Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Zweiter Sonntag nach Ostern

Evangelium des zweiten Sonntags nach Ostern

Joh 10, 11 – 16 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht, und der Wolf fällt die Schafe an und versprengt sie. Der Mietling flieht, weil er eben ein Mietling ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt. Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben für meine Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Schafstall sind. Auch sie muss ich herbeiführen; sie werden auf meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt sein.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papst Gregor:

Ihr habt, geliebteste Brüder, gehört aus der Lesung des Evangeliums, was ihr zu lernen habt; ihr habt auch gehört, in welch gefahrvoller Lage wir sind. Derjenige nämlich, der nicht infolge einer zufälligen Zugabe, sondern auf Grund seines Wesens gut ist, sagt: „Ich bin der gute Hirt“. Und er fügt die Art der Güte, die wir nachzuahmen haben, hinzu indem er sagt: „Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe hin“. Er hat das getan, wozu er auffordert; er hat (durch die Tat) gezeigt, was er geboten hat. Der gute Hirt hat für seine Schafe sein Leben hingegeben, um zu unserem Heiligungsmittel seinen Leib und sein Blut zu bestimmen und die Schafe, die er zurückerkauft hatte, mit seinem Fleische zu speisen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott, der Du durch die Erniedrigung deines Sohnes die gefallenen Menschen wieder aufgerichtet hast; verleih deinen Gläubigen eine immerwährende Fröhlichkeit, damit diejenigen, welche Du dem ewigen Tode entrissen hast, durch deine Gnade die ewigen Freuden genießen. Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Ostersonntag

Evangelium des Heiligen Ostersonntages

Mk 16, 1 – 7 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome würzige Kräuter, um hinzugehen und ihn zu salben. In der Morgenfrühe des ersten Wochentages, als die Sonne eben aufging, kamen sie zum Grabe. Sie sprachen zueinander: „Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?“ Als sie hinblickten, sahen sie, daß der Stein schon weggewälzt war. Er war nämlich sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen zur Rechten einen Jüngling in weißem Gewande sitzen, und sie erschraken. Er aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht hier die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Geht nun hin und meldet seinen Jüngern, zumal dem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.“

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Gregor: Ihr habt gehört, geliebteste Brüder, daß die heiligen Frauen, die dem Herrn gefolgt waren, mit Wohlgerüchen zum Grabe kamen und ihm, dem sie, so lange er lebte, in Liebe zugetan gewesen, auch, wo er tot war, in freundschaftlicher Absicht Dienste erweisen. Aber was sie getan, deutet etwas an, was in der heiligen Kirche zu geschehen hat. Wir müssen nämlich das, was sich ereignet hat, in der Weise hören, daß wir auch überlegen, was wir in Nachahmung desselben zu tun haben. Und so kommen wir, die wir an den Toten glauben, dann,  wenn wir mit Wohlgeruch der Tugend umduftet, mit dem Rufe des Eifers in guten Werken den Herrn suchen, ganz gewiß mit duftenden Salben an sein Grab. Solchen Frauen aber, die mit duftenden Salben kamen, sind Engel sichtbar geworden, weil eben jene Seelen die himmlischen Bürger zu schauen bekommen, die mit dem Wohlgeruch der Tugenden in heiliger Sehnsucht an den Herrn herantreten.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott! der Du durch deinen Sohn uns den Eingang in den Himmel, aufgeschlossen hast; nimm gnädig an unsern Danr“ für deine Barmherzigkeit und gib, daß wir unsere guten Vorsätze getreu halten, damit wir, gespeiset durch das heiligste Osterlamm, zu einem frommen Leben in Christo auferstehen und einst in die ewige Seligkeit eingehen mögen, durch Christus, unsern Erlöser. Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Palmsonntag

Evangelium des Passionssonntags

Oder 5. Sonntags in der Fastenzeit.

Joh 8, 46 – 59… Wer von euch kann mich einer Sünde überführen? Wenn ich [euch] die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, hört auf Gottes Wort; ihr hört nicht darauf, weil ihr nicht aus Gott seid.“ Da entgegneten die Juden: „Sagen wir nicht mit Recht, du bist ein Samariter und hast einen bösen Geist?“ Jesus erwiderte: „Ich habe keinen bösen Geist; ich ehre meinen Vater, ihr dagegen entehrt mich. Ich bin aber nicht auf meine Ehre bedacht; es ist einer, der auf sie bedacht ist und Gericht hält. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod in Ewigkeit nicht schauen.“ Da sprachen die Juden zu ihm: „Nun erkennen wir, dass du einen bösen Geist hast; Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod nicht kosten in Ewigkeit. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?“ Jesus entgegnete: „Wollte ich mich selbst ehren, so wäre meine Ehre nichts. Aber mein Vater ist es, der mich ehrt. Ihr nennt ihn euren Gott, und doch kennt ihr ihn nicht. Ich aber kenne ihn; wollte ich sagen, ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner, gleichwie ihr. Aber ich kenne ihn und bewahre sein Wort. Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte. Er sah in und freute sich.“ Da sagten die Juden zu ihm: „Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?“ Jesus antwortete ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich.“ Da hoben sie Steine auf, um nach ihm zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging hinweg aus dem Tempel.

Predigtext des Kirchenvaters

 

  1. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum Passionssonntag

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! sieh gnädig auf deine Familie, damit durch deine Fürsorge ihre irdische Wohlfahrt befördert, und durch deine Bewahrung ihr geistliches Leben beschützt werde! Amen.

Evangelium des Palmsonntags

Oder 2. Sonntags in der Passionszeit

Mt 21, 1 – 9 Als sie in die Nähe von Jerusalem nach Bethphage am Ölberge kamen, entsandte Jesus zwei Jünger mit dem Auftrag: „Geht in den Flecken, der vor euch liegt. Alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden mit ihrem Füllen; bindet sie los und bringt sie zu mir. Wenn euch jemand irgendwie zur Rede stellt, so sagt: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie freigeben.“ Dadurch sollte sich das Wort des Propheten erfüllen:Sagt der Tochter Sion: Siehe, dein König kommt zu dir voll Sanftmut. Er sitzt auf einem Esel, auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres.“

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius. Es hat einen schönen Sinn, dass der Herr, nachdem er die Juden abgewiesen hatt, nun, um in den Gemütern der Nichtjuden Wohnung zu nehmen, in den Tempel hinausstieg. Der Tempel ist nämlich im wahren Sinne ein solcher, in dem der Herr nicht gemäß den Buchstaben, sondern in der rechten Weise angebetet wird. Der Tempel ist ein Gottestempel, den die Reihe der Glaubenswahrheiten, nicht der steinerne Aufbau begründet. Es werden also verlassen diejenigen, die Hass gezeigt, haben; es werden erwählt diejenigen, die Liebe zeigen sollten. Und deshalb kommt er zum Ölberg, um die Pflanzung frischer Ölbäumchen auf der Höhe der Tugend anzuzeigen, deren Mutter das Jerusalem, ist, das droben ist. Auf diesem Berge ist jeder himmlische Landmann tätig, auf dass alle im Hause Gottes Eiungepflanzten, Mann für Mann sagen können: Ich bin gleich einem Ölbaum, der reiche Früchte trägt im Haus des Herrn.

 

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum Palmsonntag

Allmächtiger, ewiger Gott! der Du für’s Menschengeschlecht, daß es nachahme dem Muster der Demuth, unsern Erlöser hast Mensch werden und dem Kreuze sich unterziehen lassen: verleihe gnädig, daß wir die Beweise seiner Geduld vor Augen zu haben, an seiner Auferstehung Antheil zu erhalten verdienen! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Passionssonntag

Evangelium des Passionssonntags

Oder 5. Sonntags in der Fastenzeit.

Joh 8, 46 – 59… Wer von euch kann mich einer Sünde überführen? Wenn ich [euch] die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, hört auf Gottes Wort; ihr hört nicht darauf, weil ihr nicht aus Gott seid.“ Da entgegneten die Juden: „Sagen wir nicht mit Recht, du bist ein Samariter und hast einen bösen Geist?“ Jesus erwiderte: „Ich habe keinen bösen Geist; ich ehre meinen Vater, ihr dagegen entehrt mich. Ich bin aber nicht auf meine Ehre bedacht; es ist einer, der auf sie bedacht ist und Gericht hält. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod in Ewigkeit nicht schauen.“ Da sprachen die Juden zu ihm: „Nun erkennen wir, dass du einen bösen Geist hast; Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod nicht kosten in Ewigkeit. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?“ Jesus entgegnete: „Wollte ich mich selbst ehren, so wäre meine Ehre nichts. Aber mein Vater ist es, der mich ehrt. Ihr nennt ihn euren Gott, und doch kennt ihr ihn nicht. Ich aber kenne ihn; wollte ich sagen, ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner, gleichwie ihr. Aber ich kenne ihn und bewahre sein Wort. Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte. Er sah in und freute sich.“ Da sagten die Juden zu ihm: „Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?“ Jesus antwortete ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich.“ Da hoben sie Steine auf, um nach ihm zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging hinweg aus dem Tempel.

Predigtext des Kirchenvaters

 

Auslegung vom heiligen Papst Gregor. Gebet acht, geliebteste Brüder, auf die Gottes eigene Sanftmut. Er war gekommen, um uns die Sünden abzunehmen, und er sagte: Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Er hält es nicht für unter seiner Würde stehend, durch Vernunftsgründe nachzuweisen, dass er kein Sünder sei, er, der auf Grund göttlicher Kraft die Sünde begnadigen konnte. Aber gar schreckend ist das, was angefügt wird: „Wer zu Gott gehört, der hört auf das Wort Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht zu Gott gehört“. Wenn nämlich derjenige, der zu Gott gehört, auf Gottes Wort achtet, um auf dessen Wort derjenige nicht achten kann, der nicht zu ihm gehört, muss sich jeder fregan, ob er Gottes Wort im Herzen festhält; und dann wird er erkennen, zu wem er gehört. Nach dem himmlischen Vaterland zu verlangen gebietet er, der die Wahrheit selbst ist, die Neigungen des Fleisches niederzudrücken, der weltlichen Pracht auszuweichen, fremdes Gut nicht zu begehren, das Eigendum zum verschenken.

 

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum Passionssonntag

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! sieh gnädig auf deine Familie, damit durch deine Fürsorge ihre irdische Wohlfahrt befördert, und durch deine Bewahrung ihr geistliches Leben beschützt werde! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Vierter Fastensonntag

Evangelium des vierten Sonntags in der Fastenzeit

Joh 6, 1 – 15 Jesus fuhr über den Galiläischen See, den See von Tiberias. Eine große Volksmenge folgte ihm, weil sie die Wunder sah, die er an den Kranken wirkte. Da stieg Jesus auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Ostern, das Fest der Juden, war nahe. Als nun Jesus die Augen erhob und die herbeigeströmte Volksmenge überblickte, sprach er zu Philippus: „Woher sollen wir Brot kaufen, daß die Leute essen können?“ – Das sagte er, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er wußte, was er tun wollte. – Philippus antwortete ihm: „Für zweihundert Denare Brot reicht nicht für sie, selbst wenn jeder auch nur ein wenig erhalten soll.“ Einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: „Hier ist ein Knabe, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Allein was ist das für so viele?“ Jesus sprach: „Laßt die Leute sich lagern.“ Es war nämlich viel Gras an der Stelle. So lagerten sich denn die Männer, etwa fünftausend an der Zahl. Jesus nahm nun die Brote, dankte und ließ sie an alle austeilen, die sich gelagert hatten; ebenso auch die Fische, soviel sie davon wollten. Als sie gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: „Sammelt die übriggebliebenen Stücklein, damit sie nicht verderben.“ Da sammelten sie von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe voll Stücklein, die beim Essen übriggeblieben waren. Als die Leute das Wunder sahen, das Jesus gewirkt hatte, sprachen sie: „Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll.“ Da Jesus erkannte, daß sie kommen und ihn mit Gewalt zum König machen wollten, zog er sich wieder ganz allein auf den Berg zurück.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus: Die Wunder, die unser Herr Jesus Christus gewirkt hat, sind gewiss Werke göttlicher Kraft, und sie mahnen unseren Geist dazu, Gott aus den sichtbaren Werken kennen zu lernen. Weil er eben nicht ein solches Wesen ist, das mit körperlichen Augen geschaut werden kann; und weil seine staunenswerte Tätigkeit, mit der er die ganze Welt lenkt und die ganze Natur versorgt, infolge der Ständigkeit wenig beachtet wird, so dass beinahe niemand sich herablässt, auf die wunderbaren und staunenswerten Werke Gottes in jedem Samenkörnlein zu achten, hat er sich gemäß seiner Barmherzigkeit einiges vorbehalten, was er zu gelegener Zeit außerhalb des gewohnten Laufes und außerhalb der Ordnung der Natur wirkt, damit beim Schauen von nicht größeren, aber ungewohnten Dingen diejenigen zum Staunen kämen, denen das Alltägliche minderwertig geworden war.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum vierten Sonntag in der Fastenzeit

Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir, die wir aus eigenem Verschulden für unsere Handlungen gezüchtiget werden, durch den Trost deiner Gnade Erleichterung finden. Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Dritter Fastensonntag

Evangelium des dritten Sonntags in der Fastenzeit

Lk 11,14 – 28 Jesus trieb einen bösen Geist aus, der stumm war. Als der böse Geist ausgefahren war, konnte der Stumme reden. Die Volksscharen staunten darüber. Einige aber von ihnen sagten: „Durch Beelzebub, den Anführer der bösen Geister, treibt er die Geister aus.“ Andere wollten ihn auf die Probe stellen und verlangten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: „Jedes Reich, das in isch selbst uneins ist, zerfällt und ein Haus stürzt über das andere. Wenn der Satan mit sich selbst uneins ist, wie soll da sein Reich Bestand haben? Ihr sagt ja, ich triebe die bösen Geister durch Beelzebub aus. Wenn ich durch Beelzebub die bösen Geister austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne sie aus? Sie werden darum eure Richter sein. Wenn ich aber durch den Finger Gottes die bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn ein Starker bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist sein Besitz in Sicherheit. Wenn aber ein Stärkerer ihn überfällt und ihn überwindet, so nimmt er ihm die Waffenrüstung, auf die er sich verließ, und verteilt, was er bei ihm erbeutet hat. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, streift er durch die Steppen und sucht sich eine Ruhestätte, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich ausgezogen bin. Und er kommt und findet es ausgekehrt und geschmückt. Dann geht er hin und holt noch sieben andere Geister, die schlimmer sind als er. Sie ziehen ein und wohnen dort. Und die letzten Dinge eines solchen Menschen werden ärger sein als die ersten.“ Während er so redete, rief eine Frau aus dem Volke ihm zu: „Selig der Leib, der dich getragen, und die Brust, die dich genährt hat!“ Er aber sprach: „Viel mehr noch selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen!“

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Priester Beda dem Ehrwürdigen: Dieser vom Teufel Besessene wird beim heiligen Matthäus nicht bloß als stumm, sondern auch als blind dargestellt; und es wird berichtet, der Herr hätte ihn so geheilt, dass er reden und sehen konnte. Drei Wunder sind also gleichzeitig an einem Menschen gewirkt worden: der Blindgewesene sieht, der Stummgewesene redet, der vom Teufel Besessene wird von ihm frei. Dies ist damals im leiblichen Sinne geschehen, erfüllt sich aber täglich bei der Bekehrung der zum Glauben Kommenden, dass sie nach der zunächst erfolgten Austreibung des Teufels das Licht des Glaubens erblicken, und dass ihnen alsdann vom früher schweigenden Mund zum Lobe Gottes der Verschluss abgenommen wird. „Einige sagten aber von ihnen: Mit Hilfe des Beelzebub, eines der obersten Teufel, treibt er die Teufel aus.“ Dies sagten nicht einige aus der Volksmenge, sondern die Pharisäer und Schriftgelehrten hielten solch hässliche Reden, wie die anderen Evangelisten bezeugen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum dritten Sonntag in der Fastenzeit

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! sieh gnädig auf unser demüthiges Gebet hernieder, und strecke, uns zu beschützen, die rechte Hand deiner Majestät aus! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Zweiter Fastensonntag

Evangelium des zweiten Fastensonntags

Mt 17, 1 – 9 Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie fernab auf einen hohen Berg. Da ward er vor ihnen verklärt. Sein Antlitz leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider glänzten wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Moses und Elias und redeten mit ihm. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu Jesus: „Herr, es ist gut, daß wir hier sind. Wenn du willst, so baue ich hier drei Hütten, dir eine, Moses eine und Elias eine.“ Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und eine Stimme erscholl aus der Wolke: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!“ Als die Jünger das vernahmen, fielen sie tieferschrocken auf ihr Angesicht nieder. Jesus trat hinzu, rührte sie an und sprach: „Steht auf, fürchtet euch nicht!“ Sie erhoben ihre Augen, sahen aber niemand als Jesus allein. Während sie vom Berge hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: „Erzählt niemand etwas von dieser Erscheinung, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.“

Predigtext des Kirchenvaters

Aus der Auslegung vom heiligen Papst Leo: Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes mit, bestieg mit ihnen einen abseits gelegenen hohen Berg und ließ die Herrlichkeit seiner Glorie sehen; denn obwohl sie in ihm die Majestät Gottes anerkannten, so wussten sie doch nichts von der Macht des Körpers selbst, durch den die Gottheit verhüllt war. Und darum hatte er gerade und mit besonderer Betonung vorausgeschickt, dass einige von den anwesenden Jüngern nicht früher den Tod verkosten würden, bis sie den Menschensohn würden auftreten sehen in seinem Reiche d. h. in seiner königlichen Herrlichkeit, die er, als eine in übernatürlicher Weise zur Wesenheit der angenommenen Menschennatur gehörend, diesen drei Männern sichtbar zeigen wollte. Denn jenes über alle Worte erhabene und keinen Zutritt gestattende Schauen der Gottheit selbst, die für das ewige Leben den Herzensreinen aufbewahrt ist, konnten sie in keiner Weise, wo sie noch mit dem sterblichen Leibe umgeben waren, anschauen und sehen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum 2. Fastensonntag

O Gott! der Du uns kraftlos und verlassen siehst, bewahre unser Inneres und Aeusseres, damit der Körper von allen Leiden befreit, und die Seele von allen bösen Gedanken gereiniget werde!

Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Erster Fastensonntag

Evangelium des ersten Sonntags in der Fastenzeit (Quadragesima)

Mt 4, 1 – 11 Alsdann [nach der Taufe durch Johannes den Täufer] wurde Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Da trat der Versucher an ihn heran und sprach: „Wenn du der Sohn Gottes bist, so befiehl, daß diese Steine da zu Brot wreden. Er ganb ihm zur Antwort: „Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt.“ Dann nahm ihn der Teufel mit in die Heilige Stadt, stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprachh zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich hinab. Es steht ja geschrieben: Deinetwegen hat er seinen Engeln befohlen: Sie sollen dich auf ihren Händen tragen, damit du deinen Fuß an keinen Stein stoßest.“ Jesus entgegnete ihm: „Es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ Sodann nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: „Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.“ Da gebot ihm Jesus: „Hinweg, Satan! Es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“ Da verließ ihn der Teufel, und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papst Gregor. Homilie 16 zu den Evangelien. Es pflegt von einigen der Zweifel aufgeworfen zu werden, auf wessen Antrieb hin Jesus in die Einöde geführt worden sei, weil es doch unten heißt: „Es nahm in der Teufel in die heilige Stadt“; und wiederum: „Es nahm ihn der Teufel auf einen sehr hohen Berg“. Jedoch wird im wahren Sinne und ohne Frage in gebührender Weise angenommen, dass geglaubt werden muss, er sei vom Heiligen Geist in die Einöde geführt worden, so dass also ihn dorthin sein Geist führte, wo ihn zur Versuchung der böse Feind finden würde. Aber da! Wenn es vom Gottmenschen heißt, er sei vom Teufel auf einen hohen Berg oder in die heilige Stadt geführt worden, so sträubt sich der Geist, so etwas zu glauben; die menschlichen Ohren erschaudern, es zu hören. Und doch erkennen wir, dass dies nicht unglaublich ist, wenn wir erwägen, was an ihm auch sonst geschehen ist.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum 1. Sonntag in der Fastenzeit

O Gott! der Du deine Kirche durch die Beobachtung einer jährlichen vierzigtägigcn Fasten reinigest: verleihe deiner gläubigen Gemeinde, daß sie durch gute Werke thätig vollziehe, was sie sich durch ihre Enthaltsamkeit von Dir zu erlangen bestrebet! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe Sonntage 1 – Quinquagesima

Evangelium des Sonntags Quinquagesima

Lk 18, 31 – 43 In jener Zeit nahm Jesus die Zwölf beiseite und sprach zu ihnen: «Seht, wir ziehen hinauf nach Jerusalem: dort wird alles in Erfüllung gehen, was die Propheten über den Menschensohn geschrieben haben. Er wird den Heiden ausgeliefert, verspottet, mißhandelt und angespien werden; man wird Ihn geißeln und töten; aber am dritten Tage wird Er wieder auferstehen.» Allein sie verstanden nichts davon; diese Rede war für sie dunkel, und sie begriffen nicht, was damit gemeint war. – Als Er Sich dann Jericho näherte, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Als er das Volk (das nach Jerusalem pilgerte) vorbeiziehen hörte, fragte er, was das sei. Sie sagten ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber. Da rief er: «Jesus, Sohn Davids, erbarme Dich meiner!» Die Vorausgehenden schalten ihn, er solle schweigen. Er aber schrie noch lauter: «Sohn Davids, erbarme Dich meiner!» Da blieb Jesus stehen und ließ ihn zu Sich bringen. Als er herangekommen war, fragte Er ihn: «Was soll Ich dir tun?» Er antwortete: «Herr, daß ich sehe!» Jesus sprach zu ihm: «Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen.» Sogleich sah er, pries Gott und folgte Ihm. Und alles Volk, das Zeuge davon war, lobte Gott.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papst Gregor: Da unser Heiland voraussah, daß die Gemüter seiner Jünger durch seinen Tod in Verwirrung kommen würden, hat er ihnen vorher sowohl das Schmerzvolle seines Todes als auch das Herrliche seiner Auferstehung vorausgesagt; so sollten sie, wenn sie ihn gemäß der Voraussage sterben sehen, nicht daran zweifeln, daß er auferstehen würde. Aber weil die noch irdisch gesinnten Jünger in keiner Weise die Worte mit so erhabenem Inhalt fassen konnten, wird zum Wunderwirken geschritten. Vor ihren Augen erhielt ein Blinder die Sehkraft zurück, damit bei denjenigen, die die Worte mit dem himmlischen Geheimnis nicht faßten, das himmlische Wirken eine Stärkung im Glauben bewirkte.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.

R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum Sonntag Quinquagesima

O Herr! erhöre gnädig unser Gebet, wir bitten Dich, löse die Bande unserer Sünden auf, und beschütze uns vor aller Widerwärtigkeit! Amen.

 

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Sexagesima

Evangelium des Sonntags Sexagesima

Lk 8, 4 – 15 In jener Zeit, als viel Volk zusammengekommen war, und die Leute aus den Städten zu Jesus eilten, sprach Er zu ihnen dieses Gleichnis: «Ein Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Als er nun säte, fiel einiges auf den Weg; da wurde es zertreten, und die Vögel des Himmels pickten es auf. Anderes fiel auf steinigen Grund: es ging zwar auf, verdorrte aber, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Wieder anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen, die mit aufwuchsen, erstickten es. Anderes fiel auf gutes Erdreich, ging auf und brachte hundertfältige Frucht.» Alsdann rief Er: «Wer Ohren hat zu hören, der höre.» – Da fragten Ihn Seine Jünger, was dieses Gleichnis bedeute. Er antwortete ihnen: «Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen; den andern aber werden sie nur in Gleichnissen vorgetragen, damit sie sehen, und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das nur bedeutet das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die am Wege, das sind jene, die es hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihren Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die auf steinigem Grund, das sind jene, die das Wort mit Freuden aufnehmen, sobald sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln; sie glauben eine Zeit lang, allein zur Zeit der Versuchung fallen sie ab. Was unter die Dornen fiel, das sind jene, die es zwar hören, dann aber hingehen und es in den Sorgen und Reichtümern und Genüssen des Lebens ersticken und so keine Frucht bringen. Was aber auf gute Erde fiel, das sind jene, die das Wort hören, es in gutem, in sehr gutem Herzen bewahren und Frucht bringen in Geduld.»

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papst Gregor: Die Lesung des heiligen Evangeliums, die ihr, geliebteste Brüder, eben gehört habt, bedarf keiner Erklärung , sondern einer Ermahnung. Was nämlich die Wahrheit selbst erklärt hat, darüber darf menschliche Schwachheit, ohne verwegen zu sein, keine Untersuchung mehr  anstellen. Aber es ist etwas in dieser vom Herrn gegebenen Erklärung, was wir mit aller Sorgfalt erwägen müssen; denn wenn ich euch sagte, das der Same die Lehre, der Acker die Welt, die Vögel die bösen Geister, die Dornen den Reichtum bezeichnen, würde euer Sinn wahrscheinlich Bedenken tragen, es zu glauben. Darum hat sich auch der Herr gewürdigt, selbst zu erklären, was er sagte,  damit ihr es versteht, der Bedeutung auch in jenen Dingen nachzugehen, die er selbst nicht darlegen wollte.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.

R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum Sonntag Sexagesima

O Gott! der Du weißt, daß wir auf unsere Werke gar nicht vertrauen, verleihe gnädig, daß wir vor allem Uebel bewahret werden! Amen.