05. Feste in Mai Betrachtungen und Predigten zum Evangelium Homilie Tridentinische Messe Unser Archiv:

11. Mai – St. Philippus und Jakobus, Apostel

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Evangelium der Hl. Apostel Philippus und Jakobus

Joh 14, 1 – 13

Euer Herz bange nicht! Ihr glaubt an Gott; glaubet auch an mich!

In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingegangen bin, und euch eine Stätte bereitet habe, so komme ich wieder, und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seiet, wo ich bin.

Wohin ich gehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch.

Da sprach Thomas zu ihm: Herr! wir wissen nicht, wohin du gehst; und wie können wir den Weg wissen? Jesus sprach zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.

Wenn ihr mich erkannt hättet, so würdet ihr auch meinen Vater erkannt haben; aber von nun an werdet ihr ihn erkennen, und ihr habt ihn gesehen.

Philippus sprach zu ihm: Herr! zeige uns den Vater, und es genügt uns. Jesus sprach zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und ihr habt mich nicht erkannt? Philippus! wer mich sieht, sieht auch den Vater. Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater?

Glaubet ihr nicht, daß ich im Vater bin, und der Vater in mir ist? Die Worte, welche ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, er thut die Werke.

Glaubet ihr nicht, daß ich im Vater bin, und der Vater in mir ist? Wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke, die ich thue, auch thun, und noch größere als diese thun; denn ich gehe zum Vater!

Und um was immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, das werde ich thun, damit der Vater in dem Sohne verherrlicht werde.

Predigtext des Kirchenvaters
4. Lesung:
Philippus, der aus Bethsaida stammte, war einer von den Aposteln, die zuerst von Christus dem Herrn berufen wurden; und von ihm wurde Nathanael, als er gehört hatte, daß der im Alten Bunde verheißene Messias gekommen sei, zum Herrn geführt. Wie zärtlich aber Christus mit ihm verkehrte, zeigt leicht der Umstand, daß die Heiden, die den Heiland zu sehen wünschten, an Philippus sich wandten, und daß der Herr, als er in der Einöde die Menschenmenge speisen wollte, Philippus also anredete: „Womit sollen wir Brot kaufen, damit diese zu essen bekommen?“ Als er den Heiligen Geist empfangen, und ihm Scythien zur Verkündigung des Evangeliums zugefallen war, bekehrte er beinahe dieses ganze Volk zum christlichen Glauben. Zuletzt wurde er, als er nach Hierapolis in Phrygien gekommen war, für den Glauben an Christus ans Kreuz geschlagen und mit Steinen überschüttet, und zwar am 1. Mai. Sein Leib wurde ebendort von den Christen bestattet, später nach Rom übertragen und in der Basilika der zwölf Apostel zugleich mit dem Leibe des heiligen Apostels Jakobus beigesetzt.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

5. Lesung:

Jakobus, ein Blutsverwandter des Herrn, mit dem Beinamen „Der Rechtschaffene“, trank vom frühesten Lebensalter an keinen Wein und kein gegorenes Getränk, aß kein Fleisch, ließ sich nie die Haare scheren und gebrauchte niemals eine Salbung oder ein Bad. Ihm allein war es gestattet, in das Allerheiligste einzutreten. Er trug linnene Kleider; auch hatte die Beständigkeit im Beten seine Knie so mit einer dicken Haut überzogen daß sie in ihrer Härte einer Kamelhaut ähnlich war. Ihn wählten nach der Himmelfahrt des Herrn die Apostel zum Bischof von Jerusalem; zu ihm sandte auch der Apostelfürst den Boten, der die Nachricht bringen sollte, daß er aus dem Gefängnis durch einen Engel herausgeführt worden sei. Als aber auf der Versammlung der Apostel in Jerusalem ein Streit entstanden war über das Gesetz des Alten Bundes und die Beschneidung, hielt Jakobus als Anhänger der Ansicht des Petrus an die Brüder eine Rede, in der er die Berufung der Heiden nachwies und erklärte, es müßte den abwesenden Brüdern geschrieben werden, daß sie den Heiden nicht die Last des mosaischen Gesetzes auferlegen sollten. Von ihm spricht auch der Apostel an die Galater: „Einen anderen Apostel aber habe ich nicht zu sehen bekommen mit Ausnahme des Jakobus, des Bruders des Herrn.“

6. Lesung:

Jakobus So groß war aber die Heiligkeit des Jakobus, dass die Menschen um die Werte der Nacht trachteten, den Saum seines Kleides zu berühren. Er wurde nun im Alter von 96 Jahren, nachdem er 30 Jahre lang die genannte Kirche geleitet hatte, da er Christus als Gottes Sohn mit Beharrlichkeit verkündete, zuerst Gestein nicht, alsdann auf den höchsten Punkt des Tempels geführt und von dort hinabgestürzt. Mit gebrochenen Gebeinen halbtot da liegend, erhob er die Hände zum Himmel und bat Gott um Rettung für jene mit den Worten: vergib ihnen, auch Herr; denn sie wissen nicht, was sie tun. Während dieses Gebetes gab er, als ein Haupt mit einer Walkerkeule schwer getroffen war, seine Seele Gott zurück im siebenten Jahre Neros und wurde neben dem Tempel, von dem er herabgestürzt worden war, bestattet. Er verfasste einen Brief, der zu den sieben allgemeinen Briefen gehört.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Auslegung des Evangeliums

7. Lesung:

Jakobus Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. Wir müssen, beliebtester, uns mit größerer Aufmerksamkeit Gott zu wenden, damit wir die Worte des heiligen Evangeliums, die eben in unseren Ohren geklungen haben, auch einigermaßen mit dem Geiste erstatten können. Es sagt nämlich der Herr Jesus: „lasst euer Herz nicht in Verwirrung kommen; er glaubt an Gott, glaubt also auch an mich.“ Damit sie nicht als Menschen Angst haben vor dem Tode und deshalb in Verwirrung geraten, tröstet er sie, indem er überzeugt, dass auch er Gott ist. „Er glaubt, sagt er, an Gott, glaubt also auch an mich.“ Es ist nämlich folgerichtig, dass ihr, wenn ihr an Gott glaubt, auch an mich glauben müsst; was nicht folgerichtig wäre, wenn Christus nicht Gott wäre.

8. Lesung

Ihr glaubt an Gott, glaubet also auch an denjenigen, dem es Wesenheit ist, nicht eine Anmaßung, Gott gleich zu sein; denn er hat sich wohl zu einem Nichts gemacht, aber nicht die Wesenheit Gottes verloren, sondern die Natur eines Knechtes angenommen. Ihr befürchtet den Tod für diese Natur eines Knechtes: „Laßt euer Herz nicht ängstlich werden“ – es wird sie die Natur Gottes zum Leben erwecken. Aber was besagt das, was folgt: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen“, anders, als daß sie auch für sich fürchteten? Darum mußten sie hören: „Laßt euer Herz nicht in Verwirrung bringen.“ Wer von ihnen sollte nämlich nicht Furcht haben, da zu Petrus gesagt worden war: „Es wird der Hahn nicht ausgekräht haben, bis du mich zweimal verleugnest“?

9. Lesung

Als ob sie also gleichsam von ihm getrennt zugrunde gehen sollten, waren sie mit Recht in Verwirrung; aber wo sie hören: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen; wenn nicht, dann hätte ich es euch gesagt; ich gehe doch hin, euch einen Platz bereit zu machen“, erholen sie sich von der Verwirrung wieder voll Gewißheit und Zuversicht, daß sie auch nach den Gefahren der Versuchungen bei Gott mit Christus werden bleiben können; denn wenn auch „einer stärker ist als der andere, einer weiser als der andere, einer rechtschaffener als der andere“, „gibt es doch im Hause meines Vaters viele Wohnungen.“ Keiner von ihnen soll fern bleiben von jenem Hause, wo jeder eine Wohnung erhalten soll nach seinem Verdienst.

8. Lesung:

Jakobus 

9. Lesung:

Jakobus

Kirchengebet

Gott, du erfreuest uns alljährlich durch das Fest Deiner Apostel Philippus und Jakobus; nun bitten wir Dich: laß uns das Beispiel jener, über deren Verdienste wir uns freuen, zur Belehrung sein. Amen.

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