Tradition und Glauben

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des vierten Sonntags nach Ostern

Joh 16, 5 – 14

Nun gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Sondern weil ich euch das gesagt habe, ist euer Herz vol Traurigkeit. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe. Denn wenn ich nicht hingehe, kommt der Beistand nicht zu euch; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt zum Bewusstsein bringen, dass es eine Sünde gibt, eine Gerechtigkeit und ein Gericht: eine Sünde, weil sie an mich nicht glaubt; eine Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; ein Gericht, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist.

Nich vieles hätte ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in alle Wahrheit einführen. Denn er wird nicht aus sich reden, sondern was er hört, wird er reden, und was zukünftig ist, euch verkünden. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen und es euch verkünden.

Betrachtung zum Evangelium des vierten Sonntags nach Ostern

Niemals dürfen wir vergessen, daß auch wir sterben müssen, und zu Gott kommen sollen. Wodurch aber kommen wir dahin, als durch den Tod Jesu am Kreuze, der schon den Aposteln das jüdische Vorurtheil von einem irdischen Messias nahm und sie hinleitete, ein geistliches Reich, ein Reich der Tugend und der Wahrheit, zu erwarten; der sie fähig machte, den heiligen Geist zu empfangen, um tiefere Einsicht in den Religionswahrheiten zu erreichen und Wunderkraft und Muth zu erlangen, das heil. Evangelium zu verkünden, das allein uns zum ewigen Heile führet? Unterwerfen wir uns jeder Zeit den Anordnungen Gottes, und nehmen wir auch Widerwärtigkeiten aus seiner Vaterhand willig an! Entziehen wir uns bisweilen sinnlichen Tröstungen; so werden wir einst die ewige Freude genießen. Doch um dieses Alles einsehen und vollbringen, um das Gute von dem Bösen unterscheiden zu können, bedürfen wir einer höhern Einsicht, die uns der heil. Geist verleihen kann. Darum laßt uns auch Diesem dieselbe göttliche Ehre erweisen, wie dem Vater und dem Sohne! und er wird sein Licht auf uns herabsenden.

Kirchengebet

O Gott! der Du machest, daß dein Volk nur Eines Sinnes und Herzens wird; laß dasselbe deine Gebote lieben und nach deinen Verheißungen trachten, damit unsere Herzen dort eine bleibende Stätte finden, wo wahre Freude wohnt! Amen.

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