Juli der Monat des Kostbarsten Blutes

Heilig Blut 2

Wir finden einen sicheren Weg zum Heil, indem wir all diese Praktiken und Andachten wieder aufnehmen, welche nach dem Konzil verworfen wurden. Hilary White hat recht, dass wir alle Archäologen und Sammlern gleichen, welche in ausgebombten Häusern nach Wert- oder Kunstgegenständen suchen, um diese wieder zusammenzusetzen. Hier eine Andacht, welche von 1960 Johannes XXIII in die höchsten Höhen der Rubrizistik eines Festes der ersten Klasse gehoben wurde, welches aber 1969 abgeschafft in der Versenkung verschwand. Die liturgische Verehrung des Kostbaren Blutes verlief in folgenden Etappen:

  • Klemens VI (1342-1352) bestätigte in seiner Bulle Unigenitus Dei Filius ( 25. Januar, 1343), dass „ein einziger Tropfen [des Blutes Christi] alle Schuld sühnt“.
  • Benedikt XIV (1675-1758) führte das Offizium und die Messe zum Kostbaren Blut ein.
  • Pius IX (1792-1878) führte am 1. Juli 1849 das Fest in den Römischen Kalender ein, nachdem Rom von einem Aufstand der Römischen Republik frei geworden war und der Papst zurückkehren konnte.
    • Am 10. August 1849 dehnte die Ritenkongregation: mit dem DekretRedempti sumus“ das Fest des Kostbaren Blutes auf die Gesamtkirche aus.
  • Pius XI. (1922-1939) erhebt 1933 zum Andenken an die Neunzehnhundertjahrfeier der Erlösung des Menschengeschlechtes, das Fest des Kostbaren Blutes in den Rang eines Duplexfestes 1. Klasse.
  • Pius XII (1939-1958) erwähnte das Kostbare Blut mehrmals in seinem ordentlichen Lehramt: Juli 1940 Ansprache La pietà dei fideli an Neuvermählte über den Wert des kostbaren Erlöserblutes.
    • Juli1940 Ansprache Nel mese de luglio an Neuvermählte. Das kostbare Blut lehrt uns das Verzeihen und gibt uns die Kraft dazu.
    • Soziale Summe Pius‘ XII., Band 1, S. 425: „Die Frömmigkeit der Gläubigen weiht den Monat Juli dem Kostbaren Blut unseres Herrn Jesus Christus, zu dessen Ehre die Kirche am ersten Tag desselben Monats eine feierliche Liturgie begeht.“

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Das Fest der Cathedra Petri und der vorkonziliare Kalender

Aus gegebenen Anlass heute nochmals dieser alte Beitrag aus dem Jahre 2016.

Heute feiert die Kirche nach dem alten, vorkonziliaren Kalender das Fest der Kathedrale Petri (Cathedra Petri), welche nach dem Konzil auf den 22. Februar verschoben wurde bzw., wie und ein Leser berichtigte, wurde es mit dem Fest der Cathedra Petri St. Antiochiae am 22. Februar zusammengelegt. Der von uns im nachfolgenden Beitrag zitierte Dom Prosper Guéranger gibt an, dass, obzwar das Fest der Cathedra Petri  sehr alt war, es im Jahre 1558 vom Paul IV. wiedererrichtet worden ist, um die Sichtbarkeit der Kirche und das Vorrecht des Bischofsstuhles von Rom zu zeigen, da eben Rom und nicht Antiochien das Märtyrium von Petrus erleben durfte oder, wie es schön Dom Guéranger  ausdrückt, „durch das Blut des hl. Petrus bewässert wurde“. Ja, Rom hat Petrus gekostet, denn er hat sich lange gesträubt dorthin zu gehen, beziehungsweise dorthin zurückzukehren, wie unser oben angeführtes Bild zeigt. Inwiefern sich die Feste vom 18. Januar und vom 22. Februar voneinander unterscheiden, soll an dieser Stelle nicht untersucht werden. Diese nachkonziliare Verschiebung qua Zusammenlegung geschah aber wahrscheinlich deswegen, um mehr Chaos zu stiften oder um „die unnötigen Wiederholungen zu vermeiden“. Denn das Fest der Cathedra Petri wurde in Gallien seit dem VI. Jhd. und woanders mindestens seit dem VII. Jhd. eben am 18. Januar gefeiert. Somit stellt es eine wirklich lange, liturgische Tradition dar, welche mindestens seit 1558 vorhanden war, sich zwischen VII. Jhd. und 1558 ein wenig verlor und nach dem Konzil dem Rotstift zum Opfer fiel. Dom Prosper Guéranger  schreibt zurecht, dass der Königsanspruch der Herrschaft Christi irgendwie mit einem Herrschersitz zusammenhängen muss. Christus ist zwar gegen den Himmel aufgefahren, sein Mandat zu binden und zu lösen, hat er aber dem hl. Petrus und seinen Nachfolgern übertragen. Die Kirche von Rom, wie schon der hl. Ignatius von Antiochien schreibt, ist deswegen ist erste, weil dort Petrus für die Kirche gestorben ist. Dieses Vorrecht Roms ist ohne die Bedeutung von Petrus, welche die Protestanten, die Modernisten und manche nachkonziliaren  Theologen in Abrede stellen wollten, ist ohne sein schon von den anderen Aposteln anerkanntes Primat nicht verständlich. Christus sagt zwar: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“, er sagt aber auch: „Ja ich bin ein König“. Deswegen kann die Kirche der Welt etwas vorschreiben und zwar im Namen Christi. Hören wir denn nicht auf Christus, dann hören wir auf die UNO, die Bilderberger, Frau Dr. Merkel oder andere, welche einen gott-ähnlichen Anspruch zu erheben scheinen oder es einfach tun. Da die nachkonziliare Kirche weitgehend jeden Anspruch aufgegeben hat, siehe die Ansprachen von Papst Franziskus, so ist es nur konsequent, dass dieses Fest eliminiert wurde. Es fing mit der Liturgie an und der Rest war vorprogrammiert.

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Mariä Lichtmess – Darstellung Mariens im Tempel

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An 2.02. feiert die Kirche Mariä Lichtmess oder Darstellung Mariens im Tempel. Es ist der Tag der geistlichen Berufe und der Tag der Kerzenweihe. Beides hängt zusammen, wenn eine geistliche Berufung ist wie eine Kerze: sie leuchtet umso heller, je mehr sie sich verbrennt. Sie gibt Wärme, Licht und vertreibt die Dämonen der Luft, was uns die traditionelle Kerzenweihe lehrt, welche mit Exorzismen verbunden ist. Was hat denn die Kerze davon? Gar nichts. Sie wird weniger. Es ist wie beim Johannes dem Täufer, der über den Heiland sagte:

„Ich muss abnehmen, er muss aber wachsen“ (Joh 3,30).

Gott ist das Maß, Gott ist das Ziel. Deswegen sind unsere äußeren Tätigkeiten und unsere Effizienz völlig gleichgültig. Sie sind ein wetltlich Ding, welches unsere Heiligung hindert. Geistliches Leben hat etwas mit Warten zu tun. Wie viele Jahrzehnte wartete Anna im Tempel, wie lange wartete Simeon? Gott hat ihnen etwas versprochen und sein Wort gehalten. Gott wartete bis diese beiden bereit waren Christus in den Händen zu halten. Gott hat sie darauf vorbereitet und gereinigt.  St. Simeon durfte Christus in seinen Unterarmen halten (in ulnas suas), denn das Kind war schon größer, und lobte das Licht zur Erleuchtung der Heiden und der Juden. St. Simeon und Anna waren Kerzen, die sich verbrannten und bis zu Ende brannten. Sie dachten nicht:

Wie effizient bin ich? Wann ist es soweit? Kommt da was?

 

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Der hl. Evangelist Johannes – der vom Herzen des Herrn getrunken hat

St. John Devotions

Und hier nochmals unser Beitrag, der, so glauben wir, jedes Jahr lesenswert ist.

Die heutige Liturgie feiert am 27.12 das Fest des Evangelisten Johannes. Ein Fest, welches ab der Reform von 1955 durch den Sonntag der Weihnachtsoktave gleichsam zugedeckt wird. Dies bedeutet, dass im Falle, dass das Johannesfest auf einen Sonntag fällt, die Messe vom Sonntag und das Brevier vom Sonntag gelesen werden. War es denn früher anders? Ja, denn bis zu den „Reformen“ von 1955 waren manche Heiligenfeste höher gestuft als ein Sonntag. Dies gilt ja auch heute beispielsweise für Weihnachten. Fällt es auf einen Sonntag, dann feiern wir Weihnachten und nicht einen Sonntag. Da die Heiligen den konkreten Weg der Christusnachfolge zeigen, waren sie und ihre Feste allen Häretikern und „Reformern“ ein Dorn im Auge. Nach den protestantischen Reformatoren waren es die Jansenisten, welche sich sehr lange darüber ärgerten, dass angeblich die Heiligenfeste die Sonntage „zudecken“. Diese Tendenz, die Heiligenfeste durch Sonntage zu eliminieren, ist expressis verbis von Pius VI. in der Konstitution Auctorem fidei verurteilt worden, welche sich mit den Irrlehren der Synode von Pistoia (1794) auseinandersetzte. Diese Verurteilung lautet wie folgt:

„74. Die Entscheidung der Synode, die über das Jahr hin festgelegten Feste auf einen Sonntag zu verlegen …“. (DH 2674)

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Heute am 19.07 das Fest des Hl. Vinzenz a Paulo (1581-1660)

Vincent de Paul

Aus gegebenen Anlass des heutigen Festes des Hl. Vinzenz a Paulo wollen wird einen älteren Beitrag nochmals vorstellen und zwei Zitate von ihm beifügen, welche zur derzeitigen kirchlichen Situation passen. Nehmen wir einfach an, dass Heilige es besser wissen.

Es soll sowohl für Einzelpersonen als auch für Ordenshäuser und Ordenskongregationen als großes Unglück betrachtet werden, wenn alles gemäß ihren Wünschen verläuft; wenn sie in aller Ruhe ihre Werke verrichten können und nichts, um der Liebe Gottes willen, zu leiden haben. Ja, wir sollen es als sicher betrachten, dass wenn eine Person oder eine Ordenskongregation nicht leidet und von aller Welt bejubelt wird, ihr Fall nicht weit ist.[1]

 

Es ist unmöglich in der Schlechtigkeit verstockte Priester zu bessern, denn ein schlechter Priester bekehrt sich fast nie. Um ein Mittel zur finden den Klerus zu erneuern, muss bei denen anfangen, die erst geweiht werden sollen und nicht bei denen, die bereits geweiht worden sind.[2]

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Am Neujahrsfeste

I.

Durch deine Güte, allmachtiger Vater! Habe ich ein neues Jahr glücklich erlebt, ein neues Jahr, das Tausende und Tausende, die am nämlichen Tage mit mir, die nach mir geboren worden sind, nicht mehr über sich aufgehen sehen. Millionen modern seitdem in ihren Gräbern, Viele in der Blüthe ihrer Jahre vom Tode ereilt. Welchen Dank bin ich Dir, bin ich deiner unendlichen Vatergüte schuldig? —

Laß dieses Jahr, Allgütiger! mir, den Meinigen, laß es der ganzen Menschheit gesegnet seyn!

Deine Vaterhand strecke sich über alle aus, denn dein göttlicher Sohn ist ja für alle gestorben, selbst für die, welche ihn gelästert und gekreuziget haben. Sende deinen göttlichen Geist über alle irrenden Brüder, daß er sie erleuchte! Segne, Allweiser! alle geistlichen und weltlichen Vorsteher, das Oberhaupt der Kirche, segne unsern König, gieb ihm weise und treue Räthe! Segne, gütigster Schöpfer, unsere Fluren; befreie uns von der verheerenden Seuche, die schon Hunderttausende als Opfer dahingerafft! — Doch dein Wille geschehe, da deine Weisheit und Barmherzigkeit unbegreiflich war, ist und stets seyn wird. —

II.

Allmächtiger! gesegnet sey uns allen der Eintritt in dieses neue Jahr! Wir haben diesem Jahre nicht gerufen, und es ist gekommen. Ewiger! Du hast Tag und Nacht, Tage und Jahre gemacht; auch dieses Jahr hast Du zu uns herangeführt. Wir stehen am Eingang dieses Jahres, und wissen nicht, was uns auch nur ein einziger Augenblick desselben bringen werde. — Welche Freuden und welche Leiden werden wir erleben? Was wird uns in dem Laufe dieses Jahres gegeben, was wird uns genommen werden? O Gott! Vater! Erbarmer! Allsehender! Du kennst es. Vor Dir ist alle Finsterniß Licht, und tausend Jahre, wie ein einziger Tag. Dir sind alle Begebenheiten unsers Lebens offenbar, und das Zukünftige ist Dir gegenwärtig. Du kennst den Anfang, die Dauer und das Ende unsers Lebens.

Du leitest uns alle durch die Zeit in die Ewigkeit.

O daß wir uns an Dir festhielten, daß wir Dir und deinen Fügungen in Treue und Einfalt, wie gute Kinder, folgten! Daß wir unter deinem Schilde in Demuth und Hoffnung ruhig fortarbeiteten!

Wir wissen nicht, was in diesem Jahre mit uns geschehen werde. Aber so viel wissen wir: denen, die Dich lieben, wird Alles zum Guten gereichen, und das ist genug. Alle Bitterkeit wird uns einst Süssigkeit, aller Mangel wird uns Ueberfluß, alle Arbeit wird uns Ruhe, aller Kummer wird uns Freude, aller Fluch wird uns Segen werden — wenn wir Dich lieben. Wer dieß glaubt und nach diesem Glauben lebt, der ist ruhig. Wer aber dieß nicht glaubt, nach diesem Glauben nicht lebt, kann so wenig ruhig seyn, als das Wasser, vom Sturmwind hin- und hergetrieben.

Vater! Du liebst deine Kinder; laß mich dieses Jahr in Erfüllung aller deiner Gebote mit deiner Liebe anfangen und das ganze Jahr und die ganze Zeit dieses Lebens deiner Liebe treu bleiben. Dich Vater liebe ich: laß mich nun durch Nichts mehr von deiner Liebe geschieden werden! Dann geschehe mit mir, was geschieht; dann bin ich ruhig und meine Ruhe ist ewig, wie Du.

Amen.

Litanei von der göttlichen Vorsehung

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, erbarme Dich unser!

Herr, erbarme Dich unser!

Christe, höre uns!

Christe, erhöre uns!

Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser!

Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!

Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser!

Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser!

Gott, unser Beschirmer, erbarme Dich unser!

Gott, unser Beherrscher, erbarme Dich unser!

Gott, unsre Hoffnung, erbarme Dich unser!

Gott, unser Ersuchter, erbarme Dich unser!

Gott, unser Vorseher, erbarme Dich unser!

Gott, unser Vater, erbarme Dich unser!

Gott, unsre Zuflucht, erbarme Dich unser!

Gott, unsre einzige Liebe, erbarme Dich unser!

Gott, unser höchstes Vergnügen, erbarme Dich unser!

Gott, unser Erschaffer, erbarme Dich unser!

Gott, unser Erhalter und Ernährer, erbarme Dich unser!

Heiliger Gott, erbarme Dich unser!

Heiliger starker Gott, erbarme Dich unser!

Heiliger unsterblicher Gott, erbarme Dich unser!

Allmächtiger Gott, erbarme Dich unser!

Allweisester Gott, erbarme Dich unser!

Unendlich gütiger Gott, erbarme Dich unser!

Vorsichtiger Gott, erbarme Dich unser!

Allerliebwürdigster Gott, erbarme Dich unser!

O Gott, der Du alles, was auf Erden ist, den Menschen zum Dienst erschaffen hast. erbarme Dich unser!

Der Du die Vögel der Luft und alle andere Thiere wunderbar erhaltest. erbarme Dich unser!

Der Du die Lilien und Blumen des Feldes herrlich bekleidest. erbarme Dich unser!

Der Du die Früchte der Erde wachsen machest, erbarme Dich unser!

Der Du alle Haare des menschlichen Hauptes gezählet, daß keines ohne deinem Willen zu Grunde geht, erbarme Dich unser!

Der Du alles dem Menschen zum Besten ordnest und richtest, erbarme Dich unser!

Der Du auch zeitliche Trübsal und Kreuz uns zum Nutzen schickest, erbarme Dich unser!

Der Du schlagest, damit Du heilest; und tödtest, damit wir durch den Tod von Dir nicht geschieden werden, erbarme Dich unser!

Der Du uns durch das Kreuz zur wahren Busse und Besserung des Lebens bekehrest, erbarme Dich unser!

Der Du uns durch Verfolgung der Welt von allem Irdischen abziehest, und zur Erkenntniß deiner Hoheit führest. erbarme Dich unser!

Der Du diejenigen, die sich deiner Vorsicht gänzlich überlassen, mitten in Nöthen mit wunderbarer Hilfe segnest, erbarme Dich unser!

Der Du die, welche auf Dich hoffen, nicht zu Schanden werden lassest, erbarme Dich unser!

Sey uns gnädig, verschone uns, o Herr!

Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr!

Von allem Uebel, erlöse uns, o Herr!

Von aller Sünde, erlöse uns, o Herr!

Von deinem Zorn, erlöse uns, o Herr!

Von allem Mißtrauen auf deine göttliche Vorsicht, erlöse uns, o Herr!

Von aller Ungeduld, erlöse uns, o Herr!

Von Kleinmüthigkeit in Kreuz und Leiden, erlöse uns, o Herr!

Von allem Murren und Klagen wider deine göttlichen Anordnungen, erlöse uns, o Herr!

Von allen verzweifelten Anfechtungen, besonders in der Stunde des Todes, erlöse uns, o Herr!

Von überflüssigen Sorgen in zeitlichen Sachen, erlöse uns, o Herr!

Wir Sünder bitten Dich, erhöre uns!

Daß Du unser verschonest, wir bitten Dich, erhöre uns!

Daß Du in uns ein kindliches Vertrauen zu deiner göttlichen Vorsehung erwecken wollest. wir bitten Dich, erhöre uns!

Daß wir in Glück und Unglück deine göttliche Vorsehung demüthigst anbeten, wir bitten Dich, erhöre uns!

Daß wir alles von deiner väterlichen Hand mit Dankbarkeit annehmen, wir bitten Dich, erhöre uns!

Daß wir unsern Willen jederzeit deinem heiligen Willen gleichförmig machen, wir bitten Dich, erhöre uns!

Daß wir in Leiden unsere Liebe gegen Dich eifrig erzeigen mögen, wir bitten Dich, erhöre uns!

Daß Du in allen Widerwärtigkeiten uns eine starkmüthige Geduld verleihen wollest. wir bitten Dich, erhöre uns!

Daß Du uns erhören wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!

O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Herr!

O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr!

O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr !

Christe, höre uns! Christe, erhöre uns!

V. Herr! erhöre mein Gebet,

R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen.

Gebet.

O Gott, erleuchte mich und gib mir Gnade, daß ich alles Glück und Unglück, das mir begegnen wird, für deine Schickung erkenne; für deine weiseste Anordnung und als eine Gutthat von deiner väterlichen Hand annehme; ich bete Dich demüthigst an, ich lobe und preise deine göttliche Vorsehung in allen und jeden Begebenheiten; glaube und hoffe auf deine göttliche Allmacht, ewige Weisheit und unendliche Gütigkeit, daß Du uns kannst, weißt und willst helfen; bereue von Herzen, was ich diesem Glauben und dieser Hoffnung zuwider gehandelt; verzeihe es mir, o barmherziger Gott! und verleihe mir, daß ich nicht allein hier, sondern auch dort in der himmlischen Glorie deine göttliche Vorsehung ewig loben und preisen möge. Amen.

Basilika der Apostel oder über den sakralen Kirchenbau

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Am 18.11 feierte die Kirche die Einweihung der Basilika der Apostel Peter und Paul. In den Lesungen der ersten Matutin des Tridentinischen Breviers wurde an diesem Tage das himmlische Jerusalem des Offenbarungsbuches dargestellt (Off 21, 18-27).

Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut, und die Stadt ist aus reinem Gold, wie aus reinem Glas. Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. Die zwölf Tore sind zwölf Perlen; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold, wie aus klarem Glas. Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm.

Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Die Völker werden in diesem Licht einhergehen, und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen.

Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen – Nacht wird es dort nicht mehr geben. Und man wird die Pracht und die Kostbarkeiten der Völker in die Stadt bringen. Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Greuel verübt und lügt. Nur die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen. (Einheitsübersetzung)

Warum gerade diese Lesung? Weil die irdische Kirche die himmlische Kirche wiederspiegeln soll und zwar nicht nur im

  • im Kirchenbau,
  • in der Liturgie,

sondern auch

  • in ihrer geistlichen Struktur.

Widmen wir uns vorerst dem Kirchenbau.

Kirchenbau als das himmlische Jerusalem

Ja, liebe Leserinnen und Leser, auch wenn Ihnen dieser Satz jetzt komisch vorkommt, weil die meisten von Ihnen, wie der Schreiber dieser Zeilen auch, nichts Anderes als die nachkonziliare Kirche und die nachkonziliaren Kirchenbauten kennen, eine Kirche, im Sinne eines Gebäudes, soll die Schönheit Gottes wiederspiegeln und den theologischen Abglanz des Himmels darstellen. Am Ehesten ist diesem Anspruch wohl die Gotik gerecht geworden, aber eigentlich haben alle architektonischen Epochen bis in den Jugendstil der 1920-ger hinein und die nachfolgende Neugotik oder den Neuklassizismus hinein Gutes geleistet. Nicht alles war atemberaubend schön und vollkommen, aber wenig war dermaßen abstoßend, dass man die Kirchengebäude am liebsten verlassen wollte. Da musste erst das Konzil mit der „neuen, nachkonziliaren Architektur“ kommen, welche gleichermaßen wie die neue Liturgie die Menschen aus den Kirchen und der Kirche vertrieb. Sie haben es gleich um die Ecke, so brauchen wir uns darüber nicht auszulassen.

inowroclaw_kosciol_sw-_mikolajawlz13Der Schreiber dieser Zeilen ist in einer barockisierten gotischen Kirche seiner Heimat großgeworden, einer Kirche, welche sich in die Geschichte seiner Heimat eingeschrieben hatte, da gerade dort einer der vielen Gerichtssitzungen über den deutschen Ritterorden stattfand, welche leider, wie andere Gerichte, bis zur Schlacht von Tannenberg von 1410 wenig fruchteten. Doch schließlich brach die Reformation dem deutschen Ritterorden das Genick. Solche ästhetischen Früherlebnisse, wie das Gotik- und Barockerlebnis, prägen, und wäre der Schreiber dieser Zeilen vielleicht in einer hässlichen, nachkonziliaren Kirche, im Sinne der Erstbeichte und der Erstkommunion, sozialisiert worden, so wäre er vielleicht heute ein Atheist, wie viele seines Jahrgangs auch.

mikolaj-inowroclawJa, er war schon immer ein kleiner Ästhet und die Schönheit spielt einfach immer eine Rolle, vor allem bei Kindern, die sie ja erst lernen sollen. Es ist ja nicht immer die Schuld der Menschen, dass sie die Kirche nicht entdecken. Die Kirche hat seit 1965 einfach nichts Anziehendes mehr, im Sinne des Außer- und Überweltlichen. Daher der Boom der Esoterik, der Gnosis und der östlichen Religionen, da der Mensch nun mal ein „religiöses Tier“ ist und auf die Transzendenz hin erschaffen worden ist. Stirbt aber die wahre Religion aus, so beginnt die falsche Religion, sprich der Götzendienst. Das ist genau das, was wir jetzt erleben. Da aber der Mensch ein sinnliches Wesen ist und kein reiner Geist wie die Engel, daher muss er paradoxerweise zum Übersinnlichen durch das Sinnliche herbeigeführt werden.  Daher stellte das Konzil von Trient fest:

„Und da die Natur des Menschen so beschaffen ist, dass sie sich nicht leicht ohne äußere Hilfsmittel zur Betrachtung der göttlichen Dinge erheben kann, deswegen hat die gütige Mutter Kirche bestimmte Riten eingeführt, nämlich dass in der Messe einiges mit leiser, anderes mit lauter Stimme gesprochen werden soll; desgleichen verwandte sie aufgrund der apostolischen Lehre und Überlieferung Zeremonien, die geheimnisvolle Segnungen, Lichter, Weihrauch, Gewänder und viele der andere Derartige; einerseits sollte dadurch die Erhabenheit dieses so großen Opfers hervorgehoben werden, andererseits sollten die Gemüter der Gläubigen durch diese sichtbaren Zeichen der Religion und Frömmigkeit zur Betrachtung der höchsten Dinge, die in diesem Opfer verborgen liegen, angeregt werden.“ (DH 1746)

Ja, der Mensch braucht äußere Hilfsmittel, welche ihm seit dem Konzil weggenommen wurden. Und schauen sie sich das Widersprüchliche der nachkonziliaren Argumentation an. Denn

  1. Religion ist eine Angelegenheit der inneren Einstellung und daher ist das Äußere des Kultes egal.
  2. Obwohl das Äußere des Kultes egal sein soll, so wird der Kult durch die neue Liturgie etc. grundsätzlich geändert.

Frage: Wenn das Äußere egal ist, warum es ändern, warum nicht beim Alten lassen?

Widerspruch: Es ist also doch nicht egal, sondern es wird so geändert, dass man nicht vom Äußeren zum Inneren kommen kann.

Es fand also im Westen ein nachkonziliarer Bildersturm statt und zwar im buchstäblichen Sinne, wo man dem gläubigen Volk all das Alte, Schöne, Bewährte nahm und etwas Hässliches und Neues hinstellte, was meistens die Form einer leeren Betonwand hatte. Man macht in diesem Sinne jetzt auch weiter, um auch den letzten Katholiken aus der Kirche zu vertreiben, siehe Würzburger Augustinerkircher (voher, nachher), Leipziger Probsteikirche oder die geplante neue Hedwigkathedrale in Berlin, die letzteren vom Erzbischof Koch abgesegnet.  Man könnte solche Beispiele mehren und meistens wird lediglich mit dem gesunden Menschenverstand argumentiert:

„Warum etwas Schönes und Altes verschandeln und viel Geld unnütz für Neues ausgeben?“

Dies ist natürlich richtig, aber es kann nur als eine Einstiegsargumentation dienen. Würde man tatsächlich neue Kirchen bauen, wie es in manchen Ländern immer noch der Fall ist, so könnte man argumentieren, dass man architektonisch mit der Zeit gehen muss und eine sakrale Ästhetik „die unserer Zeit entspricht“ schaffen muss, um keinem Epigonentum zu verfallen. Dies ist natürlich der hohe Anspruch eines Künstlers und ein Architekt ist mitunter einer. Aber in Deutschland, Österreich und in der Schweiz werden ja überhaupt keine neuen Kirchen gebaut, sondern alte geschlossen, verschenkt oder zweckentfremdet, indem man sie in „Flüchtlingslager“ umfunktioniert und dadurch entweiht. Es sind also ausreichend viele Kirchen vorhanden, die ohnehin leer stehen. Warum denn noch die alten Kirchen umbauen und verschandeln?

Die Antwort lautet:

Um sie als geheiligte Orte der Anwesenheit Gottes zu entweihen, dass Heilige auch architektonisch auszutilgen und um es den Menschen es möglich unangenehm zu machen dorthin zu verweilen.

Bevor wir uns dem Beweis dieser These widmen, eine kleine historische Retrospektive.

Interessanterweise hat der Kommunismus das Heimatland des Schreibers dieser Zeilen vor den nachkonziliaren Wirren ein wenig gerettet, da es bis in die 1980-ger Jahre größtenteils nicht erlaubt war neue Kirchen zu errichten. Der Kirchenkampf fand im Sozialismus auch architektonisch statt, da sich nur ganz wenige, wie in Nowa Huta, trauten, illegal zu bauen. Erst durch die Solidarność-Bewegung und die darauffolgende Liberalisierung, von welcher auch die Kirche profitierte, folgte ein Boom der Sakralbauten. Fast jede Pfarre bekam die Erlaubnis zu bauen, was auch während der kargen Jahre des Kriegsrechts ausgenutzt wurde. Erst also in den 1980-gern erlebten seine Landsleute die Verschandelung der Landschaft durch die hässlichen Kirchen und viele stellten sich die Frage:

„Muss es so sein? Warum so hässlich? Weil nachkonziliar?“

Es folgten Pressedebatten, in welchen, so gut es in einem totalitären Staat ging, die Frage nach der fehlenden Sakralität und Schönheit des Neuen aufgeworfen wurde. Zumeist antworteten Priester mit einem Abschluss in Kunstgeschichte, dass dies so sein müsse, weil es die Moderne fordert, wie der vom Konzil beschlossene Dialog mit der Welt auch. Die fragenden Gläubigen bekamen meist zur Antwort:

  1. Ihr seid ungebildet und zu dumm die tiefgehenden Konzepte der neuen Architektur zu verstehen.
  2. Man muss mit der Zeit gehen.
  3. Man muss die theologischen Konzepte des Konzils architektonisch umsetzen.

Ad 1.  Neu heißt nicht besser

Auf die Frage, warum man nicht genauso bauen kann, wie z.B. 1740 bleiben Architekten meistens die Antwort schuldig. Man kann es und man tut es, wenn man beispielsweise ganze Stadtteile historisch korrekt wiederaufbaut. Technisch und architektonisch geht es also doch und mit der Zeit kommt die Patina. Jeder, der in der Geschichte der Architektur einigermaßen bewandert ist, weiß, dass neu nicht immer besser bedeutet und manche sehr alte Lösungen, wie die Spiraltreppe, einfach nicht zu toppen sind, weil sie die elegantesten und effizienteste mathematische Lösung darstellen. Ferner ist der ästhetische Eindruck nichts Intellektuelles. Es ist ein ganzheitliches Erlebnis, welches die Sinne, den Intellekt und den Willen zugleich anspricht. Pulchrum est, quod visum placet – „Schön ist das, was gesehen, gefällt“. Mit „gefallen“ wird eine Art Begehrlichkeit verstanden, welche sich in demjenigen regt, der dieses Schöne, sei es gesehen, sei es gehört, auf sich wirken lässt. Man möchte es haben, man möchte dort verbleiben, man möchte darin eintauchen. Den Menschen ist die Sehnsucht nach Schönheit tief in seine Natur eingeschrieben. Der Schreiber dieser Zeilen hat unlängst ein Uhrenforum entdeckt, in welchem sich Männer über die Schönheit und Finessen ihrer Uhren austauschen. Was dort sehr vorteilhaft auffällt ist die fast gänzliche Abwesenheit des Neides. Man freut sich mit einem „Mitbruder“ an seiner Uhr, gleich ob sie gebraucht einige Zehn Euro kostete oder den Preis eines Mittelklassewagens ausmacht. Es ist beinahe mit der Freude der Engel über den bekehrten Sünder zu vergleichen. „Jemand hat eine neue Uhr, freuen wir uns alle mit!“ Warum ist diese Neidlosigkeit möglich? Weil diese Männer wirklich die Uhren und ihre Schönheit lieben. Jeder möchte doch ein wenig Schönheit um sich haben, sei es auf dem eigenen Handgelenk. Und ebenso wenig wie man ein gelernter Uhrmacher sein muss, um an einer Uhr ästhetisch gefallen zu finden, so muss man sich in der Architekturgeschichte auskennen, um an einem Kirchengebäude Gefallen zu haben.

Ad 2.  Zeitlosigkeit Gottes

Bei dem Kirchenbau soll man gerade nicht mit der Zeit gehen, da die Kirche für die Unzeitlichkeit und Überweltlichkeit eines überweltlichen Gottes steht, der sich ja auch nicht verändert. Die Kirche prägte bis 1962 die Welt, bevor sie sich für die Letztere öffnete und Stück für Stück ihre Identität verlor. Geistlich, intellektuell wie auch architektonisch. So wie es im Alten Testamenten die Materialien des Tempelbaus vorgeschrieben waren, so war es lange Zeit verpönt für den Kirchenbau billige oder weltliche Baumaterialien zu nehmen. Warum? Weil es um das Haus Gottes ging. Nur das Beste war gut genug. Der Schreiber dieser Zeilen lebte jahrelang in einer osteuropäischen Plattenbausiedlung, weil seine Stadt zu 90% aus solchen Gebäuden bestand – Sozialismus eben. Er war also von Beton umzingelt. Ging er aber in seine ab den 1980-gern erbaute Pfarrkirche, so fand er dort genauso viel Beton vor, wie in der unmittelbaren Umgebung vorhanden war. Der Übergang zum Sakralen war also weder architektonisch noch materialtechnisch gegeben. Es sind viele Bücher und Dissertationen über die neue sakrale Architektur entstanden, welche meistens apologetisch, im Sinne: „das Neue ist besser, gut oder wenigstens nicht schlechter als das Alte und Geschmäcker sind verschieden“. Doch die Tatsache, dass diese neue Architektur, so gut es geht, gemieden wird, spricht doch Bände. Kein Architekt will doch erleben, dass die Menschen sein Gebäude als dermaßen hässlich erleben, dass sie es meiden. Da aber wirklich die wenigsten Menschen ästhetisch gebildet oder geschult sind, so kann man fast jedem, was Kunst anbelangt, wirklich alles einreden. Es gab einmal in der Wochenzeitschrift Die Zeit einen Aufsatz mit dem Titel: „Dann buht doch“, in welchem sich der Theaterkritiker darüber wunderte, was sich das Publikum alles gefallen lässt, bloß deswegen, weil man sich scheut als borniert, kleinbürgerlich und reaktionär zu gelten. Ja, die meisten haben Angst und bei Kunst ist man sich niemals ganz sicher: ist es Kitsch oder ist es genial?

Ad 3. Neue Religion in neuer Architektur verkörpert

Mit dieser Unsicherheit im Ästhetischen im Allgemeinen hängt der Umstand zusammen, dass sich alle in der nachkonziliaren Zeit einreden ließen, dass die neue Kirche eine neue Architektur braucht, welche die „Errungenschaften des Konzils“ wiederspiegelt. So gaben die zuerst noch die konservativen Bischöfe nach, es wurden Baukomitees gegründet und es wurde gebaut und zwar so, dass den Gläubigen das Hören und Sehen verging. Maulte jemand, dass es ihm nicht gefällt, so hörte er, dass das Konzil es so wollte und er zu dumm sei, um diese Tiefen zu verstehen. Siehe des Kaisers neue Kleider. Der Schreiber dieser Zeilen ist sich ästhetisch sehr sicher und ist der erste, der sich mit Kritikern, Regisseuren und anderen Profis Schlachten liefert und da er ungewöhnliche Argumente vorbringt und einen akademischen Titel hat, wovor sich die Künstler meistens fürchten, so weiß er, dass dieses ästhetische Gehabe meistens heiße Luft ist. Ja, es gibt auch wirklich tief ästhetisch empfindende Künstler, die geben dem Schreiber dieser Zeilen aber meistens Recht und beklagen den ästhetischen Verfall der Kirche, indem sie laut beklagen:

„Wie kann die wahre Religion ästhetisch so falsch sein?“

„Weil sie von der Wahrheit abgekommen ist“, lautet unsere Antwort,

denn „Gutes, Wahres und Schönes fallen ins Eins zusammen (bonum, verum et pulchrum convertunter)“. Die Menschen wurden nach dem Konzil nicht nur von der neuen Liturgie aus den Kirchen vertrieben, sondern auch von den Kirchenbauten selbst. Kaum jemand fühlt sich darin wohl und möchte sich darin länger aufhalten.

Ist die nachkonziliare Architektur okkult? Manchmal schon.

Wir können wirklich davon ausgehen, dass die neuen Kirchen so konzipiert wurden, damit sie die Gläubigen verjagen und in einigen, wenigen Fällen kann man es beweisen. Es gibt einen interessanten italienischen Priester Don Luigi Villa, welcher vielleicht doch mit Vorsicht zu genießen ist, weil er das rechte Maß der Kritik wirklich überschreitet und sich bei ihm zu sehr der apokalyptisch-gnostische Abgrund des Allverderbens auftut, seine Beiträge geben aber zu denken, denn wenn auch nur 1% all dessen, was er beschreibt wahr wäre, so wäre es wirklich schlimm. In einer lesenswerten Broschüre beweist er, dass das neue Sanktuarium von Pater Pio dermaßen mit okkulter Symbolik durchsetzt ist, dass man davon ausgehen kann, dass es Menschen in Auftrag gegeben haben, welche wirklich tief bewandert in den okkulten Wissenschaften waren. Der Schreiber dieser Zeilen ist außer Stande all diese Informationen zu verifizieren, da er den Okkultismus kaum kennt. Es lässt sich aber mit Sicherheit sagen, dass keines dieser Symbole irgendeine traditionell-christliche Bedeutung mit sich führt. Der Architekt dieses Baus gibt auch freimütig wieder, dass jemand ihm diese geheime Welt der Zahlensymbolik eröffnete, was er sehr faszinierend fand und er wohl nie mehr im Leben etwas Ähnliches schaffen wird. Und wer hatte gerade dieses Projekt bewilligt? Die Männer der Kirche, welche auch den Geheimgesellschaften angehören müssen, sonst hätten sie dieses Wissen ja nicht. Warum aber gerade so bauen? Weil Symbole wirken und, wie der hl. Augustinus sagt, welchen hl. Thomas von Aquin schreibt (Summ. Theol. 1a q. 115.5. ad 3. et 22 q. 85.2. et q. 96.2.o.), Dämonen anziehen:

„Die Dämonen,“ sagt Augustin (21. de Civ. Dei 6.), „werden angelockt durch verschiedene Arten Steine, Kräuter, Holz, Tiere, Gesänge, Riten, nicht wie die Tiere durch Speise, sondern wie Geister durch Zeichen“ insoweit nämlich diese Dinge ihnen dargeboten werden als Zeichen göttlicher Ehre, nach der sie verlangen. (Summ. Theol. 1a q. 115.5.)[1]

Fassen wir also zusammen: Dämonen, weil sie Geister sind, werden durch Zeichen angelockt. Daher all die Hörner, Totenköpfe, umgekehrte Kreuze und Pentagramme in den Massenmedien und vermehrt auf den Kleidern. Das sind doch alles satanistische Zeichen der ewigen Verdammung. Wissen die Menschen, die es tragen auch? Natürlich nicht, dies tun die wenigsten, da die meisten nicht an den Teufel glauben und auch nicht daran, dass Zeichen wirklich wirken. Sie wirken aber doch, denn all diese okkulten Zeichen sind so zusagen umgekehrte Sakramentalien. Während die wahren Sakramentalien (Weihwasser, Reliquien, Kreuze, Medaillen) dem Träger Gnade ex opere operantis verleihen und die Dämonen abschrecken, locken die okkulten Symbole die Dämonen an. Wird man denn davon gleich besessen? Nein, aber die Dämonen tummeln sich dort häufiger, wie Bakterien im Schmutz. Irgendwann bricht eine Krankheit aus. Interessanterweise gilt die Toleranz für Symbole nicht für die christlichen Symbole. Ein Pentagramm hier, ein Buddha dort, kein Problem, aber versuchen Sie aber irgendwo ein Kruzifix oder ein Marienbild unterzubringen, was hören Sie dann? Religiöser Fundamentalismus, Mittelalter, Inquisition, etc. Besessene können wirklich den Anblick eines Kruzifixes nicht ertragen und es sind Dämonen, welche die Menschen so inspirieren, da diese Reaktionen rational nicht erklärbar sind. Der Schreiber dieser Zeilen ist von Atheisten umgeben und als er welche, die ihn aufrichtig mochten und schätzen, seine Gebetsecke mit einem Kruzifix und Marienbild zeigte, sah er bei allen von ihnen einen kurzen Ausdruck des Entsetzens und des Ekels beim Anblick dieser Gegenstände. Es war eine nichtreflektierte Reflexhandlung, welche bei Menschen, die gar nicht wissen können, was diese Symbole, die ästhetisch sehr schön anzusehen sind, auf sich haben. Solche Ekelanwandlungen sah er auch bei wenigstens zwei in Todsünde lebenden Katholiken, die recht hohe Ämter in der Kirche bekleiden, bei der Erwähnung der Tridentinischen Messen und des Tridentinischen Breviers. Tja, der Teufel setzt die Seinen schon richtig ein. Da nach dem Konzil überall die Kruzifixe, die Kapellen, die Marienstatuen etc. verschwanden, so haben die Dämonen, denen sich nichts materiell und symbolisch entgegenstellt, jetzt einen freien Lauf, welchen sie auch nutzen.

Wir wollen an dieser Stelle festhalten, da unser Wissen darüber noch sehr ausbaufähig ist, dass es nachkonziliar:

  1. die „nur-hässlichen“ Kirchen
  2. die mit okkulter Symbolik angelegten Kirchen gibt.

Ad a. Die „nur-hässlichen“ Kirchen

Mit dem Begriff „nur-hässlich“ wollen wir Kirchen bezeichnen, welche von jemand, der keine Ahnung vom Sakralbau hatte, so errichtet wurden, dass die Menschen sich dort sehr ungerne aufhalten. Der Architekt baute einen Mehrzweck-Versammlungsraum, auch Kirche genannt, der Bischof und das „Komitee“ segneten es ab, weil sie es auch nicht besser wussten. Passiert. Mit der Zeit füllte es das gläubige Volk mit kitschigem und frommen Krimskrams auf, um etwas für die Seele zu haben, wobei ein ästhetisch unannehmbares Konglomerat entstand, welches jeden ästhetisch Gebildeten entweder rührt oder zum Lachen reizt, je nach Heiligkeit und Charakter. 99% aller osteuropäischen Kirchenneubauten gehören dieser Kategorie an. Wundern Sie sich also nicht. Warum haben aber die gläubigen Männer der Kirche in den letzten 50 Jahren dermaßen den Sinn für das Sakrale und das Schöne verloren, dass sie dermaßen hässliche Kirchenbauten abgesegnet haben? Durch den fehlenden geistlichen Input, der aus der Neuen Messe und dem neuen Brevier resultiert. Ja, die Neue Messe spendet auch Heiligkeit und Gnade, aber sehr, sehr wenig, wie das neue Brevier ja auch. Man verliert die geistliche Unterscheidung, weil man zu wenig Licht, sprich zu wenig Gnade, hat. Denn auch früher kamen die meisten Pfarrer vom Lande, waren ästhetisch ungebildet, die Architekten standen nicht im Rufe der Heiligkeit und bauten so, wie der Bauherr es verlangte. Es sind aber Kirchengebäude entstanden, welche uns bis heute entzücken, weil diejenigen, die sie schufen Anteil an der göttlichen Schönheit hatten. Sollten Sie irgendwann einmal an einer tridentinischen Missa solemnis oder an einem Pontifikalamt teilnehmen, welche liturgisch vorschriftsgemäß zelebriert werden, so werden sie auch ästhetisch überwältigt sein. Am ehesten ist es mit einer sehr guten Opern- oder Theatervorstellung vergleichbar, welche da noch real stattfindet und die Seele zu Gott erhebt. Kein Wunder, dass der wahre Katholizismus bis 1962 Ästheten hervorbrachte und viele konvertierten zum Katholizismus, weil es einfach die schönere Religion war, was sie ja seit 1962 nicht mehr ist. Der Teufel ist hässlich und schäbig und er möchte, dass das Hässliche als das „neue Schöne“ gilt.

Werden unsere Seelen zum Himmel emporgehoben, wenn wir unsere Pfarrkirche besuchen? Eher nicht, denn sogar dort, wo der Denkmalschutz ein Machtwort sprach, gibt es Ecken der nachkonziliaren Verschandelung mit Kinderbastelzeug und Dritte Welt Projekten. Grauenvoll. Am wenigsten verstehen es die Pfarrer, dass solche Vorrichtungen hässlich, unangemessen und unsakral sind. Manchmal ist es nicht ihre Schuld, denn manche leben auch tatsächlich nicht in der Sünde. Sie wurde so ausgebildet und erzogen und für viele stellen diese ästhetisch grauenhaften Massenmessen unter Johannes Paul II den ästhetischen Höhepunkt ihres Priestertums dar, welchem sie jetzt ein wenig nachtrauen. Vergebens fragten die Ästheten und Künstler: „Muss es sein? Dieses Styropor? Diese Bühnen? Diese Verschandelung?“ Aber sie wurden als überheblich und wenig volkstümlich in die Ecke gestellt. Es gibt ein gut geschriebenes und witziges Buch von Ephraim Kishon über die moderne Kunst mit dem Titel „Picassos süße Rache. Neue Streifzüge durch die moderne Kunst“,[2] aus dessen Klappentext wir hier zitieren wollen:

Kritikersprache Kunstobjekt
Schwellende Weichstrukturen eines narzisstisch effervenzenten Kräftespiels Brauner Fleck in linker Ecke
Apollonische Vollendung von rhythmisierten Linienschichtungen Zwei Leisten
Vorgezeichnete vibrierende Synthese als optische Distanz zu melodiöser Hypertrophie Leere Leinwand, auf der Rückseite signiert
Geometrisierendes, somnambulisches Vorbewußtsein der exotisch glutvollen Erosionen von luminösen, fötalen Zerstörungskoeffizienten Aufgeblasenes Kondom
Kosmisch aufsteigende Zellenblasen von zeitloser Transfiguration. Spiraloide und fluodoide Antagonismen der archetypischen und chimärenhaften Esoterik Nichts

Es ist natürlich sowohl witzig als auch gut getroffen und die Adjektive verhalten sich umgekehrt proportional zum Inhalt des „Kunstwerkes“, Kishon hat schon recht. Ist denn die moderne Kunst überhaupt Kunst? Manchmal schon, wenn auch wir uns hier an dieser Stelle die Debatte darüber, was Kunst ist, ersparen wollen. Ist die moderne Kunst schön? Meistens nicht, weil sie den Bezug zur absoluten Schönheit – Gott – verloren hat und deswegen taugt die moderne Kunst wirklich kaum dazu das Sakrale, also den Gott-gehörigen Bereich, darzustellen. Noch kurz vor dem Konzil wurden viele Darstellungen des Kreuzes, des Heilands und der Heiligen als ungebührend vom Heiligen Offizium verurteilt, was wir an einer anderen Stelle besprechen wollen. Aber dieser Schulterschluss des Sakralbaus mit der modernen Kunst rührt vom nachkonziliaren Schulterschluss mit der Welt.

Fassen wir also zusammen: die „nur-hässlichen“ Kirchen stammen aus der Ignoranz der Architekten und dem fehlenden sensus fidei der Bischöfe und wir alle leiden darunter.

Ad b. Die mit okkulter Symbolik angelegten Kirchen

Die Beweisführung zu diesem Thema wird schwierig sein, weil wir dieses Wissen noch nicht besitzen und deswegen auf die Arbeit von Don Luigi Villa verweisen. Sicherlich lässt sich in einem akademischen Vortrag beweisen, dass

  • das Symbol (a)
  • im Kult (b)
  • die Bedeutung (c) besitzt,
  • weil ihm von den Gläubigen die Bedeutung (d)
  • aufgrund des Glaubens (e) zugeschrieben wird.

Sicherlich lässt sich auch kunstgeschichtlich beweisen, dass manche Symbole:

  • rein christlich (Fisch, Kruzifix),
  • von den Christen übernommen und „getauft“ wurden (der gute Hirte, Traube) und manche
  • völlig unchristlich (Pentagramm, Jing-Jang) sind.

Da wir am Anfang des XXI Jhdt. in einer völlig synkretistischen Umgebung leben, fällt uns vieles nicht auf und da verschiedene Geheimgesellschaften ihre Symbole möglichst überall angebracht haben, so nehmen wir vieles als Mischsymbole wahr. Es stellt sich aber die Frage, wozu dieser Kampf um Symbole gut sein soll? Weil Symbole, sprich Zeichen, wirken. Dies sagt der oben zitierte Augustinus, dies sagen auch die Esoteriker. Es gibt im Internet sehr interessante Vorträge von einem ehemaligen Mönch und Priester, welcher die Kirche verlassen hatte, ein Esoteriker wurde und allem Anschein nach besessen ist. Woher wollen wir das wissen? Weil er in seinen Vorträgen von den Symbolen behauptet, dass sie entweder gut oder schlecht „vibrieren“. Ein katholisches Kreuz noch mit einem Gekreuzigten vibriert angeblich schlecht und das okkult-esoterisch-ägyptische Ankh-Kreuz vibriert gut. Aus wessen Sicht gut oder schlecht? Aus der Sicht der Dämonen. Ein normaler, spricht nicht besessener Mensch, hat diese Sicht der Dinge gar nicht. Er kann sagen, dass ihm dies und das nicht gefällt, dass dieses Symbol in diesem Kult dies oder jenes bedeutet. Er nimmt aber die Symbole nicht intuitiv wahr. Das Adjektiv „intuitiv“ ist hier bewusst angewendet, denn den Menschen ist die sukzessiv schlussfolgernde Denkweise eigen im Sinne: wenn a, dann b, dann c, die meistens syllogistisch stattfindet, indem man die Gedankeninhalte von den Dingen abstrahiert. Die Engel aber und Dämonen sind gefallene Engel, haben diese Denkweise nicht, sondern sie nehmen die Wirklichkeit intuitiv, ganzheitlich und überzeitlich wahr, was der hl. Thomas von Aquin in seiner überaus ausführlichen Angelologie (Summ. Theol. I, q. 54-58) darlegt. Er schreibt:

„Angelus non intelligit componendo et dividendo sicut homo.

Der Engel erkennt nicht durch das Zusammensetzen und Trennen wie der Mensch »

(Summ. Theol. 1a, q. 58. 4. O et 5. C. et q. 85. 5. c)

Also nicht synthetisch und analytisch, sondern durch eine quasi Erleuchtung (illuminatio), welch die höher gestellten Engel den niedriger gestellten übermitteln. Wir wollen an dieser Stelle nicht die Erkenntnis der Engel näher besprechen, da diese recht viel philosophische Vorbereitung erfordert, aber nur an dieser Stelle festhalten, dass eine intuitive Erkenntnis den Menschen nur durch Engel zuteilwerden kann, entweder durch die guten oder die gefallenen. Und deswegen sind all diese übersinnlichen oder paranormalen Fähigkeiten keine Eigenschaften des Menschen selbst, wie uns New Age klarmachen möchte, sondern dieser Mensch tritt mit gefallenen Engeln in Kontakt, welche in ihm, „wie in einem Gasthaus“, so der Barnabasbrief, wesen. Zwar lässt Gott seinen Heiligen auch intuitiv Inspirationen durch die guten Engel zukommen, wie Kardinal Bona schreibt, aber dies kommt sehr selten vor und ist im Gesamtzusammenhang des Lebens zu sehen. Kurz und gut: hat jemand diese Wahrnehmung der Symbole, die bspw. „vibrieren“, verfügt er also über eine Wahrnehmung, die weder sinnlich noch diskursiv ist, so besitzt er einen umgekehrten sensus fidei, den wir hier den sensus occultus nennen wollen, und man kann davon getrost ausgehen, dass er entweder besessen oder wenigstens dämonisch inspiriert ist.  Wenn wir die o.a. Aussage vom hl. Augustinus ernst nehmen, dass „Zeichen Dämonen anlocken“, was jeder Okkultist oder Magier gleich bestätigen würde, so können wir einen Schritt weitergehen und sagen, dass bestimmte architektonische Anordnungen, die ja auch Zeichen sind, ebenfalls Dämonen anlocken können. Betrachten wir den Grundriss einer christlichen Kirche, so ist ihr so bis zum Vat. II ein Kreuz eingezeichnet, wie bspw. im gotischen Kirchenschiff. Wenn eine Kirche aber spiralförmig oder pentagrammisch angeordnet wird, so kann man davon ausgehen, dass hier ein Landeplatz für Dämonen angelegt wird, zumindest aber, dass dieser Grundriss nicht christlich ist. Wenn man sich beispielsweise die Unmenge von sehr dezidiert angelegten okkulten Zeichen in der Pater Pio Basilika anschaut, dann kann einerseits vom Zufall keine Rede sein, denn man baut nichts zufällig, anderseits wird es klar, dass diese Anordnung von Menschen geplant wurde, welche sich in okkulten Wissenschaften sehr gut auskennen. Dies ist aber nicht nur ein theoretisches Wissen. Man wird in diesen Geheimgesellschaften, von denen die Freimaurer und die Bekanntesten sind, initiiert und zwar in diesem Sinne, dass man sich dem Dämonen öffnet und ihr Wissen und Können mitgeteilt bekommt, okkultes Wissen eben. Die Okkultisten nennen es „das dritte Auge“, welches angeblich jeder Ungetaufte besitzt, welches aber durch die christliche Taufe verschlossen wird. Sie haben Recht, denn es ist katholische Lehre nur linksherum gewendet. Niemand würde doch die weiteren Initiationsstufen dieser Geheimgesellschaften durchschreiten wollen, was mit vielen Opfern verbunden ist, wenn nichts dabei rauskäme. Wir meinen nicht nur: Geld, Sex und Macht und die Unterstützung der „Amici“, sondern auch okkultes Wissen, welches sehr machtvoll ist. Natürlich kommt nicht jeder in diese dämonischen Höhen, dazu muss man irgendwie naturbegabt und ausgewählt worden sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Okkultisten und Mitglieder von Geheimgesellschaften übersinnliches Wissen haben, verschiedene Symbole tatsächlich übersinnlich wahrnehmen und ihre Tempel und Einrichtungen nach einer bestimmten Symbolik anordnen. Hier wird sicherlich fast jeder mitgehen. Wenn aber:

  • so viele Kirchen, die neugebaut oder „renoviert“ werden,
  • jeglicher christlicher, katholischer und traditioneller Symbolik bar sind
  • so besteht die Möglichkeit, dass sie eine andere, okkulte, Symbolik bergen,
  • die sich nicht allen erschließt, weil sie eben okkult, also verborgen ist.

Eine Symbolik wirkt aber an sich, siehe hl. Augustinus, indem sie die Dämonen anlockt und den Rest der Heiligkeit neutralisiert. Es ist durchaus möglich, dass die Okkultisten so denken:

„Die Katholiken beten zwar immer noch zu Gott, sie tun es aber in unseren Tempeln, welche ihre Gebete neutralisieren, weil wir sie so eingerichtet haben, dass es dort von Dämonen wimmelt.“

Aus den Berichten von Überlebenden von satanischen Kulten geht hervor, dass diese Rituale oft in den Kirchen oder unterhalb der Kirchen in irgendwelchen Gewölben oder in der Krypta stattfinden. Da einige Priester Satanisten sind, ist es durchaus möglich. Es geht nicht nur darum das Heilige zu Profanieren, sondern die nachfolgende Heiligkeit, die ja bei jeder gültigen Messe und bei Gebeten verströmt wird, auf diese Weise zu neutralisieren.  Aber diese Profanierung muss nicht immer auf diese Art und Weise stattfinden, der Kirchenbau selbst macht es ja auch. Wenn Sie sich also in einer leeren, neuen Kirche sehr unwohl fühlen sollten, vorausgesetzt Sie sind im Gnadenstand, wenn Sie dort eine Symbolik vorfinden, die Ihnen gar nichts sagt, wenn Sie eine Kälte und Irritation spüren werden, kann können Sie davon ausgehen, dass Sie in einem okkulten Tempelgebäude stehen, der als eine katholische Kirche getarnt wurde. Sie können auch davon ausgehen, dass ein Bischof, der solch eine Kirche bewilligt hatte entweder eines jeden sensus fidei bar ist, was ihm kein gutes Zeugnis ausstellt oder aber, dass er selbst ein Mitglied einer Geheimgesellschaft und ein Okkultist ist. Sollte er selbst es nicht sein, so gibt es in seinem Hintergrund Menschen, die zu diesen Geheimgesellschaften gehören und sich solche architektonischen Anordnungen seit vielen Jahrzehnten ausdenken und deswegen:

  • ehren unsere Kirchengebäude nicht Gott,
  • sie entweihen die dort stattfindenden heiligen Handlungen,
  • sie lassen die Gläubigen davonlaufen.

Vielleicht hat der neue Kirchenumstrukturierungsboom, der ein wenig subkutan in Deutschland und Österreich stattfindet, damit etwas zu tun, dass jetzt explizit die Räume für die neuen Einheitsreligion vorbereitet werden, die gnostisch und nicht mehr katholisch ist? Alles scheint darauf hinzudeuten. Am meisten Papst Franziskus selbst. Warum glauben Sie trägt Papst Franziskus dieses komische silberne Lunarkreuz mit dem angeblichen guten Hirten? Weil es eine gnostische und nichtchristliche Symbolik birgt, wie sein ganzes Pontifikat ja auch.[3] Aber diese gnostisch-okkultistische Bewegung ist schon mindestens seit Anfang des XX Jhdt. in der Kirche am wirken, welche Bergoglio wie eine Woge nach oben gebracht hat. Denn der jetzige Zustand der Kirche lässt sich nicht nur intellektuell qua Neumodernismus deuten, obwohl dies natürlich stimmt. Er lässt sich auch spirituell als gnostisch und (noch?) krypto-satanistisch deuten, wovon die neuen Kirchen leider zeugen.

Beten wir also in schönen Kirchen, denn die Hässlichkeit kommt vom Teufel.

[1] Deutsche Übersetzung nach: http://www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel116-5.htm

[2] Kishon, Ephraim, Picassos süße Rache. Neue Streifzüge durch die moderne Kunst, Langen Müller: München, 19995.

[3] : https://www.youtube.com/watch?v=ZCTOfCbOXTo http://traditioninaction.org/RevolutionPhotos/A520-Cross.htm http://traditioninaction.org/Questions/B603_List.html#symbols https://www.youtube.com/watch?v=8Gj_jJkVZ8U&feature=youtu.be

 

Unbefleckte Empfängnis – Proprium missae

 

Introitus: Jes 61, 10

Gaudens gaudebo in Domino, et exsultabit anima mea in Deo meo : quia induit me vestimentis salutis. : et in-dumento justitiae circumdedit me, quasi sponsam ornatam monilibus suis.

Exaltabo te, Domine, quoniam suscepisti me : nec delectasti inimicos meos super me. Gloria Patri…

Voll des Frohlockens bin ich im Herrn, und meine Seele jauchzt auf in meinem Gott; denn Er hat mich gekleidet in Gewänder des Heiles, hat mich umhüllt mit dem Mantel der Gerechtigkeit, wie eine Braut im Schmucke ihres Geschmeides (Ps 29, 2). Dich will ich preisen, Herr; denn Du hast mich in Schutz genommen und ließest meine Feinde nicht frohlocken über mich. Ehre sei dem Vater … Voll Frohlocken …

 

 

 

Graduale Jdt 13, 23

Benedicta es tu, Virgo Maria, a Domino, Deo excelso, prae omnibus mulieribus super terram. Tu gloria Jerusalem, tu laetitia Israel, tu honorificentia populi nostri. Gesegnet bist du, Jungfrau Maria, vom Herrn, dem erhabenen Gotte, vor allen Frauen der Erde. (Jdt 15, 10) Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels, du die Ehre unseres Gottes.

 

 

Alleluja

Tota pulchra es, Maria: et macula originalis non est in te. Alleluia. Alleluja, alleluja (Hld 4, 7) Ganz schön bist du, Maria; in dir ist nicht der Erbschuld Makel. Alleluja.

 

 

Offertorium Łk 1, 28

Ave, Maria, gratia plena ; Dominus tecum : benedicta tu in mulieribus, alleluia. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade! Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Weibern, Alleluja.

 

 

Communio

Gloriosa dicta sunt de te, Maria : quia fecit tibi magna qui potens est. Ruhmvolles sagt man von dir, Maria; denn Großes hat an dir getan der Mächtige.

 

24. August – das Fest des Hl. Bartholomäus

Bartholomäus

Heute feiert die Kirche, sowohl im neuen als auch im alten liturgischen Kalender das Fest des hl. Bartholomäus, welcher in Armenien das Martyrium dadurch erlitt, dass er bei lebendigem Leibe gehäutet wurde, ihm wurde also die Haut abgezogen und danach wurde er durch das Schwert hingerichtet.[1] Das Enthäuten oder „das Schinden“ war eine Strafe, welche vornehmlich im Orient praktiziert wurde und natürlich nicht nur Christen betraf, so ließ der Perserkönig  Schapur I. den römischen Kaiser und Christenverfolger Valerian (gest. 260) schinden, was nicht ohne eine gewisse Genugtuung der Kirchenschriftsteller und Theologe Laktanz (De mortibus persecutorum 5.6) berichtet. Man muss also fairerweise sagen, dass der hl. Bartholomäus nicht der einzige war, der diesen Tod erlitten hatte, man muss auch fairerweise sagen, dass es noch nicht der Islam war, den es am Ende des ersten Jahrhunderts noch nicht gab. Dennoch singt Osmin in seiner letzten Arie aus Mozarts Entführung aus dem Serail:

„Erst geköpft, dann gehangen,

Dann gespießt auf heiße Stangen,

Dann verbrannt, dann gebunden

Und getaucht, zuletzt geschunden!“

(Dritter Akt, Die Arie: „Ach, wie will ich triumphieren“)

Bartholomäus MichelangeloFalls diese Oper nicht aus Gründen der Political-Correctness verboten wird, weil man durchaus diskutieren kann, ob sie islamfreundlich oder islamfeindlich sei, Bassa ist ja der Gutmensch, so zeigt sie doch, die immerwährende Grausamkeit des Islams, der sehr viele orientalische Strafen gleich inkardinierte. Der hl. Bartholomäus wurde als bei lebendigem Leibe geschunden und wir beschweren uns, dass es uns zwickt und zwackt, meine Damen und Herren! Wie wehleidig wir doch werden, wenn wir keine Vergleichsmöglichkeiten haben. Als der Schreiber dieser Zeilen sein Abendteuer mit den vorkonziliaren Brevieren begann, so hat er sich am Anfang ein wenig dagegen gesträubt, das Martylologium Romanum, also die Heiligen-und Märtyrerakten, zu lesen, welche im Chor, wenn man gemeinsam betet, gelesen werden. Warum hatte er sich gesträubt? Weil es so grausam ist, es ist wirklich „erst geköpft, dann gehangen“, aber diesmal in Echt, zuerst gemartert und dann geköpft, als nichts mehr ging. Mit so viel Tod und Leiden ist die Glaubensverbreitung einhergegangen, welche wir nach der Lehre des Vaticanum II hätten unterlassen sollen, da jeder Heide und Atheist ein „anonymer Christ“ nach Rahner sei und die Kirche Christi, welche nach Ratzinger nicht mit der Katholischen Kirche identisch sei, auch in den heidnischen Religionen anwesend ist. Ratzinger sagte wörtlich in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von 22 September 2000 zu Dominus Deus Folgendes:

„Als die Konzilsväter das von Pius XII gebrauchte Wort ‚ist‘ durch ‚subsistit‘ ersetzten, hatte dies einen sehr genauen Sinn. Der Begriff ‚ist‘ (sein) ist weiter als der Begriff ‚subsistieren‘. Subsistieren ist eine bestimmte Weise des Seins, nämlich Sein als eigenes in sich stehendes Subjekt. So wollten die Väter sagen: Das Sein der Kirche als solches reicht viel weiter als die römisch-katholische Kirche, aber in ihr hat sie in einzigartiger Weise den Charakter eines eigenen Seins“.[2]

Es scheint also nach Ratzinger so auszusehen, dass wir uns zwei Kreise oder Ellipsen vorstellen sollen, bei welchen die äußere die Kirche Christi, die innere die Katholische Kirche darstellt. Sie sind also nicht deckungsgleich, sondern die äußere umfasst eine größere Fläche als die katholische Kirche. Diese Aussage Ratzingers widerspricht jedoch dem ganzen vorkonziliaren Lehramt, welches die Kirche Christi mit der katholischen Kirche identifizierte, was beispielsweise Humani Generis 27 und Mystici Corporis von Pius XII auf den Punkt bringen:

„Einige halten sich nicht gebunden an die vor einigen Jahren in einem Rundschreiben erklärte Lehre, die sich auf die Quellen der ”Offenbarung” stützt und erklärt, dass der geheimnisvolle Leib Christi und die Römische katholische Kirche ein und dasselbe seien[6].“[3] (Humani Generis, 27)

„Bei einer Wesenserklärung dieser wahren Kirche Christi, welche die heilige, katholische, apostolische, römische Kirche ist (ibidem, Const. de fid. cath., cap. 1.), kann nichts Vornehmeres und Vorzüglicheres, nichts Göttlicheres gefunden werden als jener Ausdruck, womit sie als „der mystische Leib Jesu Christi“ bezeichnet wird. Dieser Name ergibt sich und erblüht gleichsam aus dem, was in der Heiligen Schrift und in den Schriften der heiligen Väter häufig darüber vorgebracht wird.

Daß die Kirche ein Leib ist, sagen die Heiligen Bücher des öfteren. „Christus ist das Haupt des Leibes der Kirche“ (Kol. 1, 18.). Wenn aber die Kirche ein Leib ist, so muß sie etwas Einziges und Unteilbares sein nach dem Worte des heiligen Paulus: „Viele zwar, bilden wir doch nur einen Leib in Christus“ (Röm. 12, 5.). Doch nicht bloß etwas Einziges und Unteilbares muß sie sein, sondern auch etwas Greifbares und Sichtbares, wie Unser Vorgänger sel. Anged. Leo XIII. in seinem Rundschreiben Satis cognitum feststellt: „Deshalb, weil sie ein Leib ist, wird die Kirche mit den Augen wahrgenommen“ (A. S. S., XXVIII, p. 710.). Infolgedessen weicht von der göttlichen Wahrheit ab, wer die Kirche so darstellt, als ob sie weder erfaßt noch gesehen werden könnte; als ob sie, wie man behauptet, nur etwas „Pneumatisches“ wäre, wodurch viele christliche Gemeinschaften, obgleich voneinander im Glauben getrennt, doch durch ein unsichtbares Band untereinander vereint wären.“ (Mystici Corporis)[4]

Wir beschränken uns hier auf diese zwei Zitate, aber die Aussage des ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation ist leider häretisch, im Sinne einer sententia haeretica, weil er direkt einer dogmatischen Aussage widerspricht.

Wenn also:

  1. Die katholische Kirche mit dem Mystischen Leib Christi, sprich mit der Kirche Christi, identisch sei, dann
  2. kann es keine Kirche Christi außerhalb der katholischen Kirche geben.

Dies ist die offizielle Ekklesiologie zum zum Vat. II und deswegen ist die Aussage von Kardinal Ratzinger:

„Das Sein der Kirche als solches reicht viel weiter als die römisch-katholische Kirche […]“

schlichtweg falsch.

Wenn aber sie richtig wäre, dann wäre nicht nur Bartholomäus umsonst gehäutet worden, weil die Armenier durch die „guten und wertvollen Elemente“ ihrer heidnischen Religion oder wie auch immer es Vat. II formuliert, gerettet worden wären, sondern Christus hätte völlig umsonst gelebt, wäre unsonst gestorben und auferstanden, denn die Juden brauchten nicht missioniert zu werden, auch Gott hätte sich völlig umsonst offenbart, da jeder seinem Gewissen und zwar dem völlig losgelöst subjektiven nach Amoris Laetitia, hätte folgen können. Es hätte eigentlich nach der Ekklesiologie des Vat. II keinen Gott geben sollen oder können, da Gott als Gott, mit all seinen scholastischen Attributen, bei diesem ekklesiologischen Konzept eigentlich nur stört. Denn entweder gilt die zweiwertige Logik oder sie gilt nicht. Entweder haben all die Christen- und Heiligengenerationen vor Vat. II geirrt oder wir, die nachkonziliar denken Katholiken, irren alle jetzt. Tertium non datur! Denn die logische und metaphysische Wahrheit verändert sich im Lauf der Zeit nicht, von falsch zu richtig und umgekehrt, obwohl Ihnen die übergewichtige Pastoralreferentin mit dem Batisttuch sagt, wie sie es gelernt hat:

„Das galt damals für damalige Zeiten und das gilt jetzt für unsere Zeiten“,

was völliger Humbug ist, wenn es gilt, dann gilt es immer, wir können nur irren, aber der logische oder metaphysische Wahrheitsgehalt von 2+2=4 verändert sich nicht.

Warum haben denn die „Liturgiereformer“ die Prim liquidiert, sowie die Notwendigkeit das Martyrologium zu lesen auch. Damit wir alle nicht erfahren, was Glaubenszeugnis wirklich bedeutet und wie viel es die vorigen Generationen gekostet hatte die wahre Lehre Christi auf der Welt zu verbreiten. Bei lebendigem Leib gehäutet, liebe Leserinnen und Leser! Aber all das Martyrium ist nicht verlorengegangen, denn:

  1. Der hl. Bartholomäus selbst kam als Märtyrer gleich in den Himmel.
  2. Seine Verkündigung durch das Martyrium bekräftigt, änderte die heidnisch-geistliche Atmosphäre, durch die Verbindung mit dem Kreuzopfer Christi so, das Armenien eines der ersten Königreiche war, welches das Christentum (312/313) annahm und welches, weil armenisch und nicht postkonziliar-katholisch, immer noch das Land trotz sehr vieler Verfolgungen prägt.
  3. Die Reliquien von hl. Bartholomäus kamen nach Europa und entfalten dort bis heute ihre segensreiche Wirkung, die Hirnschale liegt sogar im Frankfurter Kaiserdom, wo sie vielleicht noch ausgestellt wird oder verschämt, als „mit der Mentalität des modernen Menschen unvereinbar“, irgendwo versteckt worden ist.

Falls Sie also in Frankfurt oder in Raum Frankfurt leben, können Sie den heutigen Heiligen aufsuchen und vielleicht werden Sie etwas spüren, denn echte Reliquien senden eine tatsächlich heiligende Wirkung aus.

Heiliger Bartholomäus, bete für uns!

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Enth%C3%A4uten

[2] Zitiert nach Ferrara, Christohpher A. und Woods, Thomas E. Jr., The Great Façade. The Regime of Novelty in the Catholic Church from Vatikan II to the Francis Revolution, Angelico Press 20152, 269.

[3] http://www.stjosef.at/dokumente/humani_generis.htm

[4] http://www.theologische-links.de/downloads/oekumene/mystici_corporis.html