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Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage III – Siebter Sonntag nach Pfingsten

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Evangelium des siebten Sonntags nach Pfingsten

Mt 7, 15 – 21 Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch, innen aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten könnt ihr sie erkennen. Sammelt man von Dornbüschen Trauben oder von Disteln Feigen? So trägt jeder gute Baum gute Früchte; ein schlechter Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte tragen und ein schlechter Baum nicht gute Früchte. Jeder Baum, der nicht gute Frucht trägt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also könnt ihr sie erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! Wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist (wird in das Himmelreich eingehen).

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Hilarius.

Die lockenden Worte und die geheuchelte Sanftmut muß seiner Mahnung gemäß nach den Früchten ihrer Tätigkeit abgewogen werden so daß wir nicht drauf achten, wie sich einer in den Worten darstellt, sondern wie er sich in den Werken gibt; denn bei vielen wird durch die Schafskleidung die Raubgier eines Wolfes verdeckt. Also wie die Dornen keine Trauben, wie die Disteln keine Feigen hervorbringen, und wie schlechte Bäume keine nützlichen Früchte tragen, so lehrt er, kann in solchen nicht einmal die Möglichkeit eines guten Werkes bestehen, und deshalb sind alle nach ihren Früchten zu beurteilen. Das Himmelreich erreicht nämlich nicht der Dienst mit bloßen Worten; und es wird auch nicht derjenige, der da sagt: Herr, Herr, dessen Besitzer.

Was nämlich liegt darin für ein Verdienst dem Herrn zu sagen: Herr? Wird er denn nicht Herr sein, wenn er von uns nicht so genannt wird? Und was ist das für ein heiliger Dienst, den Namen auszusprechen, da den Weg zum himmlischen Reiche vielmehr der Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes, nicht aber die Aussprechung seines Namens finden soll? „Viele“, so heißt es, „werden mir alsdann sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen die Zukunft verkündet?“ Auch hier verurteilt er die täuschende Absicht der falschen Propheten und die Verstellung der Heuchler, die sich die Herrlichkeit auf Grund der Worte anmaßen, wegen des Verkündens der Lehre, wegen des Austreibens der Teufel und wegen der Ausführung derartiger Werke.

Und davon versprechen sie sich das himmlische Reich; als ob etwas von dem ihnen eigen wäre, was sie reden oder tun, und als ob nicht alles die angerufene Kraft Gottes wirkte, da doch die Lesung der Lehre Wissen bringt und der Name Christi die Teufel verscheucht. Durch solches, was von uns stammt, muß jene selige Ewigkeit verdient werden, und man muß etwas aus eigenen Kräften leisten, so daß wir nach dem Guten trachten, alles Schlechte meiden, mit ganzer Hingabe den himmlischen Geboten gehorchen, und auf Grund solchen Dienstes Gott bekannt sind, und daß wir lieber das tun, was er will, als dass wir rühmen, was er kann, da er doch solche verabscheut und abweist, die das unrechte Handeln von seiner Anerkennung fern hält.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Gott! dessen Vorsehung, ohne je zu irren, in allem, was sie ordnet, zum Ziele kömmt; wir bitten Dich demüthig, wende alles von uns ab. was uns schädlich ist, und verleih, was zu unserm wahren Nutzen gereicht! Amen.

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