Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage III – Sonntag nach Weihnachten

Evangelium des Sonntags nach der Geburt des Herrn

(oder am Sonntage zwischen Neujahr und heil. Drey Könige.)

(Evangelium Luk. II. 33 — 40.) In jener Zeit (als Simeon das göttliche Kind bei der Darstellung im Tempel als das Licht der Welt pries) wunderten sich Joseph und Maria, die Mutter Jesu, über das, was von Ihm gesagt wurde. Und Simeon segnete sie; dann sprach er zu Dessen Mutter Maria: «Sieh, Dieser ist gesetzt zum Falle und zur Auferstehung vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen, auf daß die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.» (Das Leiden des Heilandes wird zum Prüfstein der Geister werden; die einen werden sich für ihn, die andern gegen ihn entscheiden.) – Damals lebte auch eine Prophetin, Anna mit Namen, die Tochter Phanuels, aus dem Stamme Aser. Sie war schon hochbetagt; nach ihrer Jungfrauschaft hatte sie sieben Jahre mit ihrem Manne gelebt und war nun eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie verließ nie den Tempel und diente [Gott] mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Auch sie kam zur selben Stunde hinzu und pries den Herrn. Dann redete sie von Ihm zu allen, die auf die Erlösung Israels harrten. – Nachdem sie alles nach dem Gesetze des Herrn erfüllt hatten, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück. Der Knabe aber wuchs heran und erstarkte; Er war voll Weisheit, und die Gnade Gottes ruhte auf Ihm.

Evangelium des Sonntags nach der Geburt des Herrn II

(Evangelium Mt II. 19 — 23.) Als Herodes gestorben war, siehe, da erschien dem Joseph in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum und sprach: „Steh auf, nimm das Kind und seineMutter und zieh in das Land Israel, Denn die dem Kinde nach dem Leben strebten, sind gestorben.“ Da stand er auf, nahm das Kind un seine Mutter und zog in das Land Israel. Als er aber vernahm, daß Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes in Judäa regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Auf eine Weisung hin, die er im Traum erhielt, zog er in die Landschaft Galiläa und ließ sich nieder in einer Stadt mit Namen Nazareth. So sollte das Prophetenwort in Erfüllung gehen: „Man wird ihn einen Nazaräer nennen.“

Predigtext des Kirchenvaters

In der 7. Lesung hält sich der heilige Ambrosius (Buch 2 zu Lk Kapitel 2) insbesondere an das, was Simeon über en Herrn gesagt hat:

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius.

Man sieht, wie reichlich der Segen infolge der Geburt des Herrn auf alle ausströmt, und wie die Offenbarung von Gott den Ungläubigen vorenthalten wird, nicht den Rechtschaffenen. So geht auch Simeon ans Weissagen, daß die Ankunft Jesu Christi mit dem Verderben und mit der Auferstehung sehr vieler verbunden sei, insofern als er über die Verdienste der Gerechten und der Gottlosen sein Urteil fällt und je nach der Art unserer Taten als wahrheitsliebender und gerechter Richter entweder Bestrafung bestimmt oder Belohnung.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. 
Gott sei Dank gesagt.

In der 8. Lesung geht der Heilige zu den Worten über, die Simeon über die Zukunft der heiligen Jungfrau sagt:

„Und durch deine eigene Seele wird ein Schwert hindurchdringen.“

Weder der Wortlaut, noch die Geschichte deutet an, daß Maria auf Grund leiblicher Tötung aus diesem Leben geschieden sei. Denn nicht die Seele, sondern der Leib wird durch ein Schwert aus Eisen durchbohrt. Und darum zeigt er, daß die Klugheit Marias nicht ohne Kenntnis dessen war, was der Himmel Geheimnisvolles plante. Denn „Leben schaffend und kraftvoll in seiner Schärfe das schärfste Schwert überragend ist das Wort Gottes, das sich hineinbohrt, bis Sinnliches und Geistiges, bis die Gelenke und die Markteile auseinanderliegen, das die Gedanken des Herzens und das Geheimste in den Seelen durchschaut,“ weil unverhüllt und offen alles steht vor dem Sohn Gottes, dem das im Bewußtsein Verborgene nicht entgehen kann.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. 
Gott sei Dank gesagt.

In der 9. Lesung handelt er von der Witwe Anna:

Es hat also Geheimnisvolles verkündet Simeon, Geheimnisvolles verkündet die Jungfrau (Maria), Geheimnisvolles verkündet die ans Eheband geknüpfte (Elisabeth); es mußte noch Geheimnisvolles verkünden die Witwe, damit kein Beruf und kein Geschlecht fehle. Und darum wird Anna in bezug auf die Verwertung der Witwenschaft und in bezug auf ihren Wandel derartig eingeführt, daß sie als würdig gilt, die Ankunft des Heilandes allen zu verkünden. Da ich deren Vorzüge anderswo geschildert habe, brauche ich es, glaube ich, an dieser Stelle, weil ich zu anderem eilen muß, nicht zu wiederholen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

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