Tradition und Glauben

Der hl. Evangelist Johannes – der vom Herzen des Herrn getrunken hat

Die heutige Liturgie feiert am 27.12 das Fest des Evangelisten Johannes. Ein Fest, welches ab der Reform von 1955 durch den Sonntag der Weihnachtsoktave gleichsam zugedeckt wird. Dies bedeutet, dass im Falle, dass das Johannesfest auf einen Sonntag fällt, die Messe vom Sonntag und das Brevier vom Sonntag gelesen werden. War es denn früher anders? Ja, denn bis zu den „Reformen“ von 1955 waren manche Heiligenfeste höher gestuft als ein Sonntag. Dies gilt ja auch heute beispielsweise für Weihnachten. Fällt es auf einen Sonntag, dann feiern wir Weihnachten und nicht einen Sonntag. Da die Heiligen den konkreten Weg der Christusnachfolge zeigen, waren sie und ihre Feste allen Häretikern und „Reformern“ ein Dorn im Auge. Nach den protestantischen Reformatoren waren es die Jansenisten, welche sich sehr lange darüber ärgerten, dass angeblich die Heiligenfeste die Sonntage „zudecken“. Diese Tendenz die Heiligenfeste durch Sonntage zu eliminieren ist expressis verbis vom Pius VI. in der Konstitution Auctorem fidei verurteilt worden, welche sich mit den Irrlehren der Synode von Pistoia (1794) auseinandersetzte. Diese Verurteilung lautet wie folgt: „74. Die Entscheidung der Synode, die über das Jahr hin festgelegten Feste auf einen Sonntag zu verlegen …“. (DH 2674) Werbeanzeigen Werbeanzeigen __ATA.cmd.push(function() { __ATA.initSlot('atatags-3-5d11cdb2b97a5', { collapseEmpty: 'before', sectionId: '915422841', location: 120, width: 300, height: 250 }); }); __ATA.cmd.push(function() { __ATA.initSlot('atatags-4-5d11cdb2b97ad', { collapseEmpty: 'before', sectionId: '915422844', location: 130, width: 300, height: 250 }); });...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (8)

8. Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers fort mit den Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Lesung 4 Deshalb haben schon in früheren Zeiten Bischöfe, Priester, Ordensgenossenschaften und sogar Kaiser und Könige den Apostolischen Stuhl gebeten, die Unbefleckte Empfängnis der allerseligsten Gottesmutter als Glaubenssatz zu erklären. Diese Bitten wurden auch in der Gegenwart wiederholt, und sie wurden besonders Unserem Vorgänger Gregor XVI. seligen Angedenkens und Uns selbst von Bischöfen, von Weltpriestern, von Ordensgenossenschaften, von hochstehenden Fürsten und vom gläubigen Volke vorgetragen. Dies alles wußten Wir sehr wohl und erwogen es ernstlich, und es machte Unserem Herzen besondere Freude. Sobald Wir also ohne Unser Verdienst nach dem unerforschlichen Ratschluß der göttlichen Vorsehung auf diesen erhabenen Lehrstuhl des heiligen Petrus erhoben wurden und das Steuer der ganzen Kirche übernahmen, betrachteten Wir es als Unsere heiligste Pflicht, entsprechend Unserer großen, von früher Kindheit an gehegten Verehrung, Andacht und Liebe zur allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, alles durchzuführen, was die Kirche wünscht, damit die Ehre der allerseligsten Jungfrau vermehrt werde und deren Vorzüge in noch hellerem Lichte erglänzen....

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (7)

7. Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers fort mit den Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Lesung 4 Wir alle aber wissen, mit welchem Eifer diese Lehre über die Unbefleckte Empfängnis der jungfräulichen Gottesmutter von den angesehensten Ordensgenossenschaften, von den berühmtesten theologischen Hochschulen und den hervorragendsten Lehrern der göttlichen Wissenschaft vertreten, dargelegt und verteidigt wurde. Ebenso ist bekannt, wie sehr die Bischöfe besorgt waren, auch bei den Kirchenversammlungen öffentlich und vor der ganzen Welt zu bekennen, dass die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria schon im voraus im Hinblick auf die Verdienste unseres Herrn und Erlösers niemals der Erbschuld unterworfen wurde, sondern voll und ganz von der Makel der Erbsünde bewahrt blieb und so auf eine besonders hehre Weise erlöst wurde. Dazu kommt noch eine überaus wichtige und bedeutsame Tatsache. Das Konzil von Trient hatte bei der Verkündigung des Glaubenssatzes von der Erbsünde auf Grund der Zeugnisse der Heiligen Schrift, der Kirchenväter und der rechtmäßigen Kirchenversammlungen festgelegt und entschieden, daß alle Menschen mit der Erbsünde behaftet zur Welt kommen; das gleiche Konzil erklärte indessen ebenso feierlich, es sei nicht seine Absicht, in dieses Dekret und in diese allgemeine Entscheidung die heilige und unbefleckte Jungfrau und Gottesmutter Maria miteinzuschließen. Durch diese Erklärung haben die Väter von Trient auf die Freiheit der allerseligsten Jungfrau von der Erbsünde den damaligen Verhältnissen entsprechend deutlich genug hingewiesen und ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß aus der Heiligen Schrift, aus der Überlieferung und den Zeugnissen der Väter nichts vorgebracht werden kann, was diesem erhabenen Vorzug der Jungfrau irgendwie entgegensteht.  ...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (5)

  Wo ist der vierte Tag oder Oktave oder die Macht der Rubriken Bevor wir hier unsere Lesung fortsetzen, wird sich einigen von uns sicherlich die Frage stellen, was mit dem vierten Tag der Oktave passiert ist, da zuletzt die Texte des dritten Tages der Oktave gelesen wurden. Die simple Antwort lautet: den vierten Tag gibt es nicht. Warum? Weil in der Zeit der Oktave der Unbefleckten Empfängnis, also zwischen dem 8.12 bis 15. 12, nicht nur sehr wichtige Heiligenfeste fallen, welche immer in der Kirche feierlich begangen wurden, sondern auch der dritte Adventsonntag fällt. Da jedes neu eingeführte Fest, wie das der Unbefleckten Empfängnis eine Art Neuordnung des liturgischen Kalenders nach sich zog, so entstand mit der Zeit die theologische Disziplin der Rubrizistik, von lat. rubrum – „rot“, in welcher nicht nur angegeben wurde, wie zu zelebrieren sei, sondern auch welches Fest das wichtigere sei und warum.  Ohne an dieser Stelle ins Detail zu gehen, lässt sich zum Letzteren sagen, dass man hierzu in entsprechende Tabellen zu schauen hat, um zu wissen, welches Fest und welche Oktave über- oder untergeordnet ist. Denn es gibt sowohl bei den Festen als auch bei den Oktaven Hierarchien. Je wichtiger ein Fest ist, z. B. Ostern oder Weihnachten, umso weniger darf es verschoben werden oder in der dazugehörigen Oktave darf etwas dazwischen kommen. Die Rubriken sagen auch, was zu tun ist, wenn Kalender bedingt zwei Feste zusammenfallen, welches dann einer translatio also „Verschiebung“ unterliegt und welches nicht. Natürlich gibt es verschiedene Rubriken zu verschiedenen Brevieren: das Tridentinische Brevier (1570-1910) hat eigene Rubriken, das Divino afflatu des Pius. X von 1911 hat eigene Rubriken, das Pianische Brevier von 1955 hat eigene Rubriken, das Brevier des Johannes XXIII. von 1960 hat eigene Rubriken....

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (3)

3. Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers fort mit den Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde.   Lesung 4 Deshalb verwendet ja auch die Kirche die gleichen Worte, mit denen die Heilige Schrift von der ungeschaffenen göttlichen Weisheit spricht und ihren ewigen Ursprung schildert, im kirchlichen Stundengebet und bei der Feier des hochheiligen Opfers und überträgt sie auf den Ursprung dieser Jungfrau; deren Erschaffung wurde ja auch zugleich mit der Menschwerdung der göttlichen Weisheit beschlossen. Dies alles wurde von den Gläubigen überall gern aufgenommen. Es ist dies ein Beweis dafür, mit welchem Eifer diese Lehre von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau auch von der Römischen Kirche, der Mutter und Lehrerin aller Kirchen, gepflegt wurde. Dennoch verdienen die wichtigsten Schritte dieser Kirche einzeln aufgezählt zu werden; denn die Würde und das Ansehen dieser Kirche ist so groß, ihr kommt es auch voll und ganz zu, da sie der Zentralpunkt der katholischen Wahrheit und Einheit ist; in ihr allein wurde der Glaube unverfälscht bewahrt; von ihr müssen alle übrigen Kirchen den Glauben übernehmen....

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (2)

  2. Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers fort mit den Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Die deutsche Fassung, leider auf divinum officium noch nicht vorhanden, stammt von dieser Seite hier.[1]   Lesung 4 Der über alle Worte erhabene Gott, dessen Wege Erbarmen und Wahrheit, dessen Wille die Allmacht ist, dessen Weisheit machtvoll wirkt von einem Ende bis zum anderen und in Milde alles lenkt, sah von Ewigkeit her das unheilvolle Verderben des ganzen Menschengeschlechtes infolge der Sünde Adams voraus. In seinem geheimnisvollen, der Welt verborgenen Ratschluß beschloß er aber, das erste Werk seiner Güte durch die Menschwerdung des Wortes auf eine noch unbegreiflichere Weise zu ergänzen. Denn der Mensch, der entgegen seinen liebevollen Absichten durch die List des Teufels in Schuld geraten war, sollte nicht zugrundegehen, und das, was durch den ersten Adam gefallen war, sollte durch den zweiten weit glücklicher wieder aufgerichtet werden. Darum wählte er von Anfang an und vor aller Zeit schon für seinen eingeborenen Sohn eine Mutter aus, und bestimmte, daß er von ihr in der seligen Fülle der Zeiten als Mensch geboren werden sollte;...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (1)

  Zwar können sich alle unsere Leser diese Texte auf der divinum officium Seite selbst durchlesen, aber es ist auch wahrscheinlich, dass dies kaum jemand tun wird. Das Nachtgebet des Breviers die Matutin, besteht, ohne jetzt in die Einzelheiten zu gehen, aus drei Lectiones – Gebeten, die am Anfang zu verschiedenen Nachtstunden gebetet wurden, bevor sie in Eins zusammengefasst wurden. An Festen und Feiertagen besteht die Matutin aus neun Psalmen, je drei Lectiones, welche, in den Brevieren von 1570 und 1911, also in dem Tridentinischen und dem Divino afflatu Brevier von neun Lesungen gefolgt werden. Es sieht in etwa so aus: Erste Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (1-3) AT AT AT Zweite Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (4-6) Predigt Predigt Predigt Dritte Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (7-9) Tagesevangelium Predigt Predigt/Biographie des kommemorierten Heiligen...

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Charpentier, Missa assumpta est oder die Oktaverinnerung

Als das letzte Konzil den liturgisch-rubrizistischen Kahlschlag durchführte, so war dieser durch das vorherige Ausdünnen schon vorbereitet. Dies betraf zum Beispiel die Oktave des Festes Mariä Himmelfahrt, welche im Brevier von 1960 schon nicht mehr vorkommt, da sie einer Reform der Rubriken von Johannes XIII zum Opfer fiel....

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Gregory DiPippo, Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 3.2: 1529 versus 1568

Warum soll man zum Nachgebet der Matutin aufstehen? Hauptsache, um den Teufel auszutricksen, der als Macht der Finsternis in der Finsternis buchstäblich mehr Macht hat. Sehr viele besessene oder umsessene Menschen berichten, dass sie gerade gegen 3 Uhr oder genau um 3 Uhr Somme-oder Winterzeit aufwachen und von Alpträumen geplagt nicht aufwachen können. Warum gerade dann? Weil es die diabolische Verkehrung der Sterbestunde Christi ist. Deswegen, um dem Vorzubeugen, hielten schon die Wüstenväter Nachtwachen oder standen um 3 Uhr auf.  Es ist auch die praktische Möglichkeit alle 150 Psalmen am Tag zu beten oder den schwierigeren Teil bei einer absoluten Ungestörtheit zu beten.  Sollten Sie manchmal um diese Zeit aufstehen, so werden Sie merken, dass Sie wirklich hellwach sind und für eine kurze Zeit über eine sehr hohe Konzentration verfügen. Deswegen wachten manche Orden für die Matutin auf und legten sich dann schlafen, andere wachten frühmorgens auf und beteten mit der Matutin auch die Laudes. Auch heute wird es so gehandhabt. Es ist das ungestörte Gebet für die Welt, welche meistens gerades in der Nacht sündigt. Die Matutin mit ihren drei Nokturen im Tridentinischen Brevier stellt das zeitlich umfangreichste Gebet dar. Sie dauert zwischen 40 Minuten und 60 Minuten beim zügigen Beten ohne Gesang. Gerade dort gibt es die schönsten Lesungen und die wervollsten Kommentare der Kirchenväter. Diese Texte bleiben auch länger hängen, weil sie zuerst gebetet werden. Denn dann kommt der Tag mit seinen Zerstreungen und Eile. Daher die Matutin in der Nacht oder frühmorgens beten. Part 3.2: 1529 versus 1568 Matins readings of the pre-Tridentine Breviary In the Breviary of 1529, as in other medieval Breviaries, the readings are arranged in various ways according to the various liturgical days and seasons. On Sundays, the readings of the first nocturn are taken from the Sacred Scriptures; the order in which the books are read (Isaiah in Advent, St. Paul after Epiphany, etc.) dates back to the 7th century. In Advent and Lent, the second nocturn has readings from the Church Fathers appropriate to the season, but on most Sundays, the Scriptures of the first nocturn continue into the second. In the third nocturn, a homily from the Fathers is read on the Gospel of the day. On the ferias, the office of Matins has only one nocturn, and the readings are taken from the same Scriptural book (or group of books) that was read on the preceding Sunday. The exception to this is Lent, when every day of the week has its own proper Mass and Gospel; each of the Lenten Gospels has its own homily at Matins, and therefore, no Scriptural readings are provided for the weekdays of Lent. On most feasts of the Lord, on the other hand, there is no Scripture in any of the nocturns. Instead, a sermon on the feast is begun in the first nocturn, and continued in the second, followed by a homily on the day’s Gospel in the third. In the Breviary of 1529, only Christmas and Epiphany are exceptions, having readings from Isaiah in the first nocturn. The octave of Epiphany, and the other feasts of the Temporale, (Easter, Ascension, Pentecost, Trinity and Corpus Christi, as well as their octaves) all have sermons and homilies, without any Biblical readings at all at Matins. Some major feasts of the Saints, such as the Assumption, follow the same arrangement as the feasts of the Lord, with a sermon in the first and second nocturn, and a homily in the third. On most of them, however, the life of the Saint usually provides all three readings of a minor feast, and at least the first six (out of nine) on a more important feast. If there are six such readings from the life of a Saint, a homily on the Gospel of the feast is read in the third nocturn, but in very many cases, the life of the Saint occupies all nine of the readings at Matins. If the feast has an octave, the same pattern is generally observed on all eight days of the feast. The office of the Nativity of Mary is a very unusual exception; on the feast itself and each day of its octave, the Canticle of Canticles is read in the first nocturn. Since the practical effect of this is that the Scriptures are rarely read at Matins at all, being displaced by sermons and the lives of the Saints, the 1529 Roman breviary provides very few readings from the Scriptures. For example, only one reading from the book of Isaiah is given for the ferias of the first week of Advent, and only one for the second; more readings are provided for the third and fourth week, since there are far fewer Saints to impede the ferial office. From Christmas Day to the octave of the...

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Gregory DiPippo, Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 3.1: 1529 versus 1568

Auch das Tridentinische Konzil führte eine Liturgiereform durch. Sie war aber sehr behutsam und diente der Bewahrung und nicht der Zerstörung. Warum? Weil man den Wert der Routine kannte. Deswegen erlaubte das Konzil alle westlichen Messriten, die älter als 200 Jahre waren und somit nichts mit Protestantismus gemein haben konnten. Ebenso die monastischen Breviere vieler Orden. Nichts wurde zerstört, sondern vieles bewahrt. Es ist unwahrscheinlich, dass der Schreiber dieser Zeilen in den Erwerb eines monastischen vortridentinischen Breviers kommen wird, da es sich hierbei um extrem wertvolle Altdrucke handeln würde. Aber der Vergleich zwischen tridentinisch und vortridentinisch lässt sich bei divinum officium einsehen. Vortridentinisch ist zwar mehr, aber auch nicht viel anders. Warum sind die Reformen des Tridentinischen Konzils weitgehend gelungen? Weil es davon ausging der Kirche mehr Heiligkeit zu geben und nicht sich der Welt anzugleichen, wie das letzte Konzil. Die tridentinischen Konzilsväter würden sich doch im Grabe umdrehen, wenn sie von der deuterovatikanischen Prämisse hörten die Kirche „der Mentalität des modernen Menschen anzugleichen“. Die Mentalität eines jeden Weltmenschen ist sündig, da gibt es nicht anzugleichen! Der Mensch wird durch die Welt verformt und von Gott ferngehalten: ein wenig anders in der Antike, ein wenig anders im Mittelalter, ein wenig anders in der Neuzeit etc. Aber die menschliche Natur ist diegleiche, Gott ist dergleiche und die Dämonen sind diegleichen. Es ändert sich also nichts! Verstanden?! Part 3.1: 1529 versus 1568 The Breviary reformed in the wake of the Council of Trent was promulgated by the authority of Pope Saint Pius V in 1568, and is for this reason often referred to as the Pian Breviary. The history of how and why the Tridentine reform came about is not the subject of this particular article; those who wish to read about such matters in greater detail should consult the interesting book of Msgr. Pierre Batiffol, The History of the Roman Breviary. (Translated from the French by Atwell Baylay; Longmans, Green and Co., London, 1912) My concern here is simply to compare the Breviary of 1568 with its immediate predecessor, the Breviary of the Roman Curia of 1529, and explain the changes made by the Pian reform. The 1568 reform is, unsurprisingly, a very conservative reform indeed in almost every respect. In comparing the two breviaries, one sees immediately that nearly the entire body of material which has proper musical notation, namely, the invitatories, hymns, antiphons, and responsories, has been carried over from the earlier Breviary into the Pian. The same holds true for most of the chapters, versicles and prayers, parts which have no proper notation. The exceptions are mostly instances where the entire Office of a particularly feast day has been replaced with a different Office. Such is the case on the feast of the Holy Trinity, where a 13th century office Sedenti super solium, (named for its first antiphon) is replaced with the much earlier Office Gloria tibi Trinitas. In the case of the Visitation, the proper Office granted to the whole of the Western Church in 1389 by Pope Urban VI was suppressed; in its place, the Office of Our Lady’s Nativity was to be said, replacing the word ‘Nativitas’ with ‘Visitatio’, and with proper readings at Matins. However, a new office with many new propers was soon granted for this feast by Pope Clement VIII (1592-1605). A number of minor adjustments are made, but few genuinely notable changes. The unusually lengthy psalmody of Sunday Prime is redistributed though the days of the week, the first time the distribution of the psalms was changed since the days of Pope St. Gregory the Great. In the preces of Lauds, psalm 50, which is already said at the beginning of the hour, is replaced in the Pian Breviary by psalm 129; the preces of Terce, Sext and None are reduced to a new form which retains only very end of the preces of Lauds. The obligation to recite the Little Office of Our Lady, the Office of the Dead, and the Gradual and Penitential Psalms is mitigated, although not to the prejudice of local customs. The rubrics throughout are made much shorter and infinitely clearer; for example, the bizarrely complicated rubric of the 1529 Breviary which governs the end of Advent, and which occupies 3 and a half pages, is reduced to a mere twenty lines. A new general rubric, succinct and well-organized, is placed at the beginning of the book; in the original edition of 1568, it occupies only seven pages. There are a few significant changes made to the Calendar of Saints. Perhaps most noteworthy is the suppression of the Presentation of the Virgin (November 21), and the feasts of both Saint Anne and Saint Joachim; this was done because the history of the Virgin’s parents and Her early life is not recorded in the canonical Gospels, but...

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Gregory DiPippo, Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 2: Some Further Observations on the Medieval Office

Im Tridentinischen Brevier und den vortridentinischen Brevieren ist wirklich alles durchstrukturiert und jeder Unterschied in der Rangordnung der Feste wir liturgisch angegeben durch die Unterscheidung zwischen den Simplex, Semi-Duplex und Duplex festen. Es geht darum, ob man vor dem Psalm eine ganze Antiphon oder eine halbe betet. Warum? Damit der Beter unterscheiden und ein wenig Abwechslung haben kann. Wenn man betet, lebt man in einem ganz anderen Kalender als die Welt. Die Hierarchie der Duplex oder Simplex-Feste, die Oktaven, die Vigilien und Quatembertage geben den Rhythmus an. Warum? Weil die Kirche nicht von dieser Welt ist und im himmlichen Rhythmus lebt oder es wenigstens bis zum letzten Konzil und seiner unseligen Kalenderreform tat.  Die Menschen feiern dies und das, wir aber begehen bsw. den dritten Oktavtag von Fronleichnam. Ist das nicht schön? Denn was ist das Ziel unseres irdischen Lebens? Uns dermaßen Christus anzugleichen, damit wir im Himmel mit anderen Heiligen ihn anbeten können. Also je himmlischer man hier lebt, umso leichter der Übergang und kürzer das Fegefeuer. Je irdischer, desto schlimmer. Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961 by Gregory DiPippo for publication on the New Liturgical Movement Part 2: Some Further Observations on the Medieval Office Apart from the readings of Matins, which will be discussed in detail in the following article, the most variable part of the Office is the corpus of antiphons which are sung with the psalms of the various hours. At the minor hours (Prime, Terce, Sext, None and Compline), the psalms are all sung under a single antiphon. In the office of Sunday and on feast days, the psalms of Matins are sung with nine antiphons, and on ferias, with six, two psalms per antiphon. At Lauds and Vespers, each psalm usually has its own antiphon, but Lauds of Sunday often has only three. On feast days, the antiphons of Lauds are often said also at the minor hours and Vespers; but some feasts have one set of antiphons for Vespers, and another for Lauds, while a few, such as Christmas, have one set of antiphons for first Vespers, another for Lauds, and yet another for second Vespers. The antiphons vary greatly from season to season and feast to feast, and their texts come from many different sources, both Biblical and non-Biblical. Many derive from the psalm or psalms with which they are sung at a particular hour, or from the life of a Saint; many others are ‘ecclesiastical compositions’, such this antiphon from the Office of the Assumption: “Assumpta est Maria in caelum: gaudent Angeli, laudantes benedicunt Dominum.” (Mary has been taken up into heaven; the Angels rejoice, with praise they bless the Lord.) In Eastertide, the psalms of each nocturn are usually sung with only one antiphon, the exceptions being Easter itself, the Ascension and Pentecost, with their octaves. The Roman classification of feasts is much simpler than that of other usages; feasts are called duplex, (double, the highest grade), semiduplex (semidouble) or simplex (simple), a system which refers to the doubling or non-doubling of the antiphons. ‘Doubling’ the antiphons means that the antiphons are sung in full before and after the psalm or canticle to which they belong; ‘semidoubling’ means that only the beginning of the antiphon is sung before the psalm or canticle, and the full antiphon after it. On a duplex feast, all of the antiphons are doubled at Matins, Lauds, and both Vespers (never at the other hours); at Matins there are three nocturns. A semiduplex office (which includes all the Sundays), also has three nocturns, but none of the antiphons are doubled. On a simplex day (which includes all ferias), the office has only one nocturn, and likewise, none of the antiphons are doubled. Compared to other usages of the Western Rite, the Roman Office is unusually generous in the matter of doubling the antiphons. In most other usages, (e.g. that of Sarum) the normal practice is to double only the antiphons of the Magnificat and Benedictus, and only on the most important feasts. In some usages, such as that of the Cistercian Order, doubling the antiphons is simply never done. In the Middle Ages, the Divine Office was everywhere supplemented by a series of other prayers, which were regarded as no less a part of it than the principal office, (also called ‘canonical’ office.) The oldest of these is the Office of the Dead, which had only three of the hours; Vespers of the Dead was said after the canonical Vespers, Matins and Lauds after the canonical Lauds. The great devotion to the Virgin Mary which was so universally present in the Middle Ages also lead to the creation of a daily Office in Her honor, now generally called the Little Office of the Virgin Mary. It has each of the eight (or...

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Gregory DiPippo, Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 1 – The Basic Structure of the Divine Office

Die Grundstruktur des Officium Divinum haben wir mehr als einmal angegeben. Es ist eine feste Struktur. Wie jemand sehr treffend sagte, gibt keine schlimmeres Gift für das geistliche Leben als die ständigen „neuen Impulse“. Im geistlichen Leben soll man in die Tiefe gehen, wachsen, sich verwurzeln und nicht ständig mit Neuheiten angestochen werden. Der feste Rahmen, die Routine, die Wiederholung. Die stabilitas loci – Beständigkeit des Ortes der Benediktiner, welche nicht nur im Sinne des Verbleibens an einem Ort interpretiert werden kann, sondern auch im Sinne des Verbleibens bei einer Gebetspraxis. Diejenigen, die die ignatianische Methode kennengelernt haben, werden gleich einwerfen: Aber uns wurde beigebracht, dass wir eine Methode oder Praxis verwerfen können, wenn sie uns nichts bringt! Dies ist zwar richtig, wenn es sich um die Meditation, nicht aber um das mündliche Gebet handelt. Das mündliche Gebet des Breviers ist die Pflicht, die Meditation ist die Kür und zwar nur für manche Seelen. Wie treffen Pater Poulain SJ schreibt, haben die Menschen früher so viel gebetet, dass sie sich gar nicht die Fragen nach der Methode stellten. Oder versuchen sie es selbst und beten alle 150 Psalmen am Tag. Die Beständigkeit also schafft die Tiefe. Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 1 – The Basic Structure of the Divine Office by Shawn Tribe We begin our series on the reforms to the Roman breviary with two introductory parts which focus on the historical structure of the Divine Office itself. The following is the first of those two parts. Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961 by Gregory DiPippo for publication on the New Liturgical Movement Part 1: The Basic Structure of the Divine Office The structure described below is that of the Divine Office as it stood throughout the Middle Ages and, with certain adjustments, the post-Tridentine period, until the reforms promulgated by various Popes in the 20th century. The changes made after Trent and other reforms will be described later in their own articles. The first hour of the day, Matins, begins with Psalm 94, Venite, exsultemus Domino, followed by a hymn. The psalm is divided into five parts; a verse called the Invitatory is repeated twice before the psalm, once again after each of the five parts, and twice more after the doxology. (On three of the repetitions, only the second half of the Invitatory is said.) The Invitatory verse frequently contains the words ‘venite, adoremus’, e.g. ‘Regem Apostolorum Dominum, venite, adoremus.’ (Come, let us worship the King of the Apostles) for the feasts of Apostles. The text of this psalm used in the Breviary is older than St. Jerome’s last revision of the Psalter, the so-called ‘Gallican Psalter’, which was adopted as the liturgical Psalter of the Western church in the time of Charlemagne. The second part of Matins is the nocturns, of which there are three on Sundays and the more important feasts, but only one on minor feasts and ferial days. (By a special exception, Easter and Pentecost also have only one nocturn.) The nocturns of Sunday and the ferias run through the psalms in order from 1 to 108, omitting those which are said at other hours. They are as a result very long; the first of Sunday has 12 psalms, as do those of each feria. The remaining nocturns of Sunday have three psalms each, for a total of 18. On feasts of the Lord and Saints’ days, however, Matins is considerably shorter than on a Sunday or feria, a fact which will have a great impact on the history of the Office generally. There are only nine psalms on feast days; these are divided 3 per nocturn on the greater feasts, but all nine are said together on a feast of one nocturn. The psalms for Saints’ days are generally among the shorter ones in the Psalter; for example, on the feast of a Martyr, they are psalms 1-5, 8, 10, 14 and 20. Regardless of the number of psalms, each nocturn also has a versicle and a response after the last antiphon, and then the Lord’s Prayer is said silently. There follow three readings from the Sacred Scriptures, the Church Fathers, or the lives of the Saints; each reading is preceded by a blessing of the reader, and followed by a ‘prolix’ responsory, so-called in distinction from the shorter responsories of the minor hours. (For an excellent example of a Matins responsory, the seventh of the office of the Holy Trinity, see the following: http://www.youtube.com/watch?v=rcWAOH9krw8) In the Roman Rite, the last reading is not followed by a responsory, but by the hymn Te Deum laudamus, on any day when Gloria in excelsis is to be said in the Mass (i.e. Sundays outside Advent, Septuagesima and Lent, all feasts and octaves, and all of Eastertide.)...

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Bäumer, Geschichte des Breviers. (5) Einleitung: § 1. Begriff und Inhalt des Breviers. Kultische Pflicht.

Nach längeren Pause kehren wir wieder zur Darstellungen von Pater Bäumer O.S.B., welche ergänzend und bereichernd zu den Ausführungen von Gregory DiPippo präsentiert werden. Da die Schriften des Benediktiners einiger Vorbereitung bedürfen, da sie wirklich recht kondensiert die vorkonziliare, also die richtige und gute, Theologie präsentieren, so können diese Beiträge nicht so oft erscheinen, wie wir uns vielleicht wünschen würden, denn ein gut Ding braucht Weile. Vergleicht man Bäumer mit DiPippo, was eigentlich recht unfair ist, so wird uns ersichtlich nicht nur wie tiefschürfend im XIX Jhd. von manchen geschrieben wurde, sondern es wird auch deutlich wie das neue Medium des Internets mit seinen Blogs ein oberflächliches Schreiben begünstigt. Bäumer kann man wirklich betrachten, DiPippo liest man durch. Natürlich wollen wir DiPippo nicht schlecht reden, denn wir sind froh, dass wir ihn haben, aber an diesem Vergleich zeigt sich, dass früher nicht alles schlechter war und jetzt ist alles besser. Im Geistlichen ist es genau umgekehrt. Religion ist ein Akt der Gerechtigkeit Gott gegenüber Was ist ganz kurz gefasst eigentlich Religion? Es ist ein Akt der Gerechtigkeit. Was ist Gerechtigkeit? Jedem das zu geben, was ihm zusteht (suum cuique reddere). Was steht Gott zu? Der höchste Kult auf Erden. Daher fasst Adolphe Tanquerey in seiner Synopsis die Religion objektiv, also was sie an sich darstellt oder was die Inhalte der Religion ausmacht, wie folgt auf: Religion objective spectata est complexus veritatum et officiorum, quibus tota vita nostra in Deum finem ultinum ordinatur.[1] „Religion ist, seitens des Objekts betrachtet, ein Gesamtzusammenhang der Wahrheiten und Pflichten, durch welche unser ganzes Leben auf Gott, das letzte Ziel, hin geordnet wird.“ Was ist also die Religion? Ein Komplex im Sinne eines zusammenhängenden Gefüges der Worte und Taten oder der Wahrheiten und Pflichten. Es genügt also nicht nur zu wissen, man muss es auch tun. Dieser Gesamtzusammenhang ordnet unser Leben auf Gott hin, mit dem, so hoffen wir, wir die gesamte Ewigkeit verbringen werden. Hingegen wird Religion, seitens des Subjekts also des Gläubigen wie folgt definiert: Religion subjective considerata est voluntaria hominis dispositio imo et virtus, qua homo, per acceptionem veritatum ad adimpletionem praeceptorum convenientium, Deo exhibet debitum cultum et reverentiam.[2] „Religion ist, seitens des Subjekts betrachtet, eine willentliche Disposition des Menschen und zugleich eine Tugend, durch welche der Mensch, aufgrund der Annahme der Wahrheiten und aufgrund der Erfüllung der zutreffenden Gebote Gott den schuldigen Kult und Ehre zollt.“ Was ist also die Religion? Wie die Liebe, eine Angelegenheit des Willens, eine Willenssache und keine Gefühlsduselei. Daher ist sie eine Tugend, da man sie sich erarbeiten kann. Durch die wahre Religion zollt man Gott den schuldigen Kult, durch die falsche Religion beleidigt man ihn und sündigt, natürlich, wenn man es nicht besser weiß. Da Gott wahr ist und die Wahrheit selbst, so war es doch selbstverständlich, dass er nach und nach die wahre Religion, also die Art und Weise, wie er verehrt werden möchte, offenbarte. Davon erzählt das Alte Testament und natürlich erfolgte die Hauptoffenbarung in und durch Jesus Christus. Christentum und seine wahre Ausprägung der Katholizismus ist die wahre Religion, die anderen sind schlichtweg falsch. Dies war die konsequente Lehre der Kirche bis zum, wir ahnen es schon, Vaticanum II. Zwar wurde schon bei den frühen Apologeten wie Justin oder Athenagoras davon gesprochen, dass die Samenkörner des Logos (logoi spermatikoi) sich auch unter den Heiden befinden, dies bedeutet aber nicht, dass heidnische Religionen alternative Heilswege sind, wie der unselige Papst Franziskus neuerdings lehrt. Sie sind es nicht! Die Kirche lehrte immer sowohl die Möglichkeit bei einer unbesiegbaren und unverschuldeten Ignoranz (ignorantia invincibilis) durch die Begierdetaufe errettet zu werden, sie lehrte aber auch die Lehre von der hinreichenden Gnade (gratia sufficiens), wonach Gott jedem Menschen so viel Gnade gibt, damit er gerettet werden kann. Daher die Notwendigkeit der Mission und der Verkündigung, damit die Menschen aus der Ignoranz und der Herrschaft der Dämonen zum Licht kommen. Die Enzyklika des Pius IX. Quanto conficiamur moerore vom 10. Aug. 1863, in welcher de fide der Indiferrentismus verurteilt wird, gibt die Lehre vom unüberwindbaren Irrtum und der Notwendigkeit der Kirche wie folgt wieder: „Wiederum müssen Wir den äußerst schweren Irrtum erwähnen und tadeln, in dem sich bedauernswerterweise manche Katholiken befinden, die meinen, Menschen, die in Irrtümern leben und dem wahren Glauben und der katholischen Einheit ferne stehen, könnten zum ewigen Leben gelangen. [DH 2865] Dies widerstreitet freilich in der katholischen Lehre in höchstem Maße. Uns und Euch ist bekannt, dass diejenigen, die an unüberwindlicher Unkenntnis (invicibili ignorantia laborant) in Bezug auf unsere heiligste Religion leiden und die, indem sie das natürliche Gesetz und seine Gebote, die von Gott in die Herzen aller eingemeißelt wurden, gewissenhaft beachten und bereit sind, Gott zu gehorchen, ein sittlich gutes und rechtes Leben führen, durch das Wirken der Kraft des göttlichen Lichtes und der göttlichen Gnade das ewige Leben erlangen können, da Gott,...

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Shawn Tribe, New NLM Series: Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961

 Da sicherlich einige unserer Leser über nicht ausreichende Englischkenntnisse verfügen, um diese Beiträge zu lesen, so können sie sich übergangen fühlen oder gar zurückgesetzt, wie Kinder denen man die Süßigkeiten höher stellt, damit sie selbst nicht ran können. Es ist uns zwar wirklich nicht möglich all diese Beiträge ins Deutsch zu übertragen, vielleicht kann sich einer unserer Leser im Geiste der Sühne, Buße und der Verkündigung dieser Sachen annehmen, wir wollen dennoch jedem dieser Beiträge  ein Vorwort voranstellen, welches die Inhalte zwar nicht nacherzählt, aber ähnliche Thematik anschneidet. Warum diese Brevier-Fixiertheit? Diese muss man sich sicherlich stellen lassen, da die Geschichte des Breviers oder das Breviers selbst in unserem Blog sehr präsent ist. Weil wir herausfinden wollen, warum die Kirche im Laufe der Jahrhunderte ihre Heiligkeit immer mehr verloren hat. – Hat sie das wirklich? – Schauen Sie sich Papst Franziskus und das jetzige Rom an. Sonst noch Fragen? Wir wollen einfach die These untermauern, dass seit dem Mittelalter immer weniger gebetet wurde und somit einerseits die Beters sich immer weniger heiligten, durch diese die Kirche immer weniger geheiligt wurde und dadurch immer weniger Gnaden von Gott erbetet wurden. Denn Gnaden müssen in einer Gott genehmen Weise erbetet werden und zwar durch die, die dazu qualifiziert sind, also reine, heilige, Gott geweihte Menschen, auch Geistliche genannt. Obwohl die unten angeführte Darstellung erst richtig nach dem Tridentinischen Konzil beginnt und wir mit unserer Geschichte des Breviers, mit welchem wir die Zeit bis dahin abdecken wollen, noch am Anfang stehen, so wird auch aus der Darstellung von Gregori DiPippo deutlich, dass vor dem Tridentinum viel mehr gebetet wurde und dass das Tridentinische Brevier eine Verkürzung der bisherigen, monastischen Gebetspraxis darstellte. Der große Vorteil dieser Reform lag daran, dass für die ganze Kirche auch für die Weltgeistlichen ein einziges Brevier vorgeschrieben wurde.  Warum kann es denn vorher zu der Kirchenkrise? Weil das Vorgeschriebene nicht gebetet wurde. Dennoch trug gerade dieses Tridentinische Brevier zu einer Entwicklung der Kirche. Es bleibt aber zu bedenken, dass alle nachtridentinischen Orden, also diejenigen Kongregationen, die nach dem Tridentinischen Konzil begründet wurden, nur das einfache tridentinische Brevier beteten, statt des umfanreicheren monastischen Breviers. Nach dem Tridentinum wurden von den Ungeschuhten Karmeliten und Karmeliterinnen, soweit wir es wissen, keine Mönchsorden gegründet, welcher nur dem Gebet für die Welt dienten. Oder es waren viel weniger als die tätigen, missionarischen Orden. Es begann also damals schon der Aktionismus, dass zwar viele missionierten, aber durch wenige im Gebet unterstützt wurden oder auch selbst weniger beteten. Am Besten sieht man diese Entwicklung beim Jesuitenorden, welcher zum Breviergebet eigentlich erst gezwungen werden musste. Die großen Heiligen waren starke Beter. Vom hl. Petrus Canisius wird überliefert, dass er acht Stunden am Tag betete, vom hl. Patrik, dass er täglich alle 150 Psalmen betete, was aber in seiner Zeit auch die Norm war. Kein Wunder, dass sie so dauerhaft erfolgreich waren. Wie der Input, so der Output. Vor der Reformation lebte, so schätzt man, 1/3 der Bevölkerung in Klöstern, auch wenn nicht alle heilig waren, so war doch dieses Gebetspensum enorm.  Aber schon nach dem Tridentinischen Konzil (1545-1563) trat eine Reduktion ein, welche sich bis zum Vatikanum II fortsetzte und unsere heutige Katastrophe herbeiführte. Gebet wirkt, Gebet öffnet die Augen, Gebet gibt den Glaubenssinn, Gebet zeigt uns die Perspektive Gottes. Jedes Gebet? Leider nicht, nur das alte, traditionelle, vorgeschriebene Gebet. Der Schreiber dieser Zeilen hätte es auch nicht für möglich gehalten, aber er hat es erfahren und erfährt es jeden Tag neu. Bei seinen nachkonziliaren Gebeten und dem nachkonziliaren Brevier war es nicht der Fall. Die Art des Breviers macht also etwas aus. New NLM Series: Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961 by Shawn Tribe Many of our readers will recall the series which the NLM ran from March until May of this year, the Compendium of the 1955 Holy Week Revisions, which was guest written by Gregory DiPippo, an American who lives in Rome. The NLM is pleased to announce a new series of guest articles by the same Gregory DiPippo, this time considering the reforms to the Roman Breviary between the 1568 and 1961 — and as many are likely to ask, this will indeed mean the the reforms to the breviary under Pius X will likewise be considered. However, rather than belabouring you any further with my own introductions, let me allow Gregory to speak for himself to the series in question: The purpose of these articles is to examine the changes made to the Breviary of Saint Pius V from the time of its promulgation in 1568, until its last reform before the Second Vatican Council in 1961. I shall begin with an examination of the 1568 Breviary, compared to an example of its immediate predecessor, the “Breviary of the Roman Curia” published in 1529. The second article in the...

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„Geist willig – Fleisch schwach“ – das Rebloggen fremder Artikel

Die Liturgie des Gründonnerstag ruft uns den Ausspruch des Heilands in Erinnerung mit dem er selbst seine schlafenden Jünger entschuldigt: „Geist willig – Fleisch schwach“. Ja, so ist es wirklich, dass das Fleisch – sprich unsere körperliche Konstitution, auch wohlgenährt, ausgeschlafen und trainiert, die Mühen des Geistes – spricht der intellektuellen und geistigen Anstrengung nicht verkraftet. Der Schreiber dieser Zeilen macht seit einigen Wochen auch diese Erfahrung, dass er von einer Infektion in die andere schlittert und zwar seit er sich vorgenommen hat die besten Stunden des Tages seiner eigentlichen intellektuellen Aufgabe zu widmen, nach der er leider keine Kraft mehr hat wirklich theologisch ausgearbeitete Blog-Beiträge zu verfassen. Denn nach einem Triathlon vormittags, spielt auch niemand 90 Minuten Fußball. Vielleicht geht die Frühjahrerschöpfung irgendwann einmal vorbei und es wird besser sein, aber zurzeit ist es so, wie es ist. Um dennoch unseren Lesern etwas Wertvolles zu präsentieren, was sich nicht so leicht woanders finden lässt, so wollen wir hier nach und nach eine kurze Reihe über die Reformen des Breviers präsentieren, welche ab dem Jahr 2009 in New Liturgical Movement veröffentlicht wurde. Diese Darstellung zeigt ausschließlich die äußere Entwicklung und geht theologisch nicht in die Tiefe, wie es Dom Guéranger oder Pater Bäumer es tun oder bei aller Bescheidenheit auch wir hier versuchen. Sie verschafft aber einen ersten Überblick und verschafft eine erste Orientierung allen, die einer solchen bedürfen.  Sie ist auf Englisch verfasst und wird auch in dieser Sprache präsentiert, sodass alle, die kein Englisch lesen leider das Nachsehen haben werden. Die Sprache ist dennoch recht einfach und den Inhalten ist auch mit einfachen Schulenglisch beizukommen. Wir werden vielleicht, falls uns die Zeit und Gesundheit erlaubt, das eine oder andere kommentieren, dennoch scheint uns dies eine gute Idee zu sein diesen Blog in absehbarer Zeit fortzuführen und die Zeit zwischen eigenen Beiträgen auszufüllen....

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Die Fastenzeit – das Abreichern des Breviers

Das deutsche, bildungssprachliche Verb „abreichern“ stellt eine mögliche Übersetzung des Englischen „to strip“ dar, welches auch „abschneiden, ausziehen, entblößen, entkleiden, abstreifen, abdecken, abtragen etc.“ bedeutet. Da der Schreiber dieser Zeilen zum ersten Mal den Satz „in the Lent time the liturgy is stripped of“ las, so blieb ihm dieser Satz auf Englisch hängen und er muss immer wieder rückübersetzt werden. „Die Liturgie verliert in der Fastenzeit ihre Pracht“, so lautet in etwa dieser Satz auf Deutsch. Sie wird entkleidet, sie verarmt, sie wird einfacher, aber im Sinne von schwieriger und mehr, nicht im Sinne von leichter und weniger, wie wir es seit dem Konzil kennen. Den Höhepunkt dieses Abstreifens bildet der leere Altar an Karfreitag, der im Alten Ritus aller drei Altardecken beraubt wird. Es bleibt nur die nackte Leere und ein offenes Tabernakel. Aber dieses Abstreifen geht sukzessiv vor und fängt tatsächlich mit den Breviergebeten ab Aschermittwoch an. Wir besprechen hier das Tridentinische Brevier, bei welchem diese Änderungen am deutlichsten zu Tage treten. Simplex und Duplex Feste Das Tridentinische Brevier zeigt den Rang der Feste unter anderem durch die Länge der Antiphonen an. Ohne an dieser Stelle gleich die ganze tridentinische Rubrizistik darzulegen, was wir irgendwann tun werden, sei gesagt, dass der niedrigste Rang ein simplex Fest ist, d.h. er beginnt mit einem Teil der Antiphon. So lautet beispielsweise die erste Matutin am Montag der ersten Fastenwoche[1] : Ant. Dóminus defensor (Der Herr ist der Beschützer) Was den Anfang der ganzen Antiphon „Dóminus defensor * vitæ meæ (Der Herr ist der Beschützer meines Lebens)“ darstellt. Die Eigenheit des Tridentinischen Breviers macht auch der Umstand aus, dass unter einer einzigen Antiphon mehrere Psalmen gebetet werden und nicht wie seit 1960 jeder Psalm über eine eigene, ganze Antiphon verfügt. So reicht am Montag der ersten Fastenwoche eine Antiphon für zwei Psalmen aus, wobei vor dem ersten Psalm nur ihr Anfang (Dominus defensor) und am Ende des zweiten Psalms die ganze Antiphon (Dóminus defensor * vitæ meæ) gebetet werden. Wie bereits erwähnt wurden erst durch die „Reformen“ von 1960 die halben Antiphonen eliminiert und seitdem es gibt bei den Festarten jedes Ranges ausschließlich ganze Antiphonen. Wann gibt es denn im Tridentinischen Brevier ganze Antiphonen? An sog. Duplex Festen, d.h. bei größeren Festen und Heiligenfesten, sodass man sich schon an der Anfangsantiphon orientieren kann, welches Fest man begeht. Wozu ist es gut? Um in einem anderen Zeitrhythmus als die Welt zu leben, denn der liturgische Kalender ist nicht der weltliche Kalender. Man lebt tatsächlich in einer anderen Zeit, welche vom Rhythmus von Simplex- und Duplex-Festen vorgegeben wird. So war es im Großen und Ganzen vor dem Konzil. Aber tatsächlich erlebt man diese Staffelung der Liturgie im Tridentinischen Brevier am stärksten, da sich dort die Simplex-Feste von den Duplex-Festen am meisten unterscheiden. Wenn man sich vorstellt, dass alles gesungen wurde und wohl an Simplex-Festen es andere Modi oder Melodien als an den Duplex-Festen gab, so lebte man die Liturgie wirklich und atmete sie ein, wie es eindrucksvoll Dom Prosper Gueranger beschreibt. Wer bestimmte denn, wer oder was ein Duplex-Fest ist? Der Papst durch die Liturgische Kongregation. So bekamen die bedeutenden Heiligen ein Duplex-Fest, die ein wenig vergessenen Märtyrer nur ein Simplex-Fest, bei welchem zu den gewöhnlichen Simplex-Psalmen man den betreffenden Heiligen in der Laudes kommemorierte, d.h. nach dem Tagesgebet anführte. Man schaue es bei divinum officium für Trident 1910 bei Februar nach,[2] so hat bspw. Der hl. Simeon Faustinus am 18.02 ein Simplex-Fest und der hl. Titus am 6.02. ein Duplex-Fest. In der gesamten Fastenzeit, welche ja immer in die zweite Hälfte von Februar und in den März fällt, gibt es verhältnismäßig wenige Duplex-Feste, während beispielsweise in August das eine Duplex-Fest auf das Andere folgt.[3] Die Unterschiede zwischen Simplex und Duplex werden bei der Matutin am deutlichsten. Die Matutin der Duplex-Feste Bei den Duplex-Festen werden nur 9 Psalmen gebetet und zwar: Am Officium der Apostel (apostoli) betet man die folgenden Psalmen: Ps 18 Ps 33 Ps 44 Ps 46 Ps 60 Ps 63 Ps 74 Ps 96 Ps 98 Am Officium der Märtyrer (martyres) betet man die Psalmen: Ps 1 Ps 2 Ps 3 Ps 15 Ps 16 Ps 23 Ps 32 Ps 33 Ps 45 Beim Officium der Bekenner (confessores) betet man hingegen die Psalmen: Ps 1 Ps 2 Ps 3 Ps 4 Ps 5 Ps 6 Ps 14 Ps 20 Ps 23 Beim Officium der Duplex-Feste der Jungfrauen (virgines) oder Witwen (viduae) betet man die Psalmen: Ps 8 Ps 18 Ps 23 Ps 44 Ps 45 Ps 47 Ps 95 Ps 96 Ps 97 Welches Officium wird denn am häufigsten gebetet? Das der Bekenner, d.h. festa confessorum. Es ist durchaus möglich und es kommt auch recht oft vor, dass man mehrere Tage hintereinander ausschließlich die neun Psalmen der Bekenner-Feste betet. Dies hängt natürlich vom Kalender der jeweiligen Brevier-Ausgabe ab. So gab es...

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„Schade, dass Sie es selbst nicht sehen können“ oder die Matutin des Tridentinischen Breviers

Im Heimatland des Schreibers dieser Zeilen gab es einen berühmten Radiokommentator, welcher, in Zeiten als noch nicht alles im Fernsehen gesendet wurde, bei seinen Kommentaren zu Übertragungen von Sportereignissen manchmal vom Gefühl überwältigt ausrief: „Ja, schade, dass Sie es selbst nicht sehen können“. Denn er war Vorort, im Stadion oder anderswo und er selbst, im Gegensatz zu seinen Zuhörern, konnte es sehen. Es stimmt wirklich, dass die Stadionatmosphäre ein Ereignis für sich ist und dass manche Menschen z.B. zu Fußballspielen wegen der Atmosphäre und nicht wegen des Spiels selbst gehen, welches manchmal sehr langweilig ist. Aber die Rufe des erwähnten Radiokommentators konnten bei den Hörern folgende Reaktionen auslösen: „Er macht uns auf etwas aufmerksam, worauf wir keinen Einfluss haben, denn wir sind nicht da.“ „Er gibt an.“ „Er demütigt uns.“ Ähnliche Erlebnisse wie dieser Radiokommentator hat der Schreiber dieser Zeilen nach dem Beten der heutigen Matutin des tridentinischen Breviers, welche den Sonntag der Quinquagesima, also den 50. Tag im vorkonziliaren Kirchenjahr oder den 7. Sonntag vor Ostern betreffen.[1] Das Wehklagen über die Brevierreformen stellt einen festen Punkt unserer Beiträge dar, doch wir wollen mit dieser Wiederholung die Leser nicht überstrapazieren. Was hat denn dieses Brevier, was die anderen nicht haben? Man kann es selbst hier vergleichen,[2] wir sagen es aber selbst. Es ist das längste und daher das gnadenreichste Brevier. Am Sonntag der Quinquagesima haben wir außer den üblichen 18 Sonntagspsalmen sehr gute und inspirierende Kommentare der Kirchenväter und ein sehr in die Tiefe gehendes Evangelium. Nokturn I. In der ersten Nokturn werden die folgenden Psalmen ganz gebetet: Psalm 1 Psalm 2 Psalm 3 Psalm 6 Psalm 7 Psalm 8 Psalm 9 Psalm 10 Psalm 11 Psalm 12 Psalm 13 Psalm 14 Sie sind teilweise auch auf Deutsch übersetzt und können unter divinum officium eingesehen werden.[3] Und warum nicht die Psalmen 4 und 5? Weil der Psalm 4 täglich in der Komplet gebetet wird und man ihn vielleicht nicht wiederholen wollte, der Psalm 5 wird hingegen bei der Laudes am Montag gebetet. Vielleicht hielt man diese beiden Psalmen für nicht festlich genug für die Sonntagsmatutin. Die Lesungen der ersten Nokturn, welche den zwölf ganzen Psalmen folgen, erzählen die Geschichte Abrahams Gen 12:1-6 Gen 12:7-13 Gen 12:14-19. Man muss hier erwähnen, dass erst ab dem Brevier des Pius X. Divino afflatu aus dem Jahre 1911 die Psalmen in Abschnitte geteilt wurden, was eine völlig andere Psalmenanordnung des Breviers nach sich zog,[4] Vorher, also ungefähr 1800 Jahre lang betet man die Psalmen immer ganz, wobei nur der 118 Psalm, nach der Vulgata-Nummerierung, geteilt wurde. Nokturn II. Die zweite Nokturn besteht diesmal nur aus drei ganzen Psalmen uns zwar aus: Psalm 15 Psalm 16 Psalm 17 Nach welchen in drei Lesungen die Geschichte Abrahams aus der ersten Nokturn mit dem Text eines Kirchenvaters kommentiert wird. Diesmal ist es der Kommentar des hl. Ambrosius von Mailand. Der deutsche Text wird irgendwann einmal auf divinum officium erscheinen und wir können wirklich nicht alles selbst übersetzen. Ja, „Schade, dass Sie es selbst nicht sehen können!“ Nokturn III. Die dritte und letzte Nokturn besteht ebenfalls aus nur drei ganzen Psalmen: Psalm 18 Psalm 19 Psalm 20 Nach welchen das Sonntagsevangelium Lk 18:31-43 gelesen wird, dem wieder einmal der Kommentar eines Kirchenvaters folgt, diesmal vom Gregor dem Großen. Das Evangelium der Quinquagesima verbindet die Ankündigung des Leidens Christi, welches er selbst allen vorhersagt mit dem Wunder der Blindenheilung. Das Evangelium lautet in der Fassung der Einheitsübersetzung wie folgt: 31 Jesus versammelte die Zwölf um sich und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird sich alles erfüllen, was bei den Propheten über den Menschensohn steht: 32 Er wird den Heiden ausgeliefert, wird verspottet, mißhandelt und angespuckt werden, 33 und man wird ihn geißeln und töten. Aber am dritten Tag wird er auferstehen. 34 Doch die Zwölf verstanden das alles nicht; der Sinn der Worte war ihnen verschlossen, und sie begriffen nicht, was er sagte. 35 Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte. 36 Er hörte, daß viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten? 37 Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber. 38 Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! 39 Die Leute, die vorausgingen, wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! 40 Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: 41 Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können. 42 Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen. 43 Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott. Warum ausgerechnet diese Verbindung?...

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Ante luciferum genitus- Erscheinung des Herrn

Die heutige erste Antiphon der Laudes aller vorkonziliaren Breviere lautet: Ante luciferum genitus, et ante saecula, Dominus Salvator noster hodie mundo apparuit. Vor der Morgenröte [dem Lichtträger] geboren und vor aller Zeit, Herr, der Heiland ist uns heute erschienen. Wie wir uns denken können, gibt die deutsche Übersetzung nicht die Tiefe und Fülle des Lateins wieder, welches die Lehre der Kirche exakt wiedergibt. Ante luciferum Das lateinische lucifer bedeutet sowohl die Mörgenröte, den Licht- oder Fackleträger oder auch den Luzifer, den größten und ersten der gefallenen Engel. Wir werden uns der Angelologie, der Dämonologie, denn die Dämonen sind gefallenen Engel und dem Engelsturz als solchem noch irgendwann widmen, ohne, wie wir hoffen, wie Gabrielle Bitterlich in Gnosis zu fallen. An dieser Stelle sei so viel gesagt, dass nach Meinung der Theologen, denn diese Lehre wurde niemals dogmatisiert, war es der Luzifer, das erste, beste und schönste Geschöpf Gottes, welcher sich deswegen gegen Gott auflehnte und 1/3 der Engel hinter sich zog, weil er Christus-Gott in seiner Menschwerdung, aber vor allem in seiner Kreuzigung anbeten sollte. Da die Engel uns Menschen dermaßen übergeordnet sind, da sie die viel vollkommeneren Geschöpfe darstellen, so war es für Luzifer unbegreiflich, warum er vor so einem Wurm hinknien sollte. Woher wissen wir das? Theologenmeinung Privatoffenbarungen Aussagen der Dämonen bei Exorzismen Die Glaubwürdigkeit ist in einer absteigenden Reihenfolge, denn Privatoffenbarungen können irren und die Dämonen lügen permanent, auch wenn sie die Wahrheit sagen, wie witzig und treffend jemand formulierte. Dennoch ist die Lehre, dass die Engel, die später zu Dämonen wurden, als gut geschaffen worden sind, ein Dogma der Kirche (DH 800). Die Details, wie es zum Engelssturz kam, bleiben jedoch verborgen. Das Weihnachtsfest bleibt jedoch unverständlich, wenn man ausschließlich die menschliche Natur Christi betrachtet, wie es nach dem Konzil fast ausschließlich der Fall ist. Christus ist der Eingeborene Sohn Gottes und Gott zugleich, der gleichewig mit dem Vater ist, als eine Person der Heiligen Dreifaltigkeit. Der Ausdruck „genitus“ – „geboren“, bedeutet nicht, dass es „eine Zeit gab, wo das Wort nicht war“, wie der verurteilte Arius meinte, sondern, dass ein ewiger oder besser formuliert ein „gleichewiger“ (coaeternus) Hervorgang (processio) oder spiratio activa des Sohnes vom Vater besteht. All diese Termini sind theologische Fachausdrücke, die wir auch irgendwann genau erläutert werden, was wahrscheinlich viele, viele Seiten betragen wird. Wenn aber die heilige Liturgie uns: Ante luciferum genitus – sagt, so bedeutet diese, dass: Das Ewige Wort Gottes, durch das alles, also auch die Engel, geschaffen wurde, Vor den Engeln, auch vor Luzifer, war, Und der Hervorgang des Sohnes vom Vater vor aller Zeit herrschte. Ante saecula Der zweite Begriff, den es zu präzisieren gilt, lautet: ante saecula – vor der Zeit. Das Wort „saeculum“ oder aeon, griech. aion, bedeutet einen Zeitanfang in der Ewigkeit. Wie soll das gehen? Nur Gott ist ewig (aeternus), die Theologie sagt sogar: sempinternus– „immer ewig“, was suggeriert, dass es Dinge gibt, die weniger ewig sind. Der hl. Thomas von Aquin sagt, dass der zeitliche Anfang der Welt eine Glaubenswahrheit ist, denn rein philosophisch gesehen, könnte die Welt auch ewig sein, aber nicht gleichewig mit Gott. Daher führte die Theologie schon recht früh Begriffe ein, welche sich auf Dinge oder Geschöpfe bezogen, welche vor Erschaffung der Welt geschaffen worden sind. So z. B. die Zeit, die Engel, den Raum etc. All diese Überlegungen sind sehr interessant, spezifisch und gehen in die philosophische und theologische Interpretation des Sechstagewerkes ein. Im Westen hat sich damit Albert der Große befasst, der auch die griechischen Kirchenväter, hauptsächlich über den hl. Ambrosius von Mailand, rezipierte. Uns genügt hier zu sagen, dass Christus als Gott und Sohn Gottes ebenfalls vor dem aevum, saeculum, also vor aller Zeit war. Der Ausdruck ante saecula ist eine nochmalige Betonung der Gottheit Christi. Dominus Salvator noster hodie mundo apparuit Derjenige, der also als das Wort Gottes (Verbum, Logos) immer war, wird als Mensch zeitlich. Er „ist heute der Welt erschienen“, sagt diese Antiphon. Welcher Welt? Hauptsächlich der heidnischen Welt, denn die drei Weisen aus dem Morgenland stellen die Heiden, ihre Weisheit und ihre Geheimwissenschaften dar. Die Juden oder die Israeliten wurden durch die Propheten darauf vorbereitet und die Geburt Christi wurde durch die Hirten verkündet. Der große Andrang fiel aber aus. Irgendwie traurig und war ist es, dass es ausgerechnet die Heiden, die Ausländer es waren, die Herodes von der Geburt des Königs unterrichteten, obwohl die Priester und die Schriftgelehrten Israels es besser wissen sollten. Die einen wussten wo, die anderen, wann. So spricht ungefähr die heutige Homilie vom Gregor dem Großen.[1] Die Verstockung der Juden, womit die Schriftgelehrten aller Zeiten gemeint sein können und der Glaube der Heiden. Ja die erste Antiphon der heutigen Laudes ist wirklich sehr schön und regt nach Denken an. [1] http://divinumofficium.com/cgi-bin/horas/officium.pl...

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Der hl. Evangelist Johannes – der vom Herzen des Herrn getrunken hat

Die heutige Liturgie feiert am 27.12 das Fest des Evangelisten Johannes. Ein Fest, welches ab der Reform von 1955 durch den Sonntag der Weihnachtsoktave gleichsam zugedeckt wird. Dies bedeutet, dass im Falle, dass das Johannesfest auf einen Sonntag fällt, die Messe vom Sonntag und das Brevier vom Sonntag gelesen werden. War es denn früher anders? Ja, denn bis zu den „Reformen“ von 1955 waren manche Heiligenfeste höher gestuft als ein Sonntag. Dies gilt ja auch heute beispielsweise für Weihnachten. Fällt es auf einen Sonntag, dann feiern wir Weihnachten und nicht einen Sonntag. Das die Heiligen den konkreten Weg der Christusnachfolge zeigen, daher waren sie und ihre Feste allen Häretikern und „Reformern“ ein Dorn im Auge. Nach den protestantischen Reformatoren waren es die Jansenisten, welche sehr lange sich darüber ärgerten, dass angeblich die Heiligenfeste die Sonntage „zudecken“. Diese Tendenz die Heiligenfeste durch Sonntage zu eliminieren ist expressis verbis vom Pius VI. in der Konstitution Auctorem fidei verurteilt worden, welche sich mit den Irrlehren der Synode von Pistoia (1794) auseinandersetzte. Diese Verurteilung lautet wie folgt: „74. Die Entscheidung der Synode, die über das Jahr hin festgelegten Fest auf einen Sonntag zu verlegen …“. (DH 2674)

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Der hl. Evangelist Johannes – der vom Herzen des Herrn getrunken hat

Die heutige Liturgie feiert am 27.12 das Fest des Evangelisten Johannes. Ein Fest, welches ab der Reform von 1955 durch den Sonntag der Weihnachtsoktave gleichsam zugedeckt wird. Dies bedeutet, dass im Falle, dass das Johannesfest auf einen Sonntag fällt, die Messe vom Sonntag und das Brevier vom Sonntag gelesen werden. War es denn früher anders? Ja, denn bis zu den „Reformen“ von 1955 waren manche Heiligenfeste höher gestuft als ein Sonntag. Dies gilt ja auch heute beispielsweise für Weihnachten. Fällt es auf einen Sonntag, dann feiern wir Weihnachten und nicht einen Sonntag. Das die Heiligen den konkreten Weg der Christusnachfolge zeigen, daher waren sie und ihre Feste allen Häretikern und „Reformern“ ein Dorn im Auge. Nach den protestantischen Reformatoren waren es die Jansenisten, welche sehr lange sich darüber ärgerten, dass angeblich die Heiligenfeste die Sonntage „zudecken“. Diese Tendenz die Heiligenfeste durch Sonntage zu eliminieren ist expressis verbis vom Pius VI. in der Konstitution Auctorem fidei verurteilt worden, welche sich mit den Irrlehren der Synode von Pistoia (1794) auseinandersetzte. Diese Verurteilung lautet wie folgt: „74. Die Entscheidung der Synode, die über das Jahr hin festgelegten Fest auf einen Sonntag zu verlegen …“. (DH 2674)

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Lesungen der Matutin der Vigil des Weihnachtsfestes

Weniger Breviergebet ist weniger geistliche Leistung Da wir alle heute und morgen den Kirchgang vor uns haben, auf den wir uns mental einstellen müssen, falls wir wieder einer nachkonziliaren „Jedoch-Aber-Wenn-Miteinander-Flüchtlinge-Rettet-die-Wale-Predigt“ ausgesetzt sein werden, so wollen wir uns mit Texten trösten, die wirklich katholisch sind und welche uns das Geheimnis der Menschwerdung Gottes nahebringen. Der Schreiber dieser Zeilen hat die heutige Matutin der Vigil des Weihnachtsfestes bereits gelesen und die heutigen Lesungen haben ihn so erfreut, dass er diese Freude den Lesern unseres Blogs mitteilen möchte. Dank der Mühe von divinum officium.com sind diese Lesungen auf Deutsch übersetzt, sodass wir sie hier bloß einzukleben brauchen. Die vorgestellten drei Lesungen gelten für alle vorkonziliaren Breviere: das tridentinische, Divino Afflatu, das Pianische und das aus dem Jahre 1962. Diese drei Lesungen werden heute im Officium der Weihnachtsvigil nach den Psalmen gebetet und zwar: im tridentinischen Brevier nach zwölf ganzen Psalmen (ergibt insgesamt 290 Psalmenverse), im Divino Afflatu-Brevier aus dem Jahre 1911 nach 9 geteilten Psalmen (ergibt insgesamt 98 Psalmenverse), im Pianischen Brevier aus dem Jahre 1955 nach 9 geteilten Psalmen (ergibt insgesamt 98 Psalmenverse), im Brevier des Johannes XXIII aus dem Jahre 1962 nach nach 9 geteilten Psalmen (ergibt insgesamt 98 Psalmenverse)....

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (8)

8 Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers mit den Teilen der Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Lesung 4 Deshalb haben schon in früheren Zeiten Bischöfe, Priester, Ordensgenossenschaften und sogar Kaiser und Könige den Apostolischen Stuhl gebeten, die Unbefleckte Empfängnis der allerseligsten Gottesmutter als Glaubenssatz zu erklären. Diese Bitten wurden auch in der Gegenwart wiederholt, und sie wurden besonders Unserem Vorgänger Gregor XVI. seligen Angedenkens und Uns selbst von Bischöfen, von Weltpriestern, von Ordensgenossenschaften, von hochstehenden Fürsten und vom gläubigen Volke vorgetragen. Dies alles wußten Wir sehr wohl und erwogen es ernstlich, und es machte Unserem Herzen besondere Freude. Sobald Wir also ohne Unser Verdienst nach dem unerforschlichen Ratschluß der göttlichen Vorsehung auf diesen erhabenen Lehrstuhl des heiligen Petrus erhoben wurden und das Steuer der ganzen Kirche übernahmen, betrachteten Wir es als Unsere heiligste Pflicht, entsprechend Unserer großen, von früher Kindheit an gehegten Verehrung, Andacht und Liebe zur allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, alles durchzuführen, was die Kirche wünscht, damit die Ehre der allerseligsten Jungfrau vermehrt werde und deren Vorzüge in noch hellerem Lichte erglänzen....

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (7)

7 Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers mit den Teilen der Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Lesung 4 Wir alle aber wissen, mit welchem Eifer diese Lehre über die Unbefleckte Empfängnis der jungfräulichen Gottesmutter von den angesehensten Ordensgenossenschaften, von den berühmtesten theologischen Hochschulen und den hervorragendsten Lehrern der göttlichen Wissenschaft vertreten, dargelegt und verteidigt wurde. Ebenso ist bekannt, wie sehr die Bischöfe besorgt waren, auch bei den Kirchenversammlungen öffentlich und vor der ganzen Welt zu bekennen, dass die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria schon im voraus im Hinblick auf die Verdienste unseres Herrn und Erlösers niemals der Erbschuld unterworfen wurde, sondern voll und ganz von der Makel der Erbsünde bewahrt blieb und so auf eine besonders hehre Weise erlöst wurde. Dazu kommt noch eine überaus wichtige und bedeutsame Tatsache. Das Konzil von Trient hatte bei der Verkündigung des Glaubenssatzes von der Erbsünde auf Grund der Zeugnisse der Heiligen Schrift, der Kirchenväter und der rechtmäßigen Kirchenversammlungen festgelegt und entschieden, daß alle Menschen mit der Erbsünde behaftet zur Welt kommen; das gleiche Konzil erklärte indessen ebenso feierlich, es sei nicht seine Absicht, in dieses Dekret und in diese allgemeine Entscheidung die heilige und unbefleckte Jungfrau und Gottesmutter Maria miteinzuschließen. Durch diese Erklärung haben die Väter von Trient auf die Freiheit der allerseligsten Jungfrau von der Erbsünde den damaligen Verhältnissen entsprechend deutlich genug hingewiesen und ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß aus der Heiligen Schrift, aus der Überlieferung und den Zeugnissen der Väter nichts vorgebracht werden kann, was diesem erhabenen Vorzug der Jungfrau irgendwie entgegensteht.  ...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (5)

  Wo ist der vierte Tag oder Oktave oder die Macht der Rubriken Bevor wir hier unsere Lesung fortsetzen, wird sich einigen von uns sicherlich die Frage stellen, was mit dem vierten Tag der Oktave passiert ist, da zuletzt die Texte des dritten Tages der Oktave gelesen wurden. Die simple Antwort lautet: den vierten Tag gibt es nicht. Warum? Weil in der Zeit der Oktave der Unbefleckten Empfängnis, also zwischen dem 8.12 bis 15. 12, nicht nur sehr wichtige Heiligenfeste fallen, welche immer in der Kirche feierlich begangen wurden, sondern auch der dritte Adventsonntag fällt. Da jedes neu eingeführte Fest, wie das der Unbefleckten Empfängnis eine Art Neuordnung des liturgischen Kalenders nach sich zog, so entstand mit der Zeit die theologische Disziplin der Rubrizistik, von lat. rubrum – „rot“, in welcher nicht nur angegeben wurde, wie zu zelebrieren sei, sondern auch welches Fest das wichtigere sei und warum.  Ohne an dieser Stelle ins Detail zu gehen, lässt sich zum Letzteren sagen, dass man hierzu in entsprechende Tabellen zu schauen hat, um zu wissen, welches Fest und welche Oktave über- oder untergeordnet ist. Denn es gibt sowohl bei den Festen als auch bei den Oktaven Hierarchien. Je wichtiger ein Fest ist, z. B. Ostern oder Weihnachten, umso weniger darf es verschoben werden oder in der dazugehörigen Oktave darf etwas dazwischen kommen. Die Rubriken sagen auch, was zu tun ist, wenn Kalender bedingt zwei Fest zusammenfallen, welches dann einer translatio also „Verschiebung“ unterliegt und welches nicht. Natürlich gibt es verschiedene Rubriken zu verschiedenen Brevieren: das Tridentinische Brevier (1570-1910) hat eigene Rubriken, das Divino afflatu des Pius. X von 1911 hat eigene Rubriken, das Pianische Brevier von 1955 hat eigene Rubriken, das Brevier des Johannes XXIII. von 1960 hat eigene Rubriken....

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (3)

3 Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers mit den Teilen der Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde.   Lesung 4 Deshalb verwendet ja auch die Kirche die gleichen Worte, mit denen die Heilige Schrift von der ungeschaffenen göttlichen Weisheit spricht und ihren ewigen Ursprung schildert, im kirchlichen Stundengebet und bei der Feier des hochheiligen Opfers und überträgt sie auf den Ursprung dieser Jungfrau; deren Erschaffung wurde ja auch zugleich mit der Menschwerdung der göttlichen Weisheit beschlossen. Dies alles wurde von den Gläubigen überall gern aufgenommen. Es ist dies ein Beweis dafür, mit welchem Eifer diese Lehre von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau auch von der Römischen Kirche, der Mutter und Lehrerin aller Kirchen, gepflegt wurde. Dennoch verdienen die wichtigsten Schritte dieser Kirche einzeln aufgezählt zu werden; denn die Würde und das Ansehen dieser Kirche ist so groß, ihr kommt es auch voll und ganz zu, da sie der Zentralpunkt der katholischen Wahrheit und Einheit ist; in ihr allein wurde der Glaube unverfälscht bewahrt; von ihr müssen alle übrigen Kirchen den Glauben übernehmen....

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (2)

  2 Tag der Oktave Wir setzen unsere Lektüre der Lesungen der zweiten Lectio des alten Breviers mit den Teilen der Teilen der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus (1854) vom Pius IX, mit welcher die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis dogmatisiert wurde. Die deutsche Fassung, leider auf divinum officium noch nicht vorhanden, stammt von dieser Seite hier.[1]   Lesung 4 Der über alle Worte erhabene Gott, dessen Wege Erbarmen und Wahrheit, dessen Wille die Allmacht ist, dessen Weisheit machtvoll wirkt von einem Ende bis zum anderen und in Milde alles lenkt, sah von Ewigkeit her das unheilvolle Verderben des ganzen Menschengeschlechtes infolge der Sünde Adams voraus. In seinem geheimnisvollen, der Welt verborgenen Ratschluß beschloß er aber, das erste Werk seiner Güte durch die Menschwerdung des Wortes auf eine noch unbegreiflichere Weise zu ergänzen. Denn der Mensch, der entgegen seinen liebevollen Absichten durch die List des Teufels in Schuld geraten war, sollte nicht zugrundegehen, und das, was durch den ersten Adam gefallen war, sollte durch den zweiten weit glücklicher wieder aufgerichtet werden. Darum wählte er von Anfang an und vor aller Zeit schon für seinen eingeborenen Sohn eine Mutter aus, und bestimmte, daß er von ihr in der seligen Fülle der Zeiten als Mensch geboren werden sollte;...

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Die Schätze des Breviers: Lesungen in der Oktav der Unbefleckten Empfängnis (1)

  Zwar können sich alle unsere Leser diese Texte auf der divinum officium Seite selbst durchlesen, aber es ist auch wahrscheinlich, dass dies kaum jemand tun wird. Das Nachtgebet des Breviers die Matutin, besteht, ohne jetzt in die Einzelheiten zu gehen, aus drei Lectiones – Gebeten, die am Anfang zu verschiedenen Nachtstunden gebetet wurden, bevor sie in Eins zusammengefasst wurden. An Festen und Feiertagen besteht die Matutin aus neun Psalmen, je drei Lectiones, welche, in den Brevieren von 1570 und 1911, also in dem Tridentinischen und dem Divino afflatu Brevier von neun Lesungen gefolgt werden. Es sieht in etwa so aus: Erste Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (1-3) AT AT AT Zweite Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (4-6) Predigt Predigt Predigt Dritte Lectio Drei Psalmen Drei Lesungen (7-9) Tagesevangelium Predigt Predigt/Biographie des kommemorierten Heiligen...

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Jetzt alle vorkonziliaren Breviere auch auf Deutsch online

Wir freuen uns unseren Lesern mitteilen zu können, dass dank der göttlichen Vorsehung und der emsigen Arbeitsamkeit der Kollegen von divinum officium schon jetzt alle vorkonziliaren Breviere, samt ihrer deutschen Übersetzung, online parat sind.[1] Somit kann jeder, der ein internetfähiges Handy hat online gehen und die dort aufgeführten Gebete auf Lateinisch beten und die deutsche Übersetzung, falls er kein Latein kann, gleich mit verfolgen. Die deutsche Übersetzung ist gut, sprachlich gelungen und stammt von dem breslauer Erzpriester Dr. Stanislaus Stephan (1867-1926).[2] Dennoch muss man sagen, dass die Übersetzung natürlich nur ein Hilfsmittel ist, denn gebetet wird auf Lateinisch. Auch die online Version ist ein Hilfsmittel, denn, wie der Schreiber dieser Zeilen ausprobiert hat, am meisten wirkt das Breviergebet, wenn man es in der liturgisch vorgeschriebenen Haltung mit einem tatsächlich vorhandenen Brevier betet, welches sicherlich für den Gebrauch gesegnet wurde und daher ein Sakramentale darstellt. Der Schreiber dieser Zeilen betet zwar das Tridentinische Brevier auch per Handy, wenn er irgendwo unterwegs ist, aber er muss schon sagen, es ist nicht dasselbe. Dies alles zwecks Einführung....

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Alma redemptoris Mater oder das nahrhafte Brevier

Liturgiereform und Brevierreform Der Katholik wird durch die Liturgie erzogen. Er wurde bis zum Vatikanum II zu seinem Wohl erzogen, nach dem Vatikanum II hingegen leider zu seinem Verderben. Derjenige, der das Brevier aus Pflicht betet oder es freiwillig tut, unterliegt dieser Veränderung noch vielmehr. Die alten Breviere wurden nach den Jahreszeiten unterteilt und so haben wir die pars verna, aestiva, autumnalis et hiemalis – also den Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterteil. Das Jammern über die Liturgiereform versuchen wir uns an dieser Stelle zu sparen, obwohl die Klage sicherlich hier und da noch durchbrechen wird. Die Natur ist zyklisch, das Brevier auch. Da der Schreiber dieser Zeilen schon das zweite Jahr hindurch das Tridentinische Brevier betet, also dasjenige, das zwischen 1570 und 1910 verpflichtend war, so stellt er fest, dass er immer mehr in diesen liturgischen Zyklus hineinwächst und sich an die Lesungen des Vorjahres erinnert, was ihm bei dem nachkonziliaren Brevier, das er über 25 Jahre lang gebetet hatte, nie passierte. Es liegt einfach an dem Brevier, nicht am Beter. Die alten Gebete und Lesungen hinterlassen halt einen bleibenden und heiligenden Eindruck, die neuen tun es nicht. Das Beten der alten Breviere erinnert an das Anfassen von Blattgold oder von Goldstaub. Irgendetwas bleibt an uns hängen und wir werden gleichsam vergoldet. Im Gegensatz zum natürlichen Goldstaub geht der „Gebetsstaub“ nicht aus. Die Fülle aber des Goldes bleibt übrig und geht nicht zur Neige....

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Was können wir für die Terroropfer von Paris tun? Das tridentinische Totenoffizium beten!

Nach der katholischen Lehre ist die Seele unsterblich. Sie lebt also nach dem körperlichen Tod weiter und trägt in der Ewigkeit die Konsequenzen ihrer Taten, die sie zu Lebzeiten begangen hat. Von diesen Taten hängt ihr weiterer Los ab. Denn sie kann: In den Himmel, In die Hölle, In das Fegefeuer gelangen. Direkt in den Himmel gelangen die Wenigsten und jetzt wohl weniger als je in der Kirchengeschichte zuvor. Privatmeinung unseres Blogs. In die Hölle gelangen leider viele, doch die allermeisten gelangen in das Fegefeuer – den Ort der Reinigung- wo sie von den Konsequenzen, den zeitlichen Sündenstrafen, gereinigt werden, um von dort zur Anschauung Gottes zu gelangen. Die Darlegung der katholischen Lehre vom Fegefeuer soll an einer anderen Stelle erfolgen. Doch es erschließt sich wohl allen, dass man annehmen muss, dass nicht alle Menschen so gut sterben, dass sie direkt in den Himmel kommen und nicht alle so schlecht sind, dass sie in die Hölle kommen. Es muss, logisch betrachtet, einen Zwischenstand geben. Und den gibt es wirklich. Da diese Menschen noch weiterhin existieren und unter der Läuterung leiden, denn diese ist leidvoll, so stellt sich die Frage, ob wir für sie etwas tun können? Ja, wir können es.

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