Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage III – 1. Adventsonntag

Evangelium des ersten Adventssonntags

Lk 21, 25 – 33

Es werden Zeichen sein an Sonne, Mond und Sternen. Auf Erden wird unter den Völkern angstvolle Verzweiflung herrschen beim Brausen und Branden des Meeres. Die Menschen werden vergehen vor banger Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen werden. Denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn auf einer Wolke kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. Wenn das eintritt, dann richtet euch auf und erhebt euer Haupt! Eure Erlösung naht.“

Er trug ihnen ein Gleichnis vor: „Betrachtet den Feigenbaum und alle andern Bäume. Wenn ihr seht, dass sie ausschlagen, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. So wisset auch, wenn ihr das geschehen seht, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis das alles geschehen ist. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Predigtext des Kirchenvaters, des heiligen Papstes Gregor.
In der 1. Lesung zeigt er den Zweck der Worte des Herrn:
Da unser Herr und Heiland uns bereit antreffen will, kündigt er an, welche Übel die Welt bei ihrem Zerfall begleiten werden, um uns von der Liebe zu ihr abzubringen. Was für Umwälzungen ihrem immer näher kommenden Ende vorausgehen werden, wird uns kund, damit wir, wenn wir vor Gott in ruhigen Zeiten keine Ehrfurcht haben, wenigstens sein nahendes Gericht, wenn es auch nur auf Grund des Erschreckens wegen der Umwälzungen geschieht, fürchten.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 2. Lesung zeigt der heilige Gregor den Zusammenhang der Worte des Herrn:
Dieser Lesung des heiligen Evangeliums, die ihr. Brüder, eben gehört habt, hat der Herr kurz vorher die Worte voraus geschickt: „Es wird sich erheben Volk gegen Volk und Reich gegen Reich, und große Erderschütterungen werden an vielen Orten sein und Seuchen und Hungersnot.“ Und nach einigen Zwischensätzen hat er das angefügt, was ihr eben gehört habt: „Es werden Zeichen auftreten an Sonne, Mond und Sternen, und auf Erden wird Beängstigung unter den Völkern sein wegen der Ratlosigkeit gegenüber dem Brausen des Meeres und seiner Brandung.“ Von diesen Ankündigungen sehen wir schon einige in Erfüllung gehen; andere, die nächstens eintreten, erwarten wir mit Entsetzen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 3. Lesung zeigt der heilige Gregor, was von den Ankündigungen des Herrn bereits erfüllt, was zukünftig ist:
Denn daß Völker sich gegen Völker erheben, daß die von ihnen bereitete Angst auf der Erde lastet, sehen wir in unsern Zeiten mehr, als was wir in Schriften lesen. Daß Erdbeben zahllose Städte zugrunde richten, haben wir, wie ihr wißt, aus anderen Teilen der Welt häufig gehört. Seuchen haben wir zu unserem Leid ständig. Zeichen jedoch an Sonne, Mond und Sternen haben wir deutlich bisher nicht gesehen. Daß aber auch diese nicht weit entfernt sind, können wir schon aus der Veränderung der Luft entnehmen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Komm uns mit deiner Macht zu Hülfe, o Herr! damit wir von den uns bevorstehenden Gefahren der Sünde durch deinen Schutz befreit und durch deine Rettung selig werden mögen! Amen.

2 Gedanken zu „Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage III – 1. Adventsonntag

  1. Wie ist folgendes zu verstehen: “Daß aber auch diese nicht weit entfernt sind, können wir aus der Veränderung der Luft entnehmen.”

  2. @ Christian Harl Schön, dass Sie so gründlich lesen 🙂 Wahrscheinlich ist das so zu deuten, dass nach einem Erdbeben die Luft in der Umgebung oder auch im weiteren Umkreis anders ist. Genauso bei einem Vulkanausbruch. Vielleicht sind Seuchen auch so wahrnehmbar. Ich weiß ganz genaus, dass nach diesem großen Vulkanausbruch auf den Philippinen Pinatubo die Vulkanasche, die sich legte den Boden so verändert hat, dass ganz besondere Kerami dadurch entstanden ist.

    Menschen, die seit Generationen in Erdbebengebieten leben, haben einen zusätzlichen Sinn dafür und wissen früher Bescheid als die Seismologen. Vielleicht liegt es an der Luft?

    Man müsste einen Astronomen fragen, ob es bei irgendwelchen Auffälligkeiten eine andere Luft gibt. Manchmal sagt man die Luft sei “elektrisch”. Wahrscheinlich gibt es bei Meteoriten oder Kometen eine Gravitationsveränderung und damit Verbundene Phänomene.

    Tja, der gute Gregor hatte kein Fernsehen, kein Internet und war ein guter Beobachter.

    Mehr weiß ich nicht darüber.

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