Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage III – Unschuldige Kinder

Evangelium am Feste der Hl. Unschuldigen Kinder

Mt 2, 13 – 18

Als die Weisen aus dem Morgenlande weggezogen waren, erschien dem Joseph im Traum ein Engel des Herrn und sprach: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten. Bleibe dort, bis ich dir Weisung gebe. Denn Herodes wird nach dem Kinde suchen, um es zu ermorden.“ Da stand er auf, nahm noch in der Nacht das Kind und seine Mutter und zog nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tode des Herodes. So sollte in Erfüllung gehen, was der Herr durch den Propheten gesprochen hatte: „Aus Ägypten berief ich meinen Sohn.“

Als Herodes sich von den Weisen hintergangen sah, geriet er in heftigen Zorn. Er ließ in Bethlehem und in dessen ganzem Gebiete alle Knäblein von zwei Jahren und darunter umbringen – entsprechend der Zeit, die er von den Weisen erforscht hatte. Da erfüllte sich das Wort des Propheten Jeremias, der da spricht:

In Rama wird Klage laut, Viel Weinen und Wehgeschrei: Rachel weint um ihre Kinder Und will sich nicht trösten lassen, Weil sie nicht mehr sind.“

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Priester Hieronymus.
Buch 1 der Auslegung zu Mt Kap. 2

Als er das Kind nahm und seine Mutter, um nach Ägypten überzusiedeln, hat er sie zur Nachtzeit und im Dunkeln genommen, da er ja die Nacht der Unwissenheit denen, von denen er wegging, in ihrem Unglauben zurückgelassen hat. Wo er jedoch nach Judäa zurückkehrt, wird weder die Nacht, noch das Dunkel im Evangelium erwähnt, weil am Ende der Welt die Juden den Glauben oder gleichsam den von Ägypten zurückkehrenden Christus annehmen und auf diese Weise zum Licht gelangen werden.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Damit erfüllt würde, was vom Herrn durch den Propheten gesagt worden ist: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ Mögen hier eine Antwort geben diejenigen, die den Ausgaben der Hebräer die Glaubwürdigkeit bestreiten, wo dieses bei den Übersetzern der Siebzigerausgabe zu lesen ist. Weil sie dies nicht finden werden, will ich ihnen sagen, daß es beim Propheten Oseas geschrieben steht, wie die Bücher beweisen können, die ich neulich veröffentlicht habe.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. 
Gott sei Dank gesagt.

Damals ist in Erfüllung gegangen, was durch den Propheten Jeremias gesagt worden ist: „Ein großes Jammer hört man in Rama, Wehklagen und Weinen. Rachel weint über ihre Kinder.“ Von Rachel ist Benjamin geboren, in dessen Stammland Bethlehem nicht liegt. Es wird also die Frage gestellt, in welchem Sinne Rachel die Nachkommen Judas, d. i. Die um Bethlehem, als die ihrigen beweint. Ich weill kurz antworten: Weil sie in der Nähe von Bethlehem in Ephrata begraben liegt, und von dem nach Art der Mutter ihrem kleine Leib gewährten Aufenthaltsort den Namen Mutter (von Bethlehem) erhalten hat. Oder: weil die beiden Stämme Juda und Benjamin nebeneinander lagen und Herodes nicht bloß de Kinder in Bethlehem hatte töten lassen, sondern auch in dessen ganzer Umgegend.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. 
Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Gott, dessen Ruhm die unschuldigen Kinder nicht durch Reden, sondern durch Sterben verkündet haben; ertödte in uns alles Böse, damit den Glauben, welchen unsere Zunge ausspricht, auch unser Leben bekenne! Amen.

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