Bäumer, Geschichte des Breviers. (12) Einleitung: § 2. Theologische Grundlage (7). Beter repräsentieren das Volk und Christus.

Es fällt uns schwer zu realisieren, dass das Beten, insbesondere das Brevier-Beten, etwas Richtiges, ja eine Arbeit ist. Es fällt uns deswegen schwer, weil kaum jemand täglich das alte, nährende Brevier auf Lateinisch betet. Das neue Brevier, pardon, das Stundenbuch, ist leicht und abgespeckt und es braucht uns nicht mehr zu kümmern. Aber das Beten auf Lateinisch erinnert manchmal an das Anschieben eines stehen gebliebenen LKWs. Hart, mühevoll und mit Anstrengung verbunden. Deswegen ist die Angst oder die Unlust vor den lateinischen Gebeten nachvollziehbar. Man selbst will es nicht, weil es mehr kostet und die Dämonen wehren sich mehr, weil es ihnen schadet. Dabei ist das alte Brevier sehr wirkungsvoll. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) wird oft gebeten für andere zu beten, was ihr auch tut, indem er ihnen einen Teil des gebetenen Breviers widmet. Die Auswirkungen treten tatsächlich gleich und manchmal zeitgleich mit dem Gebet ein. DSDZ ist ein Laie, der seine christlichen Pflichten ernst nimmt, und dennoch seine Gebete sind wirkungsvoll und zwar nicht dadurch, dass er sie betet, sondern dadurch, dass er bestimmte Inhalte betet. Denn er hat schon immer für andere gebetet, aber diese jetzige Wirkungskraft nicht erfahren. Manche Gebete qua Inhalte wirken, manche nicht. Die Gottes Nähe macht schon etwas aus, mehr aber machen es die Inhalte. Daher ist es nachvollziehbar, dass das qualifizierte Gebet der Kirche – das Stundengebet – von ihren qualifizierten Vertretern: Priestern, Mönchen, Nonnen, Ordensleuten verrichtet werden sollte, denn diese können die Gnade für das Kirchenvolk besser “erarbeiten”. Die eigentliche Arbeit eines Priesters oder einer Ordensschwester ist das Breviergebet. Alles andere ist zweitrangig. Durch die unselige Brevierreform nach Vatikanum Secundum:

  • betet man weniger wirkungsvoll,
  • wird selbst dadurch weniger geheiligt,
  • kann weniger Gnaden für die Kirche und die Welt erbeten.

Unsere lieben Geistlichen haben daher keine Ahnung vom geistlichen Leben und der spirituellen Dimension, weil sie diese durch das abgespeckte Brevier niemals erfahren. Es muss sehr frustriert sein überhaupt nicht zu erfahren, worüber man predigen sollte. Dieser gelebte Atheismus oder Agnostizismus erklärt auch den Inhalt der Predigten:

  • Frieden, Freude, Pfannekuchen,
  • Flüchtlinge,
  • rettet die Wale,
  • und wir sollten alle miteinander etwas Engagement zeigen.

Im Film Avatar gibt es eine Szene, wo sich der ganze Stamm an einem heiligen Baum setzt und für jemanden betet. Dieser jemand wird geheilt und diese Szene zeigt die Wirkungskraft des Gebets. Auf unserem polnischen Blog hat sich doch tatsächlich eine Gemeinschaft von Menschen entwickelt, die für einander sehr effizient beten. Es ist wirklich wie ein Wunschkasten und eine Wunscherfüllung. Die Gebetsanliegen gehen entweder gleich in Erfüllung oder die Probleme werden sehr gelindert. Es ist wirklich verwunderlich, weil von zwei Priestern abgesehen, es lauter Laien sind. Aber diese Laien, deren Gebiete so wirkungsvoll sind, haben meistens ein hartes Leben und werden vom Widersacher drangsaliert. Von nichts kommt nichts. Wie müssen doch früher, als noch die guten alten Brevier galten, die Gebete der heiligmäßigen Priester, Nonnen und Ordensleute gewirkt haben? Wir haben heutzutage in den Geistlichen Ständen kaum Menschen, die etwas taugen, siehe die jetzige Abspaltung der deutschen Kirche oder der “Synodale Weg”, sodass wir, falls sie etwas wollen, es selbst verrichten müssen. Niemand sonst wird kommen. Wenn wir also irgendwelche Krisen haben werden, dann müssen wir uns sagen:

Aus dieser Sicht heraus beantwortet sich die Zölibatsfrage von selbst.

 

 

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Dokument2(2)

 

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