Tradition und Glauben

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage III – 19. Sonntag nach Pfingsten

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Evangelium des neunzehnten Sonntags nach Pfingsten

Mt 22, 1 – 14 Jesus fuhr fort, in Gleichnissen zu ihnen zu reden. Er sprach: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit hielt. Er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen. Doch sie wollten nicht kommen. Er sandte nochmals andere Knechte aus mit dem Auftrag: Sagt den Geladenen: Seht ich habe mein Mahl bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh geschlachtet, und alles steht bereit; kommt zur Hochzeit! Allein sie achteten nicht darauf und gingen fort, der eine auf sein Landgut, der andere zu seinem Geschäfte; die übrigen aber fielen über seine Knechte her, mißhandelten sie, ja schlugen sie tot. Da ward der König zornig. Er sandte seine Truppen aus, ließ die Mörder umbringen und ihre Stadt in Brand stecken. Dann sprach er zu seinen Knechten: Das Hochzeitsmahl ist zwar bereitet, doch die Geladenen waren seiner nicht wert. So geht denn hinaus an die Straßenausgänge und ladet zur Hochzeit, wen ihr nur findet. Die Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle herbei, die sie fanden, Gute und Böse. So füllte sich der Hochzeitssaal mit Gästen. Da trat der König ein, um sich die Gäste anzusehen. Sein Blick fiel auf einen, der kein hochzeitliches Gewand trug. Er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen ohne hochzeitliches Gewand? Der aber schwieg. Da gebot der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn hinaus in die Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papste Gregor dem Großen.
38. über die Evangelien.
Ich erinnere mich, schon gesagt zu haben, daß meistens im heiligen Evangelium als himmlisches Reich die gegenwärtige Kirche bezeichnet wird; die Gemeinschaft der Rechtschaffenen nämlich heißt himmlisches Reich. Weil nämlich der Herr durch den Propheten sagt: „Der Himmel ist mein Thron“ Jes. 66,1. Und Salomon sagt: „Die Seele des Rechtschaffenen ist der Thron der Weisheit“, und da auch der heilige Paulus Christus die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes nennt 1 Cor. i. 24, können wir leicht daraus die Folgerung ziehen, daß, wenn Gott die Weisheit, die Seele des Rechtschaffenen aber der Thron der Weisheit ist, insofern als der Himmel Thron Gottes genannt wird, als Himmel die Seele des Rechtschaffenen gilt.


Das himmlische Reich ist also die Gesamtheit der Rechtschaffenen; dann da deren Herzen auf Erden nichts erstreben, übt auf Grund dessen, daß sie nach der Höhe ihr Sehnen richten, in ihnen der Herr gleichsam wie im Himmel seine Königsherrschaft aus. Es kann also heißen: „Es besteht eine Ähnlichkeit zwischen dem himmlischen Reiche und einem König, der seinem Sohne Hochzeit machte.“ Schon erkennt ihr, meine Teuren, wer der königliche Vater des königlichen Sohnes ist; derjenige nämlich, zu dem der Psalmist sagt: „O Gott, gib dem König deine Herrschaft, deine Macht dem Königssohne.“ „Der seinem Sohne Hochzeit machte.“ Damals nämlich machte Gott Vater Hochzeit seinem göttlichen Sohne, als er diesen im Schoß der Jungfrau mit der menschlichen Natur vereinigte, als er wollte, daß, der vor allen Zeiten Gott war, am Ende der Zeiten Mensch wurde.

Aber weil eine solche hochzeitliche Verbindung aus zwei Personen zu entstehen pflegt, muß das von unserem Denken fern bleiben, daß wir von der Person des Gottmenschen, unseres Erlösers Jesus Christus, glauben, sie sei aus zwei Personen eine geworden. Wir sagen doch, daß sie aus zwei Naturen und in zwei Naturen bestehe; aber die Ansicht, daß etwas aus zwei Personen Zusammengesetztes vorhanden ist, lehnen wir als frevelhaft ab. Deutlicher also und gefahrloser kann gesagt werden, daß insofern der Vater dem königlichen Sohne Hochzeit hielt, als er ihm auf Grund der geheimnisvollen Menschwerdung die heilige Kirche zur Gefährtin gab. Der Schoß der jungfräulichen Mutter aber war das Brautgemach dieses Bräutigams. Deshalb sagt auch der Psalmist: „Dem Sonnenball bereitet er sein Nachtzelt und der tritt nun heraus gleich wie ein Bräutigam aus seinem Brautgemache.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Allmächtiger Gott, wende alles, was unserer Heiligung entgegen ist, gnädig von uns ab, damit wir das, was Dich angeht, sowohl der Seele, als dem Leibe nach mit freiem Geiste erfüllen! Amen.

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