Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage III – Sechzehnter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des sechzehnten Sonntags nach Pfingsten

Lk 14, 1 – 11 Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines vornehmen Pharisäers ging, um zu speisen, gaben sie genau auf ihn acht. Und siehe, vor ihm war ein Mann, der die Wassersucht hatte. Jesus fragte die Gesetzeslehrer und Pharisäer: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?“ Sie schwiegen. Da faßte er ihn an, heilte ihn und hieß ihn von dannen gehen. Dann sprach er zu ihnen: „Einem von euch fällt sein Sohn oder Ochs in eine Grube. Zieht er ihn nicht sofort heraus, auch an einem Sabbat?“ Darauf konnten sie ihm nichts erwidern. Da er bemerkte, wie die Geladenen die ersten Plätze auswählten, trug er ihnen folgendes Gleichnis vor: „Wenn du zu einer Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht an den ersten Platz. Es könnte ein Vornehmerer als du geladen sein, und dein und sein Gastgeber könnten kommen und zu dir sagen: „Mach diesem Platz.“ Dann müsstest du beschämt den letzten Platz einnehmen. Wenn du geladen bist, so geh und setz dich lieber an den letzten Platz. Dann mag dein Gastgeber kommen und zu dir sagen: Freund, rücke höher hinauf! Das wird dir zur Ehre gereichen vor allen, die mit dir zu Tische sitzen; denn jeder, der sich erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich erniedrigt, wird erhöht werden.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius.

Es wird ein Wassersüchtiger geheilt, in dem er zu reichlich aus dem Leibe fließende Stoff die Tätigkeit der Seele erschwerte, das Glühen des Geistes zum Erlöschen brachte. Daraufhin wird gelehrt, daß man demütig sein soll, indem bei jenem Hochzeitsmahl von dem Streben nach einem höheren Platze abgeraten wird; doch in sanftmütiger Weise, damit die Überzeugung von der freundlichen Absicht eine Härte in der Zurechtweisung als ausgeschlossen ansähe, die Art und Weise selbst zum Wecken der Überzeugung beitrüge und die Zurechtweisung die Gesinnung umwandelte. Dieser Belehrung wird gleichsam wie auf der nächsten Schwelle die Mahnung zur Menschenfreundlichkeit angefügt; diese wird aber nach der Erklärung, die der Herr in seinem Ausspruche gibt, als solche hervorgehoben, wenn sie gegen Arme und Gebrechliche geübt wird; denn gastfreundlich zu sein gegen solche, die diese belohnen sollen, ist eine Habsuchtsgesinnung.

Zuletzt wird nun einem Mann, der gleichsam als Soldat ausgedient hat, ein Sold ausgesetzt für das Verachten der Güter; weil weder derjenige, der im Trachten nach niederen Dingen sich irdische Besitzungen zusammenkauft, in das himmlische Reich gelangen kann, da doch der Herr sagt: „Verkaufe alles, was du hast und komme mir nach.;“ noch derjenige, der Ochsen gekauft hat, da doch Elisäus die, die er hatte, tötete und dem Volke verteilte; und da jener, der eine Gattin nimmt, an das denkt, was zur Welt, nicht was zu Gott gehört. Nicht als ob die Ehe getadelt werden sollte, sondern weil zu größerer Ehrung die Jungfräulichkeit berufen ist, weil die ehelose und alleinstehende Frau an das denkt, was den Herrn angeht, um äußerlich und innerlich heilig zu sein.

Doch um wie vorhin mit den Witwen, so jetzt mit den Ehefrauen wieder Gnade zu finden, bin ich der Ansicht nicht abgeneigt, die sehr viele Anhänger hat, da ich drei Arten von der Menschen von der Teilnahme an jenem großen Gastmahl für ausgeschlossen halte: Die Heiden, die Juden, die aus der Kirche Ausgetretenen. Und deshalb sagt der Apostel, daß die Habsucht zu meiden sei, damit wir nicht durch heidnischen Wandel, durch Ungerechtigkeit, Bosheit, Schamlosigkeit, Habgier gehindert, unfähig werden, zum Reiche Christi zu gelangen. „Kein Unreiner nämlich und kein Knecht gemeiner Gier, was Götzendienst ist, hat Eigentumsrecht auf das Reich, in dem Gott herrscht und Christus.“

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Wir bitten Dich, o Herr! daß deine Gnade uns immer zuvorkomme und begleite, damit wir nie aufhören, Gutes zu wünschen und zu thun! Amen.

 

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