Tradition und Glauben

29. August – Enthauptung Johannes‘ des Täufers

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Predigtext des Kirchenvaters


In den Lesungen schildert der heilige Ambrosius das Ruchlose und Unwürdige, das im Befehl des Herodes zur Enthauptung des Johannes liegt, und zwar in der 4. Lesung schildert er die Bosheit aus den einzelnen Umständen des Verbrechens:


Aus dem Buche des heiligen Bischofs Ambrosius von den Jungfrauen. Weil wir das Andenken an den heiligen Johannes den Täufer nicht ganz kurz übergehen können, ist es wichtig, darauf zu achten, wer, von wem, weshalb, wie und wann er getötet wurde. Von Ehebrechern wird der Rechtschaffene getötet und von den Schuldigen wird die Todesstrafe für das Verbrechen auf den Richter übertragen. Alsdann gilt als Lohn für eine Tänzerin der Tod des Propheten. Schließlich wird – was sogar alle Barbaren zu verabscheuen pflegen – mitten beim Festgelage und beim Gastmahl der Befehl bekannt gemacht, das grausige Werk auszuführen; und vom Gastmahl geht es zum Kerker und vom Kerker zum Gastmahl bei Ausführung der fluchwürdigen Schandtat. Wie viele Verbrechen sind in dieser einen Bosheit enthalten!

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 5. Lesung weist der Heilige darauf hin, daß man eher die Befreiung als die Enthauptung des Johannes erwarten sollte:

Wer hätte nicht, als er das Eilen vom Gastmahl zum Kerker sah meinen sollen, es sei der Befehl gegeben worden, den Propheten zu entlassen? Wer würde wohl im Bericht vom Geburtstag des Herodes, von dem festlichen Gastmahl, von der dem Mädchen freigestellten Wahl, zu wünschen, was es wolle, nicht glauben, daß man zu Johannes sandte, um ihn freizugeben? Was hat die Grausamkeit gemein mit dem Vergnügen? Was die Lust mit dem Leichenbegängnis? Der Prophet wird zur Hinrichtung geführt zur Zeit des Gastmahles, auf Grund eines beim Gastmahl erlassenen Gebotes, durch das er nicht einmal wünschte, die Freiheit zu erlangen; er wird mit dem Schwerte gemordet, sein Haupt wird auf einer Schüssel herbeigetragen. Ein solches Gericht entsprach der Grausamkeit, und mit ihm nährte sich die durch das Gelage nicht gesättigte Wildheit.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Beschau doch, oh du grausiger König, dass deines Gastmahls würdiges Schaustück. Streck aus die Hand, damit nichts an deiner Grausamkeit fehlt, damit zwischen deinen Fingern die Bäche des Heiligen Blutes herabfließen. Und weil durch die Schmauserei dein Hunger nicht gesättigt werden konnte, weil durch die Becher nicht gestillt werden konnte der Durst deiner unerhörten Grausamkeit, schlürfe das aus den noch offenen Adern des abgehauenen Hauptes hervorströmende Blut. Schau die Augen, die noch im Sterben Zeugen deines Verbrechens waren, die den Anblick der Lustbarkeit ablehnen. Geschlossen sind die Augen, nicht so sehr bezwungen vom Tode als vor Abscheu über deine Wollust. Jener goldene, blutleere Mund, dessen Urteil du nicht ertragen konntest, schweigt und wird dort noch gefürchtet.

Evangelium zum Fest der Enthauptung Johannes des Täufers

Mk 6, 17 – 29

Er selbst, nämlich Herodes, hatte hingesandt und den Johannes ergreifen und gefesselt im Gefängnisse halten lassen wegen der Herodias, des Weibes seines Bruders Philippus, weil er sie zum Weibe genommen hatte. Denn Johannes sagte zu Herodes: Es ist dir nicht erlaubt, das Weib deines Bruders zu haben! Die Herodias aber stellte ihm nach, und wollte ihn tödten, allein sie konnte es nicht; denn Herodes fürchtete den Johannes, da er ihn als einen gerechten und heiligen Mann kannte; und er nahm ihn in Schutz, und that vieles, nachdem er ihn angehört hatte, und hörte ihn gerne. Als nun ein gelegener Tag gekommen war, gab Herodes zur Feier seines Geburtstages den Großen, den Kriegsobersten und den Vornehmsten von Galiläa ein Gastmahl. Da trat eben der Herodias Tochter herein, und tanzte, und gefiel dem Herodes und seinen Tischgenossen wohl; und der König sprach zu dem Mädchen: Verlange von mir, was du willst, und ich werde es dir geben. Und er schwur ihr: Was du immer von mir verlangen wirst, ich will es dir geben, und sollte es auch die Hälfte meines Reiches sein! Da ging sie hinaus, und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich verlangen? Diese aber sprach: Das Haupt Johannes, des Täufers! Und sogleich ging sie eilends hinein zu dem Könige, und stellte ihr Verlangen, indem sie sprach: Ich will, daß du mir auf der Stelle auf einer Schüssel das Haupt Johannes, des Täufers, gebest. Da ward der König traurig; aber wegen des Eides und der Tischgenossen wollte er sie nicht betrüben, sondern schickte einen Trabanten hin, und befahl, sein Haupt auf einer Schüssel zu bringen. Und dieser enthauptete ihn im Gefängnisse, und brachte sein Haupt auf einer Schüssel, und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter. Als dies seine Jünger gehört, kamen sie und nahmen seine Leiche, und legten sie in ein Grab.

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus. Als das heilige Evangelium verlesen wurde, stieg ein grausiges Schauspiel vor unseren Augen auf; das Hauptes heiligen Johannes auf einer Schüssel von ein vom Wilderer Grausamkeit Gesandter Henker wegen des Abschuss vor der Wahrheit. Ein Mädchen tanzt und die Mutter ist voll Ingrimm,; und mit den uhrenverdienten der Laien und Belustigung der Gäste wird ein unüberlegter Eid geschworen und in frevelhafte Weise das Geschworene erfüllt. Dem Johannes ist geschehen, was er selbst vorausgesagt hatte; von Jesus Christus, dem Herrn, hatte nämlich gesagt: „er muss in die Küche gehen; mir kommt es zu, kleiner zu werden.“ Der ist um seinen Kopf kleiner geworden jener ist in die Höhe gegangen am Kreuze. Der Hass hat die Wahrheit hervorgebracht. Man konnte das nicht gleich mythisch ertragen, was der heilige Mann Gottes an Mahnungen vorbrachte; und doch hat er d. h. derjenigen beabsichtigt, die er auf diese Weise ermahnte. Sie erwiesen ihm Böses anstelle des Guten.

 

Was konnte er den Abend anderes sagen als das Karma, wovon er selbst voll war;? Und was konnten jene anderes entgegnen, als das, wovon sie voll waren? Ersehnte Weizen, fand aber Dornen vor. Er sagte dem König: es ist dir nicht gestattet, die Gattin deines Bruders zu behalten. Er überwand eben den König seine Gier; und hielt bei sich gegen das Verbot die Gattin seines Bruders. Aber er war ihm dennoch so zugetan, dass er nicht gegen ihn wütete; er hielt ihn in Ehren, weil er von ihm die Wahrheit hörte. Aber das abscheuliche Weib sagt fasste Haas in ihrem Innern, denn den sie einmal zur günstigen Zeit ans Tageslicht brachte. Als sie aber daran war, Mutter zu werden, wurde sie Mutter einer Tochter, einer tanzenden Tochter

Kirchengebet

Wir bitten Dich, o Herr: die ehrwürdige Feier des hl. Johannes des Täufers, Deines Vorläufers und Martyrers, schenke uns wirksame Hilfe für unser Heil: der Du lebst … Amen.

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stunden Gebet oder das römische Brevier, Bd. 2: Ostern mit Schluss des Kirchenjahres, Regensburg 1927, 1081-1083.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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