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3. Mai – Auffindung des Hl. Kreuzes

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Evangelium zur Auffindung des Hl. Kreuzes

Joh 3, 1 – 15

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, Nikodemus mit Namen, ein Vorsteher der Juden. Dieser kam zu Jesus des Nachts und sprach zu ihm: Rabbi! Wir wissen, daß du von Gott gekommen bist als Lehrer; denn Niemand kann diese Wunder wirken, welche du thuest, wenn nicht Gott mit ihm ist.

Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn Jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!

Da sprach Nikodemus zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa in seiner Mutter Schooß nicht einmal eingehen und wiedergeboren werden?

Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem heiligen Geiste, so kann er in das Reich Gottes nicht eingehen!

Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.


Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.

Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche? Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

1. Lesung:

Aus dem Briefe des heiligen Apostels Paulus an die Galater. Die nämlich sich den alttestamentlichen Werken unterwerfen, die stehen unter einem Fluche. Es steht nämlich geschrieben: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles dieses hält, was geschrieben ist im Gesetzbuch, und es nicht befolgt. Daß nun auf Grund des Bundesgesetzes niemand bei Gott begnadigt wird, ist klar; denn, heißt es, der Rechtschaffene zieht sein Leben aus dem Glauben. Das Bundesgesetz stammt aber nicht vom Glauben und verlangt ihn nicht; denn, heißt es, wer dieses tut, der wird dadurch glücklich werden. Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Alten Bundes, indem er selbst ein fluchbeladenes Wesen geworden ist; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder am Kreuze Hängende. Und es ist unter den Völkern der Abrahmssegen durch Jesus Christus zustande gekommen, insofern, als wir das verheißene Gnadenleben auf Grund des Glaubens bekommen.

2. Lesung:

Aus dem Briefe an die Philipper. Hegt dieselbe Gesinnung unter euch, die in Jesus Christus lebendig ist, der, da er mit der Wesenheit Gottes ausgestattet ist, sich nicht selbstsüchtig darin gefiel, daß er Gott gleich ist, sondern sich selbst als ein Nichts darstellte und die Lebensart eines Knechtes annahm, indem er den Menschen ähnlich wurde und in seinem ganzen Verhalten sich als Mensch zeigte. Er hat sich selbst zu einem Unterwürfigen gemacht, indem er gehorsam geworden selbst da, wo er den Tod auf sich nehmen sollte und zwar den Tod am Kreuze. Darum hat ihn Gott erhöht und ihm eine Stellung verliehen, die über alle Stellungen ist, so daß nun angesichts der Majestät Jesu alle Knie sich beugen müssen im Himmel, auf der Erde und in der Totenwelt, und daß alle Zungen rühmend bekennen müssen: Der Herr Jesus Christus ist im Besitz des Herrlichkeitslebens Gottes des Vaters.

3. Lesung:

Aus dem Briefe an die Kolosser. In Christus hat die Fülle der Gottheit in Wirklichkeit ihren Sitz; und ihr seid voll ausgestattet durch ihn, der das Haupt alles Hervorragenden und alles Machtvollen ist; durch den auch an euch eine Beschneidung vorgenommen worden ist, nicht eine mit Händen vollzogene als Wegnahme eines Stückes von Fleisch, sondern als eine von Christus vorgenommene Beschneidung; so seid ihr mit ihm ins Grab gelegt worden durch die Taufe und durch diese seid ihr mit ihm zum neuen Leben erstanden auf Grund des Glaubens an das Wirken Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Und er hat euch, als ihr tot waret in den Sünden und in eurem unbeschnittenen Leibe, mit ihm zu einem Leben verbunden und euch alle Sünden vergeben; indem er zerriß, was gegen uns als urkundliche Handschrift bestand, die gegen uns gerichtet war, und er hat sie weggeschafft aus unserer Mitte durch das Aufhängen derselben an das Kreuz; und er hat unseren Beherrschern die Beute weggenommen und die Machthaber mutvoll beschämt, und feiert vor aller Welt einen Triumph über sie, den er in seiner Person errungen hat.

Predigtext des Kirchenvaters
4. Lesung:
Nach dem herrlichen Siege, den Kaiser Konstantin unter dem von Gott erhaltenen Zeichen des Kreuzes des Herrn über Maxentius davongetragen hat, erhielt Helena, die Mutter Konstantins, im Schlafe eine Mahnung und kam nach Jerusalem mit dem Verlangen, das Kreuz aufzusuchen. Hier ließ sie ein Marmorstandbild der Venus, das am Orte des Kreuzes von den Heiden aufgestellt worden war zur Beseitigung des Andenkens an den leidensvollen Tod des Herrn, nach ungefähr 180 Jahren umwerfen. Dasselbe tat sie bei der Krippe des Heilandes und am Orte der Auferstehung, indem sie dort des Adonis, hier des Jupiter Bild entfernen ließ.

5. Lesung:

Nachdem sie so den Ort gereinigt hatte, an dem das Kreuz gestanden, wurden aus der Tiefe drei Kreuze ausgegraben und herausgeholt; und getrennt von ihnen wurde der Titel vom Kreuze des Herrn gefunden. Und da nicht zu sehen war, an welchem von den dreien dieser angebracht gewesen war, hob diesen Zweifel ein Wunder. Denn Bischof Makarius von Jerusalem ließ, nachdem er zu Gott gebetet, die einzelnen Kreuze einer schwer kranken Frau auflegen; und wo ihr die anderen nichts genutzt hatten, gab ihr das angelegte dritte Kreuz sofort die Gesundheit zurück.

6. Lesung:
Helena ließ, nachdem sie das heilbringende Kreuz gefunden, dort eine prachtvolle Kirche bauen, in der sie einen Teil des Kreuzes in silbernen Behältern eingeschlossen zurückließ, während sie einen Teil ihrem Sohne Konstantin überbrachte. Dieser wurde in Rom aufbewahrt in der Kirche des heiligen Kreuzes zu Jerusalem, die in den Gemächern des Sefforian erbaut wurde. Sie brachte ihrem Sohn auch die Nägel, mit denen der heiligste Leib Christi angeheftet war. Von dieser Zeit an erließ Konstantin das Gesetz, daß das Kreuz bei niemandem mehr als Werkzeug der Hinrichtung angewendet werden dürfe. So fing das, was vorher für die Menschen als eine Schmach und Schande galt, an, ein Gegenstand der Verehrung und des Ruhmes zu werden.

7. Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. In jener Zeit war ein Mann unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Führer der Juden; der kam zu Jesus in der Nacht und sprach zu ihm: „Meister, wir wissen, daß du von Gott als Lehrer gekommen bist“ usw.

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. Nikodemus gehörte zu jenen, die „zum Glauben an Jesus gekommen waren, da sie die außerordentlichen Taten und Wunder sahen, die er wirkte“. Vorher nämlich hat er (der Evangelist) folgendes gesagt: „Als er in der Paschazeit am Festtag in Jerusalem war, kamen viele zum Glauben an ihn.“ Warum kamen sie zum Glauben an ihn? Er fährt fort und sagt: „Weil sie seine außerordentlichen Taten sahen, die er wirkte.“ Und was sagt er von Nikodemus? „Es war dort ein Führer der Juden, namens Nikodemus. Dieser kam in der Nacht zu Jesus und sagte ihm: Meister, wir wissen, daß du als Lehrer von Gott gekommen bist.“ Auch dieser war also zum Glauben an ihn gekommen. Und auf welche Weise war er zum Glauben gekommen? Es folgt: „Niemand nämlich kann die außerordentlichen Taten wirken, die du wirkst, wenn nicht Gott mit ihm ist.“

8. Lesung

Wenn also Nikodemus zu jenen vielen gehörte, die zum Glauben an ihn kamen, wollen wir gleich an diesem Nikodemus untersuchen, weshalb sich Jesus ihnen nicht anvertraute. „Jesus erwiderte und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn einer nicht zum zweitenmal geboren wird, so kann er nicht in das Gottesreich eingehen.“ Denen also vertraut sich Jesus an, die von neuem geboren werden. So also waren diese zum Glauben an ihn gekommen, aber Jesus vertraut sich ihnen nicht an. Beachtet und versteht dies, meine Lieben: Wenn wir einem Taufanwärter sagen: Glaubst du an Christus? Antwortet er: Ich glaube, und bezeichnet sich mit dem Kreuze Christi; er trägt es auf der Stirn und schämt sich nicht des Kreuzes seines Herrn. Also glaubt er an ihn. Fragen wir ihn: Nährst du dich vom Leibe des Menschensohnes? Weiß er nicht, was wir sagen, weil sich Jesus ihm nicht anvertraut hat.

9. Lesung

Alexander, ein Römer, leitete unter Kaiser Hadrian die Kirche und bekehrte einen großen Teil des römischen Adels zu Christus. Er ordnete an, daß nur Brot und Wein im heiligen Opfer auf den Altar gebracht werde, den Wein aber befahl er mit Wasser zu mischen wegen des Blutes und des Wassers, die aus der Seite des Herrn geflossen waren, und im Kanon der Messe fügte er die Worte bei: „Der am Tage vor seinem leidensvollen Tode“. Er bestimmte auch, daß mit Salz vermischtes Weihwasser ständig in der Kirche aufbewahrt und in den Wohnungen gebraucht werde zur Verscheuchung der Dämonen. Er regierte 10 Jahre, 5 Monate und 20 Tage. Er wurde mit dem Martyrium gekrönt zugleich mit den Priestern Eventius und Theodulus und ist beerdigt an der Via nach Nomentum beim dritten Stein von der Stadt, an der Stelle, wo er mit dem Beil getötet worden war, nachdem er zu verschiedener Zeit im Monat Dezember 6 Priester, 2 Diakone und für die verschiedenen Orte 5 Bischöfe geweiht hatte. Ihre Leiber wurden später in die Stadt Rom übertragen und in der Kirche der heiligen Sabina beigesetzt. Auf denselben Tag fällt der selige Tod des heiligen Juvenalis, Bischofs von Narni, der, nachdem er in der genannten Stadt viele durch Heiligkeit des Lebens und Gelehrsamkeit für Christus gewonnen, durch Wunder verherrlicht, in Frieden entschlief und dort ehrenvoll bestattet wurde.

Kirchengebet

Gott, der Du in der ruhmreichen Auffindung des heilbringenden Kreuzes die Wunder Deines Leidens auferwecktest, gib, dass wir durch den Kaufpreis des lebendigen Holzes die Hilfen zum ewigen Leben erlangen, durch Christus. Amen.

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 773

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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