Bäumer, "Geschichte des Breviers" Unser Archiv:

Bäumer, Geschichte des Breviers. (28) II. Kapitel Nachapostolische Zeit und urchristliche Zeit. Tertullian

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Tertullian, der leider von der Kirche abgefallen ist, starb ca. 220. Daher ist er einer der ersten und gründlichsten Zeugen der Tradition, da er gegen 207 zum Montanismus übertrat. Er gibt also die Tradition des ausgehenden zweiten Jahrhundert wieder, welche vom Knien spricht. Ja, Sie haben richtig gelesen. Das Knien ist keine „mittelalterliche, germanische Erfindung“, wie man im Religionsunterricht lernt, indem man wissentlich oder unwissentlich es Jungmann nachplappert, sondern wirklich eine urchristliche Sitte, wenigstens durch Tertullian in Nordafrika bezeugt. Man kniete immer, nur ab Ostern bis Pfingsten nicht. Da es wohl keine Kniebänke gab, so war das Knien hart. Jakob dem Älteren, der ebenfalls nicht im Mittelalter lebte, wurde nachgesagt, dass sich auf seinen Knien, wie bei einem Kamel, Hornhaut vor dem vielen Knien gebildet hat. Pater Bäumer OSB macht hier auch auf etwas aufmerksam, was erst den Benediktinern zugeschrieben wird, was aber schon Tertullian berichtet. Die Heiligung der Tageszeit, indem man die Heilsgeheimnisse den Tagesstunden zuordnet. Haben Sie denn heute um 9.00 Uhr an die Aussendung des Heiligen Geistes gedacht, das gerade um dieses Tageszeit stattfand? DSDZ auch nicht, er kämpfte wieder einmal mit Plugins und Programmen. Aber diese Heilsgeheimnisse wirken doch ewig nach, wird können sie gleichsam wie spirituelle Nachbeben wahrnehmen, auch wenn wir nicht täglich die Terz, Sext und Non beten. Tertullian war verheiratet, war Anwalt und Rhetor, schrieb viel und lebte zur Zeit der Christenverfolgung, wo man wohl schnell laufen musste. Und er fand die Zeit dafür und Sie nicht?

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