Bäumer, Geschichte des Breviers. (10) Einleitung: § 2. Theologische Grundlage (5). Breviergebet gibt Gnade.

Es ist gut seine ureigensten Erfahrungen in einem vorkonziliaren Lehrbuch nachlesen zu können. Breviergebiet verleiht uns Gnaden. Es ist ein Sakramentale, welches die aktuelle oder die Hilfsgnade verleiht. Ein Sakrament verleiht die habituelle Gnade. Unsere lieben Geistlichen werden zu diabolischen, ungläubigen Narzissten nicht deswegen, weil wir zu wenig für sie beten, sondern weil sie zu wenig für sich selbst und uns beten. Die Kirche hat es immer als die unhintergehbare Verpflichtung des geistlichen Standes gesehen, dass es das Brevier betet. Im alten und neuen Kirchenrecht besteht die Verpflichtung zum Breviergebet bei allen Priestern (Can. 135,1475 CIC 1917; Can. 276.3 CIC 1983 )., die in den Laienstand zurückversetzt wurden (CIC 213, 214 CIC 1917; Can. 292 DID 1983).  Man ist weder nach dem neuen noch nach dem alten Kirchenrecht verpflichtet täglich die heilige Messe zu zelebrieren, obwohl die alten Moraltheologien eine Mindestanzahl von Messen innerhalb eines Jahres vorschreiben. Man ist aber verpflichtet täglich das Brevier zu beten. Betet man sein Brevier, so erhält man seine Mindestkost an den aktuellen Gnaden. Daher musste das Brevier dermaßen reduziert werden, damit in dem Novus Ordo Brevier kaum etwas von der Gnade bleibt. Schauen Sie sich doch ihren Pfarrer und die Ordensschwester um die Ecke an. Kein Gnadenfleisch an den Knochen. Wenn diese nicht zusätzlich irgendwelche persönliche Andachten pflegen, welche über die tägliche Brevierpflicht hinausreichen, so sind sie ungläubig und dies ist ihnen auch anzusehen. Mit dem Novus Ordo Brevier ist es wie mit Popcorn. Es stopft, sättigt aber nicht. DSDZ weiß Bescheid, denn er hat es über 20 Jahre lang gebetet. Es ist wirklich sehr verhängnisvoll, dass fast niemand die Erfahrung des nährenden vor konziliaren Brevier machen kann, denn die Geistlichen und besonders die Ordensschwestern, die noch überhaupt beten, sind zum Gebet des neuen Brevier verpflichtet. Ein Priester kann sich zwar für das letzte vorkonziliare Brevier von 1960 entscheiden, doch der Gnadenzuwachs ist dort nicht so groß, dass er diesen gleich bemerken würde. Nach den Erfahrungen von DSDZ kommt der eigentliche Gnadenregen erst durch das Brevier des Pius X.(Divino afflatu von 1910). Eine Ordensschwester  aber kann sich überhaupt nicht für das alte Brevier entscheiden, denn sie darf nur das beten, was ihre Gemeinschaft betet. Außerdem können weder die heutigen Priester noch die heutigen Ordensschwestern ausreichend gut Latein, um in den Genuss des Verstehens dessen zu kommen, was sie mündlich rezitieren. Der Kreis schließt sich. Da die geistlichen Stände aufgrund ihrer geistlichen Verpflichtungen keinen Gnadenzuwachs erhalten werden, um das Kaninchenloch zu sehen und eventuell daraus zu kommen. Wir sprechen hier von einer sehr seltenen und ungewöhnlichen Situation, wo jemand, der dem geistlichen Stand angehört sich noch überhaupt um sein eigenes spirituelles Leben bemüht. Die Laien werden das alte Brevier auch nicht gebeten, weil sie:

a. es nicht müssen,

b. Familie haben,

c. es nicht einfach haben,

d. zum Kaffeetrinken in ihren Kaninchenzuchtverein pünktlich erscheinen müssen.

Es muss eine ganze Population von Untergrund-Betern entstehen, welche diese Gebetsverpflichtung auf sich nehmen und so in den Genuss der zusätzlichen Gnaden für sich selbst und die Kirche kommen werden. Das Projekt lautet Wüsterväter 2.0 und es wird nach und nach in Angriff genommen, siehe die Ausführungen von Hilary White.

Gott jedoch ist sehr großzügig denen gegenüber, die Ihm gegenüber großzügig sind. Denjenigen also, welche Gott anbeten über das Mindestmaß hinaus. DSDZ erfährt wirklich immer bei seinem morgendlichen Breviergebet einen Schauer von Gnaden. Es kommen ihm Bilder, Ideen, Erklärungen, praktische Lösungen in den Sinn, auf die er selbst wohl nicht gekommen wäre, weil sie nur in diesem Kontext und zu dieser Tageszeit auftauchen. Früher kam bei DSDZ diese Ideenfülle nicht vor. Sie muss also am Alten Brevier liegen. Es ist Schade, dass er mit niemanden diese Erfahrung teilen kann, weil jemand diesen Weg mit ihm geht. Aber man schadet am meisten durch das Nicht-Beten sich selbst. Wie die Couchpotatoes durch das Nicht-Sport-Treiben ja auch.

 

 

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