Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage II – Christkönig

Evangelium des Christkönigfestes (letzter Sonntag im Oktober)

Joh 18, 33 – 37 Pilatus ging wieder in das Gerichtsgebäude, ließ Jesus rufen und fragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Jesus antwortete: „Sagst du das aus dir selbst oder haben es dir andere von mir gesagt?“ Pilatus entgegnete: „Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir übergeben. Was hast du getan?“ Jesus erwiderte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, dass ich den Juden nicht ausgeliefert würde. So aber ist mein Reich nicht von hier.“ Da sprach Pilatus zu ihm: „Du bist also doch ein König?“ Jesus antwortete: „Ja, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus.

Was war es denn Bedeutendes für den König der Ewigkeiten, ein menschlicher König zu werden? Der König von Israel, Christus, ist doch nicht da, um Steuern einzutreiben oder ein Heer mit Eisen zu bewaffnen und die Feinde in sichtbarer Art zu unterwerfen, sondern der König von Israel ist dazu da um die Gemüter zu regieren, um für die Ewigkeit zu versorgen, um in das himmlische Königreich die Glaubenden, die Hoffenden und die Liebenden überzuführen. Daß also der dem Vater gleiche Gottessohn, das Wort, durch das alles gemacht ist, König von Israel werden wollte, ist eine Herablassung, keine Beförderung, ist ein Zeichen von Erbarmung, nicht eine Vermehrung der Macht. Derjenige, der auf Erden König der Juden hieß, ist im Himmel Herr der Engel. Aber ist Christus nur König der Juden oder auch der (nichtjüdischen) Völker? Gewiß, auch der (nichtjüdischen) Völker. Nachdem er nämlich in der Weissagung erklärt hatte: „Ich bin doch als König eingesetzt auf Sion, seinem heil‘gen Berge, soll euch ein Dekret des Herrn verkünden“, hat er, damit nicht jemand wegen des Ausdrucks „Berg Sion“ meine, er sei König nur für die Juden, gleich angefügt: „Es spricht der Herr zu mich: Du bist ein Sohn mir; ich laß im ew‘gen Heute dich aus meinem Schoß hervorgeh‘n. Wie du‘s verlangst, so geb‘ ich dir die Völker zum Besitze, zu deinem Eigentum die ganze Welt bis an die Grenzen.“

Jesus antwortete: „Mein Königreicht ist nicht von dieser Welt; wenn mein Königreich von dieser Welt wäre, würden gewiß meine Dienstmannen zur Waffe greifen, auf daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Königreich nicht von hier.“ Das ist es, was der gute Meister uns wissen lassen wollte; aber zunächst sollte uns erklärt werden die verkehrte Ansicht der Menschen über sein Königreich und zwar sowohl die der Nichtjuden wie die der Juden, von denen Pilatus dies gehört hatte; als ob er deshalb mit dem Tode bestraft werden sollte, weil er nach einem ihm nicht zukommenden Königreich gestrebt hätte, oder weil von Natur aus die Herrschenden gegen die Anwärter auf die Herrschaft Eifersucht zeigen und dementsprechend vorgebeugt werden müßte, daß sein Königreich weder zu den Römern noch zu den Juden in Gegensatz träte. Es konnte aber der Herr mit den Worten: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“ auf die erste Frage des Landpflegers Antwort geben, wo er zu ihm sagte: „Bist du ein König der Juden?“; aber wo er umgekehrt diesen fragte, ob er dies von sich aus sage oder von anderen gehört hätte, wollte er auf dessen Antwort hin zeigen, daß ihm dies von den Juden vor ihm als Verbrechen vorgeworfen wurde, und so machte er uns die Gedanken der Menschen bekannt, die er selbst kannte, „daß sie verkehrt sind“ und entgegnete ihnen nach der Antwort des Pilatus, und zwar nun sowohl den Juden als auch den Nichtjuden in passender und geeigneter Weise: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt.

  1. Lesung vom 20. Sonntag nach Pfingsten (2019*) – Auslegung vom heiligen Papste Gregor.

Er (der königliche Beamte) war also zu einem großen Teil mißtrauisch, da er die Kraft nicht der Majestät zuschrieb, sondern der körperlichen Anwesenheit. Er bat also um die Gesundheit für seinen Sohn, war aber noch im Glauben nach zwei Seiten geneigt; denn von demjenigen, zuu dem er gekommen war, glaubte er, daß er die Macht zum Heilen habe, meinte aber, daß er vom sterbenden Sohne entfernt sei. Aber der Herr, der gebeten wird, daß er hingehe, deutet an, daß er dort nicht abwesend sei, wohin er eingeladen wird; auf einen Wink gab die Gesundheit zurück derjenige, der durch seinen Willen alles erschuf.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

* Lesung entnommen dem jeweiligen Sonntag, je nach Jahr.

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