Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (7 von 7)

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Auch der Heilige Irenäus schreibt, dass der Heilige Petrus Linus geweiht hat und ihn als seinen Nachfolger genannt hat. Er wurde gemartert und direkt neben dem Hl. Petrus bestattet. Man entdeckte schließlich seine sterblichen Überreste mit einer Inschrift von Linus direkt neben der Stelle, an der die sterblichen Überreste von St. Peter gefunden wurden.

Der Heilige Hippolytus von Rom beschreibt im zweiten Jahrhundert ganz klar die Theologie des Verhüllens. In Bezug auf die Heilige Praxis lehrt er die Katechumenen, jene, die demnächst katholisch werden [sich taufen lassen]: „Ferner, lasst alle Frauen ihr Haupt mit einem Schal verhüllen, aber nicht nur mit einem aus Leinen, weil dies keine ausreichende Bedeckung ist …‟ Er geht also sogar ins Detail.

Im dritten Jahrhundert schreibt der Heilige Clemens von Alexandria in seinem Buch über die Anweisungen, Buch 3, Kapitel 11:

„Denn dies ist der Wunsch des Logos, das ist der Sohn Gottes, das ist Jesus Christus.‟

Die Heiligen Hieronymus, Augustinus, Chrysostomus, Thomas von Aquin und viele andere lehren, dass die Frau sich in der Kirche zu verhüllen hat. Diese Lehre ist also klar und deutlich alt und apostolisch, sie hat die Heilige Schrift als Beweis und die Heilige Tradition. Dies heißt, dass dies eine unfehlbare Lehre ist, die nicht geändert werden kann.

Und schließlich  haben wir sogar noch das kirchliche Lehramt, das es schon zu Zeiten von Papst Linus gab. Im Codex Iuris Canonici, dem kirchlichen Gesetzbuch, von 1917 in Kanon 1262 wird ganz klar festgestellt, dass die Frau ihr Haupt zu bedecken und sich schlicht zu kleiden hat, besonders, wenn sie sich dem Heiligen Tisch Gottes nähert. Heutzutage wird argumentiert, dass wir nun den CIC von 1983 haben und darin nichts davon steht, dass die Frau ihren Kopf zu bedecken habe.

Dies ist ein Trugschluss und ein falsches Argument sowie ein völlig falsches Verständnis des Kirchengesetzes. Denn auf den ersten Seiten des CIC von 1983 steht geschrieben, wie man dieses Gesetzbuch zu interpretieren und zu verstehen hat.

Drei der Kommentare passen zum Thema:

Kanon 20 a sagt, dass Teile des bestehenden Gesetzes nur abgeschafft sind, wenn dies ausdrücklich geschrieben steht oder das neue Gesetz ausdrücklich das Gegenteil von dem verlangt, was im alten Gesetzbuch steht. Aber dies ist hier nicht der Fall.

Kanon 21 sagt, dass im Zweifelsfall das alte Gesetz nicht widerrufen ist, vielmehr das ältere Gesetz zum neuen dazugehört und soweit möglich mit ihm harmonisiert.

Wenn also das neue Gesetz dem alten nicht ausdrücklich widerspricht, harmonisiert es mit ihm. Da der CIC von 1983 dem von 1917 im Fall der Mantilla also nicht widerspricht, harmonisiert es mit ihm.

Kanon 28 sagt, dass, wenn eine Änderung nicht ausdrücklich ausgesprochen wird, es nicht jahrhundertealten Gebräuchen widerspricht. Das heißt, dass alte Bräuche wie das Tragen einer Mantilla einfach weitergeführt werden, weil dem nicht explizit im CIC von 1983 widersprochen wird. Wir können diese uralte Tradition nicht zerstören. Und sie konnten es nicht, denn sonst hätten sie der Heiligen Schrift selbst widersprochen, der Tradition, dem Heiligen Petrus, dem Heiligen Linus und all den anderen großen Heiligen.

Was sehr interessant ist und oft erwähnt wird ist, dass in den 1940er und 50er Jahren es modern wurde, Hüte anstelle der Mantilla zu tragen, was der erste Schritt war … schon vor dem II. Vaticanum. Es gab also schon einen wachsenden Trend des Ungehorsams. Dieser hatte viel mit der Gleichheit der Frau zu tun und weniger mit dem katholischen Glauben. Es drehte sich alles um die falschen Werte der Welt, einer Welt, die Gott nicht kennt. Und nach dem II. Vatikanum, 1965 und nach der Novus-Ordo-Messe 1969 und der Sexuellen Revolution und „Befreiung‟ der 1960er Jahre trugen viele Frauen die Mantilla einfach nicht mehr. Es ist nicht so, dass ein Priester gesagt hätte, die Frauen sollten die Mantilla nicht mehr tragen, nur haben die Priester diese große Verletzung des Kirchenrechts und des Göttlichen Gesetzes nie korrigiert.

Es gibt sogar einen berühmten Vorfall, als Anibale Bugnini – der freimaurerische Architekt des Novus Ordo – aus einer der Sitzungen des Konzils kam und auf die Frage eines Journalisten den Medien sagte, dass das Konzil sich damit nicht befasse, die Medien verkündeten, dass das Tragen der Mantilla nun nicht mehr verlangt werde.

Es wurde also ein falsches Verständnis der Mantilla verbreitet bezüglich der Gleichheit und Freiheit. Die Frauen verließen diese unsterbliche Tradition und die Kirchenoberen stand tatenlos daneben.

Wir haben das Problem der Nachlässigkeit, wo das Kirchengesetz, die Theologie, die Heilige Schrift und die Tradition nicht mehr gestärkt werden.

Der Grund, dass die Frauen das Tragen der Mantilla aufgegeben haben ist meiner Meinung nach – Sie können es sich sicherlich schon denken – der, dass die Frauen den ein oder anderen der genannten Punkte, oder auch mehrere, als Erlaubnis betrachten, die Mantilla nicht (mehr) zu tragen. Aber das Beispiel anderer Frauen, ein genereller Ungehorsam eines Teils der Kirche und die Unterlassung der Stärkung des Kirchenrechts – viele kennen nicht einmal das Kirchenrecht … falsche intellektuelle Argumente welche die Heilige Schrift und die Tradition relativieren, das Verschleiern der Geschlechterunterschiede, die Identitätskrise, die heutzutage ein großes Problem ist.

Manchmal sieht man jemanden auf der Straße laufen und weiß nicht ob das ein Mann oder eine Frau ist, und sie ziehen sich absichtlich so an. Dies ist eine Verschleierung der geschlechtlichen Identität.

Wenn also die Mantilla dazu da ist, die Frau als solche in ihrer Weiblichkeit zu ehren, die Kultur und Gesellschaft im Großen und Ganzen aber versuchen, die Rollen von Mann und Frau zu zerstören, dann stellen sie der Mantilla nach. Und ob Sie es glauben oder nicht, dies ist alles eng verwoben mit der Zerstörung der Familie, der Ehe, sogar mit der gesamten homosexuellen, sodomitischen, lesbischen Bewegung. Glauben Sie mir, sie haben enge Kontakte. Warum gestehen die Leute das nicht ein oder nehmen es wahr?

Andere Gründe, warum die Mantilla zurückgewiesen wurde: Mangel an Respekt vor der Heiligen Eucharistie oder Mangel an Glauben an die Heilige Eucharistie. Das ist einer der Gründe, warum sie die Mantilla nicht tragen. Aber Sie sehen das in so vielen Dingen: warum macht man keine Kniebeuge mehr? Warum glauben wir tatsächlich, dass wir unseren Herrn in der Hand empfangen können? Weil der Respekt vor unserem Herrn verloren gegangen ist. „Dies ist eine Zurückweisung der Hierarchie und der Ordnung, die Gott uns gegeben hat.‟ Das ist eine falsche Befreiung. Das ist sogar eine komplette Versklavung der Frau durch ihre Leidenschaften und durch den Mann.

Ein anderer Grund, warum die Mantilla zurückgewiesen wird ist, liegt in der herrschenden Haltung gegen das Leben in unserer Kultur des Todes, eine Haltung, die Mann und Frau in Gesellschaft und Kultur beherrscht, die gegen das Leben sind. Und deshalb wird die Mantilla abgelehnt. Weil Reinheit und Anstand in unserer Gesellschaft zurückgewiesen werden, wird die Rolle der Frau zurückgewiesen. Wird die Rolle der Frau zurückgewiesen. Es gibt also eine Logik hinter der Weigerung, die Mantilla zu tragen. Wenn man nicht anständig und rein sein möchte, wenn man die Rolle der Frau ablehnt, wenn man Gott in der Heiligen Eucharistie nicht verehren möchte.

Und warum sollte man – umgekehrt – eine Mantilla tragen; wenn man all dies tun möchte, sollte man die Mantilla tragen. Und zuletzt ein Grund, der all dies umfasst, ist die Weigerung so zu sein wie die selige Jungfrau Maria, unsere Mutter. Und in der Kirche von heute gibt es eine große Ignoranz bezüglich Maria. Zu viele messen heutzutage der Verehrung Marias zu wenig Bedeutung zu. Jedoch ist sie die vollkommene Christin, das Modell und Vorbild für uns alle.

Niemand kommt in den Himmel, der Maria nicht verehrt. Sie ist die Vermittlerin aller Gnaden. Heutzutage weist nicht nur die Welt, sondern auch die Kirche Maria zurück.

Denken Sie nur daran, wie die Kirche sich weigerte, ihre Botschaften zu befolgen, die sie uns in Fatima mit solch mütterlicher Fürsorge gebracht hat. 95 Jahre später hat die Kirche ihr immer noch nicht gehorcht.

Und all dies, was die Mantilla umfasst – wir sehen die starken Kräfte, die gegen all dies stehen; daraus erkennen wir, dass die Mantilla sehr wichtig ist.

Sie ist aus all den Gründen wichtig, die hier erwähnt sind, und heute insbesondere wenn wir gegen diese Kultur kämpfen müssen, diese Kultur, die sogar in die Kirche eingedrungen ist, welche den Novus Ordo oder die Liturgie durchdringt. Wir müssen sie bekämpfen und die Mantilla aus all diesen Gründen tragen.

Meine Hoffnung ist, dass Sie alle sich dies und die anderen Artikel gründlich einprägen und zu Herzen nehmen und etwas daraus lernen, und dass Sie sich wirklich davon überzeugen, warum die Mantilla so wichtig ist und sie auch tragen. Dann werden Sie die Mantilla nie mehr einfach so tragen, weil es Tradition ist oder weil sie einfach schick aussieht, weil ich das so mag oder warum auch immer … Dies ist ein Teil des Kampfes um das Leben, ein Teil des Kampfes um das Evangelium und dies ist der Grund, warum jede Frau eine Mantilla tragen sollte, denn wir müssen dahin zurückkehren, ernsthaft zu glauben, dass Jesus in der Heiligen Eucharistie gegenwärtig ist, wirklich an die Ordnung zu glauben, die Gott geschaffen hat. Das Leben ist heilig! Die Frau ist einzigartig in ihrer Weiblichkeit! Sie muss geehrt und respektiert werden als ein heiliger Tabernakel, den Gott gemacht hat, dass er sei. Die Mantilla verkündet und wahrt all dies.

Lassen Sie uns das Gesagte nun mit dem Ave Maria beschließen:

Gegrüßet seist du, Maria, …

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Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (6 von 7)

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Mißstände beim Gottesdienst

Eine Frage der Schicklichkeit

In der Gegenwart Gottes einen Schleier zu tragen ist Lehre der Heiligen Schrift, der Heiligen Tradition, des kirchlichen Lehramtes. Es steht tatsächlich in der Heiligen Schrift, dass Frauen einen Schleier zu tragen haben, es ist das unfehlbare Wort Gottes. In 1 Korinther 11, 1 – 15 lesen Sie, dass Frauen einen Schleier zu tragen haben. Das ist die Eingebung des Heiligen Geistes:

1 Folgt meinem Beispiele, wie ich Christi Beispiel folge!

2 Ich finde es lobenswert von euch, dass ihr in allem meiner gedenkt und die Vorschriften einhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.

3 Ich möchte euch aber wissen lassen: Das Haupt für einen jeden Mann ist Christus, das Haupt für die Frau ist der Mann, das Haupt für Christus ist Gott.Das ist die Ordnung: Gott ist das Haupt – sogar das Haupt Christi. Es geht hier also nicht um Gleichberechtigung, es geht um eine echte Hierarchie, die Ordnung bringt. Der Sohn ist dem Vater gleich, doch er gehorcht dem Vater.

4 Jeder Mann, der mit verhülltem Haupte betet oder prophetisch redet, entehrt sein Haupt. 5 Jede Frau, die mit unverhülltem Haupte betet oder prophetisch redet, entehrt ihr Haupt. Sie gleicht einer, die geschoren ist. 6 Wenn eine Frau sich nicht verhüllt, dann mag sie sich auch die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau schimpfllich, sich die Haare abschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen.

7 Der Mann braucht sein Haupt nicht zu verhüllen. Er ist das Ebenbild und der Abglanz Gottes; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. 8 Denn der Mann stammt nicht von der Frau, wohl aber die Frau vom Manne. 9 Auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen. 10 Darum soll die Frau auf ihrem Haupt ein Zeichen dafür tragen, dass sie unter der Herrschaft steht – um der Engel willen. 11 Indes ist im Herrn die Frau nicht unabhängig vom Manne und der Mann nicht unabhängig von der Frau. 12 Denn wie die Frau vom Manne stammt, so ist der Mann wieder durch die Frau; alles aber kommt von Gott.

13 Urteilt selbst! Schickt es sich für eine Frau, mit unverhülltem Haupte zu Gott zu beten? 14 Lehrt euch nicht schon die Natur, daß langes Haar dem Manne zur Unehre gereicht, 15 für die Frau dagegen langes Haar eine Zierde ist? Das Haar ist ihr doch als Schleier gegeben.

Über diese Passage könnte man sehr viel sagen, doch das Fazit ist, dass es eine Ordnung gibt: Gott, Christus, Mann, Frau, und jeder hat seine eigene Art und Weise, dem anderen Respekt und Ehre zu erweisen. Und für die Frau ist es dies: ihren Schleier zu tragen, für den Mann: sein Haupt nicht zu bedecken. Und dies ist göttliche Offenbarung, denn es spricht von der unveränderlichen Rolle der Frau. Und so lehrt der Heilige Paulus ganz klar, dies ist ein Gebot, das von Gott kommt. Der Heilige Paulus schreibt den Frauen vor, einen Schleier zu tragen. Er sagt, dies sollte uns sogar schon die Natur lehren. Dies hat nichts mit bestimmten Eigenschaften zu tun, dass der Mann höher steht als die Frau, denn der Vater steht nicht höher als der Sohn, denn sie sind gleich. Dies erinnert uns daran, dass die Frau vom Manne kommt, aber der Mann auch von der Frau, und alle kommen von Gott.

Das sollten die Frauen sehr ernst nehmen, denn wenn sie keinen Schleier tragen, missachten sie das heilige Gesetz Gottes, wie es unfehlbar vom Heiligen Geist geoffenbart wurde. Der heilige Paulus sagt, wegen der Engel hat sie dieses Zeichen der Macht auf ihrem Haupt zu tragen. Ein Aspekt dessen ist schlicht, dass die Engel während der Göttlichen Liturgie anwesend sind. Und die Frauen wegen der Macht, und die Frauen müssen der Gegenwart der Allerheiligsten Eucharistie Gott Respekt erzeigen, indem sie ihr Haupt mit der Mantilla verhüllen. Wenn schon die Engel vor der Allerheiligsten Eucharistie in Anbetung fallen, so sind sie außerordentlich verärgert, wenn andere Gott nicht die Ihm gebührende Verehrung zeigen. Die Engel sind es, die Gottes Gesetz schützen und ihm sogar Nachdruck verleihen. Ihr starker und gerechter Zorn gegenüber jedweder Art der Respektlosigkeit gegen Gott, ganz besonders bei liturgischem Missbrauch.

Ein Grund, warum sie Gottes Werkzeug für Gottes Zorn sind, lesen wir in der Offenbarung des Johannes (Apokalypse), wie sie auf all die Flaggen regneten und der Zorn Gottes. Und wie sie das Weihrauchgefäß halten und die Gebet zu Gott tragen, aber sie sind auch dazu da, Strafe zu bringen, und so könnte man sagen, dass die Engel, die während der Liturgie anwesend sind, sehr missbilligend auf jede Frau sehen, die ihren Kopf nicht verhüllt – und Missbilligung durch die Engel ist nicht mal eben ein Stirnrunzeln oder ein missbilligender Blick, die Missbilligung der Engel offenbart sich immer physisch in der Form göttlicher Züchtigung nach der geistlichen Ordnung und der physischen Ordnung. Was meinen Sie, passiert z. B. in unseren Novus-Ordo-Kirchen, wo die Frauen ihr Haupt nicht verhüllen? Den Engeln gefällt das überhaupt nicht. Dies steht auch in der Heiligen Schrift und ist unfehlbar. Da kommt man nicht drum herum.

Es gibt da viele Argumente, aber das Hauptargument ist, dass Paulus uns da nur einen Rat gibt, und das hängt alles von der Kultur und der Zeit ab, in der man lebt. Heute macht man das nicht mehr, weil wir heute freier sind und gleichwertig. Wir wissen es besser und wir brauchen das nicht mehr zu tun. Das Problem ist: Wenn Sie so über diese Bibelstelle sprechen, wie sprechen Sie dann über die anderen Bibelstellen? Sie bagatellisieren das heilige Wort Gottes und sagen, das gilt nicht für Sie, wegen der Umstände, der geschichtlichen, kulturellen und sozialen Veränderungen. … Dann gilt für Sie also möglicherweise keine Bibelstelle … denn der „Hintergrund‟ jeder Bibelstelle kann geschichtlichen, kulturellen oder sozialen Veränderungen unterliegen. Das tun viele Menschen: Sie nehmen die Bibelstellen, die sie nicht mögen und streichen sie: das ist auf mich nicht anwendbar … Wenn wir also die Heilige Schrift ernst nehmen, geben Sie diesen Gedanken über Geschichte, Kultur etc. keine Beachtung. Das ist das heilige Wort Gottes. Niemand kann die Bibel lesen und behaupten, dass Gott nicht sagt, Frauen sollen ihr Haupt verhüllen. Das ist ganz einfach, denn von Anfang an war es in der heiligen Liturgie brauch, dass die Frauen ihren Kopf verhüllen, denn dies ist apostolisch. Es geht zurück bis auf Papst Linus, welcher der zweite Papst nach dem Heiligen Petrus war. Er sagt uns tatsächlich, dass dies die Lehre des Heiligen Paulus ist, dass von Frauen erwartet wird, dass sie ihr Haupt verhüllen. Wir wissen also, dass dies apostolische heilige Tradition ist. Dies ist sogar im Liber Pontificalis niedergeschrieben.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (5 von 7)

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Es gibt also eine Hierarchie, die Gott schuf. Nun weiter mit der Beziehung zwischen Mann und Frau, wie es in Ephesser 5 steht.

Dies zeigt aber auch die Mantilla. Sie zeigt, dass die Frau ihren gerechten Platz vor Gott und dem Mann anerkennt. Sie zeigt Demut, Gehorsam und Bescheidenheit. Das Tragen einer Mantilla zeigt zutiefst Bescheidenheit und Demut. Lesen Sie das 5. Kapitel des Epheserbriefes, und hier besonders die Verse 21 – 33!

Der Schleier hat auch eine sakrale Dimension. Der Schleier ist das physische Zeichen dafür, dass die Frau selbst ein Tabernakel ist. Ebenso, wie wir unsere Tabernakel verhüllen, um zu zeigen, dass dort die Heiligkeit wohnt, so ist auch die Frau ein Tabernakel, ein Tabernakel, der neues Leben hervorbringen kann. Sie sollte also als Tabernakel angesehen werden und als solcher sollte ihr Verehrung und Respekt entgegengebracht werden. Sie hat eine sakrale Rolle in der Zusammenarbeit mit Gott, um Leben hervorzubringen und zu nähren. Und wie bereits gesagt, stehen ihr Keuschheit, Reinheit und Bescheidenheit sind für sie wesentlich um ein angemessen heiliger Tempel des Lebens zu sein.

Und hier genau sieht man das Problem in unserer Welt, das damit begann, dass man den Schleier wegließ und sagte, dass das [Verhüllte] nun nicht mehr heilig sei. Wenn die Frau also ihren Schleier loswird, sei es nun die Mantilla auf ihrem Kopf oder auch ihr Kleid oder ihren Rock, so sagt sie damit der Welt im Grunde: Ich bin nicht heilig. Ich bin nicht mehr jemand, dem man Verehrung und Respekt zollen muss. Vielmehr kann ich jetzt wie irgendein Ding behandelt werden.

Und das in dieser Welt, die nicht einmal die Heiligkeit des Lebens anerkennt! Wenn wir die Heiligkeit des Lebens nicht anerkennen, kommt es zu Euthanasie und all den Auswüchsen, die den Tod von Menschen verursachen: In Vitro-Befruchtung, Klonen, Sterilisation, Verhütung, Abtreibung und all diese Dinge. Wir haben keinen Respekt vor dem Leben! Und da wir keinen Respekt vor dem Leben haben, warum sollten wir dann diesen Tabernakel des Lebens respektieren, der die Frau ist?

Diese Kultur ist in unser Leben getreten und fördert all diese Dinge, angefangen  bei der Abtreibung bis hin zur Euthanasie und alles dazwischen, was das Leben attackiert, so wendet sich die Kultur auch gegen die Identität der Frau als Frau. Denn das ist es, was Gott ihr gegeben hat. Deshalb ist es auch so selbstzerstörerisch, wenn Frauen diese Denkweise annehmen, wenn sie nun gegen das Leben sind und für Euthanasie, Sterilisation und Abtreibung. Wenn sie selbst gegen den Grund ist, für den sie geschaffen wurde. Und die Frau macht da mit, wenn sie keine Mantilla und keinen Rock mehr trägt. Sie sagt: Ich bin kein Tabernakel mehr, ich bin nicht mehr sakral. Ich brauche keinen Respekt und keine Verehrung mehr. Ich handle wie ein Mann, ziehe mich an und sehe aus wie ein Mann. Das bringt Chaos in die Person, in die Familie, in die Gesellschaft. Denn es ist angemessen, dass das, was Gott geschaffen hat als solches hingenommen wird, wenn man alles wegnimmt, was in dieser Welt weiblich, schön und lebenspendend ist, das, was eine Frau als Frau auszeichnet.

Die Kehrseite davon ist, dass, wenn Frauen dies alles aufgeben, die Männer diese Haltung ebenfalls annehmen. Wenn die Frau also die Moral der Gesellschaft nicht mehr hütet, und den Männern erlaubt, mit ihr zu spielen, werden die Männer dies natürlich vorantreiben. Wenn die Frau sich offiziell nicht mehr nicht mehr respektieren und (nicht mehr) als Tabernakel ordentlich und korrekt verhüllen, um die Heiligkeit zu zeigen, und dass Gott uns für Sich geschaffen hat, werden die Männer sie auch nicht mehr respektieren. Wenn kein Respekt gegenüber der Frau mehr da ist, wird der Mann der Frau nicht mehr dienen, sondern wird versuchen, sie zu unterdrücken. Und er wird versuchen, tyrannisch zu werden.

Das sehen wir in allen heidnischen Kulturen. Und die christliche Kultur ist die erste Kultur, die dies ändert, da sie sagt, der Mann muss die Frau wegen der Würde, die Gott ihr gegeben hat, respektieren. Heute ist es damit noch schlechter bestellt als in den heidnischen Kulturen. Und mit der Gleichheit, um welche die Frauen kämpfen: darum sollten die Frauen nicht kämpfen, sondern darum, dass die Männer sehen, dass sie etwas sehr Heiliges [an sich] haben, das die Männer nicht haben. Es gibt hier keine Gleichheit!

Frauen sollten gleichsam den Männern ins Gesicht schlagen und ihnen klarmachen, dass Frauen etwas Sakrales und Besonderes sind. Dann muss der Mann die Frau dementsprechend behandeln. Die Frau hat einen Anspruch darauf, dass die Männer sie so behandeln. Das ist aber keine Frage der Political Correctness, sondern das betrifft alle Frauen, ja, jede Frau, im Allgemeinen und im Besonderen. Die Frau verdient sich dieses Verhalten von Männern durch ihr bescheidenes Verhalten, ihre bescheidene Rede und bescheidene Kleidung. Wenn sie die Keuschheit als größtes von Gott gegebenes Gut hegt, wenn sie selbst anerkennt, dass sie ein heiliger Tabernakel des Lebens ist. Dann werden alle, Männer, Frauen und Kinder, sie ebenfalls respektieren. Dann wird der Mann sie respektieren und korrekt führen, statt sie zu unterdrücken. Beide Rollen sind äußerst wichtig. Wir können keine der beiden Rollen aufgeben.

Teil der Theologie der Mantilla ist also, dass die Frau diese in Gegenwart Gottes trägt, wegen der sakralen weiblichen Dimension. Und da die Frau immer ein sakraler Tabernakel ist, der Respekt und wahre Ehrerbietung verdient, sollte sich immer anständig durch ein langes Kleid oder einen langen Rock verhüllt sein.

Es gibt auch die Dimension der Reinheit. Die Mantilla versinnbildlicht die Frau auch als den versiegelten Garten. Den Garten Eden, den Gott zuerst schuf, das Paradies. Den Garten Eden, von dem ein Psalm spricht. Dieser Garten für Gott reserviert, im Falle der geweihten Jungfrau, im Falle der Ehefrau für Gott und ihren Ehemann. Sie ist reserviert für Gott und für ihren Mann, und wenn sie (als der bildliche Garten) gut kultiviert wurde, wird sie viel Frucht für Gott und ihren Mann bringen.

Sie können dies auch im Hohelied der der Liebe nachlesen. In einem Artikel mit dem Titel „The Chapel Veil‟ [Die Mantilla] ist dies recht gut dargestellt, wenn da auch Aspekte einfließen, die dem katholischen Glauben fremd sind. Lesen Sie auch im Hohelied der Liebe im 4. Kapitel Vers 12. Hier wird diese Analogie benutzt, als der Autor über die Beziehung Christi zur Seele spricht.

Man kann das Hohelied auf vielerlei Weise lesen, doch der Hl. Bernhard lehrt uns ganz klar, dass sich dies nicht in Bezug auf Mann und Frau in einer Liebesbeziehung zu lesen ist, sondern das Weibliche (die Frau) repräsentiert die Seele eines jeden Menschen, das Männliche (der Mann) Gott oder Christus. Wenn Sie also etwas aus diesem Buch lesen, denken Sie an Ihren göttlichen Geliebten, Gott, Der von Seiner geliebten sagt, dass sie im bewachten Garten eingeschlossen ist, der eine Augenweide ist und voller Früchte. Dann antwortet die Geliebte und ruft ihren Geliebten, dass er in seinen Garten geht, um die Früchte seiner Auserwählten zu kosten. Die Seele der Frau ist also ein Garten, der reiche Früchte trägt, wenn sie gut kultiviert wird, jedoch ist sie auch ein versiegelter Garten, weil sie diese nur für Gott öffnet, insbesondere in der Vereinigung während der Heiligen Kommunion. Das ist ihr besonderes Geschenk für ihren Gott.

Die Mantilla ist ein physisches Zeichen, das auf den versiegelten Garten hindeutet, der dem Göttlichen Liebhaber vorbehalten und für Ihn bestellt ist. Sie ist ein physisches Zeichen, dass Gott ausdrücklich gesucht wird; dass Gott verehrt wird, symbolisiert die Bewahrung der Frau, so dass sie sich Gott schenken und ihrem Mann schenken kann. Im Falle des geweihten Lebens schenkt sie sich Gott ganz ausschließlich. All dies zeigt die Mantilla.

Dies ist sehr schön und sehr tiefsinnig. Und schließlich, nachdem schon erwähnt wurde, dass die Mantilla eine zutiefst marianische Dimension hat. Alles, was über die Mantilla gesagt wird, wird von der Seligen Jungfrau selbst vervollkommnet. Niemand ist mehr vereint mit Christus in der Eucharistie und sie trug unseren Herrn in ihrem Schoß, neun Monate lang. Wenn Sie daran denken, wie oft Sie schon die Heilige Kommunion empfangen haben, und all diese kostbaren Minuten zusammenzählen, in denen Gott physisch durch Seine göttliche Gegenwart in Ihnen gegenwärtig ist, so reicht dies dennoch nicht an diese neuen Monate heran, in denen die Selige Jungfrau Ihn trug. Aber nicht nur das, Er war ja auch immer in ihrem Hause gegenwärtig. Und nun, wo sie in vollkommener Einheit mit Ihm im Himmel ist. Dies ist also die eucharistisch Dimension, auch die hierarchische Dimension.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, lesen Sie das Buch The Life of Mary as seen by the Mystics (vermutlich im Deutschen: Das Bild Mariens in der Deutschen Mystik), denn was Sie sehen werden ist, dass unsere Heilige Mutter heiliger, vollkommener und weiser ist, sie hat einen stärkeren Willen als der Heilige Joseph, sie tut mehr Buße, sie hat insgesamt mehr Tugenden – sie ist vollkommener! Sie weiß, welche Ordnung Gott geschaffen hat und sie akzeptiert, den [ihr durch diese Ordnung auferlegte] Gehorsam gegenüber Joseph [zu üben]. Obwohl sie größer und vollkommener ist, akzeptiert sie die von Gott geschaffene Ordnung, auch das ist ein Teil ihrer Vollkommenheit. Sie ordnet sich der Hierarchie unter. Sie zeigt immer Ehrfurcht, sogar ihrem Sohn gegenüber. Dies können Sie auch in dem eben empfohlenen Buch nachlesen. An so etwas hätten Sie selbst vermutlich nicht gedacht … Es hilft wirklich, die Schilderungen der Mystiker zu lesen. Maria trägt immer einen Schleier. Welches Bild von ihr Sie auch immer ansehen, selbst auf der kleinen wundertätigen Medaille trägt Maria einen Schleier.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (4 von 7)

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Und was die Frau betrifft, so sehen Sie ihre charakteristische, einzigartige Charakteristik, dass sie tatsächlich Leben hervorbringen kann. SIE ist es, die Leben hervorbringen kann, nur Frauen können dies tun. Nur Frauen können neues Leben hervorbringen. Offensichtlich kommt dies daher, wie sie das Wirken Gottes widerspiegelt, aber vor allem ist es ihre Mitarbeit mit Gott. Und alles, was im Geistlichen mit der Eucharistie geschieht – sie bringt nämlich geistliches Leben hervor -, lässt Gott uns auch physisch sehen, indem ein Baby aus dem Leib der Mutter hervortritt. Die Frau ist es also, die das Leben in die Welt bringt. SIE nährt das Leben und lässt es wachsen. Sie ist das Herz und die Freude der Familie. Durch ihre nährende Sorge, ihre Weiblichkeit vereinigt sie die Familie in den Banden der Liebe. Und dies ist eine Ausdehnung für ihre erweiterte Familie, für ihre Gemeinde und die Nachbarschaft, dies ist … groß! Die Frau, wie jede Seele, sucht die intime Vereinigung mit Christus. Und all dies stellt die Mantilla dar.

Deshalb tragen die Frauen die Mantilla, um ihre einzigartige Identität als Frau zu zeigen, ihre Weiblichkeit, ihre Fähigkeit, mit Christus vereint zu werden und Leben hervorzubringen. Oder ihre Fähigkeit, mit einem Mann vereint zu werden und Leben hervorzubringen. In der Vereinigung mit Christus bringen sie geistliches Leben hervor, in der Vereinigung mit einem Mann bringen sie physisches Leben hervor.

Das ist es, was die Mantilla zeigt, die große Sakralität, ja die Heiligkeit, Leben hervorzubringen. Dies ist unsere größte Macht, Gott ähnlich zu sein. Und davon sprechen wir. Die Bescheidenheit, die Reinheit, die Keuschheit schützt diese größte Macht Leben hervorzubringen!

Wenn wir uns nun diese große Macht ansehen, wo hat Gott diese größte Macht eingepflanzt, die  Er dem Menschen gab? Er pflanzte sie der Frau ein. Und all das zeigt die Mantilla. Die Gnade der eucharistischen Theologie, aber auch die Identität der Frau und ihr Verhältnis zu Christus. Das ist auch der Grund, warum Ordensfrauen, die immer in diesem Verhältnis leben, die sich Ihm ganz geschenkt haben, die nicht mit einem Mann leben, sondern sich ganz Christus gegeben haben, immer einen Schleier tragen. Selbst wenn sie ihren täglichen Geschäften nachgehen, bleiben tragen sie den Schleier. Das ist die Konsequenz des Lebens als Frau.

Wenn wir dies zusammenfassen, so muss die Frau die Moral der Gesellschaft aufrechterhalten, sie bringen das Leben in die Gesellschaft und haben die große  Verantwortung, mit Christus vereint zu sein und geistliches Leben in die Welt zu bringen, es zu nähren und zu pflegen. Dies ist eine großartige, ehrfurchtgebietende Verantwortung. Große Macht beinhaltet große Verantwortung und große Würde.

Das mag etwas erschreckend sein. Aber wenn Gott Sie herausfordert und Sie zur Größe, zur Heiligkeit erhebt, so beten Sie darum, dass Sie Furcht ergreift, eine heilige Furcht, eine kindliche Furcht Gottes. Vertrauen Sie immer darauf,  dass Gott Ihnen ausreichend Gnade gibt, alles zu vollbringen, zu dem Er uns ruft.

Es gibt auch eine hierarchische Dimension der Mantilla. Wir haben davon bereits ein wenig gesprochen. Gott hat im Universum eine Ordnung geschaffen. Das ist der Hauptgrund, warum es eine Hierarchie gibt. Wenn Sie denken, dass Hierarchie dasselbe ist wie Unterdrückung oder Macht, dann missverstehen Sie vollkommen, warum Gott die weltliche Hierarchie geschaffen hat, und dann werden Sie auch nicht die Lehre der Kirche zur Hierarchie verstehen. Der Grund, warum es eine Hierarchie gibt ist, heißt: damit es Ordnung gibt. In der Welt muss es eine Ordnung geben. Gott erschafft, er wählt aus, er wird das Chaos los! Er gibt allem einen Platz: Hell und Dunkel, Wasser und Land. Die gesamte Schöpfung ist ein Prozess, Ordnung in das Chaos zu bringen. Gott möchte Ordnung. Und der Teufel ist ganz Chaos und Unordnung. Anarchie und Revolution sind vom Teufel. Das bringt keine Ordnung hervor. Und Gott selbst ist das Haupt der Ordnung. Und alles ist unter Ihm, alles ist Ihm gehorsam. So wurde die Ordnung geschaffen. So muss es sein.

Wenn wir alle versuchen, Gott zu sein, gibt es Chaos und große Sünde. Wenn wir Gott sein möchten, sagen wir, ICH sage, was falsch und richtig ist. Und wenn jeder Mensch das bestimmt, dann tut er das so, wie er es gerade möchte, und das ergibt Chaos.

Tod, Zerstörung, Gewalt und so weiter.

Es muss Ordnung geben, und Gott als Haupt der Hierarchie. Daher hat auch die Kirche eine Hierarchie. Es ist sehr wichtig sich daran zu erinnern, dass diese Ordnung eine des Dienens ist.

Erinnern Sie sich: Der Herr wäscht den Aposteln die Füße. Damit zeigte Er, dass Er, obwohl Er ihr Herr und Meister war, ihnen diente. Wir denken daran, wie Gott die Welt erschuf. Er tat dies, weil Er es liebte, und weil Er uns glücklich machen wollte. Das tat Er aus Liebe, und um uns zu dienen.

Deshalb gab Er uns auch die Gebote. Sie sind keine Methode der Unterdrückung, sondern sie schaffen Ordnung, und Gott liebt die Ordnung. Er möchte uns gut dienen, damit wir in diesem Leben und in der künftigen Welt ewig glücklich sein können. So ist also die Hierarchie da, um Ordnung zu schaffen und uns zu dienen. Und als Gott die Hierarchie schuf, setzte Er den Mann über die Frau. Aber noch einmal: dies ist nicht als Unterdrückung, Macht oder Tyrannei gedacht.

Vom Mann erwartet Gott, dass er Ordnung in sein Heim bringt, und dies soll er tun, indem er seine Familie lehrt, regiert und heiligt. Er soll die Familie führen, indem er ihr dient. Er soll seiner Frau und seinen Kindern dienen. Er soll ihre Bedürfnisse über seine Bedürfnisse setzen. DESHALB hat der Mann Autorität. Im 5. Kapitel des Epheserbriefes lesen wir, der Mann stellt Christus dar, die Frau die Kirche. Und ebenso, wie Christus die Kirche so sehr liebte, dass Er bereit war, für sie zu sterben und Sein Leben für sie zu geben, so ist jeder Mann aufgerufen, seine Frau so sehr zu lieben, dass er bereit ist, für sie zu sterben. Aber nicht auf diese romantische Art und Weise, nach dem Motto: Ja, wenn eines Tages die Kerle auftauchen mit ihren Gewehren, dann bin ich bereit, für sie zu sterben, sondern in den kleinen, alltäglichen Dingen, in denen Sie eher nicht sterben möchten: den Müll rauszutragen, aus dem Sessel aufzustehen, wenn sie etwas braucht, ihr in den täglichen Kleinigkeiten im Alltag zu helfen, ihr bei der Kindererziehung zu helfen, ihr zuzuhören, wenn sie etwas zu sagen hat, für sie da zu sein, wenn sie Begleitung oder Gesellschaft braucht, und all diese zahllosen Kleinigkeiten, in denen der Mann wirklich ihre Bedürfnisse über seine Wünsche oder Freuden stellt. Und das ist es, wo der Mann wirklich versagt.

Der Mann versagt hier, aber auch die Frau versagt. Denn die Frau hat seine Rolle zu akzeptieren, dass sie unter dem Befehl des Mannes steht, und dass sie diejenige ist, die das Leben hervorbringt. Sie hat da eine sehr unterschiedliche Rolle als der Mann: sie nährt, sorgt für das Leben, bringt es hervor! Der Mann muss die Ordnung dazu schaffen.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (3 von 7)

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Was ist also die Theologie der Mantilla?

Vor allem ist sie verwurzelt in der einzigartigen Identität der Frau als Frau. Wir können sogar sagen, es ist ihre Weiblichkeit, das, was sie zur Frau macht. Doch zu allererst gehört dies zum Übernatürlichen, zuerst und vor allem handelt die Theologie der Mantilla von der einzigartigen Beziehung der Frau zu Christus auf der übernatürlichen Ebene. Und diese Rolle der Frau ist unveränderlich, denn so hat Gott sie gemacht. Gott ruft die Frau, so zu sein. Das ändert sich nicht mit der Zeit. Und da diese Rolle sich nicht ändert und tiefste Wahrheit ist, sollte die Mantilla dies auch nicht tun, da sie dies ausdrückt.

Diese Theologie hat verschiedene Dimensionen:

Die erste und wichtigste ist die eucharistische Dimension. Was bedeutet das?

Wir wissen, dass Gott zu Anfang Adam erschaffen und Eva aus seiner Seite genommen hat. Auf ähnliche Weise fließt am Kreuz, als Jesus stirbt, Blut und Wasser aus Seiner Seite, was die Sakramente bedeutet, und gibt der Kirche das Leben.

Gott ließ Adam in einen tiefen Schlaf fallen, was für Adam zu einer großen Freude wurde als er erwachte, weil aus seiner Seite Eva zu seiner Hilfe entstand.

Jesus starb am Kreuz und erstand am dritten Tag von den Toten. Durch Seine Auferstehung ist große Freude in der Welt. Gott hat sich eine unbefleckte und schöne Braut geschaffen, denn die Kirche ist die Braut Christi, Seine Gemahlin.

Und so sehen wir die Mantilla. Wie Eva aus der Seite Adams hervorkam und seine Braut, seine Gemahlin war, so kommt die Kirche aus der Seite Christi hervor und ist die Braut Christi. Und das ist es, was die Mantilla abbildet.

Die Frau kam aus der Seite des Mannes hervor, und deshalb sucht die Frau wieder Intimität, Einheit und Liebe mit dem Mann. Daher kam sie, das ist eine tiefe Wahrheit. Das steht nicht einfach so in der Bibel, sondern es gibt einen Grund, warum Gott dies so tat.

Die Rippe war für die Hebräer gleichbedeutend mit dem Herz. Das Herz als Sitz der Emotionen und Gefühle, der liebevolle und liebende Aspekt, Leidenschaft, Freude und Leben. Daher möchte die Frau dahin zurückkehren, und daher sucht  die Frau den Mann und sucht die intime Einheit mit ihm.

Und so wird jeder Mensch die intime Einheit mit Gott suchen. Wir kommen von Gott und sind dazu bestimmt, zu Ihm zurückzukehren. Unsere Seele sucht also immer Gott. Unsere Seele sucht die Wahrheit, Güte und Schönheit. Und das ist Gott. Und was die christlichen Kirchen immer gesagt haben, egal ob es die Seele eines Mannes oder einer Frau ist, über die Seele wird immer in der weiblichen Form gesprochen [dies sagt jemand mit Englisch als Muttersprache! Anm. d. Übs.]. Unsere Seele kam aus der Seite Gottes, von Gott und sie verlangt nach der Einheit mit Gott. Sie nimmt das Weibliche an, weil sie von Gott kommt.

Die Seele ist heilig! Sie sie völlig empfänglich. Sie nimmt die Gnade von Gott völlig in sich selbst auf. Nur so kann sie Leben geben, indem sie es rezeptiv von Gott empfängt. Gott ist der Initiator, der gibt, vorsorgt und schützt, die Seele muss diese Gnade empfangen, nähren und sorgt sich um diese Gnade sorgen, die Leben wird, Leben in Fülle, Leben in Ewigkeit. Deshalb wird Gott immer im Masculinum erwähnt, „Er‟, und die Seele ist „Sie‟, und die menschliche Seele sucht die Einheit mit Gott, ebenso wie wir Adam und Eva sehen, und jeder Mann und jede Frau, sie suchen diese Intimität.

Wo finden wir diese Intimität in vollkommener Weise? Wo werden wir mit unserem Herrn vereinigt? In der Heiligen Kommunion. Die Heilige Kommunion ist hier auf der Erde der intimste Moment, den wir mit unserem Herrn haben, er kommt physisch in uns hinein. So ist dies sowohl eine spirituelle, als auch eine physische Einheit. Dies ist eine sehr intime Vereinigung mit unserem Gott, und deshalb tragen wir hierzu die Mantilla. Wegen der Heiligkeit dessen. Weil wir in der Gegenwart Gottes sind. Und weil wir in der bräutlichen Dimension dessen sehen, dass die Seele zurückkehrt zu Gott.

Und es gibt ein wunderschönes Gebet, das Anima Christiwo es heißt: „Birg in Deinen Wunden mich‟ oder „beschütze mich‟. Dies ist ein Bild unserer Seele das besagt, dass wir  durch die Wunden unseres Herrn beschützt werden. Wenn ein Mann seine Frau beschützen möchte, legt er seine Arme um sie, so dass sie gewissermaßen „unter seinen Armen‟, unter seinem Schutz ist. In der Eucharistie sind wir unter dem Schutz unseres Herrn. Und die Mantilla symbolisiert dies und stellt diese Realität dar, dass die Seele nun die Einheit mit Christus gefunden hat und von ihrem Herrn beschützt wird; sie ist nicht nur beschützt, sondern in Einheit mit Ihm. Wenn unser Herr dies tut, gibt Er uns die Fülle Seiner Liebe und die Fülle Seines Lebens.

So bringen wir durch unsere Einheit mit Christus jede Art spirituellen Lebens hervor. Wenn wir nicht mit Christus vereint sind, können wir nicht geistlich leben. In der Eucharistie gibt sich der Sohn Gottes uns ganz und gar, [zwar] verhüllt, aber deshalb nicht „weniger‟. Und sein nährendes Leben gibt uns Leben, spirituelles, ewiges Leben. Seine Gnade lässt uns aufblühen in einem Leben in Fülle, unser persönliches Leben, unser Familienleben, …Unser Herr sagte, Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel kam. Und wer von diesem Brote isst, wird leben in Ewigkeit. Und das Brot das Ich gebe, ist Mein Fleisch für das Leben der Welt (Joh 6, 51 – 52, Übs. Vom Übersetzer). Und Er führt dies weiter  in Joh 10, 10, wo er sagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (2 von 7)

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Sogar die Heilige Hostie, die wir bei der Heiligen Kommunion empfangen ist eine Verhüllung. Im Tantum ergo lehrt uns der Heilige Thomas von Aquin, dass die Gegenwart Gottes in der Erscheinungsform von Brot und Wein verhüllt ist. Unsere Sinne versagen, wenn sie diese Wahrheit, auch nur im Geringsten zu erfassen. Wir sprechen davon, wie unser Herr Jesus Christus sich auf diese Weise verbirgt, verhüllt. Es erscheint den meisten Menschen, als sei das wirklich Brot und Wein. So ist also auch die Heilige Hostie eine „Hülle‟. Eine Hülle der heiligen Gegenwart Gottes. Man kann dem nicht entfliehen, es ist Gottes Anordnung: „Meine heilige Gegenwart wird verhüllt sein.‟ Und es ist schön, dass auch die heilige Hostie uns daran erinnert. Auch die heilige Hostie ist eine Verhüllung. Und deshalb können wir sagen: „Mein Herr und mein Gott!‟, wie der heilige Thomas von Aquin erklärt: Dies ist wirklich Gott, verborgen in den Gestalten von Brot und Wein.

Die Anerkennung der Inkarnation [Fleischwerdung des Sohnes Gottes] ist ein Geheimnis, das auf der Verhüllung basiert, und bezüglich der heiligen Eucharistie, gewissermaßen einer Ausdehnung der Fleischwerdung Christi über Raum und Zeit hinaus, ist auch eine Verhüllung. Aber warum sind diese Dinge hier verhüllt? Solange wir hier auf  Erden leben und eine Anhänglichkeit an die Sünde haben, und wir noch immer nicht vollkommen sind, KÖNNEN wir Gott in seiner vollen himmlischen Herrlichkeit nicht sehen. Sollte Gott irgendjemandem von uns in seiner vollen himmlischen Herrlichkeit erscheinen, … könnten wir das nicht ertragen, das wäre zu viel. Wir bekommen über die Heiligen eine kleine Ahnung der Herrlichkeit Gottes. Selbst Mose konnte die Herrlichkeit Gottes nicht ertragen, sondern er musste sein Gesicht verhüllen, als Gott vorüberzog. Die Anschauung Gottes bedeutet, dass man all seine Schätze im Himmel hat. Sie müssen in den Himmel kommen, wenn Sie Gott von Angesicht zu Angesicht sehen möchten. Gott MUSS auf dieser Erde verhüllt bleiben, weil Er so furchterregend, unglaublich heilig ist, dass wir Ihn einfach nicht sehen können. Gott MUSS verhüllt sein. Er verhüllt sich aus Liebe zu uns, und um uns zu schützen. WEIL Er uns liebt, daher sind diese Dinge verhüllt. Aber noch einmal: DARUM geht es hier, wie ehrwürdig und heilig Gott ist.

Jeder, der also denkt, dass Verhüllung eine Art der Unterdrückung ist, hat möglicherweise nicht die geringste Ahnung, wozu das Verhüllen dient.

Die Bundeslade war am nähesten an der heiligen Gegenwart Gottes. Sie hatte eine Reihe von Vorhängen, die seine Heiligkeit unterstrichen und es vom Profanen entfernten.

Seit der Zeit des Neuen Testamentes haben wir nun die wahre Gegenwart Gottes. Er „tabernakelte‟ sich unter uns. Und in der heiligen Liturgie sehen wir eine Folge von Verhüllungen, die Seine Heiligkeit enthüllen. Die Ikonostase, der Leib des Priesters, seine Kleider, verhüllen alle die heilige Handlung. Die Stille, der Gebrauch der lateinischen Sprache, das Velum über Kelch und Tabernakel, sogar die zeichenhafte Gegenwart von Brot und Wein [tun dies].

Was bedeutete es nun in Bezug auf die Liturgie, als wir begannen, das Verhüllen zunehmend zu unterlassen? Als man sagte: nimm den Schleier vom Tabernakel! Nimm das Velum vom Kelch! Nimm das Velum vom Ziborium [Speisekelch]! Selbst der Priester mag heute die Heilige Messe nicht mehr in liturgischer Kleidung feiern. „Ach‟, sagt er, „ich trage meine Hose und meinen Pullover.‟ Was bedeutet das? Wir denken, wir seien Gott gleich! Wir denken, wir brauchen keinen Schleier mehr, um uns von Gott abzusondern. Wir seien genauso ehrwürdig und heilig wie Gott. Hier kommt die große anthropozentrische Lüge, welche der gesamten modernistischen Bewegung in der Liturgie zugrundeliegt, wenn man sich selbst an die Stelle Gottes setzt. „Ich bin genauso heilig wie Gott, also brauche ich keinen Schleier, um mich von Ihm abzusondern. Ich bin genauso heilig, warum sollte ich also nicht in Seiner vollen Gegenwart sein?“

Die tiefste Wurzel des Problems ist, dass wir denken, wir seien genauso heilig wie Gott. DAS ist es, was Adam und Eva dachten. Daher sündigten sie, denn sie kannten keine Scham. Und um sie für die Zukunft vor dieser Sünde zu schützen, gab Gott ihnen eine Verhüllung. WEIL sie dachten, sie seien wie Gott, gab Gott ihnen diese Hülle – heute unsere Kleidung -, um sie vor dieser Sünde zu schützen.

Weiterhin nehmen wir mit dem Schleier – dem Velum, die Heiligkeit weg. Wenn wir etwas verhüllen zeigen wir damit, dass es heilig ist. Wir zeigen, dass die göttliche Gegenwart anwesend ist. Nimmt man also den Schleier weg sagt  man damit, dass nichts Heiliges anwesend ist, Gott ist nicht hier. Ich nehme das Heilige weg.

Was um alles in der Welt ist geschehen? Ich gehe doch nicht zur Messe, wenn da nichts Heiliges ist wenn Gott nicht anwesend ist! Und das ist unsere einzige Möglichkeit zu versuchen, uns Gott gleich zu machen: Da wir nicht so heilig sind, können wir nicht nach dort oben gelangen, also packen wir Gott und ziehen in herunter zu uns. Wir sagen, hier sei nichts Heiliges. Und auf diese Weise können wir versuchen Gott gleich zu werden, indem wir alle (Zeichen der) Heiligkeit zerstören.

Wir wollen also gar nicht mehr in der Gegenwart des Heiligen sein. Wir wollen nicht mehr vor der Gegenwart Gottes stehen. Das ist es was geschieht, wenn wir unsere Verhüllungen abnehmen. Wir sagen, wir seien nicht in Gottes Gegenwart. Hier geschieht nichts Heiliges. Und dann sehen unsere Gottesdienste aus wie ein protestantischer Gebetsgottesdienst. So nennen sie das wohl, denn da gibt es nichts Heiliges in all diesen falschen Gottesdienstformen dieser falschen Religion. Sie haben nicht die Gegenwart Gottes. Sie brauchen keine Verhüllungen.

Wir aber haben die Gegenwart Gottes, daher betrügen wir uns selbst, wenn wir die Schleier loswerden; das ist eine SEHR traurige Sache, wenn sogar Kirchenmänner die Verhüllungen wegnehmen. Das verkündigen sogar Bischöfe und Priester: Es gibt nichts Heiliges in unserer Liturgie, Gott ist nicht gegenwärtig, dieses gemeinsame heilkräftige Mahl ist doch nichts weiter als das, was die Protestanten tun. Also nehmen wir die Hüllen weg. Das ist eine Negierung des katholischen Glaubens, des wahren Glaubens.

Während des II. Vatikanums wurden die Fenster so weit geöffnet, dass alles Profane eindringen und den heiligen Tempel Gottes entweihen konnte. Es ist schlimm genug, dass dies in der säkularen, profanen, Welt existiert, was wirklich traurig ist und nun ist das in unsere heilige Kirche eingedrungen; wenigstens hier sollte doch die Heiligkeit Gottes bewahrt bleiben. So ist das mit dem Schleier.

Wenn wir also die Theologie des Verhüllens in der Kirche verstehen, das im Alten Testament wurzelt, und auch, wie wir in der Kirche und der Liturgie leben, können wir nun beginnen, über die Mantilla zu sprechen.

Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (1 von 7)

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Anbei ein sehr tiefgründiger Text von Father Ripperger, welchen Eugenie Roth mit benediktinischen Fleiß abgehört, zusammengetragen und übersetzt hat, wofür ihr Lob und Dank gebührt. Dieser Text führt in die theologischen Tiefen der Schleier-Symbolik ein und wird hoffentlich die Anzahl der Mantilla-Trägerinnen verdoppeln. Aber es geht hier nicht um Mode, es geht um Theologie und daher ist dieser Text auf für Männer geeignet, da der per Umkehrschluss erklärt, warum nach dem Konzil alle Schleier als Zeichen der unzugänglichen göttlichen Heiligkeit entfernt wurden.

Anm. des Übersetzers: Das englische Wort veil kann „Schleier, Hülle, Velum, Mantilla“ bedeuten und wird hier auch für das Anlegen der priesterlichen Kleidung verwendet. Daher wird es jeweils verschieden übersetzt, kann aber auch im selben Zusammenhang möglicherweise mehrere Bedeutungen haben. Dies ist eine leicht zusammenfassende Übersetzung eines etwa einstündigen Films

Verhüllen spielt eine bedeutende Rolle in der Göttlichen Liturgie des traditionellen Ritus‘, so wie es sein sollte. Im neuen Ritus ist das Verhüllen jedoch weitgehend verschwunden. Was bedeutet das für die Heilige Liturgie? Lex orandi, lex credendi (vgl.  kathpedia) wovon wir bereits gesprochen haben.

Bevor wir uns mit den liturgischen Regeln befassen, dem Gregorianischen  Gesang, dem Gebrauch des Weihwassers und all diese Dinge, schauen wir zurück ins Alte Testament, da sich dort die Wurzeln unserer Liturgie befinden.

Wenn man im Alten Testament vom „Verhüllen“ spricht, denkt man zunächst an das Allerheiligste, wo sich der Thron Gottes befand. Dies war vom übrigen Tempel durch einen riesigen Vorhang abgetrennt und nur der Hohepriester betrat es einmal im Jahr, um nach den vorgeschriebenen Ritualen Opfer darzubringen. Im Allerheiligsten war die Bundeslade wiederum in einem Zelt (= Tabernakel). Es gab noch verschiedene Bereiche mit limitiertem Zugang, so gab es einen Hof für die Priester, einen für die Israeliten, einen für die Frauen und einen für die Heiden. Wozu dient also das Verhüllen? Um das Weltliche vom Göttlichen zu trennen, um das Profane vom Heiligen zu trennen, um das Heilige zu kennzeichnen. Jedes Mal also, wenn man einen Schleier sieht, sollte man denken: da ist etwas Heiliges. Das gehört fundamental zur Theologie des Verhüllens. Die Bundeslade stellte für die Israeliten die heilige Gegenwart Gottes dar. Gott hat schon ganz von Beginn, als er den Israeliten die liturgischen Vorschriften gab, gesagt, dass sie in Gottes Gegenwart verhüllen sollten, um dies als etwas Heiliges zu kennzeichnen.

Ein Schleier ist ein sehr konkretes physisches Symbol wie ein Sakramentale, das heilig ist wegen der heiligen Gegenwart Gottes. Dies sollte man immer bedenken, denn man kommt nicht vorwärts im Verständnis der Theologie des Verhüllens oder gar im Verstehen des Schleiers der Frauen, der Mantilla, die sie während des Gottesdienstes tragen, wenn man nicht zunächst diesen sehr wichtigen Schritt versteht: Dies hat Gott es bestimmt, so sollen wir vor Gott leben, so sollen wir vor Gott handeln.

Viele Menschen verstehen das Verhüllen nicht. Denn wir verhüllen uns nicht, weil das ein Brauch oder Tradition ist, oder weil andere dies tun. Wir wollen sicher sein, dass wir das verstehen, warum wir dies tun. Sonst wird unsere Seele davon nie erschüttert, und nur wenn wir dies in unserer Seele verstehen, können wir dies anderen wirklich erklären.

Zunächst müssen wir sicher sein, dass die Menschen die Theologie des Verhüllens verstehen und die tiefe Bedeutung des Enthüllens/Zeigens der heiligen Gegenwart Gottes. Es gibt einen erleuchteten Satz von C. G. Chesterton:

„Was das Reformieren von etwas belangt, unterschieden davon, es zu deformieren, gibt es ein schlichtes und einfaches Prinzip; ein Prinzip, das man wohl ein Paradoxon nennen kann. In einem solchen Fall gibt es eine bestimmte Institution oder ein Gesetz; lassen Sie uns um der Einfachheit willen sagen, ein Zaun oder ein Gatter sei quer über eine Straße hinweg aufgerichtet worden. Der moderne Reformer geht unbekümmert hin und sagt: ‚Ich sehe darin keinen Nutzen; lasst es uns wegnehmen.‘ Der intelligentere Reformer wird gut tun, diesem zu antworten: ‚Wenn du den Nutzen dessen nicht siehst, werde ich es dich sicher nicht wegräumen lassen. Geh und denke nach. Dann, wenn du wiederkommen und mir sagen kannst, dass du den Sinn dessen siehst, erlaube ich dir vielleicht, es zu zerstören.’“

Das ist ein wirklich wichtiges Prinzip. Wenn man etwas reformiert, sollte man genau wissen, für was es ist und was es bewirkt; insbesondere dann, wenn es sich um unseren Glauben und um unsere Traditionen handelt. Erst dann, wenn man wirklich ein Verständnis, ein authentisch katholisches Verständnis, für etwas hat, kann man es reformieren. Wer aber nichts davon versteht, sollte es bleiben lassen. Wer zum Beispiel nicht weiß, für was ein Kühlschrank ist, sollte ihn nicht wegwerfen. Denn er hält unsere Lebensmittel kühl.

Doch so viele Menschen, welche die Mantilla ablehnen, haben nicht die geringste Ahnung zu was diese dient. Sie sollten also nicht Hand an sie legen, bevor sie wissen, für zu was sie dient.  Dann können sie entscheiden, ob sie diese los werden möchten oder nicht. Wenn Sie also mit jemandem über die Mantilla sprechen müssen Sie sicher sein, dass der andere weiß, über was Sie sprechen.

Im Neuen Testament gibt es ein Schlüsselereignis, das verhüllt ist: Die Auferstehung Christi. Wer hat die Auferstehung gesehen? Niemand. Sie ist und bleibt verhüllt. Und Christi Auferstehung ist mit dem Kreuzestod Christi die Ursache unseres Glaubens. Was ist noch verhüllt? Die Gottheit des Sohnes Gottes wird durch Seine menschliche Natur verhüllt. Die Menschheit Christ ist eine besondere Art des Verhüllens. Gott wohnt unter uns, aber Seine Gottheit ist durch Seine menschliche Natur verhüllt. Christus wohnt im Tabernakel, aber Seine Gottheit und Menschheit ist in der Gestalt des Brotes verhüllt.

Jeder erinnert sich sicherlich an das Schlussevangelium, denn das hören wir ja täglich bei der Heiligen Messe. Der kennt auch Joh 1, 14: „et verbum caro factum est et habitavit in nobis. – und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Wenn man das im griechischen Original liest, liest man: „und das Wort wohnte in (griechisches Wort) Wenn man dieses (griechische Wort) Wort übersetzt, so bedeutet dies auch Tabernakel. Man könnte also übersetzen: „Und das Wort ist Fleisch geworden und tabernakelte unter uns.“ Tabernakel, die Bundeslade. „Tabernakel“ kommt von „verschleiern“. Daher macht es Sinn, zu sagen: Das Wort ist Fleisch geworden, und Gott ist unter uns tabernakelt. Er wohnt unter uns, aber er tut dies auf eine verhüllte Art und Weise.

Wenn man auf die [frühe] Kirchengeschichte sieht, findet man die Hauptgründe, warum wir verhüllen. Wir verhüllen immer den Kelch, in dem sich das Kostbare Blut befindet. Wir verhüllen immer das Ziborium, in dem sich die Kostbaren Hostien befinden. Und wir verhüllen den Tabernakel. Diese drei enthalten den Kostbaren Leib unseres Herrn, die Realpräsenz. Wenn der Tabernakel verhüllt ist und Sie in die Kirche hineingehen, bedeutet die Verhüllung nicht, dass es Ihnen verboten ist zu wissen, was sich hinter der Verhüllung befindet. Wir wissen alle, dass sich dahinter der Tabernakel [und darin] die Realpräsenz unseres Herrn verbirgt. Der Schleier „vernebelt“ also nicht unsere Augen, so dass wir nicht wissen, was sich dahinter verbirgt, sondern der Schleier möchte es offenbaren, wie in Heiligenbildern, auf denen  man die Heiligen sieht; damit man erkennt, dass dies ein Heiliger ist, malt man einen kleinen Halo; dieser Heiligenschein ist eine bildliche Art und Weise, die Heiligkeit dieser Person darzustellen, die Heiligkeit, die in ihrer Seele gegenwärtig ist.

Aus demselben Grund verhüllen wir den Kelch, damit wir die heilige Gegenwart Gottes erkennen. Wenn Sie das verhüllte Ziborium sehen, denken Sie an die heilige Gegenwart Gottes. Wenn Sie den verhüllten Tabernakel sehen, denken Sie an die heilige Gegenwart Gottes.

In der Ostkirche ist sogar eine Wand [Ikonostase] vor dem Heiligtum [dem Altarraum, Anm. d. Übs.].  Wenn der Priester im römischen Ritus ad orientem betet, dient sein Rücken als eine Art Schleier für die allerheiligsten Geheimnisse, die auf dem Altar geschehen.

Wir alle wissen, was auf dem Altar geschieht. Wie alle kennen die Worte der Transsubstantiation, die bei der Wandlung des Brotes in den Leib Christi und der Wandlung des Weines in das Blut Christi geflüstert werden. Aber es gibt dabei eine gewisse Verhüllung. In der östlichen Liturgie wird selbst der Leib des Priesters durch die Ikonostase [die Wand zwischen Volk und Altarraum] verhüllt. Auch die priesterliche Kleidung ist eine Art Verhüllung, heilige Stille ist eine Art der Verhüllung. Die Tatsache, dass der Kanon in der römischen Kirche geflüstert wird, dass er auf Lateinisch gesprochen wird, ist eine Art der Verhüllung des heiligsten Gebetes, das unsere Kirche hat. Denken Sie an den Karfreitag, an dem das Kreuz verhüllt wird, wenn es hereinkommt, in der Passionszeit sind die Statuen und Kreuze in der Kirche verhüllt, oft auch andere Objekte der Verehrung. In der frühen Kirche wurden viele Dinge verhüllt … aber heißt das, dass sie nichts wert sind, dass sie nichts bedeuten? Natürlich nicht! Solch ein Gedanke ist einfach lächerlich, ohne jeden Realitätsbezug. Der Schleier sagt immer: Dies ist etwas Heiliges, etwas Besonderes und etwas Sakrales, dem wir Verehrung zeigen müssen. Das ist die Quintessenz unserer Antwort.

Warum verhüllen wir also? Um zu zeigen, dass dies etwas Heiliges ist, das wir vom Profanen unterscheiden und absondern. Um unsere Verehrung auszudrücken. Verhüllen ist ein Zeichen der Gegenwart Gottes. Verhüllung ist ein Zeichen dieses Halos [Heiligenscheins], der Gnade. Denn das ist unsichtbar für die menschlichen Augen und wir müssen das [den Menschen] zeigen. Deshalb legen wir einen Schleier darüber. Die Norm ist in der Kirche also die, dass, indem wir etwas verhüllen, wir es enthüllen. Wir enthüllen seine wahre Natur, was es wirklich ist. Wenn man in der Kirche etwas verhüllt, enthüllt man  die wahre Natur, dessen, was da ist [an dieser Stelle sind im Video zahlreiche Frauen abgebildet, die alle eine Mantilla tragen Anm. d. Übs.], wir lenken die Aufmerksamkeit auf die Realpräsenz Gottes, Der da ist.

Benedict Constable, Der Symbolismus der Geschlechter in liturgischen Rollen: Nicht bizarr, sondern einfach katholisch

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Nach einer Reihe polemischer Beiträge wieder etwas Polemisches, aber eher für das Gemüt. Es geht um die liturgischen Aufgaben und darum, was es bedeutet männlich und weiblich zu sein. Der Schreiber dieser Zeilen lebt in einem Teil von Deutschland, wo man „schon viel weiter ist“, wie unsere bürstenschnittige Pastoralassistentin es ausdrücken würde und zwar auf dem Weg in den Abgrund des diabolischen Narzismuss. Die Frauen sind hier dermaßen häßlich und unweiblich, dass nicht einmal sekundäre Geschlechtsmerkmale ohne weiteres, wenn man nicht gerade im Schwimmbad ist, erkennbar sind. Frauen sehen also wie Männer aus: wie junge Männer oder wie Männer in der Andropause, Männer sehen noch wie Männer aus, aber besonders bei jüngeren Männer ist der Schritt zur Homosexualisierung und irgendeiner „Intersexualität“ irgendwie schon vollzogen. Ist es nicht gut? Nein, weil die allermeisten Menschen heiraten wollen oder sie wollen sich wenigstens mit jemanden sexuell und emotional binden, was auf die Dauer nicht möglich ist, weil es keine Ergänzung gibt. Wie treffen Ann Barnhard darlegt: die nachkonziliare Erziehung, womit wir auch die Welt meinen, tendiert dazu Mädchen immer maskuliner zu machen und die Jungs immer weiblicher. Man nennt es jetzt Gender. Die Konsequenzen gibt es im Erwachsenenalter, wo die Kinder zwei Väter oder zwei Mütter haben werden, die theoretisch ein Mann und eine Frau sind, sodass sie keine normale Kindheit oder Erziehung haben werden, weil das Mütterliche oder das Väterliche zu kurz kommen wird, falls noch überhaupt erzogen wird. Meistens endet es so, dass „ein Elternteil“, wie es jetzt modern heißt, alles übernimmt und überarbeitet zusammenbricht. Wo begann das Unglück? In der sog. Emanzipation der Frau, welche keine Emanzipation, sondern die Verleugnung der Weiblichkeit durch die Verleugnung der Mütterlichkeit ist. Die Frauen sind entweder: überarbeitet, allein und unglücklich oder verheiratet, arbeitend und unglücklich, eigentlich sind sie permanent unglücklich, weil die ungeborenen Kinder sich irgendwie durch nichts kompensieren lassen. Die Männer bekommen es ab und so wird das Eheleben zur Hölle. Aber im richtigen, d.h. im katholischen Rollenverständnis liegt auch die Spiritualität verwurzelt. Das Leben auf dieser Erde, liebe Leserinnen und Leser ist ein Kampf. Hedonismus ist nicht machbar und eine Sackgasse. Es kann uns nicht permanent gut gehen. Wenn wir aber wissen, wozu wir auf diese Welt sind, d.h. durch die irdischen Mühen die Seeligkeit zu erlangen, dann wird es erträglich und heilsam. Amen.

 

An Pfingsten wird die Heilige Mutter Kirche geboren und alle empfangen die Gabe des Heiligen Geistes als Glieder der mystischen Braut Christi.

In dem Artikel, den ich (Benedict Constable August 13 2015) gestern hier veröffentlicht habe (Sollten Frauen bei der Hl. Messe Lektorinnen sein?), begann ich meine Antwort mit dem folgenden Argument:

Hierzu ist zu sagen, daß in der Heiligen Schrift das Wort Gottes immer mit Samen verglichen wird, und der Prediger mit dem, der den Samen in die Erde pflanzt. Der Hörende ist die Mutter, deren Glauben den Samen empfängt – der Mutterschoß, in den der Same eingepflanzt wird, zu wachsen beginnt, und mit Geduld Frucht bringt. Aus diesem Grund ist die Gemeinde der Gläubigen das Abbild der Jungfrau Maria, während der Lektor das Abbild Gottes des Vaters ist, der in ihre Herzen den Samen des Wortes sät, Jesus Christus, ebenso, wie Er es bei der Verkündigung tat durch die Vermittlung des Erzengels Gabriel.

Daher ist es ein Widerspruch in sich, wenn eine Frau das Wort verkündet: es macht das Weibliche, das den Samen empfängt, zum Männlichen, das den Samen aussät. Wenn jemand diese symbolische Dissonanz verneint, muss er einen Schritt weiter gehen und verfechten, dass männlich oder weiblich zu sein metaphysisch nebensächlich und irrelevant ist, und dass es keinen religiösen Symbolismus gibt, männlich oder weiblich zu sein.

Dieses Argument zog etliche Widersprüche nach sich (und Spötteleien), wie auch das folgende Duo in Facebook:

So… Nach dieser Logik sollten Männer nicht das Wort empfangen. Von uns wird nicht erwartet, dass uns der „Same“ eingesetzt wird!

und

Wenn also ich, ein Mann, im Kirchenvolk sitze und dem Lektor zuhöre, bin ich wie die Mutter, welcher der Same eingepflanzt wird. Es scheint mir, dass ich nach dieser Logik nicht zuhören sollte.

Ein anderer gemäßigterer und nachdenklicherer Leser drückte den komplizierten Sachverhalt folgendermaßen aus:

Benedict spricht von dem religiösen Symbolismus, männlich oder weiblich zu sein. Weiblich = Mutter der Kirche, die in ihrem Leib den Samen „empfängt“ (Wort Gottes) von dem Geber (männlich/Mann/Gott) und es nährt, damit es wächst und Frucht bringt. Das ist einfach zu verstehen und nichts zu Streiten. Er sagt dann, dass wenn Frauen Lektorinnen seien, dies sich selbst widerspreche: Die Gemeinde repräsentiert die Jungfrau Maria, die Kirche ist weiblich, wir sollten das Wort empfangen. Aber was ist mit den Männern in der Gemeinde? Wenn man diesem Argument folgt, würden dann nicht alle männlichen Gottesdienstbesucher, die zwischen den weiblichen [Gottesdienstbesuchern] sitzen, ebenso sich selbst widersprechen?

Dies sind gute Fragen, die man stellen kann. In seinem wunderbaren Buch Redeemer in the Womb: Jesus Living in Mary(Erlöser im Mutterschoß: Jesus lebt in Maria) widmet Fr. John Saward sein sechstes Kapitel dem Thema: „Christus im Mutterschoß des Herzens“. Hier zitiert er nicht nur viele Kirchenväter und Mystiker der Kirche, die das Wort Gottes mit einem Samen vergleichen, der in den Mutterschoß gepflanzt wird, zuerst der Jungfrau Maria, dann jedem christlichen Gläubigen, der ihren Glauben nachahmt, wie z. B. diese Zeilen von St. Augustinus:

… Daher war also auch Maria selig, weil sie das Wort Gottes hörte und es befolgte. Sie bewahrte die Wahrheit mehr im Geist als im Fleisch des Leibes. Die Wahrheit ist Christus, das Fleisch ist Christus: Christus Wahrheit im Geiste Marias, Christus Fleisch im Leibe Marias; …Die Mutter trug Ihn in ihrem Mutterschoß; lasst uns Ihn in unseren Herzen tragen. Die Jungfrau wurde schwanger durch die Inkarnation, lasst unsere Brust schwanger werden mit dem Glauben an Christus. Die Jungfrau gebar den Erlöser, lasst unsere Seelen die Erlösung gebären, lasst uns Preis gebären. Lasst uns nicht unfruchtbar sein. Lasst unsere Seelen fruchtbar sein für Gott.“ [1]

Fr. Saward fährt damit fort, in seinen eigenen Worten diese klassische Lehre des Glaubens zu erklären:

Beide, die Kirche als Ganzes und der einzelne Christ, haben Anteil an Marias göttlicher Mutterschaft, das Tragen des göttlichen Wortes [wie im Mutterschoß] … in und durch die Kirche ist der Gläubige für Christus eine „Mutter“. Der einzelne Christ ist dazu berufen zu werden, was die Kirche als Ganzes ist, Christi Braut und Mutter, eine wahrhaft „ekklesiastische Seele.“ … Maria ist das Modell aller Seelen, die das ewige Wort in ihren Herzen formen und gebären. … Die Tradition des mystischen [im Mutterleib] Tragens Christi beleuchtet schlaglichtartig den bevorzugten Status des Frauseins als Abbild der Haltung gegenüber Gott, die dem Geschöpf eigen ist. Analog ist die Seele immer weiblich – bräutlich dem Bräutigam, mütterlich dem Kind gegenüber. Um den Heiligen Vater [Johannes Paul II] noch einmal zu zitieren, „’Braut zu sein‘, und so das ‚feminine‘ Element, wird ein Symbol all dessen, was menschlich ist.“ Schwangerschaft im Besonderen ist in den geistlichen Lesungen bedeutungsschwer; ein Kind im Mutterschoß zu tragen ist das Modell davon, in Glaube, Hoffung und Liebe Christusträger zu sein (hier geht das englische Wortspiel leider bei der Übersetzung verloren), im demütigen Dienst und im tiefsten Gebet.[2]

Um nun auf die Einwände zu antworten: wie viele Heilige und Theologen verfochten haben, sind, alle Christien vor Gott symbolisch in der Rolle der Braut und Mutter. Kreaturen sind grundsätzlich Empfangende; und die Kirche ist eine Braut, und wir alle sind ihre Glieder (cf. Epheser 5). Nun soll natürlich diese Symbolik den Männern nicht auf eine Weise aufgedrückt werden, dass sie sich unwohl fühlen. Für Männer gebrauchen wir die Sprache des Kämpfens wie ein Soldat, Zimmermann oder Beschützer sein, etc. Aber dennoch ist unsere fundamentale Identität als Christ die dessen, der Gnade empfängt und durch sie fruchtbar gemacht wird. Das ist der Grund, warum die Selige Jungfrau Maria nicht nur ein Modell für Frauen ist, sondern für alle Christen als solche.

In der Liturgie ist es klar, dass das Heiligtum und die Diener um den Altar Christus repräsentieren, während das Kirchenschiff und die Gläubigen, die dort anbeten, die Kirche repräsentieren, auf die Er einwirkt und die, beim Hören im Glauben und Handeln nach dem empfangenen Wort, Ihm geistliche Frucht zurückgeben. Wenn das Wort durch jene verkündet wird, welche Christus repräsentieren, sind die Männer, die in der Gemeinde sitzen, nicht weniger empfänglich als die Frauen. Diese Rolle des Zuhörers  erfordert nicht, dass wir Frauen sind, denn alle vernunftbegabten Wesen können zuhören und Christus in Glaube und Liebe anhangen. Auf der anderen Seite ist der Dienst im Heiligtum ausdrücklich in Glaube und Liebe an Christus, den Hohenpriester gebunden, der in Seiner ontologischen Realität als Eingeborenes Wort ein Mann ist und nicht eine Frau. (Dies ist offensichtlich der Frage sachdienlich, warum nur Männer Priester sein können, während es keine solche Beschränkung gibt in der Frage, wer die anderen Sakramente empfangen kann.)

Kurz gesagt basiert das Argument darauf zu begreifen, dass nicht alle Bilder austauschbar sind: einige Vergleiche funktionieren nicht genau so in beide Richtungen. Christus ist ein Mann, ein Priester, ein Bräutigam; dies ist nicht nur einfach eine Metapher, sondern eine Tatsache der natürlichen und übernatürlichen Ordnungen. Der Christ ist wie eine Frau, eine  Mutter, eine Braut; dies ist eine Metapher von einer gewissen grundlegenden spirituellen Identität und Berufung. Die heilige Liturgie muss beiden Tatsachen und Metaphern Rechnung tragen, in einer schlüssigen Synthese — und genau das ist es, was Katholiken in ihrer theologischen und liturgischen Tradition gehabt haben, bis zu der Verwirrung der letzten Jahrzehnte.

[1] St. Augustin, Sermo de Verbis Evang. Matt. 12; Sermo 180.

[2] John Saward, Redeemer in the Womb, 106, 108, 112, 116-17.

Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (4 von 4)

Mantilla with me

Mantillageschichten

Tag 7:

Weiterer Verlauf: An weiteren Tagen (für die Zähnung „Tag 7“) – scheinen die anderen Gottesdienstbesucher erst „richtig“ auf die Mantilla aufmerksam zu werden. Jemand, der sich auskennen sollte meint, sowas sei doch überhaupt nicht nötig (die Mantilla ist meines Wissens ein Sakramentale, ebenso wie der Rosenkranz und das Weihwasser, und eine Kopfbedeckung war für Frauen bis zum Vatikanum II verpflichtend während des Gottesdienstes zu tragen), jemand anders, ich solle doch die Mantilla unter dem Kinn binden, weil die Enden beim Gehen hin und her schwanken …

Und: Nein, ich werde mich dadurch nicht davon abbringen lassen, die Mantilla zu tragen. Und ich werde die Mantilla auch nicht unter dem Kinn binden, obwohl mir ein orthodoxer Christ gesagt hat, dass das die Frauen bei ihnen wohl tun. Aber ob die eine so feine Mantilla tragen oder einfach ein Kopftuch? – Vermutlich schon, denn dieser Mann hat mir früher einmal eine Mantilla gezeigt, die er für eine Frau aus seiner Gemeinde besorgt hatte. …

Tag 8:

Und dennoch überlege ich mir bei der nächsten Gelegenheit, ob ich denn überhaupt noch Lust(!!!) habe, die Mantilla zu tragen. Nein. Zu dem Zeitpunkt definitv nicht.

Aber: Die Mantilla ist ein Sakramentale. Der Teufel hasst so etwas. Also: AUFLEGEN!!! Das war dann gleich ein Mantilla-„Marathon“, da nach dem Gottesdienst noch Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten war. Zwischendurch immer wieder der Gedanke, nach der Heiligen Messe die Mantilla abzunehmen. Was? Wirklich? – Nein, das kommt gar nicht in Frage! – Und es war gut, dass ich die Mantilla aufbehalten habe. Der innere Kampf hat sich gelegt …

Tag 9 (gewissermaßen):

Ich sitze im Novus-Ordo-Gottesdienst. Da heute ausnahmsweise ein anderer Priester die Heilige Messe hält als sonst*, sitze ich an meinem ansonsten üblichen Platz, nicht vorne, von wo man aus in wenigen Schritten an den Ambo treten kann. Da spricht mich nach dem Gottesdienst eine Frau aus der Bank hinter mir an, was ich denn hier hinten zu suchen hätte und ich bräuchte gar nicht so zu frömmeln und mich (im Vetus Ordo-Gottesdienst) zu verschleiern, diese Messe sei kein Automatismus, bessern müsse man sich schon selbst. Nachdem sie auf meine Frage erklärt hat, wie sie zu dieser Anschuldigung kommt (sie ist völlig unbegründet, die Frau hat falsche Rückschlüsse gezogen), vermute ich zu wissen, warum ich immer wieder dazu geneigt bin, die Mantilla im Vetus-Ordo-Gottesdienst weg zu lassen. Habe ich ihre Abneigung und Vorurteile gespürt? Ich versuche, das Missverständnis aufzuklären, aber sie hält an ihrer Behauptung fest. Warum quält sie sich selbst?

* Der „übliche“ hat eine Stimmbanderkrankung, und deshalb habe ich mich entschlossen, für ihn die Lesung zu lesen – sebstverständlich nachdem ich ihm das angeboten hatte, ansonsten halte ich mich an die Regel aus dem Vetus Ordo, dass der Chorraum den Männern vorbehalten ist. Das hier zu erklären reicht mein Verständnis dessen noch nicht aus und würde auch zu weit führen.

Eugenie Roth, Das Mantilla-Experiment (3 von 4)

Mantilla with me

Mantillageschichten

Tag 5:

Ich besitze eine braune Mantilla für Advent und (Vor-) Fastenzeit, eine weiße für die übrigen (Sonn-) Tage. Werktags ist nur Gottesdienst bei besonderen Anlässen. Wie z. B. heute: Mitten in der „violetten  Kirchenjahreszeit“ (während der ich die braune Mantilla trage) wird ein „weißer“ Heiliger gefeiert: gebotener Festtag, d. h. Der Festtag hat die gleiche Wichtigkeit wie ein Sonntag.

Wie zu der Zeit, da ich begonnen habe, in die TLM zu gehen, bin ich auch jetzt – trotz aller äußerlichen Ruhe – nervös … ob wohl … denn heute sind wieder andere Gottesdienstbesucher da, und auch wieder eine andere Organistin. Hallo, Eugenie, das ist nicht wichtig! Du tust das um Gottes Willen! Sie werden sich noch daran gewöhnen … ja, das werde ich mir noch etliche Male sagen müssen! Aber ich bin dankbar, dass es die Mantilla gibt und dass ich die Möglichkeit habe, eine zu tragen … schon seit Jahren wünsche ich mir „irgendein“ Kleidungsstück, das ich nur beim Beten trage, oder zu besonderen Anlässen … obwohl ich die Mantilla im Grunde erst vor einigen Wochen kennengelernt habe. Dass man so etwas IRGENDWANN FRÜHER getragen hat, wusste ich ja von Bildern… aber heutzutage …

Tag 6:

Wieder ein außergewöhnlicher Tag, wieder Feier eines Heiligen mit der liturgischen Farbe weiß – und eigentlich Zeit für die weiße Mantilla. Aber ich denke nicht daran und greife zu Hause nach der braunen … UND heute ist ein fremder Priester da. Und heute singt die Schola nicht, ich sitze etliche Bänke weiter vorn, mitten im „Kirchenvolk“. Ja, doch, es ist alles noch gewöhnungsbedürftig. Die Mantilla setze ich erst auf, als die Glocke an der Sakristeitür den Beginn des Gottesdienstes ankündigt (husch, husch!!!). Ich bin schon weniger nervös als im ersten Gottesdienst, trotz meines Platzes recht weit vorn und trotz des fremden Priesters … Da ich die Mantilla ausschließlich für liturgishe Handlungen (Hl. Messe, Andacht, Anbetung etc.) nutzen möchte und es doch immer wieder einmal vorkommt, dass nochmal kurz etwas zu klären ist bezüglich des Gottesdienstverlaufs etc. – nicht nur die Schola musste neu aufgestellt werden wegen des Wegfalls wichtiger Mithelfer – möchte ich die Mantilla wirklich erst kurz vor Beginn der Liturgie auflegen um zu vermeiden, dass ich nach Auflegen der Mantilla noch einmal den Gottesdienstraum verlasse.

Nun erwarte ich nicht mehr, dass mich jemand wegen der Mantilla anspricht, inzwischen müsste das jeder gesehen haben. Das nimmt einen Großteil der Nervosität.