Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Dreifaltigkeit

Evangelium des Festes der Hl. Dreifaltigkeit (zugleich 2. Sonntags nach Pfingsten)

Mt 28, 18 – 20 Jesus trat auf seine Jünger zu und sprach zu ihnen: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und lehret alle Völker: Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Gregor von Nazianz: Wer von den Katholiken ist in Unkenntnis, daß der Vater in Wahrheit Vater, der Sohn in Wahrheit Sohn und der Heilige Geist in Wahrheit Heiliger Geist ist, wie der Herr selbst zu seinen Aposteln sagt: „Geht hin und taufet alle Völker im Namen des Vater des Sohnes und des Heiligen Geistes?“ Das ist die vollkommene Dreifaltigkeit, die in der Einheit besteht, die wir als eine Wesenheit bekennen. Denn wir nehmen nicht entsprechend dem Verhältnis bei den Körpern eine Teilung in Gott vor, sondern wir glauben, daß gemäß der Macht der göttlichen Natur, die keinen Stoff an sich hat, auch die verschiedene Namen tragenden Personen ein Dasei haben und bezeugen, daß in der göttlichen Wesenheit eine Einheit ist.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Allmächtiger, ewiger Gott! Der Du uns, deinen Dienern, die Gnade verliehen hast, die Herrlichkeit der heiligen Dreieinigkeit im Bekenntniße des wahren Glaubens zu erkennen und in der Macht der Herrlichkeit die Einigkeit anzubeten: wir bitten Dich, daß wir Kraft dieses Glaubens von allen Widerwärtigkeiten allzeit geschützt werden, durch Christus unsern Herrn. Amen.

Predigttext des Kirchenvaters

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

(für den 1ten Sonntag nach Pfingsten.)

Gott, du Stärke derer, die auf Dich hoffen, sey gnädig unsern Bitten! und weil ohne Dich die sterbliche Schwäche nichts vermag, sende die Hilfe deiner Gnade, daß wir in Ausübung deiner Gebote Dir durch Gesinnung und Handlung gefallen! Amen.

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Correctio Filialis Deutsch (2 von 5)

Peter and Paul popup 1

Um ganz kurz darzustellen, was an den vorgestellten Stellen von Amoris Laetitia falsch ist, werden wir in violett den jeweiligen Abschnitt einfach wiedergeben und kommentieren, wobei natürlich diese Fragmente nicht den Inhalt von Correctio filialis ausmachen.

* * *

Wir wollen nun aufzeigen, wie einige Stellen von Amoris laetitia zusammen mit Handlungen, Worten und Unterlassungen Eurer Heiligkeit dazu dienen, sieben häretische Thesen zu verbreiten.3

Die Stellen, auf die wir uns beziehen, sind folgende:

AL 295: Auf dieser Linie schlug der heilige Johannes Paul II. das sogenannte »Gesetz der Gradualität« vor, denn er wusste: Der Mensch »kennt, liebt und vollbringt [. . . ] das sittlich Gute [. . . ] in einem stufenweisen Wachsen«.[323] Es ist keine „Gradualität des Gesetzes“, sondern eine Gradualität in der angemessenen Ausübung freier Handlungen von Menschen, die nicht in der Lage sind, die objektiven Anforderungen des Gesetzes zu verstehen, zu schätzen oder ganz zu erfüllen.

Seit AL gilt es kein „Ja“ oder „Nein“ bezüglich der göttlichen Gebote, sondern sie werden graduell, d.h. stufenweise erreicht. Und so erfüllt man z.B. das Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“, indem man sich in der „angemessenen Ausübung dieses Gesetzes“ auf dieses Gesetz zubewegt. Durch:

  1. wahllosem Sex mit jedem und allen
  2. gleichgeschlechtlichen Sex mit wechselnden Partnern
  3. gleichgeschlechtlichen Sex mit einem festen Partner, wo man „Verantwortung füreinander übernimmt“ O-Ton Erzbischof Koch, Woelki und Schönborn)
  4. heterosexuellen Sex mit wechselnden Partnern
  5. heterosexuellen Sex mit einem, festen Partner
  6. heterosexuellen Sex mit einer zweiten oder dritten Ehe
  7. heterosexuellen Sex in ersten und einzigen Ehe mit gelegentlicher Untreue
  8. heterosexuellen Sex in ersten und einzigen Ehe ohne Untreue (Sie haben das Ziel erreicht: Das sechse Gebot ist erfüllt!)

Diese Lehre von der Gradualität, analog zur subsistit (verwirklicht) in der Lehre des Vat. II, hat doch tatsächlich Kardinal Schönborn vorgebracht. Nein, kein Witz! Demnach sind wir direkt bei der häretischen Lehre Luthers simul iustus et peccator, wonach jeder zugleich „ein Gerechter und ein Sünder“ ist, da graduell, nach Schönborn, in jeder Sünde die Erfüllung des Gebotes besteht. Dies ist natürlich ein blanker Unsinn, welcher den Satz vom Widerspruch hegelianisch auflöst. Denn entweder man ist ein Gerechter oder man ist ein Sünder, entweder man begeht Ehebruch oder man begeht ihn nicht. AL 295 verwirft auch die katholische Lehre vom Naturrecht, wonach die Grundgesezte Gottes, die in den 10 Geboten zusammengefasst sind, jedem Menschen in seine Natur eingeschrieben sind, sodass sie jeder erkennen kann.

AL 298: Die Geschiedenen in einer neuen Verbindung, zum Beispiel, können sich in sehr unterschiedlichen Situationen befinden, die nicht katalogisiert oder in allzu starre Aussagen eingeschlossen werden dürfen, ohne einer angemessenen persönlichen und pastoralen Unterscheidung Raum zu geben. Es gibt den Fall einer zweiten, im Laufe der Zeit gefestigten Verbindung, mit neuen Kindern, mit erwiesener Treue, großherziger Hingabe, christlichem Engagement, mit dem Bewusstsein der Irregularität der eigenen Situation und großer Schwierigkeit, diese zurückzudrehen, ohne im Gewissen zu spüren, dass man in neue Schuld fällt. Die Kirche weiß um Situationen, in denen »die beiden Partner aus ernsthaften Gründen – zum Beispiel wegen der Erziehung der Kinder – der Verpflichtung zur Trennung nicht nachkommen können«. [Anm. 329: Viele, welche die von der Kirche angebotene Möglichkeit, „wie Geschwister“ zusammenzuleben, kennen und akzeptieren, betonen, dass in diesen Situationen, wenn einige Ausdrucksformen der Intimität fehlen, »nicht selten die Treue in Gefahr geraten und das Kind in Mitleidenschaft gezogen werden (kann).« Es gibt auch den Fall derer, die große Anstrengungen unternommen haben, um die erste Ehe zu retten, und darunter gelitten haben, zu Unrecht verlassen worden zu sein, oder den Fall derer, die »eine neue Verbindung eingegangen [sind] im Hinblick auf die Erziehung der Kinder und [. . . ] manchmal die subjektive Gewissensüberzeugung [haben], dass die frühere, unheilbar zerstörte Ehe niemals gültig war«. Etwas anderes ist jedoch eine neue Verbindung, die kurz nach einer Scheidung eingegangen wird, mit allen Folgen an Leiden und Verwirrung, welche die Kinder und ganze Familien in Mitleidenschaft ziehen, oder die Situation von jemandem, der wiederholt seinen familiären Verpflichtungen gegenüber versagt hat. Es muss ganz klar sein, dass dies nicht das Ideal ist, welches das Evangelium für Ehe und Familie vor Augen stellt. Die Synodenväter haben zum Ausdruck gebracht, dass die Hirten in ihrer Urteilsfindung immer »angemessen zu unterscheiden« haben, mit einem »differenzierten Blick« für »unterschiedliche Situationen«. Wir wissen, dass es keine Patentrezepte« gibt.

Weil sich also „Geschiedene“, die es nach katholischer Lehre nicht gibt, da die Ehe unauflösbar ist, schwer tun mit dem Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen“, weil sie ja ehebrechen, deswegen soll das Moralgesetz der Kirche samt dem 6. Gebot so verändert werden, dass sie es leichter haben, damit also die Sünder weiter schwer sündingen können in der Überzeugung, dass es keine Sünde sei, weil „sie es nicht so sehen“. Aber Sünde ist etwas Objektives, weil das Gesetz Gottes etwas Objektives ist, deswegen ist es gleich, wie man es persönlich findet. Natürlich gibt es Patentrezepte. Den anderen Ehebrecher verlassen, zum eigentlichen Ehemann oder Ehefrau zurückkehren, falls das nicht geht, allein bleiben und keusch leben und die Kinder, falls welche da sind, alleine erziehen. Ja, es ist hart, aber dies sind die Konsequenzen der Sünde und die Buße und Sühne dafür. Die Alternative lautet ewige Höllenqualen, denn Ehebruch und Leben im Ehebruch ist eine schwere Sünde.

AL 299: Ich nehme die Bedenken vieler Synodenväter auf, die darauf hinweisen wollten, dass »Getaufte, die geschieden und zivil wiederverheiratet sind, [. . . ] auf die verschiedenen möglichen Weisen stärker in die Gemeinschaft integriert werden [müssen], wobei zu vermeiden ist, jedwelchen Anstoß zu erregen. Die Logik der Integration ist der Schlüssel ihrer pastoralen Begleitung, damit sie nicht nur wissen, dass sie zum Leib Christi, der die Kirche ist, gehören, sondern dies als freudige und fruchtbare Erfahrung erleben können. Sie sind Getaufte, sie sind Brüder und Schwestern, der Heilige Geist gießt Gaben und Charismen zum Wohl aller auf sie aus. […] Sie sollen sich nicht nur als nicht exkommuniziert fühlen, sondern können als lebendige Glieder der Kirche leben und reifen, indem sie diese wie eine Mutter empfinden, die sie immer aufnimmt, sich liebevoll um sie kümmert und sie auf dem Weg des Lebens und des Evangeliums ermutigt.«

Warum soll man schwere Sünder in die kirchliche Gemeinschaft integrieren? Damit man den Unterschied zwischen Sünde und Tugend vermischt. Die einen quälen sich in der ersten Ehe, weil sie Gott treu bleiben wollen, die anderen lassen sich scheiden, leben in einer neuen „Verbindung“, d.h. im Ehebruch und haben dasselbe. Oder? Sehr richtig sagt Ann Barnhardt, dass nichts einen Sünder so freut als das, dass seine Sünde von den Gerechten anerkannt wird. Und darum geht es hier: Verwischung des Unterschieds zwischen richtig und falsch, Ärgernis und spirituelle Verpestung der Kirchen, denn jeder Sünder strahlt eine Dunkelheit aus. 

AL 300: Und da »der Grad der Verantwortung [. . . ] nicht in allen Fällen gleich [ist]«, müsste diese Unterscheidung anerkennen, dass die Konsequenzen oder Wirkungen einer Norm nicht notwendig immer dieselben sein müssen. [336: Auch nicht auf dem Gebiet der Sakramentenordnung, da die Unterscheidung erkennen kann, dass in einer besonderen Situation keine schwere Schuld vorliegt.]

Wenn man das ernst nehmen würde, so würde es heißen, dass alle moderne Menschen dermaßen unzurechnungsfähig sind, dass sie keine gütlige Ehe eingehen können. Aber in anderen Bereichen: Arbeit, Finanzen, bürgerliche Pflichten oder Pfarrleben gilt diese Vorraussetzung nicht, da sind wir alle „mündige Menschen“.  Natürlich liegt dort Schuld vor, wo ein freier Wille vorliegt, sonst gäbe es überhaupt keine Sünde.

AL 301: Daher ist es nicht mehr möglich zu behaupten, dass alle, die in irgendeiner sogenannten „irregulären“ Situation leben, sich in einem Zustand der Todsünde befinden und die heiligmachende Gnade verloren haben. Die Einschränkungen haben nicht nur mit einer eventuellen Unkenntnis der Norm zu tun. Ein Mensch kann, obwohl er die Norm genau kennt, große Schwierigkeiten haben »im Verstehen der Werte, um die es in der sittlichen Norm geht«, oder er kann sich in einer konkreten Lage befinden, die ihm nicht erlaubt, anders zu handeln und andere Entscheidungen zu treffen, ohne eine neue Schuld auf sich zu laden.

Natürlich leben alle in der Todsünde, die in der Todsünde leben. Deswegen wird auch in der nachkonziliaren Kirche nicht verkündet, damit die Menschen in den Sumpf hineinschlittern, und dies auch noch mit dem Segen ihres Pfarrers. Interessanterweise spüren diese Menschen selbst, dass mit ihnen irgendetwas nicht in Ordnung ist.  Ein Katholik, der kirchlich verheiratet ist, weiß doch, dass seine Ehe unauflöslich ist. Wenn er sich scheiden lässt und wieder heiratet, dass weiß er auch genau, dass er sündigt.

AL 303: Doch dieses Gewissen kann nicht nur erkennen, dass eine Situation objektiv nicht den generellen Anforderungen des Evangeliums entspricht. Es kann auch aufrichtig und ehrlich das erkennen, was vorerst die großherzige Antwort ist, die man Gott geben kann, und mit einer gewissen moralischen Sicherheit entdecken, dass dies die Hingabe ist, die Gott selbst inmitten der konkreten Vielschichtigkeit der Begrenzungen fordert, auch wenn sie noch nicht völlig dem objektiven Ideal entspricht.

Das Gewissen ist keine absolute Norm, denn es kann irren. Jeder Psychopath handelt seinem Gewissen konform. Dennoch ist es falsch. Und deswegen muss man sein Gewissen formen und nicht verformen. Die Gebote sind kein „objetives Ideal“, sondern etwas erfüllbares, sonst wäre Gott ungerecht uns etwas aufzulegen, was für uns unerfüllbar ist.

AL 304: Ich bitte nachdrücklich darum, dass wir uns an etwas erinnern, das der heilige Thomas von Aquin lehrt, und dass wir lernen, es in die pastorale Unterscheidung aufzunehmen: »Obgleich es im Bereich des Allgemeinen eine gewisse Notwendigkeit gibt, unterläuft desto eher ein Fehler, je mehr man in den Bereich des Spezifischen absteigt [. . . ] Im Bereich des Handelns [. . . ] liegt hinsichtlich des Spezifischen nicht für alle dieselbe praktische Wahrheit oder Richtigkeit vor, sondern nur hinsichtlich des Allgemeinen; und bei denen, für die hinsichtlich des Spezifischen dieselbe Richtigkeit vorliegt, ist sie nicht allen in gleicher Weise bekannt [. . . ] Es kommt also umso häufiger zu Fehlern, je mehr man in die spezifischen Einzelheiten absteigt.« Es ist wahr, dass die allgemeinen Normen ein Gut darstellen, das man niemals außer Acht lassen oder vernachlässigen darf, doch in ihren Formulierungen können sie unmöglich alle Sondersituationen umfassen.

Dieses Thomas-Zitat ist, wie noch dargelegt werden wird, wurde verfälscht, und es ist auch logisch ein Unsinn, dass etwas, was auf der übergeordneten Ebene richtig ist auf den untergeordneten Ebenen, die von der Ebene 1 abhängen, falsch wird. So müsste doch eine jede Ableitung einer Formel zu Fehlern führen, auch wenn man richtig vorgehen würde. Eine gültige Norm gilt immer.

AL 305: Aufgrund der Bedingtheiten oder mildernder Faktoren ist es möglich, dass man mitten in einer objektiven Situation der Sünde – die nicht subjektiv schuldhaft ist oder es zumindest nicht völlig ist – in der Gnade Gottes leben kann, dass man lieben kann und dass man auch im Leben der Gnade und der Liebe wachsen kann, wenn man dazu die Hilfe der Kirche bekommt. [351: In gewissen Fällen könnte es auch die Hilfe der Sakramente sein. Deshalb »erinnere ich [die Priester] daran, dass der Beichtstuhl keine Folterkammer sein darf, sondern ein Ort der Barmherzigkeit des Herrn«. Gleichermaßen betone ich, dass die Eucharistie »nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen« ist.].

Es gibt zwar mildernde Umstände, aber wer in Todsünde lebt, bleibt ohne Gnade. Wenn ich 180 statt 50 Kilometer fahre, habe ich objektiv die Geschwindigkeit überschritten, gleich welche Ausflüchte ich habe. Beichtstuhl ist eine Folterkammer für den Dämon und einen schweren Sünder, für normale Menschen ist es immer eine Befreiung.

AL 308: Ich verstehe diejenigen, die eine unerbittlichere Pastoral vorziehen, die keinen Anlass zu irgendeiner Verwirrung gibt. Doch ich glaube ehrlich, dass Jesus Christus eine Kirche möchte, die achtsam ist gegenüber dem Guten, das der Heilige Geist inmitten der Schwachheit und Hinfälligkeit verbreitet: eine Mutter, die klar ihre objektive Lehre zum Ausdruck bringt und zugleich »nicht auf das mögliche Gute [verzichtet], auch wenn [sie] Gefahr läuft, sich mit dem Schlamm der Straße zu beschmutzen«.

Unerbittliche Pastoral“ ist wirklich gut. Welche Möglichkeiten hat denn ein katholischer Priester:

Der Mensch lebt in einer schweren Sünde.

  1. Wenn er in diesem Zustand stirbt, kommt er in die Hölle.
  2. Ich bin wahrscheinlich der einzige, der ihn warnen kann.
  3. Es ist meine Standespflicht es zu tun.
  4. Wenn ich es nicht tue, werde ich dafür bestraft werden, für seine Seele, die in der Hölle aufgrund meines Versagens landet.
  5. Ich selbst komme auch in die Hölle.

So sieht die Situation nunmal aus. Wie möchte Franziskus ihr entgehen? Indem er durch AL die erste Prämisse in Frage stellt. Er lebt nicht in seiner schweren Sünde und er kommt auch nicht in die Hölle, die es nach Franzikus nicht gibt, er eine häretische Vernichtung der Seelen verkündet. Entweder hat also Bergoglio recht und das Alte Testament, das Neue Testament und die ganze Tradition der Kirche bis Bergoglio irren, samt allen heidnischen Religionen, die an ein Weiterleben der Seele nach dem Tode glauben oder er irrt. Wollen Sie es riskieren?

AL 311: Die Lehre der Moraltheologie dürfte nicht aufhören, diese Betrachtungen in sich aufzunehmen.

Natürlich nicht, wenn man die Überlegungen von AL in die Moraltheologie aufnimmt, bleibt von dieser nichts übrig, wie Professor Seifert richtigerweise darlegte

 

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des 24. oder letzten Sonntags nach Pfingsten

Mt 24, 15 – 35 „Wenn ihr nun an heiliger Stätte den Greuel der Verwüstung seht, von dem der Prophet Daniel gesprochen hat – wer es liest, der beachte es wohl! -, dann sollen die Leute in Juda ins Gebirge flüchten. Wer auf dem Dache ist, steige nicht hinab, um noch etwas aus dem Hause mitzunehmen. Wer auf dem Felde ist, kehre nicht erst heim, um seinen Mantel zu holen. Wehe den hoffenden und stillenden Müttern in jenen Tagen! Betet, dass eure Flucht nicht in den Winter fällt oder auf einen Sabbat. Alsdann wird eine so große Drangsal eintreffen, wie es von Anbeginn der Welt bis jetzt keine gegeben hat noch je geben wird. Ja, würden jene Tage nicht abgekürzt, so würde kein Mensch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt. Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Hier ist der Messias oder dort‘, so glaubt es nicht. Denn es werden falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder wirken, um so möglich selbst die Auserwählten irrezuführen. Seht, ich sage es euch voraus. Wenn man dann zu euch sagt: ‚Er ist in der Wüste‘, so geht nicht hinaus; ‚er ist in den Gemächern‘, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz im Osten aufzuckt und bis zum Westen leuchtet, so wird es auch mit der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Sogleich nach der Drangsal jener Tage wird sich die Sonne verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker auf Erden werden wehklagen. Sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. Er wird seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten von den vier Windrichtungen zusammenbringen, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Vom Feigenbaum lernt das Gleichnis: Wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. So sollt ihr auch, wenn ihr dies alles seht, wissen, daß es vor der Türe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Betrachtung zum Evangelium des XXIV Sonntags nach Pfingsten

Wie es der Heiland vorhergesagt, ist das schrecklichste Elend über Jerusalem und seine Kinder gekommen, weil sie den Messias nicht angenommen, sondern ihn verfolgt und gekreuziget haben. Hüten wir uns, die uns angebotene Gnade Gottes zu verschmähen, damit wir nicht verworfen werden! Was macht aber den Menschen den göttlichen Ruf überhören? Die sündhafte Liebe zum Irdischen. O vergiß nicht: Die Welt mit ihrer Begierlichkeit vergeht! Wann vergeht sie für dich? Du weißt weder den Tag noch die Stunde des Todes. Darum bekehre dich und wache im steten Streben nach dem Guten, daß dich der Tod nicht in Sünde erreiche und in die Hölle stürze!

Kollekte zum 24. Sonntag nach Pfingsten

Kirchengebet.

Wir bitten Dich, o Herr! ermuntere die Gemüther deiner Gläubigen, damit sie mit größerem Eifer die Früchte guter Werke hervorbringen und hiedurch größeren Beistand deiner Gnade erlangen mögen. Amen. „Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe“weiterlesen

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Anmerkung: Wenn zwischen Epiphanie und dem Sonntag Septuagesima weniger als sechs Sonntage sind, werden die übrigen zwischen den 23. und 24. Sonntag nach Pfingsten geschoben

Evangelium des VI. Sonntags nach Epiphanie

Mt 13, 31 – 35 Noch ein anderes Gleichnis trug er ihnen vor. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann nahm und auf seinen Acker säte. Dies ist zwar kleiner als alle andern Samenkörner. Ist es aber ausgewachsen, so ist es größer als die anderen Gartengewächse. Es wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen.“ Er trug ihnen noch ein weiteres Gleichnis vor: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Sauerteige, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis das Ganze durchsäuert war.“ Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksscharen, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen. So sollte sich das Wort des Propheten erfüllen: „Ich will meinen Mund auftun zu Gleichnissen, Will offenbaren, was verborgen war seit Grundlegung der Welt.“

Von einem kleinen Anfange breitete sich die christliche, der bösen Menschen-Natur so sehr widerstreitende Lehre gegen alle nur möglichen Hindernisse der Lüge, des Eigennutzes, der Hoffart, der Sinnlichkeit, der Grausamkeit siegreich auf Erden aus und brachte die seligsten Wirkungen. Sieh da die Göttlichkeit des Christenthums! Bleibe standhaft im christlichen Glauben! Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn der Gerechte lebt aus dem Glauben.

Kollekte zum 6. Sonntag nach Epiphanie

Kirchengebet.

Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott! daß wir, was seyn soll, immerdar überlegend. Dir Wohlgefälliges durch Wort und That voll bringen! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des XXIII Sonntags nach Pfingsten

Mt 9, 18 – 26 Während er so zu ihnen redete, kam ein Vorsteher, warf sich vor ihm nieder und sprach: „[Herr,] meine Tochter ist soeben gestorben. Aber komm und leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder leben.“ Jesus machte sich auf und folgte ihm samt seinen Jüngern. Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre am Blutfluss litt, hinter ihm heran und berührte eine Quaste seines Gewandes. Denn sie sagte sich: „Wenn ich nur sein Gewand berühre, werde ich gesund.“ Jesus wandte sich um, sah sie und sprach: „Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht.“ Von der Stunde an war die Frau gesund. Als Jesus dann in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenspieler und die lärmende Menge erblickte, sprach er: „Gehet hinweg! Das Mädchen ist ja nicht tot, es schläft nur.“ Da verlachten sie ihn. Er aber wies die Leute hinaus und ging in das Gemach. Er faßte das Mädchen bei der Hand, und es erhob sich. Die Kunde davon verbreitete sich in jener ganzen Gegend.

Betrachtung zum Evangelium des 23 Sonntags nach Pfingsten

Flehen wir in unsern Krankheiten und Widerwärtigkeiten mit demüthigem und vertrauungsvollem Herzen Gott um Hilfe an! Erweisen wir Leidenden mit Bereitwilligkeit und Liebe Hilfe; kränken wir sie nie durch harte, rauhe Worte!

Unter den leiblichen Gütern ist die Gesundheit das größte. Sind wir dieser Wohlthat beraubt, so wenden wir uns an einen Arzt und gebrauchen die uns vorgeschriebenen Mittel! Vor Allem aber nehmen wir unsere Zuflucht zu Gott, der den Arzt erleuchten und die Heilmittel segnen muß, wenn wir die verlorne Gesundheit wieder erlangen sollen. Ergeben wir uns in den Willen Gottes! Läßt uns seine Güte die Heilkraft nicht erfahren, so wird er uns nach diesem qualvollen Leben desto glücklicher machen.

Gott heilt aber auch manchmal durch unbedeutende Dinge die schädlichsten und verältesten Übel, um seine Gnade mehr glänzen zu lassen und den Sündern Vertrauen einzustoßen. Der Glaube allein schon kann heilen, das sehen wir bei dem Weibe im heutigen Evangelium. O wär‘ auch unser Glaube so beschaffen!

Der Allmacht Jesu ist es eben so leicht, einen Todten zum Leben zurückzurufen, als es uns leicht ist, einen Schlafenden vom Schlafe aufzuwecken. Er ist Herr über Leben und Tod! — Der Schlaf ist ein Bild des Todes. Der Tod des Gerechten ist nichts anderes, als ein sanft erquickender Schlummer, der seine Seele in ein beßeres Leben bringt. Warum sollen wir ihn fürchten? Soll aber der Tod alles Schreckliche für uns verlieren, so leben wir unsträflich, so daß wir vernünftig hoffen können, den Tod des Gerechten zu sterben!

Kollekte zum 23 Sonntag nach Pfingsten

Kirchengebet.

Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest deinem Volke seine Missethaten vergeben, damit wir von den Banden der Sünde, die wir aus Schwachheit uns selbst angelegt haben, durch deine Güte erlöset werden! Amen.

Auxilium christianorum, Lateranbasilika und heilige Räume

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Kirche als der Ort der Anwesenheit Gottes

Durch die göttliche Vorsehung herbeigeführte, obzwar nicht geplante Weise, erscheint der zweite Teil unserer Auxilium christianorum-Ecke genau am 9. November, an dem die Kirche die Weihe der Lateranbasilika (unteres Bild) begeht. Was hat es denn mit der Lateranbasilika auf sich?

Lateranbasilika

Es war die erste Kirche der Christenheit, welche nach der Konstantinischen Wende geweiht wurde. Weiterlesen!

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des zweiundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Mt 22, 15 – 22

Darauf gingen die Pharisäer hin und berieten miteinander, wie sie ihn in einem Ausspruche fangen könnten. Sie schickten also ihre Schüler zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm und ließen ihm sagen: „Meister, wir wissen, du bist wahrhaft, du lehrst den Weg Gottes der Wahrheit gemäß und fragst nach niemand; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen. So sage uns dann, was meinst du: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht?“ Jesus durchschaute ihre Arglist und antwortete: „Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze!“ Sie reichten ihm einen Denar. Jesus fragte sie: „Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?“ Sie antworteten ihm: „Des Kaisers.“ Da sprach er zu ihnen: „Gebt also dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, und Gott, was Gott gebührt.“ Als sie dies hörten, verwunderten sie sich; sie ließen von ihm ab und gingen von dannen.

Betrachtung zum Evangelium des zweiundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Wie sehr sollen gute Menschen auf ihre Reden Acht haben! Auf jedes ihrer Worte lauern die Bösen, wenn sie an ihren Handlungen nichts zu tadeln finden. So glaubten auch die Pharisäer Jesum durch Schmeichelei zu bewegen, daß er sich freimüthig über die vorgelegte Frage aussere. Aber, Jesus die ewige Weisheit, sprach nicht, da die Bejahung der Frage die Juden, die Verneinung die Herodianer aufgebracht hätte. Er fioh jede Heuchelei und Schmeichelei. O laßt uns ihm nachfolgen! Seyen wir, wie Jesus, aufrichtig und freimüthig; lieben wir die Wahrheit! achten wir nicht auf die Gunst und das Ansehen der Menschen; bleiben wir im Dienste Gottes getreu! Aber nur durch Gottes Weisheit entgehen wir den Schlingen der Schalken, ohne die Wahrheit und Gerechtigkeit zu verletzen, ohne selbst nach Leidenschaft zu handeln, oder den Leidenschaften Anderer zu schmeicheln. Bitten wir Gott um diese Weisheit, und trauen wir unserer eigenen Klugheit nicht! Geben wir auch Jedem, was wir schuldig sind: Gott, was Gottes ist, und dem Fürsten, was des Fürsten ist!

Kirchengebet

O Gott, unsere Zuflucht und Stärke, höre gnädig das fromme Flehen deiner Kirche, Du Quelle aller frommen Gesinnungen, und verleihe, daß wir dasjenige wirklich erhalten, um was wir Dich vcrtrauungsvoll bitten! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des einundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Mt 18, 23 – 35

(21 Petrus trat zu Jesus und fragte: „Herr, wenn mein Bruder gegen mich fehlt, wie oft muss ich ihm denn vergeben? Etwas siebenmal?“ 22 Jesus antwortete ihm: „Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal.)

Darum ist es mit dem Himmelreiche wie mit einem Könige, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er damit begann, wurde ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Da er aber nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Weib und Kind und all seiner Habe zu verkaufen und damit zu bezahlen. Da warf sich der Knecht ihm zu Füßen und flehte: Habe Geduld mir, ich will dir alles bezahlen. Der Herr erbarmte sich des Knechtes, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld. Als aber der Knecht hinausging, traf er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Den packte und würgte er, indem er sprach: Bezahle, was du schuldig bist! Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und bat: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Der aber wollte nicht, sondern ging hin und ließ ihn in den Kerker werfen, bis er seine Schulden bezahlt hätte. Als die Mitknechte sahen, was geschah, wurden sie tief betrübt. Sie gingen hin und meldeten ihrem Herrn alles, was sich zugetragen hatte. Da ließ sein Herr ihn zu sich kommen und sagte zu ihm: Du böser Knecht! Ich habe dir die ganze Schuld erlassen, weil du mich gebeten hast. Hättest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmen müssen, wie ich mich deiner erbarmt habe? Voll Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt hätte.

So wird auch mein Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht, ein jeder seinem Bruder, von Herzen verzeiht.“

Betrachtung zum Evangelium des einundzwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Wenn man betrachtet, wie die meisten Menschen die ihnen von Gott anvertrauten Güter des Leibes und der Seele benützen; soll man wohl glauben, daß sie überzeugt sind, nach ihrem Tode Gott Rechenschaft ablegen zu müssen? — Welch große Schulden haben wir, o Gott! wenn wir über den Gebrauch der Zeit, über unsere Gedanken und Wünsche, Worte und Werke nachdenken! Was bleibt dem Sünder, der seine Armuth, seine Sünden, seine Strafwürdigkeit vor Gott erkennt, übrig, als daß er sich mit aufrichtigem Herzen vor Gott demüthige, ihn inständig und vertrauensvoll um Geduld bitte und entschlossen sey, aus allen seinen Kräften durch die Buße ihm genug zu thun? — Ist Gott, unser Vater, barmherzig; sollen nicht auch wir, seine Kinder, es seyn und unsern Beleidigern verzeihen? Gott ist heilig und gerecht. Wer nicht barmherzig ist, erlangt auch nicht Barmherzigkeit. Vergeben wir von Herzen, wie wir wünschen, daß Gott auch uns vergebe!

Kirchengebet

Bewahre, o Herr, deine Familie stets durch deine Güte, damit sie unter deinem Schutze von allem Uebel befreit, durch gottselige Handlungen deinen Namen verherrliche! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des zwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Joh 4, 46 – 53

Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kapharnaum lag der Sohn eines königlichen Beamten krank danieder. Als dieser erfuhr, Jesus sei von Judäa nach Galiläa gekommen, ging er zu ihm und bat ihn herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn er lag im Sterben. Jesus sprach zu ihm: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ Der königliche Beamte bat: „Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt.“ Jesus erwiderte ihm: „Geh hin, dein Sohn lebt.“

Der Mann glaubte dem Worte, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und ging. Aber schon unterwegs kamen ihm seine Knechte entgegen und meldeten, sein Sohn sei am Leben. Er erkundigte sich bei ihnen nach der Stunde, in der es mit ihm besser geworden sei. Sie sagten ihm: „Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber.“ Da erkannte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus ihm gesagt hatte: „Dein Sohn lebt.“ Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Hause.

Betrachtung zum Evangelium des zwanzigsten Sonntags nach Pfingsten

Leiden sind uns nützlich; sie führen uns zu Gott. Wie oft würde man sich an ein Kind oder an einen Freund zu sehr hängen, wenn die Gefahr ihn zu verlieren, uns nicht erinnerte, daß dies vergängliche Güter sind, und daß wir unsern großten Trost, unser wahres Glück nur in jenem Gute finden, das uns Niemand nehmen kann! Nehmen wir in unsern eigenen Krankheiten der Seele und des Leibes, und in den Krankheiten der Unsrigen unsere Zuflucht zu Jesus! bitten wir ihn, er möchte zu uns oder zu ihnen kommen! empfangen wir in bedenklicher Krankheit die heiligen Sakramente der Buße, des Altars und der heiligen Oelung! warten wir damit nicht, bis, wir beinahe schon in den Zügen liegen! Beklagen wir uns im Leiden über Gott nicht, überlassen wir uns seiner Vorsehung um so ruhiger, je weniger wir seine tiefliegenden Absichten erkennen! Verlieren wir unser Vertrauen nicht, wenn uns auch Gott nicht gleich erhört; er wird helfen oder doch trösten und stärken, wie es zu unserm Besten seyn wird. — Nur durch festen Glauben und durch anhaltendes Vertrauen erringen wir Gottes Hilfe und Trost in allen Nöthen.

Kirchengebet

Dich, o Herr, bitten wir, Du wollest Dich durch die Buße deiner Glaubigen besänftigen lassen; verleih ihnen Verzeihung der Sünden und den Frieden, damit sie von allen Sünden gereinigt, Dir mit ruhigem Herzen dienen! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des neunzehnten Sonntags nach Pfingsten

Mt 22, 1 – 14

Jesus fuhr fort, in Gleichnissen zu ihnen zu reden. Er sprach: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit hielt. Er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen. Doch sie wollten nicht kommen. Er sandte nochmals andere Knechte aus mit dem Auftrag: Sagt den Geladenen: Seht ich habe mein Mahl bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh geschlachtet, und alles steht bereit; kommt zur Hochzeit! Allein sie achteten nicht darauf und gingen fort, der eine auf sein Landgut, der andere zu seinem Geschäfte; die übrigen aber fielen über seine Knechte her, mißhandelten sie, ja schlugen sie tot. Da ward der König zornig. Er sandte seine Truppen aus, ließ die Mörder umbringen und ihre Stadt in Brand stecken. Dann sprach er zu seinen Knechten: Das Hochzeitsmahl ist zwar bereitet, doch die Geladenen waren seiner nicht wert. So geht denn hinaus an die Straßenausgänge und ladet zur Hochzeit, wen ihr nur findet. Die Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle herbei, die sie fanden, Gute und Böse. So füllte sich der Hochzeitssaal mit Gästen. Da trat der König ein, um sich die Gäste anzusehen. Sein Blick fiel auf einen, der kein hochzeitliches Gewand trug. Er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen ohne hochzeitliches Gewand? Der aber schwieg. Da gebot der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn hinaus in die Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.“

Betrachtung zum Evangelium des neunzehnten Sonntags nach Pfingsten

Der Sinn des Gleichnisses im heutigen Evangelium ist dieser: Der König ist Gott, der himmlische Vater; der Sohn ist Jesus Christus; das Hochzeitmahl ist die Gründung und Einrichtung der christlichen Kirche, und die nach dem Kreuztode erfolgte Verherrlichung unsers Herrn und Heilandes. Die hiezu zuerst geladenen Gaste sind die Juden; die ausgesandten Knechte des Königs sind die Propheten des alten Bundes bis auf Johannes den Täufer, durch welche Gott die Juden belehren, bessern und zur Annahme einer vollkommenen Religion, zum Empfange des Messias vorbereiten ließ. Aber die Juden folgten nicht. Da ließ Gott zum zweiten Mal rufen. Es erschienen Johannes der Täufer, die Apostel und Jünger Jesu, die es noch einmal versuchten, die Juden zu bekehren; aber diese verachteten allen Unterricht, tödteten und mißhandelten die zu ihrem Unterricht bestimmten Lehrer. — Laßt uns nicht diesen Juden gleichen, sondern Theil nehmen an dem Gastmahle, das er uns alle Tage in dem Empfange seines hochwürdigsten Leibes darbietet! Prufen wir uns aber auch zuvor, ehe wir zur helligen Kommunion gehen, ob wir das hochzeitliche Kleid haben, damit wir dem fürchterlichen Richterspruche Gottes entgehen! Nie empfangen wir dieselbe ohne Glauben, ohne Liebe, ohne gute Werke! nie mit einer schweren Sünde!

Kirchengebet

Allmächtiger Gott, wende alles, was unserer Heiligung entgegen ist, gnädig von uns ab, damit wir das, was Dich angeht, sowohl der Seele, als dem Leibe nach mit freiem Geiste erfüllen! Amen.