Tradition und Glauben

Bergoglios Tod wird nichts ändern

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Bergoglios Krankheit und Benedikts Nicht-Rücktritt

Seit dem Jahresende informieren uns verschiedene Quellen, von verschiedener Glaubwürdigkeit wie Henri Sire, Newsmax, National Review, Timothy Gordon oder neuerdings Rorate Caeli auf Twitter über gloria.tv, dass Franziskus todkrank sei und das Jahr 2022 nicht überlegen werde. Gerüchte dieser Art erscheinen seit 2013 und stellen sicherlich die psychologische Form des „Aussitzens“ dar, einer Lebenseinstellung, die in den Ordinariaten dieser Welt weit verbreitet ist. Allerdings unterzog sich Bergoglio in Juli 2021 einer OP des Dickdarms, was mit einer Krebserkrankung im Zusammenhang stehen könnte. Eine Krebserkrankung ist also nicht ganz ausgeschlossen. Dennoch sieht Bergoglio nicht todkrank aus und wir sollten nicht vergessen, dass Benedikt angeblich aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes resignierte jedoch weiterhin lebt.

Nehmen wir aber an, dass Bergoglio zu Benedikts Lebzeiten sterben würde. Was würde das ändern?

Absolut nichts!

Solange Benedikt lebt, besteht keine Sedisvakanz, der Stuhl Petri ist nicht leer, sodass der im nächsten Konklave gewählter Papst wie Bergoglio über keine Standesgnade verfügen würde, weil der nicht zurückgetretene Benedikt diese ihm gleichsam „blockt“. Die Standesgnade, das Charisma der Unfehlbarkeit bei den ex cathedra Entscheidungen oder die Assistentia negativa, kommen nur einem richtigen, also kanonisch gewählten Papst zugute. Herrscht aber keine Sedisvakanz vor, wie jetzt seit 2013, dann wird jeder neue, gewählte Papst, solange Benedikt lebt, „gnadentechnisch“ in derselben Lage sein wie Bergoglio. Er wird keinen übernatürlichen Schutz erhalten, der ihn davon abhalten würde mehrere Häresien täglich zu verbreiten oder kirchenzerstörerische Maßnahmen zu ergreifen, wie Bergoglio es tut. Gäbe es so etwas wie eine übernatürliche Absicherung des Papstamtes nicht, dann hätte schon jemand vor Bergoglio die irdische Kirche dermaßen lädieren können, denn moralisch gesehen, waren manche Päpste noch schlimmer als Franziskus. Er bekommt diese Gnaden nicht, weil er kein Papst ist. Punkt.

Was wäre nötig, um Bergoglio die päpstliche Standesgnade jetzt zukommen zu lassen?

  1. Benedikt müsste sterben oder richtig zurücktreten.
  2. Ein richtiges Konklave müsste stattfinden.
  3. Bergoglio müsste gewählt werden.
  4. Bergoglio müsste die Wahl annehmen und dadurch Papst werden.

Da im Falle von Benedikt 1. nicht eingetreten ist, so konnten die weiteren Punkte auch nicht eintreten.

Und woran könnten wir erkennen, dass Benedikt richtig zurücktreten wird?

  • Er würde sagen: „Damals bin ich nicht zurückgetreten, jetzt aber tue ich es“.
  • Er würde eine schwarze Soutane tragen.
  • Er würde wieder seinen bürgerlichen Namen Joseph Kardinal Ratzinger annehmen.
  • Er würde keine päpstlichen Titel oder päpstlichen Wappen mehr verwenden.
  • Er würde keinen Fischerring tragen und keinen päpstlichen Segen spenden.
  • Er würde den unmöglichen Titel papa emeritus aufgeben.
  • Er würde aus dem Vatikan wegziehen.

Wie wahrscheinlich ist das?

Sehr unwahrscheinlich, denn was er 2013 nicht getan hat, das wird er auch jetzt nicht tun.

Mögliche Szenarien

Was wird passieren, wenn zuerst Benedikt und nach ihm Bergoglio stirbt?

Ebenfalls nichts, denn das Charisma der Unfehlbarkeit und die päpstlichen Standesgnaden würden nicht automatisch auf Bergoglio übergehen, da diese im Moment der Annahme der Wahl dem kanonisch gewählten Papst zukommen. Solange aber Benedikt lebt, kann kein neuer Papst kanonisch gewählt werden, weil keine Sedisvakanz vorliegt. Spielen wir hier alle Varianten durch:

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  • Bergoglio stirbt vor Benedikt und ein neuer Papst wird zu Benedikts Lebzeiten gewählt
    • Folgen: kein Papst und keine Standesgnaden
  • Benedikt stirbt vor Bergoglio und Bergoglio bleibt am Leben
    • Folgen: kein Papst und keine Standesgnaden
  • Benedikt und Bergoglio sterben gleichzeitig und ein neuer Papst wird gewählt
    • Folgen: Papst und Standesgnaden
  • Bergoglio stirbt zuerst und kurz nach ihm Benedikt, sodass das Konklave während einer Sedisvakanz stattfindet
    • Folgen: Papst und Standesgnaden
  • Benedikt stirbt zuerst und kurz nach ihm Bergoglio, sodass das Konklave während einer Sedisvakanz stattfindet
    • Folgen: Papst und Standesgnaden
  • Bergoglio stirbt vor Benedikt, ein neuer Papst A wird zu Benedikts Lebzeiten gewählt, während dessen Pontifikats stirbt zuerst Benedikt und danach Papst A, sodass ein Papst B gewählt wird
    • Folgen: kein Papst und keine Standesgnaden bei Papst A
    • Folgen: Papst und Standesgnaden bei Papst B

Wie wir hier sehen, ist für die spätere Papstwahl entscheidend, ob Benedikt lebt oder stirbt, denn solange er lebt und nicht richtig zurücktritt, herrscht keine Sedisvakanz vor, sodass kein neuer Papst oder keine neuen Päpste gewählt werden können, die mit Standesgnade ausgestattet wäre, weil Benedikt, der Immer-noch-Papst diese „blockt„. Sollte Benedikt 110 Jahre alt werden, dann wären alle Päpste zu seinen Lebzeiten keine Päpste, was die Weissagung von Malachias verständlich machen würde, denn zwischen Oliva olivae und Petrus Romanus so es keine richtigen Päpste geben. Da wir aber hier wenig von Privatoffenbarungen halten, so ist dies kein starkes Argument.

Der erste Rücktritt: Coelestin V. und Bonifatius VIII.

Geht denn die Standesgnade auf den neuen Papst über, wenn der alte zurückgetreten ist?

Die Antwort lautet ja, obwohl wir in der Kirchengeschichte wirklich wenige Beispiele vom päpstlichen Rücktritt haben, d.h.:

a. jemand ist wirklich Papst,

b. er tritt tatsächlich zurück.

Denn der Rücktritt eines Gegenpapstes, der niemals Papst war, spielt hier keine Rolle. Der erste Papst, der Papst war und rechtmäßig und zweifelsfrei zurückgetreten ist, war Coelestin V. (1294). Er wurde von seinem Nachfolger Bonifatius VIII. (1294-1303) gefangen gesetzt und in Ehrenhaft gehalten, manche meinen aber, dass er entweder ermordet oder sein Tod durch die schlechte Behandlung von seinem Nachfolger in Kauf genommen wurde.

Bonifatius VIII. – Papst
  • Coelestin V. dankte am 13. Dezember 1294 ab,
  • Bonifatius VIII. wurde am 24. Dezember 1294 ins Amt gewählt,
  • Coelestin V. starb am 19. Mai 1296

So dauerte das „Nebeneinander“ und sicherlich kein „Miteinander“ ca. ein Jahr und fünf Monate. Zum Zeitpunkt der Wahl von Bonifatius herrschte aber eine Sedisvakanz vor, da die Standesgnade auf Bonifatius VIII. übergegangen ist.

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Und woher wissen wir das?

Weil gerade Bonifatius VIII. der Autor der Bulle Unam sanctam (1302) ist, die viele Dogmen erhält, daher unfehlbar ist und vom Fünften Laterankonzil (1516) und vom Vatikanum I., durch Pastor aeternus (1870) bestätigt wurde. Hätte Bonifatius aber keine Standesgnade und kein Charisma der Unfehlbarkeit erhalten, so wäre er unfähig, unfehlbare Dogmen zu beschließen, obwohl sein Privatleben alles andere als tadellos war. Es lässt sich also sagen, dass nach einem richtigen Rücktritt die Standesgnade auf den nächsten Papst übergeht, wenn zum Zeitpunkt seiner Wahl eine Sedisvakanz herrscht.

Der zweite Rücktritt: das Konzil von Konstanz

Es gab in der Kirchengeschichte auch ein anderes Beispiel eines päpstlichen Rücktritts, obwohl hier die Dinge viel weniger klar liegen, weil nicht einmal für das Konzil von Konstanz (1414-1418) klar war wer, von den drei den Titel beanspruchenden Päpste, der richtige Papst ist, sodass es alle drei absetzte, wovon zwei von ihnen vorher ihren Rücktritt erklärten. Schauen wir uns die Daten näher an:

  • Martin V. (1368-1431) wurde 1417 vom Konzil zum Papst gewählt.
  • Johannes XXIII. (Gegenpapst) (1370-1419) dankte 1415 ab.
  • Gregor XII. (1335-1417) dankte 1415 ab.
  • Benedikt XIII. (Gegenpapst) (1328-1422/23) dankte nicht ab.
Martin V. – Papst

Zum Zeitpunkt des Konklaves von 1417, das Martin V. wählte, gab es keinen Papst mehr, denn Gregor XIII. und gar der Gegenpapst Johannes XXIII. dankten beide zwei Jahre vorher ab. Der Gegenpapst Benedikt XIII. tat dies zwar nicht, aber da er ein Gegenpapst war, spielte das keine Rolle. Martin V. wurde, von den Anhängern des Gegenpapstes Benedikts XIII., der  avignonesischer Obödienz abgesehen, als Papst anerkannt. Martin V. traf auch dogmatische Entscheidungen (DH 1247-1290) zum Thema Hussiten und Weihevollmachten, sodass ihm die Standesgnade nicht fehlte.

Es lässt sich also sagen, dass weder Bonifatius VIII. noch Martin V., die zu ihrem Papsttum aufgrund des Rücktritts ihres Vorgängers gekommen sind, in ihrem Pontifikat formelle Häresien verbreiteten oder im Entferntesten an Amoris Laetitia, Pachamama oder Traditionis Custodes herankamen. Sie waren also Päpste und zwar richtige Päpste mit allen päpstlichen Gnaden und spirituellen Vollmachten ausgestattet. Warum? Weil sie während einer richtigen Sedisvakanz gewählt wurden, anders als Bergoglio.

Bergoglio ist das Opfer – Benedikt der Täter

Der Teufel ist ein großer Umkehrer der Ordnung und er macht uns ein X für ein U vor. Wir werden es nicht müde immer wieder zu sagen, dass wir die jetzige Lage der Kirche einzig und allein Benedikt verdanken.

  • Er dankte ab, um faktisch Bergoglio, der schon im Konklave 2005 nach ihm die meisten Stimmen hatte, den Weg zu ebnen.
  • Er dankte aber nicht richtig ab, sodass Bergoglio keine Standesgnaden erhalten konnte.
Miteinander?

Wir wissen zwar nicht, ob Benedikt 2013 ahnen konnte, wer nach ihm gewählt werden würde oder ob er überhaupt an etwas Übernatürliches im Papsttum glaubt, aber dies spielt keine Rolle, denn die übernatürlichen Prinzipien gelten gleich, ob man daran glaubt oder sie versteht. Wie die Gesetze der Logik, Mathematik oder Physik ja auch. Es spielt auch keine Rolle, ob Benedikt seine „Blockade“ freiwillig hält, weil er zum Komplott gehört oder es unbewusst tut, weil er glaubt, dass ein papa emeritus möglich ist. Diese Blockade besteht, solange er lebt. Daher wird der Tod Bergoglios nichts lösen. Obwohl uns auch Benedikt als derjenige erscheinen mag, der sympathischer ist, so ist der dennoch der schuldigere von beiden, wenn es überhaupt zwei Seiten gibt und nicht alles ein abgekartetes Spiel oder Kayfabe ist.

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