Tradition und Glauben

„Menschliche Brüderlichkeit“ von Abu Dhabi oder Bergoglio begeht Apostasie

Apostasie – was ist das? Wir versuchen zwar hier, so gut es geht, die fortlaufenden Häresien und andere die Kirche zerstörenden Aktivitäten des Antipapstes Franziskus, im Nachfolgenden Bergoglio genannt, auszublenden, um nicht zu verzweifeln. Dennoch ist neulich etwas vorgefallen, was wirklich alle Merkmale einer öffentlichen Leugnung des katholischen Glaubens, wie es richtigerweise John Lamont in Rorate Caeli auffasst, seitens des Antipapstes trägt. Was ist aber eine öffentliche Leugnung des katholischen Glaubens? Es ist Apostasie. Apostasie, auf Deutsch „Glaubensabfall“ macht jemanden zu einem Apostaten. Dieser wird nach dem kirchenrechtlichen Verständnis wie folgt definiert:   „Apostat ist, wer nach empfangener Taufe völlig vom christlichen Glauben abgefallen ist (z. B. zum Heidentum, Judentum, Islam oder allgemein zum Atheismus). Ein völliger Glaubensabfall liegt dann vor, wenn mit den wichtigeren Grundwahrheiten der christlichen Glaubenslehre vollständig gebrochen und damit die Verbindung mit dem Christentum ganz gelöst wird.“[1] Das Lehrbuch des Kirchenrechts von Eichmann-Mörsdorf stellt ferner fest: „Dieser Tatbestand [der Apostasie] liegt nicht erst dann vor, wenn jede christliche Glaubenswahrheit geleugnet wird, vielmehr schon dann, wenn eine für den christlichen Glauben wesentliche Wahrheit preisgegeben wird, näherhin eine Wahrheit, ohne deren gläubige Annahme kein Anspruch auf den Namen eines Christen besteht, z.B. die Leugnung der Gottessohnschaft Jesu Christi“.[2] Im alten Kirchenrecht (CIC 1917) betrafen die Canones 1325 § 2 und c. 2814 die Apostasie, im neuen Kirchenrecht (CIC 1983) ist es er Kanon 1364, der da sagt:   1. Der Apostat, der Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu, unbeschadet der Vorschrift des can. 194, § 1, n. 2; ein Kleriker kann außerdem mit den Strafen gemäß can. 1336, § 1, nn. 1, 2 und 3 belegt werden. 2. Wenn andauernde Widersetzlichkeit oder die Schwere des Ärgernisses es erfordern, können weitere Strafen hinzugefügt werden, die Entlassung aus dem Klerikerstand nicht ausgenommen. Der neue Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) spricht von der Apostasie recht unpräzise in  Nr. 2089 „Apostasie nennt man die Ablehnung des christlichen Glaubens im Ganzen“, was sich natürlich mit der traditionellen Sicht der Apostasie, welche die Leugnung einer einzigen Wahrheit ausmacht, siehe oben, kaum deckt.  Man kann in der Zwischenzeit kaum eine katholische Glaubenswahrheit nennen, welche Bergoglio nicht geleugnet hätte, obwohl unsere lieben Geistlichen, wie neulich Father Zuhlsdorf, den Antipapst auch hier wieder rausreden wollen. Die Situation in der katholischen Kirche erinnert, wie Ann Barnhardt richtigerweise sagt, an den folgenden anglikanischen Witz. Zwei Anglikaner sitzen in einer Kirchenbank als eine weibliche Bischöfin ihre lesbische Lebensgefährtin kirchlich heiratet. Einer sagt zum anderen:   Wenn die noch einen Schritt weitergehen, dann gehe ich. Tja, Bergoglio überschreitet jede mögliche Grenze und nichts passiert.   Apostasie von Abu Dhabi Was passierte aber in Abu Dhabi, wo das Dokument über die „menschliche Brüderlichkeit“ (Freimaurer Codewort) von Bergoglio und dem Großiman von Al-Azhar (Kairo), unserem baldigen Dienstherren in Deutschland, unterschrieben wurde? Dort steht doch tatsächlich nach der Übersetzung von katholisches.info folgendes:   Die Freiheit ist ein Recht eines jeden Menschen: Jeder besitzt die Freiheit des Bekenntnisses, des Denkens, der Meinung und des Handelns. Der Pluralismus und die Verschiedenheit der Religion, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Rasse und der Sprache entsprechen dem weisen, göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat. Diese göttliche Weisheit ist der Ursprung, aus dem das Recht zur Freiheit des Bekenntnisses und zur Freiheit der Verschiedenheit herrührt. Deshalb wird es verurteilt, die Leute zu...

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Ann Barnhardt: Das bergoglianische Antipapsttum

All denen, die Englisch können, empfehlen wir den Vortrag von Ann Barnhardt, wo sie ihre Argumente, die wir mehrmals vorgestellt haben, zusammenfasst. Die Darstellung ist sehr überzeugend und Frage der Validität der Rücktritts von Benedikt oder der Wahl vor Bergoglio wird mittlerweile auch im Mainstream aufgegriffen. Ann Barnhardt aber war die erste und ihre gebührt der Dank. Eigentlich ist es sehr einfach, wenn man gesunden Menschenverstand einsetzt. Kein Rücktritt, keine Wahl notwendig, kein neuer Papst gewählt. Sie hat auch recht, wenn sie sagt: Es spielt keine Rolle, was Benedikt denkt. Er ist weiterhin Papst, weil man das Papstamt in kein Papstkollegium umwandeln kann! Anders und auf gut Deutsch formuliert: Benedikt/Ratzinger ist von dem ganzen deutschen Idealismus so wirr im Kopf, dass er denkt, dass das Bewußtsein die Wirklichkeit schafft. Aber die Wirklichkeit bleibt, was sie ist. Daher der „wesentliche Irrtum“ nach Kanon 188. Benedikt irrt so wesentlich, dass sein Rücktritt ungültig ist, denn er will etwas – doppeltes Papstamt, papa emeritus – was sachlich nicht möglich ist. Und hier kommen wir zu einer kleinen Lücke in Anns Beweiskette. Unserer Meinung nach zeigt sie nicht klar genug, inwieweit eine Beziehung zwischen Kirchenrecht, Theologie, Wirklichkeit und übernatürlicher Wirklichkeit besteht. In Deutschland, wie überall, herrscht ein radikaler Rechtspositivismus, der ganz grob wie folgt umrissen werden kann: Recht ist, was im Kodex steht. Daran muss man sich halten. Wenn es geändert wird, dann ist es halt anders. Dann hält man sich an das andere, was oft im Gegensatz zum Früheren steht. Es ist halt so. Wir haben Strafrecht, Arbeitsrecht, Seerecht, Verkehrsrecht und wie auch immer. Diese Gesetze können von heute auf morgen geändert werden. Sie spiegeln in gewissem Maße die Wirklichkeit wider, oder sie schaffen sie vielmehr. (Wird die zulässige Geschwindigkeit innerhalb der Ortschaften auf 80 km/h erhoben, dann fahren alle 80 km/h oder schneller.) Daher ist es zulässig anzunehmen, dass das, was im Gesetzbuch steht etwas anderes ist als das, was die Wirklichkeit abbildet. Im Kirchenrecht ist es anders, weil das Kirchenrecht: Teile enthält, die göttlichen Rechts sind und daher unwandelbar Teile enthält, die natürlichen Rechts sind und daher unwandelbar Teile enthält, die menschlichen Rechts sind und daher wandelbar ad 1. Mit diesen Teilen befasst sich die Theologie und die Tradition der Kirche. So ist die hierarchische Struktur der Kirche mit einem (sic!) Papst als Spitze göttlichen Rechts. Das Papstamt kann in nichts anderes verwandelt werden. Tut man es dennoch, dann gibt es keine Standesgnade für dieses Etwas und es finden keine übernatürlichen Konsequenzen statt. ad 2. Mit diesen Teilen befasst sich Theologie gleichermaßen wie Philosophie. Es ist ein Teil des gesunden Menschenverstandes. So beruht die Definition der Ehe als der Verbindung zwischen Mann und Frau sowie das Verbot der Geschwisterehe auf dem Naturrecht, dem Recht also, welches in unsere Natur eingepflanzt wurde. ad 3. Dieser Teil ist wandelbar, orientierte sich aber bis zum Kirchenrecht von 1983 an der bisherigen Praxis und Tradition der Kirche. So zum Beispiel die Notwendigkeit eines Seminars für Priesterausbildung oder der vorgeschriebenen Jahre der Formation vor den ewigen Gelübden. Im Falle von Kanon 188 haben wir es mit dem Bereich 2. und 3. zu tun. Es entspricht jeglichem Recht und dem gesunden Menschenverstand, dass jemand der wesentlich irrt, beispielsweise die Zwillingsschwester seiner eigentlichen Angebeteten heiratet, etwas tut, was er eigentlich nicht tun will. Er irrt auch wesentlich, wenn...

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Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (24). Guter Geist ist sanft, böser Geist beißt.

Viertes Kapitel. Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln. Eigentlich ist es sehr einfach. Der Teufel will uns quälen, uns beißen, uns verwirren. Daher ist eine jegliche Regung, die grob, beißend oder gewaltsam ist dämonischen Ursprungs. Nein, es ist nicht Ihr schlechter Charakter oder Ihr Unterbewußtsein. Es ist nicht Ihr Temperament. Es ist der böse Geist, der bei Ihnen „angedockt“ hat und versucht seine eigene Persönlichkeit Ihnen aufzudrücken. Daher ist es notwendig einerseits die Disposition in sich selbst zu verändern, damit der Dämon nicht so einfach andocken kann und zweitens die geistlichen Mittel (Gebet, Stoßgebete, Fasten, Bußübungen) anzuwenden. Ein Beispiel aus dem eigenen Leben. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) hat ein Wutproblem und er geriet oft in Rage, wenn man ihn beispielsweise beim Schreiben störte. Würde jetzt jemand ohne anzuklopfen in sein Arbeitszimmer kommen, dann gäbe es wohl instinktiv eine Szene und ein Geschrei. Es ist zwar eine lässliche Sünde, aber dennoch eine Sünde. Und es gibt Menschen, die den DSDZ gar nicht anders gekenngelernt haben als schreiend, überarbeitet und kaum ansprechbar. Was ist der Grund dafür? Zu wenig Pausen, zu wenig Erholung. DSDZ arbeitete immer sehr viel, sodass er oft sehr gereizt war und ein Wutausbruch war daher nicht weit....

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Father Ripperger, Gebete gegen dämonische Umlagerung 

Bevor wir das Gebet von Father Ripperger gegen dämonische Angriffe auf unser Hab und Gut vorstellen, muss zuerst dargestellt werden, dass es, sogar im Lateinischen keine einheitliche Terminologie für verschiedene Angriffe des bösen Geistes gibt. Auch in der jeweiligen Landessprache sind die Termini manchmal fließend, was ihre korrekte Übersetzung ins Deutsche schwierig macht. Dämonologische Terminologie Versuchung (tentatio) Die erste unterste Angriffsstufe des Dämons ist die Versuchung (tentatio), welche er auf alle anwendet. Der Teufel gaukelt uns etwas vor, hat aber weder auf unseren Körper noch unser Hab und Gut einen Einfluss....

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (2 von 20). Häresien bei Vat. II?

Was ist Häresie? Eine Häresie im eigentlichen Sinne ist in der Theologie sehr eng umrissen. Wir haben dazu bereits folgendes geschrieben. Ad 1. Häretische Meinung (sententia haeretica) oder Häresie Dies ist die schwerstwiegende Zensur. Eine häretische Meinung (sententia haeretica) ist diejenige Meinung, welche sich direkt (directe) und unmittelbar (immediate) der geoffenbarten katholischen Glaubenswahrheit widersetzt und zwar (i.) als ihr entgegengesetzt (contrarie) oder (ii.) ihr widersprechend (contradictorie). Im Falle, dass die Glaubenswahrheit lautet:             „alle Menschen werden auferstehen“ lautet (i.) die entgegengesetzte Meinung (propositio contraria):             „kein Mensch wird auferstehen“ die (ii.) widersprechende Meinung (propositio contradictoria) hingegen lautet:             „ein bestimmter Mensch wird nicht auferstehen“....

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Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 9

Praefatio Diese ist ein feierliches Lob- und Danklied an den unendlich erhabenen Gott. Wir vereinigen uns dabei mit dem Lobpreis Christi selbst und mit den Chören der Engel. Die Präfationen sind je nach Festen und Festzeiten verschieden. Am Schluß gehen sie über in den feierlichen Jubelruf des Sanctus. Der Priester spricht oder singt die letzten Worte des Stillgebetes: S. Per omnia saecula saeculorum. M. Amen. P. Von Ewigkeit zu Ewigkeit. M. Amen. Zweiter Teil Der Priester opfert an Christi statt und bringt Gott das Lob-, und Dankopfer. Deswegen wird dieses Opfer Eucharistische Opfer (von eucharistein – danksagen) genannt. Zweimal wird aber dieses Gebet unterbrochen, damit er das Fürbittopfer beten kann....

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Unsere Erklärung zum Brief der 45. Die Ausgangslage.

Wie die englischsprachigen Medien berichten, haben sich endlich 45 Theologen und Philosophen, eher weniger bekannt, dazu aufgerafft, den Papst zu zensurieren und die Zensuren mit eigenen Namen zu unterschreiben. Den Text selbst finden Sie hier, die Namensliste hier. Wir sind über diese Schreiben sehr froh und stellen wohl als die ersten eine deutschsprachige Übersetzung des Briefes der 45 ins Netz (in der Printversion ist sie in der Kirchlichen Umschau von September 2016 nachzulesen), obwohl die englische Sprache in den deutschsprachigen Landen wirklich nicht unbekannt ist. Warum tut es denn im Netz keiner außer uns? Weil man wohl Angst hat sich gegen den Papst zu stellen oder es einem egal ist. Uns ist es nicht egal und wir fürchten uns nicht, weil wir wenig zu verlieren haben. Wie dem auch sei, wir versuchen uns bei unserer Übersetzung in die Lage eines sog. einfachen Lesers zu versetzen, der vielleicht überhaupt nicht studiert ist und schon gar nicht Theologie oder Kirchenrecht studiert hatte. Wir fragen uns also:  „Wie viel wird er oder sie von diesem Schreiben verstehen?“ Und wir antworten uns selbst: „Recht wenig.“...

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Steve Skojec, Raus aus dem Kaninchenloch

Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die nun einem großen Teil der katholischen Bevölkerung bewusst werden – oder zumindest bewusster als sie waren. Die Handschrift war an der Wand, schon bevor ich geboren wurde, doch es war für Viele schwer zu erkennen. Zu Beginn dieses Pontifikats wurde sie einem starken Kontrast ausgesetzt  wie die verblichenen, beinahe unsichtbaren Farben der phosphorisierenden Farbe die leuchtet, wenn man sie ultraviolett anstrahlt. Ich schreibe über diese Anzeichen fast schon seit dem Beginn dieses Pontifikats, sogar schon bevor ich dem Ruf folgte, diese Website zu gründen und die Arbeit zu beginnen, die wir nun tun. Ich bitte die Leser inständig, die “rote Pille zu nehmen” und aufzuwachen, ein Bild aus dem 1999 entstandenen Science Fiction Film The Matrix, der sich wiederum stark auf die Symbolik von Lewis Carrolls Alice im Wunderland bezieht. Die Szene und die Metapher, die sie entwickelt, spricht für sich:...

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Was ist eine Häresie? Die kirchlichen Zensuren: (1) Ihre Bandbreite und Unterteilung.

Da leider Gottes seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil kaum irgendwelche Lehre verurteilt wird, so können nur die wenigsten Katholiken oder gar Theologen etwas mit dem Begriff „kirchliche Zensur“ anfangen. Da Kardinal Ratzinger in einem seiner Interviews mit Peter Seewald selbst sagte, dass die Glaubenskongregation das Ziel hat die Irrenden „noch mehr zu lieben“, so können wir nur hoffen, dass hier Liebe durch die gerechte Ermahnung gemeint ist und nicht „Liebe“ im Sinne des Prälaten Charamsa, des ehemaligen Mitarbeiters der Glaubenskongregation oder im Sinne David Bergers, der auch ein Konsultor der Glaubenskongregation gewesen ist. Die Bandbreite der Zensuren In der Zeit aber, als das Heilige Offizium dazu diente die theologischen Fehler zu brandmarken, um die Gläubigen von dem Gift der Häresie zu schützen, gab es ein recht umfangreiches Instrumentarium von negativen, kirchlichen Entscheiden, die man Zensuren (censurae) nannte, die Tätigkeit hingegen als das Zensurieren, nicht als das Zensieren beschrieb. Denn nicht jeder Unsinn ist gleich Häresie. Wie richtigerweise Roberto de Mattei sagt,[1] wurde die ganze Bandbreite der Zensuren erst im Kampfe gegen den Jansenismus entwickelt: Diese Präzision in der Beurteilung der Irrtümer entwickelte sich vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, als die Kirche der ersten Häresie entgegentreten mußte, die dafür kämpfte, in der der Kirche bleiben zu können: dem Jansenismus. Die Strategie der Jansenisten, wie später auch der Modernisten, war die, ihre volle Rechtgläubigkeit zu behaupten, trotz der wiederholten Verurteilungen. Um einer Anklage wegen Häresie zu entgehen, dachten sie sich zweideutige und mißverständliche Glaubens- und Moralformeln aus, die sich nicht offen dem katholischen Glauben widersetzten und es ihnen erlaubten, in der Kirche zu bleiben. Mit ebensolcher Sorgfalt und Entschlossenheit machten die orthodoxen Theologen die Irrtümer der Jansenisten ausfindig und beanstandeten sie nach ihren spezifischen Merkmalen. Papst Clemens XI., beanstandete am 8. September 1713 mit der Bulle Unigenitus Dei filius 101 Thesen des Buches Réflexions morales des jansenistischen Theologen Pasquier Quesnel unter anderem als „falsas, captiosas, male sonantes, piarum aurium offensivas, scandalosas, perniciosas, temerarias, Ecclesiae et eius praxi iniuriosas, neque in Ecclesiam solum, sed etiam in potestates saeculi contumeliosas, seditiosas, impias, blasphemas, suspectas de haeresi ac haeresim ipsam sapientes, necnon haereticis et haeresibus ac etiam schismati faventes, erroneas, haeresi proximas, pluries damnatas, ac demum haereticas.“3 Pius VI. verurteilte in der Bulle Auctorem fidei vom 28. August 1794 seinerseits 85 Thesen der jansenistischen Synode von Pistoia (1786). Einige dieser Thesen werden ausdrücklich als häretisch bezeichnet, andere hingegen je nachdem als: schismatisch, häresieverdächtig, zur Häresie verleitend, den Häretikern günstig, falsch, irrig, schädlich, ärgerniserregend, tollkühn, beleidigend für die gemeinsame Praxis der Kirche.4 Jeder dieser Begriffe hat eine unterschiedliche Bedeutung. So ist die These, mit der sich die Synode überzeugt gibt, daß der Bischof von Jesus Christus alle notwendigen Rechte für eine gute Regierung in seiner Diözese erhalten habe, unabhängig vom Papst und den Konzilen (Nr. 6) „irrig“ und „verleitet zum Schisma und zum Umsturz der hierarchischen Ordnung“. Jene, mit der der Limbus verworfen wurde (Nr. 26), wird als „falsch, tollkühn, beleidigend gegenüber den katholischen Schulen“ beanstandet. Die Proposition, die es verbietet, Reliquien und Blumen auf den Altar zu stellen (Nr. 32), wird als „tollkühn, beleidigend für den frommen und anerkannten Brauch der Kirche“ bezeichnet. Die Bulle Auctorem fidei (1794), die auch auf Deutsch einzusehen ist[2] und welche mit den lehramtlichen Aussagen (DH 2600-2700) gleichbedeutend ist, zeigt wirklich die ganze Bandbreite der Zensuren, welche deswegen...

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Die Banalität des Bösen. 4: Der Teufel ist banal

Der Teufel ist banal Wenn wir annehmen, dass das Böse also die Konsequenzen der Sünde banal sind, wenn unsere Natur dem Bösen und seiner Banalität zugeneigt ist, dann muss man sich auch die Frage stellen, ob der Anstifter zum Bösen der Böse also der Teufel auch banal ist? Diese Feststellung wird ihn sehr ärgern und wir werden dafür „bluten“, aber ja, so ist es, der Teufel ist banal. Warum? Weil das Böse an sich nichtexistent ist. Der hl. Thomas von Aquin sagt: Malum non est negatio pura, sed privatio boni (Ia 1. 14. A. 10 o. et q. 48. A 2 ad 1 et 3. C. ad 2 et 5 c. ad 1) Das Böse ist keine reine Verneinung, sondern der Mangel am Guten. Das Böse ist also kein Minus, es ist eine falsche Zusammenstellung des Guten, es ist ein Mangel (privatio): Grundbedeutung „frei sein, Befreiung“, also ein „Raub“ am Guten, eine „Entbehrung“ des Guten. Und daher kann hl. Thomas des Weiteren behaupten: Nullum ens est malum per essentiam, ne participatione, sed per privationem participationis. (Ia, q. 49. 3 .c. ad 4 et q. 65. 1 ad 2 et ad 3) Kein Sein ist böse dem Wesen nach, auch nicht durch Teilhabe, sondern durch den Raub an der Teilhabe. Dies bedeutet, dass es im Christentum keinen Dualismus gibt. Gott und der Teufel sind nicht gleich stark, sie halten nicht „das Gleichgewicht des Schreckens“, wie man in den 1980-gern gerne sagte. Dualismus ist eine gnostische und keine christliche Sicht der Dinge. Der Teufel und die Dämonen sind nur Geschöpfe, welche nur so viel können, wie Gott sie lässt. Man kann dies in etwas mit einer elastischen Hundeleine vergleichen. Drückt der Besitzer auf den Knopf, so kann der Hund nicht weiter und kleiner Hunden kann man auf diese Art und Weise in einen Rückwärtsgang versetzen. Das Böse ist existent und der Böse auch, aber dennoch ist er nicht wirklich wirklich, um es so zu formulieren. Die Heiligen, welche mit der dämonischen Umsessenheit, also mit den Angriffen von Außen, zu tun hatten, wie bspw. der Pfarrer von Ars, pflegten zu sagen: „Es ist nichts. Es ist nur der Teufel“. Die Angriffe waren zwar real und manchmal sehr schmerzlich, aber unter dem Strich richteten sie keinen Schaden an. Mobilismus oder die teuflische Wandelbarkeit Weil der Teufel aber kein Schöpfer ist und vom Guten abgefallen ist, deswegen kann er nichts Dauerndes und Richtiges schaffen. Nur Gott ist unwandelbar und ewig, der Teufel muss sich als Geschöpf immer etwas Neues einfallen lassen und deswegen ist dieser nachkonziliare Mobilismus, wie ihn Romano Amerio nennt,[1] dämonischen Ursprungs. Es kann sich doch nichts permanent ändern, denn dadurch wird auch die Änderung zu einer Fiktion, weil man nichts hat, woran man sich ausrichten könnte.  Aber überlassen wir Romano Amerio das Wort: „Wie aus der Geschichte der Philosophie hervorgeht, ist der Mobilismus die Denkart, die das Werden höher als das Sein, die Bewegung höher als die Ruhe, die Handlung höher als das Ziel einschätzt. […] Die gesamte christliche Philosophie fasste das Werden als ein Akzidens der endlichen Substanz auf, während allein Gott kein Werden haben kann. […] Die systematische theoretische Darstellung des Mobilismus enthält die Philosophie Hegels. Das Daseiende ist das in der Zeit unendlich wechselhafte Werdende. Das Werden geht auf Gott über, womit es ihm die Attribute der absoluten Unwandelbarkeit...

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Die Novus Ordo Sakramente sind gültig – der Novus Ordo Ritus ist mangelhaft. Eine Skizze

  Die beiden Artikel über die Novus Ordo Messe haben Wellen geschlagen, da vorher unsere Seite nicht so oft frequentiert wurde. Dies zeigt, dass es sich um Themen handelt, welche viele Menschen beschäftigen. Es bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass auch die Novus Ordo Messe gültig ist, dass in ihr das gültige Sakrament der Eucharistie gespendet und empfangen werden kann, wenn die von der Kirche vorgegebenen Voraussetzungen zu einer gültigen Sakramentenspendung eingehalten werden. Ebenso sind auch alle anderen Novus Ordo Sakramente gültig. Wir werden uns dieser Thematik sicherlich noch mit aller Ausführlichkeit widmen und dabei alle Einwände des Lesers dspecht berücksichtigen. An dieser Stelle nur eine erste Feststellung: „Menschen reden aneinander vorbei, denn sie sagen dasselbe » Novus Ordo Messe ist ungültig«, meinen aber etwas anderes.“ Wenn also ein Gegner der Neuen Messe sagt:             „Die Novus Ordo Messe ist nicht gültig“, so weiß man nicht, ob er damit meint, dass: Kein Sakrament zustande kommt? oder Der Ritus, in welchem das Sakrament stattfindet oder nicht stattfindet nicht gültig, im Sinne nicht katholisch ist. Die meisten Traditionalisten meinen (2), manche auch (1) und (2), während die Verteidiger der Neuen Messe nur (1) heraushören. Die Frage der Gültigkeit Die ganze Thematik ist recht kompliziert, da in der vorkonziliaren Literatur, soweit der Schreiber dieser Zeilen es weiß, ausschließlich die Problematik der Gültigkeit des Sakraments aber nicht die Gültigkeit eines sakramentalen Ritus erörtert wurde. Warum? Weil die Gültigkeit die absolut minimalen Anforderungen einer Sakramentenspendung darstellt, der Ritus hingegen, um es sehr vereinfacht auszudrücken, den liturgischen Rahmen bietet, welcher die Würdigkeit dieser Sakramentenspendung sichert und an sich gnadenbringend und gnadenspendend ist. Eine Taufe ist auch dann gültig, wenn ein Ungetaufter einen Menschen mit Wasser begießt und ihm sagt: „Ich taufe Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ So hat es die Kirche, seit der frühen Entscheidung über die Häretikertaufe im III Jhd. schon immer gesehen und diese Sicht dogmatisiert (DH 802, 1314, 1617, 646).[1] Empfängt aber der auf diese Art und Weise getaufte alle Gnaden, welche ihm eine feierliche Taufe, bei Erwachsenen nach einer längeren Taufvorbereitung, gegeben hätte? Natürlich nicht, weil alle Sakramentalien dabei fehlen, welche auch wirken, obzwar nicht ex opere operato.             Festzuhalten bleibt: Die Gültigkeit bestimmt das absolute Minimum. Der sakramentale Rahmen des Ritus wird zur Gültigkeit der meisten Sakramente nicht verlangt und zwar: Nicht bei der Taufe, Nicht bei der Beichte, Nicht bei der Krankensalbung Wohl nicht bei der Priesterweihe Nicht bei der Ehe Nicht bei der Eucharistie Wären der sakramentale Rahmen des Ritus zur Sakramentenspendung notwendig, so würde die Kirche nicht zwischen Gültigkeit und Würdigkeit unterscheiden. Die Frage nach der „Gültigkeit“ des Ritus Die Frage nach der Gültigkeit eines Ritus stellte sich vor dem letzten Konzil nicht, da es nur einen und zwar seit dem Tridentinum nur den Tridentinischen gab. Die anderen Riten der Westkirche: Der ambrosianische Ritus, Der Braga Ritus, Der mosarabische Ritus, Der benediktinische Ritus, Der karmelitanische Ritus, Der zistersianische Ritus, Der dominikanische Ritus, Der karthusianische Ritus, Der prämonsterianische Ritus[2] Und andere (denn manche sind schon ausgestorben) wichen und weichen voneinander und vom tridentinischen Ritus wohl so wenig ab, dass wohl niemand auf die Idee kam zu untersuchen, welcher der bessere sei? Der Schreiber dieser Zeilen hat noch keine Kompetenzen in den anderen Riten der Westkirche, aber der einzige „Ritenstreit“, der vor dem Konzil...

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Treiben die deutschen Amtskirchen die Islamisierung voran? Ja, sie tun es. (1 von 4)

Obwohl wissenschaftlich fundierte Islamkritik und Islamwissenschaft, außer der normalen ideenhistorischen Sichtweise, sich zurzeit außerhalb der Kompetenzen und des Blickwinkels der Redaktion befindet, so sind wir der Meinung, dass sowohl die Natur als auch die Gesellschaft auf die Dauer keine religiöse Leere duldet. Denn die europäische Geschichte bewegte sich seit eh und je zwischen der wahren und der falschen Religion, zwischen Katholizismus und der mehr oder weniger versteckten Idolatrie. Der revolutionäre Kult des Höchsten Wesens, während der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution, der Kult des Staates, wie er seit 1789 in Frankreich oder seit 1871 in Deutschland betrieben wird,  der Führerkult des Dritten Reiches und des Kommunismus spricht eine deutliche Sprache. All das beweist, dass der Mensch ein religiöses Tier ist, welches etwas außer ihm selbst braucht, um es anzubeten. Eigentlich wahrte nur der Katholizismus, was wir im Kontext der Antiliturgischen Häresie näher ausführen werden, die Trennung zwischen Staat und Kirche. Woanders haben wir nämlich den ostkirchlichen Cäsaropapismus, die protestantischen Staatskirchen und natürlich jegliches Fehlen zwischen dem Sakralen und dem Profanen im Islam. Es lässt sich wirklich nicht mehr leugnen, dass die Europäische Union und die Regierung der Bundesrepublik Deutschlands eine Islamisierung vorantreiben. Wenn am Ende dieses Weges nicht das Kalifat Europa steht, so mündet er in einen Bürgerkrieg, der wahrscheinlich an Blutrünstigkeit dem letzten Balkankrieg nicht nachstehen wird. Zwar ist der Islam schon seit Jahrhunderten in Europa ansässig, ohne dass er vor dem 11. September 2001 als eine Bedrohung wahrgenommen wurde. Aber es war ein anderer Islam, eine verschwindend kleinen Minderheit, die von einer mehr oder weniger christlichen Mehrheit geduldet wurde. Man hatte noch keinen islamischen Terrorismus auf dem eigenen Boden, keine deutschstämmigen Isis-KämpferInnen und keine islamischen Selbstmordattentäter. Man muss dem deutschen Inland- und Auslandsgeheimdienst ein großes Lob dafür aussprechen, dass, im Gegensatz zu Frankreich, bei solch einer großen islamischen Minderheit, oder mancherorts auch Mehrheit, es in Deutschland noch zu keinem großen Anschlag gekommen ist. Aber wie lange wird man diese Situation noch halten können? Oriana Fallaci warnt schon seit Jahrzehnten vor der islamischen Bedrohung, heute tut es Roberto de Mattei,[1] auf seine eigene, recht dekadent-nihilistische Art und Weise tut es auch Michel Houellebecq, dessen Lektüre wir wirklich nicht empfehlen können. All diese Menschen sind keine Spinner, sondern verschiedene Fachleute, welche dasselbe aus verschiedenen Blickpunkten betrachten. Sollten in Deutschland tatsächlich demokratische Prozeduren eingehalten werden, so wird in der nahen Zukunft sich ein Teil der Politik mit den Ablegern der Pediga-Bewegung arrangieren müssen, denn es werden sich sicherlich Menschen finden, die sich gegen diese Islamisierung wehren. Ein guter Verbündeter für das „christliche Leitbild“ Deutschlands oder die „christliche Leitkultur“ könnte eigentlich in den Amtskirchen vermutet werden. Aber gerade diese und uns interessiert hier ausschließlich die Katholische Kirche treiben bewusst die Entchristlichung und die Islamisierung Deutschlands voran. Ist es ihre eigene Agenda? Ist es die Agenda der Politik? Welcher und wessen Politik? Wir haben im Internet einen interessanten, an Kardinal Marx gerichteten Brief gefunden, in welchem eine Katholikin ihren kommenden Kirchenaustritt mit der Islamfreundlichkeit der katholischen Kirchen in Deutschland begründet.[2] Wir fordern auf unserem Blog zu keinem Kirchaustritt auf, denn jemand muss ja drin bleiben und kämpfen. Der Brief ist von einem polemischen Eifer gezeichnet, welcher sich vielleicht allzu sehr auf das Negative konzentriert, dennoch sind die vorgebrachten Argumente nicht leicht von der Hand zu weisen. Da aber im Beamtenapparat der katholischen Kirchen in...

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