Tradition und Glauben

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des dreizehnten Sonntags nach Pfingsten

Lk 17, 11 – 19

Auf der Reise nach Jerusalem zog er zwischen Samaria und Galiläa hin. Als er in einen Flecken hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben von Ferne stehen und riefen laut: „Jesus, Meister, erbarme dich unser!“ Als er sie sah, sprach er zu ihnen: „Geht hin und zeigt euch den Priestern!“ Während sie hingingen, wurden sie rein. Aber nur einer von ihnen kam zurück, als er sich geheilt sah, und lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor ihm nieder auf sein Angesicht und dankte ihm. Und der war ein Samariter. Da sprach Jesus: „Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind denn die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der zurückkäme und Gott die Ehre gäbe, als dieser Fremdling?“ Und er sprach zu diesem: „Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gesund gemacht.“

Betrachtung zum Evangelium des dreizehnten Sonntags nach Pfingsten

Die Ansteckung des Körpers fürchtet man; man weicht Angesteckten aus: um wie vielmehr sollen wir uns vor der Ansteckung der Seele hüten! wie sorgfältig sollen wir den Umgang mit Sündern meiden, wenn uns nicht eine höhere Pflicht auffordert, mit ihnen umzugehen! — Wenn wir krank und elend oder in einer Noth sind, besonders aber nach einer begangenen Sünde beten wir jederzeit recht inständig, mit lebendigem Glauben, mit festem Vertrauen und aus dem tiefsten Grunde des Herzens zu Gott! erwarten wir von ihm Hilfe und Rettung! Und was zu unserm wahren Besten ist, wird uns bei eigner Mitwirkung werden. Der göttliche Heiland wird unserm Herzen seine Liebe geben. — Laßt uns aber auch die Undankbarkeit als eine häßliche Sünde fliehen! Sie machet uns der Liebe und Güte Gottes ganz unwürdig. Danken wir allen, die uns Gutes thun, beten wir für sie, und thun wir ihnen, was sie heilig wünschen! Der Dank ist Bitte um neue Wohlthaten; der Undank macht, daß die Quelle, aus der uns Gaben zustießen, versiegt. Je demüthiger wir Jesu danken, desto mehr richtet er uns auf, und flößt uns Muth ein, seine Wege zu wandeln.

Kirchengebet

Allmächtiger Gott, vermehre in uns den Glauben, die Hoffnung und Liebe, und damit wir deiner Verheiffungcn theilhaftig werden, so laß uns deine Gebote von Herzen lieben! Amen.

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