Tradition und Glauben

25. Januar: Bekehrung des heiligen Apostels Paulus

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25. Januar Bekehrung des heiligen Apostels Paulus

Predigtext des Kirchenvaters
In den Lesungen paßt der heilige Augustinus (Predigt 14 über die Heiligen) den vom sterbenden Jakob dem Benjamin gegebenen Segen auf die beiden Abschnitte im Leben des Heiligen vor und nach seiner Bekehrung an, und zwar

in der 1. Lesung berichtet er den Vorgang des Segnens und führt die erste Hälfte des Segens an:
Predigt des heiligen Bischofs Augustinus. Heute ist aus der Apostelgeschichte die Lesung vorgetragen worden, wo der Apostel Paulus aus einem Verfolger der Christen ein Verkünder Christi geworden ist. Es hat nämlich Christus den Verfolger zu Boden geworfen, um ihn zu einem Lehrer der Kirche zu machen, indem er ihn verwundete und heilte, tötete und zum Leben brachte; als ein von den Wölfen umgebrachtes Lamm, das Lämmer aus Wölfen machte. So war nämlich auch in jener berühmten Weissagung, als der Patriarch Jakob seinen Söhnen den Segen gab, indem er die Gegenwärtigen berührte und in die Zukunft schaute, das vorausgesagt worden, was bei Paulus geschehen ist. Es war nun Paulus, wie er selbst bezeugt, aus dem Stamme Benjamin. Als aber Jakob beim Segnen seiner Söhne zum Segen Benjamins kam, sagte er: „Benjamin wird sein wie ein raubender Wolf.“

In der 2. Lesung fügt der Heilige die zweite Hälfte des Segens an und erklärt ihn so, daß er auf den heiligen Paulus paßt:

Was also? Ein raubender Wolf? Für immer? Das sei fern. Aber „der am Morgen ans Rauben geht, verteilt am Abend das Geraubte zum Essen“. Das ist am Apostel Paulus in Erfüllung gegangen, weil es ja auch von ihm gesagt war. Nun wollen wir, wenn es euch recht ist, von ihm hören, wie er am Morgen ans Rauben geht und am Abend das Geraubte zum Essen verteilt. Morgen und Abend ist gebraucht in dem Sinne, als wenn gesagt würde: Früher und später. Wir müssen es darum so fassen: Zuerst wird er ans Rauben gehen, nachher wird er das Geraubte zum Essen verteilen. Gib acht auf den Räuber. Saulus, heißt es, ließ sich Briefe von den vornehmsten Priestern geben und ging hin, um, wenn er irgendwo Christen fände, sie zu den Priestern zu schleppen und vorzuführen, selbstverständlich, damit sie bestraft würden.

In der 6. Lesung zeigt der Heilige genauer, wie sich der Wortlaut des Segens vor und nach der Bekehrung erfüllt:
Er ging dahin, sprühend vor Wut und lechzend nach Mord. Das heißt: Er geht am Morgen auf Raub aus. Denn auch als Stephanus, der erste Blutzeuge für Christus, mit Steinen getötet wurde, da war in hervorragender Weise auch Saulus dabei; und er war so bei den Steinwerfern, daß es ihm nicht genügte, wenn er bloß mit eigenen Händen Steine werfen sollte. Um nämlich in den Händen aller Steinwerfer zu sein, behütete er für alle die Kleider und wütete also mehr durch die allen gewährte Hilfe, als wenn er mit eigenen Händen Steine geworfen hätte. So haben wir das gehört. Er geht am Morgen auf Raub aus; nun wollen wir sehen, wie er am Abend das Geraubte zum Essen verteilt. Nachdem er durch den Anruf Christi vom Himmel zu Böden geworfen war und von oben das Verbot bekommen hatte, weiter zu wüten, fiel er auf sein Antlitz, da er zunächst zu Boden fallen mußte, um dann aufgerichtet zu werden, zuerst verwundet werden mußte, um geheilt zu werden.

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Kirchengebet

Gott, du erfreuest uns alljährlich durch die Festfeier Deines heiligen Bekenners Paulus; gewähre uns gnädig, ihn, dessen Geburtsfest wir feiern, auch in seinem Handeln nachzuahmen. Durch unsern Herrn. Amen.

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. II, Regensburg 1927, 842 f.

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