerkleidung, die von Frauen getragen wird (2 von 2)

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Hier der zweite Teil des Aufsatzes von Kardinal Siri und diejenigen der Herren, die sich nach fundierten Hegel-Kritik sehnen statt nach Abhandlung der unmännlichen Rockfrage, werden hier fündig. Ja, ein katholischer Theologe muss vielseitig sein: Rock und Hegel mit Auschluss der hegelianischen Synthese natürlich.

III.

Lassen Sie uns ernsthaft über die Tragweite dessen nachdenken, was bislang gesagt wurde, auch wenn die Erscheinung einer Frau in Männerkleidern nicht sofort die selbe Verstörung hervorruft wie bei schwerer Unanständigkeit.

Die Veränderung der weiblichen Psychologie zeitigt grundlegende und – auf lange Sicht – irreparable Schäden für die Familie, die eheliche Treue, zwischenmenschliche Zuneigung und die menschliche Gesellschaft. Es ist wahr, die Effekte des Tragens unpassender Kleidung werden nicht binnen kurzer Zeit erkennbar. Aber man muss daran denken, was langsam und heimtückisch mürbe gemacht, auseinandergerissen und pervertiert wird.

Ist irgendeine Art von befriedigendem gegenseitigen Geben und nehmen zwischen Ehemann und Ehefrau denkbar, wenn die weibliche Psychologie geändert ist? Oder kann man sich eine wirkliche Erziehung von Kindern vorstellen, die so heikel im Ablauf ist, so verwoben mit unwägbaren Faktoren, in denen die Intuition und der Instinkt der Mutter in diesen empfindlichen Jahren die entscheidende Rolle spielen? Was werden diese Frauen ihren Kindern geben können, wenn sie möglicherweise schon so lange Hosen getragen haben, dass ihre Selbstachtung eher darauf gerichtet ist, mit den Männern zu konkurrieren als zu wirken [handeln] wie eine Frau?

Warum, so fragen wir, warum wurde der Mensch, seit er Mensch war – oder vielmehr seit der Mensch zivilisiert wurde – warum wurde der Mensch zu allen Zeiten und an allen Orten der Welt unwiderstehlich davon getragen, die Funktionen der beiden Geschlechter zu unterscheiden und zu trennen? Ist dies nicht ein klares Zeugnis der Anerkennung einer Wahrheit und eines Gesetzes, die über dem Menschen stehen?

Zusammenfassend ist zu sagen, dass wo immer Frauen Männerkleidung tragen, dies als ein Faktor zu betrachten ist, der über längere Zeit hinweg die menschliche Ordnung zersetzt.

IV.

Die logische Konsequenz all dessen, was bisher gesagt wurde ist, dass jedermann, der in einer verantwortlichen Position ist, einen „Alarmsinn‟haben sollte im Vollsinn des Wortes, sich ernsthaft und entschieden um diese Entwicklung sorgen sollte.

Wir warnen ernsthaft alle Pfarrer, alle Priester im Allgemeinen und Beichtväter im Besonderen, Mitglieder jeglicher Gemeinschaft, alle Ordensleute, alle Nonnen, besonders die lehrenden Schwestern.

Wir bitten Sie, sich dieses Problems ganz klar bewusst zu werden, so dass Maßnahmen folgen werden. Dieses Bewusstsein ist außerordentlich wichhtig. Es wird zur angemessenen Maßnahme zur rechten Zeit führen. Aber lassen Sie nicht zu, dass es dazu führt, dass wir angesichts einer unvermeidbaren Veränderung aufgeben, als seien wir mit einer natürlichen Entwicklung der Menschheit und so weiter konfrontiert!

Menschen mögen kommen und gehen, denn Gott hat viel Raum für die Ebbe und Flut des freien Willens gegeben; aber die wesentlichen Richtlinien der Natur und die nicht minder wesentlichen Richtlinien des Ewigen Gesetzes haben sich nie geändert, ändern sich nicht und werden sich niemals ändern. Es gibt Grenzen, über die man abirren mag, so weit man möchte, aber wenn man dies tut, bedeutet das den Tod. Leere philosophische Fantasien mögen einen dazu führen, sich über diese Begrenzungen lustig zu machen oder sie zu trivialisieren, aber die stellen einen Verbund harter Fakten und der Natur dar, die jeden züchtigt, der sie übertritt. Die Geschichte hat uns ja – mit erschreckenden Beweisen vom Leben und Tod von Nationen – gelehrt, dass die Antwort an alle Verletzer dieses Entwurfs der „Menschlichkeit‟ früher oder später immmer die Katastrophe ist.

Seit der Dialektik von Hegel werden wir mit nichts weiter als Fabeln gefüttert, und da man diese so oft hört, dulden viele Leute sie schließlich, wenn vielleicht auch nur passiv. Aber es ist eine Tatsache, dass Natur und Wahrheit, und das Gesetz, das mit beiden verbunden ist, unbeirrt ihren Weg gehen und die Einfaltspinsel zerstückeln, die ohne jeglichen Grund an radikale und weitreichende Veränderungen in der dem Menschen eigenen Struktur glauben.

Die Konsequenzen solcher Übergriffe auf den Menschen sind nicht ein neues Menschenbild, sondern vielmehr Störungen [kann auch als Erkrankungen übersetzt werden (d. Übs.)], Instabilitäten jeglicher Art, erschreckende Trockenheit der menschliehen Seele, eine schockierende Zunahme menschlicher Schiffbrüchiger, die vertrieben werden, um ihren Abstieg in Langeweile, Traurigkeit und Zurückweisung zu leben. Auf dem Strand des vorsätzlichen Schiffsbruchs der ewigen Normen findet man zerbrochene Familien, Herde und Häuser, die kalt geworden sind, vor der Zeit abgebrochene Leben, zur Seite gestoßene alte Menschen, eine mutwillig degenerierte Jugend und – am Ende all dessen – Seelen in Verzweiflung, die sich selbst das Leben nehmen. All diese menschlichen Wracks geben von der Tatsache Zeugnis, dass die „Grenzlinie Gottes‟ nicht nachgibt noch den wahnbesessenen Träumen der sogenannten Philosophen irgendwelche Anpassungen erlaubt!

V.

Wir haben gesagt, dass jene, an welche diese Bekanntmachunggerichtet ist, sich ernsthaft sorgen sollten angesichts des gegenwärtigen Problems. Danach wissen sie, was sie zu sagen haben, angefangen bei den kleinen Mädchen auf den Knien ihrer Mütter.

Sie wissen das ohne zu übertreiben oder zu Fanatikern zu werden, sie werden streng festsetzen müssen, in wiefern sie es tolerieren, dass Frauen sich wie Männer kleiden (als generelle Regel).

Sie wissen, dass sie niemals so schwach sein dürfen, jemanden glauben zu lassen, dass sie einem Brauch gegenüber die Augen verschließen, der abrutscht und die Moral aller Institutionen untergräbt.

Sie, die Priester, wissen, dass die Grenzlinie, die sie im Beichtstuhl zu ziehen haben – ohne jedoch Frauen, die sich wie Männer kleiden, automatisch für Todsünder halten – scharf und entschieden sein muss.

Ein jeder wird sich freundlicherweise Gedanken darüber machen, dass eine gemeinsame Handlungsweise erforderlich ist, auf allen Seiten gestärkt von der Zusammenarbeit aller Menschen guten Willens und erleuchteten Verstandes, um so einen regelrechten  Damm zu schaffen, um die Flut zurückzuhalten.

Diejenigen unter Ihnen, die in welcher Position auch immer für Seelen verantwortlich sind verstehen, wie nützlich es ist, als Verbündete in dieser Kampagne Männer der Künste zu haben, der Medien und des Handwerks. Die Position der Modedesigner, der brillanten Designer und der Bekleidungsindustrie ist in der gesamten Frage von entscheidender Bedeutung. Eine künstlerische Ader, Vornehmheit und guter Geschmack, die zusammentreffen, können passende, aber würdige Lösungen für Frauen finden, wenn sie Motorrad fahren oder diese oder jene Arbeit verrichten müssen. Entscheidend ist, Bescheidenheit und den ewigen Sinn für Weiblichkeit zu bewahren, den mehr als alles andere alle alle Kinder weiterhin mit dem Gesicht ihrer Mutter verbinden werden.

Wir bestreiten nicht, dass das moderne Leben Probleme macht und Erfordernisse zeitigt, die unseren Großeltern unbekannt waren. Aber wir stellen fest, dass es Werte gibt, die mehr des Schutzes bedürfen als flüchtige Erfahrungen, und dass es für jeden intelligenten Menschen es immer einen gesunden Menschenverstand und guten Geschmack gibt, um akzeptable und würdige Lösungen für auftretende Probleme zu finden.

Bewegt von Nächstenliebe kämpfen wir gegen eine Abwertung der Menschheit um der Anpassung willen, gegen den Angriff auf diese Unterschiede, auf welchen die complementarity von Mann und Frau beruht.

Wenn wir eine Frau in Hosen sehen, sollten wir nicht so sehr an sie denken, als vielmehr an die gesamte Menschheit: an das was wäre, wenn die Frauen sich vermännlichten. Niemand kann davon profitieren, wenn er dazu beiträgt, ein zukünftiges Zeitalter der Unklarheit, der Zweideutigkeit, der Unvollkommenheit und, mit einem Wort, der Ungeheuerlichkeit herbeizuführen.

Dieser unser Brief ist nicht an die Öffentlichkeit gerichtet, sondern an jene, die für die Seelen verantwortlich sind, für Erziehung, für katholische Gemeinschaften. Lasst sie ihre Pflicht tun und nicht Wachen sein, die schlafend auf ihrem Posten gefunden werden, während der Feind sich einschleicht.

Erzbischof von Genua

Quelle: http://www.national-coalition.org/modesty/modsiri.html

Übersetzer: Eugenie Roth im Auftrag von www.traditionundglauben.wordpress.com

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (11 von 21)

Xl. Kapitel

Die Seele ist mit der Bestimmung zu all jener Vollkommenheit erschaffen worden, deren sie fähig war. Sie hätte dahin kommen müssen durch eine Lebensführung, wie sie ihr aufgetragen war, ohne sich mit Sünde zu beflecken. Aber als sie sich dann mit der Erbsünde befleckt hatte und auch noch durch persönliche Tatsünden, da verlor die Seele ihre (außernatürlichen und übernatürlichen) Gnadengaben und war nun tot und konnte jetzt nur noch durch Gott wieder zum Leben erweckt werden.

Als die Seele dann mittels der Taufe wieder zum Leben erweckt worden war, blieb in ihr die Neigung zum Bösen zurück, die zur persönlichen Tatsünde geneigt macht und zu ihr hinführt, wenn nicht Widerstand geleistet wird. Durch die persönliche Tatsünde aber verfällt die Seele auf’s neue dem Tod.

Dann aber erweckt Gott sie noch einmal zum Leben durch eine ganz besondere weitere Gnade. Die Seele bliebe nämlich jetzt so besudelt und in sich gekehrt, daß nun, um sie zu ihrem ersten Zustand zu-rückzubringen, all jene göttlichen Tätigkeiten notwendig sind, ohne die die Seele nie mehr zu jenem ersten Zustand zurückkehren könnte, in welchem Gott sie geschaffen hat.

Wenn sich nun die Seele auf dem Weg befindet, zu jenem ersten Zustand zurückzukehren, so ist der glühende Drang, sich in Gott zu verwandeln, in ihr so groß, daß das ihre Läuterung bewirkt. Nicht als ob die Seele die Läuterung als Läuterung ins Auge fassen könnte, aber jener Drang in ihr, der ungemein glühend und doch zugleich behindert ist, bildet eben ihre Läuterung.

Dieser letzte Akt der Liebe ist es, der dieses Werk ohne die Mitwirkung des Menschen vollbringt. Denn der Mensch fände in der Seele so viele verborgene Unvollkommenheiten vor, daß er, wenn er sie se-hen könnte, in Verzweiflung geriete. Dieser letzte Akt der Liebe aber verzehrt alle Unvollkommenheiten. Und erst dann, wenn sie verzehrt sind, zeigt sie Gott der Seele, damit sie das göttliche Wirken erkenne, das in ihr jenes göttliche Feuer entzündet, durch das all jene Unvollkommenheiten verzehrt werden, die noch zu verzehren sind.