Tradition und Glauben

Carol Byrne, Bedeutungsänderung des Mandatums unseres Herrn (48.2 von 110)

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Sind im Katholizismus Laien Menschen zweiter Klasse? Ja, das sind sie und Sie haben es richtig gelesen. Und warum? Weil in jeder hierarchischen Organisation, d.h. in einer jeder, die funktioniert, es eine Rangordnung der Bedeutung gibt. So ist der Vorstandsvorsitzender von z. B. VW viel mehr wert als ein VW-Fabrikarbeiter. Warum? Weil der Vorstandsvorsitzender oder CEO Millionen oder Milliarden von Gewinnen durch sein Know-How generieren oder verlieren kann, siehe Abgas-Skandal. Ja, die Fabrikarbeiter produzieren die Fahrzeuge, aber ohne ein gutes Management können auch so gute Produkte nicht verkauft werden und das Unternehmen pleite gehen, was die reichte Geschichte der Autobauer zu Genüge beweist. Kann der VW CEO die Arbeit des Fabrikarbeiters übernehmen? Natürlich kann er das, nach etwas Anlernen schon. Kann ein Arbeiter die Funktionen des CEO übernehmen? Sicherlich nicht. So gesehen, ist der Fabrikarbeiter ein „Mensch zweiter Klasse“ im Vergleich zum CEO, wie der Laie im Vergleich zum Priester. Es geht nicht darum, dass er Arbeiter/Laie bestimmte Dinge schlechter kann, sondern darum, dass er sie überhaupt nicht kann. Wie ein Arbeiter unfähig ist ein DAX-Unternehmen zu leiten, so ist der Laie unfähig die Sakramente zu spenden. Will man leiten/weihen, dann lässt man sich ausbilden, geht bestimmte Karrierestufen durch und wenn es klappt, dann wird er irgendwann mal ein CEO. Aber ein direktes und unmittelbares Ersetzen des Einen durch den Anderen ist nicht möglich. Daher redet Yves Congar OP Unsinn. Es kann keine „Wiederentdeckung“ der demokratischen Strukturen der Kirche geben, weil es niemals welche gab. Die Kirche ist hierarchisch, weil Gott es so will und wollte, da sie das Abbild seiner hierarchischen Ordnung darstellt. Hätte er es anders gewollt, hätte er es getan.

Eine falsche Symbolik

Ein Priester, der den kranken Abt ersetzt, wäscht 1958 in einer privaten Zeremonie die Füße anderer Dominikaner

Dies war die Situation bis 1955, als die Kommission von Pius XII. den Charakter und die Bedeutung des Mandatums änderte, indem sie Laien erlaubte, den Klerus zu ersetzen. Es war eine kalkulierte Entscheidung der Progressivisten, die durch ihre Abneigung gegen die hierarchische Natur der Kirche motiviert war, und sie wurde mit vollem Bewusstsein für die wahrscheinlichen Konsequenzen getroffen.

Es war nicht überraschend, dass es denjenigen in die Hände spielte, die den hohen Rang des Weihepriestertums in Frage stellten. Kardinal Yves Congar erklärte:

„Wir sind noch weit davon entfernt, die Konsequenzen der Wiederentdeckung der Tatsache zu ziehen, dass die gesamte Kirche ein einziges Volk Gottes ist und dass die Gläubigen sie zusammen mit dem Klerus zusammensetzen.“

„Implizit, unfreiwillig und sogar unbewusst haben wir die Idee, dass die Kirche aus Geistlichen besteht und dass die Gläubigen lediglich ihre Nutznießer oder Klientel sind. Diese schreckliche Auffassung ist in so viele Strukturen und Bräuche eingeschrieben, dass sie scheinbar in Stein gemeißelt ist und sich nicht ändern kann. Es ist ein Verrat an der Wahrheit. Es gibt noch viel zu tun, um unsere Vorstellung von der Kirche zu entklerikalisieren.“[1] 

Papst Franziskus unterstützte dies mit seiner schräg anklagenden Aussage, dass Laien keine „Mitglieder zweiter Klasse“ der Kirche seien.[2]

Auf Einladung von Franziskus waschen heute sogar Frauen anderen Gemeindemitgliedern die Füße

Progressivisten leben von dieser Art von kryptischer Ambiguität, die von den Befürwortern der „neuen Theologie“ [nouvelle théologie] geschaffen wurde, um der Kirche vorzuwerfen, die Wahrheit verloren zu haben, und um die wesentliche Unterscheidung zwischen Geistlichen und Laien zu verwischen.

Wir können nicht übersehen, dass infolge dieser Reform der Schwerpunkt des Mandatums plötzlich auf das protestantische „Laienpriestertum“ verlagert wurde, während das Priestertum der ordinierten Priester ständig untergraben wird.

In der Tat gibt es klare Beweise dafür, dass das II. Vatikanum die Laien in offizielle Positionen beförderte, die traditionell von Priestern in der Kirche eingenommen werden.

Von ihrer Rolle als eine privilegierte Institution aufgrund ihrer grundlegenden Rolle beim Aufbau der Kirche – die ersten Apostel waren schließlich ihr Kern – ist das Priestertum in eine Art Schwebezustand [wörtl. Limbus] übergegangen, da es absichtlich als Funktion ohne große Konsequenzen an den Rand gedrängt wurde. Das Priestertum wurde lediglich zu einer von diese unzähligen „Aufgaben“, die von den Gläubigen ausgeführt werden sollen, auf die sie angeblich aufgrund ihrer gemeinsamen Taufe Anspruch haben.

Quelle


[1] Yves Congar OP, Mon Journal du Concile, Bd. 1, Eric Mahieu, (Hrsg.), Paris: Cerf, 2000, pp. 135-6.

[2] In einem Schreiben an den Päpstliche Laienrat vom 15. November 2015 zum 50. Jahrestag des Dekrets des Zweiten Vatikanischen  Konzils über das Apostolat der Laien.

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