Tradition und Glauben

10. August: Fest des heiligen Märtyrers Laurentius

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4. Lesung

Predigt vom heiligen Papst Leo. Als die Wut der Heiden gegen alle edlen Glieder Christi raste und vor allem gegen jene, die zur Klasse der Geistlichkeit gehörten, losging, ergrimmte der gottlose Verfolger gegenüber dem Leviten Laurentius, der nicht bloß wegen seines Dienstes bei den heiligen Handlungen, sondern infolge der Verwaltung des kirchlichen Vermögens hervorragte, da er sich eine doppelte Beute von der Festnahme des einen Mannes versprach; indem er meinte, wenn er diesen zum Verräter an dem Gott geweihten Gelde gemacht hätte, könnte er ihn auch zum Abtrünnigen von der wahren Religion machen. Deshalb ist der Geldgierige und der Gegner der Wahrheit mit einer doppelten Fackel versehen; nämlich mit der Habgier, um das Geld zu rauben, mit der Gottesfeindschaft, um Christus hinauszuschaffen. Er stellt an den makellosen Vorsteher des Heiligtums die Forderung, daß ihm der Kirchenbesitz, nach dem er in seiner Gier lechzte, überbracht werde. Ihm zeigte der so fehlerreine Levit, wo er dieselben untergebracht habe und stellt ihm die zahlreichen Scharen der zur Gottesgemeinde gehörenden Armen vor, für deren Ernährung und Bekleidung er das Vermögen so angelegt hatte, dass es unverlierbar war; und dieses war um so vollständiger gerettet, je heiliger die nachgewiesene Verwendung war.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

5. Lesung

Da rast der getäuschte Räuber und glühend vor Haß gegen die Religion, die eine solche Verwendung des Reichtums in Übung hatte, macht er sich an die Plünderung eines wertvolleren Schatzes; demjenigen, bei dem er keinen Vorrat an Geld vorgefunden hatte, suchte er jenes anvertraute Gut, durch dessen Besitz er in heiligerer Weise reich war, wegzuholen. Er befiehlt dem Laurentius, Christus zu verleugnen und geht daran, der so festen Standhaftigkeit des Geistes im Leviten mit grausigen Peinigungen zuzusetzen; und als die ersten von ihnen nichts ausrichten, folgen heftigere. Die aufgerissenen und von wiederholtem Einschneiden der Ruten zertrennten Glieder läßt er über einem Feuer braten, und zwar so, daß infolge des eisernen Rostes, der schon wegen der ständigen Glut eine brennende Kraft in sich hatte, bei der Veränderung der Lage durch Umkehrung der Glieder die Peinigung schlimmer, die Strafe länger wurde.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

 

6. Lesung

Nichts erreicht, nichts richtest du aus, du unheimliche Grausamkeit. Deinen Foltern wir der sterbliche Stoff entzogen und wo Laurentius in den Himmel abgeht, versagst du mit deinem Brennen. Die Liebe zu Christus kann durch die Flamme nicht besiegt werden; und schwächer war das Feuer, das von außen brannte, als dasjenige, das im Innern zündete. Du hast als Verfolger gegen einen Blutzeugen gewütet; du hast gewütet und hast die Palme verschönert, während die du die Peinigung schwerer machtest. Denn was hat zur Verherrlichung des Siegers nicht dein Scharfsinn herausgefunden, wenn selbst zur Verschönerung des Triumphes die Peinigungswerkzeuge sich umgewandelten? Wir wollen uns also freuen, Geliebteste, in geistiger Freude, bei dem so seligen Ende des so edlen Mannes unseren Ruhm im Herrn suchen, der wundertätig ist in seinen Heiligen, in denen auch er auch uns eine Hilfe und ein Vorbild aufgestellt hat; und doch hat er auf der ganzen Welt seine Herrlichkeit ausstrahlen lassen, dass vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang durch das Aufschimmern des Glanzes der Leviten leuchten, wie Jerusalem durch Stephanus verherrlicht wurde, so Rom durch Laurentius zum Ruhm gelangt ist.

Evangelium vom Fest des Hl. Laurentius

Joh 12, 24 – 26

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viele Frucht! Wer sein Leben liebt, wird es verlieren; und wer sein leben in dieser Welt hasset, bewahrt es zum ewigen Leben. Wenn jemand mir dient, folge er mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn jemand mir dienet, wird ihn mein Vater ehren.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus.

7. Lesung

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus. Der Herr Jesus selbst war das zum Sterben bestimmte und so vervielfältigende Samenkorn; bestimmt zum Sterben aufgrund des Unglaubens der Juden, zu Vervielfältigung aufgrund des Glaubens der Völker. Und nun muntert er auf, den Spuren seines leidensvollen Todes nachzugehen und sagt: „Wer sein Leben liebt, wird das verlieren.“ Das kann auf zweierlei Art verstanden werden. Wer es liebt, wird das verlieren, d. h. wenn du es liebst, wirst es verlieren; wenn du darnach verlangst, das Leben mit Christus zu führen, darfst du den Tod für Christus nicht fürchten. Nun in anderer Weise: Wer sein Leben liebt, wird es verlieren; liebe es nicht, damit du es nicht verlierst; liebe es nicht in diesem Leben, auf das du es nicht verlierst im ewigen Leben.

8. Lesung

Das aber, was ich an letzterer Stelle gesagt habe, scheint mir der Sinn des Evangeliums zu sein. Es folgt nämlich: Und wer seinem Leben die Liebe versagt in dieser Welt, der behütet es für die andere Welt. Also, wie oben gesagt ist, wer liebt, und hier ist zu ergänzen: in dieser Welt, der wird gewiss verlieren; wer aber die Liebe versagt, selbstverständlich in dieser Welt, der wird es für das ewige Leben behüten. Ein gewaltiger und wunderbarer Ausspruch, wie eine Liebe des Menschen zu seinem Leben sein kann, dass es zugrunde geht, ein Versagen der Liebe, dass es nicht zugrunde geht. Wenn du schlecht geliebt hast, hast du die Liebe versagt; wenn du in rechter Weise die Liebe versagt hast, dann hast du geliebt. Selig sind diejenigen, die durch Behüten die Liebe versagen, damit sie durch die Liebe nichts verlieren.

9. Lesung

Aber lass dir ja nicht das unterlaufen, dass du dich selbst umbringen wolltest, und dass du es so verstehst, wenn du in dieser Welt in deinem Leben die Liebe versagen sollst. Auf diese Weise überliefern sich manche schlechte und verkehrte Menschen, als Mörder ihrer selbst in besonderer Grausamkeit und Frevel sucht den Flammen, werfen sich ins Wasser, zerschmettern sich durch einen Absturz und gehen zugrunde. Das hat Christus nicht gelehrt; im Gegenteil, als der Teufel ihm den Absturz einflüsterte erwiderte er: “Geh weg, du Verführer, es steht auch geschrieben: du sollst den Herrn deinen Gott, nicht auf die Probe stellen“. Dem Petrus aber sagte er, als er ihm andeutete, mit welcher Todesart er Gott verherrlichen sollte: „Als du jung warst, gürtetest du dich selbst und gingst dahin, wo du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wird dich ein anderer gürten und dich treiben, wohin du nicht willst.“ Hier hat er deutlich ausgedrückt, dass der nicht durch sich selbst, durch sondern durch einen anderen den Tod erleiden muss, der den Spuren des Herrn nachgeht.

Kirchengebet

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: laß uns auslöschen die Flammen unserer Leidenschaften, wie Du den hl. Laurentius befähigt hast, seine Feuerqualen zu überwinden. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. II, Regensburg 1927, 1087 f.

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