Tradition und Glauben

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage III – Kostbares Blut Christi

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Evangelium zum Fest des kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus

Joh 19, 30 – 35

Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und das Haupt neigend, übergab er seinen Geist.

Damit nun die Leiber nicht am Sabbate am Kreuze blieben, weil es der Rüsttag war (denn jener Sabbat war groß), baten die Juden den Pilatus, daß ihnen die Beine gebrochen, und sie abgenommen werden möchten. Da kamen die Soldaten, und zerbrachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesus kamen, und sahen, daß er schon gestorben sei, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern einer von den Soldaten öffnete seine Seite mit einem Speere, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.

Predigtext des Kirchenvaters
In den Lesungen zeigt der heilige Johannes Chrysostomus (Homilie an die Neugetauften) die Wirkungen des heiligen Blutes des Paschalammes, und zwar

in der 4. Lesung schildert er die Vorgänge beim Schlachten des Paschalammes und die Bedeutung derselben:
Predigt des heiligen Johannes Chrysostomus. Wollt ihr hören, was die Wirkung des Blutes Christi ist? Wir wollen zurückgehen zu seinem Vorbild und das ins Gedächtnis rufen, was ihm früher ähnlich war, und berichten, was die alte Heilige Schrift enthält. In Ägypten drohte Gott, zur Nachtzeit, den Ägyptern die zehnte Plage an, bei der ihre Erstgeborenen zugrunde gehen sollten, weil sie sein als Erstgeborener geltendes Volk zurückhielten. Aber damit das liebe Judenvolk nicht mit ihnen in Gefahr käme, da ein und derselbe Raum alle auf sich vereinigte, wurde ein Mittel gefunden, eine Trennung vorzunehmen. Infolgedessen wurde das Vorbild ein bewundernswertes, damit man die Kraft in der Verwirklichung erkennen könnte. Man mußte auf den Zorn des göttlichen Unwillens gefaßt sein, und durch die einzelnen Häuser ging der Todbringer. Was tat also Moses? „Schlachtet“, so sagte er, „ein einjähriges Lamm, und mit seinem Blute bestreichet die Türpfosten.“ Was sagst du, Moses? Pflegt denn Schafblut den mit Vernunft begabten Menschen vom Unheil zu befreien? Gar sehr, sagt er; nicht weil es Blut ist, sondern weil durch dasselbe ein Vorbild vom Blute des Herrn gezeigt wird.

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V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 5. Lesung wendet der Heilige das vom Blut des Paschalammes Gesagte auf das Blut des Herrn an:

Denn wie die Standbilder der Herrscher, die ohne Denkkraft und ohne Redegabe sind, manchmal den mit einer Seele und mit Vernunft ausgestatteten Menschen, die bei ihnen Zuflucht suchen, zu helfen pflegen, nicht weil sie aus Erz gebildet sind, sondern weil sie das Bild des durch sie dargestellten Fürsten tragen, so befreite jenes Blut, das selbst ohne Verstand war, die mit einer Seele ausgestatteten Menschen vom Untergang; nicht weil es Blut war, sondern weil es die Ankunft dieses Blutes andeutete. Und so lenkte jener todbringende Engel, als er die bestrichenen Türpfosten und Hauszugänge sah, den Schritt weiter und wagte nicht einzutreten. Wenn also jetzt der Feind nicht das auf die Türpfosten gestrichene Blut des Vorbildes, sondern as im Mund der Gläubigen glänzende Blut des wirklichen Christus sieht, durch das die Pfosten des Gottesbaues eingeweiht sind, wird er um so eher zurückweichen. Wenn nämlich der Engel vor dem Vorbild wich, um wie viel größeren Schrecken wird der Feind bekommen, wenn er die Wirklichkeit selbst schaut? Willst du auch eine andere Wirksamkeit dieses Blutes untersuchen? Ich will es. Alsdann sieh zu, woher es zunächst gekommen und aus welcher Quelle es geflossen ist. Vom Kreuze selbst ist es zunächst gekommen; jene Seite des Herrn war der Ausgangsort. Nachdem nämlich, so heißt es, Jesus gestorben war und noch am Kreuze hing, kam ein Soldat hinzu, durchbohrte die Seite mit einer Lanze, und daraufhin floß Wasser und Blut heraus. Das eine ist Sinnbild der Taufe, das andere Sinnbild des allerheiligsten Sakramentes. Deshalb heißt es nicht: „Es kam Blut und Wasser heraus“, sondern es kam zunächst Wasser heraus und Blut, weil wir zunächst in der Taufe gewaschen werden und alsdann in das Geheimnis des allerheiligsten Sakramentes eingeführt werden.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 6. Lesung gt der Heilige eine Betrachtung über die sinnbildliche Bedeutung des aus der Seite des Herrn geflossen Blutes an:
Der Soldat machte eine Öffnung in der Seite und machte die Wand des heiligen Tempels sichtbar. Und ich habe damit einen herrlichen Schatz entdeckt und habe meine Freude daran, glänzende Reichtümer zu finden. So ist es auch bei jenem Lamm gegangen. Die Juden schlachteten, ein Schaf, und ich erkannte, welche Frucht im verborgenen Heiligtum enthalten ist. „Aus der Seite kam Wasser und Blut.“ Geh nicht so leicht, mein Zuhörer, an dem vorbei, was in einem solchen Heiligtum verborgen ist. Mir liegt noch ob, eine sinnvolle und das Dunkel aufschließende Rede anzufügen. Ich sagte, daß jenes Wasser und Blut ein Sinnbild der Taufe und des allerheiligsten Sakramentes andeutet. Daraus ist nämlich die heilige Kirche gegründet durch die Wiedergeburt im heiligen Bade und durch die Erneuerung, die der Heilige Geist bewirkt. Durch die Taufe, sage ich, und durch die geheimnisvollen Werte, die aus der Seite hervorgekommen zu sein scheinen. Aus seiner Seite hat also Christus den Stoff für den Bau der Kirche genommen, wie aus der Seite des Adam dessen Gattin Eva hervorgekommen ist. Denn aus diesem Grunde bringt der heilige Paulus diese Behauptung: „Wir stammen aus seinem Wesen und aus seinen Gliedern“, und deutet also auf seine Seite hin. Denn wie aus jener Seite Gott das Weib entstehen ließ, so hat uns aus seiner Seite Christus Wasser und Blut gegeben, damit daraus die Kirche bereitet würde.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

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Kirchengebet

Allmächtiger ewiger Gott, Du hast Deinen eingeborenen Sohn zum Erlöser der Welt eingesetzt und wolltest durch Sein Blut Dich versöhnen lassen; so laß uns denn, wir bitten Dich, den Lösepreis unseres Heiles in festlicher Feier verehren und durch seine Kraft vor den Übeln dieses Lebens auf Erden beschirmt werden, so daß wir uns im Himmel ewig seiner Frucht erfreuen dürfen. Durch Ihn, unsern Herrn. Amen.

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