Tradition und Glauben

29. Januar – Hl. Franz von Sales

Da in manchen Monaten fünf Mittwoche statt vier vorkommen, so fügen wir einen zusätzlichen spirituellen Beitrag ein, um dem spirituellen Mittwoch gerecht zu werden. Gestern am 29. Januar feierte die Kirche im alten Kalender das Fest des hl. Franz von Sales (1567-1622), dessen Gedenken nach dem Konzil aus unerklärlichen Verwirrungsgründen auf den 24. Januar verlegt wurde. Man kann seinen frommen Lebenslauf hier nachlesen, aus dem ersichtlich wird, dass der hl. Franz richtigerweise der nachkonziliaren damnatio memoriae (Verdammnis der Erinnerung) unterworfen wurde. Er hat nämlich sein ganzes Leben lang lauter vorkonziliare Dinge getrieben, welche jetzt unter Bergoglio nicht nur anrüchig, sondern richtig verdammungswürdig sind. Nennen wir nur drei: Er hat lebenslang die Keuschheit bewahrt. Er hat Protestanten zum Katholizismus bekehrt. Er hat einen Nonnenorden gegründet. Was sind aber die unkatholischen Direktiven des jetzigen Pontifikats? ad 1. Sex, Sex, Sex, am liebsten gleichgeschlechtlich einvernehmlich, von Bischof zu Seminarist und umgekehrt und nieder mit dem Zölibat. ad 2. Ökumene hoch drei, die Einheitsreligion der neuen Einheitskirche. ad 3. Vultum Domini und Cor orans, praktische Auflösung der kontemplativen Orden, Auflösung einigermaßen traditioneller und frommer Frauenorden.  Warum protestieren denn unsere lieben Geistlichen nicht dagegen? Weil es ihnen egal ist und Homosex „dumm im Kopf macht“, wie sich der Bayer tautologisch auszudrücken beliebt. Diejenigen, die im Konkubinat leben und „Abschaffung des Zwangszölibats“ fordern, sind auch nicht besser dran. Wie anders verfuhr doch der hl. Franz von Sales, der sich wirklich um die ihm anvertrauten Seelen kümmerte: Um den Verwüstungen des Calvinismus in seinem Land entgegen zu wirken, bat der Herzog von Savoyen den Bischof von Genf, der zu Annecy residierte, um tüchtige Missionare. Der junge Dompropst übernahm die Mission in Chablais. Zwei Jahre lang haßten ihn die Calvinisten mit satanischem Haß, verschlossen ihm alle Türen, gaben ihm weder Nahrung noch Herberge – nicht einmal um teures Geld, und suchten ihn oft zu töten: allein Franz blieb stets sanft, heiter, voll Gottvertrauen; er zog landauf, landab, spendete milde Gaben den Armen, herzlichen Trost den Bedrängten, liebreiche Lehren den Kindern. Die Glut seiner Liebe überwand allmählich die Vorurteile der Verführten und drang in die Herzen der Edleren. Die erste Eroberung seiner ausdauernden Freundlichkeit war, daß er in einer alten 3/5 Kapelle predigen durfte. Mit jeder Predigt wuchs die Zahl seiner Zuhörer, eine wunderbare Kraft entströmte seinen Worten und seinen Blicken… Nach Verlauf von zwei Jahren frohlockte das ganze Volk – 72000 Seelen über den Wiederbesitz des alten, katholischen Glaubens, den der Heilige durch Errichtung von Pfarreien und Einsetzung würdiger Priester befestigte.  Ja, die lieben Kalvinisten haben ihn gehasst und umzubringen versucht, er aber hat gewirkt und wie. Er ist nach Genf, ins Schlangennest – die Hochburg des Kalvinismus gegangen – ohne an seine Sicherheit zu denken, vom zweiten Stück Kuchen im Kaninchenzuchtverein, der sicherlich kein katholischer war, ganz zu schweigen. Ihr gut genährter Herr Pfarrer wird sich nach diesem Dictum im Sessel zurücklehnen, mit der Zigarre nach oben paffen und sagen: Nein, nein, so einfach ist es nicht. Man muss differenzieren und divergieren. Damals für die damaligen Zeiten war es richtig. Heute für die heutigen Zeiten ist es falsch. Wir müssen an die Ökumene denken und den Dialog pflegen. Ganz ohne Konflikte, versteht sich.  Und ihr immer erschrockener Pius-Priester wird entgegnen:   Ja, ja, die große vorkonziliare Heiligkeit. Aber heute ist es schwieriger, die Gesellschaft wissen Sie, keinen Halt in den Familien. Es erfordert Klugheit, man ist den Gehorsam den Oberen schuldig. Wir müssen zuerst an unsere kleine Herde denken. Die Konzilskirche soll es bitteschön machen. Sodass die armen Seelen der heutigen Kalvinisten genauso auf die Hölle zurasen, wie die Seelen der Taufscheinkatholiken, die dank dieser „Seelsorge“ an nichts glauben, weil ihnen niemand etwas verkündet. Warum ist es so? Weil Verkündigung Mut erfordert und unsere lieben Geistlichen sind allesamt schrecklich feige. Aber lesen wir dazu die Predigt des hl. Augustinus zu Mt 5, 13-19 (Ihr seid das Salz der Erde), wie sie in der Dritten Matutin des Tridentinischen Breviers und des Breviers des Pius X. vorkommt. Diese Predigt wird an den Festen der Kirchenlehrer gelesen, zu denen ja der hl. Franz von Sales gehört:   Es zeigt der Herr, dass als blöde diejenigen anzusehen sind, die entweder in der Sucht nach der Menge zeitlicher Güter oder aus Furcht vor Mangel an solchen die ewigen Güter verlieren, die von den Menschen weder gegeben, noch weggenommen werden können. Deshalb heißt es: „Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll es gesalzen werden?“ Das will heißen: wenn ihr, wo durch euch die Volksscharen gleichsam durchgesalzen werden sollen, aus Furcht vor der eine Zeitlang dauernden Verfolgung das himmliche Reich verliert, welche Menschen werden dann da sein, durch die euch der Fehler entfernt wird, da ja euch der Herr dazu erwählt hat, durch euch die Fehler der anderen zu entfernen?  Betrachten wir dieses Fragment hinsichtlich unserer lieben Geistlichen. Sie wurden erwählt, um uns zu erleuchten und durchzusalzen. Wenn sie verkommen, wird es niemanden geben, der sie ermahnen kann, weil er...

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Das Fest der Kathedra Petri oder den Feind bekämpfen dort, wo er ist

Bei seinen jüngsten Unternehmungen wird DSDZ (dem Schreiber dieser Zeilen) wieder einmal klar, dass die allermeisten Menschen: sich nicht anstrengen wollen, mit niemanden anecken wollen, für das Nichtstun gerne entlohnt werden möchten, indem sie einen über den Tisch ziehen. Tja, nichts Neues unter der Sonne. Es ist die conditio humana oder die natura lapsa, die gefallene von der Erbsünde und Sünde gebeutelte Natur. Umso mehr fällt es auf, dass Menschen, die von Gnade gespeist und gekräftigt waren und zwar in einem überragenden Grade wie die Apostel, eben dorthin gingen, wo es am schwierigsten war. Der Hl. Petrus ging nach Rom, in den Rachen des Löwen und der hl. Leo der Große sagt in seiner Predigt, die heute in der zweiten Nokturn des Tridentinischen Breviers gebetet wird, folgendes:   Als die zwölf Apostel, nachdem sie vom Heiligen Geiste Gaben erhalten hatten, in allen Sprachen zu reden, daran gegangen waren, die Welt mit dem Evangelium zu durchdringen, und die einzelnen Länderstriche unter sich verteilt hatten, wurde der heilige Petrus als erster in der Reihe der Apostel für die Hauptstadt des römischen Reiches bestimmt, damit das Licht der Wahrheit, das zum Segen aller Völker immer leuchtender wurde, vom Mittelpunkt selbst aus sich in wirksamerer Weise über die ganze Welt ausbreitete. Von welchem Volke aber gab es damals keine Menschen in dieser Stadt? Oder wo gab es noch Völkerschaften, denen unbekannt geblieben wäre, was Rom gelehrt hatte?     Hier waren die Anschauungen der Philosophen zu zertrümmern, hier waren die Wertlosigkeiten der irdischen Weisheit zu zerstören, hier war die Anbetung der eingebildeten Götter in ihrer Verkehrtheit zu zeigen, hier die Bosheit aller Entweihungen des Heiligen zu vernichten, insofern man hier mit dem geschäftigten Aberglauben alles wie in einer Sammlung zusammen hatte, was irgendwo infolge der törichten Verirrungen aufgekommen war. In diese Stadt einzutreten, fürchtest du nicht, oh heiliger Apostel Petrus; und mit dem Genossen deiner Herrlichkeit, dem Apostel Paulus, der noch mit der Einrichtung anderer Kirchengemeinde beschäftigt war, schreitest du in diesen von rasenden Bestien bewohnten Wald und in diese gar so stürmische Ozeanstiefe hinein mit größerem Mut als damals wo du auf dem Meere einherschrittest.  Der hl. Petrus schritt also in den Krieg gegen das Heidentum und bekämpfte den Feind dort, wo er am stärksten war – in Rom. Warum hat er das getan?  Weil er ein Mann war. Haben wir denn auch heute irgendwelche Kirchenmänner? Nein, nur tussihafte Heulsusen, wie Kardinal Müller, der neulich sagte, dass   „der Vatikan ist ein Ort von „Intrigen”, „übler Nachrede“, und „Winkelzügen“ sei. Mein Gott, meinen wir darauf, das ist ja wirklich schlimm! Es hört sich an als hätte man Müller im Vatikan das zweite Stück Kuchen beim Kaffeetrinken verweigert.  Nicht auszudenken! Aber da hätte Müller die Möglichkeit gehabt sich zu bewähren und wenigstens kämpfend unterzugehen. DSDZ hätte an Müllers Stelle am nächsten Tag nach der ersten bergoglianischen Häresie Franziskus öffentlich der Häresie angeklagt. DSDZ wäre dann am übernächsten Tag gefeuert worden, wahrscheinlich suspendiert und nicht nur des Kuchens, sondern auch des Brotes beraubt worden, aber das wäre ihm gleich. Denn es gibt Wichtigeres. Obwohl Müller Jahrgang 1947 ist, so scheint er schon damals Gender-konform erzogen worden zu sein, indem man ihm einredete, dass er ja nur „brav“ und nicht „aggressiv“ zu sein habe. Aber wahrscheinlich liegt es wirklich am Novus Ordo, dass dieser Ritus die theoretisch vermeintlich biologischen Männer dermaßen entmännlicht.  Petrus schritt also in die Hölle des Löwen, in das Schlangennest. Er ging nach Rom und obwohl er fliehen wollte, kehrte er doch dorthin zurück. Er musste wohl sein ganzes Leben im Untergrund leben, hatte keine Rente, kein Kranken- oder Pflegeversicherung von der Zahnzusatzversicherung ganz zu schweigen. Ja, wir ahnen es. Er war kein Deutscher und auch kein deutscher, verbeamteter Kirchendiener. Er liebte dafür Christus. Denn das zweite Responsorium des heutigen Festes spricht wie folgt:  R. Si díligis me, Simon Petre, pasce oves meas. Dómine, tu nosti quia amo te,* Et ánimam meam pono pro te.V. Si oportúerit me mori tecum, non te negábo.R. Et ánimam meam pono pro te. R. Wenn Du mich liebst, Simon Petrus, weide meine Schafe. Herr, Du weißt, dass ich Dich liebe. * Und meine Seele gebe ich für Dich hin. V. Auch wenn ich mit Dir sterben sollte, ich werde Dich nicht verleugnen. R. Und meine Seele gebe ich für Dich hin.  Zuerst fragt Christus: diligis me – „liebst Du mich“, wobei das Wort dilligere, das vom dis-legere „von zwei verschiedenen Sachen die eine auswählen“ kommt. „Liebst Du mich, indem Du mich auswählst“ – könnte man das diligis übersetzen. Die Liebe zu Christus setzt das Verlassen der Welt voraus. Und keinen Dialog mit der Welt oder mit „der Moderne“, wie man gerne nach 1962 sagt. Was sollte Petrus in Rom veranstalten? Schauen wir nach oben zu der Predigt von hl. Leo: Zertrümmern Zerstören Vernichten  Wen? Nicht die Menschen, sondern die Kultur, die intellektuellen Hintergründe, das römisch-heidnische mind-set. Nix...

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Das Fest der Cathedra Petri am 18. Januar und der vorkonziliare Kalender

Aus gegebenen Anlass heute nochmals dieser alte Beitrag aus dem Jahre 2016. Heute feiert die Kirche nach dem alten, vorkonziliaren Kalender das Fest der Kathedrale Petri (Cathedra Petri), welche nach dem Konzil auf den 22. Februar verschoben wurde bzw., wie und ein Leser berichtigte, wurde es mit dem Fest der Cathedra Petri St. Antiochiae am 22. Februar zusammengelegt. Der von uns im nachfolgenden Beitrag zitierte Dom Prosper Guéranger gibt an, dass, obzwar das Fest der Cathedra Petri  sehr alt war, es im Jahre 1558 von Paul IV. wiedererrichtet worden ist, um die Sichtbarkeit der Kirche und das Vorrecht des Bischofsstuhles von Rom zu zeigen, da eben Rom und nicht Antiochien das Märtyrium von Petrus erleben durfte oder, wie es schön Dom Guéranger  ausdrückt, „durch das Blut des hl. Petrus bewässert wurde“. Ja, Rom hat Petrus gekostet, denn er hat sich lange gesträubt dorthin zu gehen, beziehungsweise dorthin zurückzukehren, wie unser oben angeführtes Bild zeigt. Inwiefern sich die Feste vom 18. Januar und vom 22. Februar voneinander unterscheiden, soll an dieser Stelle nicht untersucht werden. Diese nachkonziliare Verschiebung qua Zusammenlegung geschah aber wahrscheinlich deswegen, um mehr Chaos zu stiften oder um „die unnötigen Wiederholungen zu vermeiden“. Denn das Fest der Cathedra Petri wurde in Gallien seit dem VI. Jhd. und woanders mindestens seit dem VII. Jhd. eben am 18. Januar gefeiert. Somit stellt es eine wirklich lange, liturgische Tradition dar, welche mindestens seit 1558 vorhanden war, sich zwischen dem VII. Jhd. und 1558 ein wenig verlor und nach dem Konzil dem Rotstift zum Opfer fiel. Dom Prosper Guéranger  schreibt zurecht, dass der Königsanspruch der Herrschaft Christi irgendwie mit einem Herrschersitz zusammenhängen muss. Christus ist zwar gegen den Himmel aufgefahren, sein Mandat zu binden und zu lösen, hat er aber dem hl. Petrus und seinen Nachfolgern übertragen. Die Kirche von Rom, wie schon der hl. Ignatius von Antiochien schreibt, ist deswegen ist erste, weil dort Petrus für die Kirche gestorben ist. Dieses Vorrecht Roms ist ohne die Bedeutung von Petrus, welche die Protestanten, die Modernisten und manche nachkonziliaren  Theologen in Abrede stellen wollten, ohne sein schon von den anderen Aposteln anerkanntes Primat nicht verständlich. Christus sagt zwar: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“, er sagt aber auch: „Ja ich bin ein König“. Deswegen kann die Kirche der Welt etwas vorschreiben und zwar im Namen Christi. Denn: Hören wir nicht auf Christus, dann hören wir auf die UNO, die Bilderberger, Frau Dr. Merkel oder andere, welche einen gott-ähnlichen Anspruch zu erheben scheinen oder es einfach tun. Da die nachkonziliare Kirche weitgehend jeden Anspruch aufgegeben hat, siehe die Ansprachen von Papst Franziskus, so ist es nur konsequent, dass dieses Fest eliminiert wurde. Es fing mit der Liturgie an und der Rest war vorprogrammiert....

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„Ante luciferum genitus“ oder darum ist der Teufel neidisch

Beim Schreiben der nächsten Folgen unserer Antipapst-Reihe wird DSDZ klar, dass viele unserer Leser (Ausrede: Kaninchenzuchtverein) oder Leserinnen (Ausrede: Hasenspicken) diese Reihe zu lang und zu schwierig finden werden, um sie zu Ende zu lesen. Dagegen kann DSDZ kaum etwas tun, denn noch einfacher und gleichzeitig in die Tiefe gehend kann er nicht schreiben. Er tut was er kann und wie er kann, dennoch gibt es Menschen, auf welche beim ersten Fremdwort oder gar lateinischen Ausdruck der Schleier des Unverständnisses (wie bei dieser Statue von Corradini) fällt und auf ihnen haften bleibt. Es ist ein Stressfaktor, eine traumatische Erfahrung im Kleinen. DSDZ erlebt dasselbe bei manchen logischen oder mathematischen Beweisen oder Formeln, die er sich selbst erarbeiten muss. Das geht immer noch schneller als nach Lehrern zu suchen. Wenn er sich durch all die Beweisketten durchgequält hat, ist es einfach, vorher aber nicht. Andererseits kann man manches einfach nicht anders als fachgerecht ausdrücken, daher muss man, um einen logischen Beweis zu verstehen, auch Logik lernen. Anders geht es nicht. In der Theologie ist es genauso, womit diese Einführung abgeschlossen wäre. Dennoch wollen wir die Antipapst-Reihe ab und zu mit einfacherer Kost durchsetzen, damit wir nicht alle vom Fleisch fallen. Heute am 7. Januar feierte die Kirche bis 1955 die Oktave des Epiphanie-Festes, welche im Brevier so begangen wurde, dass eine Woche lang in der Matutin dieselben Antiphonen und dieselben Psalmen mit verschiedenen Lesungen durchsetzt, gelesen wurden. Dies betrifft auch die anderen Horen: andere Antiphonen, dieselben Psalmen. Auf diese Art und Weise gelangt man wirklich in die Tiefe, weil man gleichsam über den bekannten Psalmen die neuen Epiphanie-Antiphonen betet. Interessanterweise haben Sie diese Wirkung nur beim Tridentinischen Brevier, da in den nachfolgenden Brevieren die Psalmen der meisten Horen wechseln. Da das Neue auf dem Hintergrund des Bekannten schnell auffällt, so ist es einfach für den Beter die Texte der Antiphon beim Rezitieren der altbekannten Psalmen zu meditieren. Ja, zwei in einem. Zeitsparend. Die heutige erste Antiphon der Laudes ist sehr interessant. Sie lautet auf Lateinisch[1] wie folgt:  Ant. Ante lucíferum génitus, et ante sǽcula, Dóminus Salvátor noster hódie mundo appáruit. Auf Deutsch heißt es:  Ant. Vor dem Morgenleuchten aus dem Schoss der Gottheit stammend und vor allen Zeiträumen, ist der Herr, unser Heiland, heute der Welt geoffenbart worden. Das Lateinische luficer, fera, ferum bedeutet A) als Adjektiv der erleuchtet ist, ans Licht bringend B) als Substantiv der Planet Venus oder Morgenstern im übertragenen Sinne licht- heilbringend auch der Tag. Denn das Adjektiv lucifer wird gebildet aus dem Substantiv lux, lucis– „das Licht“ und dem Verb fero – „bringen“. Weil der Morgenstern, gleichbedeutend mit dem Planet Venus, morgens das Licht bringt, daher ist der Morgenstern ein Lichtbringer. Aber Luzifer ist auch der Eigenname Satans, wie er in der Vulgata steht, denn der Engelssturz ist selbstredend in der Bibel beschrieben: quomodo cecidisti de caelo lucifer qui mane oriebaris corruisti in terram qui vulnerabas gentes  13 qui dicebas in corde tuo in caelum conscendam super astra Dei exaltabo solium meum sedebo in monte testamenti in lateribus aquilonis  14 ascendam super altitudinem nubium ero similis Altissimo  15 verumtamen ad infernum detraheris in profundum laci  16 qui te viderint ad te inclinabuntur teque prospicient numquid iste est vir qui conturbavit terram qui concussit regna  17 qui posuit orbem desertum et urbes eius destruxit vinctis eius non aperuit carcerem (Jes 14,12-17)   Was die populäre Einheitsübersetzung wie folgt wiedergibt: Ach, du bist vom Himmel gefallen, du strahlender Sohn der Morgenröte. Zu Boden bist du geschmettert, du Bezwinger der Völker.  13 Du aber hattest in deinem Herzen gedacht: Ich ersteige den Himmel; dort oben stelle ich meinen Thron auf, über den Sternen Gottes; auf den Berg der (Götter)versammlung setze ich mich, im äußersten Norden.  14 Ich steige weit über die Wolken hinauf, um dem Höchsten zu gleichen.  15 Doch in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen, in die äußerste Tiefe.  16 Jeder, der dich sieht, starrt dich an, er blickt genau auf dich hin und denkt: Ist das der Mann, der die Königreiche in Schrecken versetzte, der die Erde erbeben ließ,  17 der die Welt zur Wüste gemacht hat, ihre Städte zerstörte, der die Gefangenen nicht nach Hause entließ? (Jes 14,12-17)  Dabei heißt der erste Teil des ersten Verses wie folgt: Wie bist Du vom Himmel gefallen Luzifer/Morgenröte (Jes 14,12) Während der nachkonziliare historisch-kritische Alttestamentler diesen und den nachfolgenden Vers: Ach, du bist vom Himmel gefallen, du strahlender Sohn der Morgenröte. Zu Boden bist du geschmettert, du Bezwinger der Völker.  Du aber hattest in deinem Herzen gedacht: Ich ersteige den Himmel; dort oben stelle ich meinen Thron auf, über den Sternen Gottes; auf den Berg der (Götter)versammlung setze ich mich, im äußersten Norden.  auf einen Assyrerkönig Sargon II. (gest. 705), Sin-ahhe-eriba (gest. 681 v. Chr.), Nebukadnezar II. (gest. 562 v. Chr.) oder Nabonid (gest. 538 v. Chr.) bezieht oder man tat dies wenigstens...

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Warum der hl. Apostel Johannes schwebte?

Heute ist die Oktave des hl. Johannes-Festes, welche schon im Jahre 1955 aufgegeben wurde, davor wurde sie von  Pius X. im Divino afflatu-Brevier reduziert. Da DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) nicht nur in seiner eigenen Welt, sondern auch in seiner eigenen Raumzeit lebt, so richtet er sich in seinen Gebeten nach dem Kalender des ausgehenden XIX Jhdts. des Tridentinischen Breviers. Ja, das ist wirklich originell und der Sitz in einer Vormittags-Talkshow ist ihm sicher. Die heutigen Lesungen sind wieder einmal dermaßen tiefgründig, dass sie vorgestellt gehören. Wir wissen wohl alle, dass der hl. Apostel Johannes in dem Buch der Offenbarung als Adler symbolisiert wird (Off 4,7). Und warum? Darauf gibt uns der hl. Augustinus in der Predigt der ersten Lesung der zweiten Nokturn des heutigen Oktavfestes die Antwort: „[…] hat der heilige Apostel Johannes, der nicht mit Unrecht entsprechend seiner geistigen Schärfe mit dem Adler verglichen wird, in größere Höhe und viel erhabener als die anderen drei [Evangelisten] seine Predigt eingetragen; und er hat gewollt, dass bei seiner Erhebung sich auch unsere Herzen erheben.“ (Augustinus, Traktat über Johannes) Der hl. Johannes war also der Überflieger unter den Aposteln schlechthin. Lesen wir beim hl. Augustinus weiter:   „Denn die anderen drei Evangelisten wandeln gleichsam mit dem Herrn als Mensch auf der Erde und haben von der Gottheit nur weniges gesagt; dieser aber hat, als ob er keinen Gefallen am Wandel auf der Erde hätte, wie er gleich am Anfang seiner Rede angestimmt hat, sich nicht bloß über die Erde und über alle Luft- und Himmelsräume, sondern sogar über das ganze Herr der Engel und über alle von den unsichtbaren Mächten gebildeten Reihen erhoben, und ist vorgedrungen bis zu dem, durch den alles gemacht worden ist, indem er sagte: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“ Der hl. Johannes zeigt Christus gleichsam aus der Vogelperspektive, weil er wie ein Adler schwebte. Warum schwebte er denn? Die zweite Lesung der zweiten Nokturn beantwortet auch diese Frage:    „Er konnte über solch eine Erhabenheit […] predigen […] da er das konnte er ausspeien, was er getrunken hat. Denn nicht ohne Grund wird von ihm selbst in seinem eigenen Evangelium berichtet, dass er beim Letzten Abendmahl auf der Brust des Herren lag. Aus jener Brust also hat er insgeheim getrunken, was er aber insgeheim trinkt, das speit er öffentlich aus, damit [es] zu allen Völkern kommt […].“ Der hl. Augustinus verknüpft hier zwei Bilder. Zum einen das Stillen des Säuglings, zum anderen die Fütterung der Jungen durch Vögel, von denen manche, wie Pinguine, keine Adler wohlgemerkt, sich übergeben (eructare) und mit dem, was sie vorher aufgesammelt haben, ihre Jungtiere füttern. Warum konnte hl. Johannes so schweben? Weil er jungfräulich war. Weil er an der Brust des Herren lag. Weil er unter dem Kreuz stand. Weil er seine Augen auf das göttliche Licht gerichtet hielt. So schreibt der hl. Augustinus:    „Der Adler selbst ist Johannes, der Prediger des Erhabenen und Betrachter des inneren und des ewigen Lichtes, auf die er seine Augen gerichtet hält. Man sagt, dass die Jungen der Adler auf diese Weise erprobt werden, dass sie auf den Krallen des Vaters hängend, den Strahlen der Sonne ausgesetzt werden. Wer die Sonne fest betrachtet, wird als Sohn anerkannt […]“. Ja, es stimmt, dass das Betrachten der göttlichen Sonne schmerzlich ist und deswegen eine Reinigung voraussetzt. Deswegen wird das Johannes-Evangelium als das Lichtvollste angesehen und der Johannes-Prolog stellt einen festen Bestandteil vieler Exorzismen dar, denn der Dämon kann es nicht leiden. Aber nicht nur der Dämon, die heutigen Bibelwissenschaftler auch, und wir schreiben nicht, dass es aufs Selbe hinauskommt. DSDZ hat doch tatsächlich die Bücher Ratzingers/Benedikts XVI. über die Evangelien fast ganz gelesen und meint, wie viele andere auch, dass Ratzinger damit kläglich gescheitert ist. Warum? Weil er irgendwelche exegetischen Diskussionen aus der Zeit „als Sue Ellen noch getrunken hat“ (für Dallas-Fans) oder noch davor ausgräbt und dazu Stellung nimmt. Wenn jemand meint, dass die Mode, was Kleidung anbelangt, kurzlebig ist, dann kennt er keine theologischen Moden, insbesondere die exegetischen nicht.  „Mal ist es dies, mal das, mal ein Nichts, mal ein Was“, um an dieser Stelle Goethe zu paraphrasieren. Aber es ist meistens das Johannes-Evangelium, welches dafür herhalten muss, dass Johannes das Erhabene beschrieb, was man heutzutage als „theologisches Konstrukt“ bezeichnet. Ratzinger meint aber ganz richtig, dass wir eine neue Exegese brauchen, denn die alte, die ca. im XVIII. Jahrhundert mit dem Rationalismus einsetzte, brachte nur Häresien und Verwilderung, weil man  „ja nichts Ernst nehmen sollte, was in der Bibel steht“, so hat es unsere Pastoralassistentin gelernt, wobei man gleichzeitig immer fordert, dass die Theologie „biblisch“ zu sein hat. Das ist natürlich ein Widerspruch, wie fast alles nach Vat. II. Wir müssen wirklich zu der patristischen oder mittelalterlichen Exegese zurückkehren, welche vier Sinne der Heiligen Schrift...

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Am Neujahrsfeste

I. Durch deine Güte, allmachtiger Vater! Habe ich ein neues Jahr glücklich erlebt, ein neues Jahr, das Tausende und Tausende, die am nämlichen Tage mit mir, die nach mir geboren worden sind, nicht mehr über sich aufgehen sehen. Millionen modern seitdem in ihren Gräbern, Viele in der Blüthe ihrer Jahre vom Tode ereilt. Welchen Dank bin ich Dir, bin ich deiner unendlichen Vatergüte schuldig? — Laß dieses Jahr, Allgütiger! mir, den Meinigen, laß es der ganzen Menschheit gesegnet seyn! Deine Vaterhand strecke sich über alle aus, denn dein göttlicher Sohn ist ja für alle gestorben, selbst für die, welche ihn gelästert und gekreuziget haben. Sende deinen göttlichen Geist über alle irrenden Brüder, daß er sie erleuchte! Segne, Allweiser! alle geistlichen und weltlichen Vorsteher, das Oberhaupt der Kirche, segne unsern König, gieb ihm weise und treue Räthe! Segne, gütigster Schöpfer, unsere Fluren; befreie uns von der verheerenden Seuche, die schon Hunderttausende als Opfer dahingerafft! — Doch dein Wille geschehe, da deine Weisheit und Barmherzigkeit unbegreiflich war, ist und stets seyn wird. —...

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18. Januar: das Fest der Cathedra Petri nach Dom Prosper Guéranger

Das Fest der Cathedra Petri von Dom Prosper Guéranger auf Englisch kommentiert Wahrscheinlich stellen sich viele nach dem Durchlesen des letzten Beitrags die Frage, was es denn mit dem heutigen Fest der Cathedra Petri auf sich hat und wodurch es sich vom Fest der Cathedra Petri in Antiochien am 22. Februar unterscheidet.  Unsere Redaktion bleibt die Antwort schuldig, da wir jetzt wirklich nicht dazu kommen werden spezielle liturgische Studien zu treiben. Es ist aber auch gar nicht nötig das Rad neu zu erfinden, da es solche Kommentare bereits gibt und zwar in der möglichst besten Form. Dom Prosper Guéranger hat in seinen Institutions liturgiques auch zu diesem Thema geschrieben. Leider haben wir nur die englische Fassung zur Verfügung, weil die deutsche Übersetzung aus den 1850-gern sich irgendwo unter Verschluss befindet und nicht online zugänglich ist. Daher können wir nur sein Kommentar auf Englich veröffentlichen, da wir wirklich keine Zeit haben es noch ins Deutsche zu übersetzen. Diejenigen, die das Englische nicht ausreichend gut können, mögen uns verzeihen. Man kann sich natürlich mit einem Wörterbuch durchkämpfen und sich so gegen die Acedia wehren. Falls wir irendwann und irgendwo eine deutsche Fassung finden, so werden wir sie auch publizieren, aber vorerst verbleiben wir bei der englischen Version. Wir zitieren nach Abbot Prosper Guéranger, O.S.B., The Liturgical Year, Vol. 3, Christmas: Book II, translated form the French by Dom Laurence Shepherd, O.S.B., Fitzwilliam: Loreto Publications 2000, 316-334. Beim Anklicken wird die Ansicht vergrößert   Anbeil noch die PDF-Version zum Ausdrucken The-Liturgical-Year-Volume-3-Christmas-Book-II-1...

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Ante luciferum genitus- Erscheinung des Herrn

Die heutige erste Antiphon der Laudes aller vorkonziliaren Breviere lautet: Ante luciferum genitus, et ante saecula, Dominus Salvator noster hodie mundo apparuit. Vor der Morgenröte [dem Lichtträger] geboren und vor aller Zeit, Herr, der Heiland ist uns heute erschienen. Wie wir uns denken können, gibt die deutsche Übersetzung nicht die Tiefe und Fülle des Lateins wieder, welches die Lehre der Kirche exakt wiedergibt. Ante luciferum Das lateinische lucifer bedeutet sowohl die Mörgenröte, den Licht- oder Fackleträger oder auch den Luzifer, den größten und ersten der gefallenen Engel. Wir werden uns der Angelologie, der Dämonologie, denn die Dämonen sind gefallenen Engel und dem Engelsturz als solchem noch irgendwann widmen, ohne, wie wir hoffen, wie Gabrielle Bitterlich in Gnosis zu fallen. An dieser Stelle sei so viel gesagt, dass nach Meinung der Theologen, denn diese Lehre wurde niemals dogmatisiert, war es der Luzifer, das erste, beste und schönste Geschöpf Gottes, welcher sich deswegen gegen Gott auflehnte und 1/3 der Engel hinter sich zog, weil er Christus-Gott in seiner Menschwerdung, aber vor allem in seiner Kreuzigung anbeten sollte. Da die Engel uns Menschen dermaßen übergeordnet sind, da sie die viel vollkommeneren Geschöpfe darstellen, so war es für Luzifer unbegreiflich, warum er vor so einem Wurm hinknien sollte. Woher wissen wir das? Theologenmeinung Privatoffenbarungen Aussagen der Dämonen bei Exorzismen Die Glaubwürdigkeit ist in einer absteigenden Reihenfolge, denn Privatoffenbarungen können irren und die Dämonen lügen permanent, auch wenn sie die Wahrheit sagen, wie witzig und treffend jemand formulierte. Dennoch ist die Lehre, dass die Engel, die später zu Dämonen wurden, als gut geschaffen worden sind, ein Dogma der Kirche (DH 800). Die Details, wie es zum Engelssturz kam, bleiben jedoch verborgen. Das Weihnachtsfest bleibt jedoch unverständlich, wenn man ausschließlich die menschliche Natur Christi betrachtet, wie es nach dem Konzil fast ausschließlich der Fall ist. Christus ist der Eingeborene Sohn Gottes und Gott zugleich, der gleichewig mit dem Vater ist, als eine Person der Heiligen Dreifaltigkeit. Der Ausdruck „genitus“ – „geboren“, bedeutet nicht, dass es „eine Zeit gab, wo das Wort nicht war“, wie der verurteilte Arius meinte, sondern, dass ein ewiger oder besser formuliert ein „gleichewiger“ (coaeternus) Hervorgang (processio) oder spiratio activa des Sohnes vom Vater besteht. All diese Termini sind theologische Fachausdrücke, die wir auch irgendwann genau erläutert werden, was wahrscheinlich viele, viele Seiten betragen wird. Wenn aber die heilige Liturgie uns: Ante luciferum genitus – sagt, so bedeutet diese, dass: Das Ewige Wort Gottes, durch das alles, also auch die Engel, geschaffen wurde, Vor den Engeln, auch vor Luzifer, war, Und der Hervorgang des Sohnes vom Vater vor aller Zeit herrschte. Ante saecula Der zweite Begriff, den es zu präzisieren gilt, lautet: ante saecula – vor der Zeit. Das Wort „saeculum“ oder aeon, griech. aion, bedeutet einen Zeitanfang in der Ewigkeit. Wie soll das gehen? Nur Gott ist ewig (aeternus), die Theologie sagt sogar: sempinternus– „immer ewig“, was suggeriert, dass es Dinge gibt, die weniger ewig sind. Der hl. Thomas von Aquin sagt, dass der zeitliche Anfang der Welt eine Glaubenswahrheit ist, denn rein philosophisch gesehen, könnte die Welt auch ewig sein, aber nicht gleichewig mit Gott. Daher führte die Theologie schon recht früh Begriffe ein, welche sich auf Dinge oder Geschöpfe bezogen, welche vor Erschaffung der Welt geschaffen worden sind. So z. B. die Zeit, die Engel, den Raum etc. All diese Überlegungen sind sehr interessant, spezifisch und gehen in die philosophische und theologische Interpretation des Sechstagewerkes ein. Im Westen hat sich damit Albert der Große befasst, der auch die griechischen Kirchenväter, hauptsächlich über den hl. Ambrosius von Mailand, rezipierte. Uns genügt hier zu sagen, dass Christus als Gott und Sohn Gottes ebenfalls vor dem aevum, saeculum, also vor aller Zeit war. Der Ausdruck ante saecula ist eine nochmalige Betonung der Gottheit Christi. Dominus Salvator noster hodie mundo apparuit Derjenige, der also als das Wort Gottes (Verbum, Logos) immer war, wird als Mensch zeitlich. Er „ist heute der Welt erschienen“, sagt diese Antiphon. Welcher Welt? Hauptsächlich der heidnischen Welt, denn die drei Weisen aus dem Morgenland stellen die Heiden, ihre Weisheit und ihre Geheimwissenschaften dar. Die Juden oder die Israeliten wurden durch die Propheten darauf vorbereitet und die Geburt Christi wurde durch die Hirten verkündet. Der große Andrang fiel aber aus. Irgendwie traurig und war ist es, dass es ausgerechnet die Heiden, die Ausländer es waren, die Herodes von der Geburt des Königs unterrichteten, obwohl die Priester und die Schriftgelehrten Israels es besser wissen sollten. Die einen wussten wo, die anderen, wann. So spricht ungefähr die heutige Homilie vom Gregor dem Großen.[1] Die Verstockung der Juden, womit die Schriftgelehrten aller Zeiten gemeint sein können und der Glaube der Heiden. Ja die erste Antiphon der heutigen Laudes ist wirklich sehr schön und regt nach Denken an. [1] http://divinumofficium.com/cgi-bin/horas/officium.pl...

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