Tradition und Glauben

Carol Byrne, Ein ‚verrücktes Patchwork‘ unpassender Elemente (46.1 von 110)

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Kardinal Wiseman glaubte Mitte des 19. Jhdt.. nicht, dass ich jemand unter der Agenda der Aufklärung trauen den Schatz des liturgischen Brauchtums zu ändern oder zu entweihen. Er lag falsch, denn Pius X. find damit an und andere folgten ihm. Dabei waren gerade diese Bräuche das lebendige Verbindungsglied mit dem Urchristentum und dem Altertum, denn sie haben sich nicht verändert, so bis 1955.

Der Kardinal – Erzbischof von Westminster, Nicholas Wiseman aus dem 19. Jhdt., hat gezeigt, wie die Gottesdienste der Karwoche „ein Aggregat von religiösen Bräuchen waren, nach und nach in der Kirche aufgenommen, nicht durch eine kalte und formale Verabschiedung, sondern durch die glühende Manifestationen der frommen Eindrücke jeden Alters, bis sie eine einheitliche, konsistente und kompakte Form erhalten haben.“[1] 

Kard. Wiseman warnte davor, die liturgischen Bräuche der damaligen Zeit abzuschaffen

So entstand die Liturgie in einer natürlichen Art und Weise in den frühen Jahrhunderten, bis sie ein Stadium erreichte, das von Papst Pius V. in dieser Form [nach dem Tridentinischen Konzil] kodifiziert wurde. Aber ganz anders war es bei Pius XII., dessen „kalte und formale Inkraftsetzung“ der am 16. November 1955 zerstörten Riten [erfolgte], die seit langem als Herz und Zentrum des Kirchenjahres verstanden wurden.

„Bei der Teilnahme [an den Zeremonien der Karwoche]“, so versicherte Kard. Wiseman den Gläubigen: „könnt ihr euch abwechselnd zu jeder Periode der religiösen Antike geführt betrachten, denn der gleiche Geist hat die Einrichtung von allen [Zeremonien] geleitet. Sie abzuschaffen, eine durch neue, systematische, formale und kalt meditierte Form zu ersetzen, wäre in Wahrheit ein Vandalismus, eine religiöse Barbarei, zu der die katholische Kirche durchaus unfähig ist.“[2] 

Wer hätte gedacht, dass es im nächsten Jahrhundert, nachdem Seine Eminenz diese schicksalhaften Worte gesprochen hatte, es Päpste geben würde, beginnend mit Pius XII., die sich als durchaus fähig erwiesen, sich diesen beschämenden Ruf in der Geschichte zu verdienen?

Palmsonntag war nur das Eröffnungsspiel

Die progressivistischen Reformer beschränkten ihren Beutezug nicht auf den Palmsonntag. Ihre Politik, traditionelle Gebete und Zeremonien auszuschneiden und fremde Stücke anzunähen, machte den Rest der Karwoche zu einem „verrückten Flickenteppich“ unpassender Elemente, die garantiert die Kontinuität und Harmonie der traditionellen Riten zerstören.

Wie wir aus den nachstehenden Beweisen sehen werden, hatten alle „Kürzungen“ die Wirkung von:

  • Verringerung der Feierlichkeit der Riten und der Ehre Gottes;
  • Verschleierung einiger Lehren des Glaubens;
  • Minimierung des Status des Priesters;

Der Liturgie der Karwoche einen Teil ihres sprachlichen und musikalischen Erbes zu entziehen. Und alle überflüssigen Flicken, die angenäht wurden, wurden von den Reformern hergestellt und hatten folgende Wirkung:

  • Förderung der Selbstverwirklichung der Laien durch „aktive Teilnahme“;
  • Herabstufung der Liturgie, um diesen angeblichen Bedarf zu decken.

Wir wissen jetzt, dass die Progressivisten diese Effekte gewollt haben und sie Jahrzehnte im Voraus geplant haben, während Pius XII. tatsächlich Schritte unternahm, um [diese Reformen] ins Leben zu rufen. Es ist jedoch nicht klar, ob Pius XII. erkannte – obwohl die Reformer dies sicherlich taten -, dass er, als er einen Großteil der mystischen Symbolik der Riten der Karwoche entfernte und durch Innovationen ersetzte, [dadurch] Prototypen zukünftiger Reformen schuf, die den gesamten Römischen Ritus
revolutionieren würden.

Es ist klar, dass diese Prototypen das praktische Ergebnis einer kohärenten, integrierten Reihe von Prinzipien waren, die von den Progressivisten entwickelt wurden, um die oben genannten Effekte zu erzielen. Wir müssen jedoch beachten, dass sie sie nicht umfassend auf die Liturgie der Karwoche angewendet haben, sondern stückweise und manchmal nur als Option, um keine zu starke Reaktion der Gläubigen zu provozieren und so die Zukunft zu gefährden Reformen, die sie geplant hatten.

Betrachten wir einige Beispiele aus den Triduum-Zeremonien von Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag:


[1] Nicholas Wiseman, Four lectures on the offices and ceremonies of Holy Week, as performed in the Papal chapels delivered in Rome in the Lent of 1837, London: C. Dolman, 1839, p. 145.

[2] Ebenda, p. 146.

Quelle

Tradition und Glauben – damit die Kirche wieder schön wird

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