08. Feste in August Liturgie Unser Archiv:

6. August – Verklärung unseres Herrn Jesus Christus

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Vierte Lesung

Predigt des heiligen Papstes Leo. Es macht der Herr vor auserwählten Zeugen sichtbar seine Herrlichkeit und läßt seine ihm mit den anderen gemeinsame Leibesnatur in einem derartigen Glanze aufstrahlen, daß sein Antlitz den Blitzesleuchten ähnlich und sein Gewand dem Weiß des Schnees gleich war. In dieser Umformung handelte es sich vor allem darum, daß aus den Herzen der Jünger der Grund zum Anstoß herauskam, den das Kreuz bildete; und daß ihren Glauben nicht in Verwirrung brachte die Erniedrigung in dem freiwillig übernommenen Tod, wenn ihnen eröffnet wurde die Erhabenheit der vor ihnen verhüllten Majestät. Aber mit nicht geringerer Vorsorge wurde die heilige Kirche in der Hoffnung fest begründet, so daß das Ganze, was zu Christus gehört, erkannte, mit welcher Umwandlung es ausgestattet werden sollte, damit die Glieder auch die Aussicht auf die Teilnahme an derselben Verherrlichung hätten, die am Haupte sichtbar geworden war.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Fünfte Lesung

Zu dem Beweggrund, daß die Apostel bestärkt und zum Wissen aller Wahrheit angeleitet werden sollten, trat in diesem wunderbaren Ereignis auch noch eine andere Unterweisung hinzu. Es traten nämlich Moses und Elias, d. h. das altbundliche Gesetz und das Prophetenamt, auf und redeten mit dem Herrn; damit in vollster Wahrheit bei der Anwesenheit von fünf Männern sich erfüllte das Wort: Wenn zwei oder drei Zeugen vorhanden sind, steht jedes Wort: Was ist beständiger, was fester als das Wort, in dessen Verkündigung sowohl des Alten als auch des Neuen Bundes Heroldsschall zusammenklingt, und wenn mit der Lehre des Evangeliums die Werkzeuge der vorhergehenden Bezeugung zusammenkommen? Es ergänzen sich nämlich gegenseitig die Blätter von beiden Testamenten; und denjenigen, den die vorausgehenden Anzeichen unter der Hülle von sinnvollen Bildern verheißen hatten, den zeigt ganz deutlich und sichtbar der Glanz der gegenwärtigen Herrlichkeit.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Sechste Lesung

Durch diese von heiligen Wahrheiten in Aufregung gebracht, wurde der Apostel Petrus vor Geringschätzung gegen die Welt und vor Abscheu gegen das Irdische von einer Art geistiger Verzückung zur Sehnsucht nach Ewigkeitswerten hingerissen; und mit der Wonne über alles das, was er sah, erfüllt, hatte er den Wunsch, dort mit Jesus zu wohnen, wo er sich an seiner sichtbaren Herrlichkeit erfreuen konnte. Deshalb sagt er auch: „Herr, es ist gut für uns, dass wir hier bleiben; wenn du willst, wollen wir hier drei Hütten bauen, dir eine, die Moses eine, und in dem Elias eine.“ Aber auf diesen Vorschlag erwiderte der Herr nichts, und zeigte, dass sein Wunsch zwar nicht sündhaft, aber doch gegen die Ordnung sei, da die Welt anders nicht zum Heil gebracht werden konnte als durch das Sterben des Herrn; und es sollte noch dem Vorbild des Herrn in dem Sinne der Glaube der Gläubigen eine Leitung erhalten, dass wir, wenn es auch ungerecht wäre, an den Verheißungen bezüglich der Glückseligkeit zu zweifeln, doch die Überzeugung hätten, wir müssten bei den Prüfungen dieser Welt eher um Ausdauer bitten als um Verherrlichung.

Evangelium vom Fest Verklärung Christi

Mt 17, 1 – 9

Nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus, Jakobus und Johannes, Bruder desselben, zu sich, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er ward vor ihren Augen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie der Schnee. Und siehe, es erschienen ihnen Moses und Elias, die mit ihm redeten.

Petrus aber nahm das Wort und sprach zu Jesus: Herr! Hier ist gut sein für uns; wenn du willst, so möchten wir hier drei Hütten bauen, dir eine, dem Moses eine, und dem Elias eine.

Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an welchem ich mein Wohlgefallen habe; ihn sollt ihr hören.

Als die Jünger dies hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.

Und Jesus trat hinzu, berührte sie, und sprach zu ihnen: Stehet auf, und fürchtet euch nicht!

Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie Niemand als Jesus allein.

Und während sie von dem Berge herabstiegen, befahl ihnen Jesus und sprach: Sprechet zu Niemandem von dieser Erscheinung, bis der Sohn des Menschen von den Toten auferstanden ist.

Siebte Lesung

Auslegung vom heiligen Johannes Chrysostomus. Weil der Herr so vieles von den Gefahren, so vieles von seinen Leiden, so vieles von seinem Tod und von dem Morden der Jünger geredet hatte und weil er ihnen so harte und so schwierige Aufgaben übertragen hatte und diese im gegenwärtigen Leben, und zwar bald bevorgestanden, das Gute aber erst in der Hoffnung und Erwartung bestand, zum Beispiel, dass sie ihr Leben retten würden, wenn sie es verlieren, dass er in der Herrlichkeit seines Vaters, kommen und Lohn austeilen würde, hat er, um sie auch durch etwas Sichtbares noch mehr zu überzeugen und zu zeigen, was denn jene Herrlichkeit sei, mit der er kommen wird, ihnen diese gezeigt, soweit sie dieselbe in diesem Leben sagen konnten, und hat sie vor ihnen enthüllt, damit sie nicht über ihren Tod oder über den Tod des Herrn trauerten, und vor allem Petrus.

Achte Lesung

 Und sieh zu, was er tut, als er vom Reiche und von dem Abgrund redete. Denn in diesen Worten: „Wer sein Leben zu erhalten sucht, wird es verlieren und wer es verliert um meinetwegen, wird es erhalten“, und in den Worten: „Er wird einem jeden vergelten gemäß seinen Werken“, hatte das Reich und den Abgrund angedeutet. Dass er also von beiden gesprochen hatte, lässt er das Reich mit den Augen sehen, den Abgrund aber nicht, weil diese weniger Gebildeten und weniger Geeignete notwendig gewesen wäre; und da jene Männer rechtschaffen und verständlich waren, genügte es, sie mit dem Besseren zu bestärken. Das war ihm auch viel mehr angepasst. Und doch hat er auch jenes nicht unterlassen, sondern er stellt auch manchmal die Schrecken des Abgrundes gleichsam vor Augen, zum Beispiel wenn er das Bild des Lazarus schildert und denjenigen erwähnt, der hunderte Denare zurückfordert.

Neunte Lesung

Man kann aber weisen Sinn des Matthäus beobachten, der die Namen der Bevorzugten nicht verschwiegen hat. Das tut auch öfters Johannes, wenn er die hervorragende Vorzüge des Petrus in ganz wahrhafter und sorgfältiger Weise beschreibt. Bei diesem Zusammensein der Apostel war nämlich für Eifersucht oder für eigene Ruhmsucht kein Platz. Er nahm also die ersten von den Aposteln abseits mit sich. Warum hat er diese allein mitgenommen? Weil sie nämlich über die anderen emporragten. Warum hatte dies aber nicht gleich, sondern erst nach sechs Tagen? Damit eben die anderen Jünger nicht nach Art der Menschen in Aufregung kämen; deshalb hat er auch diejenigen nicht genannt, die er mitnehmen wollte.

Kirchengebet

Gott, bei der Verklärung Deines Eingeborenen hast Du die Geheimnisse des Glaubens durch das Zeugnis der Väter bekräftigt und die vollkommene Annahme an Kindes Statt durch die Stimme aus der lichten Wolke wunderbar angedeutet; so mache uns denn in Deiner Huld zu Miterben dieses Königs der Glorie und zu Genossen Seiner Herrlichkeit. Durch Ihn, unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. II, Regensburg 1927, 1143 ff.

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