Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Sechzehnter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des sechzehnten Sonntags nach Pfingsten

Lk 14, 1 – 11 Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines vornehmen Pharisäers ging, um zu speisen, gaben sie genau auf ihn acht. Und siehe, vor ihm war ein Mann, der die Wassersucht hatte. Jesus fragte die Gesetzeslehrer und Pharisäer: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?“ Sie schwiegen. Da faßte er ihn an, heilte ihn und hieß ihn von dannen gehen. Dann sprach er zu ihnen: „Einem von euch fällt sein Sohn oder Ochs in eine Grube. Zieht er ihn nicht sofort heraus, auch an einem Sabbat?“ Darauf konnten sie ihm nichts erwidern. Da er bemerkte, wie die Geladenen die ersten Plätze auswählten, trug er ihnen folgendes Gleichnis vor: „Wenn du zu einer Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht an den ersten Platz. Es könnte ein Vornehmerer als du geladen sein, und dein und sein Gastgeber könnten kommen und zu dir sagen: „Mach diesem Platz.“ Dann müsstest du beschämt den letzten Platz einnehmen. Wenn du geladen bist, so geh und setz dich lieber an den letzten Platz. Dann mag dein Gastgeber kommen und zu dir sagen: Freund, rücke höher hinauf! Das wird dir zur Ehre gereichen vor allen, die mit dir zu Tische sitzen; denn jeder, der sich erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich erniedrigt, wird erhöht werden.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom Heiligen Bischof Ambrosius
Buch 7 über Lukas 14.
Es wird ein Wassersüchtiger geheilt, in dem der zu reichlich aus dem Leibe fließende Stoff die Tätigkeit der Seele erschwerte, das Glühen des Geistes zum Erlöschen brachte. Daraufhin wird gelehrt, daß man demütig sein soll, indem bei jenem Hochzeitsmahl von dem Streben nach einem höheren Platze abgeraten wird; doch in sanftmütiger Weise,  damit die Überzeugung von der freundlichen Absicht eine Härte in der Zurechtweisung als ausgeschlossen ansähe, die Art und Weise selbst zum Wecken der Überzeugung beitrüge und die Zurechtweisung die Gesinnnung umwaldelte. Dieser Belehrung wird gleichsam wie auf der nächsten Schwelle die Mahnung zur Menschenfreundlichkeit angefügt; diese wird aber nach der Erklärung, die der Herr in seinem Ausspruche gibt, als solche hervorgehoben, wenn sie gegen Arme und Gebrechliche geübt wird; denn gastrfreundlich zu sein gegen solche, die diese belohnen sollen, ist eine Habsuchtsgesinnung.
V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Wir bitten Dich, o Herr! daß deine Gnade uns immer zuvorkomme und begleite, damit wir nie aufhören, Gutes zu wünschen und zu thun! Amen.

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Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Fünfzehnter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des fünfzehnten Sonntags nach Pfingsten

Lk 7, 11 – 16 Darauf ging Jesus in eine Stadt mit Namen Naim. Viele seiner Jünger und zahlreiches Volk zog mit ihm. Als er in die Nähe des Stadtores kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, den einzigen Sohn seiner Mutter, und diese war Witwe. Viel Volk aus der Stadt ging mit ihr. Als der Herr sie sah, ward er von Mitleid mit ihr ergriffen und sprach zu ihr: „Weine nicht!“ Dann trat er hinzu und rührte die Bahre an. Die Träger blieben stehen. Und er sprach: „Jüngling, ich sage dir, steh auf!“ Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen. Und er gab ihn seiner Mutter. Furcht ergriff alle. Sie priesen Gott und sagten: „Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden; Gott hat sein Volk heimgesucht.

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin.
Pred. 44 über die Worte des Herrn
Über die Auferweckung jenes Jünglings freute sich die verwitwete Mutter; über die geistiger Weise täglich zum Leben erweckten Menschen freut sich die Mutter Kirche. Jener war leiblich gestorben, diese sind es der Seele nach. Bei jenem wurde der sichtbare Tod sichtbar beweint; bei diese wurde der unsichtbare Tod gar nicht beachtet und gar nicht gesehen. Jener hat darauf geachtet, der die Toten kannte. Jener allein kannte die Toten, der die Macht hatte, sie lebendig zu machen. Wenn er nämlich nicht zur Auferweckung der Toten gekommen wäre, würde der Apostel nicht sagen: „Steh auf, du Schläfer, und erhebe dich vom Tode, auf dass dich Christus umstrahle.“
V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Herr! reinige deine Kirche, und schütze sie durch deine fortdauernde Erbarmung! und weil sie ohne Dich nicht bestehen kann, so laß sie stets unter deinem Schutze regieret werden! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage 1 – Mariae Himmelfahrt

Evangelium des Festes Mariä Himmelfahrt

Lk 1, 41 – 50

Sobald Elisabeth den Gruß Marias vernahm, frohlockte das Kind in ihrem Schoße. Elisabeth wurde vom Heiligen Geiste erfüllt und rief mit lauter Stimme: „Du bist gebendeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes! Woher wird mir die Gnade, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, sobald dein Gruß an mein Ohr drang, frohlockte das Kind vor Freude in meinem Schoße. Selig, die geglaubt hat, daß in Erfüllung gehen wird, was ihr vom Herrn gesagt ward.“ Da sprach Maria:

Hochpreiset den Herrn meine Seele, und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heil. Denn er hat in Gnaden herabgeschaut auf seine niedrige Magd. Seht, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter. Denn Großes hat an mir getan, der mächtig und dessen Name heilig ist. Sein Erbarmen waltet von Geschlecht zu Geschlecht über denen, die ihn fürchten.“

Predigt vom Hl. Johannes von Damaskus
Orátio 2 de Dormit. B. M. V., post init.
Heute läßt sich die heilige und beseelte Bundeslade des lebendigen Gottes, die in ihrem Schoße ihren Schöpfer empfangen hat, im Tempel des Herrn nieder, der nicht von irgendwelchen Händen aufgebaut ist; und ihr Vater David jubelt und mit ihm führen die Engel Reigen auf und es feiern sie die Erzengel, es rühmen sie die Mächte, es hüpfen die Fürsten, die Kräfte gesellen sich zur Freude, es jubeln die Herrschaften, die Throne feiern ein Fest, die Cherubim loben sie, die Seraphim künden ihre Herrlichkeit. Heute nimmt der Adam des neuen Eden den belebten Lustgarten zu sich, in dem die Verdammnis weggenommen ist, in dem der Baum des Lebens gepflanzt ist, in dem unsere Nacktheit umhüllt worden ist.
V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Verzeihe, o Herr! wir flehen, die Fehler deiner Diener, auf daß wir, die wir durch unsere Thaten, dir nicht gefallen können, gerettet werden durch die Fürbitte der Mutter deines Sohnes, unsers

Herrn! Amen.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Dreifaltigkeit

Evangelium des Festes der Hl. Dreifaltigkeit (zugleich 2. Sonntags nach Pfingsten)

Mt 28, 18 – 20 Jesus trat auf seine Jünger zu und sprach zu ihnen: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und lehret alle Völker: Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Gregor von Nazianz: Wer von den Katholiken ist in Unkenntnis, daß der Vater in Wahrheit Vater, der Sohn in Wahrheit Sohn und der Heilige Geist in Wahrheit Heiliger Geist ist, wie der Herr selbst zu seinen Aposteln sagt: „Geht hin und taufet alle Völker im Namen des Vater des Sohnes und des Heiligen Geistes?“ Das ist die vollkommene Dreifaltigkeit, die in der Einheit besteht, die wir als eine Wesenheit bekennen. Denn wir nehmen nicht entsprechend dem Verhältnis bei den Körpern eine Teilung in Gott vor, sondern wir glauben, daß gemäß der Macht der göttlichen Natur, die keinen Stoff an sich hat, auch die verschiedene Namen tragenden Personen ein Dasei haben und bezeugen, daß in der göttlichen Wesenheit eine Einheit ist.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Allmächtiger, ewiger Gott! Der Du uns, deinen Dienern, die Gnade verliehen hast, die Herrlichkeit der heiligen Dreieinigkeit im Bekenntniße des wahren Glaubens zu erkennen und in der Macht der Herrlichkeit die Einigkeit anzubeten: wir bitten Dich, daß wir Kraft dieses Glaubens von allen Widerwärtigkeiten allzeit geschützt werden, durch Christus unsern Herrn. Amen.

Predigttext des Kirchenvaters

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

(für den 1ten Sonntag nach Pfingsten.)

Gott, du Stärke derer, die auf Dich hoffen, sey gnädig unsern Bitten! und weil ohne Dich die sterbliche Schwäche nichts vermag, sende die Hilfe deiner Gnade, daß wir in Ausübung deiner Gebote Dir durch Gesinnung und Handlung gefallen! Amen.

Correctio Filialis Deutsch (2 von 5)

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Um ganz kurz darzustellen, was an den vorgestellten Stellen von Amoris Laetitia falsch ist, werden wir in violett den jeweiligen Abschnitt einfach wiedergeben und kommentieren, wobei natürlich diese Fragmente nicht den Inhalt von Correctio filialis ausmachen.

* * *

Wir wollen nun aufzeigen, wie einige Stellen von Amoris laetitia zusammen mit Handlungen, Worten und Unterlassungen Eurer Heiligkeit dazu dienen, sieben häretische Thesen zu verbreiten.3

Die Stellen, auf die wir uns beziehen, sind folgende:

AL 295: Auf dieser Linie schlug der heilige Johannes Paul II. das sogenannte »Gesetz der Gradualität« vor, denn er wusste: Der Mensch »kennt, liebt und vollbringt [. . . ] das sittlich Gute [. . . ] in einem stufenweisen Wachsen«.[323] Es ist keine „Gradualität des Gesetzes“, sondern eine Gradualität in der angemessenen Ausübung freier Handlungen von Menschen, die nicht in der Lage sind, die objektiven Anforderungen des Gesetzes zu verstehen, zu schätzen oder ganz zu erfüllen. Weiterlesen

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des 24. oder letzten Sonntags nach Pfingsten

Mt 24, 15 – 35 „Wenn ihr nun an heiliger Stätte den Greuel der Verwüstung seht, von dem der Prophet Daniel gesprochen hat – wer es liest, der beachte es wohl! -, dann sollen die Leute in Juda ins Gebirge flüchten. Wer auf dem Dache ist, steige nicht hinab, um noch etwas aus dem Hause mitzunehmen. Wer auf dem Felde ist, kehre nicht erst heim, um seinen Mantel zu holen. Wehe den hoffenden und stillenden Müttern in jenen Tagen! Betet, dass eure Flucht nicht in den Winter fällt oder auf einen Sabbat. Alsdann wird eine so große Drangsal eintreffen, wie es von Anbeginn der Welt bis jetzt keine gegeben hat noch je geben wird. Ja, würden jene Tage nicht abgekürzt, so würde kein Mensch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt. Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Hier ist der Messias oder dort‘, so glaubt es nicht. Denn es werden falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder wirken, um so möglich selbst die Auserwählten irrezuführen. Seht, ich sage es euch voraus. Wenn man dann zu euch sagt: ‚Er ist in der Wüste‘, so geht nicht hinaus; ‚er ist in den Gemächern‘, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz im Osten aufzuckt und bis zum Westen leuchtet, so wird es auch mit der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Sogleich nach der Drangsal jener Tage wird sich die Sonne verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker auf Erden werden wehklagen. Sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. Er wird seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten von den vier Windrichtungen zusammenbringen, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Vom Feigenbaum lernt das Gleichnis: Wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. So sollt ihr auch, wenn ihr dies alles seht, wissen, daß es vor der Türe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Betrachtung zum Evangelium des XXIV Sonntags nach Pfingsten

Wie es der Heiland vorhergesagt, ist das schrecklichste Elend über Jerusalem und seine Kinder gekommen, weil sie den Messias nicht angenommen, sondern ihn verfolgt und gekreuziget haben. Hüten wir uns, die uns angebotene Gnade Gottes zu verschmähen, damit wir nicht verworfen werden! Was macht aber den Menschen den göttlichen Ruf überhören? Die sündhafte Liebe zum Irdischen. O vergiß nicht: Die Welt mit ihrer Begierlichkeit vergeht! Wann vergeht sie für dich? Du weißt weder den Tag noch die Stunde des Todes. Darum bekehre dich und wache im steten Streben nach dem Guten, daß dich der Tod nicht in Sünde erreiche und in die Hölle stürze!

Kollekte zum 24. Sonntag nach Pfingsten

Kirchengebet.

Wir bitten Dich, o Herr! ermuntere die Gemüther deiner Gläubigen, damit sie mit größerem Eifer die Früchte guter Werke hervorbringen und hiedurch größeren Beistand deiner Gnade erlangen mögen. Amen. „Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe“weiterlesen

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Anmerkung: Wenn zwischen Epiphanie und dem Sonntag Septuagesima weniger als sechs Sonntage sind, werden die übrigen zwischen den 23. und 24. Sonntag nach Pfingsten geschoben

Evangelium des VI. Sonntags nach Epiphanie

Mt 13, 31 – 35 Noch ein anderes Gleichnis trug er ihnen vor. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann nahm und auf seinen Acker säte. Dies ist zwar kleiner als alle andern Samenkörner. Ist es aber ausgewachsen, so ist es größer als die anderen Gartengewächse. Es wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen.“ Er trug ihnen noch ein weiteres Gleichnis vor: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Sauerteige, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis das Ganze durchsäuert war.“ Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksscharen, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen. So sollte sich das Wort des Propheten erfüllen: „Ich will meinen Mund auftun zu Gleichnissen, Will offenbaren, was verborgen war seit Grundlegung der Welt.“

Von einem kleinen Anfange breitete sich die christliche, der bösen Menschen-Natur so sehr widerstreitende Lehre gegen alle nur möglichen Hindernisse der Lüge, des Eigennutzes, der Hoffart, der Sinnlichkeit, der Grausamkeit siegreich auf Erden aus und brachte die seligsten Wirkungen. Sieh da die Göttlichkeit des Christenthums! Bleibe standhaft im christlichen Glauben! Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn der Gerechte lebt aus dem Glauben.

Kollekte zum 6. Sonntag nach Epiphanie

Kirchengebet.

Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott! daß wir, was seyn soll, immerdar überlegend. Dir Wohlgefälliges durch Wort und That voll bringen! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des XXIII Sonntags nach Pfingsten

Mt 9, 18 – 26 Während er so zu ihnen redete, kam ein Vorsteher, warf sich vor ihm nieder und sprach: „[Herr,] meine Tochter ist soeben gestorben. Aber komm und leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder leben.“ Jesus machte sich auf und folgte ihm samt seinen Jüngern. Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre am Blutfluss litt, hinter ihm heran und berührte eine Quaste seines Gewandes. Denn sie sagte sich: „Wenn ich nur sein Gewand berühre, werde ich gesund.“ Jesus wandte sich um, sah sie und sprach: „Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht.“ Von der Stunde an war die Frau gesund. Als Jesus dann in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenspieler und die lärmende Menge erblickte, sprach er: „Gehet hinweg! Das Mädchen ist ja nicht tot, es schläft nur.“ Da verlachten sie ihn. Er aber wies die Leute hinaus und ging in das Gemach. Er faßte das Mädchen bei der Hand, und es erhob sich. Die Kunde davon verbreitete sich in jener ganzen Gegend.

Betrachtung zum Evangelium des 23 Sonntags nach Pfingsten

Flehen wir in unsern Krankheiten und Widerwärtigkeiten mit demüthigem und vertrauungsvollem Herzen Gott um Hilfe an! Erweisen wir Leidenden mit Bereitwilligkeit und Liebe Hilfe; kränken wir sie nie durch harte, rauhe Worte!

Unter den leiblichen Gütern ist die Gesundheit das größte. Sind wir dieser Wohlthat beraubt, so wenden wir uns an einen Arzt und gebrauchen die uns vorgeschriebenen Mittel! Vor Allem aber nehmen wir unsere Zuflucht zu Gott, der den Arzt erleuchten und die Heilmittel segnen muß, wenn wir die verlorne Gesundheit wieder erlangen sollen. Ergeben wir uns in den Willen Gottes! Läßt uns seine Güte die Heilkraft nicht erfahren, so wird er uns nach diesem qualvollen Leben desto glücklicher machen.

Gott heilt aber auch manchmal durch unbedeutende Dinge die schädlichsten und verältesten Übel, um seine Gnade mehr glänzen zu lassen und den Sündern Vertrauen einzustoßen. Der Glaube allein schon kann heilen, das sehen wir bei dem Weibe im heutigen Evangelium. O wär‘ auch unser Glaube so beschaffen!

Der Allmacht Jesu ist es eben so leicht, einen Todten zum Leben zurückzurufen, als es uns leicht ist, einen Schlafenden vom Schlafe aufzuwecken. Er ist Herr über Leben und Tod! — Der Schlaf ist ein Bild des Todes. Der Tod des Gerechten ist nichts anderes, als ein sanft erquickender Schlummer, der seine Seele in ein beßeres Leben bringt. Warum sollen wir ihn fürchten? Soll aber der Tod alles Schreckliche für uns verlieren, so leben wir unsträflich, so daß wir vernünftig hoffen können, den Tod des Gerechten zu sterben!

Kollekte zum 23 Sonntag nach Pfingsten

Kirchengebet.

Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest deinem Volke seine Missethaten vergeben, damit wir von den Banden der Sünde, die wir aus Schwachheit uns selbst angelegt haben, durch deine Güte erlöset werden! Amen.

Auxilium christianorum, Lateranbasilika und heilige Räume

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Kirche als der Ort der Anwesenheit Gottes

Durch die göttliche Vorsehung herbeigeführte, obzwar nicht geplante Weise, erscheint der zweite Teil unserer Auxilium christianorum-Ecke genau am 9. November, an dem die Kirche die Weihe der Lateranbasilika (unteres Bild) begeht. Was hat es denn mit der Lateranbasilika auf sich?

Lateranbasilika

Es war die erste Kirche der Christenheit, welche nach der Konstantinischen Wende geweiht wurde. Weiterlesen!

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des zweiundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Mt 22, 15 – 22

Darauf gingen die Pharisäer hin und berieten miteinander, wie sie ihn in einem Ausspruche fangen könnten. Sie schickten also ihre Schüler zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm und ließen ihm sagen: „Meister, wir wissen, du bist wahrhaft, du lehrst den Weg Gottes der Wahrheit gemäß und fragst nach niemand; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen. So sage uns dann, was meinst du: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht?“ Jesus durchschaute ihre Arglist und antwortete: „Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze!“ Sie reichten ihm einen Denar. Jesus fragte sie: „Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?“ Sie antworteten ihm: „Des Kaisers.“ Da sprach er zu ihnen: „Gebt also dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, und Gott, was Gott gebührt.“ Als sie dies hörten, verwunderten sie sich; sie ließen von ihm ab und gingen von dannen.

Betrachtung zum Evangelium des zweiundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Wie sehr sollen gute Menschen auf ihre Reden Acht haben! Auf jedes ihrer Worte lauern die Bösen, wenn sie an ihren Handlungen nichts zu tadeln finden. So glaubten auch die Pharisäer Jesum durch Schmeichelei zu bewegen, daß er sich freimüthig über die vorgelegte Frage aussere. Aber, Jesus die ewige Weisheit, sprach nicht, da die Bejahung der Frage die Juden, die Verneinung die Herodianer aufgebracht hätte. Er fioh jede Heuchelei und Schmeichelei. O laßt uns ihm nachfolgen! Seyen wir, wie Jesus, aufrichtig und freimüthig; lieben wir die Wahrheit! achten wir nicht auf die Gunst und das Ansehen der Menschen; bleiben wir im Dienste Gottes getreu! Aber nur durch Gottes Weisheit entgehen wir den Schlingen der Schalken, ohne die Wahrheit und Gerechtigkeit zu verletzen, ohne selbst nach Leidenschaft zu handeln, oder den Leidenschaften Anderer zu schmeicheln. Bitten wir Gott um diese Weisheit, und trauen wir unserer eigenen Klugheit nicht! Geben wir auch Jedem, was wir schuldig sind: Gott, was Gottes ist, und dem Fürsten, was des Fürsten ist!

Kirchengebet

O Gott, unsere Zuflucht und Stärke, höre gnädig das fromme Flehen deiner Kirche, Du Quelle aller frommen Gesinnungen, und verleihe, daß wir dasjenige wirklich erhalten, um was wir Dich vcrtrauungsvoll bitten! Amen.