Tradition und Glauben

Brevierlesungen zum 2. Adventsonntag

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Lesung 1

Aus dem Propheten Isaias.
Jes 11,1-4

1 Es wird eine Staude aufsteigen aus der Wurzel Jesses, eine Blume wird aus dessen Stumpf emporsprossen.
2 Und niederlassen wird sich auf diesem Sproß der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist der Klugheit und des Mutes, der Geist der Wissenschaft und Frömmigkeit,
3 Und erfüllen wird ihn der Geist der Ehrfurcht vor dem Herrn. Nicht auf den Blick der Augen hin wird er das Urteil fällen und nicht auf das Gehör der Ohren hin die Entscheidungen treffen,
4 Sondern er wird nach Rechtssinn urteilen zu Gunsten der Notleidenden und nach Billigkeit entscheiden zu Gunsten der Gequälten im Lande.

V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Jerusalem, schnell wird dein Segen kommen; warum bist du in Trauer niedergedrückt? Hast du denn keinen Helfer, da dich so fest gepackt der Schmerz?
* Ich will dir Segen bringen und dich von den Übeln frei machen, habe keine Furcht.
V. Ich bin doch der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Erlöser.
R. Ich will dir Segen bringen und dich von den Übeln frei machen, habe keine Furcht.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
BenediktionDer eingeborene Sohn Gottes geruhe uns den Segen zu geben und beizustehen. Amen.

Lesung 2

Jes 11,4-7
4 Und er wird das Land wie mit einer Rute züchtigen und auf Grund seines Urteils und mit dem bloßen Hauch aus seinen Lippen den Räuber töten.
5 Und Rechtssinn wird der Gurt um seine Hüften sein und Sinnesfestigkeit die Bekleidung um seine Lenden.
6 Ruhig wird der Wolf mit dem Lamm weiden und der Panther mit dem Bock in Frieden liegen; das Kalb und der Löwe und das Schaf werden zusammen bleiben, und ein kleiner Knabe wird ihr Hirt sein.
7 Das Kalb wird mit dem Bären zusammen weiden, und ihre Jungen werden zusammen ruhen, und der Löwe wird nach Art des Rindes Stroh verzehren.

V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Hört es doch, der Herr wird kommen und alle seine Getreuen mit ihm; und es wird an jenem Tage ein großer Jubel sein; und es wird von Jerusalem etwas ausströmen wie ein reines Wasser; und König wird der Herr sein auf ewig
* Über alle Völker.
V. Ja, der Herr wird mit Macht kommen und das Königsamt wird in seiner Hand sein und die Gewalt und das Recht.
R. Über alle Völker.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
BenediktionDie Gnade des Heiligen Geistes erleuchte unsere Sinne und unsere Herzen. Amen.

Lesung 3

Jes 11,8-10
8 Und dann wird der Säugling über der Natternhöhle spielen; und ins Loch der Otter wird das der Mutterbrust entwöhnte Kind seine Hand hineinstecken.
9 Man wird keinen Schaden anrichten und keinen Totschlag begehen auf meinem ganzen heiligen Berge; denn voll ist das Land von Erkenntnis des Herrn, nach Art des Meereswassers, das den Boden bedeckt.
10 Alsdann wird der Spross aus Jesse hervorragen als ein Wunder unter den Völkern, ihn werden die Scharen anflehen, und seine Regierungsdauer wird voll Herrlichkeit sein.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Stadt und Bürgerschaft Jerusalems, lasst ab vom Weinen; denn der Herr hat Mitleid mit euch.
* Und er wird von euch alle Bedrängnis entfernen.
V. Ja, der Herr wird mit großer Macht kommen; und sein Arm wird herrschen.
R. Und er wird von euch alle Bedrängnis entfernen.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geist.
R. Und er wird von euch alle Bedrängnis entfernen.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
BenediktionGott der allmächtige Vater mag uns gnädig und gütig sein. Amen.

Lesung 4

Aus der Erklärung zum Propheten Isaias vom heiligen Priester Hieronymus.
Buch 4 zu Jes. Kap. 11.

„Und es wird eine Staude aufsteigen aus der Wurzel Jesse.“ Bis zum Beginn der Offenbarung der auf Babylon lastenden Würde (von der im nächsten Kapitel gehandelt wird), die Isaias, der Sohn Amos‘, gesehen hat, bezieht sich die ganze Weissagung auf Christus, und diese wollen wir Teil für Teil erläutern, damit sie nicht, auf einmal zusammen vorgelegt und besprochen, des Lesers Gedächtnis in Verwirrung bringe. Die Staude und die Blume aus der Wurzel Jesse erklären die Juden als den Herrn selbst, insofern nach ihrer Meinung in der Staude des Herrschers Macht, in der Blume seine Schönheit dargestellt wird.

V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Hört es, der Herr wird kommen, unser Beschützer, der Heilige Israels,
* Eine Königskrone wird auf seinem Haupte sein.
V. Und er wird herrschen von dem einen Meere bis zum andern und von dem großen Fluss bis an der Erde Grenzen.
R. Eine Königskrone wird auf seinem Haupte sein.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
BenediktionChristus gewähre uns die Freuden des ewigen Lebens. Amen.

Lesung 5

Wir verstehen jedoch unter der Staude aus der Wurzel Jesse die heilige Jungfrau Maria, die keinen ihr anhängenden Wildtrieb in sich hatte (d.h. nichts, was ihr Gnadenleben vermindert hätte bzw. was eine Sünde gewesen wäre), von der wir auch oben gelesen haben: „Hört es, eine Jungfrau wird Mutter werden und ein Kind bekommen.“ Und unter der Blume verstehen wir den Herrn und Heiland, der in dem Hohenlied sagt: „Ich bin eine Feldblume und eine Tallilie.“

V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Wie die Mutter ihre Kinder tröstet, so werde ich euch trösten, sagt der Herr; und von der Stadt Jerusalem, die ich mir auserwählt, wird euch Hilfe kommen.
* Und ihr sollt euch daran laben und euer Herz soll Freude haben.
V. Ich will in Sion Heil einziehen lassen und in Jerusalem zeigen, was ich Herrliches schaffen kann.
R. Und ihr sollt euch daran laben und euer Herz soll Freude haben.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
BenediktionDas Feuer seiner Liebe möge Gott in unseren Herzen aufglühen lassen. Amen.

Lesung 6

Über dieser Blume also, die aus dem Stumpf und aus der Wurzel Jesses vermittelst der Jungfrau Maria unvermutet aufgehen soll, wird sich niederlassen der Geist des Herrn; denn in ihm wohnt nach dem lieben Gottesratschluss die Fülle der Gottheit in Wirklichkeit, nicht stückweise, wie in den übrigen Heiligen. Jedoch nach ihrem Evangelium, das sie in hebräischer Sprache geschrieben besitzen, lesen die Nazaräer: Es wird auf ihn herabfließen der Quell des Heiligen Geistes. Der Herr ist aber ein übernatürliches Wesen; und wo der Einfluss des Herrn ist, dort ist Freiheit.

V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Jerusalem, du wirst einen Weinberg auf deinen Fluren pflanzen; du wirst aufhüpfen, wenn der Tag des Herrn kommt. Auf, Sion, wende dich dem Herrn, deinem Gott zu. Freu dich und frohlocke, Jakob.
* Denn aus der Völkerscharen Mitte wird dein Heilsbringer kommen.
V. Hüpfe nach Kräften, Tochter Sion, juble, Tochter Jerusalem.
R. Denn aus der Völkerscharen Mitte wird dein Heilsbringer kommen.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geist.
R. Denn aus der Völkerscharen Mitte wird dein Heilsbringer kommen.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
BenediktionWas wir vom Evangelium lesen, möge uns zum Heile und zum Schutze sein. Amen.

Lesung 7

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
Mt 11,2-10

In jener Zeit, als Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er zwei seiner Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll oder sollen wir auf einen anderen warten? Und so weiter.

Auslegung vom heiligen Papst Gregor.
Hom. 6 zu den Evangelien, nach dem Anfang

Nachdem man so viele und so große Zeichen der Macht geschaut hatte, hätte man doch vom Anstoß frei bleiben können und eher in Staunen geraten sollen. Aber der Sinn der Ungläubigen hat darin an ihm einen schwerwiegenden Anstoß genommen, da er ihn nach so vielen Wundern sterben sah. Darum sagt auch Paulus 1 Kor 1,23: „Wir jedoch predigen Christus, den Gekreuzigten, für die Juden ein Anstoß, für die Heiden eine Torheit.“ Töricht ist es nämlich den Menschen vorgekommen, dass für die Menschen der Urheber des Lebens gestorben ist; und der Mensch hat gegen ihn an der Tatsache Anstoß genommen, auf Grund derer er ihm sich mehr hätte verpflichtet fühlen sollen. Denn umso ehrfurchtsvoller muss Gott von den Menschen gefeiert werden, je mehr er seiner Unwürdiges für die Menschen auf sich genommen hat.

V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Es wird der Herr aus Samaria heraustreten bei dem Tore, das dem Osten zugewandt ist, und er wird nach Bethlehem kommen, einherschreitend auf den Wellen, die für Juda Erlösung bedeuten.
* Dann wird jeder Mensch gerettet werden, denn seht, er wird kommen.
V. Und festbegründet ist auf Barmherzigkeit sein Thron und er wird herrschen auf ihm mit gnädigem Sinne.
R. Dann wird jeder Mensch gerettet werden, denn seht, er wird kommen.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
BenediktionMag Gottes Hilfe immer bei uns bleiben. Amen.

Lesung 8

Was heißt das nun, wenn er sagt: „Selig ist derjenige, der an mir keinen Anstoß nimmt“, anderes als mit offenen Worten seinen so verächtlichen und erniedrigenden Tod andeuten? Als ob er deutlich sagen wollte: Wohl wirke ich Stauneswertes; aber ich halte es nicht für unvereinbar mit meiner Würde, Erniedrigendes zu leiden. Weil ich also (o Mensch) im Sterben dir nachgehe, müssen sich die Menschen davor hüten, dass sie den Tod in mir als unpassend ansehen, die doch vor den Wundern Ehrfurcht haben.

V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Beeile dich, zögere nicht, o Herr,
* Und befreie dein Volk.
V. Komm, o Herr, und säume nicht, nimm deinem Volke die schlimmen Werke ab.
R. Und befreie dein Volk.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
BenediktionZur Gemeinschaft mit den oben lebenden Bürgern möge uns der Herr der Engel führen. Amen.

Lesung 9

Aber nun wollen wir das, was er nach der Entlassung der Johannesjünger den Scharen über denselben Johannes sagt, anhören. „Was wolltet ihr beim Hinausgehen aus den Ortschaften sehen?“ Ein Rohr, das vom Winde hin und her bewegt wird? Und das hat er nicht bejahend, sondern verneinend vorgebracht. Das Rohr beugt sich nämlich, sobald es ein Windhauch berührt, nach der anderen Seite. Und was wird durch das Rohr anderes angedeutet als der sinnliche Trieb? Der wird ja, sobald er von einer Annehmlichkeit oder von der Entziehung einer solchen berührt wird, gleich nach jeder beliebigen Seite hingelenkt.

V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Hört es, der Herr wird kommen und mit Glanz heruntersteigen, und seine Macht mit ihm,
* Um sein Volk in Frieden zu besuchen und es auszustatten mit ewigem Leben.
V. Seht, unser Herr wird mit Macht kommen.
R. Um sein Volk in Frieden zu besuchen und es auszustatten mit ewigem Leben.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geist.
R. Um sein Volk in Frieden zu besuchen und es auszustatten mit ewigem Leben.

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