Tradition und Glauben

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Christkönig

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Vierte Lesung

Aus dem Rundschreiben des Papstes Pius XI. Da das Heilige Jahr nicht bloß eine Gelegenheit geboten hat, das Königtum des Herren zu verherrlichen, glauben wir etwas dem apostolischen Amt ganz Entsprechendes zu vollbringen, wenn wir in Erfüllung der von vielen Kardinälen, Bischöfen und Gläubigen entweder vereinzelt oder gemeinsam uns vorgetragenen Bitten dieses Jahres selbst mit der Einführung eines eigenen Festes zu Ehren des Königtums unseres Herrn Jesus Christus in die kirchliche Liturgie beschließen. Dass Christus im übertragenen Sinne des Wortes König genannt wird wegen des größten Grades der Herrlichkeit, aufgrund dessen er über alle geschaffenen Wesen emporragt und den Vorrang inne hat, dass sich schon lange und allgemein in Gebrauch gekommen. So nämlich kommt es, dass es von ihm heißt, dass er „in den Seelen der Menschen“ herrsche, nicht so sehr wegen der Schärfe seines Geistes und des weiteren Umfanges seines Willens, als vielmehr deshalb, weil er selbst die Wahrheit ist, und weil die Sterblichen von ihm die Wahrheit schöpfen und in Untertänigkeit annehmen müssen; ebenso (herrscht er) im Willensvermögen der Menschen, weil nicht bloß in ihm die Heiligkeit des göttlichen Willens eine ganz und gar vollständige Lauterkeit und Anpassung des menschlichen entspricht, sondern auch weil er in unseren freien Willen durch seine andere Regung und Eingebung Dinge hineingleitet, durch die wir zu den edelsten Werken entflammt werden. Als „König der Herzen“ wird schließlich Christus anerkannt wegen seiner „alles Wissen überragenden Liebe“ und Milde und Güte, die die Seelen anlockt; denn weder ist es bisher vorgekommen, dass sie jemand von der Gesamtheit der Völker in der Weise geliebt würde wie Christus, noch wird es je in Zukunft verkommen, dass jemand in der Weise geliebt wird. Um aber in umfassenderen Sinne an die Sache heranzugehen, sieht ein jeder, dass wir die Namen und die Gewalt eines Königs in der eigentlichen Bedeutung des Wortes für den Menschen Christus verlangen müssen; denn es kann von ihm nur alles von einem Menschen gesagt werden, dass er vom Vater „Macht und Ehrenrang und Herrschergewalt“ erhalten habe, da er doch als das Wort Gottes, dass die selbe Wesenheit wieder Vater, alles mit dem Vater gemeinsam haben muss, und infolge davon auch gegenüber allen geschaffenen Dingen das größte und uneingeschränkteste Gebieterrecht.

Fünfte Lesung

Auf welcher Grundlage aber diese würde und Gewalt unseres Hern beruht, bemerkt ihn passender Weise Cyrill von Alexandrien: „Um es mit einem Worte zu sagen, besitzt er die Herrschaft über alle geschaffenen Dinge, nicht weil er sie mit Gewalt erpresst hätte oder als ob sie ihm anderswo her zugetragen worden wäre, sondern aufgrund seines Wesens und seiner Natur; d. h. sein Vorrang stützt sich auf jene wunderbare Vereinigung, die wir die hypostatische (Vereinigung zweier Wesenheiten in einer Person) nennen.“ Daraus folgt, dass Christus nicht bloß als Gott von Engeln und Menschen angebetet werden muss, sondern dass aus seiner Herrschaft als Mensch Engel und Menschen gehorchen und sich unterwerfen müssen, d. h. dass Christus schon infolge der hypostatischen Vereinigung die Gewalt über alle geschaffenen Dinge besitzt. Um aber die Bedeutung und die Natur dieses Vorganges kurz zu erklären, ist es kaum notwendig zu sagen, dass er in einer dreifachen Gewalt besteht, ohne die ein Vorrang kaum als solcher verstanden wird. Dies zeigen die aus der Heiligen Schrift entnommenen und angeführten Zeugnisse zu bezüglich der allgemeinen des allgemeinen Herrscherrechts unseres Erlösers in überreiche Weise, und so muss man es mit dem den Katholiken gebotenen Glauben festhalten, dass Jesus Christus den Menschen wohl als Erlöser gegeben sei, dem sie Vertrauen schenken sollen, aber auch zugleich als Gesetzesgeber, dem sie gehorchen sollen. Was ihn aber angeht, so berichten, die Evangelien zwar nicht so das er (bestimmte) Gesetze erlassen habe, vielmehr führen sie ihn im allgemeinen als Gesetzgeber ein; und von denen, die diese Gesetze beobachten, heißt es an den verschiedenen Stellen in verschiedenen Wendungen bei diesem göttlichen Lehrer, dass sie ihre Liebe ihm gegenüber erproben und in seiner Liebe bleiben würden. Von der ihm vom Vater übertragenen richterlichen Gewalt erklärt Jesus selbst den Juden gegenüber, die ihn der Verletzung der Sabbatsruhe durch die wunderbare Heilung des Lahmen beschuldigten: „denn der Vater richtet niemand, sondern er hat alle richterliche Tätigkeit im Sohne übertragen.“ Und darin ist es auch – weil diese Sache von dem Richteramt nicht getrennt werden kann – eingeschlossen, dass er Belohnungen und Bestrafungen der Menschen noch bei ihren Lebzeiten aufgrund eigenen Rechtes zukommen lassen kann. Aber außerdem muss man Christus die sogenannte Vollziehungsgewalt zur können, da ja seinem Herrscherwillen alles zu gehorchen haben, und zwar in Folge als er die Verurteilung der widerspenstigen zu den kleinen Kunden gibt, denen niemand entweichen kann.

Sechse Lesung

Dass aber diese königliche Tätigkeit in einer besonderen Eigenart besteht und eine geistige ist und sich auf geistige Dinge bezieht, zeigen einerseits ganz deutlich die Worte, die wir oben aus der Heiligen Schrift angeführt haben, andererseits bestätigt es Christus der Herr durch die Art seiner Tätigkeit. Da nämlich, nicht bloß bei einer Gelegenheit, die Juden und sogar auch die Apostel irrtümlich glaubten, der Messias werde dem Volke die Freiheit zurückerobern und das Reich Israel wiederherstellen nahm er ihnen diese Ansicht und Hoffnung als eine trügerische und erschütterte sie; als er von der um ihn zahlreich versammelten Menge von Bewunderern zum König ausgerufen werden sollte, wies er sowohl die Namen wie die Ehre zurück, in dem er floh und sich verbarg; vor dem römischen Landpfleger erklärte er, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei. Und dieses Reich wird im Evangelium als ein solches dargestellt, dass die Menschen den Eintritt in dasselbe durch Übung von Gesinnungsumwandlung vorbereiten sollen, diesen Eintritt aber allein durch Glauben und durch die Taufe vollziehen können, die wohl eine äußerliche Handlung ist aber doch innere Neubelegung versehen bildet und bewirkt; es wird einzig zum reichte Satans und zur Macht der Dunkelwesen in Gegensatz gebracht und fordert von den Anerkennungen, dass sie nicht nur nach Losreissen der Seele von Reichtum und irdischen Gütern sich im Wandel der Milde befleißigen und nachdem, was recht ist, hungern und dürsten, sondern auch, dass sie sich selbst verleugnen und ihr Kreuz auf sich nehmen. Da nun aber Christus einerseits als Erlöser die Kirche durch sein Blut an sich gebracht, andererseits als Priester sich selbst für die Sünden als Opfer Lamm dargebracht hat und fortwährend darin, wem leuchtet es alsdann nicht ein, dass das König am selbst das Wesen dieses zweifachen Amtes annehme und Teile? Ganz schmählich würde übrigens derjenige ehren, der die Menschen Christus jegliches Herrscher rechts über die staatsbürgerliche Ordnung ableget, da er vom Vater eine ganz und unbeschränkte Gewalt gegenüber den geschaffenen Dingen in der Weise innehat, dass alle seinem Gutdünken unter geben ist. Daher setzen wir mit unserer apostolischen Gewalt das Fest des Königtums unseres Herrn Jesus Christus ein minder Bestimmung, dass es alljährlich am letzten Samstag des Monats Oktober, d. h. an jenem (Sonntag) der unmittelbar dem feste Allerheiligen vorangeht, auf der ganzen Welt begangen werde. Ebenso ordnen wir an, dass an demselben Tage die Weihe der Menschheit an das Allerheiligste Herz Jesu alljährlich erneuert werde.

Evangelium des Christkönigfestes (letzter Sonntag im Oktober)

Joh 18, 33 – 37 Pilatus ging wieder in das Gerichtsgebäude, ließ Jesus rufen und fragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Jesus antwortete: „Sagst du das aus dir selbst oder haben es dir andere von mir gesagt?“ Pilatus entgegnete: „Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir übergeben. Was hast du getan?“ Jesus erwiderte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, dass ich den Juden nicht ausgeliefert würde. So aber ist mein Reich nicht von hier.“ Da sprach Pilatus zu ihm: „Du bist also doch ein König?“ Jesus antwortete: „Ja, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus.

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Was war es denn Bedeutendes für den König der Ewigkeiten, ein menschlicher König zu werden? Der König von Israel, Christus, ist doch nicht da, um Steuern einzutreiben oder ein Heer mit Eisen zu bewaffnen und die Feinde in sichtbarer Art zu unterwerfen, sondern der König von Israel ist dazu da um die Gemüter zu regieren, um für die Ewigkeit zu versorgen, um in das himmlische Königreich die Glaubenden, die Hoffenden und die Liebenden überzuführen. Daß also der dem Vater gleiche Gottessohn, das Wort, durch das alles gemacht ist, König von Israel werden wollte, ist eine Herablassung, keine Beförderung, ist ein Zeichen von Erbarmung, nicht eine Vermehrung der Macht. Derjenige, der auf Erden König der Juden hieß, ist im Himmel Herr der Engel. Aber ist Christus nur König der Juden oder auch der (nichtjüdischen) Völker? Gewiß, auch der (nichtjüdischen) Völker. Nachdem er nämlich in der Weissagung erklärt hatte: „Ich bin doch als König eingesetzt auf Sion, seinem heil‘gen Berge, soll euch ein Dekret des Herrn verkünden“, hat er, damit nicht jemand wegen des Ausdrucks „Berg Sion“ meine, er sei König nur für die Juden, gleich angefügt: „Es spricht der Herr zu mich: Du bist ein Sohn mir; ich laß im ew‘gen Heute dich aus meinem Schoß hervorgeh‘n. Wie du‘s verlangst, so geb‘ ich dir die Völker zum Besitze, zu deinem Eigentum die ganze Welt bis an die Grenzen.“

Jesus antwortete: „Mein Königreicht ist nicht von dieser Welt; wenn mein Königreich von dieser Welt wäre, würden gewiß meine Dienstmannen zur Waffe greifen, auf daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Königreich nicht von hier.“ Das ist es, was der gute Meister uns wissen lassen wollte; aber zunächst sollte uns erklärt werden die verkehrte Ansicht der Menschen über sein Königreich und zwar sowohl die der Nichtjuden wie die der Juden, von denen Pilatus dies gehört hatte; als ob er deshalb mit dem Tode bestraft werden sollte, weil er nach einem ihm nicht zukommenden Königreich gestrebt hätte, oder weil von Natur aus die Herrschenden gegen die Anwärter auf die Herrschaft Eifersucht zeigen und dementsprechend vorgebeugt werden müßte, daß sein Königreich weder zu den Römern noch zu den Juden in Gegensatz träte. Es konnte aber der Herr mit den Worten: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“ auf die erste Frage des Landpflegers Antwort geben, wo er zu ihm sagte: „Bist du ein König der Juden?“; aber wo er umgekehrt diesen fragte, ob er dies von sich aus sage oder von anderen gehört hätte, wollte er auf dessen Antwort hin zeigen, daß ihm dies von den Juden vor ihm als Verbrechen vorgeworfen wurde, und so machte er uns die Gedanken der Menschen bekannt, die er selbst kannte, „daß sie verkehrt sind“ und entgegnete ihnen nach der Antwort des Pilatus, und zwar nun sowohl den Juden als auch den Nichtjuden in passender und geeigneter Weise: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt.

Kirchengebet: O allmächtiger und ewiger Goo, der du beschlossen hast, deinem geleibten Sohn, dem König des Weltalls , Als dem Haupt dass alle Völker Familien, die durch die Sünde wund geworden und auseinandergerissen sind, unter seine so milde Herrschaft gebracht werden.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. II, Regensburg 1927, 842 f.

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