„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (4 von 4)

Bonifatius

Novus Ordo – ein Werk von besessenen Geistlichen?

Wir haben auf diesem Blog mehr als einmal die Frage gestellt, wie es möglich sei, dass die nachkonziliaren Reformen dermaßen gründlich und effizient die Kirche zerstörten. Als wüsste jemand ganz genau, wo man den Hebel anzusetzen habe oder die Schraube drehen sollte, damit der Welt durch die Kirche weniger Gnade und Heiligung zukommt. Wie wir aus der gegenwärtigen exorzistischen Praxis wissen, wirkt wirklich all das antidämonisch, was nach dem Konzil abgeschafft wurde. Man lese beim Fall Klingenberg nach. Es handelt sich um:

  • Die Gebete zum Erzengel Michael
  • Verehrung der Jungfrau Maria
  • Kruzifixe
  • Weihwasser
  • Knien
  • Rosenkranz
  • Prolog des Johannesevangeliums
  • Und vieles, vieles mehr.

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„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (3 von 4)

Bonifatius

Joseph Görres und das katholische Deutschtum

Da, wie bereits erwähnt, die fast gesamte deutschsprachige Geschichtsschreibung vom Primat und der absoluten Gutheit der Französischen Revolution ausgeht, hegelianisch oder nur pekuniär-pragmatisch unterfüttert, so sind Abhandlungen zu denjenigen Autoren, welche nicht der breiten Straße der Geschichte folgten, sehr dürftig. Der Schreiber dieser Zeilen hat die überaus reiche Görres-Sekundärliteratur weder gelesen noch ausgewertet, er geht aber davon aus, dass er mit seiner Anfangsthese nicht so falsch liegen kann. Görres wird höchstens als ein Mann seiner Zeit gewürdigt, der sich der Französischen Revolution, und somit der „Moderne“, entgegenstellte irgendwie aber selbst modern war. Als Beispiel dieser Einstellung soll das Fazit aus der Wikipedia dienen:

Görres war einer der einflussreichsten (katholischen) politischen Publizisten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Motivation, eine christlich inspirierte Demokratie in einem vereinten Deutschland zu schaffen, veranlasste Görres in einer späten Publikation, eine anti-judaistische Position einzunehmen. In dem von ihm gemeinsam mit dem Kirchenrechtler Georg Phillips herausgegebenen Pamphlet Der ewige Jude in Sachsen und das Concil in Schwaben sind entsprechende Tendenzen zu erkennen (in: Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland, Bd. 16, 1845, S. 503–505). Sie wurden nach Görres‘ Tod kaum mehr beachtet, da sie in seinem Gesamtwerk keine Rolle spielen. Hier zeigte sich Görres vielmehr tolerant und aufgeschlossen gegenüber andersartigen Kulturen, die er systematisch und mit großem Eifer erforschte (Mythengeschichte der asiatischen Welt). Der Katholik vertrat dabei die These, dass sich kulturelle Besonderheiten und Mentalitäten in den politischen Systemen widerspiegeln sollten.

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„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (2 von 4)

Bonifatius

Der Untergang des katholischen Staates und die Alternative

Das Fehlen einer Identität, auch einer nationalen Identität, ist gefährlich, weil jeder Mensch eine Identität braucht wie die Luft zum Atmen. Man ist als „der Mensch an sich“ kein Abstraktum. Man ist Mann oder Frau, dort und dort geboren, dieser und dieser Herkunft, dieser Sprache, Nationalität etc. Zwar ist es möglich sich eine autark-autonome Identität zu schaffen, ein solipsistisches Ich sozusagen, welches jedoch mit der Außenwelt, die es leider Gottes auch gibt, nicht kompatibel sein wird, weil eine absolute ideelle Selbstversorgung nicht möglich ist. Man braucht Bezugspunkte, Ausrichtung, Identität, was sicherlich Variablen sind und innerhalb eines Sinngefüges gut oder schlecht sein können. Und was ist das richtige Sinngefüge? Ein katholischer Staat, der innerhalb eines katholischen Staatsgefüges verwurzelt und der rechten katholischen Lehre (natürlich der vorkonziliaren) und einem katholischen Papst als dem Stellvertreter Christi untergeordnet ist. Das soziale Königtum Jesu Christi, lautet das Stichwort. Warum? Weil im Falle, dass sich die Staaten nicht Jesus Christus und Seiner Kirche unterordnen, sie sich jemandem anderen unterordnen müssen und zwar dem „Herrscher dieser Welt“, Satan, welcher viele politische Systeme schuf und inspirierte, um die Menschen zu versklaven. Schauen wir uns diese Entwicklung verkürzt historisch an:

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„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (1 von 4)

Bonifatius

Nach einer Reihe der leichteren, frauenfreundlichen Beiträge, gehen wir wieder zum „harten Tobak“ über, da wir der kämpfenden Kirche angehören und es an der jetzigen kirchlichen Lage wirklich nichts zu beschönigen gibt. Dieser nachfolgende Beitrag, der über die erwarteten Maße hinaus angewachsen ist, ist eine theoretische Untermauerung eines Beitrags über den eigentlichen Zweck von Amoris Laetitia und der vorangegangenen Herbstsynode. Obwohl dieser Beitrag einen sehr großen Bogen schlägt und vieles an ihm ausarbeitungswürdig erscheint, bitten wir alle, geduldig zu Ende zu lesen, denn wir kommen schon auf den Punkt.

Das nichtvorhandene Deutschtum der Deutschen

Der Vorteil ein Ausländer in Deutschland zu sein, besteht unter anderem darin, das Deutschtum, das deutsche Wesen oder die deutsche Kultur überhaupt loben zu dürfen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass viele Leser bei dem Wort „Deutschtum“ zusammenzucken, da es nach 1945 kaum mehr verwendet wird. Auch der oben erwählte Spruch wird heutzutage höchstens ironisch verwendet, was wir in diesem Beitrag nicht zu tun beabsichtigen. Der Schreiber dieser Zeilen ist kein Deutscher, obwohl er einen deutschen Pass besitzt, er hat auch direkt oder indirekt einen Teil seiner Familie durch das verzerrte „deutsche Wesen“, welches zwischen 1939 und 1945 in seiner Heimat wütete, verloren. Dennoch bemüht er sich auch im Falle des Deutschtums um eine objektive, rationale und keine emotionale Haltung zur Realität.

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