Tradition und Glauben

Carol Byrne, „Die Gläubigen haben die Konsekrationsvollmacht“ (78.2 von 110)

Die "aktive Teilnahme" ist die schiefe Ebene des Niedergangs, wie Carol Byrne es deutlich herausarbeitet.
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„Aktive Teilnahme“ an der Konsekration

Da die „aktive Teilnahme“ eine Dimension darstellen sollte, der in der Liturgie alles untergeordnet wird, so wird davon ausgegangen, dass alle Mitglieder der Gemeinde vollständig an allen Teilen der Zelebration, einschließlich der Konsekration, beteiligt sind. In der Novus Ordo- Messe, an dem Punkt, an dem der sogenannte „Einsetzungsbericht“ die Worte der Konsekration ersetzte, besteht die „Teilnahme des [Kirchen-]Volkes“ darin, eine Reihe von „Gedächtnisakklamationen“ als Teil der sogenannten eucharistischen Gebete (die selbst einen Ersatz für den traditionellen Kanon darstellen) zu sagen oder zu singen.

Die Gründe für diese revolutionäre Reform lieferte Pater Yves Congar, der Hauptvertreter der neuen „Theologie der liturgischen Versammlung“, der in Bezug auf die Macht des Priesters, Brot und Wein zu wandeln, erklärte:

„Das bedeutet nicht, dass er es alleine schaffen kann, wenn er alleine bleibt. Mit anderen Worten, er weiht die Elemente nicht aufgrund einer Kraft, die ihm innewohnt.“[1] 

 „Aktive Teilnahme“ begünstigt Häresie

Nach dieser „neuen Theologie“, die protestantische Perspektiven widerspiegelt, ist es die „aktive Teilnahme“ der versammelten, zusammen sprechenden und singenden Gemeinde, die Christus in der Eucharistie gegenwärtig macht. Folglich wird die Lehre, dass die Worte, die der Priester bei der Konsekration ausspricht, die einzige Ursache für die Realpräsenz in der Messe sind, in der Novus Ordo-Messe nie klar dargestellt. Es ist offensichtlich, dass die Reformer wollten, dass sowohl die Realpräsenz als auch die einzigartige Rolle des Priesters bei der Verwirklichung der Transsubstantiation [Wesenswandlung], ignoriert und vergessen werden sollten.

Erstkommunionkindern schließen sich dem Priester an, um an der Konsekration oder dem „Einsetzungsbericht“ teilzunehmen.

Unter dem Einfluss progressivistischer Reformer übernahm die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils (und alle nachfolgenden Dokumente des Heiligen Stuhls und der Bischofskonferenzen) das protestantische Prinzip, dass die lautstarken Antworten der versammelten Gemeinde für die Integrität der Liturgie wesentlich sind.[2] 

Pater Joseph Jungmann, der kein gewöhnlicher, x-beliebiger Liturgiker war – er entwarf tatsächlich einige Teile der Liturgiekonstitution -, favorisierte dieses Konzept, wie wir aus seiner Beschreibung der Liturgien der frühen Kirche sehen können:

„In der liturgischen Aktion wurde die Teilnahme des Volkes vor allem durch die Tatsache zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht nur die Gebete des Priesters in der Stille hörten, sondern sie durch ihre Akklamationen ratifizierten.“[3]  [Hervorhebung hinzugefügt]

Selbst der Messkanon wird ohne das Amen des Volkes bei der endgültigen Doxologie nicht als vollständig angesehen.[4]  Bugnini erklärte mit Bezug auf das eucharistische Gebet:

„Sie haben mit ihrem ‚Amen‘ zu ratifizieren, was der Priester im Namen der Versammlung getan und worum er gebeten hat.“[5]  [Hervorhebung hinzugefügt]

Die Verwendung des Begriffs „ratifizieren“ als notwendige Maßnahme der Gemeinde ist am aufschlussreichsten. Es zeigt die Absicht der Reformer, die die Novus Ordo Messe erfunden haben, Überzeugungen und Praktiken anzunehmen, die [früher] nicht von der Kirche gebilligt wurden.

Papst Pius XII. hatte sie ausdrücklich verurteilt, indem er schrieb

„Man stellt sogar die überspitzte Behauptung auf, das Volk müsse das Opfer bestätigen und genehmigen, um ihm Geltung und Wirksamkeit zu verleihen“ und fügte hinzu: „Es ist in keiner Weise erforderlich, dass das Volk ratifiziert, was der heilige Diener der Kirche [Priester] getan hat.“ (Mediator Dei §§ 95-96)

Gerade dies war aber eine unverzichtbare Anforderung der Allgemeinen Einführung in Römische Meßbuch und wurde von den englischen Bischöfen als solche anerkannt, als sie am Ende des Kanons

„die tiefgreifende Bedeutung der Ratifizierung und Akklamation der Versammlung“ erwähnten.[6] 

Ratifizierung, ein Begriff, der auf Häresie hindeutet

Die Idee der „Ratifizierung“ der Versammlung ist doppelt anomal, eine Abweichung nicht nur vom tausendjährigen Lex Orandi, sondern auch vom Lex Credendi. Als Begriff, der aus Rechtsgeschäften entlehnt wurde, erweckt er den Eindruck, dass die ausdrückliche Zustimmung des Volkes erforderlich ist, um die Konsekration offiziell gültig zu machen, während ihre Gültigkeit ex vi verborum, d.h. allein aufgrund der Worte des Priesters, sichergestellt wird.

Das Blatt hat sich gewendet

Das Opfer Christi: Nur von Gott im Himmel bestätigt, nicht von den Menschen auf Erden

Da nur eine höhere Autorität eine Transaktion ratifizieren kann, so entsteht der weitere Eindruck, dass das Volk gegenüber dem zelebrierenden Priester eine höhere Stellung einnimmt. Die Agenda zur Untergrabung des traditionellen katholischen Priestertums zeigt sich in diesem revolutionären Modell der „aktiven Teilnahme“, welches das richtige Verhältnis zwischen Geistlichen und Laien vollständig umkehrt.

Aber genau diese Umkehrung war das Ziel der liturgischen Bewegung.

Usurpation der Autorität Gottes

Es ist Gott, der das Opfer seines Sohnes ratifizieren soll, wie es in Quam oblationem des Messkanons verdeutlicht wird, wo der Priester bittet Gott („ratam facere“) das Opfer zu ratifizieren, das er vorhat in persona Christi darzubringen.

Dom Guéranger erklärte:

„Es muss im Himmel ratifiziert, genehmigt und bestätigt werden, als etwas, was wirklich gut und geziemend ist.“[7] 

Aber wie die Beweise überwiegend zeigen, war die Novus Ordo- Messe immer eine menschenzentrierte Liturgie, in der das Volk Gottes im Mittelpunkt steht.


[1] Yves Congar, Je Crois en l’Esprit Saint, vol. 3, Paris, Cerf, 1980, p. 305.

[2] Die Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch besagt, dass der Dialog zwischen dem Priester und den versammelten Gläubigen „in jeder Form der Messe notwendig ist, damit das Handeln der gesamten Gemeinschaft klar zum Ausdruck gebracht und gefördert werden kann“. (§35)

[3] Joseph Jungmann, S.J., Mass of the Roman Rite, vol. 1, p. 236.

[4] Die Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch besagt auch, dass der letzte Teil des eucharistischen Gebets „vom Amen des Volkes bestätigt und abgeschlossen wird“ (§79h).

[5] A. Bugnini, The Reform of the Liturgy 1948-1975, Liturgical Press, 1990.

[6] Celebrating the Mass: A Pastoral Introduction, April 2005, Catholic Bishops’ Conference of England and Wales, p. 87.

[7] Dom Prosper Guéranger, Explanation of the Prayers and Ceremonies of the Holy Mass, aus dem Französischen von Dom Laurence Shepherd übersetzt, einem Mönch der englischen Benediktinerkongregation, Stanbrook:St. Mary’s Abbey, 1885

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