Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 11. Vor der Mahlzeit

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Das heutige Stoßgebet, das zu Tisch gebetet wird, macht uns wieder einmal klar, dass unsere Prioritäten falsch liegen. Wir kümmern uns stets um das aktuelle Tagesgeschehen und nicht um die Ewigkeit. Wenn wir abends unsere Gewissenserforschung unter dem Gesichtspunkt machen würden,

Was hat mir heute für die Ewigkeit genützt?

dann würde wirklich wenig übrig bleiben. Natürlich besteht jeder Weg aus kleinen Schritten und die Zukunft wird im Jetzt gemacht, denn die Ewigkeit wird sich nicht um sich selbst kümmern, sondern Sie bauen jetzt für Ihre Ewigkeit vor und zwar, wo Sie diese verbringen werden. Für alle von uns, die sehr effizient ihre Zeit einplanen müssen, sollte sich nicht die Frage stellen:

Wie effizient war ich heute und was haben ich erledigt?

sondern

Wie habe ich heute für meine Ewigkeit vorgesorgt?

Natürlich muss man auch sehr banale Dinge tun, aber die helfen uns auch, wenn wir davor die sog. „gute Meinung“ erwecken, d.h. wenn wir Gott um seine Hilfe bitten und diese Tätigkeiten aufopfern. Dann geht unser Tagewerk für die Ewigkeit nicht verloren, sonst heißt es zuerst:

Schaffe, schaffe, Häusle baue!

und danach

Hinfort in das ewige Höllenfeuer!

Ja, jeder sollte wirklich stets mit der Möglichkeit der eigenen Verdammnis durch schlechte Prioritäten und Unterlassungssünden rechnen. Noch haben Sie Zeit.  Wenn Sie wüssten, wer alles in der Hölle landet, der in Augen der Welt als „gut, fromm und konservativ“ angesehen ist? Wenn Sie nur wüssten ….

 

Ante mensam
Da, mihi, Domine, operari non cibum qui perit, sed qui permanet in vitam aeternam.
Zum Tischgebet
Gib mir Herr, nicht für diejenige Speise zu arbeiten, die verloren geht, sondern um diejenige, die für das ewige Leben währen wird.

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (26). Bei der Geistesunterscheidung kann man subjektiv immer irren.

 

 

Fünftes Kapitel.

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und betrüglich [trügerisch], wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche [kunstfertige] Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende [Zweck] einige Regeln vorgeschrieben.

Obwohl die vorgelegte deutsche Übersetzung aus der Mitte des 19 Jhdts. stammt, so haben einige Worte ihre Bedeutung dermaßen verändert, dass uns eine Übertragung einiger Termini des Titels angebracht schien. Worum geht es in diesem Kapitel? Darum, dass niemand bei sich selbst, d.h. subjektiv, und das ist eine wichtige Einschränkung immer die Geister richtig unterscheiden kann.

Warum?

Weil der Teufel wirklich real sind und er wird, unter Zulassung Gottes, dafür sorgen, dass Sie oft nicht wissen werden, wo oben und wo unten ist. Es gibt auf dem offenen Meer Windstärken, wo der Himmel verschwindet samt der Horizontlinie und wirklich alles zu wüsten Wassermassen wird. Wikipedia beschreibt diese Orkanstärke wie folgt:

See vollkommen weiß, Luft mit Schaum und Gischt gefüllt, keine Sicht mehr.

Kennt man die Beaufort-Skala? Ja.

Kann man navigieren? – Ja.

Weiß man, dass es vorübergehen wird?  -Ja.

Es hilft Ihnen aber alles nichts, weil Sie in solchen Situationen machtlos sind. Man ist auch bei der Geistesunterscheidung manchmal nicht sein eigener Richter, weil man die Situation falsch beurteilt. Der Feind weiß sich zu verstellen und man ist schwach. Interessanterweise werden Sie viel eher bestimmte Symptome, mit Gottes Gnade natürlich, bei anderen als bei sich selbst erkennen. Doppelmoral? Nein, Sie sind einfach die Klangquelle. Jeder der singt, weiß, dass ein Sänger manche Töne, die er singt nicht objektiv richtig hören kann und deswegen braucht er jemanden, der ihn abhört. Man produziert zwar die Schallwellen, aber sie sind vor einem. Es ist Physik. Weil die Geister der Geist Gottes und der böse Geist – Geister und sehr subtil sind, so muss man in einer sehr ausgeglichenen Lage sein, um diese voneinander zu unterscheiden. Manchmal ist man es nicht und Gott lässt es zu, damit man etwas lernt, demütig wird und anderen in ähnlichen Situationen helfen kann. Denn man kann nur dann Empathie entwickeln, wenn man es selbst erlebt hat. Der hl. Johannes vom Kreuz zählt in Unterpunkten sehr analytisch genau alle Arten von teuflischen Visionen und Eingebungen auf. Und woher weiß er das? Weil er es selbst erlebte, sonst weiß man es nicht. War es angenehm? Sicherlich nicht, aber von nichts kommt nichts. Deswegen sollte man jemanden, einen Beichtvater, haben, der unsere Eindrücke objektivieren kann, denn auch ein sehr schlechter Sänger oder jemand, der nicht singt, wenn nicht gerade taub, kann diese Wellenfrequenzen objektiv hören, welche Sie nicht hören können. Und ein blindes Huhn findet auch ein Korn. Auch wenn er zu nichts zu gebrauchen ist, so sollten Sie dennoch Ihre Situation bei absoluter Verwirrung offen legen, denn diese Verdemütigung ist Gott genehm und „verbrennt“ gleichsam den Stolz des Teufels. Auf einmal fällt der Druck oder die Dunkelheit auf einmal von Ihnen weg, der Sturm legt sich, weil sich Gott Ihrer erbarmt hat. Man sollte sich deswegen immer misstrauen und immer den eigenen Weg, soweit es geht, objektivieren.

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (25). Gesetzmäßigkeiten des Heiligen Geistes.

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

 

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) war ein vorwitziges und altkluges Kind, welche seine Lehrer durch seine „unverschämten Fragen“ – siehe der Hirte des Herma – ins Bockshorn jagte. Aber es war keine Bosheit, sondern ein wirkliches Interesse an den Problemen. Da die Lehrer, insbesondere die Hochschullehrer schnell bei ihm aggressiv wurden, so hat er wirklich viele Erfahrungswerte, um feststellen zu können, wenn jemand keine Ahnung hat und sich um die klare Antwort drückt. Diese Antwort des Unwissenden lautet immer:

Das kann man so pauschal nicht sagen. Das kommt darauf an. Es ist von Fall zu Fall verschieden.

Sie erkennen es, nicht wahr? Dies ist die Rhetorik des Bergoglio-Pontifikats mit dem Gott der Überraschungen und dem Heiligen Geist, der weht, wo er will, in der letzten Zeit zunehmend Richtung Ehebruch und Homosex, siehe Amoris Laetitia.

Stimmt das aber?

Nein, seit sich Gott in Jesus Christus geoffenbart hat und den Heiligen Geist gesandt hat, um die Kirche immer tiefer in das Geheimnis Christi zu führen und nicht von der Wahrheit weg zu führen, gibt es keine Überraschungen. Alles ist im Großen und Ganzen vorgegeben. Es ist wirklich wie eine Gleichung, z.B., welche auf der Meta-Ebene (der Ebene über der Ebene) so lautet:

∀xyz: (x + y) + z = x + (y + z)

man liest es: für jedes x y z gilt: (x + y) + z = x + (y + z)

in einem konkreten Fall jedoch sieht die Anwendung der o.a. Formel wie folgt aus:

(3 + 4) + 5 = 3 + (4 + 5)

Es ist das Assotiativgesetz, welches für jedes x, y, z gilt, gleich welche Ziffer wir dafür einsetzen. Wie Sie sehen es ist zugleich konkret und dennoch nicht so eingeschränkt, dass es nicht viele Fälle umfassen könnte. Und so ist auch das Gesetz Gottes:

Du sollst nicht Ehebrechen.

Jede sexuelle Handlung eines Verheirateten außerhalb seines angetrauten Ehegatten oder Ehegattin ist eine schwere Sünde und jeglicher Sex außerhalb der Ehe ist es auch.  Keine Ausnahmen: gleich ob die eigene Frau alt und häßlich und die Sekräterin jung und hübsch ist. Dennoch muss x in unserem Falle nicht 3 lauten, es kann auch 4212, 34 sein oder 17.

Was hat das aber mit der Geistesunterscheidung zu tun?

Das, dass wir nicht absolut jeden Einzelfall als solchen voraussehen können, aber wir kennen doch die Formel. Wenn man ein geistliches Leben führt, dann erfährt man sowohl die Führung des Heiligen Geistes als auch Versuchungen des Teufels. Man kann dann tatsächlich anderen raten, weil man wenigstens die grobe Struktur erkennt.  Kardinal Bona rät, sich im spirituellen Leben bei Älteren Rat zu holen. Ja, schön wäre es, wenn man welche hätte. Warum? Weil der Teufel, der versucht, im Verborgenen bleiben will. Auch wenn Sie einen inkompetenten Beichtvater haben und ihm Ihre Versuchungen beichten, dann bekommen Sie selbst mehr Licht und die Macht des Teufels wird sozusagen verbrannt. Gott liebt die Demut, der Teufel scheut sie. Sehr treffend schreibt Kardinal Bona, dass es nicht möglich ist, dass eine echte Offenbarung, die ja so selten vorkommt, durch das Urteil der Anderen vernichtet wird. Wenn sich Gott wirklich offenbart, dann wird er früher und später für die Verwirklichung seiner Offenbarung sorgen.

Also hier nochmals zusammenfassend:

  1. Man kann allgemeine Strukturen im geistlichen Leben erkennen.
  2. Man sollte sich im Übernatürlichen Erfahreneren anvertrauen.
  3. Wenn etwas wirklich von Gott kommt, dann lässt Gott nicht zu, dass es zunichte gemacht wird.

Amen.

 

 

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 10. Nach der Messe oder Kommunion

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Was ist die hl. Kommunion? Die Vereinigung: des Schöpfers mit dem Geschöpf, der Seele mit Christus ihrem Bräutigam, des Christen mit Christus. Es ist etwas dermaßen Intimes, dass dieses Gebet vom cubiculum – „dem Schlafgemach, dem Schlafzimmer“ spricht. Viele Heilige fielen nach dem Kommunionempfang in Exstase und der hl. Bernhard von Clairvaux wird nicht müde, in seinem Kommentar zum Hohenlied die Seele mit Braut und Christus mit dem Bräutigem zu vergleichen. Aber unser Schlafgemach, unsere Seele, ist auch mit einem ordentlichen, gewischten und aufgeräumten Raum zu vergleichen, der sich auf einen hohen Besuch vorbereitet. Der Katholik der nachkonziliaren Zeit kommuniziert sehr oft, wenn auch hoffentlich niemals unwürdig, so doch ziemlich routiniert. Es scheint, dass die Heiligkeit der Priester bzw. die fehlende Heiligkeit ihrerseits den Leib Christi, den man empfängt, besudelt und einen Teil der Gnaden mindert. Sie empfangen also die himmlische Speise, Christus selbst, aus dreckigen, vor Dreck verkrusteten Priesterpfoten, welche vor Sünde nur so triefen. Deswegen ist es Katholiken verboten, wissentlich Sakramente vor Priestern zu empfangen, wo denen sie positiv wissen, dass sie in schwerer Sünde leben und/oder suspendiert sind.  Wenn man es nicht positiv weiß, sondern es nur vermutet, dann ist man zwar entschuldigt, aber der Dreck bleibt trotzdem kleben. Vielleicht hilft das u.a. Gebet die Gnaden der Hl. Kommunion zu bewahren und sich dennoch zu heiligen.

Post missam vel communionem
Sanctifica Domine, animam meam et benedictionem tuam in ea relinque. Ingredere cubiculum cordis mei et illud posside in sempinternum.
Nach der hl. Messe oder Kommunion
Heilige, oh Herr, meine Seele und hinterlasse in ihr Deinen Segen. Tritt in das Gemach meines Herzens ein und nimm es in Besitz in Ewigkeit.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 9. Bei der Elevation der Hostie und des Kelchs.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Dieses Stoßgebet kann bei der Erhebung, d.h. der Elevation der Hostie und des Kelchs kurz nach der Wandlung gebetet werden oder auch bei der gemeinsamen Elevation, welche zu den Worten „In ipso“ – „Durch ihn etc.“ stattfindet. Während beim Vetus Ordo der Moment der Wandlung gut vom Rest abgehoben und liturgisch unterstrichen ist, so verpasst man diesen Moment bei Novus Ordo oft, weil Novus Ordo so konstruiert worden ist, dass man ihn verpasst. Im Moment der Wandlung wurde mindestens 40 Minuten lang auf Sie in ihrer Muttersprache eingeredet, sodass nur ihre Gehirnareale daran beteiligt waren, welche für den Alltag zuständig sind, und sie haben längst abgeschaltet, denn irgendwann einmal schaltet jeder ab. Da DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) mehrere Sprachen spricht, noch einige mehr passiv versteht und darüber hinaus in mehreren Sprachen liest, so weiß er, dass dort, wo er sich am meisten anstrengen muss, da diese Sprache die schwierigste und vom Alltag am meisten entfernte ist, umsto mehr ist er konzentriert bei der Sache und desto mehr bleibt bei ihm hängen. Natürlich ist es anstrengend und deswegen sind diejenigen Teile der Alten Messe, in denen die Gläubigen angeredet werden, sehr kurz, die Gebete der Gläubigen auch, damit sie für sich während der Messe wirklich beten können. Durch den guten Ausgleich zwischen Stille und Beteiligung verpasst man wirklich niemals den Moment der Wandlung und freut sich auf ihn. Deswegen ist es viel einfacher das unten angegebene Stoßgebet im Vetus Ordo als beim Novus Ordo zu beten.  Menschen, die ihr religiöses Leben ernst nehmen, wie die Religiosen, also die Ordensleute, werfen sich oft vor, dass sie bei der Heiligen Messe, natürlich Novus Ordo, nicht aufpassen und unachtsam sind. Aber das ist unnötig, wenn dies nicht freiwillig geschieht und außerdem ist ja Novus Ordo so konstruiert worden, dass man wegschaltet und das Besondere der Messe, die ja in der Alltagssprache stattfindet, nicht feststellen kann, denn alles ist ja alltäglich: Sprache, Paramente, Pferdedecken und manche Kirchen, die wie Sushi-Restaurants aussehen. Da kommt natürlich kein Gefühl der spirituellen Erhebung auf, wofür die Novus Ordo Macher gesorgt haben. Dennoch ist es gut sich dieses Gebet einzuprägen und bei der Wandlung zu beten. Haben Sie vor dem Leiden für Christus Angst, dann lassen Sie den letzten Teil weg, denn Gott wird Sie irgendwann in die Pflicht nehmen. Die größten Liebenden waren die Märtyrer, sie haben Leben mit Leben und Liebe mit Liebe erwidert. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Ad elevationem hostiae et calicis.
Amo te et adoro toto corde et affectu. Lava me in tuo sanguine et da mihi pati pro amore tuo.
Vor der Elevation der Hostie und des Kelchs
Ich liebe Dich und bete Dich an aus ganzem Herzen und Gemüt. Wasche mich in Deinem Blut und gib mir für Deine Liebe zu leiden.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (24). Guter Geist ist sanft, böser Geist beißt.

 

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

Eigentlich ist es sehr einfach. Der Teufel will uns quälen, uns beißen, uns verwirren. Daher ist eine jegliche Regung, die grob, beißend oder gewaltsam ist dämonischen Ursprungs. Nein, es ist nicht Ihr schlechter Charakter oder Ihr Unterbewußtsein. Es ist nicht Ihr Temperament. Es ist der böse Geist, der bei Ihnen „angedockt“ hat und versucht seine eigene Persönlichkeit Ihnen aufzudrücken. Daher ist es notwendig einerseits die Disposition in sich selbst zu verändern, damit der Dämon nicht so einfach andocken kann und zweitens die geistlichen Mittel (Gebet, Stoßgebete, Fasten, Bußübungen) anzuwenden. Ein Beispiel aus dem eigenen Leben. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) hat ein Wutproblem und er geriet oft in Rage, wenn man ihn beispielsweise beim Schreiben störte. Würde jetzt jemand ohne anzuklopfen in sein Arbeitszimmer kommen, dann gäbe es wohl instinktiv eine Szene und ein Geschrei. Es ist zwar eine lässliche Sünde, aber dennoch eine Sünde. Und es gibt Menschen, die den DSDZ gar nicht anders gekenngelernt haben als schreiend, überarbeitet und kaum ansprechbar. Was ist der Grund dafür? Zu wenig Pausen, zu wenig Erholung. DSDZ arbeitete immer sehr viel, sodass er oft sehr gereizt war und ein Wutausbruch war daher nicht weit.

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 8. Vor Messe oder Kommunion.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Diejenigen von uns, die oft zur Messe gehen oder kommunizieren, werden von einer bestimmen Routine eingefangen, bei der die Bedeutung des Kreuzesopfers Christi untergeht. Die Aufgabe des Gläubigen besteht darin ein anderer Christus (alter Christus) zu werden, welcher sich mit dem Herrn selbst aufopfert. Ja, das ist unsere Aufgabe hier auf Erden nicht nur mitzuopfern, sondern sich ganz aufzuopfern, bis zum Märtyrium hin, wenn Gott es möchte. Man kann sich bei diesem Stoßgebet die folgenden Fragen stellen:

  • Wie steht es um meinen Opfersinn?
  • Bin ich die makellose Hostie? Falls nicht, warum?
  • Was kann ich Gott noch alles opfern? Wovon mich freimachen?
  • Bin ich es überhaupt wert, in das Opfer Christi hineingenommen zu werden?

Ja, ja, ein kurzes Stoßgebet und viele Fragen. Es empfiehlt sich zu diesem Gebet auch das Quam oblationem aus dem Kanon zu meditieren, um zu wissen, was die Opferung (oblatio) eigentlich ist. Und so prägt die Messe, wohlgemerkt die Alte Messe, unsere Spiritualität, den bei einem klassischen Altar haben wir sowohl das Kreuz als auch ara – „Felsbänke, Altar, Denkmal, Altar“, da das Kreuz meistens erhöht ist und es uns leicht fällt sich die Opferung von Golgotha vorzustellen.

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Bei der Neuen Messe und den neuen Altären ist das unmöglich, da sollen wir aber unsere Vorstellungskraft einsetzen, die wir bei der vorhergehenden Betrachtung (z.B. quam oblationem) geübt haben. Ja, von selbst kommt nichts!

Ante missam vel communionem
Suscipe me, Domine, cum oblatione huius hostiae immaculatae in laudem, gloriam et beneplacitum tuum, in unione illius oblationis, qua temet ipsum in ara crucis obtulisti.
Vor der Hl. Messe oder Kommunion
Empfange mich, Herr, mit der Opferung dieser makellosen Hostie zu Deinem Lob, Ehre und Wohlgefallen, in Vereinigung mit jener Opferung, welche Du selbst am Altar des Kreuzes vollbracht hast.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (23). Gutes kommt nur von Gott.

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Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

Was wir in unserer Zeit des praktischen Pelagianismus vergessen, weil wir es nicht vermittelt bekommen, ist die Tatsache, dass der Mensch von sich aus, der katholischen Erbsündenlehre zufolge nicht gut ist. Deswegen genügt es nur „menschlich“ zu bleiben, als könnte man bakteriell werden. Somit kommt alles Gute von Gott. Deswegen brauchen wir die Taufe und die Gnade. Deswegen ist es falsch von Atheisten, Heiden und schweren Sünden eine Ethik zu verlangen, die für uns Katholiken selbstverständlich ist. Deswegen werden wir in Beziehungen mit ihnen, womit wir jeglichen Kontakt meinen, immer „draufzahlen“. Es wird kaum etwas zurückkommen. Das Böse hat eine zweifache Quelle: (1) uns selbst, (2) den Dämon, das Gute kommt von Gott durch seine Gnade. Deswegen ist es so wichtig uns täglich mit der Gnade aufzufüllen, womit nicht nur die Gnade der Sakramente, sondern auch die der Sakramentalien gemeint ist: Gebet, Kreuzzeichen, Weihwasser, Verwendung der Andachtsgegenstände etc.

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 7. Nach dem Breviergebet.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Nach dem Breviergebet

Da nach dem Breviergebet vor dem Breviergebet ist, so musss eine jede Gebetseinheit mit einem Abschlussgebet gleichsam umrandet werden.

Ist es nicht zu viel ein Gebet noch mit einem anderen Gebet abzuschließen?

Nein, wenn man die katholische Gnadenlehre betrachtet. Da Gott übernatürlich ist, brauchen wir seine Hilfe, d.h. Gnade, um Taten zu erfüllen, die vor Ihm verdienstvoll sein werden (acta meritoria) und unseren Platz im Fegefeuer und im Himmel bestimmen. Wenn also ein in Todsünde lebender Priester sein Brevier betet, so passiert im übernatürlichen Rahmen nichts und er kann sich nichts durch dieses Gebet bei Gott „verdienen“, weil ihm diese, nach außen hin, gute Tat und ein Werk der Frömmigkeit nicht angerechten wird, weil er in Todsünde lebt und sich damit von Gott losgesagt hat. Dies gilt natürlich auch für Ehebrecher im deutschsprachigen Raum „wiederverheiratete Geschiedene“. Todsünde ist Todsünde, gleich was Amoris Laetitia sagt. Wir brauchen also die Hilfe Gottes, um überhaupt gut sein zu können und Ihm zu gefallen. Deswegen betet man um Gottes Hilfe vor dem Gebet und nach den Gebet. Warum? Damit wir am Gnadenleben Gottes Anteil haben können und diese Anteilnahme können wir uns nicht selbst verdienen. Das muss von Gott kommen und kommt auch. Sie brauchen also, physikalisch gesprochen, eine Intialzündung, um ihre eigene, die kinetische Energie sozusagen, zu starten. Aber je mehr Sie sich bemühen Gott näher zu kommen, desto mehr Gnade gibt er Ihnen, was schon die hl. Katharina von Genua (siehe das „Sparsamkeitsprinzip“) schrieb, wenn Sie Gott darum bitten. Das unten angefügte Gebet, wie fast alle vorkonziliaren Gebete stellt eines richtig. Sie sind kein „Partner Gottes“, Sie sind nicht auf Augenhöhe mit Gott und Sie pflegen mit Gott keinen „Dialog“. Gott ist Gott uns Sie sind ein armes Geschöpf, dessen Pflicht, vom Grundsatz der Gerechtigkeit kommend, es ist Gott anzubeten als Geschöpf den Schöpfer. Da Gott die Vollkommenheit selbst ist und die Heiligkeit selbst, deswegen müssen Sie Gott bitten, dass er überhaupt Ihr unwürdiges Gebet annimmt. Priester und Ordensleute beten ja hauptberuflich. Es ist ihre Pflicht und ihre Aufgabe, es ist etwas, was sie ohnehin tun müssen, denn kein Breviergebet zu verrichten, wenn man nicht wirklich durch Krankheit etc. verhindert ist, ist für einen Geistlichen eine schwere Sünde. Aber auch dieses Tageswerk, das man ohnehin verrichtet, kann man schön verpacken, indem man vorher und nachher um die Annahme des Officiums betet. Das nachkonziliare Brevier ist wirklich dermaßen kurz, dass dazu noch Zeit sein wird.

Post divinum officium
Gratias tibi ago, Domine Deus, quod meas indignas orationes audire dignatus sis et de manu mea laudum tuarum sacrificium suscipere.
Nach dem divinum officium

Ich danke Dir, Herr Gott, dass Du Dich gewürdigst hast meine unwürdigen Gebete zu erhören und aus meiner Hand das Opfer Deines Lobes zu empfangen.

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (22) Bin ich es oder kommt es von Außen?

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Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

 

Die Grundlage einer guten Geistesunterscheidung ist eine gute Selbsterkenntnis. Wenn ich mich kenne, dann weiß ich, was mir fremd ist. Das Problem mit unseren ungebildeten, psychologisierenden und in der spirituellen Literatur unbelesenen Beichtvätern ist dies, dass sie, laut Psychologie und Psychoanalyse („Papa“ Freud und „Onkel“ Jung), das Fremde in uns dem Unbewußten oder dem Unterbewußtsein zuschreiben, statt den Dämonen, die auf uns wirken. Wenn sich ein normaler Mensch fragt:

Woher habe ich denn nur solche Gedanken oder solche Träume? Das bin ja nicht ich.

Dann lautet die Antwort:

Ja, es sind die Dämonen, die auf Dich einwirken, indem sie ihr eigens Wesen dir aufdrücken.

Dies ist die klassische Spiritualität der Wüstenväter, des Evagrius Ponticus und Johannes Cassianus. Nicht alles, was wir denken oder spüren ist unser. Dies spielt insbesondere bei der Umsessenheit (obssessio) eine große Rolle, denn die Stufe der dämonischen Angriffe sieht wie folgt aus:

  1. Versuchung (tentatio)
  2. Bedrängung (vexatio, circumsessio)
  3. Umsessenheit (obssessio)
  4. Besessenheit (possessio)

ad 1.

Dies Erfahren alle.

ad 2.

Dies sind äußere Angriffe auf Hab und Gut, sowie die Gesundheit. Plötzlicher Autodiebstahl, Problemen am Arbeitsplatz, unerwartete Krankheit, Schreiben von Behörde etc. Man könnte sagen, äußerer Pech, doch der Kontext zählt. Solches passiert nicht allen, sondern nur manchen vor positiven geistlichen Ereignissen.

 

ad 3.

Dies sind quälende Gedanken oder Emotionen, die zu uns sozusagen von Außen kommen und unserer eigenen Psyche unähnlich sind. Es ist als würde sich etwas unserer Psyche bedienen. Noch seltener als 2.

 

ad 4.

Kommt sehr selten vor. Der Dämonen bedient sich des menschlichen Körpers, was für den Betroffenen mit Bewußtseinsausfällen Hand in Hand geht. Man weiß also nicht, was man getan hat, wo man war, wie man an diese Stelle gelangt ist.

Erfährt jemand Umsessenheit (obssessio), dann muss er sich selbst kennen, um zu sehen woher diese Gedanken kommen. Woher weiß man denn, ob es nicht psychisch bedingt ist? Weil diese Gedanken und Gefühle nach dem Kontakt mit dem Sacrum verschwinden. Sie sind auch nicht ständig präsent und verschwinden nach Gebet. Der Schreiber dieser Zeilen hatte gestern ungefähr zwei Stunden lang diese Erfahrung, dass sich sozusagen in ihm etwas fürchtete, wovor er selbst sich nicht fürchtet. All diese Gedanken verschwanden nach der Messe und nach Kommunionempfang, obwohl sich äußerlich nichts verändert hat. Wir werden diese Thematik noch mehr als einmal vertiefen. Sollten Sie aber Probleme im Bereich 2. bis 4. haben, dann schauen Sie hier vorbei. Die deutsche Fassung der Auxilium Christianorum Gebete wird von uns vorbereitet. Sehr gut und erhellend sind auch die Konferenzen von Father Ripperger zu dämonologischen Problemen.

 

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