Tradition und Glauben

Das Fest der Kathedra Petri oder den Feind bekämpfen dort, wo er ist

Bei seinen jüngsten Unternehmungen wird DSDZ (dem Schreiber dieser Zeilen) wieder einmal klar, dass die allermeisten Menschen: sich nicht anstrengen wollen, mit niemanden anecken wollen, für das Nichtstun gerne entlohnt werden möchten, indem sie einen über den Tisch ziehen. Tja, nichts Neues unter der Sonne. Es ist die conditio humana oder die natura lapsa, die gefallene von der Erbsünde und Sünde gebeutelte Natur. Umso mehr fällt es auf, dass Menschen, die von Gnade gespeist und gekräftigt waren und zwar in einem überragenden Grade wie die Apostel, eben dorthin gingen, wo es am schwierigsten war. Der Hl. Petrus ging nach Rom, in den Rachen des Löwen und der hl. Leo der Große sagt in seiner Predigt, die heute in der zweiten Nokturn des Tridentinischen Breviers gebetet wird, folgendes:   Als die zwölf Apostel, nachdem sie vom Heiligen Geiste Gaben erhalten hatten, in allen Sprachen zu reden, daran gegangen waren, die Welt mit dem Evangelium zu durchdringen, und die einzelnen Länderstriche unter sich verteilt hatten, wurde der heilige Petrus als erster in der Reihe der Apostel für die Hauptstadt des römischen Reiches bestimmt, damit das Licht der Wahrheit, das zum Segen aller Völker immer leuchtender wurde, vom Mittelpunkt selbst aus sich in wirksamerer Weise über die ganze Welt ausbreitete. Von welchem Volke aber gab es damals keine Menschen in dieser Stadt? Oder wo gab es noch Völkerschaften, denen unbekannt geblieben wäre, was Rom gelehrt hatte?     Hier waren die Anschauungen der Philosophen zu zertrümmern, hier waren die Wertlosigkeiten der irdischen Weisheit zu zerstören, hier war die Anbetung der eingebildeten Götter in ihrer Verkehrtheit zu zeigen, hier die Bosheit aller Entweihungen des Heiligen zu vernichten, insofern man hier mit dem geschäftigten Aberglauben alles wie in einer Sammlung zusammen hatte, was irgendwo infolge der törichten Verirrungen aufgekommen war. In diese Stadt einzutreten, fürchtest du nicht, oh heiliger Apostel Petrus; und mit dem Genossen deiner Herrlichkeit, dem Apostel Paulus, der noch mit der Einrichtung anderer Kirchengemeinde beschäftigt war, schreitest du in diesen von rasenden Bestien bewohnten Wald und in diese gar so stürmische Ozeanstiefe hinein mit größerem Mut als damals wo du auf dem Meere einherschrittest.  Der hl. Petrus schritt also in den Krieg gegen das Heidentum und bekämpfte den Feind dort, wo er am stärksten war – in Rom. Warum hat er das getan?  Weil er ein Mann war. Haben wir denn auch heute irgendwelche Kirchenmänner? Nein, nur tussihafte Heulsusen, wie Kardinal Müller, der neulich sagte, dass   „der Vatikan ist ein Ort von „Intrigen”, „übler Nachrede“, und „Winkelzügen“ sei. Mein Gott, meinen wir darauf, das ist ja wirklich schlimm! Es hört sich an als hätte man Müller im Vatikan das zweite Stück Kuchen beim Kaffeetrinken verweigert.  Nicht auszudenken! Aber da hätte Müller die Möglichkeit gehabt sich zu bewähren und wenigstens kämpfend unterzugehen. DSDZ hätte an Müllers Stelle am nächsten Tag nach der ersten bergoglianischen Häresie Franziskus öffentlich der Häresie angeklagt. DSDZ wäre dann am übernächsten Tag gefeuert worden, wahrscheinlich suspendiert und nicht nur des Kuchens, sondern auch des Brotes beraubt worden, aber das wäre ihm gleich. Denn es gibt Wichtigeres. Obwohl Müller Jahrgang 1947 ist, so scheint er schon damals Gender-konform erzogen worden zu sein, indem man ihm einredete, dass er ja nur „brav“ und nicht „aggressiv“ zu sein habe. Aber wahrscheinlich liegt es wirklich am Novus Ordo, dass dieser Ritus die theoretisch vermeintlich biologischen Männer dermaßen entmännlicht.  Petrus schritt also in die Hölle des Löwen, in das Schlangennest. Er ging nach Rom und obwohl er fliehen wollte, kehrte er doch dorthin zurück. Er musste wohl sein ganzes Leben im Untergrund leben, hatte keine Rente, kein Kranken- oder Pflegeversicherung von der Zahnzusatzversicherung ganz zu schweigen. Ja, wir ahnen es. Er war kein Deutscher und auch kein deutscher, verbeamteter Kirchendiener. Er liebte dafür Christus. Denn das zweite Responsorium des heutigen Festes spricht wie folgt:  R. Si díligis me, Simon Petre, pasce oves meas. Dómine, tu nosti quia amo te,* Et ánimam meam pono pro te.V. Si oportúerit me mori tecum, non te negábo.R. Et ánimam meam pono pro te. R. Wenn Du mich liebst, Simon Petrus, weide meine Schafe. Herr, Du weißt, dass ich Dich liebe. * Und meine Seele gebe ich für Dich hin. V. Auch wenn ich mit Dir sterben sollte, ich werde Dich nicht verleugnen. R. Und meine Seele gebe ich für Dich hin.  Zuerst fragt Christus: diligis me – „liebst Du mich“, wobei das Wort dilligere, das vom dis-legere „von zwei verschiedenen Sachen die eine auswählen“ kommt. „Liebst Du mich, indem Du mich auswählst“ – könnte man das diligis übersetzen. Die Liebe zu Christus setzt das Verlassen der Welt voraus. Und keinen Dialog mit der Welt oder mit „der Moderne“, wie man gerne nach 1962 sagt. Was sollte Petrus in Rom veranstalten? Schauen wir nach oben zu der Predigt von hl. Leo: Zertrümmern Zerstören Vernichten  Wen? Nicht die Menschen, sondern die Kultur, die intellektuellen Hintergründe, das römisch-heidnische mind-set. Nix...

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„Einen guten Kampf habe ich gekämpft“ oder die katholische Dolchstoßlegende

Wie wir heute aus katholisches.info erfahren haben, hat (vorerst?) die tapfere Postulantin und Rechtsanwältin Claudia Schwarz gegen den Kampf gegen die vatikanischen Mühlen der Justiz verloren und das Brigittenkloster von Altomünster wird aufgelöst. Die Apostolische Signatur hat die Auflösung des St. Brigitta-Klosters bewilligt, weil Claudia Schwarz als keine offizielle Postulantin anerkannt wurde und somit, nach der Apostolischen Signatur, also dem höchsten Gericht des Vatikans in Sachen Orden, von dem es keine weitere Berufung gibt, im Kloster Altomünster „es keine Kandidatinnen, Postulantinnen oder Novizinnen gab“, so katholisches.info....

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Pater Richard G. Cipolla, Die Entmännlichung der Liturgie im Novus Ordo (1 von 3)

Von Pater Richard G. Cipolla, Ph.D., D. Phil.(Oxon.), das Original fand sich hier. Der Briefwechsel zwischen Kardinal Heenan von Westminster und Evelyn Waugh[i] vor der Promulgierung des Novus Ordo, in dem Waugh seinem Herzensschrei über die nachkonziliare Liturgie Luft macht und im Kardinal einen sympathischen, wenn auch unwirksamen Zuhörer findet, ist allgemein bekannt.[1] Nicht allgemein bekannt ist Kardinal Heenans Kommentar auf der Bischofssynode in Rom nach Präsentation einer experimentellen Messe, einer sogenannten Missa normativa, die zum ersten Mal im Jahre 1967 einer Gruppe von ausgewählten Bischöfen präsentiert wurde. Das folgende Essay ist von den Worten Kardinal Heenans inspiriert: „Bei uns zu Hause besuchen nicht nur Frauen und Kinder, sondern auch Familienväter und junge Männer regelmäßig die Messe. Wenn wir ihnen diese Art von Zeremonie anbieten würden, die wir gestern sahen, wären wir in unseren [Gottesdienst-]Gemeinden bald mit Frauen und Kindern allein.“[2] Der Kardinal bezieht sich auf die Lügen, die den eigentlichen Kern der Novus Ordo Form der Römischen Messen betreffen, sowie auf die Gottesdienstbesucher und die tiefen Probleme, welche  die Kirche seit der Aufzwingung der Novus Ordo Form des römischen Ritus 1970 begleiten.[3] Man könnte versucht sein das, was Kardinal Heenan erfahren hatte als die Verweiblichung der Liturgie zu subsumieren. Aber dieser Begriff wäre unzureichend und letztlich irreführend. Denn es gibt einen wirklichen marianischen Aspekt der Liturgie, die deswegen weiblich ist. Die Liturgie bringt das Wort Gottes zur Welt (gebärt), weiterhin bringt sie den Leib des Wortes hervor, damit es angebetet wird und als Speise dargebracht wird. Präziser sollte man sagen, dass die Liturgie im Novus Ordo „ver-weibisch-t“ und verweichlicht (effeminized)  wurde.

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Novus Ordo und Mann-Sein oder Vorbemerkungen zum Text von Pater Cipolla.

Wir stellen hier, wieder einmal in der hervorragenden Übersetzung von davillatollkühn, einen profunden und dichten Text von Pater Cipolla vor, einem der bekannteren Autoren auf Rorate Caeli. Wenn wir Pater Cipolla schreiben, dann trifft diese Anrede die Sache nicht genau, denn seit 50 Jahren ist die korrekte Anrede eines Priesters in der deutschen Sprache verschwunden. Korrekt wäre es „Hochwürden“ zu schreiben, aber dies erscheint sogar uns zu antiquiert und am Rande der Lächerlichkeit. Denn Cipolla ist kein Ordensgeistlicher, sodass er kein „Pater“ ist, er ist ein Hilfsgeistlicher, somit kein „Pfarrer“ und kein Bischof und daher kein „Monsignore“, obwohl dieser Ehrentitel nicht nur für Bischöfe gilt. Von „Priester“ Cipolla zu sprechen erscheint despektierlich und undeutsch, sodass wir das amerikanische Father – Pater für Priester hier einfach lassen. In anderen Sprachen, wie im Polnischen, gibt es eine gebräuchliche Anredeform für einen Priester, die sich recht antiquiert der 3 Person Singular bedient, wie es in manchen Regionen Deutschlands noch heute üblich ist: „Er nehme“ anstatt „Du nimmst“ oder „Sie nehmen“. Diese besondere Priesterform lautet: „der Priester nehme“. Was hat das mit dem Text von Pater Cipolla zu tun? Dass es im deutschsprachigen Raum so wenige Priester gibt, dass es nicht einmal eine korrekte und allseits bekannte Anredeform für sie gibt. Es ist so, als würden alle Doktoren aussterben! Oh weh!

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