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1. Mai – St. Joseph der Arbeiter

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Evangelium vom Fest des Hl. Joseph, Gemahl der hl. Jungfrau Maria, Bekenner und Schutzpatron der ganzen Kirche

Luk 3, 21-23

Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten mal öffentlich auftrat. Man hielt ihn für den Sohn Josefs.

Predigtext des Kirchenvaters

In den Lesungen werden Ereignisse aus dem Leben des ägyptischen Joseph beachtet, die auf den heiligen Joseph angepaßt werden, um seine Vorzüge darzustellen, und zwar in der 1. Lesung (Gn 39, 1 – 6) das unschuldige Leben Josephs und der durch ihn in das Haus Putiphars gebrachte Segen:

Vierte Lesung:

Erste Lesung

Aus dem Buche Genesis. Also wurde Joseph nach Ägypten geschafft; und es kaufte ihn Putiphar, ein Angestellter bei Pharao, der Oberbefehlshaber seines Heeres, ein Ägypter, von den Ismaeliten, von denen er hinweggebracht worden war. Und der Herr war mit ihm und er war ein Mann, dem alles gelang. Und er hatte seine Wohnung im Hause seines Herrn, der ganz gut erkannt hatte, daß der Herr mit ihm sei, und daß alles, was er tat, in dessen Hand von ihm geleitet werde. Und Joseph stand in Gnaden bei seinem Herrn und wurde sein Diener; und ihm wurde alles übertragen und so leitete er das ganze Haus und alles, was ihm anvertraut worden war; und der Herr gewähre Segen dem Hause wie auf den Feldern; Und er mehrte all dessen Habe sowohl im Hause wie auf den Feldern; und dieser wußte um nichts anderes als um das Brot, das er aß. Joseph aber war schön von Angesicht und von gefäligem Aussehen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 2. Lesung (41, 37 – 43) wird die von Gott eingegebene Weisheit Josephs und die Übergabe des königlichen Hauses unter seine Leitung dargestellt:

Zweite Lesung

Der Rat Josephs gefiel dem Pharao und allen seinen Ratgebern, und er sagte zu ihnen: Können wir denn einen Mann finden, der vom Geiste Gottes so erfüllt ist? Zu Joseph also sprach er: Weil dir Gott alles dies eingegeben hat, was du gesagt hast, kann ich denn einen finden, der weiser ist als du und der dir das nachmacht? Du sollst die Aufsicht haben über mein Haus und auf deines Mundes Gebot wird das ganze Volk gehorchen; nur durch den Thron will ich über dir stehen. Und wiederum sagte Pharao zu Joseph: Sieh‘ nun, ich habe dir die Aufsicht über das ganze Land Ägypten übertragen. Und er nahm den Ring von seiner Hand und steckte ihn an dessen Hand; und er ließ ihm ein Byssuskleid anziehen und legte ihm eine goldene Kette um den Hals. Alsdann ließ er ihn auf seinen zweiten Wagen steigen und den Herold ausrufen, daß alle vor ihm die Knie beugten und ihn als Vorgesetzten über das ganze Land Ägypten anerkannten.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Dritte Lesung

Auch sagte der König zu Joseph: Ich bin Pharao; ohne deine Weisung soll niemand Hand oder Fuß bewegen im ganzen Lande Ägypten. Und er änderte seinen Namen um und nannte ihn in ägyptischer Sprache „Retter der Welt“. Und er gab ihm zur Gattin Aseneth, die Tochter Putiphars, eines Priesters von Heliopolis. Demgemäß ging Joseph – er war 30 Jahre alt, als er vor dem König Pharao stand – hinaus in das Land Ägypten und durchreiste alle Gegenden Ägyptens. Es kam nun die siebenjährige Fruchtbarkeit, und die in Garben gebundenen Ernte wurde zusammengetragen in die Getreidespeicher Ägyptens. Auch wurde er Überfluß an Getreide in den einzelnen Städten aufbewahrt. Und so groß war der Überfluß an Weizen, daß man ihn dem Sand am Meere vergleichen konnte, und daß die Menge jedes Maß übertraf.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Auch sagte

Predigtext des Kirchenvaters

Vierte Lesung

Predigt vom heiligen Bernardin von Siena. Bei allen eigenartigen Gnadenvorzügen, die einem vernünftigen Geschöpfe mitgeteilt werden, gilt dies als allgemeine Regel, daß, wenn einmal die göttliche Huld jemand zu einem besonderen Gnadenvorzug oder zu einem hohen Stande erhebt, sie ihm alle Gnadenausstattung gewährt, die dieser so auserwählten Person und ihrem Amte notwendig sind und sie in reichem Maße zieren. Dies ist in reichstem Maße verwirklicht worden im heiligen Joseph, dem Manne, der als Vater unseres Herrn Jesus Christus galt und der der wirkliche Gemahl der Königin der Welt und der Herrin der Engel war, der vom ewigen Vater zum Treusorgenden Ernährer und Beschützer seiner vornehmsten Kleinode erwählt war, d. h. seines Sohnes und seiner Braut; und dies sein Amt hat er aufs treueste verwaltet. Darum sagte ihm der Herr: Du guter und getreuer Knecht, gehe ein in die Freude deines Herrn.

Fünfte Lesung

Wenn du ihn in Verbindung bringst mit der ganzen Kirche Christi, ist das nicht ein auserwählter und eigenartiger Mann, durch den und unter dem Christus in ordnungsgemäßer und ehrbarer Weise in die Welt eingeführt wurde? Wenn also der jungfräulichen Mutter die ganze heilige Kirche zum Danke verpflichtet ist, weil sie gewürdigt wurde, durch sie Christus zu erhalten, so schuldet sie nach ihr diesem ganz gewiß eine besondere Dankbarkeit und Ehrfurcht. Er ist nämlich der Schlüssel zum Alten Testament, weil in ihm die Würde der Patriarchen und Propheten zur verheißenen Frucht gelangt. Weiter ist er der einzige, der in Wirklichkeit das zum Besitz erhalten hat, was jenen die göttliche Huld versprochen. Mit Recht also wird als sein Vorbild betrachtet jener Patriarch Joseph, der dem Volke das Getreide aufbewahrte. Aber dieser steht über jenem, weil er nicht bloß den Ägyptern das Brot zum leiblichen leben, sondern allen Auserwählten das Brot vom Himmel, das himmlisches Leben gewährt, mit vieler Sorgfalt aufgezogen hat.

Sechste Lesung

Gewiß ist nicht daran zu zweifeln, daß Christus die Herrlichkeit, Ehrfurcht und die höchste Wertschätzung, die er ihm erwiesen, so lange er unter den Menschen weilte, wie ein Sohn seinem Vater, ihm auch im Himmel nicht vorenthalten, diese im Gegenteil zur Vollendung und Vervollkommnung gebracht hat. Deshalb wird nicht mit Unrecht in dem vorgelegten Worte vom Herrn angefügt: Gehe ein in die Freude, auf daß in geheimnisvoller Weise angedeutet würde, daß diese Freude nicht bloß innerlich in ihm ist, sondern ihn von allen Seiten umgibt und einschließt und ihn wie ein unendliches Meer in sich eintaucht. Denk also an uns, o heiliger Joseph, und tritt mit der Fürsprache deines Gebetes bei demjenigen ein, der als dein Sohn gilt; auch die heiligste Jungfrau, deine Gemahlin, nach uns geneigt, die die Mutter dessen ist, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen.

Auslegung zum Evangelium

Siebte Lesung

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. es ist also klar, daß er (der Evangelist) die Worte: „Er galt als Sohn Josephs“, um derentwillen gesagt hat, die da meinen, er stamme von Joseph in der Weise ab, wie andere Menschen geboren werden. Die aber das beunruhigt, daß Matthäus von David bis auf Joseph absteigend andere Vorväter aufzählt, Lukas aber von Joseph zu David aufsteigend, wiederum andere, können leicht darauf achten, daß Joseph zwei Väter haben konnte, einen, von dem er abstammte und einen anderen von dem er als Sohn angenommen wurde. Sehr alt ist nämlich die Gewohnheit, jemand als Kind anzunehmen auch in jenem Volke Gottes, so daß man sich einen Sohn verschaffte, dem man selbst das Leben nicht gegeben. So kann man verstehen, daß Lukas als Vater Josephs nicht einen, von dem er abstammte, sondern einen, von dem er als Sohn angenommen war, in seinem Evangelium vermerkt hat, und daß er dessen Vorväter hinauf erwähnt, bis er zu David kam.

Achte Lesung

Da man also, wo beide Evangelisten, nämlich Matthäus und Lukas, die Wahrheit berichten, annehmen muß, daß einer von ihnen den Ursprung von dem Vater festhält, von dem er abstammt, der andere von dem redet, der Joseph als Kind angenommen hat, von welchem werden wir nun mit größerer Wahrscheinlichkeit einsehen, daß er den Ursprung aus dem zum Sohn Annehmenden meint, wenn nicht von demjenigen, der es vermieden hat, zu sagen, daß Joseph von dem abstammt, als dessen Sohn er ihn bezeichnet? Wenn aber Matthäus sagt: „Von Abraham stammte Isaak, von Isaak stammte Jakob“ und wenn er bei dem Worte „er stammte“ verbleibt, bis er zuletzt sagte: „Von Jakob stammte Joseph“, so hat er deutlich genug zum Ausdruck gebracht, daß er den Ursprung der Väter bis zu jenem Vater geleitet hat, von dem Joseph nicht als Sohn angenommen war, sondern von dem er wirklich abstammte.

Neunte Lesung

Und doch dürfte, auch wenn Lukas Joseph einen von Heli abstammenden Sohn nennen würde, uns dieser Ausdruck nicht derartig in Verwirrung bringen, daß wir etwas anderes glaubten, als daß vom einen Evangelisten der Vater der Abstammung, vom anderen der als Sohn annehmende Vater erwähnt worden sei. Denn nicht mit Unrecht wird derjenige zwar nicht dem Fleische nach, sondern auf Grund der Liebe Vater dessen genannt, den er sich zum Kinde annimmt. Und so hat sogar Gott uns die Möglichkeit gegeben, seine Kinder zu werden, und hat uns nicht von seiner Natur und seinem Wesen abstammen lassen, wie seinen eingebornen Sohn, sondern er hat uns auf Grund seiner Liebe als Kinder angenommen.

Kirchengebet

Oh Gott, der du in deiner unaussprechlich wunderbaren Vorsehung dich gewürdigt hast, den heiligen Josef zum Gemahl deiner heiligsten Mutter auszuwählen, verleihe uns, wir bitten dich, die Gnade, dass wir an ihm, die wir als unseren Beschützer auf Erden verehren, einen Fürsprecher im Himmel haben. Durch unsern Herrn. Amen.

 

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 775 -780 

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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