Tradition und Glauben

Carol Byrne, Die deutsch-französische Mafia hinter der liturgischen Reform (56.2 von 110)

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Der Feuersegen wurde entmachtet.

Die reformierte Osternacht beginnt, wie es im alten Ritus vorgeschrieben ist, mit dem Anzünden des Osterfeuers, so weit, so traditionell. Aber jede Übereinstimmung zwischen den beiden Zeremonien endet dort. Was als nächstes passiert, ist der Stoff aus dem alle Revolutionen gemacht werden. Der reformierte Ritus beginnt sofort in wahrer prokrustischer Weise auf seinem Weg, lebende, tragfähige Elemente der Tradition zu zerschlagen, zu hämmern und zu amputieren, um sie an neue Denkweisen anzupassen.

Novus Ordo- Mönche entzünden das Osterfeuer in einem Mülleimer, unten ein Lagerfeuer, um die Gemeinde zu beeindrucken

Der erste Schritt in diesem Prozess erfolgte, als die Reformer zwei der drei Gebete für den Segen des neuen Feuers wegließen. Beide beseitigten Gebete fußten in der Schrift und baten Gott, die Gläubigen auf dem Weg der Erlösung zu erleuchten, wie er Mose, der aus Ägypten hinausging, erleuchtet hatte, und sie vor den „feurigen Pfeilen des Feindes“, d.h. des Bösen, zu schützen. (Epheser 6:16)

Es ist jetzt gut bekannt, dass als Novus Ordo geschaffen wurde, diejenigen Gebete entfernt wurden, welche die Lehre der Kirche von der Konkupiszenz (die „feurigen Pfeile“) und die notwendige geistliche Kriegsführung, die ein Katholik gegen die Angriffe des Teufels führen muss, zum Ausdruck gebracht hatten. Aber die grundlegende und unbestreitbare Tatsache, die den meisten unbekannt ist, dass Pater Dr. Bugnini diesen Prozess mit der Reform der Osternacht von 1956 begann, indem er dieses Gebet aus dem Segen des neuen Feuers entfernte.

Damit löschte er auch ein wesentliches Element der katholischen Lehre aus, das in der Liturgie zum Ausdruck kam: dass die durch die Gebete der Kirche gesegneten Gegenstände von der Kraft Gottes durchdrungen sind, die Gläubigen vor dem Einfluss des Teufels schützen.

Dies ist nur ein Beispiel unter vielen, um zu veranschaulichen, wie die alten Traditionen wertvolle Elemente der Weisheit besaßen, deren Verlust das geistige Leben der Katholiken verarmte. Wenn das Ziel der Reform darin bestand, „die Liturgie zur Quelle eines authentisch christlichen Lebens zu machen“, wie ihre Führer ständig verkündet haben, kann dies nicht erreicht werden, indem Traditionen zerstört und ererbte Ressourcen verschwendet werden.

Denn es ist selbstverständlich, dass das Lex orandi das Lex credendi formt, was wiederum unsere Lebensweise beeinflusst. Als diese Gebete aus der Liturgie entfernt wurden, wurde den Gläubigen die geistliche Hilfe entzogen, die die Kirche ihnen seit Jahrhunderten geleistet hatte.

Im Gebet des Feuersegens von 1956 fehlt auch der frühere Hinweis auf Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, eine Auslassung, deren Bedeutung später im Ritus klarer wird.

Warum wurden die Segnungen minimiert?

Eine Parallele kann mit der Entfernung aller Gebete bis auf eines für den Palmensegen in der Palmsonntagsreform von 1956 gezogen werden.

Es stellt sich die Frage, warum die progressiven Reformer die aufwändige Struktur der Segnungen, sei es am Palmsonntag oder bei den Zeremonien zur Osternacht, abgebaut haben, die die Kirche aufgebaut hatte, um das Wesen der Karwoche als Feier des Erlösungswerkes Christi hervorzuheben, in welcher alle Segnungen ihre Quelle haben.

Die volle Bedeutung dieser verkürzten Segnungen zeigte sich erst nach dem Zweiten Vatikanum. Sie waren der Auftakt zum Auslaufenlassen des Segens von Gegenständen[1] in der Zeit nach dem Konzil, als die Priester im Allgemeinen nicht mehr glaubten, dass sie durch das Weihesakrament die Macht besaßen, materielle Dinge zu segnen oder dass es einen Unterschied zwischen dem Heiligen und dem Profanen gibt.

Bugninis nicht allzu unsichtbare Hand

Alle Beweise deuten darauf hin, dass dies von Anfang an das von den Mitgliedern der Päpstlichen Kommission gewünschte Ergebnis war.

  • Kapitel 3 ihres Memos von 1948 erwähnt ihre Pläne für eine radikale Reform des Rituale Romanum;
  • Viele Segnungen der Sakramentalien wurden in den Riten der Karwoche 1956 beseitigt;
  • Die Konstitution über die Liturgie führte eine theologische Verschiebung im liturgischen Segensdienst ein, indem dieser eher in den Laien als im ordinierten Priestertum verwurzelt wurde.
  • Das Consilium von 1964 (dessen Sekretär Bugnini war) erklärte:

„Der Bereich, in dem die radikalste Überarbeitung und Neuanpassung erforderlich sein wird, sind die Sakramentalien.“[2] 

Genau das wollte das „Memo“ 1948 erreichen. Und die Reform von 1956 war nur eine Station auf dem Weg zum terminus ad quem [dem Endziel].

Quelle


[1] Das neue Segenbuch, das das Rituale Romanum ersetzte, hat weitgehend auf Segensgegenstände für die Gläubigen verzichtet. In den vorgesehenen Gebeten wird erwähnt, dass die Menschen gesegnet werden, wenn sie den Gegenstand benutzen, diejenigen gesegnet werden, die ihn hergestellt oder angeschaut haben, aber nicht der eigentliche Gegenstand.

[2] A. Bugnini, The Reform of the Liturgy (1948-75), Liturgical Press, 1990, p. 580

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