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Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage III – Fronleichnam

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Evangelium des Heil. Fronleichnansfestes

Joh 6, 56 – 59 Jesus sprach: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der Vater gesandt hat und ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der mich ißt, durch micht leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, nicht wie das (Manna), das eure Väter gegessen haben, die gestorben sind. Wer dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin.

Da die Menschen beim Essen und Trinken die Absicht haben, daß sie weder Hunger noch Durst leiden, so hat diesen Erfolg im wahren Sinne einzig jene Speise und jener Trank, die diejenigen, von denen er genossen wird, unsterblich und unverweslich macht. Und das ist die Gemeinschaft der Heiligen selbst, in der ein voller und einseitiger Friede und Eintracht herrschen wird. Dabei hat, wie es auch schon vor uns die Gottesmänner beachtet haben, Jesus Christus, unser Herr, seinen Leib und sein Blut unter solchen Dingen angeboten, die aus vielen Bestandteilen in einer Einheit zusammengebracht werden; denn das eine wird aus vielen Körnern zu einer Einheit hergestellt, das andere fließt aus vielen Beeren zu einer Einheit zusammen. Alsdann erklärt er, wie das geschehen soll, wovon er spricht, und was das heißt, seinen Leib zur Speise und sein Blut zum Trank zu haben.

„Wer meinen Leib zur Speise und mein Blut zum Tranke hat, der bleibt in mir, und in dem bleibe ich.“ Das heißt also: jenes Brot zur Speise und jenes Blut zum Tranke zu haben, in Christus bleiben und ihn als Bleibenden in sich haben. Und infolgedessen hat derjenige, der nicht in Christus bleibt und in dem nicht Christus bleibt, zweifellos keine geistigen Genuß seines Leibes und keinen geistigen Trank seines Blutes, auch wenn er leiblich und sichtbar mit den Zähnen die heilige Hülle des Leibes und Blutes Jesu Christi drückt; vielmehr nimmt er das Essen und Trinken eines so großen Heiligtums vor zur Verurteilung seiner selbst, weil er als Unreiner es wagt, zu den Sakramenten Christi hinzuzutreten, die keiner würdig empfängt, der nicht so rein ist, daß von ihm gesagt werden kann: „Selig sind, die ein reines Herz haben; denn sie werden sich an Gott laben.“

„Wie mich“, so sagt er, „der lebendige Vater gesandt hat, und ich dem Vater gemäß lebe, so wird auch derjenige, der mich zur Nahrung hat, mir gemäß leben.“ Es ist, als ob er sagen wollte: daß ich dem Vater gemäß lebe, d. h. daß ich nach ihm als dem Größeren mein ganzes Leben einrichte, das hat mein Niedrigkeitszustand bewirkt, in dem er mich gesandt hat. Damit aber einer mir gemäß lebe, das bewirkt die Teilnahme an mir, in der er sich von mir nährt. Also lebe ich in meiner Erniedrigung dem Vater gemäß; er lebt in seiner Erhöhung mir gemäß. Wenn aber so gesagt ist: „Ich lebe dem Vater gemäß“, so ist das, weil er vom Vater und nicht der Vater von ihm stammt, gesagt, ohne die Gleichheit zu beeinträchtigen. Und doch hat er nicht, wenn er sagte: „So wird derjenige, der sich von mir nährt, auch mir gemäß leben“ etwas bezeichnet, was bei ihm und bei uns gleich wäre, sondern er hat seine gnadenspendende Stellung als Mittler dargestellt.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott! der Du unter dem wunderbaren Geheimnisse das Gedächtniß deines Leidens hinterlassen hast; wir bitten Dich, verleihe, daß wir die hochheiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes also verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung in uns jederzeit erfahren mögen! Amen.

 

 

 

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