Tradition und Glauben

Bäumer, Geschichte des Breviers. (18) Einleitung: § 3. Archäologische Vorbemerkung (iv). Militärische Sprache.

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Pater Bäumer OSB macht zurecht auf etwas aufmerksam, was wohl den allermeisten entgeht, die nicht gerade zum Spaß und Muße verschiedene lateinische Texte lesen oder im lateinischen Wortschatz sehr bewandert sind. Viele Begriffe des Breviers wie speculator – „Spion, Späher“, vigilia – „Nachtwache“ entstammen der Militärsprache. Der Militärsprache entstammt auch die Zeiteinteilung und insbesondere die nächtliche Zeiteinteilung, denn wo sonst braucht man so genaue Zeiteinheiten, da man sich nach der Sonne richtete, sodass eine Stunde zwischen 40 und 80 Minuten abhängig von der Jahreszeit dauern konnte. Der Mönchsdienst und Gebetsdienst ist ein Militärdienst der Kämpfenden Kirche. Bei der Jungfrauenweihe verwendet die Kirche die Worte, dass die Erwählte nun in der Kohorte der Jungfrauen zu kämpfen hat. Ja, ja, wie in Konsaliks „Frauenbatallion“.

Nicht nur die Welt, sondern auch die gegenwärtige Kirche, sieht das Ordensleben als eine Art Selbstverwirklichung an, in Gemeinschaft, mit bestimmten Regeln, die „einem gut tun, um in die Gesellschaft reinzuwirken“. Das hört man selbst bei den „konservativen“ Priestern und der Laie denkt sich, dass solange er nicht dafür zu bezahlen braucht, alles gut ist.

Aber die nächtlichen Gebete, die Gebete allgemein sowie die asketischen Übungen der Ordensdisziplin dienen dazu, der Kirche und der Welt eine bestimmte Menge an Heiligkeit zu „generieren“, um so nahe an Gott zu sein, um sich für andere verwenden zu können. Durch die Heiligkeit werden die Dämonen abgehalten und der Welt die Gnaden vermittelt. Daher sind die nächtlichen Gebete so bedeutsam, da es wirklich „Mächte der Dunkelheit“ sind, die sich einer großen Nachtaktivität erfreuen. Daher hat auch die letzte liturgische Reform zuerst die Matutin, das Nachtgebet der Kirche, unterbunden, weil dieses Gebet den Dämonen am meisten schadet. Auch beim Militär ist man in der Nacht am meisten der Gefahr eines Überraschungsangriffs ausgesetzt, sodass man feste Nachtwachen und Späher braucht, damit der Feind nicht einfällt und alle niedermetzelt.

Wir haben jetzt keine Mönche oder betende Stände, die was taugen, wir haben meistens alle einen Tagesjob, sodass wir den Schlaf brauchen, aber manchmal fährt man auch in der Nacht hoch oder leidet an Schlaflosigkeit. Anstatt sich aber hin- und herzuwälzen sollte man beten, die lateinischen Matutin auf divinum officium.com, da es niemand außer uns tut. So zieht man die Gnade auf die Welt hinab und vertreibt die Dämonen.

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