Herz Jesu Litanei

 

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Obwohl wir hier eigentlich davon ausgehen können, dass jedem unserer Leser die Herz-Jesu-Litanei bekannt ist, so schadet es nicht diese nochmals abzubilden in der Hoffnung, dass die letzten Beiträge jemanden dazu inspirieren können sich eine Herz-Jesu-Statue zu kaufen, eine Herz-Jesu-Ecke einzurichten und mit der Herz-Jesu-Andacht ernsthaft zu beginnen. Wir werden diese Thematik sicherlich noch vertiefen, aber es ist Fakt, dass dort, wo sich im XIX Jhdt. die Herz-Jesu-Verehrung ausgebreitet hatte, die Feinde der Kirche an Boden verloren. So war auch die Herz-Jesu-Verehrung der ständige Begleiter des Kulturkampfes auf der katholischen Seite natürlich. Nach Vat. II ist selbstredend die Herz-Jesu-Verehrung eingebrochen oder diese wird nur noch „folkloristisch“ betrieben, sodass wir haben, was wir haben. Vielleicht denkt sich jemand:

Man betet also eine Litanei und alles wird besser?

Zuerst nicht, aber das häufige Beten dieser Litanei wird Sie so verändern, dass Sie früher oder später sehen werden, was zu tun ist und Sie werden es tun, weil Gott Ihnen durch das Beten zusätzliche Gnaden verleihen wird, um welche Sie in dieser Litanei ja bitten. Christus hat doch seine 12 Verheißungen nicht umsonst gegeben. Fangen Sie mit dem Beten an, dann können Sie sehen, wie sich die Verheißungen erfüllen. Von nichts kommt nichts. Amen.

Herz Jesu Litanei – deutsch

V./ A. Herr, erbarme Dich unser
V./ A. Christus, erbarme Dich unser
V./ A. Herr, erbarme Dich unser
V./ A. Christus höre uns
V./ A. Christus erhöre uns

Gott Vater im HimmelA.erbarme Dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist

Heiligste Dreifaltigkeit, ein Einiger Gott

Herz Jesu, des Sohnes Gottes A. erbarme Dich unser
Herz Jesu, im Schoße der Jungfrau Maria vom Heiligen Geiste gebildet
Herz Jesu, mit dem Worte Gottes wesenhaft vereinigt
Herz Jesu, unendlich erhaben
Herz Jesu, Du heiliger Tempel Gottes
Herz Jesu, Du Zelt des Allerhöchsten
Herz Jesu, Du Haus Gottes und Pforte des Himmels
Herz Jesu, Du Feuerherd der Liebe
Herz Jesu, Du Wohnstatt der Gerechtigkeit und Liebe
Du Herz voll Güte und Liebe
Herz Jesu, Du Abgrund aller Tugenden
Herz Jesu, würdig allen Lobes
Herz Jesu, Du König und Mitte aller Herzen
Herz Jesu, in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind
Herz Jesu, in dem die ganze Fülle der Gottheit wohnt

Herz Jesu, das dem Vater wohlgefällt
Herz Jesu, aus dessen Gnade wir alle empfangen
Herz Jesu, Du Sehnsucht der Schöpfung von Anbeginn

Du Herz, geduldig und voll Erbarmen
Herz Jesu, reich für alle, die dich anrufen
Herz Jesu, Du Quell des Lebens und der Heiligkeit
Herz Jesu, Du Sühne für unsere Sünden
Herz Jesu, mit Schmach gesättigt
Herz Jesu, wegen unserer Missetaten zerschlagen
Herz Jesu, bis zum Tode gehorsam

Du Herz, durchbohrt von der Lanze
Herz Jesu, Du Quell allen Trostes
Herz Jesu, unsere Auferstehung und unser Leben
Herz Jesu, unser Friede und unsere Versöhnung
Herz Jesu, Du Opferlamm für die Sünder
Herz Jesu, Du Rettung aller, die auf Dich hoffen
Herz Jesu, Du Hoffnung aller, die in dir sterben
Herz Jesu, Du Freude aller Heiligen

V. Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
A. verschone uns, o Herr
V. Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
A. erhöre uns, o Herr.
V. Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
A. erbarme Dich unser.

Jesus, gütig und selbstlos von Herzen
A. bilde unser Herz nach Deinem Herzen

Lasset uns beten. – Gütiger Gott, aus dem geöffneten Herzen Deines Sohnes kommt die Fülle des Erbarmens. Hilf uns, dass wir seine Liebe nicht ohne Antwort lassen. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unsern Herrn.
A. Amen

 

Lateinischer Text: Litaniae de Sacro Corde Jesu

V./ A. Kyrie, eléison
V./ A. Christe, eléison
V./ A. Kyne, eléIson
V./ A. ChrIste, audi nos
V./ A. Christe, exáudi nos

Pater de caelis Deus, A. miserére nobis
Fili, Redémptor mundi, Deus, miserére nobis
Spíritus Sancte, Deus, miserére nobis
Sancta Trínitas, unus Deus, miserére nobis

V. Cor Jesu, Filii Patris aetérni, A. miserére nobis
Cor Jesu, in sinu Vírginis Matris a Spiiritu Sancto formátum, …
Cor Jesu, Verba Dei substantiáliter unítum, …
Cor Jesu, majestátis infinitae, …
Cor Jesu, tempi um Dei sanctum, …
Cor Jesu, tabernáculum Altíssimi, …
Cor Jesu, domus Dei et porta caeli, …
Cor Jesu, fornax ardens caritätis, …
Cor Jesu, justtiae et amóris receptáculum, …
Cor Jesu, bonitäte et´amóre plenum, …
Cor Jesu, virtútum ómnium abýssus, …
Cor Jesu, omni laude digníssimum, …
Cor Jesu, rex et centrum ómnium córdium, …
Cor Jesu, in quo sunt omnes thesáuri sapiéntiae et scintiae, …
Cor Jesu, in quo hábitat omnis plenitúdo divinitátis, …
Cor Jesu, in quo Pater sibi bene complácuit, …
Cor Jesu, de cujus plenitúdine omnes nos accépimus, …
Cor Jesu, desidérium cóllium aeternórum, …
Cor Jesu, pátiens et multae misericórdire, …
Cor Jesu, dives in omnes qui ínvocant te, …
Cor Jesu, fons vitae et sanctitátis, …
Cor Jesu, propitiatio pro peccátis nostris, …
Cor Jesu, saturátum oppróbriis, …
Cor Jesu, attrítum propter scélera nostra, …
Cor Jesu, usque ad mortem obédiens factum, …
Cor Jesu, láncea perforáturn, …
Cor Jesu, fons totius consolatiónis, …
Cor Jesu, vita et resurréctio nostra, …
Cor Jesu, pax et reconciliátio nostra, …
Cor Jesu, víctima peccatórum, …
Cor Jesu, salus in te sperántium, …
Cor Jesu, spes in te moriéntium, …
Cor Jesu, delíciae Sanctórum ómnium, …

Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi,
A. parce nobis, Domine
V. Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi,
A. exaudi nos, Domine
V. Agnus Dei, qui tollis peccáta mundi,
A. miserére nobis

Jesu, mitis et húmilis Corde.
A. Fac cor nostrum secúndum Cor tuum.

Oratio
V. Oremus
Omnípotens sempitérne Deus, réspice in Cor dilectíssimi Filii tui, et in laudes et satisfactiónes, quas in nómine peccatórum tibi persólvit, iísque misericórdiam tuam peténtibus tu véniam concéde placátus, in nómine ejúsdem Fílii tui Jesu Christi: Qui tecum vivit et regnat in sáecula saeculórum..
A. Amen.

Vollkommener Ablass

Ein vollkommener Ablass wird unter den gewöhnlichen Bedingungen demjenigen Christgläubigen gewährt, der approbierte Litaneien in frommer Gesinnung betet (vgl. Enchiridion indulgentiarum 1999).

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Fr. Urban Snyder, Das Heiligste Herz Jesu: Das einzige Herz des mystischen Leibes

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Manchmal begegnen uns fremde Texte von einer dermaßen großen spirituellen Aussagekraft, dass wir uns fragen, wer es war, der sie geschrieben hat. The Remnant, wo dieser Text 1978 veröffentlicht wurde, schreibt wie folgt:

Anmerkung des Herausgebers: Diese schöne Betrachtung zum Advent erschien zuerst 1978 in The Remnant. Sie wurde von Father Urban Snyder geschrieben — dem großen Trappistenpater, der seit vielen Jahren tot und begraben ist. Er ist einer der frühen Pioniere des traditionellen Katholizismus. Father Snyder, ein zutiefst spiritueller Mann und Beichtvater des verstorbenen Erzbischofs Marcel Lefebvre, war in den 1970er und 1980er Jahren Kolumnist bei The Remnant. Er war ein enger persönlicher Freund des Gründungsherausgebers von The Remnant, Walter L. Matt (RIP) und ein riesiges Beispiel für Priester, der nicht ein einziges Mal die Novus Ordo Messe gefeiert hat. Möge er in Frieden ruhen.  Reprinted from The Remnant, May 31, 1978. 

Wir haben es also mit dem Werk eines größtenteils vorkonziliaren Trappisten zu tun, welcher sich jahrzehntelang mit der Heiligkeit nährte. Es stimmt wirklich, dass die Alte Messe den geistlichen Sinn schärft und diejenigen, die sie ausschließlich besuchen, sehen vieles überhaupt oder sehen vieles klar. Es ist zwar der Wahlspruch der Dominikaner – aliis contemplata tradere – „anderen die Früchte der Kontemplation übermitteln“, aber Father Snyder als Trappist tut es auch. Irgendwo vergleicht hl. Thomas von Aquin die Früchte der Kontemplation mit dem Morgentau: es ist wenig da und er liegt kurz und deswegen muss man sich bemühen wirklich täglich den Tau aufzusaugen. Denn aus solchen Tagestropfen entstehen mit der Zeit solche Texte wie unten angegeben, der sich zur Meditation eignet. Was aber Father Snyder u.a. sagt, ist, dass wir durch unsere Sünden, auch lässliche Sünden, den ganzen Mystischen Leib Christi – die Kirche – verunreinigen und derentwegen alle leiden. Deswegen bekennt man in der hl. Messe oder auch außerhalb im Confiteor der ganzen himmlischen Schar hierarchisch seine Sünden:

Ich bekenne Gott dem Allmächtigen, der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, dem heiligen Erzengel Michael, dem heiligen Johannes dem Täufer, den heiligen Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen, und euch, Brüder, dass ich viel gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken: durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, den heiligen Erzengel Michael, den heiligen Johannes des Täufer, die heiligen Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und euch, Brüder, für mich zu beten bei Gott, unserm Herrn.

Man schädigt aber durch seine Sünden auch das Herz Jesu, dass für die Kirche schlägt.

Herz Jesu, im Schoße der Jungfrau Maria vom Heiligen Geiste gebildet (Litanei vom Heiligsten Herzen Jesu)

Unser Herr und Heiland Jesus Christus entstammte Adam „nach dem Fleische‟ (Röm 1, 3), weil Sein Leib, vom Heiligen Geist im Leib der Seligen Jungfrau gebildet, Fleisch von ihrem Fleisch und Bein von ihrem Bein war. Aber der Heilige Geist formte nicht nur das Heiligste Herz Jesu; Er beseelte Ihn ganz und gar im theologischen Sinn; „die Fülle der Gottheit‟, der Gnade, der Gaben des Heiligen Geistes, wohnten im menschlichen Herzen und der Seele Jesu vom ersten Augenblick an, weil sie nicht einer menschlichen Person gehörten, sondern der Person des eingeborenen Gottessohnes. Dieser jedoch war wahrer Mensch, weil die menschliche Natur aus einem menschlichen Leib und einer vernunftbegabten Seele besteht. Wir dürfen niemals die zentrale Wahrheit fallen lassen, dass in Jesus zwei Naturen sind, aber eine Person.

„Von Seiner Fülle haben wir empfangen Gnade über Gnade.‟ (Joh1,16). Die Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsten kam direkt vom Heiligsten Herzen Jesu, und sollte als die Frucht seines Leidens angesehen werden, jedoch besonders [als Frucht] der Öffnung Seiner Seite am Kreuz. Der Heilige Geist wird auf diese Weise gewissermaßen in die Welt freigesetzt, damit Er auf mystische Weise in jedem von uns das vollbringe, was er körperlich im Leib Mariens tat, d. h. Das Herz Jesu in uns bilden. Wir sollen, Stück für Stück, „alter Christus‟ [anderer Christus] werden, so ganz und gar eins mit unserem Haupt, um nur das zu lieben, was Er liebt, hassen, was Er hasst, und leiden, was Er leidet. „Macht euch nicht dieser Welt gleichförmig, sondern gestaltet euch um durch die Erneuerung eures Sinnes, um zu prüfen was der Wille Gottes, was gut, wohlgefällig und vollkommen ist.‟ (Röm 12, 2).

Ein Grund, warum Jesus erwählte, in absoluter Armut und Blöße am Kreuz zu sterben, jedes geschaffenen Gutes entkleidet, einschließlich Seines guten Namens, war es, unsere Aufmerksamkeit auf die einzigen Reichtümer zu richten, die wirklich zählen, namentlich der Besitz Seines Geistes, uns Sein Bild und Gleichnis in unseren Seelen.

In der Nacht vor Seinem Tod verkündete Jesus Seinen letzten Willen, Sein Testament, indem Er ankündigte, dass Er allen, die an Seinen Namen glauben, nichts mehr oder weniger als Seinen lebendigen Geist geben werde, welcher die Menschen durch die heiligmachende Gnade zu Teilhabern machen werde, zu Gliedern Seines Mystischen Leibes, lebendige Tempel Gottes, und Miterben des Königreiches, über das Er herrscht in Liebe und Frieden in alle Ewigkeit.

„Wenn ihr Mich liebt, so haltet Meine Gebote. Dann will ich den Vater bitten, und Er wird euch einen andern Beistand geben. Es ist der Geist der Wahrheit, Der in Ewigkeit bei euch bleiben wird. Die Welt kann Ihn nicht empfangen, weil sie Ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr jedoch kennt Ihn; denn Er wir dauernd in euch sein.‟ (Joh 14, 15 – 17).

„An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass Ich in Meinem Vater bin und dass ihr in Mir seid und Ich in euch. Wer meine Gebote liebt und sie hält, der ist es, der Mich liebt. Wer aber Mich liebt, den wird Mein Vater lieben und Mich ihm offenbaren.‟ (Joh 14, 20 – 21).

„Wer Mich liebt, bewahrt Mein Wort; Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. …‟ (Joh 14, 23)

Der Heilige Paulus war vielleicht mehr als alle anderen Apostel zutiefst getroffen durch unser Einssein mit Christus im Mystischen Leib, und das Einwohnen der Dreieinigkeit in unseren Seelen. Und es ist kein Wunder! Er konnte niemals den Blitz vergessen, der ihn auf der Straße nach Damaskus traf: „Saul, warum verfolgst du Mich?‟  „Wer bist du, Herr?‟ „Ich bin Jesus, Den du verfolgst.‟ (in meinen Brüdern, mit denen Ich eins bin, in denen Ich lebe) (Apg 9, 4 – 5).

Es überrascht also nicht, wenn Paulus später so kraftvolle Passagen schreibt wie:

„Wißt ihr nicht, daß eure Leiber Glieder Christi sind? Wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, Der in euch wohnt? Daß ihr somit nicht mehr euch selbst angehört? Ihr seid um einen teuren Preis erkauft. Darum verherrlicht Gott mit eurem Leibe!‟ (1 Kor 6, 15; 19 – 20).

„Wißt ihr nicht, dass ihr ein Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn einer den Tempel Gottes zugrunde richtet, so wird Gott ihn zugrunde richten. Denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.‟ (1 Kor. 3, 16-17)

Das Einwohnen Gottes in unseren Seelen und unser Einssein mit Christus in Seinem Mystischen Leib sind die Basis aller christlichen Würde, Tugendhaftigkeit, Sittsamkeit, Liebenswürdigkeit und wahrer „Menschenrechte‟. Zu erklären, dass Scheidung, Abtreibung, Geburtenkontrolle [wörtlich: Geburtenverhinderung Anm. d. Übs.] und andere Sünden gegen die Natur „Menschenrechte‟ seien, ist schlicht und einfach Blasphemie. Überdies beinhaltet jede Todsünde, die von einem getauften Christen begangen wird, im weiteren Sinn ein gewisses Element eines Sakrilegs, denn sie trotzt „dem Tempel Gottes‟, der wir sind. Alle werden dies in der Ewigkeit klar erkennen. Derweilen sollten wir Priester, ob gelegen oder ungelegen, wie es Paulus tat, die Heiligkeit der menschlichen Person als Glied (oder zumindest potenzielles Glied) Christi durch die Taufe und das Einwohnen der Dreifaltigkeit predigen. Dies ist das sichere und lebensnotwendige Gegengift gegen die kranke moderne Welt, wie der Heilige Paulus zu seiner Zeit erkannte. Deshalb betonte er diese Lehren am stärksten an den Orten, an denen die Moral am schlechtesten war, wie z. B. Korinth und Ephesus.

Unsere mutigen Kämpfer für das Leben, gegen Abtreibung und Euthanasie, müssen in hohem Maße bewundert und unterstützt werden, aber für meinen Teil wünsche ich zu sehen, dass sie effektiveren Gebrauch von den Reichtümern und der positiven Macht der christlichen Lehre machen; ich wünsche zu sehen, dass sie von der Politik des Minimalismus‛, des reinen Verteidigungskriegs, übergehen zur Atomkraft der vollen, katholischen, christlichen Lehre, die sogar die Teufel erzittern lässt. Wir müssen tatsächlich die Abtreibung und alle ähnlichen Verbrechen verdammen, aber ihren vollen Horror kann man nur im Licht des Rufes jedes Einzelnen sehen, ein lebendiges Glied Christi zu werden und ein Tempel des lebendigen Gottes. Besonders Kinder sollten gut in diesen Lehren unterrichtet werden, die so schön, so lebendig, so lebenswichtig und zentral für unseren Glauben sind.

Wenn jemand sich die Mühe macht im 3. Buch der Könige zu lesen (1. Könige in modernen Übersetzungen), wie der Prophet Elijas (oder Elijah) alleine gegen all die Priester des Baal stand, mag er eine gute Allegorie des Kampfes in unserer Zeit finden zwischen der wahren Religion Jesu Christi und dem Modernismus, oder der sogenannten Neuen Religion, die nicht wirklich neu ist, sondern eine Synthese alter Fehler, die in der heutigen Sprache ausgedrückt werden.

Was Elias auf dem Berge Karmel den „Kindern Israels‟ gesagt hat, könne er gut vielen Katholiken von heute sagen: „Wie lange noch wollt ihr nach beiden Seiten hinken? Wenn der Herr der wahre Gott ist, so haltet zu ihm! Ist es aber Baal, so folgt diesem!‟ Doch das Volk gab keine Antwort. Da sagte Elias zum Volke: „Ich allein bin als Prophet des Herrn noch übrig. Der Baalspropheten sind es vierhundertfünfzig Mann. Man gebe uns zwei Stiere. Sie mögen sich den einen Stier auswählen, ihn zerstückeln und auf das Holz legen, aber ohne Feuer anzulegen. Ihr ruft den Namen eures Gottes an, und ich rufe den Namen des Herrn an. Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott.‟ Und das Volk antwortete: „So ist es recht!‟.

Wenn wir lesen, wie die heidnischen Priester um den Altar herum hüpfen und tanzten und schrien (was in dem Bericht bezeichnenderweise vage und formlos bleibt), ist die Ähnlichkeit mit manchen modernen Priestern bemerkenswert; Und während die Priester Bals sich nur mit Messern und Lanzen verwundeten, verwunden ihre modernen Gegenstücke ihre Seelen und die anderer mit Sakrileg und Blasphemie. Ihre Opfer werden das Feuer des Heiligen Geistes nicht herunterziehen.

Elias ließ die heidnischen Priester bis zum Nachmittag weitermachen. Dann ging er an die Arbeit und „Er richtete nun den niedergerissenen Altar des Herrn wieder auf. Entsprechend der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs (d. h. die Mitglieder der wahren Kirche im Alten Testament) … nahm Elias zwölf Steine. Aus den Steinen erbaute er einen Altar im Namen des Herrn und zog rings um den Altar einen Graben, … Dann schichtete er das Holz auf, zerstückelte den Stier und legte ihn auf das Holz.‟ Danach ordnete er an, dass zwölf Krüge Wasser über den Stier gegossen werden sollten, „… so daß das Wasser rings um den Altar floss. Auch den Graben ließ er mit Wasser füllen.‟ (3 Kön/1 Kön 18, 21 b – 40, hier mit Auslassungen).

Elias ist hier sicherlich eine Art Christus, unser Hohepriester, und das Opfer auf dem Holz deutet auf Christus, unseren Erlöser hin, der am Kreuz für die Sünden der Welt starb. Als dann beim Gebet des Elias Feuer vom Himmel fiel, verzehrte es nicht nur das Opfer und das Holz, sondern auch „… die Steine und die Erde und leckte das Wasser im Graben auf.‟  Mit einem Wort, alles verglühte, schwebte nach dem Brauch zu Gott. So verglüht auch der Heilige Geist die Herzen, d. h. er macht die steinernen Herzen der Glieder der wahren Kirche, die in Christus leben und sterben, übernatürlich und göttlich; und Er tut dies so gründlich, das nicht einmal mehr der Staub, zu dem die Steine zunächst abgebaut werden, gefunden werden kann; dieser Staub entspricht dem, was die Theologen die Überreste oder Überbleibsel der Sünde nennen, d. h. böse Tendenzen, die in der Seele verbleiben – nicht einmal mehr das, oder das Wasser unserer angeborenen menschlichen Schwäche kann weiterhin gefunden werden, wenn die Seele ganz und endgültig gereinigt und für den Himmel bereit ist, durch das Feuer des Heiligen Geistes.

Father Mateo, der große Apostel des Heiligsten Herzens, pflegte zu sagen, dass für ihn die Verehrung des Heiligsten Herzens vor allen Dingen Aufopferung der Heiligen Messe und Hingabe an das Heiligste Sakrament bedeute. In jeder gültigen Messe wird Jesus, unser Hohepriester, auf dem Altar gegenwärtig, in der selben Natur, die er am Kreuz hatte. Indem Er dem Ewigen Vater Seine Wunden zeigt, fleht Er beständig, dass der Heilige Geist in die Welt gesandt wird, und in die Herzen der Menschen, die willens sind, Ihn zu empfangen. Und wenn die Seele sich an Gott festmacht, kann letztendlich nichts der Reinigungsaktion widerstehen, die das Feuer Gottes bringt, obgleich für die meisten von uns die Vollendung des Werkes im Fegefeuer stattfindet, wo die Feuerprobe stattfindet, ohne Verdienst. Nichts verunreinigtes kann in den Himmel eingehen (vgl. Apk 21 – 27). „Vollkommen ist, was er tut; denn alle seine Wege sind recht.“ (Deut 32,4) Aber so oder so werden für jede Seele, die „Im Herrn stirbt‟, die Worte des Propheten erfüllt: „Ich will ihnen ein neues Herz geben und einen neuen Geist in ihr Inneres legen. Ich werde das Herz von Stein aus ihrem Leibe entfernen und ihnen ein Herz von Fleisch geben, … Sie werden Mein Volk sein und Ich werde ihr Gott sein.‟ (Ez 11, 19-20).

Das „eine Herz‟ und der „neue Geist‟ sind nichts anderes als das Heiligste Herz Jesu und die Perfektion Seines Geistes. Es kann kein anderes Herz im Mystischen Leib [Jesu] sein, weil kein Kind Adams, nicht ein mal die heiligste Mutter Gottes, in der Lage ist, auch nur den geringsten Akt übernatürlicher Tugend zu vollbringen, in Zeit und Ewigkeit, außer in dem und durch das Heiligste Herz Jesu. Er ist der Weinstock, wir sind die Rebzweige, ohne Ihn können wir nichts tun.

Jede Anrufung in der Litanei vom Heiligsten Herzen drückt ein göttliches Mysterium aus, ewig, unendlich, immer-lebend und immer-heiligend in ihren Wirkungen, wenn wir keine Hindernisse aufstellen. Jedes Geheimnis verleiht seine eigenen Gnaden, und wenn Sie die volle Gnade eines jeden dieser Geheimnisse empfangen haben, werden Sie ein Heiliger. Es ist daher weise, die Anrufungen der Litanei vom Heiligsten Herzen zu schätzen, einen Vorrat davon im Schrank des Gedächtnisses bei sich zu tragen und sie im täglichen Leben als Sauerteig zu verwenden. Es gibt für jeden Bedarf etwas, und jede Seele findet etwas Anziehendes.

Natürlich braucht man keine spezielle Gebetsformel, um die grenzenlosen Gnaden des Herzens des Erlösers auf sich zu ziehen. Sogar ein Seufzer oder ein flüchtiger Blick auf sein Bild genügt. Aber es ist weise, sich einige Stoßgebete anzugewöhnen, die in Zeiten der Belastung leicht über die Lippen kommen. Manche Leser mögen sich nun erinnern, wie, als Bernadette Keenan starb, sie bis zum allerletzten Ende betete und sehr oft auf Latein wiederholte: Omnia pro Te Cor Jesu (alles für Dich, Herz Jesu)!

Da ich weiß, wie schwer es für eine sterbende Person ist, in einer anderen als der Muttersprache zu beten, war ich fasziniert und fragte ihre Schwester dazu. Sie antwortete, dass Bernadette als Schulkind einen Hymnus zum Heiligsten Herzen lernte, in dem dieser lateinische Satz den Höhepunkt jeder Strophe bildete, wenn ich dieses Wort verwenden darf. Dieser Hymnus entsprach so sehr den Gefühlen ihres Herzens, dass er sozusagen ihre Erkennungsmelodie wurde; man könnte ihn sogar ihren „Kampfhymnus‟ nennen, so sehr glich ihr Geist dem der Jeanne d‛Arc. In Jahren unglaublicher Versuchungen und Leiden rief Bernadette dieses Lied in Augenblicken großer Anspannung aus.

Selbstverständlich wurde der Satz Omnia pro Te Cor Jesu ebenfalls eine bevorzugte Ausrufung. Sie hätte nicht die Gnade gehabt, dies im Sterben zu wiederholen, wenn sie es im Leben nicht oft, sehr oft, wiederholt hätte.

Hier also der Text von dem, was man nun „Das Lied von Bernadette Kennan‟ nennen könnte:

Das Leben auf der Erde ist ein Krieg,
Feinde im Innern, Feinde von außen.

Jesus! Jesus! – siehe, der Versucher
Flieht vor diesem Schlachtruf.
In der erbitterten endlosen Schlacht
Lasst unseren ruhigen Kriegsruf sein:
Omnia pro Te, Cor Jesu.
Herz Jesu, alles für Dich!
Dies soll den erschöpften Arm ermutigen,
Dies soll die verstohlene Träne trocknen,
Dies soll die vergeudete Qual lindern
Die das Herz im Geheimen fühlt.
Immer soll in meinem Herzen schlummern,
Oft soll‛n meine Lippen sprechen:
Omnia pro Te, Cor Jesu,
Alles für Dich, o Heiliges Herz!
Alle Dinge, alle Dinge, schwer und leicht,
Hoch und tief und hell und dunkel:
Nicht zu armselig als Opfer,
Nicht zu klein für Dich:
Gesundheit, Krankheit, Ruhe, Arbeit,
Die große Begeisterung der Freude, der scharfe Verstand des Kummers
Omnia pro Te, Cor Jesu.
Alles für Dich, o Heiliges Herz!
Alles, ja, – ich will nicht missen
Einen Teil meines Brandopfers:
Alles: Denken, Reden, Tat und Fühlen.
Jeden Schlag von meinem Herz.
Dein bis in den Tod und Dein für immer –
Der Ruf meines Herzens im Himmel wird sein:
Omnia pro Te, Cor Jesu!
Herz Jesu, alles für Dich.

(Alle Bibelstellen entnommen der Übersetzung von Henne/Rösch)

Quelle: https://remnantnewspaper.com/web/index.php/articles/item/3937-the-sacred-heart-of-jesus-only-heart-of-the-mystical-body

Juni der Monat der Herz-Jesu-Verehrung (2 von 2)

Bevor wir uns der patristischen Exegese des Evangeliums des Herz-Jesu-Festes zuwenden, ein paar kritische liturgische Anmerkungen. DSDZ (dem Schreiber dieser Zeilen) wird oft von einer frommen Ordensschwester vorgeworfen, dass er mit diesen polemischen Spitzen und Seitenschlägen all das Gute und Fromme seiner Texte minimiert oder vielleicht ganz aufhebt. Man ist leider heutzutage  gewohnt, dass man „miteinander“ „harmoniert“ und die Frömmigkeit einen in „eine bessere Welt versetzt“, um es mit Schuberts Worten „An die Musik“ zu sagen. Dies tut sie tatsächlich, aber Frömmigkeit darf niemals Weltflucht bedeuten. DSDZ stellt fest, dass je mehr jemand ein, sagen wir es, „naturalistisches“ Leben pflegt, desto spiritualistischer seine Frömmigkeit ist. Um es einfacher und ohne Fremdwörter (seufz!) zu formulieren: lebt man wie ein „Schweinderl“, so lechzt man nach den Sternen. Weil das eigene Leben dermaßen der Frömmigkeit fremd ist, so muss die Frömmigkeit etwas Lebensfremdes sein, sonst würde man selbst ja schlecht dastehen. Dies erklärt auch z.B. die Diskrepanz der höchst frommen gloria.tv Beiträgen und der höchst unfrommen Kommentaren, welche oft von denselben Personen getätigt werden. Je mehr man aber geistlich fortschreitet, desto einheitlicher wird alles. Deswegen behalten wir hier unsere Spitzen bei, weil sie auch unser aller Leben ausmachen.

Die Kirchenväter kommentieren unten Joh 19, 31-35 Stelle, welche im Alten Ritus das Herz Jesu Fest begleitet. Nicht aber im Novus Ordo, was sehr interessant ist, denn:

  • im Lesejahr A liest man Joh 6, 51-58;
  • im Lesejahr B liest man Joh 19, 31-37;
  • im Lesejahr C liest man Lk 15, 3-7.

Dies bedeutet, dass man nur einmal alle drei Jahre am Hochfest Herz-Jesu das eigentliche Evangelium vom Herz-Jesu-Fest liest. Ist das nicht witzig? Und warum tut man das? Damit man vergisst, wie wir woanders bereits schrieben. Es ist doch unmöglich, dass Sie in die Tiefen eines Festes kommen, das einmal im Jahr gefeiert wird, wenn Sie das betreffende Evangelium nur alle drei Jahre hören, wobei 1095 Tage dazwischen liegen. Natürlich konnten die „Reformer“ sagen, dass durch die zusätzlichen Evangelien oder Lesungen die theologische Fülle des Festes besser zum Vorschein kommt. Diese kommt aber nachweislich nicht zum Vorschein, wenn wir uns das Niveau der Predigten unserer Geistlichen, insbesondere der Hausgeistlichen mancher Orden, anhören, welche jeglichen Tiefgang vermissen lassen. Warum? Weil man sich sehr einschränken muss, um den Tiefgang zu erhalten. Sie betrachten ja zuerst eine Szene aus dem Leben Jesu, eine göttliche Eigenschaft etc. Sie betrachten also nicht alles auf einmal, denn dann betrachten Sie gar nichts. Versuchen Sie doch einmal den Moment der Durchbohrung des Herzens Jesu durch den Soldaten zu betrachten. Die Höhe des Einstichs, die Art der Lanze, die Bewegung des Soldaten, sein Ausholen, das Geräusch des durchbohrten Fleisches etc. Ja, es ist sehr direkt, sehr plastisch und sehr konkret, aber erst durch dieses Konkrete gelangen Sie in die Tiefe. Die Kirchenväter vergleichen das Herz mit Noahs Arche, mit der Quelle, mit dem Grunde. Es ist wirklich eine Quelle, aus der man zu trinken hat, denn die Fortsetzung der Ausströmung findet ja durch die Sakramente statt. Keine Herzdurchbohrung, keine Sakramente, kein Gnadenfluss. Und dieses Ausströmen findet ja ständig  dort statt, wo Sakramente, ja auch im Novus Ordo, denn sie sind gültig, gespendet werden. Hauptsächlich natürlich in der Eucharistie, in der Wesenwandlung am Altare, dort, wo sie tatsächlich stattfindet.  Katholizismus ist also nicht nur spirituell, er ist höchst konkret. Das fleischlich-wirkliche Herz Jesu wurde am Kreuze durchbohrt, es strömte real Wasser und Blut aus, was in den Sakramenten real-spirituell immer noch stattfindet. Wie real Christi Tod war, so real ist seine Gnade. Menschen, die den Gnadenfluss stoppen wollen, was ihnen seit 1962 durch die „Reform“ aller Sakramente und die Neue Messe weitläufig gelungen ist, haben diese realistische Sicht des Geistlichen, sie wissen, dass dieses Ausströmen der Gnade etwas Wirkliches und das Eigentliche ist.  Deswegen reden Sie uns ein, dass es Humbug oder „kollektives Bewusstsein des religiös sozialisierten Menschen“ ist, anders formuliert, wenn sich jemand einbildet es ist Gnade, dann ist es für ihn, in diesem Augenblick auch Gnade, womit die subjekttheoretische Sicht der Sakramente kurz geklärt wäre. Weil Gott aber allmächtig ist, so können dies Feinde Gottes den Gnadenfluss nicht gänzlich stoppen. Sie können ihn mindern und verunreinigen. Wären Sie längere Zeit in der Wüste unterwegs und völlig dehydriert, dann würden Sie das Wasser aus jeder dreckigen Pfütze trinken, ohne viel nachzudenken. Der Durst wäre stärker. So erhalten wir auch das Wasser der Sakramente, dort wo sie überhaupt stattfinden, aus der Dreckspfütze der priesterlichen Sünden. Sie bekommen auch Wasser, aber all diesen Schlamm schlucken Sie gleich mit. Das Wasser ist rein, das Rohr verdreckt, daher fordert die Kirche von ihren Priestern einen heiligen Lebenswandel, damit die Gnadenausteilung an die Gläubigen nicht leidet. Priestertum, wie die Ehe, ist ein soziales Sakrament. Dies bedeutet es ist der anderen wegen errichtet worden, nicht der eigenen Heiligung wegen, wozu andere Sakramente dienen. Und so fließt aus dem Heiligsten Herz-Jesu in den Sakramenten uns Seine Gnade zu und nicht einmal unsere Geistlichen können dies ändern.

 

Joh 19, 31 – 35: Es war Rüsttag. Da baten die Juden Pilatus, er möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und sie vom Kreuze abnehmen lassen, damit sie nicht den Sabbat über am Kreuze blieben. Jener Sabbat war nämlich ein hoher Feiertag. So kamen denn die Soldaten und zerschlugen dem einen wie dem andern der Mitgekreuzigten die Beine. Als sie aber zu Jesus kamen, sahen sie, daß er schon tot war. Darum zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten duchbohrte seine Seite mit einer Lanze, und sogleich floß Blut und Wasser heraus. Der dies gesehen hat, legt Zeugnis davon ab und sein Zeugnis ist wahr. Er weiß, daß er die Wahrheit spricht, damit ihr glaubt. (Henne/Rösch)

 

(7) Auslegung vom Heiligen Bischof Augustinus:

„Einer der Soldaten öffnete mit der Lanze seine Seite und sofort kam Blut und Wasser heraus.“ Ein vorsichtiges Wort hat der Evangelist gebraucht, indem er nicht sagte: Er hat seine Seite durchstochen oder verwundet oder sonst ein Wort, sondern: er hat sie „geöffnet“, damit dort gewissermaßen die Türe zum Leben aufgetan würde, von wo die Sakramente der Kirche ausströmten, ohne die man zum Leben, wenn es ein wirkliches Leben sein soll, nicht eingehen kann. Jenes Blut, das vergossen wurde, wurde vergossen zur Vergebung der Sünden. Jenes Wasser mischt einen heilbringenden Becher; dies gewährt sowohl Bad als auch Trank. Das verkündete im Voraus der Umstand, daß Noe an der Seite der Arche die Türe anbringen ließ, durch die die Tiere, die nicht in der Flut untergehen sollten, eingehen konnten; und durch diese wurde die Kirche vorgebildet.

 

(8) Auslegung vom heiligen Johannes Chrysostomus:

Hier kannst du die Macht der Wahrheit sehen. Durch das, was die Juden tun, wird erfüllt, was prophezeit ist, denn auch hier erhält wieder eine solche (Weissagung) ihre Erfüllung. Es kamen also die Soldaten und zerbrachen die Gebeine der anderen, aber nicht die von Christus; sondern sie öffneten, um sich die Gunst der Juden zu verschaffen, seine Seite mit einem Speere und verhöhnten ihn nach dem Tode. Ist das nicht eine ganz entsetzliche und frevelhafte Gesinnung! Lass dich trotzdem nicht in Verwirrung bringen, Geliebtester; denn in dem, was jene in boshafter Absicht taten, dienen sie nur der Wahrheit; hier erfüllt sich die Vorhersage, die da lautet: „Sie werden schauen auf den, den sie durchbohrt haben.“ Aber nicht das allein (sollte sich erfüllen), sondern auch denen, die nicht glauben wollten, ist hiermit ein Beweismittel zum Glauben geworden, wie dem Thomas und denen, die bei ihm waren. Überdies wurde hier auch ein tiefes Geheimnis bekräftig; denn „es kam Blut und Wasser heraus“. Nicht zufällig und einfachhin sprudelten diese Quellen, sondern aus dem Grunde, weil aus diesen beiden die Kirche sich bildete.

 

(9) Auslegung vom heiligen Bischof Bonaventura:

Damit ferner aus der Seite des schlafenden Heilandes die Kirche gebildet würde, ließ es der göttliche Ratschluß zu, daß einer von den Soldaten mit einer Lanze jene heilige Seite öffnete und durchbohrte; es sollte nämlich durch das Ausströmen von Blut und Wasser der Preis unseres Heiles ausgeschüttet werden; dieser sollte, aus dem geheimnisvollen Borne, nämlich seines Herzens kommend, den Sakramenten der Kirche die Kraft geben, das Gnadenleben zu vermitteln, und er sollte für die in Christus bereits lebendig Gewordenen ein Trank lebendigen Wassers werden, das übergeht ins ewige Leben. Erhebe dich also, Seele, die du Christus liebwert bist, werde nicht müde, wachsam zu sein, lege dort deinen Mund an, um Wasser zu schöpfen aus den Quellen des Heilandes.

(Band 2, S. 863 f.)

 

Juni der Monat der Herz-Jesu-Verehrung (1 von 2)

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Es ist schwierig sich klar zu machen, dass das Geistige und Übernatürliche das Eigentliche ist, weil es ewig und unveränderlich ist. DSDZ [dem Schreiber dieser Zeilen] wird immer mehr deutlich, dass die kleinen oder größeren unerwarteten Katastrophen, die sein Leben begleiten, Abbilder der spirituellen Wirklichkeit sind, sprich: bevor etwas Spirituell-Positives eintritt, bekommt der Dämon die Erlaubnis ihm zu schaden und zwar direkt proportional zu dem künftigen Gut.

Warum ist es so?

Aufgrund der Gerechtigkeit Gottes, siehe Prolog des Hiob-Buches (Hiob 1,6-11; 2,1-5). Bevor Hiob der Zuwachs der Gotteserkenntnis, von der wir alle heute zehren, und des künftigen irdischen Glücks zuteil wurde, durfte ihn der Teufel quälen. Wenn aber Gott sogar dem Teufel gegenüber gerecht ist, wie erst uns gegenüber, die wir versuchen seinen Willen zu tun? Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, diese Angriffe nicht erleben, dann bedeutet dies, dass Sie sich noch unter dem Radar des Teufels befinden und Sie seinem Reich nicht schaden. Es kann auch sein, dass diese Angriffe dermaßen weltlich und in ihren Alltag eingeschrieben sind, dass Sie ihren spirituellen Ursprung nicht erkennen. Obwohl DSDZ die katholische Gnadenlehre mittlerweile recht gut kennt und anerkennt, dass Gott unser jegliches Tun, das nach dem übernatürlichen Gut hingeordnet ist, ermöglicht, unterstützt und begleitet, so besteht das Leben von DSDZ aus der Abfolge von Willensakten, die höchst mühsam sind. Es ist so als würden Sie mit einem Sandsack, der immer schwerer wird, behängt einen Klimmzug nach dem anderen machen. Mühevoll, mühevoll und mühevoll.

Und wo ist die Gnade?

Die ist irgendwo da drin, denn die Klimmzüge finden ja statt. Vielleicht erleben Sie, werter Leser, werte Leserin, dasselbe und wundern sich, ob Sie etwas falsch machen. Nein, Sie machen schon alles richtig, denn das irdische Leben ist mühevoll. Ist Ihr Leben es nicht, dann bedeutet dies, dass der Teufel Sie nicht angreift, weil er dies nicht muss. Der Energieerhaltungssatz gilt auch in der Dämonenwelt. Die strengen sich nicht mehr an als sie müssen bzw. bekommen von Gott keine Erlaubnis dazu. Als DSDZ viel jünger war, so dachte er, dass gerade die Befreiung von den irdischen Plagen das geistliche und das intellektuelle Leben beflügeln würde. Er dachte auch, dass insbesondere die Geistlichen, die ja davon frei sind, besonders spirituell und intellektuell hochentwickelt sein müssten. Dies ist aber nachweislich nicht der Fall und ist es niemals gewesen, siehe Heiligenlebensläufe, da die Heiligen wirklich harte Leben hatten. Gott prüft uns in allem und stellt immer neue Aufgaben vor uns, damit wir wachsen. Es ist wirklich wie beim Sport: wenn Sie bestimmte Muskelgruppen bis zum Umfallen trainieren, dann bekommen Sie Muskelzuwachs und haben eine gute Figur. Ohne diese Mühe und Plage geht es nicht. Interessanterweise ist es so, dass seitdem das äußere Leben von DSDZ viel härter geworden ist, er innerlich sehr gewachsen und viel gelassener geworden ist. Wie gut doch Gott einen erzieht.

Aber all das Plagende, Alltägliche und Banale verdeckt dennoch, zusammen mit der wachsenden Müdigkeit, den Blick auf die ungetrübte göttliche Wirklichkeit, welche so blau-strahlend ist wie der Himmel, den das Flugzeug erst auf einer bestimmten Höhe erreicht, nachdem es die Wolkendecke hinter sich gelassen hatte. Die unveränderliche, geistige Wirklichkeit des Monats Juni ist die Herz-Jesu-Verehrung. In der Heimat von DSDZ wird immer noch im Juni vor dem ausgesetzten Allerheiligsten die Herz-Jesu-Litanei im Knien gebetet, was die Juni-Andacht ist. Dies könnte man natürlich auch in den deutschsprachigen Ländern wieder einführen, was aber nicht passieren wird, weil die Pastoralassistentin es nicht will, man „gestaltet“ ja nicht, und der Pfarrer vor ihr und seinem eigenem Ordinariat Angst hat, welches ihn des „Krypto-Lefebrismus“ und/oder des „Neu-Pelagianismus“ bezichtigen könnte. Denn man darf in der Kirchensteuerkirche alles sein außer fromm. So ist es nun mal. Deswegen werden wir nirgendwo zu der Herz-Jesu-Verehrung angeleitet, weil diese kaum praktiziert wird. DSDZ war kein großer Herz-Jesu-Verehrer bis er vor ein paar Monaten einer Eingebung zufolge sich zwei Herz-Jesu-Statuen zulegte, die wieder einmal in Südtirol geschnitzt wurden. Er ließ sie auf Lateinisch nach dem Rituale Romanum, diesmal ohne Krach, segnen und er spürt seitdem, wie von ihnen eine wohltuende, spirituelle Wirkung ausgeht. Ja, ungesegnet ist es nur ein Stück Holz, gesegnet ist es ein Sakramentale, das aktuelle Gnaden spendet und die Dämonen verjagt. Da wir hier mit der deutschen Gründlichkeit die Preise angeben, so sei hinzugefügt. Die größere Figur (Artikelnummer: 005-2016)  ist 13 cm groß und kostete 56 €, die kleinere (Artikelnummer: 027-10062), die etwas „chinesisch“ geworden ist und an die armen Katholiken in China erinnert, sie ist 7 cm groß und  kostete 25,20 €.  Wie sie sehen weichen, beide Figuren ein wenig von den Vorgaben auf der Website ab, was nicht unbedingt ihnen zum Nachteil gereicht. Jeder Schnitzer schnitzt ein wenig anders nach dem Vorgaben und Sie erhalten wirklich ein Einzelexemplar. Auf die eventuelle Frage antwortend, ob DSDZ wirklich glaubt seinen Katholizismus dadurch zu steigern, dass er sich mit gesegneten Figuren umgibt, so antwortet er ein klares: „Ja“. Denn aus eben demselben Grunde wurden fast alle geweihten Statuen nach dem Konzil aus den Kirchen entfernt, damit sie die Dämonen nicht stören, denn fast allen Menschen, außer den „Reformtheologen“,  haben sie gefallen. Jetzt sollen die Kapellen so aussehen, aber das ist ein anderes Thema. Eine fromme Frau warf DSDZ vor, dass er durch seine Anregung den Kreuzweg zuhause zu beten die Menschen aus der Kirche wegzieht. Dies ist ein legitimer Einwand, aber er setzt voraus, dass

a. in der Kirche qua Kirchengebäude,

b. tatsächlich religiöse Praktiken stattfinden,

c. durch welche sich der Gläubige heiligt,

d. und eventuell Ablässe erlangen kann.

In der Wohnstätte von DSDZ, wo sich auch ein Dom befindet, findet in keiner ihm bekannten Kircher ein liturgisch vorgesehener Kreuzweg statt, bei dem das Leiden Christi und nicht die neuste Wal- oder Flüchtlingsrettungsaktion betrachtet wird. Es findet also (b) bis (d) nicht statt, welche Zuhause stattfinden können, wodurch man die Ablässe erhält. DSDZ und nicht nur er hat in manch einer Kirche okkulte Symbole gesehen, welche von denen hinterlassen wurden, die wissen, dass sie wirken. Durch den nachkonziliaren Bildersturm gibt es kaum etwas Heiliges oder Geweihtes und da die Priester, die in diesen Kirchen ihren Dienst verrichten fast allesamt Konkubinarier sind, so verpesten sie, allein durch ihre Anwesenheit als „Kloaken der Unreinheit“ (La Salette) den immer noch geweihten Ort der Kirche. Ja, es gibt Menschen, die diese Ausdünstungen der Sünde spüren können und es ist sehr quälend.  Wir alle müssen uns wirklich klar machen, dass Liturgie etwas Reales und Echtes ist. Es ist etwas spirituell Wirkendes und Wirksames, aber nur dann, wenn es wirklich rubrizistisch und vorschriftsgemäß zelebriert wird. Daher ist jeder Verstoß gegen die Zelebration eine lässliche bis schwere Sünde. Statt Heiligkeit findet Sünde statt.  Wenn Sie also in eine moderne Kirche gehen, wo die Pastoralassistentin mit dem Konkubinarier-Pfarrer z.B. den Kreuzweg oder die Herz-Jesu-Litanei „gestalten“, damit „die Menschen es verstehen können“, dann verunreinigen Sie sich geistlich und spüren es irgendwie, obwohl sie es ja nicht bewusst machen. Deswegen ist wohl auch dieser ganze liturgische Experimentalismus eingeführt worden, damit man Gott beleidigt und die Menschen sich geistlich verunreinigen, obwohl sie es im guten Glauben tun. Wenn Sie jemanden im guten Glauben mit Rattengift füttern, weil Sie glauben es sei Medizin, dann wird er dennoch vergiftet. Deswegen werden Sie wirklich mehr geheiligt, wenn Sie im Gnadenstand, bei sich Zuhause, vor geweihten Gegenständen die Herz-Jesu-Litanei beten als wenn Sie zu einer „gestalteten“ Andacht in eine oben beschriebene Kirche gehen würden. Sie würden sich dennoch mehr heiligen, wenn Sie:

a. vor dem hl. Altarssakrament,

b. mit einem Priester im Gnadenstand,

c. in einer geweihten Kirche mit nach Rituale romanum geweihten Gegenständen,

d. mit anderen Gläubigen, die sich im Gnadenstand befinden,

e. gemeinsam die Herz-Jesu-Litanei beten würden.

 Ja, von mehr kommt mehr und das Gemeinschaftsgebet ist wirklich wirkungsvoller, weil sich die Heiligkeit oder der Gnadenstand eines jeden subsumiert. DSDZ hat oft Sehnsucht nach solchen Gemeinschaftserlebnissen, nach gemeinsamem Beten mit Menschen, die im Gnadenstand sind. Wenn Sie denken, dass dies in einer jeden Ordensgemeinschaft der Fall ist, dann irren Sie sich. Die Sünde überlagert die wenige Heiligkeit, wie die falschen Töne die richtigen Töne beim Chorgesang. Deswegen müssen wir uns zuhause Privatkapellen einrichten und uns selbst im Gnadenstand halten, denn wo kann man schon hingehen? Was Sie zuhause haben und beten, das ist Ihnen sicher. Ja, dies ist der „individualistische Neo-Pelagianismus“, den der Antipapst Franziskus anprangert, weil er weiß, dass jetzt neue Scharen von Einsiedlern in der Welt entstehen werden, um für die Kirche zu beten. Deswegen wurde Placuit Deo verfasst, um diese kommende Bewegung der Gebets-Ninjas, wie sie Hilary White nennt, wahrscheinlich nach dem kommenden Schisma, von vornherein zu verketzern. Kurz und gut: Sie können besser zuhause die Herz-Jesu-Litanei, nicht nur im Juni, beten, wenn Sie erstmal eine halbswegs geschmackvolle, denn Gott ist Schönheit, Herz-Jesu-Statue zuhause haben.

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Wie lauten denn die 12 Versprechen, die Christus der hl. hl. Margareta Maria Alacoque  gegeben hat?

  1. Versprechen: Ich werde die Häuser segnen, in denen das Bild meines Heiligsten Herzens aufgestellt und verehrt wird.
  2. Versprechen: Ich werde ihnen alle in ihrem Stande notwendigen Gnaden geben.
  3. Versprechen: Ich werde ihren Familien den Frieden schenken.
  4. Versprechen: Ich werde sie in all ihren Leiden trösten.
  5. Versprechen: Ich werde ihre sichere Zufluchtsstätte im Leben und besonders im Tode sein.
  6. Versprechen: Ich werde ihre Unternehmungen mit überreichen Segen begleiten.
  7. Versprechen: Die Sünder werden in meinem Herzen die Quelle und das unendliche Meer der Barmherzigkeit finden.
  8. Versprechen: Die lauen Seelen werden eifrig werden.
  9. Versprechen: Die eifrigen Seelen werden schnell zu großer Vollkommenheit gelangen.
  10. Versprechen: Den Priestern werde ich die Gabe verleihen, selbst die härtesten Herzen zu rühren.
  11. Versprechen: Die Namen aller, die diese Andacht verbreiten, werden in meinem Herzen eingeschrieben sein und niemals daraus getilgt werden.
  12. Versprechen: Ich verspreche allen, die an den ersten Freitagen neun Monate nacheinander kommunizieren werden, die Gnade eines bußfertigen Endes, so daß sie weder in meiner Ungnade noch ohne den Empfang der heiligen Sakramente sterben werden.

Hat denn DSDZ schon irgendetwas aus dieser Liste an sich selbst erfahren? Eigentlich nicht, weil diese Punkte recht allgemein gehalten sind. Er ist zwar viel gelassener geworden und fühlt sich geistlich besser beschützt, das ist aber auch alles. Er hat zwar vier Prozesse gewonnen, eine Abfindung seines ehemaligen Arbeitgebers erstritten, eine neue Arbeit gefunden, er bekam die Idee, am Ende einer Novene, seine Blogs kommerziell auszubauen, aber inwieweit dies den gesegneten Herz-Jesu-Figuren, die er Anfang Februar 2018 bestellt hatte, zu verdanken ist, entzieht sich seiner Kenntnis.

Es ist aber wirklich so, dass eine Herz-Jesu-Figur, die man ständig vor Augen hat zum Denken über die theologische Bedeutung des Herzens Jesu anregt.

Was ist denn das Herz Jesu eigentlich?

Es ist die Pforte der Mitteilung Gottes. Aus dieser Pforte entspringen die Sakramente der Kirche, entspringt die Kirche selbst. Jesus ernährt uns mit seinem Herzen und zwar buchstäblich, wenn man den jüngsten, aber auch den älteren eucharistischen Wundern glauben will. So stellte der Befund von Legnica (Liegnitz) fest:

„Die Gerichtsmediziner stellten fest, dass es sich um menschliches Gewebe eines Herzmuskels handelt. Der Zustand des Muskelgewebes sei dem einer Person vergleichbar, die gerade einen Herzinfarkt erlitten hat und im Sterben liege, so die Wissenschaftler.“[1]

Wir essen also das Herz Christi, denn das ist sein eucharistischer Leib. Ist das nicht Wahnsinn? Und Er selbst hat es gewollt. Deswegen werden wir auch in Christus gewandelt, weil Er – und zwar buchstäblich – zu unserer Speise wird. Viele Heilige haben die Dimension des Herzens Jesu geahnt und diese höchst emotional beschrieben, wie z. B. hl. Bernhard von Clairvaux in seiner u.a. Predigt. Ja, diese Verehrung war schon lange in der Kirche vorhanden bevor Pius IX sie am 18. Mai 1856 auf die ganze Kirche ausdehnte. Wir stellen hier die deutsche Übersetzung der zweiten Nokturn des Tridentinischen Breviers (Das kirchliche Stundengebet oder Das römische Brevier. Übersetzt und erklärt von Erzpriester Stephan, Regensburg -Pustet 1926, Band 2, S. 863 f), damit wir alle an den verbleibenden Tagen von Juni, aber nicht nur dann, dieses Glaubensgeheimnis meditieren können. Die Predigten der dritten Nokturn folgen auch bald.

Predigt des heiligen Bernhard von Clairvaux:

Da wir nun einmal auf das süßeste Herz Jesu zu sprechen gekommen sind, – und es ist gut, daß wir da sind – wollen wir uns nicht so leicht von ihm trennen lassen, von dem geschrieben steht: „Die von dir weichen, werden in Staub geschrieben werden.“ Was geschieht aber mit denen, die zu ihm hinzutreten? Du selbst (o Herr) belehrst uns darüber. Du sprachst ja zu denen, die dir nahen: „Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben stehen.“ So wollen wir also zu dir hinzutreten, und jubeln und in dir uns freuen beim Andenken an dein Herz. O wie lieblich und wie angenehm ist’s doch, in diesem Herzen eine Wohnung zu haben. Ja, ich will sogar alles hingeben, alle Gedanken und Regungen meines Herzens austauschen und mein ganzes Sinnen und Trachten auf das Herz meines Herrn Jesu richten und ohne Täuschung wird dieses mich weiden.

Zu diesem Tempel, zu diesem Allerheiligsten, zu dieser Arche des Bundes hingewandt, will ich anbeten und die Majestät des Herrn lobpreisen und mit David sprechen: „Ich habe mein Herz als Stätte gefunden, um Gott anzubeten.“ Und ich habe gefunden das Herz des Königs, des Bruders, des Freundes, des liebevollsten Jesu. Und sollte ich hier nicht anbeten? Da ich also, süßester Jesu, dein Herz und mein Herz gefunden, will ich dich, meinen Gott, anbeten. Lass nicht nur mein Gebet in das Heiligtum kommen, in dem du Erhörung gewährst, vielmehr, ziehe mich ganz in dein Herz hinein. O holdseligster Jesus, der du alles an Schönheit übertriffst, wasche mich mehr und mehr von meiner Ungerechtigkeit und von meiner Sündenschuld reinige mich, damit ich, durch dich gereinigt, zu dir, dem ganz Reinen, hinzutreten kann, und würdig werde, alle Tage meines Lebens in deinem Herzen zu wohnen und es dahin bringe, deinen Willen zu erkennen und zu vollbringen.

Dazu ist deine Seite durchbohrt worden, damit uns der Eintritt offen stehe; dazu ist dein Herz verwundet worden, daß wir, frei von äußeren Unruhen, in ihm und damit in dir wohnen können. Auch ward es nicht minder darum verwundet, daß wir durch die sichtbare Wunde hindurch die unsichtbare Wunde deiner Liebe schauen können. Wie konnte uns diese Liebesglut besser gezeigt werden als dadurch, daß er nicht nur seinen Leib, sondern sogar sein Herz mit dem Speer durchbohren ließ? Die Verwundung am Leibe zeigt uns die geistige Verwundung. Wer wollte also dieses so verwundete Herz nicht lieben? Wer einem so liebenden Herzen nicht Gegenliebe schenken? Wer ein so lauteres Herz nicht umfassen? Wir wollen darum solange wir im Fleische leben, soweit wir nur fähig sind, lieben, wiederlieben, umfassen den, der für uns verwundet wurde, dessen Hände und Füße, dessen Seite und Herz die gottlosen Winzer durchbohrt haben. Und stehen bleiben wollen wir, daß er sich würdige, unser Herz, das noch so hart und unbußfertig ist, mit der Fessel seiner Liebe zu umschlingen und mit seinem Liebespfeile zu verwunden. –

Auf daß nun die Gläubigen die Liebe, die Christus in seinem Leiden und in seinem zur Erlösung des Menschengeschlecht erlittenen Tode und in der Einsetzung des Sakramentes seines Leibes und Blutes, das ein Andenken an seinen Tod sein soll, erzeigt hat, unter dem Bilde seines heiligsten Herzens mit größerer Andacht feiern und reichere Frucht daraus ziehen, gestattete Klemens XIII. mehreren Kirchen, ein Fest zu Ehren dieses heiligsten Herzens zu begehen. Pius IX. dehnte dieses Fest auf die ganze Kirche aus und schließlich hat Papst Leo XIII., den Wünschen des katholischen Erdreiches entgegenkommend, es zum Rang eines Duplexfestes erster Klasse erhoben.

[1] http://www.katholisches.info/2016/04/19/eucharistisches-wunder-im-niederschlesischen-liegnitz-anerkannt/