Tradition und Glauben

Benedikt XVI. – Letzte Gespräche oder banaler geht es kaum noch.

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Der Schreiber dieser Zeilen hat sich vor Kurzem die Letzten Gespräche von Benedikt XVI. gekauft, was er bereut. Es ist kaum lesbar und von dem Geld hätte man eine Messe in Le Barroux bestellen können. Es ist das Schwächste der gelesenen Ratzinger-Bücher, was nicht nur damit zusammenhängt, dass man im schon sehr fortgeschrittenen Alter intellektuell abbaut, sondern damit, dass unser Papa Emeritus wirklich kaum etwas zu sagen hat, was über die überall gepflegte political correctness hinausgehen würde. „Welt trifft Welt“, könnte man auch titeln und dieses Buch erinnert an Memoiren von Politikern, welche sich ein wenig an ihre Jugend, an dies und das erinnern und meinen im Großen und Ganzen alles ganz richtig getan zu haben. Dem Schreiber dieser Zeilen kam der Titel „Banalität des Bösen“ in den Sinn, er fragte sich auch, ob und an was Benedikt eigentlich glaubt. Gott kommt da recht am Rande vor, wie ein heiliges Bild im Hintergrund einer bayrischen Stube. Wenn er sich zurückgezogen hatte, um mehr zu beten, was er, wie er offen zugibt, nicht einhält, dann hat es wirklich nichts gebracht. Denn wir treffen einen wirklich säkularisierten älteren Herrn, der Plattitüden von sich gibt und dem die Williamson-Affäre am meisten in seinem Pontifikat zu schaffen machte. Warum gerade das? Weil es die schlechteste Presse gab. Richtet sich ein Papst an derartig weltlichen Kriterien. Ja, dieser schon. Was ist dann noch päpstlich? Gute Frage. Auf den 270 Seiten sagt Benedikt sehr wenig und man muss sich fragen, warum er dieses Buch überhaupt veröffentlichte. Seewald wird von diesen Tantiemen gut leben können, aber braucht Benedikt wirklich das Geld so nötig? Er müsste sich doch im Klaren sein, dass Menschen auf irgendwelche Worte warten, welche ihnen helfen die jetzige Situation, aus der göttlichen Sicht her, zu verstehen. Stattdessen erfahren wir, dass er mit Küng Kaffee trank, dass er gerne wanderte und Rad fuhr, dass er sich im 19 Jahrhundert unwohl fühlte und all das 270 Seiten lang. Es ist schon wirklich peinlich. Kein Schuldgefühl wegen Franziskus, der Glauben an die Kraft der Weltjugendtage, der neuen Bewegungen, als würde er irgendwelche Zeitungstexte wiedergeben.

Kann man am Rande des Grabes wirklich so banal sein? Ist da wirklich nichts mehr? Ist Benedikt noch überhaupt gläubig? War er es jemals gewesen? Gehörte er zu denen, die 245 Dogmen der Katholischen Kirche anerkannten? Nur dann, wenn man sie uminterpretierte? Warum denn? Dieses Buch hat etwas Trockenes und Staubiges, vom Eindruck her mit den Memoiren von Vorgrimler zu vergleichen. Hat der Geist Gottes Ratzinger verlassen wie damals Saul? Der Schreiber dieser Zeilen hat heute einen Eintrag über die gefallenen Engel beendet, deren Strafe u.a. darin bestand, dass ihre Erkenntnis verblendet wurde und ihre natürliche Erkenntnis des Übernatürlichen, was bei Engeln der Fall ist, nichts Lebendiges oder Beglückendes hatte. Dies ist auch der Zustand der Menschen in einer schweren Sünde. Der Schreiber dieser Zeilen musste an fast alle seine Theologieprofessoren denken, von denen diese nachkonziliare Staubigkeit ausging. Hätte er früher gelebt, so könnte er denken: es war das 19 Jhdt. und die Neuscholastik, welche diesen Staub verursachte. Aber er hat nur den nachkonziliaren Staub kennengelernt. Es geht aber nicht um Vorkonziliar- gegen Nachkonziliar, sondern um den Unglauben, welcher solch einen Staub absondert.  Man wird im Alter ursprünglicher, authentischer, man wird so, wie in seiner Jugend. War denn die Theologie Ratzingers, wie bei vielen anderen auch, nur eine intellektuelle Spielerei, wohlgemerkt, auch einem hohen Niveau, welche den eigenen Unglauben zudeckte? Man müsste unter diesem Gesichtspunkt all seine Werke durchlesen, aber kam seine Abneigung gegen die Scholastik, Thomismus, das Alte etc. nicht gerade daher, dass er keinen Sinn darin sah, weil ein Ungläubiger ihn nicht sieht. Dies sind wohlgemerkt sehr starke Worte, aber wohl kaum jemand würde sich empören, wenn man Papst Franziskus als einen Ungläubigen bezeichnen würde. Fing es nicht schon früher an? Glaube ich an den einen, lebendigen Gott oder bediene ich mich der Hilfskonstrukte? Eine gute Frage, die sich jeder selbst beantworten müsste, aber vom letzten Benedikt-Buch ist wirklich abzuraten.

Weil wir uns vorgenommen haben mehr Licht auszustrahlen, um nicht in der Dunkelheit der Nachrichtenwelt zu versinken, so versuchen wir auch diesen Beitrag irgendwie positiv zu schließen. Wir sind nicht allein, denn wir sind von Engeln umgeben, welche Gott die ganze Zeit loben und von Heiligen, die dasselbe tun. Das Tridentinische Brevier endet in der Matutin der Duplex-Feste, wie heute am Fest des Apostels Matthäus, immer mit Te Deum, natürlich in der langen, lateinischen Form. Obwohl der Schreiber dieser Zeilen es fast täglich betet und damit auch Ablässe erwirkt, denn beim Te Deum geht es auch heute, so wurde ihm er neulich klar, dass dieses Lobgesang die Freude der Himmlischen Kirche über diesen Heiligen zum Ausdruck bringt. Man freut sich die ganze Zeit in der Nähe Gottes zu stehen und feiert diesen Heiligen, wozu wir einstimmen können. Reine Freude im Himmel, kein Neid, allgemeines Wohlwollen und Glück der seligen Anschauung der Visio Beatifica. Muss das schön sein und die gute, alte Liturgie gibt uns auch Anteil daran. Na, hat es Sie ein wenig getröstet?

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