29. September – Fest des Hl. Erzengels Michael

Predigt des heiligen Papstes Gregor. Wir sprechen von neun Engelchören, weil wir nämlich nach dem Zeugnisse der Heiligen Schrift wissen, daß es Engel, Erzengel, Kräfte, Mächte, Fürstentümer, Herrschaften, Throne, Cherubim und Seraphim gibt. Daß es Engel und Erzengel gibt, bezeugen fast alle Seiten der Heiligen Schrift: Von Cherubim und Seraphim aber sprechen bekanntlich oft die Bücher der Propheten. Auch die Namen von vier Chören zählt der Apostel Paulus im Briefe an die Ephesier auf, indem er sagt: „Über alle Fürstentümer, Mächte, Kräfte und Herrschaften.“ Und abermals sagt er im Briefe an die Kolosser: „Seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Mächte.“ Wenn man also jenen vieren, die er im Briefe an die Epheser nennt, noch die Throne hinzufügt, gibt es fünf Chöre; wenn diesen die Engel und Erzengel, die Cherubim und Seraphim beigefügt werden, wird man zweifellos finden, daß es neun Engelchöre gibt.

Man muss aber beachten, dass die Bezeichnung „Engel“ ein Name ist, der dem Amte zukommt, nicht der Natur. Denn jene Geister des himmlischen Vaterlandes sind zwar immer Geister, können aber keineswegs immer Engel genannt werden; denn sie sind nur dann Engel (d. h. Boten), wenn durch sie etwas ausgerichtet wird. Daher heißt es auch beim Psalmisten (Psalm 101): “der zu Engeln (d. h. zu Boten) seine Geister macht“; das bedeutet so viel, als wenn er deutlich sagte: Er macht diejenigen, die er als Geister stets um sich hat, auch, wenn er will, zu Engeln. Sie werden aber diese, die nur geringere Aufträge ausführen, Engel genannt, die aber, welche größere Dinge melden, Erzengel. Daher kommt es, dass zur Jungfrau Maria nicht ein beliebiger Engel, sondern der Erzengel Gabriel gesandt wurde. Denn es geziemte sich, daas zu dieser Dienstleistung nur ein ganz hoher Engel kam, da er das Allerhöchste verkünden sollte. Darum werden auch diese (die Erzengel) mit eigenen Namen aufgeführt und durch ihre Namen soll angedeutet werden, was sie bei ihrer Tätigkeit leisten.

Sooft also etwas von wunderbarer Kraft geschieht, wird berichtet, dass Michael gesandt wird; damit soll schon aus der Tätigkeit und im Namen die Erkenntnis beigebracht werden, dass niemand das tun kann, was nur Gott tun kann. Darum wird auch berichtet, dass jener alter Feind, der in seinem stolze Gott gleich zu sein verlangte und deswegen sprach: „Zum Himmel werde ich aufsteigen, über die Sterne des Himmels meinen Thron setzen, und dem Allerhöchsten gleich sein,“ während er in dieser Kraft zur Vernichtung bei dem am Ende der Welt kommenden letzten Strafgerichte aufbewahrt wird, mit dem Erzengel Michael kämpfen werde, wie es bei Johannes heißt: „Es erhob sich ein großer Streit im Himmel mit dem Erzengel Michael.“ Auch zu Maria wird Gabriel gesandt, der als Kraft Gottes gedeutet wird; er kam ja, um jenen zu verkünden, der sich gewürdigt hat, in Niedrigkeit zu erscheinen, um die in der Luft herrschenden Geister niederzuringen. Auch Rafael wird, wie wir schon sagten, gedeutet als „Heilung von Gott;“ er hat ja, indem er die Augen des Tobias gleichsam in Erfüllung seines Heilungsamtes berührte, dass dunkle seiner Blindheit verscheucht.

Kirchengebet

O Gott, in wunderbarer Ordnung teilst Du Engeln und Menschen ihre Dienste zu; gewähre nun in Deiner Huld, daß auf Erden unser Leben von jenen beschirmt werde, die im Himmel als Deine Diener allzeit vor Dir stehen. Durch unsern Herrn. Amen.

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stunden Gebet oder das römische Brevier, Bd. 2: Ostern mit Schluss des Kirchenjahres, Regensburg 1927, 1146-1147.

Durch das Beten des o.a. Kirchengebets und das erwecken der Intention einer Ablassgewinnung, empfängt man einen zeitlichen Ablaß, die man für sie selbst oder die Seelen im Fegefeuer verwenden kann.

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