Peter Kwasniewski, Der fünfzig Jahre dauernde Abstieg zu Fußnote 351 (2 von 2)

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Unsere 50 Jahre dauernde Desensibilisierung gegenüber der Heiligen Eucharistie

Heutzutage gehen zumindest in bestimmten westlichen Ländern beinahe alle zur Kommunion wenn die Zeit kommt. Es ist einfach das, „was man in der Messe tut.‟ Fast niemand geht zur Beichte; fast niemand bleibt der Kommunionbank wegen Sündenbewusstseins fern; und rar sind die Priester, die überhaupt einmal darüber predigen, dass man die rechte Disposition zum Kommunionempfang haben muss (im Gegensatz zum Heiligen Jean Marie Vianney, der unermüdlich über diese Dinge predigte und die Beichtpraxis und den regelmäßigen Kommunionempfang erhöhte. Nicht umsonst ist er der Patron der Gemeindepfarrer. Patrone sind dazu da, dass man ihnen nacheifert).

So wurde der Boden teuflisch für die Endphase vorbereitet, in der auch das allerletzte Hindernis für den Kommunionempfang theoretisch und praktisch aufgelöst wurde. In einer allgemeinen Situation, wo die wenigen Katholiken, die noch die Messe besuchen alle die Heilige Kommunion empfangen, erscheine es als eine grausame und ungewöhnliche Bestrafung einzelner  (aus ohnehin nur einer Handvoll Leute) sogenannter „Geschiedener und Wiederverheirateter‟ mit einer Sonderbehandlung: „Sie dürfen nicht zur Kommunion gehen, währenddessen die sich selbst missbrauchenden und unzüchtigen Teenager, die verhütenden Ehepaare, die Familien, welche manchmal die Sonntagsmesse zugunsten eine Sportveranstaltung ausfallen lassen — alle sind willkommen nach vorn zu kommen, wie üblich!‟

Dies ist das Gesamtbild, das meiner Meinung nach erklärt, warum die Liberalen oder Progressiven in der Kirche absolut unfähig sind zu sehen, wie jemand Kapitel 8 von Amoris Laetitia mit seiner atomaren Fußnote beanstandet.[1] Sie glauben nicht wirklich, dass die Messe ein wahres und eigentliches Opfer Jesu Christi an die Allerheiligste Dreifaltigkeit ist; sie glauben nicht wirklich an die Transsubstantiation und die Realpräsenz; sie glauben nicht, dass man Leib und Blut Gottes isst und trinkt; sie glauben nicht, dass derjenige, welcher unwürdig isst und trinkt, seine eigene Verdammnis isst und trinkt, genauso wie [umgekehrt] jene, die würdig essen ihre Seelen und Leiber für eine glorreiche Auferstehung aussäen.

Die Amoriter, wie wir sie nennen könnten, sehen „die Eucharistie‟ als brüderliche Zusammenkunft, ein gesellschaftliches Ereignis, eine Bestätigung des Wertes des Menschen, eine „Feier‟ von Gottes „bedingungsloser Liebe‟, und welchen Slogan sie auch immer als Markenzeichen ausdenken können. Innerhalb der Beschränkungen dieser horizontalen und oberflächlichen Theologie ist kein Raum für irgendwelche Anforderungen oder Verbote; jeder ist willkommen, alles ist möglich! Denn die Eucharistie ist ein Mahl, das Gottes freundliche Aufnahme für den Sünder symbolisiert, es gibt keinen Grund, irgendjemanden aus irgendwelchen Gründen von der „Tafel der Vielfalt und des Überflusses‟ auszuschließen.

Amoris Laetitia passt in diesen größeren historischen Entwicklungsverlauf, wobei die Messe ihres transzendenten, geheimnisvollen, furchtbaren und herausfordernden opfernden Realismus‛ entkleidet wurde und fortwährend in Richtung eines normalen Mahls gedrängt wurde, mit normalem Volk, das normale Dinge tut für ein innerweltliches Ziel,[2] mit erzwungener Spontanität und beschämender Banalität, die es nicht geschafft hat, riesige Menschenmassen anzuziehen, wie es von Paul VI. vorhergesagt worden war. Gibt es bei einer solchen Messe irgendetwas zu tun – außer die Kommunion zu empfangen? Wer würde jemals daran denken: um der Anbetung Gottes willen, um Seine Schönheit zu verehren? Möglichkeiten und Anreize zur Anbetung sind im Novus Ordo praktisch nicht existent, und der Schönheit ist es nicht besser ergangen, oder vielmehr noch viel schlechter. Unter solchen Umständen eine Barriere zwischen einem freien Mahl und einem Gast aufzustellen, der denkt, es sei gut, dass er da ist – undenkbar![3]

In Wahrheit ist die Messe das unblutige Kreuzesopfer, in unserer Mitte gegenwärtig gesetzt; es ist gleichzeitig das himmlische, lebenspendende Hochzeitsmahl des nun verklärten Christus. Die Eucharistie ist das Sakrament der Einheit einer mit Gnade und Anmut geschmückten Braut mit einem Bräutigam, der ihre einzige Glückseligkeit ist, in einem Fleische.

Es überrascht mich nicht zu sehen, dass man in einer Lateinischen Messe auf der ganzen Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, zwei miteinander verbundene Phänomene sieht: eine große Anzahl der Gläubigen machen vor und während der Heiligen Messe Gebrauch von der Beichte; und eine große Anzahl von Gläubigen, die in den Bänken bleiben und nicht zur Kommunion nach vorn gehen. Die inneren Triumphe für den einen, die inneren Prüfungen für den anderen kennt nur Gott allein. Aber so viel liegt auf der Hand: sie alle kamen, um Ihn anzubeten. Sie kamen als Antwort auf Seine Majestät. Sie kamen, um eine feierliche Verpflichtung der Tugend der Religion zu erfüllen. Ob sie nun persönlich disponiert sind, [die Heilige Kommunion] zu empfangen oder nicht, ist eine Frage, die hier nicht gestellt ist. Es ist die Vernunft, die im Bereich der Tradition herrscht; es ist die Vernunft, die den Weg zur Heiligkeit ebnet.

[1] Oder vielleicht sollte man sagen Fußnoten, da es mehrere gibt, die ernsthaft problematisch sind.

[2] Dies stimmt überein mit der vor Liebe blinden freudigen Aufnahme der Vereinten Nationen und der „Greenpeace‟-Umweltschutzbemühungen in Laudato Si’.

[3] Wir können nun anfänglich die Größe der Veränderungen des Meeres sehen, wenn wir uns vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn die Vorschläge Kaspers 1965 lanciert worden wären – dem letzten Jahr, in dem wir wohl sagen können, dass wir noch einen integralen und authentischen Römischen Ritus in der ganzen Kirche hatten (obgleich bereits abgesehen von seinen Anfangs- und Schlussgebeten). Es hätte fassungslose Skepsis und gerechte Empörung gegeben. Der Vorschlag hätte nicht länger gedauert als ein Zündholz brennt. Kein Kirchenmann mit klarem Menschenverstand hätte dies unterstützt. Die Progressiven von heute attackieren die Traditionalisten gleichermaßen für unsere Liebe zur traditionellen Liturgie, unsere dogmatische Unnachgiebigkeit und unsere Bekenntnis zur objektiven Moral. Sie sehen zurecht eine tiefe und bleibende Bindung zwischen diesen Dingen — eine Verbindung, die feinsäuberlich zusammengefasst wird als lex orandi, lex credendi, lex vivendi.

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Peter Kwasniewski, Der fünfzig Jahre dauernde Abstieg zu Fußnote 351 (1 von 2)

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Quelle

Unsere 50 Jahre dauernde Desensibilisierung gegenüber der Heiligen Eucharistie

Wir sind nicht eines schönen Tages im Jahr 2017 aufgewacht, um uns plötzlich mit dem eucharistischen Sakrileg konfrontiert zu sehen, das von oben beworben wurde. Es war ein langer, langsamer Prozess, der zu diesem Moment führte. Er bestand in der schrittweisen Verwässerung der Heiligkeit des Heiligen Messopfers und des Allerheiligsten Sakramentes als seinen wesentlichen Kern, mit institutionell tolerierten Sakrilegien auf dem Weg dorthin. Fünfzig Jahre der Entsakralisierung haben in der Dreistigkeit geendet, der gesamten katholischen Tradition über das Allerheiligste aller Geheimnisse der Kirche zu widersprechen.

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Eine Einführung zu Peter Kwasniewskis „Desensibilisierung der Eucharistie“ oder Ist da noch Jesus drin?

GregorsMesse-078

Wir kündigen hiermit einen Aufsatz von Peter Kwasniewski an in der überragenden Übersetzung von Eugenie Roth, in dem auf etwas aufmerksam gemacht wird, was uns wahrscheinlich entgeht. Seit Vat. II wurde überall, insbesondere im deutschen Sprachraum, alles so eingerichtet, dass man als Gläubiger immer weniger gehalten wird an die Realpräsenz zu glauben. Da Peter Kwasniewski  Amerikaner und Traditionalist ist, ein Professor der Liturgik und Kirchenmusiker noch dazu, der seit vielen Jahren ausschließlich zur Alten Messe geht, so lebt er in einer anderen Welt als wir, sodass ihm die sprichwörtliche „deutsche Härte“ des deutschsprachigen Kirchenalltags – Stichwort: Pfarrer um die Ecke und die bürsten-schnittige Pastoralreferentin – unbekannt ist. Dennoch macht er auf etwas aufmerksam, was wirklich universell ist, auf den gesteuerten Verfall des eucharistischen Kultes, der überall vorkommt, weil er leider von Rom aus initiiert wird. Wenn jetzt eine fromme Seele einwenden wird:

Das sollte man nicht verallgemeinern. Das macht bloß ein junger Priester, der nicht auf die Kirche hört!

dann muss man dazu sagen, dass all diese Änderungen ab 1962 wirklich von Rom aus angeordnet worden sind, sodass nach dem Konzil Priester dazu amtlich, schriftlich und durch ihren Bischof gezwungen wurden alle diese Änderungen (Tabernakel vom Hauptaltar weg, keine Kniebänke, keine knieende Mundkommunion, Kommunionhelfer, Handkommunion etc.) einzuführen, über die wir uns noch zum späteren Zeitpunkt verbreiten werden und es wirklich kaum jemand eigenwillig tat. Die Kirche ist weiterhin hierarchisch und die Destruktion ebenfalls, siehe Amoris Laetitia und die Beschlüsse der DBK dazu: 1. Kommunion für Ehebrecher, 2. Kommunion für Protestanten. Die Priester bekommen aufgrund von Amoris Laetitia  bald Richtlinien oder haben diese bereits erhalten, an die sie sich zu halten haben, indem sie die berühmte deutsche Einzelfalllösung anbieten.

Aber zurück zur Eucharistie. Ein Problem, auf welches Peter Kwasniewski nicht eingeht, welches aber viel prekärer ist, ist die Frage, ob wir noch überhaupt gültige Messen haben, in denen die Wesenswandlung, auch Transsubstantiation genannt,  wirklich stattfindet.

Woher diese Frage?

Weil DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) – wie viele andere Gläubige auch – wirklich sehr selten den Eindruck hat den eucharistischen Herrn tatsächlich zu empfangen.

Sollte man dabei nach Eindrücken gehen?

Nein, sicherlich nicht. Es ist etwas Spirituelles, eine Glaubenssache, der Teufel kann sich dort einmischen, vielleicht ist es auch eine Prüfung von Gott. DSDZ fing an sogar zu notieren, wann er meint eine tatsächliche Kommunion empfangen zu haben und es ist sehr selten und bei immer denselben Priestern.

Liegt es nicht an seiner fehlenden Disposition?

Nein, er lebt im Gnadenstand, ist niemals unwürdig zur Kommunion gegangen und bemüht sich um die Gewinnung der Tugend. Aber an die letzten ausschließlich „echten“, falls man dieses Wort hier einführen darf, Kommunionen kann er sich im Jahre 2013 in der Abtei Fontgombault erinnern. Seitdem ist es immer vereinzelt. Er kann sich aber an sehr eindrucksvolle Kommunionen während seiner Kindheit in seiner Heimat erinnern, welche aufhörten als er nach Deutschland kam und was er danach vereinzelt erlebte.

Vielleicht war er als Kind viel heiliger als jetzt?

Nein, er war schon unschuldig, fromm und gläubig, aber jetzt ist er wirklich besser und heiliger als mit 9 oder 10.

Wenn wir annehmen – denn diese Eindrücke sind keine Einzelerfahrung -, dass sehr viele Menschen es so spüren, dann sollte man gleich nach der einfachsten Lösung greifen, dass einfach keine Wandlung stattfand.

Wann findet keine Wandlung statt?

Wenn der Priester (1) die Materie, (2) die Form nicht beachtet und (3) nicht zumindest die Intention hat, das zu tun, was die Kirche mit diesem Sakrament tut, was wir schon mehrmals geschrieben haben.

Wie wahrscheinlich ist es, dass bei Mängeln der  Materie und Form eine Wandlung nicht stattfindet?

Sehr unwahrscheinlich, die Form ist in Novus Ordo hörbar und man sollte davon ausgehen, dass die Priester auch auf die Materie achten, obwohl wir dies nicht überprüfen können.

Wie wahrscheinlich ist es, dass der Priester nicht die richtige Intention hat?

Dies ist recht wahrscheinlich, weil hier die Grenze zwischen fehlendem Glauben an die Realpräsenz und fehlenden Intention das zu tun, was die Kirche mit diesem Ritus tut (intentio faciendi quod fecit Ecclesia) sehr fließend ist. Ein völliger Atheist kann dennoch zumindest die Intention haben im Namen der Kirche die Wandlung zu vollziehen, aber dies ist unwahrscheinlich.  Wir könnten zwar solch einen Priester abfragen, aber es ist recht unwahrscheinlich, dass er uns die Wahrheit sagen wird, falls er doch ungültige Messen zelebriert.

DSDZ versucht diese Thematik zu ergründen und endet immer vor einer Wand, denn nicht alles lässt sich rational ergründen. Doch größer als die ungültige Messe ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Priester dermaßen lange in einer schweren Sünde lebt und eine formelle Häresie ist eine schwere Sünde, eine materielle eine leichte Sünde, dass er einem mit Dreck verstopftem Rohr gleicht, ein Bild von Thomas von Aquin, welches das reine Wasser sehr schlecht leitet.

Ich antworte, die Diener der Kirche seien wie Werkzeuge beim Spenden der Sakramente. Das Werkzeug aber wirkt nicht vermöge der eigenen Kraft, sondern auf Grund der Kraft desjenigen, von dem aus es in Bewegung oder Tätigkeit gesetzt wird. Dies ist also dem Werkzeuge unwesentlich, was es außer der Kraft, die demselben als einem Werkzeuge entspricht, an sich hat; wie es unwesentlich ist, ob der Leib des Arztes als Werkzeug der die Kunst besitzenden Seele krank oder gesund und ob die Röhre, durch die das Wasser geht, von Silber oder von Blei sei. Also wenn auch die Diener der Kirche schlecht sind, können sie gültig die Sakramente spenden. (Thomas von Aquin, Summ. Theol. III, q. 64, a. 5, corp)

Die bekommen zwar das Wasser, den Dreck aber mit dazu. Deswegen hat die Kirche vor V2 dermaßen penibel auf die Heiligkeit und kultische Reinheit der Priester geachtet, damit die Gläubigen die „sauberen“ Sakramente erhalten. Leider handeln alle Dogmatiken, die DSDZ zu diesem Thema gelesen hat von der Gültigkeit des Sakraments an sich, welche auch bei einem schlechten, also in Todsünde lebenden Priester gegeben ist. Er hat aber noch nichts über die Auswirkungen der sakramentalen Gnade, die durch solch einen Priester vermitteln oder geschmälert werden, gelesen. Vielleicht lag dieses Problem viel seltener vor. Denn eine habituelle leichte Sünde (man ist permanent zur faul sich vorkonziliare Dogmatiken durchzulesen) führt zur materiellen schweren Sünde (man verbreitet unwissentlich Häresien) und endlich zur formellen schweren Sünde (man verbreitet bewusst Häresien, weil man sich für schlauer als die Kirche hält und lebt zusätzlich im Konkubinat). All diese Gedanken fielen unlängst DSDZ ein als er wieder einmal eine Kuddel-Muddel-Predigt eines semi-traditionalistischen Priesters hörte, von dem man in seiner Heimat sagen würde, dass er einen „Mülleimer im Kopf“ habe. Es war alles dabei: von Kirchenvätern, über Esoterik, Modernismus, Vatikanum 2, Gutmenschentum und Privatoffenbarungen. Ohne Sinn und Ordnung, ohne Oben und Unten, quer durch den Garten, Kraut und Rüben. So predigt er immer und weil er intellektuell solchen Schaden anrichtet, so erlaubte ihm wohl die Diözese, in der DSDZ lebt, eine Alte Messe zu halten.

Hat er katholische Ansichten?

Nein.

Zelebriert er gewissenhaft?

Ja.

Lebt er im Gnadenstand?

Zweifelhaft.

Was kann man da machen?

Nichts. Dieses theologische Kuddel-Muddel-Mindset ist in ihm dermaßen verwurzelt, dass es inoperabel ist und er ist Anfang/Mitte 50.

Was ist er denn?

Ein liturgischer Fetischist. Dieser Begriff stammt zwar von Ann Barnhardt, aber wir wenden ihn hier an.

Was ist denn ein liturgischer Fetischist?

Jemand, der besonders liturgisch, ästhetisch und rubrizistisch ist, der aufgrund der Vetus Ordo Zelebration sich wohl für den Über-Priester hält, welchen dieses mysteriöse und elitäre der Alten Messe anzieht, der aber Jesus kaum liebt, sich um die Seelen der Gläubigen nicht kümmert und dem die Kirche bloß dazu dient, erhabene Zeremonien zu liefern. Er ist oft homosexuell wenigstens veranlagt, im Falle des von DSDZ beschriebenen Priesters liegt dies allerdings nicht vor. Es ist der Typ eines Oskar Wilde, dem das Beste eben gut genug ist, kirchlich auch und der eher verhungert als außerhalb eines Drei-Sterne-Restaurants zu essen. DSDZ fragt sich, ob er in seinem Leben noch einmal einen Priester treffen wird, bei dem alles stimmt, denn bisher hatte er immer Pech.  Leider sind auf der  Seite der Tradition sehr komische Priester-Kauze zu finden, denn so wie der Ton die Musik, so macht leider der Priester die Messe. Er kann die Sakramente ungültig oder zumindest weniger segensreich machen.

Um jetzt auf Peter Kwasniewski zurückzukommen, dessen Aufsatz wir in zwei Teilen vorstellen werden, so hat die fortlaufende Desensibilisierung gegenüber der Heiligen Eucharistie sicherlich zum wachsenden Unglauben der Priester und zu den vielen wohl ungültigen Messen geführt. Denn warum sollte man den Herrn so selten spüren, wenn er doch immer das ist?

Kirche gegen Anti-Kirche oder Hilary hat recht 

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Wir stellen hier in der kongenialen Übersetzung von Eugenia Roth einen Aufsatz von Hilary White vor, der so viel Tiefgang und Impact, wie man neudeutsch sagt, hat, dass er sicherlich an Wirkung ihrem Aufsatz Raus aus dem Kaninchenloch nicht nachsteht. Dieses Essay zeigt auch, wie gut die Schreibpause Hilary getan hat. Hilary bringt etwas auf den Punkt, was wenige spüren und ganz wenige verbalisieren können. Und zwar, dass in einer von Anarchie besetzten zerbröckelten Welt eine heile, konservative Kirche nur eine Fassade ist, die Bergoglio nach und nach mit der Abrissbirne abbaut. Dies wird ihr modernistischer Pfarrer um die Ecke mit der bürstenschnittigen Pastoralassistentin Ihnen auch bestätigen, es dennoch ein wenig anders formulieren. Er sagt:

Eine moderne Kirche hat sich der modernen Welt anzupassen!

Die Grundprämisse ist hier aber ganz falsch, denn die Kirche hat sich an gar nichts anzupassen, da sie, wie Christus und seine Jünger, nicht von dieser Welt ist (Joh 17,16; 15,19). Weiterlesen!

H. Reed Armstrong, (2 von 2) Ein zweifelhafter Einfluss: De Lubacs & Von Balthasars Effekt auf das katholische Denken.

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Kurzfassung für Eilige: Worum geht es? Urs von Balthasar, ein ehemaliger Jesuit,  lebte mit Adrienne von Speyer, einer verheirateten Frau, jahrelang in einer „mystischen Ehe“ samt ihrem Ehemann unter einem Dach. Balthasar und Speyer konstruierten ein gnostisches System, bei dem Balthasar Kabbala und jede mögliche Pseudomystik einsetzte. Trotzdem oder vielleicht deswegen machte ihn  Johannes Paul II zum Kardinal. Sic!

II

Unter den jüngeren Zeitgenossen de Lubacs, die er in La Fourvière erwähnte, war Hans Urs von Balthasar (S.J.), den viele, wenn nicht die meisten „Konservativen“ als den führenden Theologen der postkonziliaren Kirche betrachten.

Als Balthasar seine siebenjährige Ausbildung in La Fourvière beendet hatte, wurde er 1936 zum Priester geweiht. Dann arbeitete er kurz in München für die Zeitschrift der Jesuiten, Stimmen der Zeit. 1940, als das Naziregime die Freiheit der katholischen Journalisten beschnitt, verließ er Deutschland und begann, in  Basel als Kaplan der Studenten zu arbeiten.

Dort war es, wo er die zweimal verheiratete protestantische Mystikerin Adrienne von Speyr traf, die er zum katholischen Glauben bekehrte. 1945 gründeten sie gemeinsam eine religiöse Gemeinschaft mit Namen Johannesgemeinschaft, um die visionäre Theologie Frau von Speyrs voranzubringen. Da dies mit der [katholischen] Lehre nicht vereinbar war, verließ von Balthasar 1950 die Jesuiten, um die Zusammenarbeit mit von Speyr ernsthaft fortzuführen. Nach von Balthasar in seinem Buch Unsere Aufgabe (Il nostro compito),[10]

„… ihr Werk und das meine sind in keiner Weise trennbar: weder psychologisch noch philosophisch. Denn sie stellen beide Hälften eines Ganzen dar, das seine Mitte in einer einzigartigen Gründung hat.“ … „Das Hauptziel dieses Buches ist einfach, jedem Versuch vorzubeugen, nach meinem Tod mein Werk von dem von Adrienne von Speyr zu trennen.“

Adrienne behauptete, dass der Himmel von Balthasar und ihr eine kirchliche Mission anvertraut hatte. In einer „marianischen“ Vision sagt Adrienne zu Gott:

„Wir beide (Adrienne und von Balthasar) möchten Dich lieben, Dir dienen, und Dir für die Kirche danken, die Du uns anvertraut hast.“

Diese letzten Worte, fährt Adrienne fort, wurden improvisiert ausgesprochen und von der Mutter Gottes diktiert, d. h. von uns (der Mutter Gottes und Adrienne);

„wir sprachen diese Worte beide zusammen, und für den Bruchteil einer Sekunde, legte sie das Kind in meine Arme, doch es war nicht nur das Kind, es war die Una Sancta (die Kirche) en miniature, und es schien mir eine Einheit von allem, was uns anvertraut worden war und ein Werk in Gott für den katholischen [Glauben] darstellt, zu repräsentieren.“[11]

Diese Behauptung, dass die Muttergottes  selbst die Zukunft der Kirche in ihre (Hans und Adriennes) Hände gelegt habe, gewissermaßen in einer privaten Offenbarung, unabhängig von der Hierarchie und dem Magisterium, ist verdächtig und höchst ungewöhnlich. Dass die Hierarchie und das Magisterium diese umstrittenen Offenbarungen unbesehen als authentisch annehmen sollten, ist nicht nicht nachvollziehbar.[12]

Von Balthasar ist dem breiteren Publikum am besten  für sein kontroverses Buch von 1986, Wagen wir zu hoffen, dass alle Menschen gerettet sind? bekannt, das teilweise auf den Spekulationen des brillanten griechischen Theologen Origines (185–253) basiert, dessen Gedanken über Apokatastasis (Allerlösung, einschließlich des Teufels), die in seiner Abhandlung De Principiis 1.6.-3 enthalten sind, jedoch während es Zweiten (5. Ökumenischen), Konzils von Konstantinopel (583) verdammt wurden[13].

Im Vorwort seines Werkes stellt von Balthasar fest, dass Origines, ebenso wie Gregor von Nyssa und Maximus der Bekenner, ihre zirkuläre Geschichtstheorie auf neoplatonische und gnostische Theorien stützten, die zu apokatastasis führen, die zu jener Zeit im Oströmischen Reich [Byzanz] weit verbreitet waren. Er behauptet auch, dass diese Ideen ebenfalls in der Werken von Meister Eckhardt und Teilhard de Chardin vorkommen.[14]

Weniger bekannt ist sein elegisches Nachwort (in der deutschen Ausgabe Vorwort) zu Valentin Tombergs Buch von 1985 mit dem Titel Die großen Arcana des Tarot. Meditationen. [eng. Meditations on the Tarot, a Journey into Christian Hermeticism].[15]

Aus Platzgründen können wir dieses Buch nicht umfänglich behandeln, da hierfür eine umfassende Rezension notwendig wäre, es gibt jedoch einige hervorstechende Zitate, die eine durchaus genaue Vorstellung vom Grundton des Werkes geben. Der „anonyme“ Autor, Valentin Tomberg, präsentiert Gnostik, Magie, Kabbala und Hermetik als nicht nur kompatibel, sondern wesentlich für den katholischen Glauben. Während er St. Paulus und St. Johannes den Evangelisten zitiert und die Visionen von so katholischen Mystikern wie St. Johannes vom Kreuz, St. Theresa von Avila und St. Franziskus von Assisi lobt, ebenso St. Augustinus und St. Thomas von Aquin zitiert, gibt er gleichermaßen Bericht von dem freimaurerischen Martinist Saint Yves d’Alveydre, dem anerkannten luziferianischen Stanislau de Guaita, dem satanischen Magier Eliphas Lévi, ebenso wie von dem kabbalistischen falschen Messias Sabbatai Zevi, Madame Blavatsky, Swami Vivekananda, Rudolf Steiner, Teilhard de Chardin, Jacob Boehme, Swedenborg, Carl Jung und vielen anderen.

Von Balthasar hat nur Lob für dieses Werk. In seinem Vorwort (in der deutschen Ausgabe) /Nachwort (in der englischen Ausgabe) hat er folgendes zu sagen:

Ein denkender, betender Christ von unverkennbarer Reinheit offenbart uns die Symbole christlicher Hermetik in ihren unterschiedlichen Graden von Mystizismus, Gnosis und Zauberei, und behandelt ebenfalls die Kabbala und bestimmte Elemente Astrologie und Alchimie … die sogenannte „heimliche Weisheit der Ägypter“ …. (Hervorhebungen hinzugefügt)

Professor von Balthasar fährt fort und schreibt:

„… Jedoch ist die kreative Kraft der Transformation in der Einverleibung von  Jacob Boehme’s Christosophie  ebenso stark ….“

 

…. Eine dritte, weniger eindeutige Transposition wird nur kurz erwähnt; das der alten Magie/Alchimie in den Bereich der Tiefenpsychologie von C.G. Jung.

…. Die mystischen, magischen, okkulten Zuflüsse, die in den Strom seiner (Tombergs) Meditationen einfließen sind viel umfassender; jedoch wird der Zusammenstrom ihrer Wasser in ihm, voller Bewegung, nach innen eine Einheit christlicher Kontemplation.

… Wiederholte Versuche wurden unternommen, um die Kabbala und das Tarot der katholischen Lehre anzupassen. Das ausgedehnteste Unterfangen dieser Art war das von Élephas Lévi (Pseudonym von Abbé Alphonse-Louis Constant), dessen erstes Werk (Dogma et ritual de la haute magie) 1854 erschien.

Die Liste der „spirituellen“ Suchenden, die in diesem glühenden Nachwort zu Tombergs Buch beworben werden, geht jedoch weiter, eine kurze Vorstellung einiger derer, die oben aufgeführt werden, mag genügen um ihre Unvereinbarkeit mit dem katholischen Glauben und der katholischen Moral zu zeigen.

Allen voran Jacob Boehme (1575–1624), ein böhmischer Schumacher aus einer lutherischen Familie, der – wie Frau von Speyr – Visionen erhielt, erstmals 1600, als er ein großes Licht sah, das in einem schwarzen Zinnteller reflektiert wurde; dies führte ihn dazu, das Folgende zu verkünden:

Das Sein aller Seienden ist nur ein einfaches Sein, wenn es jedoch sich selbst gebiert, teilt es sich in zwei Prinzipien, in Licht und Dunkelheit, in Freude und Schmerzen, in Böse und Gut, in Liebe und Zorn … die Schöpfung selbst als sein eigenes Liebesspiel zwischen den Qualitäten beider ewiger Begierden.

(Jakob Böhme, Sämtliche Schriften ed. W. E. Peuckert, vol. 16 (Stuttgart: Frommann, 1957), p. 233.)

 

Carl Gustav Jung (1875–1961) berühmter schweizer Psychoanalytiker, Sohn eines Pastors der Reformierten Schweizer Kirche, hörte 1913 erstmals Stimmen und hatte Visionen. Seine religiösen Rückschlüsse beinhalten folgendes Zitat:

In unserem Diagramm erscheinen Christus und der Teufel als gleich und gegensätzlich, und entsprechen so der Idee der „Widersacher“. Diese Konkurrenz bedeutet Konflikt bis zum Äußersten und es ist die Aufgabe der Humanität, diesen Konflikt auszuhalten, bis die Zeit oder der Wendepunkt erreicht ist, wo Gut und Böse sich selbst zu relativieren, sich selbst zu bezweifeln beginnen, und der Schrei nach einer Moralität „jenseits von Gut und Böse“ ertönt. (Carl Gustav Jung, Zur Psychologie der Trinitätslehre, translated in vol. 11, 2nd ed. of his Complete Works (Princeton: Princeton University Press, 1969), p. 174)

 

Éliphas Lévi, a.k.a. Abbé Alphonse-Louis Constant (1810–1875), französischer Okkultist, von Geburt katholisch, Ex-Seminarist, bestens bekannt für sein Werk Dogme et rituel de la haute magie (1854)[16]:

Was ist absurder und gottloser als den Namen Luzifer dem Teufel zuzuschreiben, d. h. dem personifizierten Bösen. Der intellektuelle Luzifer ist der Geist der Intelligenz und Liebe; es ist der Paraklet, es ist der Heilige Geist, während der physische Luzifer der große Agent des universellen Magnetismus ist.

(Éliphas Lévi, The Mysteries of Magic, p. 428; Hervorhebungen vom Verfasser hinzugefügt)

 

Das geschaffene Prinzip ist [yod] der göttliche Phallus; und das geschaffene Prinzip ist das formale [cteïs] weibliche Organ. Das Einführen des vertikalen Phallus in das horizontale cteïs wird zum Kreuz der Gnostiker, oder das philosophische Kreuz der Freimaurer.

(Éliphas Lévi, Dogme et rituel de la haute magie[17] (Paris: Chacon Frères, 1930), pp. 123-124.)

Das unten gezeigte Bild, von Lévi signiert, mit Ziegenkopf, erigiertem Phallus und weiblichen Brüsten ist die klassische Darstellung Satans. [18]

Baphomet

Alle oben genannten Autoren stimmen darin überein, dass es, um eine allgemeine oder göttliche Harmonie zu erreichen, apokatastasisein Zusammenspiel und eine Vereinigung zwischen den Kräften von männlich und weiblich [Androgynie], Licht und Dunkel sowie von Gut und Böse – Gott und dem Teufel – geben muss.

Dies ist die ausdrückliche Lehre der Cabbala (Kabbalah), die sowohl von esoterischen mystischen Juden als auch von Freimaurern vorangetrieben wird, und wieder, wie oben ausgeführt, durch von Balthasar. Weiter unten gibt es zwei interessante Bezüge auf die Kabbalah, ersterer von dem argentinischen Autor Jorge Luis Borges, der zweite von Éliphas Lévi:

Kabbalah betrachtet die Notwendigkeit des Bösen, der Theodizee, die, zusammen mit der Gnostik, gleichgesetzt wird mit einem unvollkommenen Gott der Kreatur, der nicht der endgültige Gott ist … [das bedeutet] die Lehre der Griechen, genannt apokatastasis, dass alle Kreaturen, einschließlich Kain und dem Teufel, am Ende großer Transmigrationen zurückkehren werden, um wieder mit der Gottheit vermischt zu werden, von der sie einst heraustraten.[19]

Der Luzifer der Kabbalah ist kein verfluchter und geschlagener Engel; er ist der Engel, der erleuchtet, der  durch Feuer regeneriert.[20]

Oder, wie Albert Pike in seinem autoritativen Werk Morals and Dogma of Freemasonry in Kapitel XII “Sublime Prince of the Royal Secret” erklärt:

„Die  primäre Tradition der eizigen Offenbarung wurde unter dem Begriff der ‚Kabalah‘ (sic.) erhalten … dieses Equilibriums zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit in der Welt, das uns versichert, dass alles das Werk der Unendlichen Weisheit und Unendlichen Liebe ist.“[21]

(Übersetzungen bzw. Rückübersetzungen vom Englischen ins Deutsche vom Übersetzer).

Diese „Theodizee“ ist dem orthodoxen Katholizismus vollkommen fremd und extrem blasphemisch, denn wie uns St. Paul warnt, nicht mit Kassettenrekorder, sondern durch seine geschriebenen Instruktionen, „… Denn was haben Gerechtigkeit und Schlechtigkeit miteinander zu tun? Was haben Licht und Finsternis gemein? Wie stimmen Christus und Belial zusammen? …“ (2 Korinther 6:14,15)

Während der persönliche Glaube und die Hingabe Hans Urs von Balthasars an Christus und Unsere Liebe Frau in keiner Weise zu hinterfragen sind, scheint sein Pantheon, vom oben geschriebenen abgeleitet, Luzifer/Satan und die gefallenen Engel als notwendige Teilnehmer am göttlichen Drama der universellen Erlösung einzuschließen.

Die Gedanken, die in seinem Nachwort zu Tombergs Meditations on the Tarot enthalten sind, wurden 1985 geschrieben, d. h. Ein Jahr vor der deutschen Originalausgabe 1986 von Dare We Hope? Bis zu welchem Ausmaß hat Tombergs okkulte Theosophie von Balthasars Blick auf die Erlösung beeinflusst, und wie tief hat die kabbalistischer okkulte Lehre eines dualen Gottes, zusammengesetzt aus Gut und Böse, den Orden der Jesuiten und die Kirche als Ganzes durchdrungen?

NOTIZEN: 

[1]  “ … verborgen unter der Maske der Tugend gibt es viele, die, indem sie Streit zwischen Menschen und intellektueller Konfusion durch ein unbedachtes Streben nach Seelen belagen, gedrängt werden durch einen großen und drängenden Wunsch, die Barriere abzuschaffen, die gute und ehrliche Menschen trennt; diese vertreten einen ‚Irenismus‘  nach dem, indem man die Fragen beiseite schiebt, welche die Menschen trennen, sie nicht nur danach streben, die Kräfte zu einen, um die Attacken des Atheismus‘ zu abzuwehren, sondern auch, Dinge wieder zu versöhnen, die im Bereich des Dogmas einander widersprechen … heute sind einige unverfroren genug, um ernsthaft zu fragen, ob die Theologie … nicht nur perfektioniert, sondern auch komplett reformiert werden sollte, um eine effizientere Verkündigung des Königreichs Christi überall auf der Welt unter den Menschen aller Kulturen und religiöser Meinungen voranzubringen.“ H.H. Papst Pius XII, Human Generis, 1946 art. 11

[2]  H.H. Pope Pius XII, Mystici Corporis Christi, Art. 6, Vatican 1943, English translation, St. Paul Editions.

[3]  Henri de Lubac, At the Service of the Church (San Francisco: Ignatius Press, 1993), p. 67.

[4]  Henri de Lubac, La Pensée Religieuse du Père Teilhard de Chardin (Paris: Aubier, 1962), English translation: The Man and His Meaning, (New York: New American Library, 1964)

[5]  Monitum: „Mehrere Werke von Fr. Pierre Teilhard de Chardin, von denen einige posthum veröffentlicht wurden, werden überarbeitet und erreichen einen guten Erfolg. Von einem Urteil über diese Punkte ablenkend, welche die positiven Wissenschaften  [Naturwissenschaften] betreffen, ist es genügend klar, dass die oben erwähnten Werke  im Überfluss solche Zweideutigkeiten und in der Tat sogar schwerwiegende Fehler enthalten, die der katholischen Lehre widersprechen. Aus diesem Grund ermahnen die bedeutendsten und ehrwürdigsten Väter des Heiligen Offiziums  sowohl alle Ordinarien als auch die Oberen religiöser Institute, Rektoren von Seminarien und Präsidenten von Universitäten, den Geist, vor allem der Jugend gegen die Gefahren zu schützen, die in den Werken von Fr. Teilhard de Chardin und seiner Gefolgsleute zu finden sind. Gegeben zu Rom vom Palast des Heiligen Offiziums, am dreizehnten Tag des Juni 1962. Sebastianus Masala, Notarius.“

Communiqué der Pressestelle des Heiligen Stuhls (erschienen in der englischen Ausgabe von L’Osservatore Romano, 20. Juli 1981): „Der Brief, der vom Kardinal Staatssekretär an Seine Exzellenz, Mons. Poupard anlässlich des 100. Jahrtages der Geburt von Fr. Teilhard de Chardin gesandt wurde, wurde von einem bestimmten Teil der Presse als eine Revision vorheriger Standpunkte  interpretiert, die vom Heiligen Stuhl in Anbetracht des Autors verfasst wurden, und insbesondere die Ermahnung [Monitum] des Heiligen Offiziums vom 30. Juni 1962, das darauf hinwies, dass das Werk des Autors Zweideutigkeiten und schwerwiegende Fehler der Lehre enthält. Es wurde die Frage gestellt, ob eine solche Interpretation wohlbegründet ist. Nachdem der Kardinalstaatssekretär und der Präfekt der Glaubenskongregation konsultiert wurde,  die auf Anordnung des Heiligen Vaters auftragsgemäß bezüglich des fraglichen Briefes konsultiert wurden, sind wir in der Lage, die Frage negativ zu beantworten. Weit davon entfernt, eine Revision der vorherigen Standpunkte des Heiligen Stuhls  zu sein, drückt Kardinal Casarolis Brief die Vorbehalte in verschiedenen Passagen aus – und diese Vorbehalte wurden von gewissen Zeitungen in Stille übergangen – Vorbehalte, die sie präzise auf das Urteil beziehen, das in (der Zeitschrift) Monitum von Juni 1962 veröffentlicht wurde, auch wenn dieses Dokument nicht explizit erwähnt wird.“ [6]  Georg W. Friedrich Hegel, zitiert von Massimo Borghesi, “Joachim and his Spiritual Sons,” 30 Days, No. 3 – 1994, p. 56

[7]  Ibid., “Joachim and his Spiritual Sons,” pp. 57-61

[8]  Henri de Lubac, La Postérité Spirituelle de Joachim de Flore (Paris: Lethielleux, 1981), pp. 270-271

[9]  Ibid., p. 275; Hervorhebung im französischen Original

[10]  Hans Urs von Balthasar, Our Task (San Francisco: Ignatius Press, 1994), p. 130

[11]  Ibid., p. 51

[12]  Ein Beispiel der Theologie von Balthasars und  von Speyrs, die auf den späteren Visionen basieren, betrifft die katholische Lehre, welche im Glaubensbekenntnis enthalten ist und Christi Hinabstieg zur Unterwelt (ad inferos) behandelt. Nach der Ansicht von John Calvin behauptet von Speyr, dass Christus die totale Entfremdung und das Leiden in der Hölle der Verdammten erlitt, im Unterschied zu der traditionellen katholischen Sicht, die von St. Thomas von Aquin vertreten wird, das Christus nicht die Hölle der Verdammten betrat, sondern den Limbus der Gerechten, um sie zu befreien (St. Thomas Aquinas, Summa Theologica III, 52 Teil ll). Ein anderer deutlicher Widerspruch ist ihre protestantische Sicht der Eucharistie, erklärt in ihrem Buch The Passion from Within ](auf Englisch veröffentlicht1998) worin sie behauptet, dass Christus in der ucharistie zu Brot wird und Brot ist: „Nachdem er Fleisch geworden ist, wird er nun Brot … er gibt dem Brot seinen Körper.“ Und wieder sagt sie „er gibt der Kirche seinen Akt, Brot zu werden, ebenso wie seinen Status, Brot zu sein“, und bekräftigt „Das Brot ist nicht Teil seines Leibes; es ist sein ganzer Leib … und so erreicht er die völlige Identität zwischen den beiden Formen seines Leibes.“(pp. 24, 31, 37, cit. Ann Barbour Gardiner, New Oxford Review, Sept. 2002)

[13]  Mgr. Philip Hughes, History of the Councils, http://www.christusrex.org/www1/CDHN/coun6.html

Für von Balthasar ist der „Teufel“ nicht sicher, da (er-es) nicht wirklich eine Person ist, (und da) (er-es) nicht wirklich eine Person ist, nicht fähig zur Liebe.

[14]  Hans Urs von Balthasar, Dare We Hope That All Men Are Saved? English translation Dr. David Kripp and Fr. Lothar Krauth (San Francisco: Ignatius Press, 1988), Epilogue

[15]  Anonymous (Valentin Tomberg), Meditations on the Tarot (New York: Jeremy P. Tarcher/Putman, 1985)

[16]  Der gesamte Text dieses Buches in der englischen Übersetzung von Arthur Waite ist im PDF-Format erhältlich: http://www.iapsop.com/ssoc/1896__levi___transcendental_magic.pdf

[17]  Dieses und weitere Zitate findet man bei: “Eliphas Levi.” AZQuotes.com. Wind and Fly LTD, 2017. 10 March 2017. http://www.azquotes.com/author/8769-Eliphas_Levi

[18]  Dogme et rituel de la haute magie (1854), Englische Übersetzung von Arthur Waite als Transcendental Magic  http://www.iapsop.com/ssoc/1896__levi___transcendental_magic.pdf (S. 174)

[19]  Jorge Luis Borges, Seven Nights (New York: New Directions, 1984), zitiert in The University Bookman, ed. Russell Kirk, Winter 1987, p. 15, Überarbeitung Anthony Kerrigan

[20]  Dogme et rituel de la haute magie (1854), Englische Übersetzung von Arthur Waite als Transcendantal Magic  (London: George Redway, 1896), p.177

[21]  Albert Pike, Morals and Dogma of the Ancient and Accepted Scottish Rite of Free Masonry (Charleston: Southern Jurisdiction, A\M\ 5680), pp. 841, 859

Quelle: https://onepeterfive.com/a-dubious-influence-de-lubac-von-balthasars-effect-on-catholic-thought/

H. Reed Armstrong, (1 von 2) Ein zweifelhafter Einfluss: De Lubacs & Von Balthasars Effekt auf das katholische Denken.

16d528e3342dd73669d2232491ed5fb5--medieval-life-medieval-art     Reed Armstrong 30. März 2017 265 Comments

Wenn wir hier des Öfteren schreiben, dass die eigentlichen Urheber des Vat. II und der späteren Reformen Dämonen sind, welche sich bestimmter Menschen bedienten, da ist uns ein Lacher, ein Eintrag beim kreuzknappen oder erntehelfer auf gloria.tv sicher.  

„Die verrückten Traditionalisten! So ungebildet, so irrational!“

Wir sind zwar weder das eine, noch das andere, dennoch freut uns diese umgekehrte Anerkennung. Noch mehr freut uns aber, wenn wir unsere Thesen rational und akademisch beweisen können, indem wir Beiträge veröffentlichen, welche belegen, dass sich die Haupttheologen des Vatikanums II wie Henri de Lubac oder Hans Urs von Balthasar mit Esoterik, wenn nicht gar mit Okkultismus befassten oder wie Karol Wojtyla/Johannes Paul II aus Quellen schöpften, die esoterisch waren. Und was bedeutet „esoterisch“ in diesem Kontext? Dämonisch, einfach dämonisch. Der Aufsatz von H. Reed Armstrong, den wir in zwei Teilen in der ausgezeichneten Übersetzung von Eugenia Roth publizieren, schließt manche Wissenslücke auch des Schreibers dieser Zeilen, der sich einfach in der okkulten Materie zu wenig auskennt, um ihre die Einflüsse festhalten zu können. Die Periti des Konzils haben uns also auf einem sehr verklausurierten und verschlagenen Weg die Lehre der Dämonen mitgeteilt, zu denen sich die Menschen in der Endzeit zuneigen werden (1 Tim 4,1). Ja, es ist schrecklich, aber Einsicht ist der beste Weg der Besserung.

De Lubac Hans-Urs-von-Balthasar

 

(Bild: von links nach rechts Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac)

 

 

 

Anmerkung des Herausgebers: Der Autor dieses Essays ist nach seinen eigenen Worten „kein zertifizierter Akademiker, geschweige denn Theologe. Diese Gedanken sind einfach die Meinung eines katholischen Künstlers, der, nachdem er die Entbehrungen der ‚modernen Kunst‘ studiert hatte, besorgt ist über den aktuellen Zustand der katholischen Kirche und darüber, wie die selben fremden, sogar teuflischen Einflüsse, die man in der Kunst sieht, seit dem Vatikanum II in die Kirche hineingekrochen zu sein scheinen.“

Wie in der Online-Ausgabe des New Oxford Review vom 22. Februar 2017 berichtet wurde, hat der Generalobere der Gesellschaft Jesu (Jesuiten, SJ) gesagt, dass die gesamte Doktrin der Kirche der Unterscheidung unterworfen sein muss.

In einem Interview mit einem schweizer Journalisten sagte Father Arturo Sosa Abascal, dass die Worte Jesu auch in ihrem „historischen Kontext“ betrachtet werden müssten, indem man die Kultur, in der Jesus lebte, einbezieht und die menschlichen Beschränkungen der Menschen, welche die Evangelien geschrieben haben.

Als er in einem Gedankenaustausch über die Lehre der Kirche zu Ehe und Scheidung zu der Verdammung von Ehebruch durch Christus befragt wurde, sagte Pater Sosa,

„dass man sehr viel darüber nachdenken müsste, was Jesus wirklich gesagt hat.“

Er fuhr fort:

„Zu jener Zeit hatte niemand ein Aufnahmegerät, um seine Worte aufzunehmen. Was wir wissen ist, dass die Worte Jesu in den Kontext gestellt werden müssen, sie sind in einer Sprache gesprochen, in einem bestimmten Zusammenhang, sie wurden zu jemand ganz bestimmtem gesagt.“

Pater Sosa erklärte, dass er Jesu Worte nicht in Frage stellen, aber eine weitergehende Untersuchung „der Worte Jesu“ vorschlagen wolle, „wie wir sie interpretiert haben“. Er sagte, dass dieser neuer Prozess der Unterscheidung vom Heiligen Geist geführt werden sollte. Als der Interviewer anmerkte, dass die Betrachtung eines einzelnen Menschen dazu ihn zu einem Ergebnis führen könnte, das der katholischen Lehre widerspricht, antwortete der Obere der Jesuiten:

„Das ist so, weil die Lehre weder die Unterscheidung noch den Heiligen Geist ersetzt.“

Die von Fr. Sosa vertretenen Ansichten sind nicht spontan aus dem Nichts entstanden.

Zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils (Okt. 1962 – Dez. 1965), von den der Tradition verbundenen Gläubigen, die der Vision von Papst Pius XII und seinen Vorgänger anhingen abgesehen, teilte sich die Kirche in „Konservative“ und „Progressive“, die von der spekulativen Theologie der führenden zeitgenössischer katholischer Denker angeführt wurden. Zum Ende des Zweiten Vatikanums im Jahr 1965 begannen die Progressiven mit der Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Zeitschrift mit dem Titel Concilium, in der unter anderem die Schriften von Yves CongarHans KüngJohann Baptist MetzKarl Rahner S.J., und Edward Schillebeeckx veröffentlicht wurden. In Kontrast dazu gründete eine Gruppe der konservativeren modernen Denker, unter anderem Joseph RatzingerHans Urs von BalthasarHenri de LubacWalter KasperMarc OuelletLouis Bouyer und andere 1972 ein Gegenstück, genannt Communio.

Während die Schriften der Progressiven, wie z. B. Hans Küng, Schillebeeckx, und besonders Karl Rahner S.J. einen großen Einfluss auf das zeitgenössische katholische Denken hatten, muss man, um das o. g. Zitat des Generalsuperiors der Jesuiten zu verstehen, auch auf den sogenannten „konservativen“ Jesuitischen Theologen Henri de Lubac S.J. und den Ex-Jesuiten Hans Urs von Balthasar verantwortlich für die endgültige Zerstörung der Theologie vor dem 2. Vatikanum schauen.

Henri de Lubac, der dann unter Papst Johannes Paul II im Jahre 1983 Kardinal wurde, war früher unter den Verdacht der kirchlichen Autoritäten vor dem Zweiten Vatikanum (des Heiligen Offiziums) geraten und, obwohl nicht extra genannt, war er dafür bekannt, der Vertreter der häretischen Ideen zu sein, die in den Enzykliken Mystici Corporis (1943) und Humani Generis[1] (1950) von Papst Pius XII verurteilt wurden.

Diese folgenden Worte des Papstes, die Mystici Corporis, entnommen wurden, lauten:

„… [es] schleicht sich … ein falscher Mystizismus ein, der die unverrückbaren Grenzen zwischen Geschöpf und Schöpfer zu beseitigen sucht und die Heilige Schrift mißdeutet.“[2],

sie richteten sich als Antwort auf die noch unveröffentlichten Essays de Lubacs; diese hatten sich besonders unter seinen Kollegen an der jesuitischen theologischen Hochschule La Fourvière verbreitet, und wurden dann in seinem kontroversen Buch Surnaturel vom 1943 zusammengefasst. Die These all seiner Essays war, dass alle Menschen, nach ihrer Natur ein übernatürliches Zielbesitzen mit den Gnaden, die ausreichen, um die Beseligende Anschauung zu erreichen ohne die Notwendigkeit zusätzlicher Gnade (gratia gratum faciens), die man durch die sakramentale Einverleibund in den mystischen Leib Christi (die Kirche) erhält.

Im Juni 1950, als de Lubac selbst sagte, „ein Blitz schlug ein in Fourvière.“[3] wurde er von seiner Professur in Lyon und seiner Stelle als Herausgeber von Recherches de science religieuse entfernt und es wurde verlangt, dass er die Provinz [des Jesuitenordens] Lyon verließ. Alle Provinzen der Jesuiten wurden angewiesen, drei seiner Bücher „wegen verderblicher Fehler in wesentlichen Punkten des Dogmas“ – SurnaturelCorpus Mysticum und Connaissance de Dieu – zu entfernen.

Im Jahre 1962, eine gute Weile nach  dem Tod von Pius XII, schrieb de Lubac das Buch Teilhard de Chardin: Der Mensch und Seine Bedeutung,[4] in dem er die Werke des pantheistischen Paleontologen lobte, dessen Notizen er mit seinen Kollegen in La Fourvière studiert hatte. De Chardin selbst war bereits 1925 zensuriert worden und seine Lehrerlaubnis wurde ihm aberkannt, da er die Erbsünde und die Existenz der Hölle verneinte. Seine Schriften sind immer noch offiziell verboten,[5] bleiben jedoch bis heute unter den Jesuiten enorm populär und wie auch in  den  höchstrangigen Kreise der gegenwärtigen Römisch Katholischen Kirche.

Nach den oben erwähnten Büchern schrieb de Lubac 1979 – 1981 ein enthusiastisches Buch über den Mönch und Mystiker aus dem zwölften Jahrhundert, Joachim da Fiore, mit dem Titel La Posterité Spirituelle de Joachim de Flore.

Während dieses Buch, auf Französisch geschrieben und noch immer nicht ins Englische übersetzt, der Mehrheit der Leser unbekannt bleibt, sprechen die meisten „konservativen“ Kommentatoren wohlwollend darüber als eine Anklage an weltliche utopische Träume.

Joachim da Fiores Traum war jedoch alles andere als materialistisch. Seine Vision war, dass es eine göttlich inspirierte historische Entwicklung gebe, wie von dem deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel erwähnt:

„Von der sichtbaren Kirche zur Kirche des Geistes. Vom historischen Evangelium zum ewigen. Nicht „anti-“, sondern „transkatholisch“.[6]

Nach Joachim ist die Heilsgeschichte in drei Perioden eingeteilt: das Alte Testament oder die Zeit des Vaters mit seinem rigorosen Mosaischen Gesetz; Das Neue Testament als die Zeit des Sohnes, verkörpert in der Römischen Sakramentalen Kirche, die auf Petrus gegründet wurde; und schließlich eine Zeit des Heiligen Geistes, eine “tempus amplioris gratiae,” eine Zeit universeller gegenseitiger Annäherung und Freiheit vom Gesetz, symbolisch gleichgesetzt mit dem Heiligen Johannes dem Evangelisten, dem „Apostel der Liebe“.[7]

In diese Stimmung hinein spricht de Lubacs Buch, rätselhaft, aber mehr oder weniger wohlwollend, von einer Rede des polnischen Historikers Slavischer Literatur Adam Mickiewicz (okkultistischer Martinist und Freimaurer) an das College de France im Jahr 1884 über seine Vision der künftigen Kirche:

“Weihnachten. In St. Peter in Rom liest der Papst die Messe, umgeben von müden alten Männern. Plötzlich tritt in ihre Mitte ein junger Mann ein, gekleidet in Purpur: es ist die Kirche der Zukunft in der Person des [Hl.] Johannes. Er berichtet den Pilgern, dass die Zeiten erfüllt seien … Er nennt das Haupt der Apostel beim Namen (Petrus) und befiehlt ihm, das Grab zu verlassen … (er kommt heraus) … Die Kuppel der Basilika bricht auf und teilt sich und Petrus geht zurück ins Grab, nachdem er seinen Platz an Johannes abgegeben hat. Die gläubigen Pilger sterben unter den Ruinen … Petrus ist für immer gestorben. Die Römische Kirche ist erledigt, ihre letzten Gläubigen sind tot. … Sie (eine Gruppe teilnehmender Bauern nach Mickiewicz) wird diese Kuppel zum Licht des Himmels öffnen, so dass sie wie das Pantheon aussieht, von dem sie eine Kopie ist: damit es eine Basilika des Universums sein könnte, das Pantheon, der Pan-Kosmos und Pandemie, der Tempel aller Geister; so dass sie uns den Schlüssel gibt zu allen Traditionen und alle Philosophien.“[8]

„Ein Ökumenismus ohne Grenzssteine, mit einer vollkommenen Öffnung zur Zukunft, immer noch innerhalb der Kirche Christi, bewegt, sich selbst ohne Unterlass zu vergrößern (bis) zu dem unsterblichen Traum, katholisch[9] zu bleiben.“ (Hervorhebungen im Original)

Dieser Abschnitt bezieht sich ganz klar auf Joachims historische Vision, die von Hegel und den pantheistischen Freimaurern Friedrich Schelling und Gotthold Ephraim Lessing aufgenommen wurde, worin, vor dem Ende der Welt, ein letztes, immanentes „Zeitalter des Heiligen Geistes“ von absoluter Freiheit sein werde, in dem alle einen direkten Zugang zur Führung durch den „Heiligen Geist“ haben würden, ohne die Notwendigkeit der Rückkehr zu den doktrinellen oder moralischen Lehren der Heiligen Mutter Kirche.

Ist nicht das, was Fr. Sosa vorschlägt?

Von der Gefahr und Notwendigkeit theologisch Okkultismus zu studieren

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Da ein jeder Mensch sich zwischen dem personenhaften Gott und dem personenhaften Teufel entscheiden kann, wobei der Letztere nur ein untergeordnetes Geschöpf und kein Gott ist, so wächst man mit der Zeit entweder in der Kenntnis des Theologischen oder in der Kenntnis des Okkulten. Mit Kenntnis ist nicht nur ein intellektuelles Erfassen, sondern ein geistliches Durchdrungen-Werden gemeint. Wenn Sie Heiliges lesen und Heiliges praktizieren, so „färbt“ das Heilige auf sie ab. Ebenso ist es mit Bösen, wenn Sie okkulte oder esoterische Literatur lesen, wirkt diese negativ auf Sie, was bis zur Besessenheit führen kann. Obwohl viele Menschen dies für lächerlich halten werden, so wird oft die Master Copy, also diejenige Kopie, von welcher die CDs gepresst werden, einem okkulten oder satanischen Ritual unterzogen, sodass mit der gekauften CD man sich eine okkultes „Anti-Sakramentale“ holt, was manchmal ebenfalls zu Besessenheit führen kann.[1] Ebenso verhält es sich bei den okkulten Büchern.[2] Wie ein ehemaliger Okkultist sagte:

„Man kauft sich ein Buch und bekommt einen Dämon gratis dazu“,

weil diese Bücher besprochen werden, was der Erzähler wusste, da seine eigene Mutter dieses Handwerk der „schwarzen Kunst“ praktizierte. Daher sind okkultistische Bücher mit radioaktiven Gegenständen zu vergleichen, welche ihren Besitzern, falls richtig angewandt, okkulte Macht vermitteln, aber auch nicht angewandt Böses verstrahlen. Deswegen sind sie oft handgeschrieben, schwer zugänglich und teuer, was der Film „Die neuen Pforten“ von Roman Polanski, der leider diese Thematik aus eigener Erfahrung kennt, deutlich darstellt.

Deswegen ist es für einen Christen und Theologen fast unmöglich sich ein okkultes Wissen anzueignen, weil schon das Lesen dieser Bücher samt ihrem Besitz wirklich gefährlich für das eigene Seelenheil sein kann. Es gibt wohl Menschen, die dazu eine spezielle Berufung und einen speziellen Schutz Gottes haben, wozu der Schreiber dieser Zeilen sich selbst nicht rechnet. Dennoch ist es unmöglich die Bedeutung des Bergoglio-Pontifikats und der damit verbundenen Symbolik zu verstehen, wenn man keinen Okkultismus studiert hat. Deswegen tappen wir Katholiken im Dunkeln, während für die Esoteriker, Okkultisten und Satanisten alles klar ist, weil diese Symbole wahrnehmen, welche für uns unverständlich sind. Okkultismus kommt aber vom occultum – „verborgen“, sodass es schwierig ist an diejenigen Informationen zu kommen, welche gezielt verborgen werden.

Umso erfreulicher ist jemanden zu finden, der ein wenig Einblick in diese Welt hat und als Katholik diese uns mitteilt. Der Aufsatz von H. Reed Armstrong, Der zweifelhafte Einfluss, den wir am 9.10.2017 in einer deutschen Übersetzung publizieren werden, zeigt, dass wenigstens zwei einflussreiche Konzilstheologen aus esoterischen und somit okkulten Quellen schöpften. Wenn wir also hier schreiben, dass es Dämonen waren, welche dieses unsägliche Konzil inspirierten, dann gibt uns der Aufsatz von Armstrong das Recht es weiterhin zu behaupten.  Akademisch würde man diesen Gedankengang politisch-nachkonziliar-korrekt wie folgt formulieren:

„Die Konzilstheologen standen unter dem Einfluss von einer dem Christentum fremden Spiritualität, welche sie nicht als feindlich, sondern als ergänzend und befruchtend wahrnahmen“.

 „Fremd“ ist hier als „diabolisch“, „ergänzend und befruchtend“ als „destruktiv“ zu lesen. Der Aufsatz von Armstrong ist nicht genug zu loben, weil es sich bisher um eine einzigartige Leistung handelt. Wir hoffen noch viel von diesem Autor zu lesen und zu hören, deswegen sollten wir für ihn beten. Ave Maria

[1] https://www.youtube.com/watch?v=Otti-82jEAc&list=RDOtti-82jEAc&t=15  https://books.google.de/books?id=4colfroukf8C&pg=PA15&lpg=PA15&dq=satanism+in+the+music+industry+master+copy&source=bl&ots=MD-2oxebeG&sig=jlhDyFRUHoDvwZhGEe6Ez52CVUc&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj0x4bXj7bWAhWiBsAKHVMYCo4Q6AEIODAD#v=onepage&q=satanism%20in%20the%20music%20industry%20master%20copy&f=false

[2] https://www.youtube.com/watch?v=m2UisZ7EN-s

Der Dreijahreszyklus oder damit man vergisst

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Der Schreiber dieser Zeilen stellt fest, dass er mittlerweile jetzt das vierte Jahr das Tridentinische Brevier betet. Erst jetzt im vierten „tridentinischen“ Jahr fängt er an sich die Lesungen und Predigten der Kirchenväter zu erinnern.

Bevor wir darlegen werden, warum es von einer Bedeutung sei, hier ein paar Fakten. Das Abenteuer mit den Alten Brevieren begann im Jahre 2012 und verlief wie folgt:

  • Das Brevier vom 1962, das letzte vorkonziliare wurde gebetet
    • vom 11. Juni 2012 bis 28. April 2013,
  • Das Brevier vom 1910 vom Pius X., Divino afflatu wurde gebetet
    • vom 29. April 2013 bis 29. April 2014
  • Das Tridentinische Brevier, welches vom 1570 bis 1910 gültig war, wurde gebetet:
    • vom  30. April 2014 bis 30. April 2015
    • vom 30 April 2015 bis 30 April 2016
    • vom 30 April 2016 bis 30 April 2017

Der Schreiber dieser Zeilen liest viel, kann vieles bis sehr vieles behalten. Er hat als Musiker ein gutes Hörgedächtnis, was viele Menschen erstaunt und manchmal verängstigt, da er ihnen manchmal nach Jahren ihre exakten Aussagen wiederholen kann. Sein Gedächtnis ist sicherlich gut bis überdurchschnittlich gut zu nennen, wenn es auch kein eidetisches Gedächtnis ist. Wenn also ein Mensch, der über eine überdurchschnittliche Gedächtnisleistung  verfügt erst nach drei Jahren anfängt Inhalte sich in Erinnerung zu rufen, die er das vierte Jahr oder das fünfte Jahr lang sukzessiv liest, denn manche Predigten sind auch im Brevier Divino afflatu zu finden, dann ist es für einen jeden Menschen unmöglich sich an gehörte Inhalte zu erinnern, die sich in jedem Jahr abwechseln.

Worüber sprechen wir hier? Über den Dreijahreszyklus der Sonntagsevangelien, welche in der Reihenfolge A, B, C gelesen werden, wie sie die nachkonziliare Leseordnung vorschreibt. Während jeder, der regelmäßig zur Alten Messe geht rechts schnell die Sonntagsevangelien lernt, da sie immer dieselben sind, kann wirklich kein Novus Ordo „Gottesdienst“-besucher sagen, was es beispielsweise am neunten Sonntag nach Pfingsten im Jahr B zu lesen gibt. Der Schreiber dieser Zeilen hielt mal eine Vortragsreihe für eine Ordensgemeinschaft mit dem Altersdurchschnitt Anfang 80, wo sich wirklich keine Ordensfrau daran erinnern konnte, welches Sonntagsevangelium wann gelesen wird. Das können wohl nicht einmal Priester, wenn Sie aus dem Stehgreif gefragt werden. Es ist also völlig unmöglich, dass die Inhalte sacken, weil ständig abgewechselt wird. Wie wir aus der Erfahrung des Autors dieser Zeilen lernen können, kann ein Mensch mit einem guten Gedächtnis erst im dritten Jahr sich daran erinnern, was er zyklisch, täglich seit drei Jahren liest, wenn es dasselbe ist. Bei einem ständigen Wechsel in der Ordnung A,B,C oder I, II bei den Wochentagslesungen kann es wirklich niemand, zumal Sie bei Novus Ordo ja zwei Lesungen am Sonntag haben, welche ja auch abwechseln.

So lesen wir bei einem Ministrantenportal:

Das Zweite Vatikanische Konzil gab den Auftrag, bei den liturgischen Feiern die Schriftlesungen „reicher, mannigfaltiger und passender“ zu gestalten und bei der eucharistischen Feier den Gläubigen den Tisch des Wortes reicher zu bereiten und die „Schatzkammern der Bibel weiter“ aufzutun, als das zuvor der Fall war. Deshalb gilt seit 1969 für Sonn- und Festtage eine dreijährige Leseordnung.

Was leider wie ein blanker Hohn klingt, denn diese Speise ist zwar mannigfaltiger, aber viel oberflächlicher, was wir noch bei Don Pietro Leone lesen werden. Auch wenn es vielen weiterhin schwer fällt es anzunehmen: die Novus Ordo Messe wurde so konzipiert, dass man seinen Glauben verliert und sich ständig schuldig fühlt. Denn jeder stellt sich die Frage:

Warum passe ich nicht auf?

Antwort: Weil man nicht die ganze Zeit aufpassen kann. Es ist kein Vortrag.

Warum bin ich gelangweilt?

Antwort: Weil es langweilig ist.

Warum kann ich mich nicht an den Lesungen erinnern?

Antwort: Weil sie ständig abwechseln.

Michael Davies, der Autor des Klassikers Pope Paul’s New Mass war Lehrer, kein Hochschullehrer, und deswegen war ihm klar, was vielen Hochschullehrern entgeht, da sie es nolens volens mit einer Elite zu tun haben, dass ein durchschnittlicher Mensch eine sehr begrenzte Aufmerksamkeitspanne hat, die zurzeit bei Erwachsenen 8 Sekunden beträgt, was den Handys etc. geschuldet ist, andere Quellen geben andere Zeiten an. Wenn man diese Aufmerksamkeitsspanne auch trainieren kann und Menschen, die studiert haben, in den meisten Fällen mehr als 8 Sekunden erreichen, so ist es dennoch für absolut einen jeden unmöglich sich 60 Minuten lang, so lange also, wie eine Novus Ordo Messe dauert, ständig zu konzentrieren und sich an jedes Wort zu erinnern. Bei Altem Ritus fällt diese Notwendigkeit weg, aber bei Novus Ordo wird permanent auf Sie eingeredet oder sie müssen „mitmachen“ als würden Sie Volleyball spielen.

Es ist also interessant, dass erst im dritten Jahr der Wiederholung sich bestimmte neurologische Prozesse einfinden, welche per se ausgeschlossen sind, wenn man auch im Dreijahreszyklus etwas abwechselt, wie es die Novus Ordo Leseordnung vorschreibt. Aber woher wussten es die Novus Ordo Macher? So intelligent ist doch kein Mensch. Sie können es auch nicht im Geheimen an Menschen ausprobiert haben, da es Novus Ordo vorher nicht gab. Die einzige stringente und konsistente Antwort, welche aber die materialistische Ordnung sprengt lautet: Dämonen, die überzeitlich sind, haben es vorhergesagt!

Verpflichtende Konzelebration oder damit es noch weniger „gottet“

Gregors Messe drache

Das gestrige katholisches.info vom 28.6.2017 brachtet einen Beitrag von Roberto de Mattei, welcher darüber berichtet, dass der Gegenpapst Franziskus den römischen Priesterkollegien die Konzelebration gebietet.

Was ist die „Messe“?

Bevor wir uns noch näher diesem Beitrag widmen werden, sollte man sich zuerst die Frage stellen, was eigentlich eine Messe ist und was sie bewirkt?

Wie immer genial bringt es Hl. Thomas von Aquin auf den Punkt:

Missa dicitur quasi transmissa, scilicet a populo ad Deum, et e converso […]“ (Summ. Theol. III q. 83. 4 ad 9.)[1]

„Die Messe wird so genannt, weil sie sozusagen das Hinübergeschickte ist, nämlich vom Volk [der Gläubigen] zu Gott und umgekehrt […]“.

Das deutsche Wort Messe kommt vom lateinischen mittere – „schicken, senden, aussenden“ bzw. von der Aufforderung am Ende: ite missa est in etwa „gehet, es wurde geschickt“ oder „gehet, es ist die Messe“ was im Novus Ordo mit dem unmöglichen „gehet hin in Frieden“ übersetzt wurde. Der hl. Thomas schreibt aber darüber wie folgt (Summ. Theol. III q. 83. 4 ad 9.):

 Ad 9. Der Priester betet nicht, daß die äußeren Gestalten in den Himmel getragen werden, und auch nicht, daß dies geschehe mit dem wahren Körper Christi, der nie aufhört, im Himmel zu sein. Er betet vielmehr für den mystischen Leib Christi, der in diesem Sakramente bezeichnet wird, daß nämlich der Engel, welcher beim Opfer beisteht, die Gebete des Priesters und des Volkes Not dem Herrn vorstelle, nach Apok. 8.: „Es stiegen aus wie duftender Weihrauch die Gebete der Heiligen.“ Der erhabene Altar aber ist entweder die triumphierende Kirche, in die wir gelangen, oder Gott selbst, an dem wir durch das Schauen seines Wesens Anteil haben wollen. Von diesem Altare heißt es Ex 20.: „Sie sollen nicht aufsteigen zu meinem Altare auf Stufen“ d. h. „du sollst in der Dreieinigkeit keine Gradunterschiede annehmen,“ sagt die Glosse. Oder man kann unter dem Engel Christum selbst verstehen, „den Engel des großen Ratschlusses“, der da seinen mystischen Leib verbindet mit Gott dem Vater und der triumphierenden Kirche.

Deshalb heißt auch dieses Opfer „Messe“, weil der Priester durch den Engel die Gebete zu Gott sendet (mittit), wie das Volk durch den Priester; oder weil Christus die uns von Gott gesandte Opfergabe ist. Und demgemäß singt an den Festtagen der Diakon am Ende: Ite missa est; d. h. die Opfergabe oder Hostie ist durch den Engel zu Gott „gesandt“, auf daß nämlich sie Ihm wohlgefällig sei.[2]

Dies bedeutet also, dass der Priester die Gebete der Gläubigen zu Gott durch den geopferten Jesus Christus mittels des Erzengels Michael schickt (mittit) und Gott auf demselben Wege dem Volk seine Gnaden vermittelt, beziehungsweise zurückschickt. Denn im Kanonteil Supplices, te rogamus bittet die Kirche:

Súpplices te rogámus, omnípotens Deus: iube hæc perférri per manus sancti Angeli tui in sublíme altáre tuum, in conspéctu divínæ majestátis tuæ: ut, quotquot ex hac altáris participatióne sacrosánctum Fílii tui Corpus, et Sánguinem sumpsérimus, omni benedictióne cælésti et grátia repleámur.  Per Christum, Dóminum nostrum. Amen.

Wir bitten dich, allmächtiger Gott: Dein heiliger Engel trage diese Opfergabe auf deinen himmlischen Altar vor deine göttliche Herrlichkeit; und wenn wir durch unsere Teilnahme am Altar den heiligen Leib und das Blut deines Sohnes empfangen, erfülle uns mit aller Gnade und allem Segen des Himmels. [3]

Novus Ordo und die katholische Messe

Was ist die Messe? Die Messe ist eine „Transmission“ ein quasi geistlicher Wärmeaustausch, in dem die Kirche Gott das vollkommenste Bitt-, Lob-, Dank- und Sühneopfer darbietet, den höchsten Gotteskult auf Erden und von Gott wiederum die nötigen Gnaden erhält. Dies ist die eigentliche katholische Theologie der Messe, wie sie vor Vaticanum II und Novus Ordo Missae galt und beispielsweise in Mediator Dei von Pius XII. nachgelesen werden kann. Warum wurde aber die Neue Messe entwickelt? Damit Gott viel weniger Ehre erbracht wird, Gott demzufolge weniger Gnade schickt, die Welt mehr abstraft und ein massenweiser Glaubensabfall stattfindet. Was ist die Sünde? Sie ist die Beleidigung Gottes (Katechismus der Katholischen Kirche 1850) und da die Messe der höchste Gottesdienst auf Erden ist, so muss doch ein schlechter und schlecht gemachter Gottesdienst Gott sehr beleidigen. Das Opfer Abels wurde angenommen, das Opfer Kains aber verworfen. Aber die Kirche durch ihre höchsten Vertreter, d.h. Papst Paul VI., Erzbischof Bugnini, das Concilium etc. hat diese Messe erarbeitet? Umso schlimmer für sie und uns alle. Der Schreiber dieser Zeilen hat neulich ein Podcast von Ann Barnhardt gehört, in welchem sie angibt, dass in den USA von der Tridentinischen Messe bis zur Novus Ordo Messen keine 6 Wochen vergangen sind.[4] Wie es in Deutschland damals gewesen ist, entzieht sich unserer Kenntnis, aber der Zeitraum der Zerstörung wird wohl derselbe gewesen sein. In deswegen sind seit der Einführung der Neuen Messe im Jahre 1969 so viele Menschen aus der Kirche ausgetreten. Eine Abstimmung mit den Beinen fand statt, denn mit der Neuen Messe haben die „Reformen“ des Konzils auch jeden Katholiken erreicht. Die folgenden Graphiken sollen unsere These untermauern:

Die erste, welche von Statista stammt, zeigt die Anzahl der Messbesucher in den Jahren 1950 bis 2011, neuer Angaben sind hier einzusehen. Der nachkoziliare Einbruch ist deutlich zu erkennen: von 11,9 Mio im Jahre 1965, auf 10,2 im Jahre 1970 und 8,8 Mio im Jahre 1975, wonach der freie Fall beginnt.[5]

Statista 1

Hält man sich aber die liturgischen „Reformen“ samt den Angaben der Deutschen Bischofskonferenz vor Augen, dann wird der Zusammenhang von weniger katholische Liturgie = mehr Apostasie deutlich:

statistik-2.jpg

Wobei wir bei der obligatorischen Tabelle der Kirchenaustritte[6] wären:

dokument13.jpg

Vergleicht man aber die Tendenz bei der Messbesucher mit der Anzahl der Kirchenaustritte, wohlgemerkt mit einer veränderten Skala, damit diese beiden Kurven miteinander vergleichbar sind, dann ergibt sich ein solches Bild.dokument9.jpg

Wenn wir annehmen, dass:

  1. Der Hl. Geist die Kirche leitet.
  2. Gott den Erhalt seiner Kirche, nach Innen und Außen sichern möchte.
  3. Die jetzige Apostasie und der weltweite Zusammenbruch der Kirche nichts Gutes ist

dann:

 kann weder das Vaticanum II noch die nachfolgende liturgische Revolution vom Hl. Geist geleitet worden sein.

Wem  haben wir es zu verdanken?

Männern, die Gott und seine Kirche hassen und welche die kirchliche Hierarchie seit Jahrzehnten infiltriert haben, um einen Bergoglio an die Spitze der Kirche zu setzen. Wie sehr treffend Ann Barnhardt immer wieder widerholt:

von einer falschen Prämisse ausgehend, gelang man zu keinen wahren Schlüssen.

Wenn man davon ausgeht, dass Vat. II gut und richtig war, dann muss man annehmen, dass die Apostasie und Bergoglio etwas Gutes sind. Schließt man das Letztere aus, dann können weder das Konzil noch seine „Reformen“ von Gott stammen. Sie stammen vom Herrscher dieser Welt, der die Kirche bis in ihre Spitze infiltriert hat und der seinen Erwählten einen sehr guten umgekehrten sensus fidei eingepflanzt hatte, damit sie die Destruktion zielgerichtet vornehmen können. Geht man davon aus, dass Theologie und Liturgie ein nebulös-konstruiertes Etwas ist, wie z.B. die Literaturkritik, sodass man Goethe mal so, mal so interpretiert, ohne dass es einem schadet, wenn man keine akademische Karriere anstrebt, dann sind die praktischen Auswirkungen der theologischen und liturgischen Reformen nicht erklärbar. Warum soll denn jemand seinen Glauben verlieren, weil man einen Priester in der Pferdedecke von Angesicht zu Angesicht, anstatt einen Priester im Ornat von hinten sieht? Geht man aber davon aus – wie alle Religionen, wie Esoteriker oder Satanisten wissen -, dass kultische Handlungen und Rituale etwas faktisch und real bewirken, dann muss ja eine Veränderung der Liturgie die Veränderung des Glaubens und der Moral nach sich ziehen. Warum ist es so? Weil die Messe, wie der o.a. hl. Thomas bereits sagte, eine „Transmission“ ist.  Es ist ein spiritueller „Wärmetausch“, eine Umverteilung der Sünde und des Heiligen. Christus wird in der hl. Messe für uns unsere Sünden geopfert, Gott nimmt dieses Opfer an und schenkt uns Vergebung und Gnaden.

Christus der eigentliche Priester oder mehr ist mehr

Was passiert in jeder Messe, wenn eine gültige Wandlung stattfindet? Christus wird unter der Gestalt des Brotes gegenwärtig. Martin von Cochem fasst in seiner sehr lesenswerten Erklärung des heiligen Meßopfers die Anwesenheit Christi in der hl. Messe wie folgt zusammen:

  1. In der hl. Messe erneuert Christus seine Menschwerdung
  2. In der hl. Messe erneuert Christus seine Geburt
  3. In der hl. Messe erneuert Christus sein Leben
  4. In der hl. Messe erneuert Christus sein Leiden
  5. In der hl. Messe wird Christi Tod erneuert
  6. In der hl. Messe wird Christi Blutvergießung erneuert

All diese Punkte treffen für die Alte Messe zu, aber auch für die Neue Messe. Wenn gewandelt wird, wird Christus durch die Wesensverwandlung „vom Himmel herabgezogen“, wie es Martin von Cochem formuliert und befindet sich dann unter uns. Eine Heiligkeit durch den anwesenden Herrn wird ausgestrahlt. Ja, auch bei der Messe eines schlechten Priesters.

Je mehr Messen, desto mehr Menschwerdung Gottes aus Erden, desto mehr Heiligkeit für die Welt, die Kirche und für alle Teilnehmenden, seien sie körperlich präsent oder abwesend. Ja, man kann diese ausstrahlende Heiligkeit förmlich spüren und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Martin von Cochem sein 26. Kapitel mit der Überschrift versieht: Nützliche Lehre, mehrere Messen zugleich zu hören. Der Schreiber dieser Zeilen hat dies während seines Aufenthaltes in Fontgombault praktiziert, wo bis zu 19 Messen auf einmal aufgeopfert wurden, konzentrierte sich auf „seine“ Messe gedachte aber der Menschwerdung Gottes bei einer jeden Wandlung die ein wenig zeitversetzt stattfand. Es wird auch von Heiligen berichtet, welche, wie der hl. Peter Labre, den ganzen Tag damit zubrachten von einer Messe zur anderen zu pilgern, um dadurch mehr Gnade zu akkumulieren. In der guten alten vorkonziliaren Zeit natürlich. Man fühlt sich wirklich so, als würde man in der Gnade baden.

Der Weg der Konzelebration

Dies konnten natürlich der „Reformer“ nicht dulden, sodass schon am 7 März 1965 im Dekret Ecclesiae Semper die Praxis der Konzelebration eingeführt wurde.[7] Darüber, dass Konzelebration niemals die normale Praxis der Kirche war, noch ihre (Wieder-?)Einführung historisch fundiert war, hat über jeden Zweifel hinaus Pater Joseph de Sainte-Marie, OCD. The Holy Eucharist—The World’s Salvation. Studies on the Holy Sacrifice of the Mass, its Celebration, and its Concelebration bewiesen.[8] Wie denn sonst? Da alle liturgischen Reformen einer theologischen Begründung entbehrten, sondern an den Haare herbei gezerrt wurden, so kann es mit der Konzelebration auch nicht anders gewesen sein. Während aber im Jahre 1965 Konzelebration erlaubt wurde, so wurde immer mehr von den Privatmessen, also von der Messe ohne Volk – missa sine populo abgeraten und einsam zelebrierende Priester zur Konzelebration gedrängt.[9] So schreibt die Kongregation für die Göttlichen Kult in ihrer Erklärung In Celebratione Missae vom 7 August 1972 vor, mit folgender Begründung:

Die Konzelebration der Eucharistie in den Gemeinschaften ist sehr zu schätzen. Die Konzelebration bezeichnet und festigt das brüderliche Band der Priester untereinander und der ganzen Gemeinschaft. Denn diese Form der Opferfeier, an der alle bewusst, tätig und auf die je eigene Weise teilnehmen, bringt deutlicher das Tun der ganzen Gemeinschaft zum Ausdruck, in ihr stellt sich die Kirche in hervorragender Weise dar, geeint im Opfer und im Priestertum, in einer einzigen Danksagung vereint um den einen Altar.

Dennoch:

 Obschon die Konzelebration die hervorragende Form der eucharistischen Feier in Kommunitäten ist, bleibt dennoch auch die Zelebration ohne Teilnahme der Gläubigen „die Mitte der ganzen Kirche und gleichsam das Herz der priesterlichen Existenz“.[9]

Die Konzelebration wird also wenigstens seit 1972 empfohlen, aber in der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch von 2002 lesen wir, dass in Klöstern, Gemeinschaften, Konventen etc. eine Gemeinschaftsmesse zu konzelebrieren ist:

  1. Unter den Messen aber, die von bestimmten Gemeinschaften gefeiert werden, kommt ein besonderer Rang der Konventmesse zu, die Teil des täglichen Offiziums ist, oder der sogenannten „Kommunitätsmesse“. Wenn diese Messen auch keine besondere Form der Feier aufweisen, ist es doch höchst angemessen, sie mit Gesang zu halten, vor allem mit der vollen Teilnahme aller Mitglieder der jeweiligen Ordens- oder Kanonikergemeinschaft. In ihnen haben darum die Einzelnen die ihrer Weihe oder Beauftragung entsprechende Aufgabe auszuüben. Es empfiehlt sich also, dass alle Priester, die zum pastoralen Wohl der Gläubigen nicht einzeln zelebrieren müssen, so weit als möglich in diesen Messen konzelebrieren. Darüber hinaus können alle zu der entsprechenden Kommunität gehörenden Priester, die von Amts wegen verpflichtet sind, zum Wohl der Gläubigen einzeln zu zelebrieren, die Konventmesse oder „Kommunitätsmesse“ am gleichen Tag konzelebrieren.[94] Es ist nämlich besser, dass Priester, die bei einer Eucharistiefeier anwesend sind, mit den liturgischen Gewändern bekleidet, den der eigenen Weihe entsprechenden Dienst in der Regel ausüben und folglich als Konzelebranten teilnehmen, sofern sie nicht durch einen gerechten Grund entschuldigt sind. Andernfalls tragen sie die ihnen eigene Chorkleidung oder den Chorrock über dem Talar.

Was hat aber diese Erlaubnis oder Ermutigung zur Konzelebration bewirkt? Das viel weniger Messen überhaupt zelebriert werden. Stellen Sie sich einen Orden von 30 Priestern vor, welche seit dem Konzil alle einmal am Tag konzelebrieren, anstatt dass jeder von ihnen eine eigene Messe feiert. Also nur eine Menschwerdung Christi pro Tag, anstatt 30 „Menschwerdungen“ Christi pro Tag. Es ist doch tatsächlich der unselige Karl Rahner SJ, welche in seinem Buch von 1949 Die vielen Messen und das eine Opfer. Eine Untersuchung über die rechte Norm der Meßhäufigkeit die These vertrat, dass die vielen Messen, die von vielen Priestern zelebriert werden nicht mehr Gnade bringen als eine einzige konzelebrierte Messe.[10] Diese These wurde eigens von Papst Pius XII. im Jahre 1954 verurteilt:

[…] assertio quae his nostris temporibus non solum a laicis, sed interdum et a quibusdam theologis et sacerdotibus fit ab iisque spargitur, tamquam opinionis error reici debet, scilicet idem esse unius Missae celebrationem, cui centum sacerdotes religioso cum obsequio adstent, atque centum Missas a centum sacerdotibus celebratas. Non ita profecto. Quoad sacrificii Eucharistici oblationem tot sunt actiones Christi Summi Sacerdotis, quot sunt sacerdotes celebrantes, […].[11]

[…] in unseren Tagen wird nicht nur von Laien, sondern gar von manchen Theologen und Priestern die Meinung vertreten, dass es dasselbe ist eine einzige Messe zu zelebrieren, bei welcher hundert Priester mit einer geistlichen Dienstbeflissenheit anwesend sind, wie hundert Messen, welche von hundert Priestern zelebriert werden. Dem ist aber nicht so. Denn es bestehen so viele eucharistische Opfer wie viele Handlungen von Christus dem Hohepriester und wie viele zelebrierende Priester.

Was bedeutet dies im Klartext? Durch den Körper eines jeden Priesters wirkt Christus der Hohepriester. Es ist Christus, der betet, segnet, predigt etc., weil ein jeder Priester mit Christus ontisch durch seine Priesterweihe vereinigt ist. So schreibt Martin von Cochem:

Dass Christus wirklich selbst der eigentliche Priester bei der hl. Messe ist, beweise ich aus dem hl. Chrysostomus: „Was da vorgesetzt wird, sind nicht die Werke menschlicher Kraft: der damals bei jenem Male wirksam war, der wirkt das auch jetzt. Wir haben nur den Platz der Diener inne, der aber die Gaben heiligt und verwandelt, ist Christus selbst. Du nun, o Laie: wenn du den Priester opfern siehst, dann glaube nicht, dass er als Priester dies tue, sondern die unsichtbar ausgestreckte Hand Christi“.[12]

Das heißt: je mehr Priester eine Messe einzeln also jeder für sich zelebrieren, desto mehr Christus in der Welt, desto mehr Gnade. Sicherlich strömt die Novus Ordo Messe kaum Gnade aus, dass sie aber immerhin etwas ausstrahlt, wird durch die neueste Anordnung von Gegenpapst Franziskus deutlich, auf die sich Roberto de Mattei beruft. In dem „working paper“ der Kleruskongregation „Über die Konzelebration an den Priesterkollegien von Rom“ (Sulla concelebrazione nei collegi sacerdotali di Roma), können wir nachlesen:

Es ist empfehlenswert, daß die Priester generell an der eucharistischen Konzelebration an den im Kolleg vorgesehenen Zeiten teilnehmen können, indem die gemeinschaftliche Zelebration immer der individuellen vorgezogen wird. In diesem Sinn könnten die Kollegien mit einer ansehnlichen Zahl dort untergebrachter Priester die Eucharistische Zelebration zu 2 oder 3 unterschiedlichen Zeiten am Tag festlegen, damit es jedem nach seinen persönlichen, akademischen oder pastoralen Bedürfnissen ermöglicht wird, daran teilzunehmen.“[13]

Was sollen die Priester in den Priesterkollegien Rom pflegen? Jawohl, ein „Miteinander“, was wohl ein homosexuelles Codewort zu sein scheint.[14] Die Priester sollen sich also in einem Kollektivismus suhlen, anstatt die Lehre der Kirche (welche denn?) kennenzulernen und ihre Beziehung zu Christus zu vertiefen. Weil die Vorgänge in Rom immer richtungsweisend für die ganze Kirche sind und viele Karriere machen wollen, so können wir annehmen, dass der Zwang zur Konzelebration noch weiter ausgebaut wird. Ja, ja der umgekehrte sensus fidei von Franziskus und seinen Mannen ist untrüglich, sie spüren solche Dinge und gehen gegen diese vor.

Durch die Einschränkung der Privatmessen und durch den Zwang durch Konzelebration wird noch zusätzlich die Kirche entheiligt. Die deutschen Priester kümmert dies wahrscheinlich wenig, weil sie sowieso kaum zelebrieren, einzeln oder in Gruppen. Was hat also das Vat. II auf den Weg gebracht? Die Entheiligung der Kirche und durch die Kirche der Welt und Franziskus führt den Todesstoß aus.

[1] S. Thomas Aquinatis, Summa Theologica, Tomus Octavus,  (ed). Nicolai, Sylvii, Billuart et C. J. Drioux, Paris 1882, Index III, CCLXV

[2] Deutsche Übersetzung nach: http://www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel789-4.htm

[3] Deutsch nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Canon_Missae

[4] http://www.barnhardt.biz/2017/06/19/barnhardt-podcast-009-the-whore-of-babylon-will-arrive-shortly/  http://www.barnhardt.biz/2016/08/18/the-novus-ordo-must-be-exterminated-barnhardt-cmr-interview-part-5/ http://www.barnhardt.biz/2015/07/14/cmr-interview-part-5-hey-hey-ho-ho-the-novus-ordo-mass-has-to-got-to-go/

[5] Die Angaben der DBK sind hier: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/Katholiken%20und%20Gottesdienstteilnehmer/2015-Katholiken-Gottesdienstteilnahme-Zeitreihe_1950-2015.pdf

[6] Angaben der DBK sind hier einzusehen: http://www.dbk.de/zahlen-fakten/kirchliche-statistik/ Eine weltliche Statistik ist hier.

[7] Davies, Michael, Pope Paul’s New Mass. Liturgical Revolution – Volume Three, Kansas City: Angelus Press 2009, 35

[8] Siehe die Besprechung: http://www.newliturgicalmovement.org/2015/06/book-notice-definitive-study-of.html#.WVTjeYTyios

[9] Vgl. Cekada, A., Work of Human Hands. A Theological Critique of the Mass of Paul VI, West Chester: Philothea Press 2010, 185-186

[10] http://www.piusx.org.pl/zawsze_wierni/artykul/631 Siehe seine Argumente in: https://mthz.ub.lmu.de/index.php/MThZ/article/view/443/372

[11] http://www.vatican.va/archive/aas/documents/AAS-46-1954-ocr.pdf S. 669.

[12] Martin von Cochem, Erklärung des heiligen Meßopfers, Stuttgart: Sarto Verlag 2011, 42.

[13] Zitat nach: http://www.katholisches.info/2017/06/franziskus-zwingt-den-roemischen-priesterkollegien-die-konzelebration-auf/

[14] Der Vergleich ist nicht zu hoch gegriffen: http://www.katholisches.info/2017/06/gendarmerie-beendet-homo-orgie-im-vatikan-alkohol-drogen-luxus/ https://gloria.tv/article/8nUBmy99EUGX49gnjdjzpmqWy https://whatisupwiththesynod.com/index.php/2017/06/28/lets-play-a-game-i-call-it-connect-the-vatican-perv-dots/

[1] S. Thomas Aquinatis, Summa Theologica, Tomus Octavus,  (ed). Nicolai, Sylvii, Billuart et C. J. Drioux, Paris 1882, Index III, CCLXV

[2] Deutsche Übersetzung nach: http://www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel789-4.htm

[3] Deutsch nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Canon_Missae

[4] http://www.barnhardt.biz/2017/06/19/barnhardt-podcast-009-the-whore-of-babylon-will-arrive-shortly/  http://www.barnhardt.biz/2016/08/18/the-novus-ordo-must-be-exterminated-barnhardt-cmr-interview-part-5/ http://www.barnhardt.biz/2015/07/14/cmr-interview-part-5-hey-hey-ho-ho-the-novus-ordo-mass-has-to-got-to-go/

[5] Die Angaben der DBK sind hier: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/Katholiken%20und%20Gottesdienstteilnehmer/2015-Katholiken-Gottesdienstteilnahme-Zeitreihe_1950-2015.pdf

[6] Angaben der DBK sind hier einzusehen: http://www.dbk.de/zahlen-fakten/kirchliche-statistik/ Eine weltliche Statistik ist hier.

[7] Davies, Michael, Pope Paul’s New Mass. Liturgical Revolution – Volume Three, Kansas City: Angelus Press 2009, 35

[8] Siehe die Besprechung: http://www.newliturgicalmovement.org/2015/06/book-notice-definitive-study-of.html#.WVTjeYTyios

[9] Vgl. Cekada, A., Work of Human Hands. A Theological Critique of the Mass of Paul VI, West Chester: Philothea Press 2010, 185-186

[10] http://www.piusx.org.pl/zawsze_wierni/artykul/631 Siehe seine Argumente in: https://mthz.ub.lmu.de/index.php/MThZ/article/view/443/372

[11] http://www.vatican.va/archive/aas/documents/AAS-46-1954-ocr.pdf S. 669.

[12] Martin von Cochem, Erklärung des heiligen Meßopfers, Sarto: Stuttgart 2011, 42.

[13] Zitat nach: http://www.katholisches.info/2017/06/franziskus-zwingt-den-roemischen-priesterkollegien-die-konzelebration-auf/

[14] Der Vergleich ist nicht zu hoch gegriffen: http://www.katholisches.info/2017/06/gendarmerie-beendet-homo-orgie-im-vatikan-alkohol-drogen-luxus/ https://gloria.tv/article/8nUBmy99EUGX49gnjdjzpmqWy https://whatisupwiththesynod.com/index.php/2017/06/28/lets-play-a-game-i-call-it-connect-the-vatican-perv-dots/

 

Die Novus Ordo Sakramente sind gültig – der Novus Ordo Ritus ist mangelhaft. Eine Skizze

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Die beiden Artikel über die Novus Ordo Messe haben Wellen geschlagen, da vorher unsere Seite nicht so oft frequentiert wurde. Dies zeigt, dass es sich um Themen handelt, welche viele Menschen beschäftigen. Es bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass auch die Novus Ordo Messe gültig ist, dass in ihr das gültige Sakrament der Eucharistie gespendet und empfangen werden kann, wenn die von der Kirche vorgegebenen Voraussetzungen zu einer gültigen Sakramentenspendung eingehalten werden. Ebenso sind auch alle anderen Novus Ordo Sakramente gültig. Wir werden uns dieser Thematik sicherlich noch mit aller Ausführlichkeit widmen und dabei alle Einwände des Lesers dspecht berücksichtigen. An dieser Stelle nur eine erste Feststellung:

„Menschen reden aneinander vorbei, denn sie sagen dasselbe » Novus Ordo Messe ist ungültig«, meinen aber etwas anderes.“

Wenn also ein Gegner der Neuen Messe sagt:

            „Die Novus Ordo Messe ist nicht gültig“,

so weiß man nicht, ob er damit meint, dass:

  1. Kein Sakrament zustande kommt? oder
  2. Der Ritus, in welchem das Sakrament stattfindet oder nicht stattfindet nicht gültig, im Sinne nicht katholisch ist.

Die meisten Traditionalisten meinen (2), manche auch (1) und (2), während die Verteidiger der Neuen Messe nur (1) heraushören.

Die Frage der Gültigkeit

Die ganze Thematik ist recht kompliziert, da in der vorkonziliaren Literatur, soweit der Schreiber dieser Zeilen es weiß, ausschließlich die Problematik der Gültigkeit des Sakraments aber nicht die Gültigkeit eines sakramentalen Ritus erörtert wurde. Warum? Weil die Gültigkeit die absolut minimalen Anforderungen einer Sakramentenspendung darstellt, der Ritus hingegen, um es sehr vereinfacht auszudrücken, den liturgischen Rahmen bietet, welcher die Würdigkeit dieser Sakramentenspendung sichert und an sich gnadenbringend und gnadenspendend ist. Eine Taufe ist auch dann gültig, wenn ein Ungetaufter einen Menschen mit Wasser begießt und ihm sagt:

„Ich taufe Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

So hat es die Kirche, seit der frühen Entscheidung über die Häretikertaufe im III Jhd. schon immer gesehen und diese Sicht dogmatisiert (DH 802, 1314, 1617, 646).[1] Empfängt aber der auf diese Art und Weise getaufte alle Gnaden, welche ihm eine feierliche Taufe, bei Erwachsenen nach einer längeren Taufvorbereitung, gegeben hätte? Natürlich nicht, weil alle Sakramentalien dabei fehlen, welche auch wirken, obzwar nicht ex opere operato.

            Festzuhalten bleibt:

  • Die Gültigkeit bestimmt das absolute Minimum.
  • Der sakramentale Rahmen des Ritus wird zur Gültigkeit der meisten Sakramente nicht verlangt und zwar:
    • Nicht bei der Taufe,
    • Nicht bei der Beichte,
    • Nicht bei der Krankensalbung
    • Wohl nicht bei der Priesterweihe
    • Nicht bei der Ehe
    • Nicht bei der Eucharistie
  • Wären der sakramentale Rahmen des Ritus zur Sakramentenspendung notwendig, so würde die Kirche nicht zwischen Gültigkeit und Würdigkeit unterscheiden.

Die Frage nach der „Gültigkeit“ des Ritus

Die Frage nach der Gültigkeit eines Ritus stellte sich vor dem letzten Konzil nicht, da es nur einen und zwar seit dem Tridentinum nur den Tridentinischen gab. Die anderen Riten der Westkirche:

  • Der ambrosianische Ritus,
  • Der Braga Ritus,
  • Der mosarabische Ritus,
  • Der benediktinische Ritus,
  • Der karmelitanische Ritus,
  • Der zistersianische Ritus,
  • Der dominikanische Ritus,
  • Der karthusianische Ritus,
  • Der prämonsterianische Ritus[2]
  • Und andere (denn manche sind schon ausgestorben)

wichen und weichen voneinander und vom tridentinischen Ritus wohl so wenig ab, dass wohl niemand auf die Idee kam zu untersuchen, welcher der bessere sei? Der Schreiber dieser Zeilen hat noch keine Kompetenzen in den anderen Riten der Westkirche, aber der einzige „Ritenstreit“, der vor dem Konzil entbrannte, betraf ja etwas gänzlich anderes. Der Hl. Pius V hat ja in seiner Weisheit alle Riten gelten lassen, die älter als 200 Jahre alt waren und daher nicht von den Reformatoren stammen konnten, um die Gewohnheiten der Gläubigen und der Ordensleute nicht zu stören. Wohl niemand kam auf die Idee zu schreiben, dass z.B. die Messen im mosarabischen Ritus ungültig sind oder dass dieser Ritus weniger heiligt als bspw. der ambrosianische es tut.

Ein direkter Vergleich mit den Riten der Ostkirchen entzog sich den Lateinern wohl auch deswegen, da sie an ihnen nach dem Großen Schisma nicht teilnehmen konnten und auch vorher es wohl keine Biritualität gab. (Vielleicht auch doch, wir wissen es im Moment einfach nicht.) Daher kann die Frage, ob ein Ritus zur Ungültigkeit des Sakraments beitragen kann, anhand der vorkonziliaren Literatur kaum geklärt werden. Aber die Antwort wäre: „Nein“, was wir noch ausführen werden, denn die Gültigkeit betrifft die Form, die Materie und die Intention des Spenders, aber nicht den Ritus selbst, der sich ja auch innerhalb der ganzen Kirchengeschichte geändert hat. Es heißt ja nicht ohne Grund bene docet qui bene distinguit, „derjenige lehrt gut, der gut unterscheidet“. Denn im Falle der Eucharistie und der Messe muss man differenzieren, zwischen:

  1. der gültigen Sakramentenspendung, also Sakrament qua Sakrament,
  2. der „gültigen“ Messe, also Messe qua Messe.

Man kann die Vereinfachung auf die Spitze treibend sagen, dass die Heilige Messe „nur“, sakramentaltheologisch gesehen, den liturgischen Rahmen bildet, in welchem das heiligste Altarsakrament gespendet wird, da in einer jeden Messe in die Wandlung vorgesehen wird. Natürlich ist die Messe viel mehr, denn der höchste Gotteskult auf Erden, aber wir wollen hier nur das sakramentaltheologische Minimum betrachten. (Das seltene Beispiel einer missa sicca, d.h. einer Messe ohne Wandlung, welche bis zum Tridentinum hier und da zelebriert wurde, lassen wir jetzt außen vor.)[3]

Eine Messe, so sagt man vereinfachend, ist dann „gültig“, wenn die Wandlung gültig ist. Da die Wandlung außerhalb der Messe, wenigstens vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, streng verboten war, so war die Messe der einzige Ort einer möglichen Wandlung. Der Priester darf auch die heilige Kommunion außerhalb der Messe spenden und manchmal, beispielsweise bei der Krankenkommunion muss er es sogar tun und dies ist eine Sakramentenspendung, aber die Wandlung, d.h. das Zustandekommen des Sakraments und somit seine Gültigkeit findet nur innerhalb der Messe statt. Wie bereits festgestellt, reden bei dieser ganzen Diskussion um die Neue bzw. Alte Messe die beiden Seiten, nennen wir sie die Novus Ordo Apologeten und die Novus Ordo Verächter aneinander vorbei. Denn man muss präzisieren, was man meint

  1. Die Wandlung also das Sakrament der Eucharistie?
  2. Oder das liturgische „Drumrum der Wandlung“ (möge diese Ausdruckweise für einen Moment gestattet sei) also den Messritus?

Ad a. Das Altarssakrament

Von radikalen Sedisvakantisten und denen die der Omlor-Hypothese folgen, abgesehen, leugnet kaum jemand, dass man auch bei einer Novus Ordo Messe gültig kommunizieren kann, weil die Wesenswandlung auch da stattfindet und das Brot zum Leib Christi wird. Der Novus Ordo Ritus generiert per se keine ungültige Wandlung, soviel wollen wir in aller Entschiedenheit feststellen. Daher auch die positiven Kommunion- und Anbetungserlebnisse unseres Autors und seiner Freunde. Das Sakrament ist gültig bzw. ist nicht notgedrungen ungültig, weil es in einer Novus Ordo Messe zustande kommt, gespendet und empfangen wird.

Ad b. Der Messritus

Der geänderte Messritus jedoch vermittelt viel weniger Gnaden als die Überlieferte Messe es tut und untergräbt sicherlich die katholische Identität aller Teilnehmer. Der Ritus ist mangelhaft, was auch die Piusbruderschaft in einer mangelhaften Art und Weise zum Ausdruck bringt, indem sie sagt:

„Die neue Messe ist schlecht“.[4]

Bisher gibt es nicht in der Sakramentenlehre oder in der Theologie den Ausdruck „ein ungültiger Ritus“. Deswegen scheint uns, dass die Piusbruderschaft, welcher wir nicht anhängen, hier nicht klar genug präzisiert. Viele Traditionalisten, wie Rev. Cekada schließen vom mangelhaften Ritus auf die Ungültigkeit des Altarsakraments hin, was nicht zulässig ist, wie wir noch zeigen werden.

Also zum Mitschreiben: Sakrament ist Sakrament und Ritus ist Ritus. Punkt.

A. Fragt man:

„Kann man bei einer Novus Ordo Messe zur Kommunion gehen?“

So lautet die Antwort:

„Ja, es wird gewandelt. Es ist Leib Christi.“

B. Fragt man:

„Vermittelt die Novus Ordo Messe die Gnadenfülle der Tridentinischen Messe?“

So lautet die Antwort:

„Nein, sicherlich nicht, sonst wäre der Riesenglaubensabfall, besonders der Priester, nicht erklärbar.“

Dies ist dennoch kein Widerspruch, da A. das Sakrament und B. den Ritus betrifft.

Und deswegen sind leider alle vorkonziliaren Überlegungen zur Gültigkeit oder Würdigkeit der Sakramente für uns „wenig hilfreich“, wie sich die Kanzlerin auszudrücken pflegt, da sie den fast unveränderten, kirchlichen Ritus der Sakramentenspendung, scil. den tridentinischen im Sinn haben. Die Sakramente sind dann gültig und würdig, wenn sie diesen, also den vorkonziliaren Ritus, aufs Genaueste beachten und viele andere Erfordernisse der Würdigen Sakramentenspendung auch. Der Vergleich mit den anglikanischen Weihen oder der Cranmers Messe (nähere Erklärung und Literaturangaben folgen noch) sind nicht zulässig, da sie ausdrücklich deswegen geschaffen wurden, um mit dem katholischen Ritus und dem katholischen sakramentalen Selbstverständnis zu brechen. Denn ein anglikanischer Ritus ist anglikanisch, damit protestantisch und nicht katholisch. Ein katholischer Novus Ordo Ritus ist immer noch katholisch, bzw. „restkatholisch“, aber für eine gültige Wandlung reicht er qua Ritus immer noch aus.

Die Novus Ordo Sakramente sind, unserer Meinung nach, gültig, wenn sie unter der Beobachtung aller Formen und Normen gespendet werden, sind sie auch würdig. Gültig ist gültig und die Gültigkeit ist nicht steigerungsfähig, behaupten wir, die Würdigkeit seitens des Spenders und des Empfängers schon.

Dennoch aber glauben wird, dass der Novus Ordo Ritus aller Sakramente defizitär und weniger gnadenbringend. Diese Defizite betreffen aber nicht die sakramentale Form, die ja beibehalten wurde, siehe unsere Reihe zum Blutwort.[5]

Ein in Novus Ordo gespendetes gültiges und würdiges Sakrament ist im Novus Ordo gültig und würdig, aber der Empfänger empfängt viel weniger Gnade als wenn er dasselbe Sakrament in Vetus Ordo empfangen hätte. Dies ist unsere These.

Warum?

  • Weil Novus Ordo als „Gremienarbeit“ menschengemacht ist und Vetus Ordo der tatsächlichen göttlichen und apostolischen Tradition entstammt.
  • Weil Vetus Ordo durch Jahrhunderte unter der Anleitung des Heiligen Geistes entstand, währen Novus Ordo von einer Kommission teilweise auf einem Pizza-Tisch entworfen wurde.
  • Weil Vetus Ordo alle Dogmen der Katholischen Kirche in reinster und heiligsten Weise wiedergibt, währen Novus Ordo von einem ganz anderen und gelinde ausgedrückt wenig katholischen und recht protestantischen Kirchenbild ausgeht.

Diese Unterschiede ließen sich noch fortführen. Dennoch garantiert der Novus Ordo das minimale Überleben des Gnadenlebens und es ist besser zu einer Novus Ordo Messe zu gehen, als es überhaupt nicht zu tun, was einen freiwilligen Verzicht auf Sakramente bedeutet und schwer sündhaft ist. Ebenso sündhaft ist der bewusste Empfang der Sakramente von suspendierten oder exkommunizierten Priestern, außer in Todesgefahr.

Wir haben vor all diese Thesen genau zu beweisen, aber manchmal ist es besser etwas auch skizzenhaft und unvollkommen zu schreiben. Wie sagte doch der Hl. Ignatius Loyola:

„Man solle kein kleines Gut, um eines künftigen, größeren Gutes willen vernachlässigen.“

Soweit, so gut.

[1] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, 881 (Traditionszeugnisse).

[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Catholic_liturgical_rites

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Missa_Sicca http://www.newadvent.org/cathen/09790b.htm

[4] http://www.catholicculture.org/news/headlines/index.cfm?storyid=19372

[5] https://traditionundglauben.wordpress.com/category/liturgie/gueranger-antiliturgische-haresie/ Gemeint ist Antiliturgische Häresie (3), Teile 1 bis 8.