„Einen guten Kampf habe ich gekämpft“ oder die katholische Dolchstoßlegende

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Wie wir heute aus katholisches.info erfahren haben, hat (vorerst?) die tapfere Postulantin und Rechtsanwältin Claudia Schwarz gegen den Kampf gegen die vatikanischen Mühlen der Justiz verloren und das Brigittenkloster von Altomünster wird aufgelöst. Die Apostolische Signatur hat die Auflösung des St. Brigitta-Klosters bewilligt, weil Claudia Schwarz als keine offizielle Postulantin anerkannt wurde und somit, nach der Apostolischen Signatur, also dem höchsten Gericht des Vatikans in Sachen Orden, von dem es keine weitere Berufung gibt, im Kloster Altomünster

„es keine Kandidatinnen, Postulantinnen oder Novizinnen gab“,

so katholisches.info.

Es hilft alles nichts, dass Claudia Schwarz eine Postulantin war und, nach spiegel.de, sie fünf Frauen gefunden hatte, „die nun auch in den Brigittenorden eintreten wollten“, was das Erzbistum München-Freising, das nun das Kloster samt Besitz und Land übernehmen kann, nicht bestätigen konnte oder wollte. Claudia Schwarz konnte soviel anwaltliches Fachkönnen und Recht haben wie sie nur wollte. Franziskus hat die Frauenorden zum Aussterben verurteilt und nachdem er Burke gefeuert hatte, natürlich die Apostolische Signatur so besetzt, dass es seinen Wünschen genehm ist. Da DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) aus einem äußerst korrupten osteuropäischen Land stammt, so weiß er, dass in solchen Verhältnissen nicht das Recht zählt, sondern das,  dass man mit eigenen Leuten die Schlüsselpositionen, ein Prälat und Richter der Rota Romana ist neulich wegen Kinderpornographie verhaftet worden. Man besetzt diese Positionen natürlich vorwiegend in der Justiz, falls man selbst in den Knast kommen sollte. Claudia Schwarz hätte auch 20 Kandidatinnen finden können, wenn das Erzbistum beschlossen hat das Kloster zu übernehmen und da Kardinal Marx, der C9-Kardinal, wohl für die Finanzierung der nächsten Papstwahl Geld braucht, so hat nichts ihr geholfen. Dies tut uns leid, aber es war wirklich vorauszusehen.

Warum wollen denn die jetzigen Vatikan-Besetzer, von der Geldgeilheit abgesehen, die kontemplativen Frauenorden auslöschen, siehe Vultum Domini Quaerere? Damit zu Gott kein wohlgefälliges Gebetsopfer aufsteigt, denn so eine kontemplative Nonne, falls sie wirklich ihre Berufung lebt, hat einen anderen „Umrechnungsfaktor“ als Sie und ich. Sie produziert ein heiliges „Energiefeld“, welche die Welt heilig und den Dämonen verhasst ist. Deswegen geht es den heiligmäßigen Orden, wie neulich der Priesterbruderschaft der Heiligen Apostel, an den Kragen. Die Dämonen spüren die Heiligkeit und informieren den Franziskus und seine Mannen. Wenn also eine Ordensgemeinschaft oder Priesterbruderschaft vom Vatikan noch nicht verboten wurde, dann stellt dies ihr kein gutes Zeugnis aus.

„Ein anständiger Bürger sitzt im Gefängnis“,

soll Joseph Stalin gesagt haben und in seinem Reich saßen die Anständigen ein, falls sie vorher nicht hingerichtet wurden. Wir erleben zurzeit dasselbe und freuen uns in der Welt zu leben, wo wir soviel beten, fasten und sühnen können, wie wir nur wollen.

„In einem Orden könnten Sie dies nicht tun“, meint immer eine bekannte Ordensfrau zu DSDZ, „seien Sie froh, dass Sie in der Welt leben“.

Ja, DSDZ ist froh darüber, jetzt mehr als zuvor. Aber wohin sollen all die Menschen mit einer Ordensberufung gehen? Nirgends, denn es gibt fast keine Orden, was Hilary White für Frauenorden bestätigen kann.

Warum gibt es heute kaum Ordensberufungen?

Aus zweierlei Gründen:

  1. Novus Ordo bringt fast niemanden auf eine Stufe des religiösen Lebens, auf welcher er über eine ganzheitliche Lebenshingabe aus Gott nachdenkt.

Falls er/sie es dennoch tut, dann

  1. Gibt es keine (a) Orden und/oder (b) Seminare, wo man diese Berufung realisieren könnte.

Erläutern wir hier nur den zweiten Punkt.

Warum gibt es keine Orden, die Heiligkeit und Andersartigkeit ausstrahlen?

Weil nach dem Konzil man sich der Welt angleichen sollte und das letzte „Lehrschreiben“ des Antipapstes Franziskus Gaudete et Exultate, welche der nachkonziliaren Entwicklung das I-Tüpfelchen aufsetzt, bestätigt es durch und durch. Da der außerweltliche, d.h. der transmundane und transzendente Gott, zu einem innerweltlichen, d.h. immanenten, panentheistischen und panentheistischen Gott der Nachkonzilszeit wurde, zu einem „Gott des Miteinanders“ also und ein  solcher Gott niemanden anziehen, denn es ist nicht der wahre Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Die gesamten nachkonziliare Entwicklung führte zu einer Auslöschung der Orden und diejenigen, die es noch gibt, sind dermaßen verkommen, ausgetrocknet und verzweifelt, dass man niemanden empfehlen kann dorthin einzutreten.

Wie fing es an?

Durch die Veränderung der Liturgie, durch die Abspeckung der Liturgie. DSDZ macht ständig irgendwelchen Sport und weiß, dann man, z. B, beim Kraftsport zweierlei braucht:

a) Die Übungen – die Askese

b) Die Nahrung – die Proteine

Im Falle des Ordenslebens ist (a) die Ordensregel und alle Ordensregeln wurden nach Vat. II „reformiert“, d.h. entheiligt, abgespeckt, um sie „der heutigen Welt anzugleichen“. Aber das Ordensleben dient nicht dazu sich der Welt anzugleichen, sondern vor der Welt zu fliehen und Gott zu suchen. Es gibt also kein Training. Durch die Liturgiereform wurde den Orden (b) die Nahrung entzogen, denn sie können sich weder mit dem Novus Ordo Brevier noch mit den Psalmen nähren. Und somit wachsen die Orden, mangels (a) und (b) nicht und können niemanden anziehen. So einfach ist das und die „Reformer“ oder Zerstörer haben es vorausgesehen, unter Einfluss der Dämonen, denn kein Mensch ist so vorausschauend. Franziskus setzt einen Sargnagel nach dem anderen und freut sich, wie hier.

Warum tut er das?

Weil er Gott hasst.

Warum?

Weil er in Sünde lebt und als diabolischer Narzist die Eigenschaften von Dämonen verinnerlichte.

Er kann zwar den nicht leidensfähigen Gott nicht angreifen, aber die irdische Kirche, so gut er kann, zerstören.

Warum lässt das Gott zu?

Weil er sich Franziskus bedient, um all das Unheilige auszumerzen und irgendwann einmal einen heiligen Rest aufleben zu lassen, der die Kirche erneuert.  Franziskus ist wie eine Säure, die alles zerstört, ist man nicht fest und widerstandsfähig genug, so wird man aufgelöst. Schauen Sie, wir haben keine Priester, keine Bischöfe und keine kirchliche Hierarchie. Die haben doch alle keinen Glauben, denn sonst hätten sie doch schon längst gehandelt. Bergoglio leugnete wieder einmal die Existenz der Hölle, wieder eine formelle Häresie. Aber wen wundert es? Die Kirche ist hierarchisch und pyramidenförmig. Wenn sie fast nur ungläubige, Konkubinarierpriester haben, ebensolche Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle, dann hat man früher oder später solch einen Papst, weil es keine anderen gibt, die man hätte wählen können, so ist auch Alexander VI. Papst geworden. In unserem Falle betrug das „Früher oder Später“ ganze 51 Jahre von Konzilsbeginn 1962 gerechnet. Ja, Bergoglio ist wirklich die Frucht des Konzils.

Was können wir tun?

Spenden Sie etwas, damit DSDZ weniger Stunden in seinem derzeitigen Brotberuf vergeudet und Ihnen

  • eine schöne Einführung zum Beten des Diurnale schreibt,
  • das Diurnale auf Deutsch und Lateinisch schön einspricht,
  • und dieses als Podcast, zum bezahlten Download, anbieten kann.

So erhalten Sie:

  1. eine Einführung zum Brevierbeten im Do-It-Yourself Modus
  2. Gebete, die man Nachsprechen kann und dabei Latein lernt,
  3. Etwas, was man sich nebenbei im Auto oder bei der Hausarbeit nebenbei laufen lassen kann.

DSDZ hat zwar all diese Texte schon eingesprochen, es sind ca. 26 Stunden, aber die Audio-Qualität ist leider zu schlecht als man es als Produkt anbieten könnte, denn es geht ja schließlich um Liturgie. DSDZ muss ausgeschlafen und entspannt sein, damit seine Stimme gut klingt und er konzentriert sprechen kann, sodass, sozusagen Geld von Geld kommt. Werden wir diesen Podcast samt Einführungstext anbieten, dann kaufen Sie sich hoffentlich ein Diurnale und „beten zurück“ Bergoglio zum Trotz. Und die können uns nichts tun, ätsch!

P.S.

Update vom 15.03.2018

Die neuesten Nachrichten von Claudia Schwarz lauten, nach einem Kommentar aus katholisches.info  wie folgt:

Ich würde mich freuen, wenn Sie nicht nur die inhaltlich falsche Wiedergabe des Dekrets der Apostolischen Signatur durch das Ordinariat München und Freising zitieren würden, sondern auch berücksichtigen würden, daß es in dem Dekret nicht heißt, es gäbe uns Kandidatinnen und Postulantinnen nicht, sondern daß dort steht, daß wir wie auch Schwester Walburga, die im römischen Zweig des Birgittenordens Profeß abgelegt hatte, bei der Auflösungsentscheidung nicht zu berücksichtigen sind.

Nähere Ausführungen sind auf facebook zu finden.  Für alle, die kein FB haben. Die Apostolische Signatur hat nicht geschrieben, dass es keine Kandidatinnen gibt, sondern dass „diese nicht zu berücksichtigen sind“. Wir hatten also recht, Claudia Schwarz hätte auch 50 Kandidatinnen bereitstellen können, wenn Vatikan sie nicht berücksichtigen will, dann wird man sie nicht berücksichtigen.  Und was ändert das? Gar nichts. Gegen Willkür ist man machtlos. Quod erat demonstrandum – was zu beweisen war.

Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche (1970)? Traditionalisten gegen Progressisten. (6 von 6)

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Der untere Abschnitt ist wirklich rein historisch und zeigt, was passiert, wenn man eigene Kirchen gründet. Leider nichts Gutes, denn wir haben zurzeit mit Bergoglio 14 Antipäpste, wenn seit der Niederschrift dieses Beitrags kein neuer Antipapst dazu gekommen ist. Leider hat der Antipapst Bergoglio die Macht zu zerstören, der Rest ist harmlos. Wir werden sehen, wie es beim kommenden Schisma werden wird, welches wir am 21.02.2018 ankündigten. Ja, Kurt Hutten tat es im Jahre 1970 auch, aber damals war noch kein Antipapst an der Kirchenspitze, obwohl die Sedis es so sahen. 

Und wenn kein Schisma kommt?

Dann wird die Kirche weiterhin aus den kleinen Wunden bluten, wie es Hilary White, bezeichnet. Es wird keine Eucharistie, durch die geplante „ökumenische Messe“ und keine Priester mehr geben. Das Opfer wird nicht mehr dargebracht werden. Ein Schisma kann zeitweilig etwas retten. 

Die Traditionalisten und die „Erneuerte Kirche“ Collins 

In ihrer Frontstellung gegen das Aggiornamento, gegen die Progressisten und gegen den Vatikan und ebenso in der Betonung der mystischen Frömmigkeit, der Marienerscheinungen und des Endzeitglaubens besteht eine Gemeinsamkeit zwischen den Traditionalisten und der „Erneuerten Kirche“ von Michel Collin, der als „Clemens XV.“ nach zeitweiligem Aufenthalt in Colmar und Hagenau seinen „Vatikan“ in dem kleinen lothringischen Dorf Clémery aufgebaut hat. Seine Gläubigen sehen in ihm den „mystischen Papst der Endzeit“. Er überragt den Papst in Rom bei weitem. Denn er wurde nicht von Menschen gewählt, sondern durch das dritte Geheimnis von Fatima prophezeit und von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit selbst berufen und geweiht (1950). Er fühle sich, so rühmen seine Anhänger, als demütiges Werkzeug Jesu, der durch ihn in unzähligen Botschaften seine Weisungen und Verheißungen an die Kirche und die Welt richtet. Er führe ein heiliges Leben, sei ein großer Beter, habe täglich Visionen, sei stigmatisiert und erleide während jeder Messe die Passion.

Eine Kooperation zwischen ihm und den Traditionalisten schien nahe zu liegen. Aber eine Auseinandersetzung zwischen Paul O. Schenker und den Clémery-Leuten machte deutlich, daß zwischen ihnen tiefe Gegensätze bestehen. Sie gipfeln in Schenkers Vorwurf, daß Collin schwärmerische Lehren vertrete und sich das Papstamt anmaße. Nachdem er im Februar 1969 in Clémery geweilt hatte, veröffentlichte Schenker einen Aufsatz über „Die Irrlehren der ‚Erneuerten Kirche’ Collins“ (2, Juni 1969). Als solche brandmarkte er u. a. dessen Lehren von der Allversöhnung, der Reinkarnation, der Miterlöserschaft Josephs, der Erhebung Mariens zum Urquell der Trinität. Weiter verurteilte er die Behauptung Collins, daß an Weihnachten 1967 das Reich des Heiligen Geistes begonnen habe.

„Solche unsinnigen, idiotischen Irrtümer und Irrlehren bedürfen für einen normalen Katholiken keines Kommentars zu deren Entkräftung“.

Schenker reihte Collin in den Anhang des Widersachers Gottes ein: „

Nebst der unerhörten Anmaßung, sich als Papst und Papst Paul VI. als den Antichristen auszugeben, lehrt und glaubt Collin also so teuflische Irrtümer, daß man sich allen Ernstes frägt, ob dieser Mensch überhaupt noch bei Sinnen ist. Könnte dazu ein Nein gesprochen werden, dann gereichte dies nur zu seiner Entlastung. Jedenfalls geht, wer sich von ihm einlullen läßt, ins Fangnetz des Widersachers Gottes. Auch der Hinweis auf die ‚heillose’ Verwirrung in der katholischen Kirche, die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil herrscht, kann keine legitime Begründung für den Übertritt zu dieser schlimmen Sekte sein. Paul VI. ist und bleibt der wahre und rechtmäßige Papst, auch wenn er seine von uns bedauerten Schwächen hat“.

Die Kluft war unüberbrückbar. Pater Josef von Clémery resignierte in einem Schreiben vom 20.10.1969:

„Wir erinnern uns schweren Herzens an H. P. O. Schenker, dem so viel Gnade angeboten wurde; das Licht der Erkenntnis der Wahrheit wurde ihm jedoch nicht zuteil“.

Die „rechte“ Opposition gegen die Amtskirche bleibt also gespalten. Ob es dabei bleibt? Ein wichtiger Kontroverspunkt zwischen beiden Gruppen ist die bis jetzt unveröffentlichte dritte Botschaft von Fatima. Auf sie gründet Collin seinen Anspruch, der wahre, göttlich eingesetzte Papst zu sein. Für die Traditionalisten ist das unannehmbar. Aber schon spukt ein Teil dieser Botschaft auch in ihren Kreisen.

„Ja, Rom! In diesem Augenblick aber denke ich an das sogenannte dritte Geheimnis von Fatima, soweit es kolportiert wurde. Danach soll der Satan bis in die höchsten Spitzen des Vatikans eingedrungen sein“ (8, Dez. 1969).

Das ist zunächst nur eine Einzelstimme. Vielleicht bleibt sie es auch. Aber mögen die Traditionalisten keine Trennung von Kirche und Papst vorgenommen haben, so mindert das nicht die Radikalität ihres Protests. Wenn man sich dann vergegenwärtigt, daß auf dem linken Flügel der Progressisten unter Führung der Holländer die Gefahr einer Abspaltung von der Kirche akut wird und die gleiche Gefahr auf dem äußersten rechten Flügel droht, dann kann man ermessen, vor welche Zerreißproben die Kirche gestellt ist. Einstweilen zeichnet sich nirgendwo eine Verständigung oder auch nur die Möglichkeit eines Gesprächs zwischen den Lagern ab. Die radikalen Traditionalisten sehen in den Neuerern nur noch die „Feinde“ Gottes und der Kirche, begegnen ihnen mit abgrundtiefem Mißtrauen und sind durch keine Gemeinsamkeiten des Glaubens mehr mit ihnen verbunden. Sie haben noch etliche Fürsprecher im Episkopat, haben Mitkämpfer unter Priestern und Ordensleuten, finden nicht nur im einfachen Volk, sondern auch bei Akademikern ein positives Echo. Aber sie bekommen auch die Mißbilligung von Bischöfen und Institutionen der „Amtskirche“ zu spüren. So hat sich der Diözesanrat des Bistums Basel „mit aller Deutlichkeit“ von den Tendenzen der Zeitschrift „Das Zeichen Mariens“ distanziert und den mit ihr verbundenen Gruppen vorgeworfen, daß sie „mit ihrem unerleuchteten Eifer Verwirrung und Spaltung unter den Gläubigen verursachen können“. Reaktionen dieser Art können den Rückzug der Getadelten in die innere Emigration nur beschleunigen.

Das befreiende Wort, das die Verhärtungen zwischen den Gegnern löst und die Gegensätze durch eine vollmächtige Antwort auf die religiösen Problemstellungen einer veränderten Welt aufhebt, ist nicht vorhanden. Aber mit dieser Verlegenheit steht die katholische Kirche nicht allein. Sie teilt sie mit der ganzen Christenheit, oder noch genauer: mit allen Religionen und Weltanschauungen unserer Zeit.

Heute, am 30. März, beten wir die Bußpsalmen für die Lösung des Bergoglio-Problems und das Wiederaufleben der Kirche in DE, AT und CH

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Es ist soweit: Die Bußpsalmen beten!

Praktische Anweisung

Man bete wie folgt:

  1. Man knie sich hin.
  2. Man mache das Kreuzzeichen.
  3. Man bete: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
  4. Man lese einfach all das laut vor, was auf den Seiten 179 bis 188 geschrieben steht.
  5. Man beende das Gebet mit einem Kreuzzeichen und Punkt (3)

Ad 4.

Unter „lautem Beten“ verstehen die frühen Rubriken des Offiziums, dass man die Lippen bewegen soll und sich selbst wenigstens hören sollte. Man braucht also nicht zu schreien. Sollte man zusammen mit jemanden beten, so kann man sich bei den Versen, Anrufungen der Litanei und anderen Gebeten abwechseln und während der eine laut betet, betet der andere im Geiste mit bis er an die Reihe kommt. So bestimmen es die Rubriken der alten Ablassgebete und so wird es richtig sein. Man kann sich die Texte ausdrucken oder am Handy beten.

Wenn wirklich nicht knien kann?

Sollte jemand alt und gebrechlich sein oder im Rollstuhl sitzen und wirklich nicht knien können, dann kann er dies halt nicht tun. Er kann sich eine andere machbare Abtötung für die Dauer des Gebets einfallen lassen. Die Rubriken sagen: flexis genibus – „mit gebeugten Knien“, dies bedeutet, dass, wenn jemand nicht kann, er auch mit gebeugten Knien teilweise sitzen kann, wie es in jeder Kirchenbank der Fall ist. Man kann sich auch auf ein Kissen knien, um es sich ein wenig einfacher zu machen. Aber je mehr Busse, desto größer unser Verdienst, siehe unsere Reihe.

Was ist, wenn man kein Latein kann?

Dann lernt man es eben dadurch, dass man es betet: learning by doing. Die Aussprache des Kirchenlateins ist wie folgt:

  • C wird meistens wie K ausgesprochen (corpus – „korpusss“), außer
  • Vor e, i, y, ae, oe, eu dann wir C wie z, c ausgesprochen (caeli – „zeli“)
  • Q wird wie kw ausgesprochen (quoniam – „kwoniam“)
  • Ngu, su wir wie ngw, sw (sanguis – „ssangwis“), aber das „w“ ist sehr leicht.
  • X wie ks (capax – „kapaks“)
  • Z wie s, stimmhaft (zizania – „sisania“)
  • Ch wie ch (charta – „charta“)
  • Ph wie f (philosophia – „filozofia“)
  • Rh wie r (rhombus – „rombus“)
  • Th wie t (thalamus – „talamus“)
  • I am Wortanfang und vor einem Vokal wie j (iam – „jam“)
  • Y wie y (thymiana – „tymiana“)
  • V wie w (valde – „walde“)
  • S am Wortanfang und Wortende wie ss (super – „ssuper“)
  • S in Wortmitte wie das deutsche stimmhafte s (censebant – „zensebant“)

Man kann die lateinische Aussprache bspw. bei den Mönchen von Le Barroux hören[3] oder in anderen Klöstern, die das vorkonziliare Offizium auf Lateinisch beten. Die Akzentuierung ist im Text angegeben. Bei Gloria Patri et Filio am Ende eines Psalms mache man eine leichte Verbeugung zur Ehre der Heiligen Dreifaltigkeit.

Es geht hier um ein fürbittendes Gebet in einem wichtigen Anliegen und um keine Radioaufnahme. Auch wenn man Fehler macht, wird es Gott genehm sein und wenigstens wir – die Beter – werden dadurch geheiligt werden und vielleicht manch einer Bischof auch.

Man kann seine Erfahrungen auf unserem Forum oder anderswo mitteilen. Man solle sich auch auf irgendwelche unerwartet auftretende Probleme und Schwierigkeiten, wie z.B. plötzlicher Familienstreit oder Streit am Arbeitsplatz gerade an diesem Tag einstellen. Dies wird ein gutes Zeichen sein, dass die Mächte der Finsternis diese Initiative bekämpfen. Man solle sich auch auf alle möglichen Zweifel am Sinn dieses Gebetsaufrufs und der eigenen Mitarbeit vorbereiten. Aber von nichts kommt nichts und der Verfall der Kirche in den deutschsprachigen Ländern scheint kaum noch steigerungsfähig. Jemand muss es herausreißen. Packen wir es an!

[1] Und zwar mit diesen Beiträgen https://traditionundglauben.wordpress.com/category/gebetsaktion-bischofskonferenz/

[2] Beispielsweise hier: http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/09/deutschlandchurch-of-rich-or-church-of_16.html http://rorate-caeli.blogspot.com/2015/04/the-german-catholic-collapse-priests.html http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/09/achtung-as-in-vatican-ii-germans-seem.html http://www.katholisches.info/2015/11/24/paepstliche-standpauke-fuer-deutsche-bischoefe-deutsche-kirche-nicht-die-fortschrittlichste-sondern-die-zerruettetste/

[3] http://www.barroux.org/fr/liturgie/ecoutez-nos-offices.html

Ant.: Ne reminiscaris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.
Psalmus 6 Psalm 6

Dómine, ne in furore tuo árguas me, * neque in ira tua corípias me.

Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, * Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Miserére mei, Dómine, quóniam infírmus sum: * sana me, Dómine, quóniam conturbáta sunt ossa mea.

Erbarm Dich meiner, Herr, den ich bin krank; * Mach mich gesund, o Herr, den morsch ist mein Gebein.

Et ánima mea turbáta est valde: * sed tu, Dómine, úsquequo?

Gar sehr bestürzt ist meine Seele. * Du aber, Herr, wie lange säumst du noch?
Convértere, Dómine, et éripe ánimam meam: * salvum me fac propter misericórdiam tuam. Herr, wende Dich zu mir, errette mich, *Hilf mir in Deiner Güte!

Quóniam non est in morte qui memor sit tui: * in inférno autem quis confitébitur tibi?

Im Tode denkt ja keiner mehr an Dich, * Und in der Unterwelt, wer möchte dort Dich preisen?
Laborávi in gémitu meo, lavábo per síngulas noctes lectum meum: * lácrimis meis stratum meum rigábo. Wie matt bin ich von meinem Seufzen, + mit Weinen netz ich jede Nacht mein Bett, * Mit Tränen bad ich meine Lagerstätte.

Turbátus est a furóre óculus meus: * inventerávi inter omnes inimícos meos.

Mein Auge ist vor Kummer trüb geworden, * Ich bin gealtert unter lauter Feinden.

Discédite a me, omnes, qui operámini iniquitátem: * quoniam exaudívit Dóminus vocem fletus mei.

Hinweg von mir, ihr Übeltäter alle, * Mein lautes Weinen hat der Herr erhört!

Exaudívit Dóminus deprecatiónem meam, * Dóminus oratiónem meam suscépit.

Mein Flehen hat der Herr vernommen, * Der Herr hat angenommen mein Gebet.

Erubéscant, et conturbéntur veheménter omnes inimíci mei: * convertántur et erubéscant valde velóciter.

Sich schämen sollen alle meine Feinde; * Sie sollen schamrot werden und in Hast entfliehen.
Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto * sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Psalmus 31 Psalm 31
Beáti quorum remíssae sunt iniquitátes: * et quorum tecta sunt peccáta. Wohl dem, dem seine Missetat vergeben, * Und dem verziehen seine Sünden.

Beátus vir, qui non imputávit Dóminus peccátum, * nec est in spíritu ejus dolus.

Wohl dem, den keiner Schuld der Herr mehr zeiht, * In dessen Geist kein Falsch mehr ist.

Quóniam tácui, inveteravérunt ossa mea, * dum clamárem tota die.

Ich schwieg, da schwand mein Lebensmark dahin * Vor Seufzen Tag für Tag.

Quóniam die ac nocte graváta est super me manus tua: * convérsus sum in aerúmna mea, dum confígitur spina.

Denn Deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und Nacht;* Ich wand mich hin und her in meinem Gram, doch tiefer drang der Stachel.

Delíctum meum cógnitum tibi feci: * et injustítiam meam non abscóndi.

Da hab ich endlich mein Vergehen dir bekannt, * Verbarg nicht länger meine Missetat.

Dixi: Confitébor advérsum me injustítiam meam Dómino: * et tu remisísti impietátem peccáti mei.

Ich sprach: “Bekennen will dem Herrn ich meine Bosheit”,* Und du vergabst mir meine Sündenschuld.

Pro hac orábit ad te omnis sanctus, * in témpore opportúno.

Drum soll sich jeder Fromme flehend zu Dir wenden, * Solang die Zeit der Gnade währt.

Verúmtamen in dilúvio aquárum multárum, * ad eum non approximábunt.

Bricht dann herein die mächt’ge Wasserflut, * ihn wird sie nicht erreichen.

Tu es refúgium meum a tribulatióne, quae circúmdedit me: * exsultátio mea, érue me a circumdántibus me.

Ja, Zuflucht bist du mir in meiner Not, die dräuend mich umgibt. * Du meine Wonne, rette mich von meinen Drängern.
Inelléctum tibi dabo, et ínstruam te in via hac, qua gradiéris: * firmábo super te òculos meos. Ich will dir Einsicht geben und den Weg dir weisen, auf dem du gehen sollst, * Will stets auf dich mein Auge richten:

Nolíte fíeri sicut equus et mulus, * quibus non est intelléctus.

Seid nicht wie Roß und Maultier, * Wie unvernünft’ge Tiere.

In camo et fraeno maxíllas eórum constringe, * qui non appróximant ad te.

In Zaum und Zügel mußt du ihre Backen zwängen, * Sonst folgen sie dir nicht.

Multa flagélla peccatóris, * sperántem autem in Dómino misericórdia circúmdabit.

Den Frevler treffen viele Plagen; * Doch wer auf Gott vertraut, den wird umfangen Seine Gnade.

Laetámini in Dómino et exsultáte, justi, * et gloriámini, omnes recti corde.

So freuet euch im Herrn und jubelt, ihr Gerechten; * Frohlocket all, die ihr geraden Herzens seid!
Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto * sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Psalmus 37 Psalm 37
Dómine, ne in furóre tuo árguas me, * neque in ira tua corrípias me. Herr, straf mich nicht in Deinem Grimme, * Und züchtige mich nicht in Deinem Zorn!

Quóniam sagíttae tuae infíxae sunt mihi: * et confirmásti super me manum tuam.

Denn Deine Pfeile drangen tief in mich hinein, * Und Deine Hand liegt schwer auf mir.

Non est sánitas in carne mea a fácie irae tuae: * non est pax óssibus meis a fácie peccatórum meórum.

Nichts Heiles ist an meinem Leib vor Deinem Zorn, * Und mein Gebein ist ruhelos ob meiner Sünden.
Quóniam iniquitátes meae supergréssae sunt caput meum: * et sicut onus grave gravátae sunt super me. Denn meine Schuld hat sich gehäuft ob meinem Haupte,* Gleich einer überschweren Last drückt sie mich nieder.

Putruérunt et corrúptae sunt cicatríces meae, * a fácie insipiéntiae meae.

Den Pesthauch der Verwesung atmen meine Wunden * Ob all der Torheit meiner Sünde.

Miser factus sum, et curvátus sum usque in finem: * tota die contristátus ingrediébar.

Wie bin ich elend, tief gebeugt, * Den ganzen Tag geh traurig ich einher.

Quoniam lumbi mei impléti sunt illusiónibus: * et non est sánitas in carne mea.

Von Brand verzehrt sind meine Lenden, * Nichts Heiles ist an meinem Leib.

Afflíctus sum, et humiliátus sum nimis: * rugiébam a gémitu cordis mei.

Zermalmt bin ich und ganz zerschlagen, * Ich schreie auf in meiner Seelenqual.

Dómine, ante te omne desidérium meum: * et gémitus meus a te non est abscónditus.

Vor Dir, o Herr, liegt offen mein Verlangen, * Dir ist das Seufzen meines Herzens wohlbekannt.

Cor meum conturbátum est, derelíquit me virtus mea: * et lumen oculórum meórum, et ipsum non est mecum.

Mein Herz ist ganz verzagt, verlassen hat mich meine ganze Kraft;* Geschwunden ist mir selbst das Licht der Augen.

Amíci mei, et próximi mei * advérsum me appropinquavérunt, et stetérunt.

Die Freunde, meine Lieben, * Sie weichen scheu zurück vor meinem Unglück.

Et qui juxta me erant, de longe stetérunt: * et vim faciébant qui quaerébant ánimam meam.

Und die mir nahestanden, rücken von mir ab. * Doch die mir nach dem Leben trachten, legen Schlingen.

Et qui inquirébant mala mihi, locúti sunt vanitátes: * et dolos tota die meditabántur.

Und die mir übel wollen, reden Lügen * Und sinnen Ränke Tag für Tag.

Ego autem tamquam surdus non audiébam: * et sicut mutus non apériens os suum.

Ich aber bin wie einer, der nicht hört; * Tu meinen Mund nicht auf gleich einem Stummen.
Et factus sum sicut homo non áudiens: * et non habens in ore suo redargutiónes. Ich bin geworden wie ein Tauber, * Der keine Widerrede hat in seinem Munde.
Quóniam in te, Dómine, sperávi: * tu exáudies me, Dómine, Deus meus. Auf Dich allein, o Herr, vertraue ich; * Du Herr, mein Gott wirst mich erhören.

Quia dixi: Nequándo supergáudeant mihi inimíci mei: * et dum commovéntur pedes mei, super me magna locúti sunt.

Ich sprach bei mir: „Nicht sollen über mich frohlocken meine Feinde, * Noch sollen sie sich stolz gebärden wider mich, wenn meine Füße straucheln.“

Quóniam ego in flagélla parátus sum: * et dolor meus in conspéctu meo semper.

Ich bin wahrhaftig Geiselhieben ausgesetzt, * Mein Schmerz verläßt mich nie.

Quóniam iniquitátem meam annuntiábo: * et cogitábo pro peccáto meo.

Ja, meine Schuld muß ich bekennen, * Mit Schmerz gedenken meiner Sünden.

Inimíci autem mei vivunt, et confirmáti sunt super me. * et multiplicáti sunt qui odérunt me iníque.

Doch meine Feinde sind voll Kraft und Leben, * Und zahlreich sind, die mich mit Unrecht hassen.

Qui retríbuunt mala pro bonis, detrahébant mihi: * quóniam sequébar bonitátem.

Das Gute lohnen sie mir mit Bösem, * Und lästern mich, weil ich das Rechte suche.

Ne derelínquas me, Dómine, Deus meus: * ne discésseris a me.

O Herr, verlaß mich nicht, * Weich nicht von mir, mein Gott.

Inténde in adjutórium meum, * Dómine, Deus salútis meae.

Herr, eile mir zu helfen, * Du, meines Heiles Gott!
Glória Patri et Filio et Spiritui Sancto * sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 50

Psalm 50
Miserére mei, Deus, * secúndum magnam misericórdiam tuam. Erbarm Dich meiner, Gott, * Nach Deiner großen Milde.
Et secúndum multitúdinem miseratiónum tuárum, * dele iniquitátem meam. In Deiner übergroßen Güte * Vergib mir meine Sündenschuld.

Amplius lava me ab iniquitáte mea: * et a peccáto meo munda me.

Wasch meinen Frevel gänzlich von mir ab, * Von meiner Sünde mach mich rein.

Quóniam iniquitátem meam ego cognósco: * et peccátum meum contra me est sémper.

Denn meine Missetat erkenn ich wohl, * Und bin mir meiner Schuld allzeit bewußt.
Tibi soli peccávi, et malum coram te feci: * ut justificéris in sermónibus tuis, et vincas cum judicáris. An Dir allein hab ich gesündigt und freventlich vor Dir gehandelt; * In Deinem Urteilsspruch sollt Du gerecht erscheinen, und recht behalten, wenn Du richtest.

Ecce enim in iniquitátibus concéptus sum: * et in peccátis concépit me mater mea.

Indes Du weißt, in Schuld bin ich geboren, * In Sünden schon hat meine Mutter mich empfangen.

Ecce enim veritátem dilexísti: * incérta et occúlta sapiéntiae tuae manifestásti mihi.

Die Wahrheit eines Herzens hat Du lieb, * Und Einsicht gabst du mir in meinem Innern.

Aspérges me hysóppo et mundábor: * lavábis me, et super nivem dealbábor.

Besprenge mich mit Ysop und ich werd‘ rein, * Ja, wasche mich, dann werd‘ ich weißer als der Schnee.

Audítui meo dabis gáudium et laetítiam: * et exsultábunt ossa humiliáta.

Laß‘ Freud‘ und Wonne wieder mich vernehmen, * auf daß frohlocke mein zerschlagenes Gebein.

Avérte fáciem tuam a peccátis meis: * et omnes iniquitátes meas dele.

Wend ab dein Angesicht von meinen Sünden, * Und tilge huldvoll alle meine Missetaten.
Cor mundum crea in me, Deus: * et spíritum rectum ínnova in viscéribus meis. Ein reines Herz erschaff in mir, o Gott, * Den rechten Geist erneu in meinem Innern.

Ne projícias me a fácie tua: * et spíritum sanctum tum ne áuferas a me.

Verwirf mich nicht vor Deinem Angesicht * Und Deinen heil’gen Geist nimm nicht von mir.

Redde mhi laetítiam salutáris tui: * et spíritu principáli confírma me.

Die Wonnen Deines Heiles gib mir wieder, * Und mach mich stark in hochgesinntem Geiste.

Docébo iníquos vias tuas: * et ímpii ad te converténtur.

Die Frevler will ich lehren Deine Wege, * Und Sünder werden sich zu Dir bekehren.

Líbera me de sanguínibus, Deus, Deus salútis meae: * et exsultábit lingua mea justítiam tuam.

Befrei mich von Befleckung, Herr, Gott meines Heiles, * Und laut wird meine Zunge Dein gerechtes Walten preisen.

Dómine, lábia mea apéries: * et os meum annuntiábit laudem tuam.

Herr, öffne meine Lippen * Auf daß mein Mund Dein Lob verkünde.

Quóniam si voluísses sacrifícium, dedíssem útique: * holcáustis non delectáberis.

Schlachtopfer, wenn Du sie begehrst, hätt ich gebracht, * Indes, Brandopfer finden Dein Gefallen nicht.

Sacrifícium Deo spíritus contribulátus: * cor contrítum, et humiliátum, Deus, non despícies.

Als Opfer gilt vor Gott ein tiefzerknirschter Geist, * Ein reuig demutvolles Herz, o Gott, verschmähst Du nicht.

Benigne fac, Dómine, in bona voluntáte tua Sion: * ut aedificéntur muri Jerúsalem.

Sei Sion gnädig, Herr, in Deiner Huld, * Laß neu erstehn die Mauern von Jerusalem.

Tunc acceptábis sacrifícium justítiae, oblatiónes, et holocáusta: * tunc impónent super altáre tuum vítulos.

Dann wirst in Gnaden Du entgegennehmen rechte Opfer, Gaben und Brandopfer, * Dann wird man wieder Opfertiere bringen Dir auf den Altar.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 101

Psalm 101

Dómine, exáudi oratiónem meam: * et clamor meus ad te véniat.

Erhöre, Herr, mein Flehen, * Und laß mein Rufen zu Dir kommen.

Non avértas fáciem tuam a me: * in quaecumque die tríbulor, inclína ad me aurem tuam.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir * Zur Zeit der Trübsal neig Dein Ohr mir zu.

In quaecúmque die invocávero te, * velóciter exáudi me.

Erhör mich schnell am Tage, * An dem ich zu Dir rufe.

Quia defecérunt sicut fumus dies mei: * et ossa mea sicut crémium aruerunt.

Wie Rauch zerrinnen meine Tage, * Wie Reisig dürr ist mein Gebein.

Percússus sum ut foenum, et áruit cor meum. * quia oblítus sum comédere panem meum.

Ich bin versengt wie Gras, verdorrt ist mir das Herz * Und selbst mein Brot vergesse ich zu essen.

A voce gémitus mei * adhaesit os meum carni meae.

Ob meines grimmen Stöhnens * Bin ich nur Haut und Bein.

Símilis factus sum pellicáno solitúdinis: * factus sum sicut nyctícorax in domicílio.

Ich gleiche schier dem Pelikan der Wüste * Bin wie die Eule im Gemäuer.

Vigilávi, * et factus sum sicut passer solitárius in tecto.

Ich wach die ganze Nacht * Und sitze einsam wie ein Vöglein auf dem Dach.

Tota die exprobrábant mihi inimíci mei: * et qui laudábant me, advérsum me jurábant.

Den ganzen Tag verhöhnen mich die Feinde * Und die mich hassen, brauchen mich als Fluch.

Quia cínerem tamquam panem manducábam, * et potum meum cum fletu miscébam.

Ich esse Asche gleichwie Brot, * Und mische meinen Trunk mit Tränen.

A fácie irae et indignatiónis tuae: * quia élevans allisísti me.

Ob Deines Zornes Grimm * In dem Du mich erfaßt und hingeschleudert.

Dies mei sicut umbra declinavérunt: * et ego sicut foenum árui.

Gleich Schatten schwinden meine Tage, * Wie Gras verdorre ich.

Tu autem, Dómine, in aetérnum pérmanes: * et memoriále tuum in generatiónem et generatiónem.

Du aber, Her, bleibst ewig, * Und Dein Gedenken währt durch alle Zeiten.

Tu exsúrgens miseréberis Sion: * quia tempus miseréndi ejus, quia venit tempus.

Erheben wirst du Dich und Sions Dich erbarmen, * Denn angebrochen ist die Zeit des Heils, die Gnadenzeit.

Quóniam placuérunt servis tuis lápides ejus: * et terrae ejus miserebúntur.

Ja, Deine Knechte lieben seine Mauern, * Und trauern über seinen Schutt.

Et timébunt Gentes nomen tuum, Dómine, * et omnes reges terrae glóriam tuam.

Dann werden Heiden Deinen Namen fürchten, * Die Könige der Erde Deine Herrlichkeit.

Quia aedificávit Dóminus Sion: * et vidébitur in glória sua.

Weil Du den Sion wieder hast erstehen lassen, * Und dort erschienst in Deiner alten Herrlichkeit.

Respéxit in oratiónem humílium: * et non sprevit precem eórum.

Du hast erhört der Armen Flehen * Und ihre Bitten nicht verschmäht.

Scribántur haec in generatióne áltera: * et pópulus, qui creábitur, laudábit Dóminum:

Aufzeichnen wird man dies dem späteren Geschlecht, * Und preisen wird den Herrn das Volk, das kommt,

Quia prospéxit de excélso sancto suo: * Dóminus de caelo in terram aspéxit:

Weil Er herabgeschaut von Seiner Höhe, * Weil Er vom Himmel hinsah auf die Erde,

Ut audíret gémitus compeditórum: * ut sólveret fílios interemptórum:

Zu hören auf das Seufzen der Gefangenen, * Und zu befreien die dem Tod Geweihten,
Ut annúntient in Sion nomen Dómini: * et laudem ejus in Jerúsalem. Damit sie Seinen Namen künden auf Sion, * Und Seine Ruhmestaten in Jerusalem,

In conveniéndo pópulos in unum, * et reges ut sérviant Dómino.

Wenn dort die Völker einstens sich versammeln, * Die Könige, dem Herrn zu dienen.

Respóndit ei in via virtútis suae: * Paucitátem diérum meórum núntia mihi.

Er brach mir auf dem Wege meine Kraft, * Verkürzte meine Tage.
Ne révoces me in dimídio diérum meórum: * in generatiónem et generatiónem anni tui. Ich sprach: „Nicht raff mich weg in meiner Tage Mitte, * Du, dessen Jahre von Geschlechte zu Geschlecht.“

Inítio tu, Dómine, terram fundásti: * et ópera mánuum tuárum sunt caeli.

Du bist es, der gegründet einst die Erde, * Und Deiner Hände Werke sind die Himmel.

Ipsi períbunt, tu autem, pérmanes: * et omnes sicut vestiméntum veteráscent.

Vergehen werden sie, doch Du bleibst ewig, * Zerfallen allzumal wie ein Gewand.

Et sicut opertórium mutábis eos, et mutabúntur: *

tu autem idem ipse es, et anni tui non defícient.

Du wechselst sie gleich einem Kleid, sie ändern sich; *

Du aber bleibst derselbe, Deine Jahre enden nicht.

Fílii servórum tuórum habitábunt: *

et semen eórum in saeculum dirigétur.

Die Kinder deiner Knechte werden friedlich wohnen, *

Ihr Same bleibt vor Dir für immer.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 129

Psalm 129

De profúndis clamávi ad te, Dómine: * Dómine, exáudi vocem meam:

Aus Abgrundstiefen schrei ich, Herr, zu Dir, * O Herr, erhör mein Rufen.

Fiant aures tuae intendéntes, * in vocem deprecatiónis meae.

O neig dein Ohr in Gnaden * Meinem lauten Flehen.

Si iniquitátes observáveris, Dómine: * Dómine, quis sustinébit?

Wenn du nachtrügest, Herr, die Sünden, * O Herr, wer könnte da bestehn?

Quia apud te propitiátio est: * et propter legem tuam sustínui te, Dómine.

Doch Dein, ich weiß, ist die Vergebung, * Und Dein Gesetz gibt mir Vertrauen.

Sustínuit ánima mea in verbo ejus: * sperávit ánima mea in Dómino.

So baue, meine Seele, auf Sein Wort * Und hoffe auf den Herrn.

A custódia matutína usque ad noctem: *

speret Israël in Domino,

Früh von der Morgenwache bis zur Nacht *

Harr Israel des Herrn.

Quia apud Deum misericordia * et copiosa apud eum redemptio.

Denn bei dem Herrn ist gnädiges Erbarmen, * Bei Ihm ist Heil in Fülle.

Et ipse redimet Israel * ex ómnibus iniquitátibus ejus.

Er selbst wird Israel erlösen * Aus allen seinen Sünden.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Psalmus 142

Psalm 142

Dómine, exáudi oratiónem meam: áuribus pércipe obsecratiónem meam in veritáte tua: * exáudi me in tua justítia.

Herr, höre mein Gebet, + Vernimm mein Flehen in Deiner Treue, * Erhöre mich, gerechter Gott.

Et non intres in judícium cum servo tuo: *

quia non justificábitur in conspéctu tuo omnis vivens.

Geh nicht mit Deinem Knechte ins Gericht, *

Den kein Lebendiger vermag vor Dir bestehen.

Quia persecútus est inimícus ánimam meam: *

Humiliávit in terra vitam meam.

Der Feind bedrängt schon lange meine Seele, *

Er tritt mein Leben in den Staub.

Collocávit me in obscúris sicut mórtuos saeculi: *

et anxiátus est super me spíritus meus, in me turbátum est cor meum.

In Finsternis verstößt er mich wie einen längst Verstorbenen. +

Mir bangt mein Geist *

Mein Herz ist ganz verzagt.

Memor fui diérum antiquórum, meditátus sum in ómnibus opéribus tuis: *

in factis mánuum tuárum meditábar.

Ich denke der vergangenen Tage, + Ich sinne über alle Deine Werke nach, *

Betrachte Deiner Hände tun.

Expándi manus meas ad te: * ánima mea sicut terra sine aqua tibi.

Ich strecke meine Hände aus nach Dir; * Wie lechzend Land, so harr ich Deiner.

Velóciter exáudi me, Dómine: * defécit spíritus meus.

Erhör mich rasch, o Herr, * Der Geist entschwindet mir.

Non avértas fáciem tuam a me: * et símilis ero descendéntibus in lacum.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, * Sonst gleich ich denen, die ins Grab gesunken.

Audítam fac mihi mane misericordiam tuarm: * quia in te sperávi.

O laß mich bald erfahren deine Huld, * Denn ich vertraue fest auf Dich.

Notam fac mihi viam, in qua ámbulem: * quia ad te levávi ánimam meam.

Zeig mir den Weg, auf dem ich wandeln soll, * Nach Dir geht all mein Sehnen.

Eripe me de inimícis meis, Dómine, ad te confúgi: * doce me fácere voluntátem tuam, quia Deus meus es tu.

O Gott, errette mich von meinen Feinden, ich flüchte mich zu dir. * Lehr Du mich Deinen Willen tun, den Du bist ja mein Gott.

Spiritus tuus bonus dedúcet me in terram rectam: * propter nomen tuum, Dómine, vivificábis me, in aequitáte tua.

Dein guter Geist geleite mich auf rechter Bahn. * Bei deinem Namen, Herr, erhalte mich am Leben.

Edúces de tribulatióne ánimam meam: *

et in misericórdia tua dipérdes inimícos meos.

In Deiner Treue hilf mir aus der Not. *

In Deiner Huld vernichte meine Feinde.

Et perdes omnes, qui tríbulant ánimam meam: *

quóniam ego servus tuus sum.

Vertilge alle, die mich hart bedrängen, *

Denn ich bin ja Dein Knecht.

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste * Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Ant.: Ne reminiscáris, Dómine, delícta nostra vel paréntum nostrórum, neque vindíctam sumas de peccátis nostris.

Ant.: Herr, denke nicht an unsre und unsrer Eltern Sünden, und straf uns nicht für unsre Missetaten.
Psalmen entnommen aus: Das Tagzeitenbuch des monastischen Breviers (Diurnale monasticum) 3. Auflage 1955 Litanei entnommen einem Gebet- und Gesangbuch aus dem 19. Jahrhundert.

Litania omnium sanctorum

Litanei von allen Heiligen Gottes

Kýrie eléison.

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, eléison.

Christe, erbarme Dich unser!

Kýrie eléison.

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, audi nos.

Christe, höre uns!

Christe, exáudi nos.

Christe, erhöre uns!

Pater de caelis, Deus, miserére nobis.

Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser!

Fili, Redémptor mundi, Deus, miserére nobis.

Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!

Spíritus Sancte, Deus, miserére nobis.

Gott, Heiliger Geist, erbarme Dich unser!

Sancta Trínitas, unus Deus, miserére nobis.

Heiligste Dreifaltigkeit, ein Gott, erbarme Dich unser.

Sancta María, ora pro nobis.

Heilige Maria, bitt für uns!

Sancta Dei Génitrix, ora pro nobis.

Heilige Gottesgebärerin, bitt für uns!

Sancte Michaël, ora.

Heiliger Michael, bitt …

Sancte Gábriël, ora.

Heiliger Gabriel, bitt …

Sancte Raphaël, ora.

Heiliger Raphael, …

Omnes sancti Angeli et Archángeli, oráte pro nobis.

Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns!

Omnes sancti beatórum Spirítuum órdines, orate.

Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet …

Sancte Joánnes Baptísta, ora.

Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns!

Sancte Joseph, ora.

Heiliger Josef, bitt …

Omnes sancti Patriárchae et Prophétae, orate.

Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet …!

Sancte Petre, ora.

Heiliger Petrus, …

Sancte Paule, ora.

Heiliger Paulus, …

Sancte Andréa, ora.

Heiliger Andreas, …

Sancte Jacóbe, ora.

Heiliger Jakobus, …

Sancte Joánnes, ora.

Heiliger Johannes, …

Sancte Thoma, ora.

Heiliger Thomas, …

Sancte Jacóbe, ora.

Heiliger Jakobus, …

Sancte Philíppe, ora.

Heiliger Philippus, …

Sancte Bartholomaee, ora.

Heiliger Bartolomäus, …

Sancte Matthaee, ora.

Heiliger Matthäus, …

Sancte Simon, ora.

Heiliger Simon, …

Sancte Thaddaee, ora.

Heiliger Thaddäus, …
Sancte Matthia, ora. Heiliger Matthias, …

Sancte Bárnaba, ora.

Heiliger Barnabas, …

Sancte Luca, ora.

Heiliger Lukas, …

Sancte Marce, ora.

Heiliger Markus, …

Omnes sancti Apóstoli et Evangelístae, orate.

Alle heiligen Apostel und Evangelisten, …

Omnes sancti Discípuli Dómini, orate.

Alle heiligen Jünger des Herrn, …

Omnes sancti Innocéntes, orate.

Alle unschuldigen Kindlein, …

Sancte Stéphane, ora.

Heiliger Stephanus, …

Sancte Laurénti, ora.

Heiliger Laurentius, …

Sancte Vicénti, ora.

Heiliger Vincentinus, …

Sancti Fabiáne et Sebastiáne, orate.

Heilige Fabianus und Sebastianus, …

Sancti Joánnes et Paule, orate.

Heilige Johannes und Paulus, …

Sancti Cosma et Damiáne, orate.

Heilige Kosmas und Damianus, …

Sancti Gervási et Protási, orate.

Heilige Gervasius und Protasius, …

Omnes sancti Mártyres, orate.

Alle heiligen Martyrer, …

Sancte Silvester, ora.

Heiliger Sylvester, …

Sancte Gregóri, ora.

Heiliger Gregorius, …

Sancte Ambrósi, ora.

Heiliger Ambrosius, …

Sancte Augustíne, ora.

Heiliger Augustinus, …

Sancte Hierónyme, ora.

Heiliger Hieronymus, …

Sancte Martíne, ora.

Heiliger Martinus, …

Sancte Nicoláë, ora.

Heiliger Nikolaus, …

Omnes sancti Pontífices et Confessóres, orate.

Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, …

Omnes sancti Doctóres, orate.

Alle heiligen Kirchenlehrer, …

Sancte Antóni, ora.

Heiliger Antonius, …

Sancte Benedícte, ora.

Heiliger Benedictus, …

Sancte Bernarde, ora.

Heiliger Bernardus, …

Sancte Domínice, ora.

Heiliger Dominikus, …

Sancte Francísce, ora.

Heiliger Franziskus, …

Omnes sancti Sacerdótes et Levítae, orate.

Alle heiligen Priester und Leviten, …

Omnes sancti Mónaci et Eremítae, orate.

Alle heiligen Mönche und Einsiedler, …

Sancta Maria Magdaléna, ora.

Heilige Maria Magdalena, …

Sancta Agatha, ora.

Heilige Agatha, …

Sancta Lúcia, ora.

Heilige Lucia, …

Sancta Agnes, ora.

Heilige Agnes, …

Sancta Caecília, ora.

Heilige Cäcilia, …

Sancta Catharína, ora.

Heilige Katharina, …

Sancta Anastásia, ora.

Heilige Anasthasia, …
Omnes sanctae Vírgines et Víduae, orate. Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, …

Omnes Sancti et Sanctae Dei, intercédite pro nobis.

Alle liebe Auserwählte Gottes, …

Propítius esto, párce nobis, Dómine.

Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr!

Propítius esto, exáudi nos, Dómine.

Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr!
Ab omni malo, líbera nos, Dómine. Von allem Übel erlöse uns, o Herr!
Ab omni peccáto, líbera. Von aller Sünde erlöse uns …

Ab ira tua, líbera.

Von Deinem Zorne …
A subitánea et improvísa morte, líbera. Von dem jähen und unversehenen Tode …

Ab insídiis diáboli, líbera.

Von den Nachstellungen des Teufels …
Ab ira, et ódia, et omni mala voluntáte, líbera. Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, erlöse uns …
A spíritu fornicatiónis, líbera. Vom Geiste der Unlauterkeit, …
A fúlgure et tempestáte, líbera. Von Blitz und Ungewitter, …

A flagéllo terraemótus, líbera.

Von der Geißel des Erdbebens, …
A peste, fame et bello, líbera. Von Pest, Hunger und Krieg, …

A morte perpétua, líbera.

Von dem ewigen Tode, …
Per mystérium sanctae Incarnatiónis tuae, líbera. Durch das Geheimnis deiner heiligen Menschwerdung, …

Per advéntum tuum, líbera.

Durch deine Ankunft, …

Per nativitatem tuam, líbera.

Durch deine Geburt, …
Per baptísmum, et sanctum jejúnium tuum, líbera. Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten, …
Per crucem et passiónem tuam, líbera. Durch dein Kreuz und Leiden, …

Per mortem et sepultúram tuam, líbera.

Durch deinen Tod und dein Begräbnis, …

Per sanctam resurrectiónem tuam, líbera.

Durch deine heilige Auferstehung, …
Per admirábilem ascensiónem tuam, líbera. Durch deine wunderbare Himmelfahrt, …
Per advéntum Spíritus Sancti Parácliti, líbera. Durch die Ankunft des Heiligen Geistes, des Trösters, …
In die judícii, líbera. Am Tage des Gerichtes, …
Peccatores, te rogámus, audi nos. Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns!

Ut nobis parcas, te rogámus, audi nos.

Dass Du unser verschonest, …

Ut nobis indúlgeas, te rogámus, audi nos.

Dass Du uns die Sünden verzeihest, …
Ut ad veram poeniténtiam nos perdúcere dignéris, te rogamus … Dass Du uns zur wahren Buße führest, …

Ut Ecclésiam tuam sanctam régere et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, …

Ut domum Apostólicum et omnes ecclesiásticos órdines in sancta religióne conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du den apostolischen obersten Hirten und alle geistlichen Stände in der heiligen Religion erhalten wollest, …

Ut inimícos sanctae Ecclésiae humiláre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du die Feinde der heiligen Kirche demütigen wollest, …

Ut régibus et princípibus christiánis pacem et veram concórdiam donáre dignéris, te rogamus, audi nos.

Dass Du den christlichen Königen und Fürsten Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Ut cuncto pópulo christiáno pacem et unitátem largíri dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du Deinem ganzen christlichen Volke Fried’ und Einigkeit verleihen wollest, …

Ut omnes errántes ad unitátem Ecclesiae revocáre, et infidéles univérsos ad Evangélii lumen perdúcere dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du alle, die von der Einheit der Kirche abirren zurückrufest und alle Ungläubigen an das Licht des Evangeliums führest …
Ut nosmetipsos in tuo sancto servítio confortáre et conserváre dignéris, te … Dass Du uns in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, …

Ut mentes nostras ad caeléstia desidéria érigas, te rogámus, audi nos.

Dass Du unsere Gemüter zu himmlischen Begierden erhebest, …

Ut ómnibus benefactóribus nostris sempitérna bona retríbuas, te rogámus, audi nos.

Dass Du all’ unsere Guttäter mit den ewigen Gütern belohnest, …

Ut ánimas nostras, fratrum, propinquórum et benefactóroum nostrórum ab aetérna damnatióne erípias, te rogámus, audi nos.

Dass Du unsere Seelen, die Seelen unserer Brüder, Freunde und Guttäter Seelen von der ewigen Verdammnis erretten wollest, …

Ut fructus terrae dare et conserváre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, …

Ut ómnibus fidélibus defúnctis réquiem aetérnam donáre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewig’ Ruhe verleihen wollest, …

Ut nos exaudíre dignéris, te rogámus, audi nos.

Dass Du uns erhören wollest, …

Fili Dei, te rogámus, audi nos.

Du Sohn Gottes, …

Agnus Dei, qui tolis peccáta mundi, parce nobis, Dómine.

O Du Lamm Gottes, das hinnimmt die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!
Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, exáudi nos, Dómine. O Du Lamm Gottes, …, erhöre uns, o Herr!
Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi, miserére nobis. O Du Lamm Gottes, …, erbarme Dich unser, o Herr!

Christe, audi nos.

Christe, höre uns!

Christe, exaudi nos.

Christe, erhöre uns!

Kyrie eleison.

Herr, erbarme dich.

Christe eleison.

Christus, erbarme dich.

Kyrie eleison.

Herr, erbarme dich.

(Priester) Pater noster qui es in caelis,

sanctificetur nomen tuum.

Adveniat regnum tuum.

Fiat voluntas tua sicut in caelo et in terra.

Panem nostrum quoditianum da nobis hodie

et dimitte nobis debita nostra sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.

Et ne nos inducas in tentationem

(R.) sed libera nos a malo.

(Priester) Vater unser …

… und führe uns nicht in Versuchung

(A.) Sondern erlöse uns von dem Übel.

Psalmus 69

Psalm 69
Deus in adjutórim meum inténde: * Dómine, ad adjuvándum me festína. O Gott, merk’ auf meine Hilfe! * Herr, eile mir zu helfen!
Confundántur et revereántur, * qui quaerunt ánimam meam. Die meinem Leben nachstellen, * sollen schamrot und zuschanden werden.

Avertántur retrórsum, et erubéscant, * qui volunt mihi mala.

Die mir Böses gönnen, * sollen zurückweichen und sich schämen.

Avertántur statim erubescéntes, * qui dicunt mihi: Euge, euge.

Eilends sollen sie mit Schande zurückweichen, * die mir höhnisch zureden.

Exsúltent et laeténtur in te omnes qui quaerunt te, * et dicant semper: Magnificétur Dóminus: qui díligunt salutáre tuum.

Alle aber, die Dich suchen, sollen sich in Dir erfreuen und frohlocken, * und die Dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Der Herr sei hoch gepriesen.

Ego vero egénus, et pauper sum: * Deus, ádjuva me.

Ich bin elend und arm: * o Gott, hilf mir!

Adjútor meus, et liberátor meus es tu: * Dómine, ne moréris.

Du bist, Der mir hilft und mich erlöset. * Herr, verweile nicht!

Glória Pátri et Fílio et Spiritui Sáncto * sicut erat in princípio et nunc et semper et in saecula saeculórum. Amen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, als es war im Anfange, jetzt und allweg und zu ewigen Zeiten. Amen.

V. Salvos fac servos tuos.

V.: Hilf Deinen Dienern, mein Gott!

R. Deus meus, sperántes in te.

A.: Die auf Dich trauen.

V. Esto nobis, Dómine, turris fortitúdinis.

V.: Sei uns, o Herr, ein starker Turm

R. A fácie inimíci.

A.: Vor dem Angesichte des Feindes.

V. Nihil profíciat inimícus in nobis.

V.: Lass den Feind nichts an uns gewinnen,

R. Et fílius iniquitátis non appónat nocére nobis.

A.: Und der Boshafte schade uns nicht.

V. Domine, non secúndum peccáta nostra fácias nobis.

V.: Herr, verfahre nicht mit uns nach unsern Sünden,

R. Neque secúndum iniquitates nostras retríbuas nobis.

A.: Und vergilt uns nicht nach unsern Missetaten.

V. Orémus pro Pontífice nostro N.

R. Dóminus consérvet eum, et vivícet eum, et beátum fáciat eum in terra, et non tradat eum in ánimam inimicórum ejus.

V.: Lasst uns beten für unsern obersten Hirten N. N.:

A.: Der Herr bewahre und erhalte ihn beim Leben. Er beglücke ihn auf Erden und übergebe ihn nicht dem Willen seiner Feinde.

V. Orémus pro benefactóribus nostris.

R. Retribuére dignárie, Dómine, ómnibus, nobis bona faciéntibus propter nomen tuum, vitam aetérnam. Amen.

V.: Lasst uns beten für unsere Guttäter:

A.: Herr, schenke allen, die uns Gutes tun, wegen Deines Namens das ewige Leben. Amen.

V. Orémus pro fidélibus defúnctis.

R. Réquiem aetérnam dona eis, Dómine, et lux perpétua lúceat eis.

V.: Lasst uns beten für die abgestorbenen Christ­gläu­bi­gen:

A.: Herr, schenke ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen.

V. Requiéscant in pace.

R. Amen.

V.: Sie ruhen in Frieden.

A.: Amen.

V. Pro frátribus nostris abséntibus.

R. Salvos fac servos tuos, Deus meus, sperántes in te.

V.: Lasst uns beten für unsere abwesenden Brüder:

A.: Errette Deine Diener, o Gott, die auf Dich hoffen.

V. Mitte eis, Dómine, auxílium de sancto.

R. Et de Sion tuére eos.

V.: Schicke ihnen Hilfe von Deinem Heiligtum,

A.: Und beschütze sie auf Sion.

V. Dómine exáudi oratiónem meam.

R. Et clamor meus ad te véniat.

V.: Herr, erhöre mein Gebet,

A.: Und lass mein Geschrei zu Dir kommen.

(Priester) Dóminus vobíscum.

R. Et cum spíritu tuo.

P: Der Herr sei mit euch.

A: Und mit deinem Geiste.

Orémus:

Deus, cui próprium est miseréri semper et párcere: Súscipe deprecatiónem nostram; ut nos, et omnes fámulos tuos, quos delictórum caténa constríngit, miserátio tuae pietátis cleménter absólvat.

Gebet:

O Gott, Dem allezeit das Erbarmen und Verschonen eigen ist, nimm unser Gebet auf, damit uns und alle Deine Diener, die mit den Sündenketten gebunden sind, Deine Erbarmnis gnädig auflöse.

Exáudi, quaesumus, Dómine, súpplicum preces, et confiténtium tibi parce peccátis: ut páriter nobis indulgéntiam tríbuas benígnus et pacem.

Wir bitten Dich, o Herr, erhöre das Gebet der Demütigen und schone derer, die ihre Sünden reumütig bekennen, auf dass Du uns die Verzeihung und zugleich den Frieden gnädigst erteilest.

Ineffábilem nobis, Dómine, misericórdiam tuam eleménter osténde: Ut simul nos et a peccátis ómnibus éxuas, et a poenis, quas pro his merémur, erípias.

Erzeige uns, Herr, Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf dass Du uns von allen Sünden erledigst, und die Strafe, die wir dafür verdienen, schenkest.

Deus, qui culpa offénderis, poeniténtia placáris: preces pópuli tui supplicántis propítius, réspice; et flagélla tuae iracúndiae, quae pro peccátis nostris merémur, avérte.

O Gott, der Du durch die Sünde erzürnet und durch die Buße versöhnet wirst, sieh an das Gebet Deines demütigen Volkes und wende ab die Geißel Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen.
Omnípotens sempitérne Deus, miserére famulo tuo Pontífici nostro N., et dírige eum secúndum tuam cleméntiam in viam salútis aetérnae: ut, te donánte, tibi plácita cúpiat, et tota virtúte perfíciat. Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme Dich Deines Die­ners, unsers obersten Hirten N. und leite ihn nach Deiner Güte auf dem Weg des ewigen Heils, damit er durch Deine Gnade nach dem, was Dir gefällt, trach­te, und es mit aller Kraft ins Werk richte.
Deus, a quo sancta desidéria, recta consília et justa sunt ópera: da servis tuis illam, quam mundus dare non potest, pacem; ut et corda nostra mandátis tuis dédita, et hóstium subláta formídine, témpora sint, tua protectióne, tranquílla. O Gott, von Dem die heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen, gib Deinen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen sich Deinen Geboten er­geben und unsere Zeiten von der Furcht der Feinde befreiet und durch Deinen Schutz ruhig sein mögen.

Ure digne Sancti Spíritus renes nostros et cor nostrum, Dómine: ut tibi casto córpore serviámus, et mundo corde placeámus.

O Herr, entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer des Heiligen Geistes, auf dass wir Dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen gefallen mögen.

Fidélum, Deus, ómnium cónditor et redémptor, animábus famulórum famularúmque tuárum remissiónem cunctórum tríbue peccatórum: ut indulgéntiam, quam semper optavérunt, piis supplicatiónibus consequántur.

O Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, erteile den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen die Nachlassung aller Sünden, auf dass sie die Verzeihung, die sie allzeit gewünscht haben, durch das andächtige Gebet erhalten mögen.

Actiónes nostras, quaesumus, Dómine, aspirándo praeveni et adjuvando proséquere: ut cuncta nostra orátio et operátio a te semper incípiat, et per te coepta finiátur.

Omnípotens sempitérne Deus, qui vivórum domináris simul et mortuórum, omniúmque miseréris quos tuos fide et ópere futúros esse praenóscis: te súpplices exorámus:

ut, pro quibus effúndere preces decrévimus, quosque vel praesens saeculum adhuc in carne rétinet vel futúrum jam exútos córpore suscépit, intercedéntibus ómnibus Sanctis tuis, pietátis tuae cleméntia, ómnium delictórum suórum véniam consequántur. Per Dóminum nostrum, Jesum Christum.

O Herr, wir bitten Dich, Du wollest unserm Tun und Lassen mit Deiner Gnade zuvorkommen und dasselbe durch Deine Hilfe fortsetzen, damit all unser Gebet und unsere Werke von Dir jederzeit anfangen und durch Dich geendiget werden.

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du über die Lebendigen und Toten herrschest und Dich all jener erbarmest, von denen Du voraus weißt, dass sie durch den Glauben und durch die Werke Dir zugehören wer­den, wir bitten Dich demütig, dass diejenigen, für wel­che zu beten wir uns vorgenommen haben und die entweder noch auf dieser Welt sich befinden, auf die Fürbitte aller Deiner Heiligen, durch Deine gütigs­te Barmherzigkeit die Nachlassung aller ihrer Sün­den erlangen mögen. Durch Jesum Christum unsern Herrn, Deinen Sohn, Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und herrschet in Ewigkeit.

Amen.

(Priester:) Dóminus vobíscum.

P. Der Herr sei mit euch.

R. Et cum spíritu tuo.

A. Und mit deinem Geiste.

V. Exáudiat nos omnípotens et miséricors Dóminus.

R. Amen.

V. Der allmächtige und barmherzige Gott erhöre uns.

A. Amen.

V. Et fidelium ánimae per misericórdiam Dei requiéscant in pace.

R. Amen.

V.: Und die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden.

A.: Amen.

Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (5 von 6)

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Ja, bezüglich der Anhänglichkeit an Privatoffenbarungen hat sich seit 1970 nichts geändert. „Nur ein Wunder kann uns retten“, meinen manche, doch es kommt nicht. Wir haben bereits darüber geschrieben, dass es naiv ist und wir halten hier nichts von Privatoffenbarungen, auch nichts von den kirchlich anerkannten. Wenn Sie treu ihr Tridentinisches Brevier beten, samt den täglichen Auxilium christianorum Gebeten, so bekommen Sie selbst einen dermaßen großen Gnadenschub, dass sie von keinen Privatoffenbarungen abhängig werden. Gott wird durch die Gnade ihre Seele so formen, dass Sie sogar in der tiefsten Nacht nicht verzweifeln werden.  Die Hilfe kommt wirklich nicht von außen, nur von innen. Sie müssen sich auf einen langen, bergoglianischen und nachbergoglianischen nuklearen Winter einstellen und da brauche Sie jede Gnadenhilfe, die sich nur bekommen können.

Flucht in Visionen und Apokalyptik 

Mit seinen kritischen Äußerungen über Erscheinungen und charismatische Bewegungen hatte der Papst die Glaubenswelt dieser Gruppe an einem empfindlichen Punkt verletzt. Denn folgendes gehört zur Signatur ihrer Religiosität: In der Kirche heimatlos oder fremd geworden und in die Opposition gegen den Großteil der Hierarchie und des Klerus getrieben, sucht sie ihre Zuflucht in einer „mystischen Frömmigkeit“, deren Komponenten neben dem Festhalten an allen Gütern der katholischen Tradition aus drei Faktoren besteht. Es ist einmal der Drang nach einer Steigerung der himmlischen Position und der Vollmachten Mariens. Es ist weiter das ekstatische Element, das sich in einer unübersehbaren Fülle von Marienerscheinungen, Visionen und Offenbarungen äußert. Es ist schließlich die apokalyptische Erwartung, die mit einem dicht bevorstehenden Strafgericht über die verdorbene Menschheit und die treulose Kirche und dem Sieg Christi rechnet.

Maria, die Gottesmutter, Herrin der Welt und der Kirche und Mittlerin des Heils, erscheint in den letzten 120 Jahren massenhaft und spricht zu den Gläubigen. Aber das Schreckliche ist, daß die offizielle Kirche nur ganz wenige Erscheinungen und auch diese nur widerwillig auf Drängen der Gläubigen anerkannt,  alle anderen verworfen hat. Damit begibt sie sich in Opposition zu Maria, verachtet und ignoriert sie. Das ist eine Provokation der Gottesmutter und sie weint über ihre Kirche und ruft sie beschwörend zur Buße und Umkehr und legt ihr Forderungen auf und verkündigt ihr und der ganzen Welt bei Nichterfüllung das Gericht Gottes. So wurden die Erscheinungsorte zu Zentren der innerkirchlichen Résistence. Wunder aller Art, Heilungen, Sonnenzeichen beglaubigen sie, und die Botschaften Mariens und die Zeugnisse der Seher werden verbreitet und gläubig aufgenommen. Solche illegalen Wallfahrtsorte sind u. a. Garabandal in Spanien, San Damiano in Italien, Turzovka in der Slowakei, Eisenberg im Burgenland, Heroldsbach und Pfaffenhofen in Bayern, Gascons in Frankreich, St. Bruno in Kanada, Fort Kent in USA.

Aus diesen Zentren erschallt unermüdlich der Ruf Mariens. Dazu kommt der vielstimmige Chor von Kundgebungen Jesu oder Mariens durch Visionäre und Stigmatisierte (P. Pio). Sie sind ebenso wie die sonstigen Augenzeugenberichte der, meist kindlichen, Seher und Seherinnen arg naiv und primitiv. Ein Großteil besteht aus religiösem Kleinkram und sehr ichbezogenen Mahnungen Mariens, sie doch ja gebührend zu ehren, widrigenfalls eine „furchtbare Katastrophe“ unausbleiblich sein werde. Aber je und je kann man aus ihnen auch die von der Opposition gegen die Kirche vorgetragenen Klagen und Forderungen vernehmen, und sie bekommen nun ein besonderes Gewicht, weil sie nicht mehr aus dem Mund irrfähiger Menschen kommen, sondern von der Gottesmutter selbst aufgenommen und proklamiert wurden.

Etwa:

„Die Kirche ist in großer Gefahr und liegt durch die Verfolgung im Todeskampf und scheint ausgerottet zu werden in dieser modernen, dämonischen, gottlosen Welt. Die göttliche Geduld ist darum bald zu Ende“ –

„Ich muß schmerzlich zusehen, wie viele ewig verloren gehen, weil ich durch die Ablehnung der Priester den in Sünde gefallenen Menschen nicht mehr heraushelfen kann“ –

„Nun hat der furchtbare Frevel und die Gotteslästerung durch das Entfernen der beiden Statuen aus der Kirche (in Eisenberg) ihren Höhepunkt erreicht, obwohl mein unbeflecktes Herz fast vor Schmerz zerbricht“ (8, Dezember 1968) –

„Die Macht des Dämons ist so groß, daß sie selbst die höchsten Sphären der Hierarchie erfaßt, und um die Welt noch zu retten, sind mein göttlicher Sohn und ich gezwungen, wieder auf die Erde zu kommen“ (5, September 1968).

Die Gottesmutter selbst tritt in die Arena gegen die „Amtskirche“ und das ganze Treiben der Reformer und Progressisten. Wird sie von ihnen gehört? Nein, „ihre Stimme verhallt. Die Kirche kennt ihre Forderungen nicht, ja unterschlägt sie“ (9). Wie soll das weitergehen? Die Zeichen stehen auf Sturm. „Wir stehen vor dem Abgrund. Das baldige Eingreifen Gottes ist unvermeidlich“ (9). Apokalyptische Vorstellungen greifen um sich. Hatte Hitler als das antichristliche „Tier“ (Offb. 13) mit dem Anschluß Österreichs an Deutschland den „Christlichen Ständestaat“ und damit die Keimzelle eines neuen Heiligen Reichs zerstört, so

„vollendet heute der Progressismus das, was der Nationalsozialismus nicht zu zerstören vermochte. Denn dieser ist es, der mit dem wieder geheilten Tier gemeint ist und die eine katholische Kirche zu liquidieren berufen ist“.

Aber Maria, die Frau mit der Sonne bekleidet, wird

„über die alte Schlange und ihren Anhang letzten Endes doch den Sieg davontragen“. (10. Februar 1969)

Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (4 von 6)

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Ja, der Papst. Im Jahre 1970 gab es nur einen, wir haben gar zwei, davon einen Antipapst, wie es so ist. Es liegt wirklich etwas sehr Tragisches darin, diesen Glauben der Katholiken an ihren Papst, sprich Paul VI., aus der heutigen Perspektive, wo wir mehr über ihn wissen, zu verfolgen. Derjenige, dem sie am meisten vertrauten, hat sie am meisten verraten. Was man über Paul VI. Montini liest, lässt auf einen areligösen, humanistisch interessierten, linken Homosexuellen schließen. Jean Guitton, der mit ihm seine „Dialoge“ führte hat Paul VI. als einen „völlig weltlichen Menschen“ bezeichnet. Guitton schreibt wörtlich:

„Mit wurde klar, wie sehr laizistisch [weltlich] sein Denken ist. Man hatte bei ihm den Eindruck nicht mit einem Geistlichen, sondern mit einem Weltmenschen zu tun zu haben, der unerwarterter Weise zum Papstamt erhoben worden ist“.  (Jean Guitton, Paul VI secret , 1979).

Ja, es scheint wirklich zu stimmen, dass mit der Homosexualität, der ausgelebten Homosexualität, die vielen Personen bekannt war, welche mehrmals dazu geführt hat, dass Montini erpresst wurde. Warum war er so zaudernd? Warum so widersprüchlich? Warum so hysterisch? Warum waren ihm die Hände gebunden? Darum. Wenn man noch dazu die Fotos des späten Paul VI. mit seinen früheren Bildern vergleicht, so scheint es sich kaum um demselben Menschen zu handeln.  Man braucht sich dabei gar nicht auf den schweizer Exorzismus oder andere Privatoffenbarungen zu berufen, denn angeblich hat die CIA die Stimme des Papstes aufgenommen, welche ganz anders war, als die Stimme des „anderen“ Pauls VI.  Sollte es auch einen Doppelgänger gegeben haben, dann war doch der echte Montini für das Konzil und die Neue Messe verantwortlich, weil diese gänzlich seinen theologischen Ansichten entsprachen. Vielleicht hat er zu sehr gejammert und wurde ausgetauscht. Alles möglich, denn die Fotos anderer nachkonziliaren Päpste weisen solche Änderungen nicht auf. Deswegen soll durch die kommende Kanonisation des „seligen“ Pauls VI. ein Sarg über die Untersuchungen zum echten Montini gelegt werden. Traurig, traurig.

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Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (3 von 6)

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Den unten angeführen Argumenten und Invektiven ist wirklich nichts zuzufügen. Es hat sich nichts verändert. Antipapst Franziskus zeigt mit seiner Luther-Briefmarke, dass es sich wirklich um die Protestantisierung des Katholizismus handelt und durch das Vat. II gehandelt hat. Die Vorwürfe von 1970 stimmen. Abbé Georges de Nantes ist DSDZ (dem Schreiber dieser Zeilen) ein Begriff, er hat auch Auszüge seiner Schriften gelesen, findet sie aber sehr haßerfüllt und was das Meritorische anbelangt, übertrieben. Paul VI. hat, unseres Erachtens, keine sententia haeretica im eigentlichen Sinne im forum externum verkündet, wie keiner der Päpste bis Antipapst Franziskus und seiner Amoris Laetitia. Wie man bei Kurt Hutten nachlesen kann, war insbesondere in Frankreich einiges los. Menschen gingen wirklich auf die Barrikaden. Es ist kaum anzunehmen, dass in Februar 2018 jemand, der sich als katholisch bezeichnet, wirklich sagen kann, dass sich seit 1970 alles zum Guten gewendet hat. Dieser Illusion gaben sich mehrheitlich die englischsprachigen Neukonservativen hin, wie sie treffend Hilary White beschreibt, welche dem Narrativ von dem „entführten Boot Petri“ glaubten bis sich der „konservative“ Papst Johannes Paul II wieder ans Ruder setzte. Wie wir jetzt sehen, gab es nach Vat. II keine konservativen Päpste und Bergoglio ist nicht zufällig entstanden. Der Weg der jetzigen Zerstörung wurde ihm durch die vorhergehende Zerstörung geebnet. Wir sind ungefähr in der Stalin-Ära mit den Moskauer Prozessen, welche vielen Linken außerhalb der Sowjetunion die Augen öffneten, sofern sie noch einen Kopf ohne eine Kugel hatten. Schlimm, schlimm. 

Den Bischöfen und Priestern wird vorgeworfen, daß sie die Hauptschuld an dem furchtbaren Glaubensschwund tragen. Um ihre ökumenische Gesinnung zu beweisen und sich bei den Protestanten salonfähig zu machen, geben sie die Lehre von der alleinseligmachenden Kirche auf und treiben einen Ausverkauf an katholischen Wahrheiten und laufen den Protestanten nach. Den Traditionalisten ist das ein Greuel. Jedes Paktieren riecht für sie nach Verrat. Darum verübelten sie es Paul VI. schwer, daß er nach Genf reiste. Sie halten streng an den alten Verdammungen der Reformation fest. Die Reformationskirchen sind für sie nicht „Kirchen“, sondern Religionsgemeinschaften und die evangelischen Pfarrer werden betont als „Religionsdiener“ bezeichnet. Für die Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ besteht zwar unverhohlene Sympathie, aber sie beruht nur auf Gemeinsamkeiten der Frontstellung, nicht der Glaubenssubstanz. Der katholische „Ökumenismus“ gilt als Frucht einer Glaubenserweichung und Auftakt einer völligen Kapitulation. Wache Katholiken fragen sich, wann der „ökumenische Taubenschlag“ Niederaltaich ins protestantische Lager übergeführt wird. Bei den Theologen

„dreht sich alles nur noch um die Menschen und da in der Hauptsache um die Protestanten, damit sie mit unserem entleerten Glauben einverstanden sind“ (6, Oktober 1968).

Aber die Protestanten denken nicht daran, auch ihrerseits Konzessionen zu machen. Sie stehen

„lächelnd mit über dem Bauch gefalteten Händen dabei und schmunzeln ob der Selbstzerstörung der katholischen Kirche“

und muntern die Progressisten auf:

„Mehr noch! Ihr habt noch nicht genug aufgegeben. Wir haben Zeit. Wir warten, bis ihr Katholiken protestantisch geworden seid“ (4, August 1968).

Ein Großteil der Bischöfe hat sich „auf den Weg zur Reformation gemacht“ und „die Zeitbombe, die Luther legte, ist krepiert“ (6, Oktober 1968).

Muß man sich das alles gefallen lassen? Sind nicht alle treuen katholischen Christen verpflichtet, den Sturz in den Abgrund zu verhindern? Es wird zum Widerstand getrommelt:

„Wir sind keine ‚fromme Flaschen’; wir sind mündige Laien; wir werden auftreten, reden, mahnen, ob es gelegen ist oder nicht, damit der Diabolus in der Kirche entlarvt wird“ (7, November 1968).

Das geschieht denn auch. Kardinäle, Bischöfe, Theologieprofessoren, Pfarrer, kirchliche Institutionen werden einer erbitterten Kritik unterzogen. Dabei wird eine Sprache gebraucht, die oft selbst die einfachsten Gebote der Höflichkeit vermissen läßt. Damit werden auch von dieser Seite Beiträge zum viel beklagten Zerfall der kirchlichen Autorität geliefert. Schon zeigen sich Ansätze, die zur offenen Sezession führen können. Die rechtgläubigen Katholiken werden aufgefordert, die „zersetzenden“ Kirchenblätter zu meiden. „Ich zerreiße die Pfarrbriefe und streue sie in der Kirche umher“ (4, August 1968). Es wird auch berichtet, daß die Gottesdienste progressistischer Priester gemieden werden.

„Mit fünf oder sechs Personen flüchte ich jeden Sonntag in die Muttergottes-Kapelle, um dort in Ruhe mit dem alten Gebetbuch Gottesdienst zu feiern“ (8, Dezember 1968).

Die Gläubigen werden ermuntert, keine Beiträge für den Bau moderner Kirchen zu zahlen, dafür treukatholische Werke zu unterstützen. Sie werden gebeten, die Namen „jener Priester und Kirchen, die noch echt römisch-katholisch geblieben sind“, an die Redaktion von „Das Zeichen Mariens“ zu melden, damit sie „auf persönliche Anfragen hin von uns treuen Abonnenten entsprechende Auskunft geben“ kann.

Wenn aber keine solchen Priester erreichbar sind? Hier entsteht eine schwere Not.

„Der Priester ist unersetzlich. Wir kommen nicht ohne Priester aus. Die ganze Sakramentenlehre fordert ihn. Die progressistischen Priester haben alle Hebel in ihrer Hand. Ihre Presse, ihre Arbeitsgemeinschaften, Treffen, Räte, ihre Haltung, ihre Allüren, ihre Sarkasmen zerstören, sie zerstören. Was bleibt uns also anderes, als die einzig katholische Lösung zu suchen: kommen wir, wenn auch stöhnend, ohne den Priester aus“ (9, Januar 1970).

Es wird empfohlen, überall Gebetsgruppen zu bilden und vereint „in den noch würdigen Gotteshäusern vor dem Allerheiligsten Sühneandachten“ zu halten (7, November 1968). Diese Andachten sind in Wirklichkeit Protestandachten und es wird bereits die Frage gestellt, wie weit die Gehorsamspflicht der Gläubigen gegenüber der Kirche reicht. Antwort:

„Wo die Kirche Gott nicht mehr gehorcht, ist der Gläubige vom Gehorsam gegen die Kirche entbunden; denn man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen (Apg. 5,19)“ (8).

Unter Berufung auf dieses Schriftwort setzte sich der französische Abbé Georges de Nantes über das Verbot des Erzbischofs Marty hinweg und lud zu einer Massenversammlung am 28. Februar 1969 in Paris ein, um über das Thema zu sprechen: „Ist der neue französische Katechismus häretisch oder nicht?“. Dr. E. Gerstner meinte dazu:

„Ein mutiges und entschlossenes Exempel wird hier statuiert, andere werden ihm folgen. Das Maß ist voll“ (10. Februar 1969).

In den französischen Konflikt griff Rom ein. Der Abbé, einer altadeligen Offiziersfamilie entstammend und mit sieben jungen Theologen in St. Parresle-Vaudes (Aube) nach der harten Ordensregel von Charles de Foucauld lebend, ist als zündender Redner in Massenversammlungen und Herausgeber der Zeitschrift „La Contre-Reforme catholique au xx. siècle“ ein Wortführer der Traditionalisten in Frankreich. Am 15. August 1969 gab die Heilige Kongregation für die Glaubenslehre im Osservatore Romano bekannt, daß sie seine Schriften geprüft, ihn selbst zweimal angehört und danach gebeten habe, seine Irrtümer und seine Häresieanklagen gegen Paul VI. und das Konzil zurückzunehmen. Er habe das aber kategorisch abgelehnt und damit seine sämtlichen Schriften und Tätigkeiten „disqualifiziert“.

„Und der Heilige Vater soll dazu seinen ‚Segen’ gegeben haben?“ fragt „Das Zeichen Mariens“ (4/5, August/September 1969) verwundert. Das Urteil der Traditionalisten über den Vatikan ist sehr kritisch. Progressisten und schwankende Gestalten seien dort die Wortführer. Nur wenige aufrechte Männer seien noch vorhanden, vor allem Kardinal Ottaviani.

Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (2 von 6)

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DSDZ (Dem Schreiber dieser Zeilen) wird klar, dass er sich sozusagen als Neo-Traditionalist in der traditionalistischen Tradition befindet, denn die unten angeführten Invektiven können auch aus seiner Feder stammen. Nichts hat sich geändert, die Reaktion auf die Zerstörung ist dieselbe, obwohl wir im Jahre 2018 nicht den direkten Vergleich zu der vorkonziliaren Zeit haben.

Haben die Traditionalisten von damals übertrieben?

Nein! Hat es etwas gebracht? Nein. Die Apostasie schritt weiter voran und die Zahl der Kirchenaustritte auch. Jetzt werden Pfarreien zusammengelegt aufgrund des Priester- und Gläubigenmangels und wer am besten sanieren kann, wird Bischof, wie neulich in Würzburg. Sicherlich war es das Werk des Bösen, des Dämons in der Kirche, der damit weitermacht. Was uns aber aus der heutigen Perspektive überraschen mag, ist die Tatsache wie wenig all diese Geistlichen in ihrem Glauben verwurzelt waren, wenn sie mit Wonne die Rosenkränze zerissen, die Marienfiguren rauswarfen, von den Reliquienschreinen ganz zu schweigen. Das hat doch keine Tatarenhorde vollbracht, sondern Priester. Wie sehr müssen sie schon damals Gott gehaßt haben. Traurig, traurig. 

Zwischen Kritik und Rebellion

Die für den Separatismus anfälligen Gruppen verwerfen die vom Zweiten Vatikanischen Konzil eingeleiteten Reformen mit unüberbietbarer Schärfe. Daß es Bann und Exkommunikation ablehnte und Kompetenzen auf die nationalen Bischofskonferenzen übertrug, waren „prächtige Vorarbeiten“ für das Wirken des Bösen in der Kirche. Daß es auf eine Wiederholung marianischer Dogmen und die Dogmatisierung der Mittlerschaft Mariens verzichtete, war „Teufelsdienst“ („Das Zeichen Mariens“, 7, November 1968). Progressisten seien die Hauptberater des Konzils gewesen und hätten „den Boden für unser Elend“ geschaffen. Die Früchte des Konzils seien augenfällig:

„Verwirrung, Niedergang von Moral und Glaubensleben, der Heiligenverehrung, des Sinnes für Anbetung, Beichte und Buße“ (6, Oktober 1968).

Den Bischöfen wird vorgeworfen, daß sie „den Glauben nicht mehr ernst“ nehmen. Sie dulden die „progressistische Pressetyrannei“ in den Kirchenblättern. Sie lassen es zu, daß in ihnen

„immer mehr Unsinn gegen den bisherigen römisch-katholischen Glauben zusammengeschwatzt wird“ (7, November 1968),

während die treuen Katholiken mundtot gemacht werden. Sie erlauben die Verbreitung häretischer Katechismen wie der französischen und besonders der holländischen. Der besondere Zorn richtet sich gegen Kardinal Bernhard Alfrink und gegen den „Protektor der Häretiker“ Kardinal Julius Döpfner.

Die progressistischen Theologen – Männer wie K. Rahner, Schillebeeckx, H. Küng und Th. Sartory – sind „die gefährlichsten Zerstörer der katholischen Substanz“. Sie werden als „Termiten-Theologen“ und „Gummi-Theologen“ bezeichnet, die eine „Wischi-Waschi-Theologie“ lehren (4, August 1968). Sie würgen eine Glaubenswahrheit um die andere ab: Jungfrauschaft Mariens, Engel, Teufel, Christi Gottessohnschaft und Gegenwart in der heiligen Eucharistie, Auferstehung, Himmelfahrt und Wiederkunft. Sie pöbeln über Heilige und Wunder und Marienerscheinungen und preisen ihren Abbau katholischer Lehren als Beweis ökumenischer Gesinnung. Sie sind Ratten, die  den katholischen Glauben in ein kahles Skelett zerfressen haben. Der Katholikentag in Essen, auf dem die Auswirkungen dieser Theologie sichtbar wurden, war „infernalisch“ und „ein einziger Skandal“. Der Teufel braucht heute keinen Atheismus mehr als Waffe gegen die Kirche; er hat sich der Theologen bemächtigt und sie werden auch noch von kirchlichen Geldern bezahlt!

„Das gläubige Volk ernährt seine Henker! Wie lange dauert noch unsere Geduld?“ (8, Dezember 1968)

Von den Theologen ermuntert, werden die jungen Priester aufsässig gegen die Bischöfe. Von ihrer religiösen Einstellung wird ein düsteres Bild entworfen: Diese „Freidenker-Priester“ beten den theologischen Neuerern nach, machen sich über die Volksfrömmigkeit lustig, predigen offen oder versteckt gegen den Beichtstuhl und sitzen lieber im Auto als im Beichtstuhl und in unzähligen Tagungen, wo sie alles reformieren möchten (9, Januar 1969).

„Kapläne sammeln in Schulklassen Rosenkränze ein, um sie als ‚Kerzenschluckerrequisiten’ ostentativ wegzuwerfen“ (8, Dezember 1968).

Sie vertauschen ihre priesterlichen Gewänder mit saloppem Zivil, führen mit der Jugend kesse Sex-Gespräche, sind flotte Tänzer, bagatellisieren sexuelle Sünden und fordern gar die Abschaffung des Zölibats. Aber wer bürgt bei einem verheirateten Priester für die Wahrung des Beichtgeheimnisses? Und welcher Katholik, dessen ästhetisches und religiöses Empfinden noch intakt ist,

„kann die heilige Kommunion aus der Hand eines Mannes empfangen, der eben aus dem Ehebett kommt, wo er vielleicht vor wenigen Minuten noch Zärtlichkeiten mit seiner Frau austauschte?“ (4, August 1968).

Ein nicht geringerer Greuel sind die Änderungen und Experimente in der Liturgie. Die Einführung der Volkssprache anstelle des Lateinischen in der Messe fördert den Zerfall der Weltkirche in Nationalkirchen. Verdächtig ist auch, daß „nahezu alle häretischen Bewegungen den Gottesdienst in der Volkssprache forderten“ (Grundsatzerklärung der Una-Voce-Gruppe Maria München). Hinter der Entfernung der heiligen Eucharistie vom Meßaltar steckt die Absicht, daß

„der leiblich gegenwärtige Herr zuerst in den Winkel gestellt, dann aus dem Hauptraum der Kirche, schließlich aus der Kirche überhaupt entfernt werden soll“.

Bei der Messe versus populum kehrt der Priester Gott den Rücken und das ist eine „Beleidigung Gottes“ (a.a.O.). Daß die Kommunion nicht mehr nur kniend, sondern auch stehend und in die Hand empfangen werden kann, ist ebenfalls ein Zeichen der Ehrfurchtslosigkeit. Dadurch und durch viele andere Änderungen wurde im Zug der Liturgiereform das „mysterium fidei“ abgeschafft.

Der neue „Ordo Missae“, am 3. April 1969 von Paul VI. unterzeichnet, wurde von Dr. E. Gerstner mit einem „Non possumus“ beantwortet und der italienische Traditionalist Domenico Celada erklärte, daß die hier vorgesehene „Mini-Messe“ gegen das Dogma sei und „manifeste Irrtümer“ enthalte. Unterschriftenlisten für Protestierende wurden vom Immaculata-Verlag in Umlauf gesetzt, tausendfach unterschrieben und von Traditionalisten in England und USA übernommen. Theologische Gutachten schürten das Feuer; eines derselben machten sich auch die Kardinäle Ottaviani und Bacci zu eigen und übergaben es dem Papst. Während der römischen Bischofssynode tagte am 10.-15. Oktober 1969 auch ein Traditionalisten-Kongreß in Rom und sagte dem „Ordo Missae“ den Kampf an. In den Verhandlungspausen hatten die Teilnehmer Gelegenheit, „auf dem Korridor vor Presse, Funk und TV ihren Gefühlen Luft zu machen. Worte wie ‚Häresien’, ‚Apostasie’, ‚Schismatiker’, ‚Sektierer’ schwirrten durch die Luft, wie auch unser größtes Schimpfwort ‚Progressisten’“ (8, Dezember 1969).

Die Traditionalisten sehen in allen diesen Neuerungen teuflische Kräfte am Werk. Vielfältig ist ihre Anklage. Marienandachten werden stiefmütterlich behandelt, Marienaltäre und Statuen aus der Kirche entfernt, Prozessionen eingeschränkt. Im Rheinland fand ein Leser unter 17 besuchten Kirchen nur noch sechs, in denen die heiligen Messen

„grundsätzlich in der lateinischen Kultsprache gefeiert werden, die von den zerstörenden häretischen Kultformen verschont geblieben sind“,

und er klagte: In Rußland haben gottlose Bolschewiken die Altäre entweiht oder zerstört, und

„im christlichen Abendland sind es die Priester, verräterische Priester, die dieses diabolische Werk vollendet haben“ (8).

Auch die modernen Kirchenbauten sind entsakralisiert. Sie sind nicht mehr Stätten der heiligen Gottesgegenwart, strahlen nicht mehr religiöse Geborgenheit aus, sondern sind nur noch: Seelenbunker, Betonkästen, Kultkisten, Choralschuppen, Sakralschachteln aus dem Kleckermannkatalog.

„In diesen Kirchen friert der gläubige Christ“ (4, August 1968).

Mit Entsetzen wird der Zerfall der kirchlichen Autorität registriert. Der „Irrsinn und Wahn“ der Demokratisierung ist „ein Lieblingsthema des Teufels“ (6, Oktober 1968). Die Progressisten setzen die „Mehrheit des Gottesvolks“ den „machtberauschten Amtskirchendiktatoren“ entgegen und wollen die demokratische Mehrheit „mündiger Menschen“ über heilige Dinge entscheiden lassen. Unter ihrem Einfluß greift die Kritik am Papst um sich. Der Glaube an seine Unfehlbarkeit wird von ihnen bestritten. Aber die Bischöfe tun nichts Wirksames zu seiner Unterstützung. Allerorten erhebt sich Widerspruch gegen die Enzyklika „Humanae vitae“. Hinter diesen Diskussionen verbirgt sich „ein latenter Ungehorsam“ (7, November 1968). Die Bischofskonferenzen von Holland, Belgien und der Bundesrepublik brachten es nicht fertig, die Kritiker zur Ordnung zu rufen oder zu maßregeln und sich in ihren eigenen Verlautbarungen entschieden auf die Seite des Papstes zu stellen. Mit einer solchen Haltung untergraben sie ihre eigene Autorität gegenüber Klerus und Kirchenvolk. Ihre Klagen über Ungehorsam sind darum auch einfältig.

„Es muß ja notwendigerweise dazu kommen! Alle Autorität kommt von oben, von Gott! Die kirchliche Behörde scheint das in ihrer blöden Weltoffenheit vergessen zu haben und äfft nun eifrig die weltlich-teuflische Demokratisierung nach“ (9, Januar 1969).

Die Liste der Klagen und Proteste ließe sich verlängern. Die Gegner der Progressisten fühlen sich in einer schier hoffnungslosen Lage. In Holland, so klagen sie, sei

„die wahre katholische Kirche längst in den Untergrund und in die innere Emigration abgedrängt worden“ (7, November 1968).

Von einem großen Teil des Klerus sehen sie sich verlassen. Da äußern sich Stimmen wie: „Können wir Laien denn heute noch an unsere Hirten glauben?“ (4, August 1968). Die heutigen Hirten

„hüten und weiden die Wölfe und reißen die Schafe. Sie sind Mietlinge, ja selbst Wölfe geworden“ (6, Oktober 1968).

„Ihr modernen Hirten, ihr modernen Irrlehrer und Volksverführer!“ –

„Wenn wir keine Bischöfe nach der Art des Apostels Paulus haben können, dann wollen wir lieber gar keine haben“ (7, November 1968) –

„Das sind ja keine Geistlichen mehr, ungläubig, was nur ungläubig heißt. Verräter unserer heiligen katholischen Kirche, mit einer kleinen Ausnahme. Blinde Führer, verblendete Priester, ungläubige Lehrer … Nur beten kann man für solche elende Heuchler, daß sie nicht ewig zugrunde gehen“ (8, Dezember 1968).

In Bayern läuft eine Geschichte um, die in witziger Verpackung ein schneidendes Urteil enthält: Ein Organist ist wegen der liturgischen Neuerungen verzweifelt und irrt im Wald umher. Da erscheint ihm Gottvater und will ihn trösten und fragt, zu welcher Diözese seine Pfarrei gehöre. Zur Diözese des Kardinals Döpfner.

„Als Gott der Herr diese Antwort hört, setzt er sich schweigend neben den Kirchenmusiker und weint mit ihm“ (7, November 1968).

Vultum Domini quaerere oder es geht ums Geld!

Joan_of_Arc

Unsere Mini-Reihe Der Frühling ist vorüber, meine Damen von Hilary White vom Dezember 2016, die um von der geplanten Zerstörung der kontemplativen Orden handelt, welche durch Bergoglio und Konsorten mit den Richtlinien Vultum Domini quaerere initiiert wurde, fand nicht sehr viele Leser. Kein Wunder, denn man interessiert sich wenig dafür, was einen selbst persönlich nicht betrifft. Wir werden zwar auch von Ordensfrauen gelesen (jawohl!), aber wohl von keinen kontemplativen Nonnen, was auch sehr für die Letzteren spricht. Obwohl Hilary White sehr gründlich und analytisch denkt, sowie keine Angst hat die Konsequenzen der bergolianischen Gesetze zu Ende zu denken, so hat sie doch etwas übersehen, was eigentlich jedem offensichtlich ist, der über ein Mindestmaß an krimineller Energie verfügt.

Warum soll es den kontemplativen Orden an den Kragen gehen?

Weil dies Geld einbringt und Bergoglio braucht welches, um seine Gefolgsleute finanziell zu belohnen, denn Erpressung ist zwar gut, aber Belohnung ist besser. Man kann auch als Antipapst nicht ganz allein die Kirche zerstören, man braucht dazu ein Netzwerk, die Gay-Mafia zum Beispiel, welche das Projekt Destruktion in Angriff nimmt.

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Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (1 von 6)

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Wir wollen die Prädestinations-Reprobationspredigt des hl. Leonard von Pont Mauritius ein wenig mit dem Beitrag von Kurt Hutten auflockern, obwohl man wirklich nicht sagen kann, ob dies ein leichteres Thema ist. Kurt Hutten ist ein Protestant und daher gewohnt, dass man sich spaltet und jeder Protestant mit seiner Bibel sozusagen selbst seine Kirche bildet. Katholiken sehen das anders, Katholiken spalten sich nicht.

Warum eigentlich nicht?

Weil man aus der Geschichte gelernt hat, dass eine Abspaltung von der Kirche immer im Untergang endet, was zuletzt die Altkatholiken erlebten und jetzt viele Sedisvakantisten erleben. Interessanterweise boten die Medien den konservativen Katholiken im Jahre 1970 kein Podium und heute eigentlich auch nicht, was wirklich interessant ist, da seit den Talkshows der 1990-ger jedem möglichen Spinner medialer Raum gewährt wird. Natürlich gab es im Jahre 1970 nur das Staatsfernsehen, welches, wie wir jetzt erfahren, sehr einseitig informierte. Warum? Weil dieselben Kräfte (FM?) das Fernsehen steuerten, welche das Konzil vorwärts trieben. Anders ist dieses Vorgehen ja nicht erklärbar und zeugt von fehlender Objektivität des Staatsfernsehen, Verzeihung, der „öffentlich-rechtlichen“ Medien. Deswegen kennt kaum ein Mensch die Argumente der Traditionalisten, weil diese seit 1970 nirgendwo zu Wort kamen.

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DBK erlaubt Kommunion für Protestanten­. Warum?

Hell

Als DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) nach Deutschland kam und nach und nach die „konservativen“ katholischen Medien wie kath.net entdeckte, wir sprechen von der Zeit vor Franziskus, obwohl kath.net eher neukonservativ war, so wunderten ihn die dort befindlichen gehässigen Kommentare über die DBK, mutatis mutandis über die ÖBK und die Schweizer Bischofskonferenz, von denen die höflichsten lauteten, dass so wenig etwas Gutes aus Nazareth kommen, so wenig  etwas Katholisches von der DBK kommen kann. DSDZ war zu damaliger Zeit noch recht naiv und durch seine Heimat geprägt, wo die Bischöfe als:

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