Prof. Plinio Correa de Oliveira: Gut angezogen – Eitelkeit oder Tugend?

 

Leon Bouthilier (1608-52) Comte de Chavigny, after 1643 (oil on canvas)

Mir wurden einige Fragen über die Art und Weise, sich selbst zu präsentieren, gestellt. Diese Fragen will ich alle hiermit beantworten

Frage: Warum sollen wir uns gut kleiden? Spricht es nicht für Eitelkeit, sich darum zu sorgen, sich selbst gut zu präsentieren?

Antwort: Der Hintergrund für diese Frage ist folgender: Der Mensch sollte alles vermeiden, was zur Sünde führt. Nun, sich gut zu kleiden, kann durch Eitelkeit, die eine Form der Sünde ist, motiviert sein. Dann sollte man es vermeiden, sich gut zu kleiden.

Lassen Sie mich diese Argumentation auf das Thema des Studierens anwenden. Studieren kann die Eitelkeit befriedigen. Dann sollte man das Studium meiden.

Das Gleiche könnte auch für die Hygiene gelten. Sich sauber zu halten, kann Eitelkeit befriedigen. Dann sollte man Duschen und Baden vermeiden.

Wenn man diese Argumentation auf die verschiedenen Bereiche des menschlichen Verhaltens anwenden würde, wäre die ideale Situation für die Ausübung der Tugend am Ende die Barbarei. Barbarei ist die logische Konsequenz dieser Argumentation. Aber das ist eine absurde Schlussfolgerung. Nun, alles, was zum Absurden führt, ist falsch. Von daher ist dieser Syllogismus falsch.

Die wahre Antwort ist, dass in allem, was der Mensch tut, ein Missbrauch eintreten kann. Man kann Intelligenz, Höflichkeit, gute Kleidung und sogar Tugend missbrauchen, da ein Mensch stolz auf seine Tugend sein kann. Das ist kein Grund, zivilisierte Bräuche aufzugeben; vielmehr sollten sie mit wachsamem Blick geübt werden, um die Eitelkeit zu zügeln und zu kontrollieren.

Ein zivilisierter Mensch präsentiert sich als sauber und ehrbar mit der Würde, die sein sozialer Stand erfordert. Indem er dies tut, zeigt er den Respekt, den er für sich selbst und für Gott hat, in dessen Gegenwart er sich immer befindet. Jeder von uns ist es wert, respektiert zu werden, denn wir wurden nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, in die katholischen Kirche hinein getauft, in einen Tempel des Heiligen Geistes verwandelt und von der Gottesmutter auserwählt, ihr zu dienen. Deshalb müssen wir uns dieser Würde entsprechend präsentieren.

Frage: Was sind die tieferen Motivationen, die mich dazu verpflichten mich gut zu kleiden?

Antwort: Das erste grundlegende Motiv ist, dass es angemessen für Dinge, die gut sind, ist, dass diese ihr inneres Gutsein in ihrem Äußeren widerspiegeln. Der großartigste Ausdruck davon ist die göttliche Majestät und männliche Schönheit, die sich im Gesicht unseres Herrn im heiligen Grabtuch von Turin widerspiegelt.

Das Gesicht Jesu Christi ist eine passende Übersetzung der hypostatischen Vereinigung seiner menschlichen Natur mit Gott. Auf dem Grabtuch erscheint Er in Seiner menschlichen Natur so gut, freundlich, würdig, vornehm, majestätisch und souverän, in einer Weise, die Seine göttliche Schönheit in Seinem Gesicht transparent macht.

Dieses Prinzip, das für das Gesicht und den Körper gültig ist, gilt auch für die Kleidung. Die Kleidung ist eine Ergänzung des Körpers. Für Menschen, die in der Erbsünde empfangen wurden, ist Kleidung unverzichtbar. Es sollte also eine Ergänzung zum Körper sein, welche die Ernsthaftigkeit, Würde und Vornehmheit der Seele widerspiegelt. Deshalb sollte sie ernst, würdevoll und ehrbar sein.

Das zweite Motiv, sich gut zu kleiden, ist, dass es angemessen ist, dass das Aussehen eines Dinges seiner Realität entspricht. Die Kleidung einer Person sollte zeigen, was sie ist. Daher sollte die Kleidung, die immer würdevoll sein sollte, auch mehr oder weniger kultiviert und hübsch gemacht sein, je nach der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Person. Es gibt Personen, die sehr gut angezogen sein müssen, weil sie eine hohe soziale Stellung bekleiden. Andere Personen müssen sich nicht dieser Ebene entsprechend kleiden.

Jeder sollte sich in Einklang mit seiner sozialen Schicht kleiden: weder über seinem Niveau noch darunter. Kleidung soll eine Person nicht wie etwas aussehen lassen, was sie nicht ist. Es gibt keinen Grund, sich für sein soziales Niveau zu schämen. Wir sollten uns mit dem sozialen Stand zufrieden geben, in den uns die göttliche Vorsehung hineingeboren hat. Ein Mann oder eine Frau sollte authentisch sein und sich entsprechend ihrem Niveau kleiden.

Frage: Es gibt Momente, in denen eine Person sich wohlfühlen und entspannen möchte. Ist es in Ordnung, dieser natürlichen Tendenz zu folgen?

Antwort: Jeder von uns wird in der Erbsünde empfangen. Aus diesem Grund gibt es in jedem von uns etwas, das die Regeln der Zivilisation beiseite lassen und zur Barbarei zurückkehren möchte. Wir möchten den Mantel ausziehen, die Krawatte lösen, den Kragen öffnen, die Schuhe ausziehen, die Person auf dem Stuhl neben uns wegschicken, damit wir dort die Füße hinlegen können, vor Langeweile gähnen und der Person sagen: sei still, wir sind müde und wollen eine Pause. Die menschliche Natur verlangt nach diesen Dingen, aber wir sollten sie kontrollieren und überwinden, indem wir die notwendigen Anstrengungen unternehmen.

Unsere Natur empört sich gegen Höflichkeit, raffinierte Manieren und auch würdevolle Kleidung. Warum sollte man diese Reaktionen zurückhalten? Wir sollten dies als eine Verpflichtung der Nächstenliebe gegenüber unserem Nächsten und auch als eine Verpflichtung der Gerechtigkeit ihm gegenüber tun. Man ist seinem Nächsten gegenüber respektvoll. Sich gut in der Gesellschaft zu präsentieren und unseren Nächsten gut zu behandeln, tun wir nicht nur, weil wir ihm Gutes zeigen wollen, sondern auch, weil er das Recht auf eine würdevolle Behandlung hat. Er ist auch als Ebenbild Gottes geschaffen.

Sich so zu verhalten, dass wir unsere schädliche Spontaneität nicht beschränken, bedeutet, direkt in die Barbarei zu marschieren. Es verleugnet tausende Jahre katholischer Bemühungen, schädliche menschliche Tendenzen zu korrigieren, um eine Zivilisation aufzubauen. So etwas weist die kulturellen Eroberungen zurück, die wir der dekadenten menschlichen Natur dadurch abgerungen haben, dass wir  unseren Herrn nachahmten. In letzter Konsequenz ist es die Zurückweisung der Früchte seines Blutes, des Christentums.

 Quelle:

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Mode für Männer oder wie kleide ich mich zur Alten Messe?

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Nachdem wir hier mehr als einmal uns über die Frauenmode im Sinne des Tragens einer Mantilla samt geschmackvollem Zubehör zu Alten Messe verbreitet haben, kommen diesmal die Männer an die Reihe, welche sich auch zur Alten Messe sauber, ordentlich und schick zu kleinen haben. Um die Schlussfolgerung gleich vorweg zu nehmen:

Frage: Wie kleide ich mich zu einer Alten Messe?

Antwort: In einen Anzug! Tracht geht auch!

Frage: Und wenn ich keinen habe?

Antwort: Dann kaufen Sie sich einen!

Frage: Und wenn ich mir keinen leisten kann?

Antwort: Dann gehen Sie zu H&M, C&A, Irgendwas&Irgendwas oder kaufen Sie Second-Hand!

Die vorkonziliaren, moraltheologischen Vorschriften, die katholischen also, schreiben doch tatsächlich eine Sonntagsstaat vor, insbesondere dann, wenn man kommuniziert.[1] So schreibt die Moraltheologie von Gury folgendes:

Principia

  1. – I. De iure naturali is requiritur exterior habitus et ea corporis compositio, quae internam animi reverentiam et devotionem exhibeat. Ratio patet: debetur enim huic augustissimo Sacramento non solum interna, sed etiam externa veneratio, cum ipse Christus, mediis speciebus, sensibili quodam modo in eo existat et tractetur. [2]

Grundsätze

  1. – I. Wegen des Naturrechts wird diese äußere Verfassung und diese Verfassung des Körpers vorausgesetzt, welche die innere Ehrbietung und Frömmigkeit der Seele zur Schau stellt. Daher also wird verlangt, dass nicht nur einzig innere, sondern auch äußere Anbetung des ehrenwürdigsten Sakraments stattfindet, da Christus selbst, unter Vermittlung der Gestalten, in einer sinnlichen Art und Weise zugegen ist und als solcher behandelt wird.

Da wir hier katholische Lehre und nicht das Novus-Ordo-Gewäsch verbreiten, so stellen wir klipp und klar fest: das Äußere bildet das Innere ab. Immer? Ja, immer. Weil die Heilige Messe das Höchste auf Erden ist, deswegen müssen Sie zu jeder Messe so erscheinen, als wären Sie zu einer Königshochzeit eingeladen. Pater Gury SJ stellt fest, dass das Prinzip, dass die äußere Verfassung – habitus – womit auch Kleidung gemeint ist, das Innere, spricht die Ehrbietung, den Respekt der Seele wiederspiegelt, vom Naturrecht her kommt. Denn überall und immer haben sich Menschen zu festlichen Anlässen besser gekleidet. Die Verwerfung der besseren Kleidung kam erst durch den Sozialismus, wo ganz am Anfang jeder sich gleich, im Sinne von gleich schlecht, d.h. sozialistisch, zu kleiden hatte. Ja, der Linke ist traditionell schlecht gekleidet, weil er das verwirft, was er sich nicht leisten kann und was er deswegen hasst. Mode und Sozialismus oder Mode und Revolution wäre ein interessantes Thema, das wir irgendwann einmal aufgreifen werden, aber jetzt sind wir beim Thema Mode und Kirche. Eine Brücke schlagend, können wir feststellen, dass nach der letzten kirchlichen Revolution (1962-65) die Menschen automatisch anfingen sich für die Kirche schlechter zu kleiden, weil die Novus-Ordo-Liturgie ja nichts besseres verdient, sprich: Pferdedecken und bürstenschnittige Pastoralassistentinnen. Hässlichkeit strahlt Hässlichkeit aus, was zu der obligatorischen Jack Wolfskin-Jacke in der Gemeinde von DSDZ führt. Was redet man uns ein? Dass, so die bürsten-schnittige, übergewichtige, unverheiratete, Hosen tragende und unschöne Pastoralassistentin:

Es allein auf die inneren Werte ankommt!

Worüber spricht sie denn? Über sich selbst.

Ich sehe nicht hübsch aus, bin es aber im Innern, ich handle nicht fromm, bin es aber im Innern, bin übergewichtig, bin aber im Innern schlank und asketisch, bin nicht intelligent, bin es aber im Innern, bin nicht gelehrt, bin es aber im Innern etc. etc.

Und was sagt der Novus-Ordo-Pfarrer?

Ich wirke zwar nach außen wie ein ungläubiger, modernistischer, fauler, schlapper, Alkoholiker und Konkubinarier, aber im Innern bin ich natürlich ganz anders.

Nein, liebe Leserinnen und Leser. Sein Aussehen muss man sich verdienen, wie man in der Heimat von DSDZ sagt und man sieht wirklich so aus, wie man ist. Punkt. Wird man anders, dann sieht man auch anders aus. Noch ist man am Leben. Die einfachste Methode sich von außen nach innen vorzuarbeiten, ist sich besser zu kleiden und zwar einem Dresscode entsprechend, der in manchen Branchen verpflichtend ist und wo auch eher naturschöne Menschen angestellt werden, damit sie den Kunden nicht verschrecken. Wollen Sie in einer guten Bank für gutes Geld arbeiten, dann müssen Sie sich bankgemäß kleiden. So einfach ist es und es ist Naturrecht. Der Dresscode für Männer ist seit über 100 Jahren denkbar einfach: Anzug, weißes Hemd, passende Krawatte, schwarze Schuhe, schwarze Socken. Habe fertig! Und was erst, wenn Sie zum Hochzeitfest des Lammes erscheinen! Zu den göttlichen Geheimnissen der heiligsten Dreifaltigkeit, zum Herabsteigen Christi in die eucharistischen Gestalten, wo die Engel anbetend anwesend sind, wo man sich beim Sanctus mit der Anbetung des Himmels verbindet. Und wie sehen Sie aus? Ja, wie? Sie tragen keinen Müll raus, Sie arbeiten nicht am Grundstück, wo diese alte, ausgebeulte Hose angebracht wäre. Sie sind in der Kirche! Bei der Heiligen Messe! Sie sind ein Traditionalist, kein Lump und kein Prolet, mein Gott! Wie soll man irgendjemand die Wichtigkeit der Alten Messe klar machen, wenn man sich nicht ehrbietig und gut zu ihr kleidet und zwar ordentlich im Sinne eines weltlichen Dresscodes. Ja, manchmal ist es heiß und unbequem, aber es ist die Messe. Das Höchste und das Schönste auf dieser Erde, wozu Sie mit Ihrer eigenen Schönheit beitragen sollten. Deswegen wollen wir eine Lanze für den Anzug (bei Männern) bei der Alten Messe brechen und stellen zwei Beiträge diesmal über die Männermode in der Übersetzung von davillatollkühn vor. Mögen die Scharen der ausgebeulten Freizeit- und Jeanshosenträger bei der Alten Messe schwinden und niemals wiederkommen. Amen.

[1] Vgl. Gousset, Moraltheologie zum Gebrauche für Pfarrer und Beichtväter, Regensburg 1869, Bd. II, 150: “Dass man in reinlicher und ehrbarer Kleidung erscheine.” Peeters, Manuale Theologiae Moralis, Vol. II, Roma 1963, 263-264.

[2] Gury, Ioannis Petrus SJ, Compendium Theologiae Moralis, Vol. II, Romae 1866, 238.

Kardinal Siri, Männerkleidung, die von Frauen getragen wird (2 von 2)

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Hier der zweite Teil des Aufsatzes von Kardinal Siri und diejenigen der Herren, die sich nach fundierten Hegel-Kritik sehnen statt nach Abhandlung der unmännlichen Rockfrage, werden hier fündig. Ja, ein katholischer Theologe muss vielseitig sein: Rock und Hegel mit Auschluss der hegelianischen Synthese natürlich.

III.

Lassen Sie uns ernsthaft über die Tragweite dessen nachdenken, was bislang gesagt wurde, auch wenn die Erscheinung einer Frau in Männerkleidern nicht sofort die selbe Verstörung hervorruft wie bei schwerer Unanständigkeit.

Die Veränderung der weiblichen Psychologie zeitigt grundlegende und – auf lange Sicht – irreparable Schäden für die Familie, die eheliche Treue, zwischenmenschliche Zuneigung und die menschliche Gesellschaft. Es ist wahr, die Effekte des Tragens unpassender Kleidung werden nicht binnen kurzer Zeit erkennbar. Aber man muss daran denken, was langsam und heimtückisch mürbe gemacht, auseinandergerissen und pervertiert wird.

Ist irgendeine Art von befriedigendem gegenseitigen Geben und nehmen zwischen Ehemann und Ehefrau denkbar, wenn die weibliche Psychologie geändert ist? Oder kann man sich eine wirkliche Erziehung von Kindern vorstellen, die so heikel im Ablauf ist, so verwoben mit unwägbaren Faktoren, in denen die Intuition und der Instinkt der Mutter in diesen empfindlichen Jahren die entscheidende Rolle spielen? Was werden diese Frauen ihren Kindern geben können, wenn sie möglicherweise schon so lange Hosen getragen haben, dass ihre Selbstachtung eher darauf gerichtet ist, mit den Männern zu konkurrieren als zu wirken [handeln] wie eine Frau?

Warum, so fragen wir, warum wurde der Mensch, seit er Mensch war – oder vielmehr seit der Mensch zivilisiert wurde – warum wurde der Mensch zu allen Zeiten und an allen Orten der Welt unwiderstehlich davon getragen, die Funktionen der beiden Geschlechter zu unterscheiden und zu trennen? Ist dies nicht ein klares Zeugnis der Anerkennung einer Wahrheit und eines Gesetzes, die über dem Menschen stehen?

Zusammenfassend ist zu sagen, dass wo immer Frauen Männerkleidung tragen, dies als ein Faktor zu betrachten ist, der über längere Zeit hinweg die menschliche Ordnung zersetzt.

IV.

Die logische Konsequenz all dessen, was bisher gesagt wurde ist, dass jedermann, der in einer verantwortlichen Position ist, einen „Alarmsinn‟haben sollte im Vollsinn des Wortes, sich ernsthaft und entschieden um diese Entwicklung sorgen sollte.

Wir warnen ernsthaft alle Pfarrer, alle Priester im Allgemeinen und Beichtväter im Besonderen, Mitglieder jeglicher Gemeinschaft, alle Ordensleute, alle Nonnen, besonders die lehrenden Schwestern.

Wir bitten Sie, sich dieses Problems ganz klar bewusst zu werden, so dass Maßnahmen folgen werden. Dieses Bewusstsein ist außerordentlich wichhtig. Es wird zur angemessenen Maßnahme zur rechten Zeit führen. Aber lassen Sie nicht zu, dass es dazu führt, dass wir angesichts einer unvermeidbaren Veränderung aufgeben, als seien wir mit einer natürlichen Entwicklung der Menschheit und so weiter konfrontiert!

Menschen mögen kommen und gehen, denn Gott hat viel Raum für die Ebbe und Flut des freien Willens gegeben; aber die wesentlichen Richtlinien der Natur und die nicht minder wesentlichen Richtlinien des Ewigen Gesetzes haben sich nie geändert, ändern sich nicht und werden sich niemals ändern. Es gibt Grenzen, über die man abirren mag, so weit man möchte, aber wenn man dies tut, bedeutet das den Tod. Leere philosophische Fantasien mögen einen dazu führen, sich über diese Begrenzungen lustig zu machen oder sie zu trivialisieren, aber die stellen einen Verbund harter Fakten und der Natur dar, die jeden züchtigt, der sie übertritt. Die Geschichte hat uns ja – mit erschreckenden Beweisen vom Leben und Tod von Nationen – gelehrt, dass die Antwort an alle Verletzer dieses Entwurfs der „Menschlichkeit‟ früher oder später immmer die Katastrophe ist.

Seit der Dialektik von Hegel werden wir mit nichts weiter als Fabeln gefüttert, und da man diese so oft hört, dulden viele Leute sie schließlich, wenn vielleicht auch nur passiv. Aber es ist eine Tatsache, dass Natur und Wahrheit, und das Gesetz, das mit beiden verbunden ist, unbeirrt ihren Weg gehen und die Einfaltspinsel zerstückeln, die ohne jeglichen Grund an radikale und weitreichende Veränderungen in der dem Menschen eigenen Struktur glauben.

Die Konsequenzen solcher Übergriffe auf den Menschen sind nicht ein neues Menschenbild, sondern vielmehr Störungen [kann auch als Erkrankungen übersetzt werden (d. Übs.)], Instabilitäten jeglicher Art, erschreckende Trockenheit der menschliehen Seele, eine schockierende Zunahme menschlicher Schiffbrüchiger, die vertrieben werden, um ihren Abstieg in Langeweile, Traurigkeit und Zurückweisung zu leben. Auf dem Strand des vorsätzlichen Schiffsbruchs der ewigen Normen findet man zerbrochene Familien, Herde und Häuser, die kalt geworden sind, vor der Zeit abgebrochene Leben, zur Seite gestoßene alte Menschen, eine mutwillig degenerierte Jugend und – am Ende all dessen – Seelen in Verzweiflung, die sich selbst das Leben nehmen. All diese menschlichen Wracks geben von der Tatsache Zeugnis, dass die „Grenzlinie Gottes‟ nicht nachgibt noch den wahnbesessenen Träumen der sogenannten Philosophen irgendwelche Anpassungen erlaubt!

V.

Wir haben gesagt, dass jene, an welche diese Bekanntmachunggerichtet ist, sich ernsthaft sorgen sollten angesichts des gegenwärtigen Problems. Danach wissen sie, was sie zu sagen haben, angefangen bei den kleinen Mädchen auf den Knien ihrer Mütter.

Sie wissen das ohne zu übertreiben oder zu Fanatikern zu werden, sie werden streng festsetzen müssen, in wiefern sie es tolerieren, dass Frauen sich wie Männer kleiden (als generelle Regel).

Sie wissen, dass sie niemals so schwach sein dürfen, jemanden glauben zu lassen, dass sie einem Brauch gegenüber die Augen verschließen, der abrutscht und die Moral aller Institutionen untergräbt.

Sie, die Priester, wissen, dass die Grenzlinie, die sie im Beichtstuhl zu ziehen haben – ohne jedoch Frauen, die sich wie Männer kleiden, automatisch für Todsünder halten – scharf und entschieden sein muss.

Ein jeder wird sich freundlicherweise Gedanken darüber machen, dass eine gemeinsame Handlungsweise erforderlich ist, auf allen Seiten gestärkt von der Zusammenarbeit aller Menschen guten Willens und erleuchteten Verstandes, um so einen regelrechten  Damm zu schaffen, um die Flut zurückzuhalten.

Diejenigen unter Ihnen, die in welcher Position auch immer für Seelen verantwortlich sind verstehen, wie nützlich es ist, als Verbündete in dieser Kampagne Männer der Künste zu haben, der Medien und des Handwerks. Die Position der Modedesigner, der brillanten Designer und der Bekleidungsindustrie ist in der gesamten Frage von entscheidender Bedeutung. Eine künstlerische Ader, Vornehmheit und guter Geschmack, die zusammentreffen, können passende, aber würdige Lösungen für Frauen finden, wenn sie Motorrad fahren oder diese oder jene Arbeit verrichten müssen. Entscheidend ist, Bescheidenheit und den ewigen Sinn für Weiblichkeit zu bewahren, den mehr als alles andere alle alle Kinder weiterhin mit dem Gesicht ihrer Mutter verbinden werden.

Wir bestreiten nicht, dass das moderne Leben Probleme macht und Erfordernisse zeitigt, die unseren Großeltern unbekannt waren. Aber wir stellen fest, dass es Werte gibt, die mehr des Schutzes bedürfen als flüchtige Erfahrungen, und dass es für jeden intelligenten Menschen es immer einen gesunden Menschenverstand und guten Geschmack gibt, um akzeptable und würdige Lösungen für auftretende Probleme zu finden.

Bewegt von Nächstenliebe kämpfen wir gegen eine Abwertung der Menschheit um der Anpassung willen, gegen den Angriff auf diese Unterschiede, auf welchen die complementarity von Mann und Frau beruht.

Wenn wir eine Frau in Hosen sehen, sollten wir nicht so sehr an sie denken, als vielmehr an die gesamte Menschheit: an das was wäre, wenn die Frauen sich vermännlichten. Niemand kann davon profitieren, wenn er dazu beiträgt, ein zukünftiges Zeitalter der Unklarheit, der Zweideutigkeit, der Unvollkommenheit und, mit einem Wort, der Ungeheuerlichkeit herbeizuführen.

Dieser unser Brief ist nicht an die Öffentlichkeit gerichtet, sondern an jene, die für die Seelen verantwortlich sind, für Erziehung, für katholische Gemeinschaften. Lasst sie ihre Pflicht tun und nicht Wachen sein, die schlafend auf ihrem Posten gefunden werden, während der Feind sich einschleicht.

Erzbischof von Genua

Quelle: http://www.national-coalition.org/modesty/modsiri.html

Übersetzer: Eugenie Roth im Auftrag von www.traditionundglauben.wordpress.com

Kardinal Siri, Männerkleidung, die von Frauen getragen wird (1 von 2)

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Obwohl das obere Bildnis Kardinal Richelieu und nicht Kardinal Siri abbildet, der so ausgesehen hat, so handelt es sich dennoch, um eine der letzten Aussagen des ordentlichen Lehramtes zur Rockfrage (siehe Podcast Nr. 8), welche kurz vor dem Meteoriteneinschlag, lies: Vat. II, bekannt gegeben wurde. Kardinal Siri schreibt zwar nur zu den Gläubigen seiner eigenen Diözese, aber seine Argumentation ist interessant und kann auch außerhalb von Genua Gehör finden. Unsere Antwort zu dieser Frage lautet:

Sollen also Frauen Hose tragen?

Nein.

 

Warum nicht?

Weil Sie:

a. schrecklich darin aussehen,

b. ihre Weiblichkeit und ihre Würde verlieren,

c. nicht zur Verschönerung der Welt beitragen

d. zusätzliche Testosteron-Ausschüttung riskieren,

e. gegen jegliche Tradition und Ästhetik verstoßen.

Würde dies nicht gegen die persönliche Würde und Persönlichkeitsrechte verstoßen, so würde DSDZ ein paar Bilder seiner jetzigen Arbeitskolleginnen veröffentlichen, welche dem Spiegelbild und BMI zum Trotz natürlich Hosen tragen, damit alle sehen könnten, warum man es zu unterlassen hat. Kardinal Siri argumentiert anders, weniger ästhetisch und mehr philosophisch und ist als Lektüre zu empfehlen. 

Bekanntmachung betreffend Männerkleidung, die von Frauen getragen wird

Giuseppe Cardinal Siri

Genua

  1. Juni 1960

An den Hochwürdigen Klerus,

An alle lehrenden Schwestern,

An die geliebten Söhne der Katholischen Aktion,

An Erzieher, die beabsichtigen, die christliche Lehre wahrlich zu befolgen.

I.

Erstens: Die ersten Zeichen unseres eines spät ankommenden Frühlings zeigen dieses Jahr eine gewisse Zunahme im Gebrauch von Männerkleidung durch Mädchen und Frauen, sogar Familienmüttern. Bis 1959 bedeutete eine solche Kleidung in Genua gewöhnlich, dass es sich bei der betreffenden Person um eine Touristin handelte, aber nun scheint es eine bezeichnende Anzahl von Mädchen und Frauen aus Genua selbst zu geben, die – zumindest auf Ausflugsreisen – lieber Männerkleidung (Herrenhosen) tragen.

Die Ausbreitung dieses Verhaltens verpflichtet uns, ernsthafte Bedenken zu diesem Thema zu verbreiten, und wir bitten jene, an welche diese Bekanntmachung gerichtet ist, diesem Problem alle Aufmerksamkeit zu widmen, derer es bedarf, wie es sich für jene schickt, die sich ihrer Verantwortung Gott gegenüber bewusst sind.

Wir bemühen uns vor allem um ein ausgewogenes moralisches Urteilsvermögen bezüglich des Tragens von Männerkleidung durch Frauen. Tatsächlich beziehen sich unsere Gedanken einzig auf die Frage der Moral.

Erstens: wenn es darum geht, den weiblichen Körper zu bedecken, kann nicht gesagt werden, dass das Tragen von Herrenhosen einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Anstand darstellt, weil Hosen den weiblichen Körper sicherlich mehr bedecken als die modernen Damenröcke dies tun.

Zweitens: jedoch müssen Kleidungsstücke, um anständig zu sein, nicht einfach nur den Körper bedecken, sondern dürfen auch nicht zu eng am Körper anliegen. Nun ist es wahr, dass viele Kleidungsstücke für Damen enger am Körper anliegen als manche Herrenhose, Aber Hosen können so geschnitten sein, dass sie noch enger anliegen und so ist es üblicherweise auch; daher gibt uns die enge Passform einer solchen Kleidung nicht weniger Grund für Sorge als die Entblößung des Körpers. Daher ist die Unanständigkeit von Herrenhosen für Frauen ein Aspekt des Problems, den man bei einem allgemeinen Urteil über das Thema [anständige Kleidung] nicht auslassen soll, auch wenn dieser Aspekt andererseits nicht künstlich aufgebauscht werden darf.

II.

Jedoch gibt es einen weiteren Aspekt bezüglich Männerkleidung tragender Frauen, der uns der ernsteste zu sein scheint.

Das Tragen von Männerkleidung durch Frauen schadet vor allem der Frau selbst, indem es die weibliche Psychologie ändert, die der Frau eigen ist; zweitens beeinflusst es die Frau als Ehefrau ihres Mannes, indem sie dazu neigt, die Beziehung zwischen Mann und Frau zu beschädigen; drittens greift es die Frau als Mutter ihrer Kinder an, indem sie in den Augen ihrer Kinder ihre Würde schädigt. Jeder dieser Punkte muss der Reihe nach sorgfältig bedacht werden.

a. Männerkleidung ändert die Psychologie der Frau.

Fürwahr ist das treibende Motiv für Frauen, Männerkleidung zutragen, immer das der Imitation, ja sogar des Wettkampfs mit dem Mann, der als stärker, weniger gebunden, unabhängiger betrachtet wird. Diese Motivation zeigt klar, dass Männerkleidung die sichtbare Hilfe dazu ist, eine mentale Haltung zu sein „wie ein Mann‟ hervorzubringen. Zweitens, seit der Mensch Mensch ist, bestimmt die Kleidung, sie legt fest und ändert die Gesten, Haltung und Verhalten der betreffenden Person auf eine Weise, dass sie, nur rein äußerlich getragen, eine gewisse innere Geisteshaltung aufdrängt.

Lassen Sie uns noch hinzufügen, dass eine Frau, die Männerkleidung trägt, damit mehr oder weniger anzeigt, dass sie ihre Weiblichkeit (im Vergleich zur Männlichkeit) als minderwertig betrachtet, obwohl sie doch tatsächlich nur anders ist. Die Perversion ihrer Psychologie wird klar erkennbar.

Diese Gründe, die viele andere einschließen, reichen aus um uns zu warnen, zu welch einem falschen Denken Frauen geführt werden, wenn sie Männerkleidung tragen.

 

b. Männerkleidung [der Frau] neigt dazu, das Verhältnis zwischen Mann und Frau zu schädigen.

Ungelogen, wenn sich das Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern im Erwachsenwerden entfaltet, ist ein Trieb der gegenseitigen Anziehung vorherrschend. Die wesentliche Grundlage dieser Anziehung ist eine Verschiedenheit zwischen den beiden Geschlechtern, die nur dadurch möglich wird, dass sie sich gegenseitig ergänzen oder vervollständigen. Wenn dann diese Unterschiedlichkeit weniger offensichtlich wird, weil eines ihrer Hauptmerkmale beseitigt und die normale psychologische Struktur geschwächt wird, resultiert daraus die Veränderung eines fundamentalen Faktors in der Beziehung.

Das Problem geht noch weiter. Der gegenseitigen Anziehung zwischen den Geschlechtern geht ganz natürlich und im zeitlichen Verlauf das Schamgefühl voran, das die erwachenden Impulse in Schach hält, es legt ihnen Respekt auf und neigt dazu, zu einem höheren Grad gegenseitigen Respekts und gesunder Furcht vor allem zu erheben, was diese Impulse zu unkontrollierten Akten drängen würde. Diese Kleidung also zu ändern, die durch ihre Verschiedenheit die Begrenzungen und Verteidigung der Natur offenbart und aufrechterhält heißt, die Unterscheidungsmerkmale zu nivellieren und dazu beizutragen, die lebensnotwendigen Verteidigungen des Schamgefühls niederzureißen.

Zumindest wird das Schamgefühl gehindert. Und wenn das Schamgefühl gehindert wird, die [sprichwörtlichen] Bremsen anzuziehen, dann wird die Beziehung zwischen Mann und Frau entwürdigend auf reine Sinnlichkeit reduziert, bar allen gegenseitigen Respekts oder gegenseitiger Wertschätzung.

Die Erfahrung lehrt uns, dass wenn die Frau entweiblicht wird, die Abwehr unterminiert wird und die Schwäche zunimmt.

c. Männerkleidung verletzt die Würde der Mutter in den Augen ihrer Kinder.

Alle Kinder haben einen Instikt [und] ein Empfinden der Würde und des Anstandes ihrer Mutter. Eine Analyse der ersten inneren Krise von Kindern, wenn sie für das Leben um sie herum erwachen, sogar noch bevor sie die Jugend erreichen, zeigt, wie viel die Wahrnehmung ihrer Mutter zählt. Kinder sind in diesem Punkt so empfindlich wie man nur sein kann. Erwachsene lassen üblicherweise all das hinter sich und denken nicht mehr darüber nach. Aber wir täten gut daran, uns um die schwerwiegenden Anforderungen zu künnern, die Kinder instinktiv an ihre Mutter stellen, und um die tiefen und sogar schrecklichen Reaktionen, die in ihnen aufkeimen, wenn sie das Missverhalten ihrer Mutter beobachten. Viele Spätfolgen für das Leben haben hier ihre Wurzeln – und keine guten -, in diesen frühen inneren Dramas im Kleinkind- und Kindesalter.

Das Kind mag die Definitionen von Entblößung, Frivolität oder Untreue nicht kennen, aber es besitzt einen instinktiven Sinn, sie zu erkennen, wenn sie auftreten, es leidet darunter und wird durch sie in ihrer Seele bitterlich verwundet.

Maria von Spanien oder „die katholische Luft atmen“

Monasterio_de_las_Descalzas_Reales_(Madrid)_06Das Kloster der Barfüssigen Schwester von der Hl. Klara

Da unsere Redaktion in der Vorweihnachtszeit bis Neujahr seltener dazu kommen wird neue Beiträge zu verfassen, so wollen wir musikalisch ein wenig vorsorgen, um diesen Blog am Leben zu halten.

In der Weihnachtszeit soll die Messe Alma redemptoris mater von Tomas Luis da Victoria abschnittsweise vorgestellt werden. Bevor wir uns aber dem Stück selbst widmen werden, ist es recht und billig diejenige katholische Monarchin zu nennen, welcher wir eigentlich Victoria verdanken. Es handelt sich um die Kaiserin Maria von Spanien.

Maria von Spanien (1528–1603) – ein Leben der Pflichterfüllung

Tomas Luis da Victoria (1548 -1611) war ab 1587, d.h. am Ende seines Lebens nicht nur der persönliche Kaplan, sondern auch der „Klosterkomponist“ der verwitweten Kaiserin Maria von Spanien, welche am Ende ihres Lebens Monasterio de las Descalzas de S Clara also im Kloster der „Barfüßigen Schwestern der Heiligen Klara“ lebte (siehe oben). An dieser Stelle soll noch kein Nachruf auf die Maria von Spanien, welche von den Spaniern selbst Maria de Austria genannt wurde. Aber sogar an den kargen Angaben in der Wikipedia wird deutlich,[1] dass sie wirklich kein einfaches Leben hatte und sicherlich nicht ganz „selbstbestimmtes“, wie die heutigen Feministinnen sagen würden.

220px-Maria_of_Spain_1557Als die älteste Tochter des Kaisers Karl V. war sie für einen politische Ehe vorbestimmt, welche sie mit Kaiser Maximilian II, ihrem Cousin 1. Grades einging, was sicherlich manch einen Dispens nötig machte. Sie gebar ihrem Mann insgesamt 16 Kinder (ja, ja, sechzehn, meine Damen), von denen neun das Erwachsenenalter erreichten. Ab 1550 war sie alleinige Statthalterin in Spanien, ab 1552 lebte sie ständig in Wien und schließlich nach dem Tod ihres Mannes 1576 kehrte sie 1582 nach Spanien zurück. Als sie in ihre Heimat zurückkehrte sagte sie, dass sie glücklich sei in einem Land ohne Häretiker zu leben, was der Schreiber dieser Zeilen durchaus nachempfinden kann. Auch Marie, die Heldin der „Ansichten eines Clowns“ meinte sie müsse ab und zu „katholische Luft“ atmen. Ja, die Luft ist anders. Wir wollen uns hier nicht mit der politischen Tätigkeit der Kaiserin Maria, welche recht rege und im Sinne des katholischen Glaubens war, noch wollen wir die Frage stellen, ob diese Tätigkeit gelungen war. Sie lebte seit 1582 im o.a. Kloster, trug eine Ordenstracht und bestimmte Tomas Luis da Victoria zu ihrem Kaplan und Komponisten, wodurch sie uns und allen nachfolgenden Generationen einen großen Gefallen erwies, da Victoria sich ausschließlich aufs Komponieren von geistlicher Musik konzentrieren konnte. Dem Schreiber dieser Zeile scheint es, dass durch den Klostereintritt Maria von Spanien endlich ein Leben führen konnte, nach welchem sie sich sehnte. Keine Pflichten, keinen Hof, keine Kindererziehung, keine politische Angelegenheiten, nur Gott und Gebet.

stair1Gott hat sie auch zu Lebzeiten belohnt, denn das Leben in solch einer Schönheit (siehe das Treppenhaus des Klosters linkd) und dazu noch mit der Musik von Victoria war eher Belohnung zu Lebzeiten als Buße. War sie glücklich? Wahrscheinlich schon, denn was macht glücklicher als die treue Pflichterfüllung an den Stellen, an die uns Gott gestellt hat.

Juan_Pantoja_de_la_Cruz_012Deswegen waren ihr die Irrungen und Wirrungen der neurotischen Sissy, ebenfalls Kaiserin in Österreich und von Österreich, erspart. Selbstbestimmung ist nicht immer das Beste und sogar Greta Garbo sagte einmal, dass ihr leider nicht gegeben worden ist ein Leben zu führen, welches sie eigentlich wollte. Wenn es nicht einmal Greta Garbo es gelungen ist, dann wem? Also Maria von Spanien hat das bessere Stück erwählt und am Ende ihres Lebens saß sie an den Füßen des himmlischen Bräutigams. Ihr Bild aus der Jugendzeit zeigt eine charakterstarke Person, die sich durchsetzen konnte und musste, ihr Altersbild eine geistliche Strenge.

Seien wir also dankbar der Maria von Spanien, welche das Gute, Wahre und Schöne des Katholizismus würdigen und verteidigen konnte. Die armen Spanier haben Gott weitgehend verlassen jetzt haben sie eine Letizia. Strafe muss sein. Da aber Maria vielleicht sich noch im Fegefeuer befindet, denn es ist schwer zu regieren, ohne schuldig zu werden, so beten wir für ihre Seele dreimal: Herr gib ihr die ewige Ruhe …

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_von_Spanien_%281528%E2%80%931603%29 https://en.wikipedia.org/wiki/Maria_of_Austria,_Holy_Roman_Empress

Ad te levavi von Palestrina oder gegen den Horizontalismus

Schönheit inspiriert Schönheit, das Gute – die Gutheit, das Wahre – die Wahrheit. Gott macht uns heilig, gut, wahr und schön und der Teufel möchte das Gegenteil also auch sein Ebenbild in uns einzeichnen. Im Heimatland des Schreibers dieser Zeilen gibt es einen Priester, der über 80 Jahre alt ist und seit etwa 10 Jahren als Exorzist wirkt. Er lässt seine „Patienten“ nach ihrer „Heilung“ Zeugnisse schreiben, welche sehr tiefgründig sind und welche dieser Priester bei seinen Konferenzen vorliest. Eine ehemals besessene Frau schrieb:

„Er, d.h. der Teufel, ist unfruchtbar. Er kann nichts hervorbringen. Er entführt die Seele, wie es manchmal Frauen tun, die keine eigenen Kinder haben können. Er beraubt die Seele ihrer Würde und ihrer eigentlichen Identität und möchte sie zu seinem Kind machen.“

Sehr tiefgründig, theologische korrekt und gut beobachtet. Eigentlich ist der Teufel wirklich arm dran, da er sozusagen „nichts vom Leben hat“ außer, dass er die Menschen quält und versucht seine Eigenschaften ihnen aufzudrücken. Also etwas Fremdes, denn ein Geschöpf Gottes, nehmen, entführen und nach seinem Abbild zu verändern versuchen. Je schöner und wertvoller eine Seele ist oder sein kann, desto mehr Interesse zeigt er an ihr, besonders in der Jugendzeit, denn so kann man einen Menschen für sein Leben ausrichten. Deswegen hasst der Teufel und die Welt als seine, von ihm inspirierte Wirkungsstätte, im Sinne der johanneischen Schriften, alles was eine Ähnlichkeit Gottes in sich trägt:

  • die Perfektion,
  • die Harmonie,
  • die Schönheit,
  • die Struktur und Anderes.

Seit den 1960-gern (Vatikanum II 1962-1965) gibt es tatsächlich zum ersten Male in der Menschheitsgeschichte eine dauernde Jugendkultur, die langfristig destruktiv ist, weil von ihr infizierten niemals davon frei werden, siehe Altrocker. Es geht in ihr nicht darum an bestimmte Werte der Erwachsenenwelt heranzuwachsen, sondern diese von vornherein abzulehnen. Daher die Rockmusik mit ihrem Primitivismus, daher dieses Obszöne, diese Formlosigkeit, dieses Ungepflegte und Flegelhafte. Daher dieser Hass gegen die Schönheit, weil sie auf Gott hinweist. Die wahre Liturgie wirkte inspirierend, auch auf Sünder, siehe Liszt oder Caravaggio, denn sie brachten Kunstwerke von einem Ewigkeitswert hervor, trotz ihres Lebenswandels. Und was haben wir heute? Werbung und Mode, wo wirklich ästhetisch Hochbegabte ihr Talent verschwenden, weil es nichts Höheres gibt. Die Welt, vom Teufel inspiriert, beraubt auch die Künstler ihrer wahren Identität. Sie könnten von der Schönheit Gottes langfristig zeugen und dadurch ihre zeitlichen Sündenstrafen auch tilgen, natürlich nach Bekehrung und Beichte. Aber das sagt ihnen ja keiner, weil man „dialogbereit und offen“ sein will. Alles horizontal, flach und platt. Dabei sagt der Introitus des ersten Adventssontags:

Ad te, Domine, levavi animam meam:
Deus meus, in te confido; non erubescam.
Neque irrideant me inimici mei : etenim universi qui sustinent te, non confundentur. 

 Zu Dir, o Herr, erhebe ich meine Seele: Mein Gott, auf Dich vertraue ich; ich werden nicht erröten.

Meine Feinde mögen mich nicht verlachen: denn alle, die Dich hochhalten, werden nicht erschüttert werden.

Wenn es kein oben gibt, dann gibt es bald auch kein rechts und links, denn ohne die Vertikale, verschwindet die Horizontale. Ohne die Gottesliebe, keine Nächstenliebe, ihr lieben Herrn Pfarrer, die ihr wieder in der Predigt etwas anderes sagtet.

Wir stellen hier das Motett Ad te levavi nach den Worten des Introitus des ersten Adentsonntags von Palestrina gesungen in einer Live-Aufnahme von Cappella Musicale della Cattedrale di Fiesole und hoffen, dass durch diese Musik sich auch unsere Seelen zu Gott erheben, aus diesem postkonziliaren Jammertal. Vergleichen wir doch das Ad te levavi von Palestrina mit dem bekannten „Zu Gott, o Herr erheben wir, die Seele mit Vertrauen“. Wie armselig erscheint doch das Letztere gegen diese Fülle an Form und Ausdruck. Und dabei ist das „Zu Gott“ noch eines der singbareren Gotteslob-Lieder. Schlimm, was man alles mitmachen muss. Aber gäbe es keine von der Schönheit faszinierte Menschen, so würde man den Palestrina überhaupt nicht singen, nicht einmal in Konzersälen, denn aus Kirchen ist er, als vorkonziliar, praktisch verbannt. Da herrscht die Klampfenmusik der Pastoralssistentin. Ach weh! Diese ganzen Pastoralassistentinnen-Tross wird aussterben müssen, denn die nachkonziliare Kirche ist leider, wie der Teufel, größtenteils unfruchtbar: keine Berufungen, denn keine lebendige Tradition. Man überliefert ja keinen katholischen Glauben, sondern untergräbt ihn. Es geht um das „Miteinander“, was man in jedam Fussballstadion haben kann. Aber erheben wir unsere Seelen zu Gott – in altum – in die Höhe und lassen uns nicht von diesem Horizontalismus einfangen. Diejenigen, die für die Bischofkonferenz tatsächlich auf den Knien gebetet haben, können hoffen, dass sie zur dieser Wende beigetragen haben. So können wir uns an der Schönheit laben.

Gott als Schönheit – Schönheit als theologisches Wahrheitskriterium

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All unsere bisherigen Überlegungen betrachtend, könnte man fragen, ob die Überlegungen zur Schönheit nicht einer allzu weltlichen Natur seien. Dies ist aber nicht der Fall, da die Schönheit eine der Eigenschaften Gottes (attributa divina) ist und zu den Eigenschaften des göttlichen Seins (attributa essendi) gezählt wird.[1] Da die Welt sehr schön ist und sie ein Geschöpf aber auch ein Abglanz der eigentlichen, denn geistlichen Vollkommenheit Gottes ist, so muss Gott sehr schön sein.

Gott ist im höchsten Maße wahr, gut und schön und in ihm fallen das Wahre, das Gute und das Schöne in eins zusammen: bonum, verum et pulchrum convertuntur. Daher ist es für einen Katholiken gottgegeben und legitim hinter dem Schönen das Wahre und Gute zu vermuten und hinter dem Hässlichen das Gegenteil davon. Man braucht sich dafür nicht zu entschuldigen, wie Martin Mosebach es tut. Mathematiker und Physiker wissen auch, dass das ästhetische Kriterium gleichzeitig das wahre Kriterium ist. Denn eine wahre Formel ist schön, kurz und übersichtlich, wie die mathematische Erfahrung zeigt: a2 + b2 = c2 oder e = mc2 alles schön, kurz, wahr und prägnant. Natürlich erreicht man diese Schönheit und Kürze nach recht vielen Rechenwegen und Kürzungen, aber sie ist das Ziel. Geschwülstiges, kompliziertes Reden oder der nachkonziliare Jargon in der Kirche ist niemals wahr, wie man aus den Haus-der-Martha-Statements, denn Predigten sind es wirklich nicht mehr, des jetzigen Papstes ersehen können.

Der Teufel kann einfach keine Schönheit hervorbringen, genauso wenig wie die Wahrheit. Er stellt alles Mögliche zusammen, was jedoch sowohl der Harmonie als auch der Stringenz entbehrt. Wenn wir im Internet nach guten katholischen Seiten fanden, so können wir, auch theologisch ungebildet, nach der Ästhetik richten. Je schöner, desto katholischer. Katholisch ist nicht hässlich oder übertrieben. Ein gotterfüllter Mensch, versteht, ungeachtet seiner sonstigen Bildung, etwas von Schönheit. Dies ist auch der Grund, warum früher, vor dem Konzil, auch die einfachsten Dorfkirchen, von Menschen, die weder lesen noch schreiben konnten entworfen, schön waren. Bäuerlich aber schön. Man fand die richtigen Proportionen, Harmonien und Verbindungen. Weil man Gott kannte.

Was ist aber schön? Der hl. Thomas von Aquin antwortet: „dasjenige, dessen Anschauung geistigen Genuss gewährt (pulchra dicuntur, quae visa placent)“.[2] Natürlich muss die Anschauung breiter als das reine Sehen gefasst werden. Damit ist ein jeder vernehmender Akt gemeint, da es auch schöne Musik oder schöne Literatur gibt. Vornehmlich ist es tatsächlich das Sehen. Aber durch die Schönheit, werden wir wirklich „in eine bessre‘ Welt entrückt“, wie das berühmte Lied von Schubert „An die Musik“ sagt. Im Anschluss an Summ. Theol. I 1. 39 a. 8 lassen sich, so Diekamp-Jüssen, den wir an dieser Stelle zitieren,[3] drei Erfordernisse der Schönheit aufstellen:

  1. Integritas sive perfectio, d.i. die Unversehrtheit des Gegenstandes,
  2. Debita proportio sive consonantia, d.i. das rechte Verhältnis der Teile zueinander, ihre Einheit in der Mannigfaltigkeit oder ihre Ordnung,
  3. Claritas, d.i. Klarheit und Helligkeit, welche die Vollkommenheit und harmonische Einheit in glanzvoller Weise vor Augen führt.

Ad 1. Integritas sive perfectio

Die Schönheit setzt eine Ganzheit voraus. Etwas Zerbrochenes, Unvollendetes wird als Unvollkommen und nicht als Schön wahrgenommen.

Ad 2. Debita proportio sive consonantia

Dies führt dazu, dass bei fehlender Symmetrie es kein rechtes Verhältnis der Teile zueinander entstehen kann. Denn Schönheit ist Mathematik und hinter allem steckt der goldene Schnitt. [4] Musik ist ja mehr Konsonanz als Dissonanz, da unser Ohr und Gehirn auf langandauernde Dissonanzen empfindlich reagiert. Die Pop-Musik, die uns berieselt und auch zurecht auf der harmonischen Stufe der Frühklassik geblieben. Nicht nur deswegen, weil die allermeisten Menschen nur dies aufnehmen können, sondern weil diese Harmonien sich durch die besten und eifachsten Proportionen auszeichen.

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Ad 3. Claritas

Ja, Schönheit hat etwas Lichtvolles (siehe das obere Bild), etwas Schimmerndes und gute Musik endet mit einem D-Dur-Akkord, der, wie Bach und Hindemith schon ahnten, gottgewollt ist. Der heilige Augustinus sprach in diesem Kontext von „Glanz der Ordnung“ (splendor ordinis), wie man ja auch vom Glanz der Wahrheit (splendor veritatis) spricht.

Liest man Bücher oder Traktate der Kirchenväter oder der großen Theologen, so wird man nicht nur von der sprachlichen Schönheit angerührt, von dem Rhythmus der Sprache, ihrer Kürze und Präzision, sondern aus diesen Texten strahlt wirklich etwas Lichtvolles hervor. Man freut sich, dass die Kirche einmal solche Literaten und Heilige zugleich hatte. Was sich schlecht liest, siehe Karl Rahner et alia, ist auch unwahr. Der Heilige Geist gibt tatsächlich den Rhythmus ein, indem er die sprachlichen Proportionen ordnet. Daher gibt es im alten Brevier also dem bis 1962 kein Kitsch. Die Hymnen und Lesungen sind kurz, prägnant und schön. Die Vulgata-Psalmen eine schöne, anschauliche Poesie und natürlich gutes Latein. Vor dem Konzil wurde der Klerus durch das Gebet und die Liturgie gleichzeitig ästhetisch gebildet und dort, wo schon Hässlichkeit herrschte, war kein Geist mehr.

[1] https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/10/01/augustin-poulain-sj-die-fulle-der-gnaden-10-kapitel-2-vorstufen-der-mystik-1-gebet-der-affekte/

[2] Thomas von Aquin, Summ. Theol. I, q. 6 a. 5 ad 1.

[3] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Will 2013, 166.

[4] http://www.spektrum.de/news/wie-berechnet-man-schoenheit/793179 https://www.youtube.com/watch?v=2I7dbgXfNh8 http://www.welt.de/welt_print/vermischtes/article8826484/Geometrie-der-Schoenheit-Der-Goldene-Schnitt.html

Gott als Schönheit oder warum sind sie so ungepflegt?

st peters up 2Wann hat es angefangen? Wann begann man das Hässliche, Ungepflegte, Proletenhafte, Stümperhafte und Billige zu etwas Gutem zu stilisieren? Wann wurden die ungewaschenen Massen zu eigentlichen Helden und zwar aufgrund ihrer Beliebigkeit? Eigentlich wollten und wollen sich alle Diener wie die Herren kleiden, sodass im Spätmittelalter das Tragen von nicht standesgemäßer Kleidung bestraft wurde. Wahrscheinlich auch aus dem Grund, damit sich die Menschen für die Kleidung nicht ruinieren. Manch eine kreditkartenverschuldete junge Frau, die sich selbst als Fashion Victim sieht, würde solche Gesetze zu schätzen wissen. Aber irgendwann begann das Hässliche und Beliebige als das Gute und Schöne durchzugehen. Wann begannen denn die Künstler, die ja Handwerker des Schönen sind, ex definitione abgeschabt und abgewrackt zu gehen? Und zwar nicht aus Armut, sondern aus Prinzip. War es die französische l’art pour l’art Bewegung? Waren es die absinthverklebten Tische, wo langhaarigen Jünglinge über Dadaismus diskutierten? Es begann wohl schon am Ende des XIX Jahrhunderts, als sich die meisten Menschen noch für die eigene Stillosigkeit schämten. Denn der Dandy Oskar Wilde, der ungefähr in dieser Zeit lebte, war wirklich nicht abgeschabt. Eher das Gegenteil, wenigstens am Anfang. Vielleicht war es der Erste Krieg, die Jugendbewegung, welche dazu beitrugen, aber sicherlich geht es ästhetisch gesehen seit den 1968 alles den Bach runter. Die Menschen sind seitdem zur ewigen Jugendlichkeit aber auch Nonchalance verdammt, nicht zur ewigen Jugend. 60 Jährige kleiden sich wie 20 Jährige und wenn sie sogar die Figur dazu haben. Das macht sie aber schrecklich alt und verkleidet. Dieses aufgezwungene Dynamische und gezwungen Lebensfrohe. Diese Farbenpracht, die auf sich aufmerksam machen möchte. Bei der Jugend ist es verständlich, aber später doch nur lächerlich.

Woher kommt es? Durch den Niedergang der Liturgie. Die Menschen haben einfach keine Vorbilder mehr. Sie richten sich nach dem Fernsehen, welches sich nach ihnen richtet. Ebenso tun es die Modezeitschriften. Und der Teufelskreis schließt sich. Lassen wir an dieser Stelle Marin Mosebach, in seiner Häresie der Formlosigkeit zur Wort kommen:

„Ich bekenne mich offen zu der naiven Schar, die aus der Oberfläche, der äußeren Erscheinung auf die innere Beschaffenheit und womöglich Wahrheit oder Verlogenheit einer Sache schließt. Die Lehre von den »inneren Werten«, die sich in schmutziger, verkommener Schale verbergen, kommt mir nicht geheuer vor. Dass die Seele dem Körper die Form und das Gesicht, seine Oberfläche verleiht, glaubte ich schon, als noch nicht wusste, dass dieser Satz eine Definition des kirchlichen Lehramtes war. Mit mediterraner Primitivität glaube ich, dass eine unwahre, verlogene, gefühllose Sprache keinen Gedanken von Wert enthalten kann. Was für die Kunst gilt, muss in noch viel höherem Maß jedoch das öffentlich Gebet der Kirche treffen; wo das Hässliche sonst nur auf das Unwahre schließen lässt, bedeutet es im Bereich der Religion die Anwesenheit des Satanischen“.[1]

Der Schreiber dieser Zeilen glaubt dies auch und vertritt es energischer als Martin Mosebach es wohl tut. Warum denn um die Schönheit verlegen sein? Warum um die Wahrheit? Warum sich dafür entschuldigen, dass man keinen Schmutz und keine Ungepflegtheit duldet? Es gibt leider keine Ästhetik mehr in der Kirche. Diese Pferdedecken (früher auch Ornat genannt), diese ad populum Altäre, dieser Kitsch wirklich aller päpstlichen Reisen. Wozu soll es gut sein? Um die Menschen von der Religion abzuschrecken. Warum diese abgeschabten „Krawattenpriester“, die sich für ihr Priestersein schämen, sonst würden sie wohl eine Sutane tragen? Warum diese ewig 1968, langhaarigen Soziologie- und Theologieprofessoren? Dieses Aussehen ist doch ein Statement. Ebenso wie die schwarzen Schuhe von Papst Franziskus. Der Mensch reagiert zuerst mit Gefühl, auch mit einem ästhetischen Gefühl, wovon die Kleidungsvorschriften für ein Vorstellungsgespräch zeugen, bevor er etwas mit Verstand und Willen aufnehmen kann. Bin ich von etwas verstört oder angewidert, dann bleibe ich fern.

The Baldachin Altar - Bronze & Gold Altar in St. Peter's Cathedral located directly above the tomb of St. Peter - it was built between 1624 & 1633
The Baldachin Altar – Bronze & Gold Altar in St. Peter’s Cathedral located directly above the tomb of St. Peter – it was built between 1624 & 1633

Da leider die jetzige Liturgie keine Schönheit verströmt, daher können wir an keiner Schönheit an sich, die es ja gibt, Anteil haben. Wir begegnen dem Alltag überall auch in der Kirche. Interessanterweise ist die reichste Kirche der Welt, d.h. die deutsche Kirche, am wenigsten um die Schönheit der Gotteshäuser oder gar der katholischen Bildungsstätten bemüht. Von der Schönheit der Liturgie ganz zu schweigen. Aber bei Atheisten am Altar ist es so. Hauptsache man bringt es schnell hinter sich und ist dann „ganz Mensch“. Die früheren vorkonziliaren Moraltheologien geben tatsächlich an, dass man sich zum Kommunionempfang und zum Kirchenbesuch gut oder bei den Armen wenigstens reinlich zu kleiden hat. Ein gutes Kleidungsstück hatte wirklich jeder. So entschwand man dem Alltag, es war Sonntag, man ging elegant in die Kirche, man war wer und fühlte sich besser. Wenigstens an einem Tag. Die Straßen wurden schöner. Jetzt gibt es in der Wohnstätte des Schreibers dieser Zeilen keine Sonntagseleganz mehr, im Alltag leider auch nicht, vielleicht weil er in ehemals protestantischen Gebieten wohnt, wo es lange schon keine Sonntagspflicht gab. Die einzig Eleganten sind die ausländischen Touristen, aus den Mittelmeerländern. Also aus den ehemals katholischen Gebieten.

Lange hat die Kirche, die Lehrmeisterin der Völker, die Menschen zur Schönheit erzogen. Dann kam das Konzil und seitdem ist es nicht mehr so. Denn je unwohler, auch ästhetisch unwohl, sich die Menschen in den hässlichen Kirchen fühlen werden, umso weniger werde sie diese aufsuchen. Die Rechnung ging auf. Leider.

[1] Martin Mosebach, Häresie der Formlosigkeit, München 2012, 9.

Gott als Schönheit oder warum sind sie alle so hässlich?

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Der Schreiber dieser Zeilen hat in der letzten Zeit, zwar sehr formell und oberflächlich, dennoch mit Unmengen von Menschen zu tun, so in etwa zwei bis dreihundert am Tag. Er wird auf diese Art und Weise mit mehr Menschen täglich konfrontiert als er es in der Vergangenheit in mehreren Jahren zusammengenommen zu tun hatte. Da es sich um sehr kurze Begegnungen handelt und er schon immer ein guter Beobachter war, so bleibt er notwendigerweise am Äußeren hängen, welches selbstredend das Innere wiederspiegelt. Äußeres ist aber nicht gelogen. Äußeres ist wahr. Es gibt keinen Anschein, der trügt, es gibt nur die äußere Form, welche den inneren Inhalt wiederspiegelt. Daher stellt sich der Schreiber dieser Zeilen mehrmals am Tage dieselbe Frage: „Warum sind all diese Menschen so hässlich?“ Schön sind eigentlich nur die Kinder oder Jugendliche, welche den Weg des Verfalls noch nicht allzu sehr beschritten haben. Die Sünde macht halt hässlich, Hass kommt von hässlich und von hässlich kommt der Hass. Der höchste Hass ist der Hass gegen Gott, wie ihn die Dämonen wohl verspüren und an welchem sie die Menschen, die sie inspirieren (von in-spiritus) teilhaben lassen.

Manche Menschen, die naturschön waren, weil sie tatsächlich über vollkommene Gesichts- und Körperproportionen verfügten, werden auch mit der zunehmenden Sünde, nicht unbedingt mit dem zunehmenden Alter, hässlich, obwohl gerade sie die besten Ausgangsbedingungen hatten, lange schön zu bleiben. Arme wie reiche, gut angezogene und schlecht angezogene, gebildete und ungebildete, Männer wie Frauen. Die zunehmende Hässlichkeit macht vor niemanden halt. Es wird wohl an dem fehlenden Kontakt mit Gott – dem Schönen an sich und dem Urschönen liegen. Kein Gebetsleben, kein sittliches Leben, keine Liturgieteilnahme, keine Abtötung und keine Werke der Barmherzigkeit. Und dann sieht man so aus, wie man aussieht.

Die hässliche Novus Ordo Liturgie ergießt sich in und aus unseren Kirchen, die aufgrund eben dieser Hässlichkeit immer weniger besucht werden. Die neuen Kirchen sind hässlich, die alten werden aufgrund der „Modernisierung“ immer hässlicher. Nur die alten, vorkonziliaren und denkmalgeschützten strahlen noch die alte Pracht und Schönheit aus. Schade.

Der Dämon ist urhässlich und die Hl. Theresa von Avila, die ihn gesehen hat, schrieb, dass sie beinahe vom Entsetzen gestorben wären. Daher gibt er den Seinen keine Teilnahme an der wahren Schönheit, siehe Dorian Grey. Oskar Wilde schrieb ja über sich selbst und wusste Bescheid. Die Menschen, welche nach der wahren Schönheit dürsten, werden zu unerlösten Ästheten wie Oskar Wilde, die meisten Modeschöpfer oder die sog. Fashion Victims. Sie werden genuß- und goldsüchtig, wie die neureichen Russen, deren Faible für Schmuck wirklich wahr und sprichwörtlich ist.

theresajesu4Dennoch ist unser Streben nach Schönheit etwas Gutes und Gottgewolltes, da die visio beatifica – die glückselige Anschauung Gotte die höchste Schönheit ist und wir teilweise an der göttlichen Fülle und seiner Schönheit auch in diesem Leben teilnehmen können. Durch das Leben der Gnade. Wie schön verklärt sahen manche Heilige im Moment des Todes aus. (Siehe das obere Bild von der Hl. Therese von Lisieux). Wie schön sind manche alte Geistliche oder Ordensschwestern. Sie waren ihr ganzes Leben lang bei dem schönen Bräutigam, der sie mit der Zeit verklärte und an dessen Schönheit sie teil hatten.

michel_pieta_virginMaria muss sehr schön gewesen sein als diejenige die wirklich und buchstäblich „voll der Gnade“ (gratia plena) war. Daher hat auch Leonardo da Vinci seiner Pieta also der Muttergottes mit dem toten Sohn auf dem Schoß schöne und jugendliche Züge gegeben (siehe linkes Bild). Da sogar in dieser Trauer ihr die Hässlichkeit nichts anhaben konnte. Lassen wir uns nicht beirren: hässlich ist niemals gut, hässlich ist niemals gottgewollt und wie man lebt, so sieht man leider oder zum Glück auch aus. Also bitte in den Spiegel schauen, beichten, mehr beten, sich bekehren und falls möglich zu einer Tridentinischen Messe gehen. Rosenkranz hilft auch, besonders im Marienmonat Oktober.